Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 27 (5.4.1938)
- Date
- 1938-04-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 27, 5. IV. 1938 Juden in der österreichischen Provinz Die ״Siebengemeinden“ im Burgenland U'enn man von den Juden in Oesterreich spricht, denkt man zumeist nur an die Juden in Wien. In der österreichischen Provinz gibt es aber eine Reihe jüdischer Gemeinden, die z. T, ein eigenartiges!iUlisches Leben bewahrt haben. Von den in diesem Zusammenhänge besonders interessanten Gemeinden des B u r gc n l a n d e s handelt der folgende Bericht. (Red.) Von (len 18 000 Provinzjuden Oesterreichs sind 3622 im B 11 r g e 111 .ר n d c ans-a^vjjr, das an der üren/e von Ungarn und Oesterreich gelegen ist. Schon irn Mittelalter einzelnen Orundherrn und Stadtgrafen der Gegend untertänig und zinspflichtig, überdauerten kleinere Judensiedlungen im Umkreise von () e d e 11 b ti r g in versprengten Splittern die Türkenzeit, Die Judengus.se in I,Isenstedt, die am Schahhat ahgesperrt tvird. I.mhs in der Milte dii• Synagoge bis sie sieh gegen Au-gang des 17. Jahrhunderts — verstärkt durch die Vertriebenen aus \V1e:1 und den osterrciehi.-tlu•!! Land,•11 . u ieder sammelten und sich nun zu schlosse״ ‘!;Tb■ ^'h uite^-me'-•«1—r Lmhed" m Gea'e״״le" wesen, aber auch in der seelischen Haltung und Lebenskehrende Dr. Israel Hildesheimer verlieh Eisenstadt wieder eine grolle jüdische Bedeutung: hervorragende Inhaber von Rabbinersitzen hatten seine Rabbinatsscinrle in der engen Eisenstädter Judengasse besucht. Judengassen hat es wohl in all diesen Gemeinden gegeben, doch nur in Eisenstadt hat sich in zwei Gassen mit 31 Häusern ein topographisch-administratives Ghetto herausgebildet, das auf Grund seiner 2M)jäl1rigen Privilegien sich seine politische Autonomie ~ als Gemeinde Unterb e r g - E i s e n s t a d t — bis in die letzte Zeit gewahrt hat. Es wählte seine eigenen Richter (Bürgermeister) und Geschworcnen, auch Nichtjuden, und sperrte nach allem Brauch am Schabbat und jüdischen Festtagen das Gcineindegebiet durch eisernes Tor und Kette vom öffentlichen Wagenverkehr ab. Es dürfte in Westeuropa wenig Orte geben, an denen Formen des religiösen Lebens, svnagogale Zcremonien und häusliche Gebräuche mit solcher Zähigkeit und Anhänglichkcit durch Generationen fcstgchalten wurden, wie in diesen stillen, abgelegenen Judengassen. Die Enge der Verhältnisse, die Kleinlichkeit der Interessen hat unzweifelhaft manche Schwächen hervorgebracht, die unangenehm ins Auge fallen und oft auch die Harmonie zwischen den Schwcstergcmemdcn störten. Im allgemeinen aber hat das Leben n e b e n -, m i t- und f ü r e i!1 a!1 d c r, besonders betätigt in einem reichgegliederten Vereinswesen, dem keine menschlich-religiöse, sozial-humanitäre Seite des Lehens fremd gehlieben war, ein starkes üemcinschaftsgcfiihl erzeugt. Wie die Judengassen seihst hell, freundlieh, offen in Flur und Feld hingchettet lagen, so wurde auch ihren Bewohnern Welt- und Natnroffenheit eigen; sie interessierten sich für die geistigen Strömungen, die kulturellen Probleme der Zeit, denen, sie aber mit kritischem Verstand gegenübertraten. Naturgemäll gab es Bindungen und Verhindungen mit der Umwelt, kulturell, politisch beeinflußten sie sich gegenseitig. Nur vor gesellschaftlicher Annäherung hatte ein inneres Taktgefühl die Judcnhcit dieser Orte stets zurückgehalten. Konnten die Jcschiwoth die Jugend nicht mehr 16'H) \ erheb Purst Paul I stcrliäz v, einer der machtigsten Magnaten des damaligen Ungarn, der an seinem Residenzort seit dem 1 S. Jahrhundert bestehenden Judengemeinde F i s e 11 s t a d! ein Privileg, in dem die Verbindiichkeiten, Steuern, Abgaben und Geschenke festgelegt waren, die der 1 icrrscliaft ab/uliefcrn waren, wofür diese der Gemcindeverwaltmig eine gesetzliche Autonomie und (ierichtsbarkeit verlieh, freilieii unter fürstlicher Kontrolle. Als Zeichen derselben wurde 1731 dem Judenrichter ein mit der Krone des regle! enden Hauses versehener ״Gewaltstab“ oder Szepter übergehen, der vor ihm liergetrageu wurde, hei Sitzungen aber ihm zur Seite lag. Unter dem Schlitze derselben Grundherrschaft befanden sich noch sechs Judengemeinden, und da diese dem fürstlichen Hause gegenüber dieselben Pflichten und Rechte hatten, war es naheliegend, dal! sie — trotz ihrer Entfernung voneinander —■ einen regelrechten Gemeinde verband’ bildeten, der den Namen ״Schewa keliilloth“ (Siebengemeinden) führte. Es waren außer Eisenstadt noch M a 11 e r s d o r f, L a c k e 11 b a c ii, Kobers d o r f, Deutsch *Kre u z, Frauenkirchen und K 111 s e e — Kleingemeinden, in denen im Durchschnitt nicht mehr als SO—100 Familienvater wohnten. Eisenstadt als ihr Zentrum erlebte seine Glanzperiode, als der bekannte Hoffaktor und Gelehrte, R. Samson W c r t h e i 111 c r, der vom Kaiser zum Landesrabbiner von Ungarn ernannt war, in dieser Gren/getneinde sich Wohnsitz und Methans errichtete, zu ihrem geistigen Leiter aber seinen früheren Hausrabbiner R. Meir h en Isak Kranken- 0:1°!: Versicherungen VERSICHERUNGSBÜRO ״EUROPA" G. m. b. H. Inh. seit!924: H. Wanasse, Berlin W 15, Pariser Sir. 37, Ruf: 924646 bestellte, der spater inner dem Namen M’hram Asch (=- der gekürzte hehr. Name von Fmenstadi) weltbekannt -•Ansehen in der jüdischen Welt, wenngleich ihr Rang ihnen bald von dem benachbarten, den ungarischen Landtag heherbergenden P r e I! b 11 r g ahgelaufen wurde. Erst der aus Halberstadt stammende, 1800 nach Deutschland zuruck¬ JZZl Inneres der Samson Wcrtheimcr-Synagogc in Eisenstadt anzichen, so zog sie in die Schulen der Kreisstadt oder der Hauptstädte, nicht wenige hat ihr Weg nach Deutschland geführt. Nur etwas wurde liier nicht gelehrt: die ״Religionslehre“. Haus und Hof, Synagoge und vor allem die (iasse zeigt der Jugend jüdisches Lehen, das sie unbewußt in sich cinsog, liebgewann und weiterichte. Auch die Veränderungen nach dein Kriegsende konnten den Geist der Judengassen nicht wesentlich verwandeln. Eine Aus- Stellung- und Studienstätte bildet noch heute das San d o r Weitsche Privatmuseum in der Judenstadt. Auch dem genius loci hat der Besitzer, Sohn einer seit dem 17, Jahrhundert hier lebenden Familie, durch Zusammen- Stellung von Familieiierinnerungen, einer Schabbat- und Palasiinastube u. a. gehuldigt. Sändor Wolf war es auch, der als amtlich bestellter Archivar und Konservator nach dem We'tkriege aus sämtlichen Gemeinden des Byrgenlandcs alle entbehrlichen Dokumente, Bücher und Aufzeichnungen nach Lisenstadt bringen ließ, um sie dort in einem ״Jüdischen ►ייי ־׳ - י _jgfriw Friedhof Armenhaus, Beth IIamidrasch und Eingangstor in Eisensladt Zentralareliiv des Burgenlandcs“ der Wissenschaft Zuganglieh zu machen. Auch sonst lebten alte, seit Jahrzehnten unterbrochene Interessen der ״Siebengenieinden“ wieder auf. Die Vorstände fanden sich in einem ,,Burgenländischcn Gemeindeverband“ zusammen, der innerhalb der Judenheit Oesterreichs die separatistische Orthodoxie vertrat. Dr. A. Fürs t, Budapest Nachrichten ans Oesterreich Die Rechtsangleichung in Oesterreich wird stufenweise durchgeführt werden. Hierbei soll 11. a. das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre im Rahmen der nächsten Stufe übernommen werden. F.i11e Bekanntmachung des Gauleiters Biirckel ordnet die Anschriften an den Geschäften und Läden in Oesterreich. Nach einer Mitteilung der Wiener Kaufmannschaft dürfen nach der Bekanntmachung in Zukunft nur Betriebe und Geschäfte, die iin Inhaber, in der Leitung und im Kapital tatsächlich arisch sind, die Auf- Schrift oder Bezeichnung ״Arisches Geschäft“ führen. Nach einer Anordnung des Reichsjustizministers und des Reichsinnenministers kann im Lande Oesterreich Rechtsanwälten, Verteidigern in Strafsachen, Notaren und Patentanwälten, die Juden sind, die Ausübung ihres Berufes vorläufig untersagt werden. Die Begriffsbe- Zeichnung Jude richtet sich dabei nach den Grundsätzen des Erlasses des Führers und Reichskanzlers über die Vereidtgung .der Beamten des Landes Oesterreich vom 15. März 1938. Diese Vorschrift gilt nicht für Rechtsanwälte usw., dis bereits seit dem 1. August 1914 in der Berufsliste eingetragen sind, oder nachweisen, daß sie im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben, oder deren Väter oder Söhne im Weltkrieg gefallen sind. Der Teilnähme an den Kämpfen des Weltkrieges steht die Teilnahme an dem Freiheitskampf um das Land Kärnten, an den Kämpfen im Baltikum, in Oberschlesien, gegen Spartakisten und Separatisten sowie gegen die Feinde der nationalen! Erhebung gleich. Die vorläufige Untersagung der Berufsausübung verfügt der österreichische Minister für Justiz. Sozialarbeit in Paris Von unserem Berichterstatter K., Paris, im April Das Hilfswerk für Emigranten aus Oesterreich, die nach Frankreich gekommen sind, wird jetzt in Paris organisiert. Dem hierfür gegründeten Komitee gehören nur französische Persönlichkeiten an. Die eigentliche Unterstiitziingsarbeit wird bisher von dem ״Comite d’Assistance aux Refugies“ geleistet, das sich bis dahin nur mit der Unter- Stützung von Emigranten aus Deutschland befaßte. Es sind aber Bestrebungen im Gange, ein Sonderkomitee für diese Aufgaben zu gründen. Auf der Generalversammlung des jüdischen Asyls in Paris, das eine der wichtigsten Wohlfahrtsorganisationen in Paris ist und das auch vielen Einwanderern aus Deutschland in den letzten Jahren Essen und Unterkunft geboten hat, berichtete der Vorsitzende Elie Belin über die außerordentlich kritische Finanzlage der Institution. Es ist still im Pardess, die jungen Aj׳fe!sinenbäume hängen in ihren Hol/gvsuTlen wie in Wiegen, ein feiner Nebel liegt aut dem Hoden, die Schuhe sind naß vom 'Lau. Die Berge v (•!-schwinden hinter einer /,eile von Z.vpressen. Eine lange Allee, ein Fransemorliang, Zäz.ith am Tallith der buntgewellt cn Felde!־. Rückwärts liegt der Mesehek. Gar nicht oft genug kann man ihn ansehen. Der schlanke runde Wasserturni in der Mitte, eine Spirale seineingt sich um ihn hoch, die Treppe. Das weiße Kindcrhmis mit dem flachen Dach, der Kuhstall, die neuen Uiiuscr, die im Morgenlicht leuchten. Der Arbeitsplatz, ist noch schattig. Die (angelegten Bambusstiimme bedecken gerade ausgeriehtcl den l'!oden, ein Rest Hecke stellt noch. Der Bambus war als Windschutz angepflanzt, aber inzwischen sind die jungen Obstbäume stark geworden und der Bambus entzieht ihnen zuviel Wasser. Blühendes Unkraut wächst zwischen den Baumreihen. Schwellende fleischige Schäfte, gefiederte Stauden, fein wie Filigran, Büschel von ledernen Tulpenblättern. Die Bambushalme werden dicht über dem Boden abgeklemmt. Die /ginge heißt zu, und der lange, schwere Balm neigt sich und fallt, zur Seite. Pausenlos tönt das sägende Geräusch, bald schmerzen die Schultern, die Daumenballen schwellen an, die Reihe der gefällten Stämme wächst, die dichte Hecke lichtet sich. Trockene Dornbüsche kriechen am Boden entlang und werden ahgeknijist. Man muß achtgeben, daß die stürzenden Stämme nicht auf junge Bäume fallen. Da kommt sie! Ihr orangefarbener Jumper sitzt stramm, ein erstes Röllchen Speck setzt sich um die Taille an, feine Schnürchen liegen unter ihren NS iinpcrn. Aber ihre Augen, ihre Zähne, ihre Farben sind frisch, und sie arbeitet — es fliegt ihr nur so von der Hand. Und sic plaudert und lacht und singt. ״Kennst du das’“ Nein — eine Melodie aus ״Eugen Onegin“. Und Tschaikowsky und Pique Dame und lauter Opern von russischen Zwiebeltürmen. Dazwischen Schumann, Brahms, Mendelssohn. Zwei Semester Medizin, Scouts, zionistische Jugendbewegung. Sibirien, Noch nicht den richtigen Mann gefunden — aber was will das sagen! (Was will das wirklich sagen, wenn man fünfundzwanzig ist und So strahlende Augen hat.) So vergeht ein Vormittag und die Sonne zeigt die Mittag spausc. Die Zangen werden unter die Jumper gelegt and die Füße steigen über geschnittene Stämme, .Am Nachmittag beginnt es überraschend zu regnen. Schon hei den ersten Tropfen zieht Esther die erstaunte Bachura, die wegen der paar Tropfen nicht, aufsieht, unter eine Grapefruitbaum. Sie weiß, wie gewaltig es hier regnen kann. Ein durchnäßter Körper — wie leicht hat man Gripjic, Rheumatismus weg. Dieselbe Sorgfalt um den Körper wie um die gepflegten Arbeitsgeräte. Unter der Baumkrone ist es trocken und heimelig wie in einem Zelt. Sie schmiegen sich aneinander, und Körperwärme und Sympathie gehen ineinander über. Und plötzlich sehen sie über sich, matt leuchtend wie eine I,ampenkugel, eine vergessene reife Granefnicht zwischen den Blättern. Wie für sie aufgehoben. Das Erblicken, das Schälen, der Geschmeck der bittersüßen Frucht und der regenfeuchten Luft — kleine, intime Freuden, die binden und stärken. Und neue Sonne trocknet alles im Nu, und allmählich werden die Schneiden stumpf, oder scheint es nur den ermfldcten Armen so? Um vier Uhr, wenn es im Chadar ochel 'Fee gibt, sagt Esther: ״Möchtest du jetzt gehen?“ Und der Rücken und die müden Hände, blutig und /erschunden, sagen freudig ja. Und man läßt sich nicht lumpen und sagt: ״Nein, ich gehe mit dir zusammen.“ Das heißt um halb sechs, wenn es dunkel wird. ״Ach, du arbeitest jetzt in der Küche?“ Das wird mit einer Mischung von Bedauern und Genugtuung gesagt. (״Also auch du lernst nun kennen, was es heißt, zehn Stunden in rasender Hetze nbzuwaschen, aufzuwischen, kochendes Wasser in Blecheimern vom zischenden Herd zu heben, aus dem ewig verstopften Ausguß Abfälle mit den Händen herauszuschaufeln!“) Morgens vier Uhr dreißig öffnet der Wächter die Tür: ״Aufstehn, Küchendienst!“ Tiefe Dunkelheit. Der Mond ist schon untergegangen, die Sterne stehen klar und die Liehter der Kwuzah Kinncreth scheinen herüber. Es duftet schwer nach Erde. Der Mesehek schläft. Waschraum und Toilette noch dunkel. Zwei ],finster auf die Finger, neue Schürze aus dem Magazin — und!,unkt fünf in der dunklen Küche. Das Holzfeuer im Herd hat der Wächter angezündet. Aber die Küche morgens um fünf — ein Ort der Ver- Wüstung! Haben Kannibalen hier Mähler gehalten? Nein, bloß die Wächter haben gcfr&hstückt und die beiden Mäddien aus dem Kuhstall. Zuerst werden aus dem Magazin die Tomaten für den Morgensnlat geholt. Mit Taschcnlatcrnc und prüfenden Eingern wird das Beste aus dem Abfall der Ernte herausgesucht. T omatensalat für hundertzwanzig Mann —■ Zwiebeln schneiden für hundertzwanzig Mann — viele essen sie roh wie Obst — eine ganze Badewanne voll Tomatenseheiben und Zwiebeln. In der Küche herrscht das Prinzip der Werkstatt- Aussiedlung. Das heißt, jeder wird möglichst an die Luft gesetzt, Tomaten schneiden, Gabeln und Löffel putzen, Mohrrüben schaben — alles vor der Tür. Platz, 'Platz drinnen! Auch so tritt noch alles einander auf die Füße — oder Hände, denn eine wischt immer den Boden auf. Der Abwaschtisch ist dauernd besetzt. Wasser, in das in rasender Hast das schmutzige Geschirr fliegt — danach in eleganter Parabel durch das kalte Spülwasser geschleudert, von dem atemlosen Serviermüdchcn schon naß aus den ]!finden gerissen und auf den Tisch gebracht — zehn Tassen ohne Henkel für hunderUwanzig und mehr Mensehen, viele Hände strecken sich aus. ״W enn du etwa eine Tasse sehen solltest — nicht erst aufs Tablett, gib sie mir gleich in die Hand!“ Jeden Monat werden viele neue gekauft. Und zerbrochen. Die atemlose Hast, die Aufregung in der Arbeit erinnert an den Betrieb in einem Geschält eine Stunde vor Feiertag. Mit der Ulir in der Hand weiß man, wann die \ großen Anstürme einsetzen, die Runs auf die 'Feiler, auf die'vButter- Portionen, die Brotmaschine geht unentwegt, die Schnitten türmen sich auf den Aluminiumlabletts zu Pyramiden. Um keinen Preis dürfen die Chawerim warten! Warten bedeutet Zeitverlust, Arbeitsverlust, Verstimmung, Verstimmutig ist Ausfall an Arbeitslust. Die ״Kellnerinnen“ haben es nicht leicht. Man darf dem Chawer das Essen nicht nur hinsetzen, erklärt Schulamith, — mit geübtem Blick mußt du außerdem sehen, oh ihm die Speise recht ist, die du bringst, oder oh er vielleicht lieber etwas anderes möchte. Manche sagen es nicht allein, anderen wieder ist es unangenehm, wenn sie ״gepflegt“ werden, trotzdem müssen sie das Evtraquantum an Butter, Eiern, Fleisch essen, damit sie zu Kräften kommen. (Fortsetzung folgt)