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Jüdische Rundschau · 1938-03-29 · Heft 25 (29.3.1938) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 25 (29.3.1938)
Date
1938-03-29
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 jüdische Rundschau Nr. 25, 29. III. 1938 ־*«^®*,Tüdisdier *TERGAMGENHEIT XVIII. Jehuda Halevi Vorgänger. Der mit Gabirol begonnene Aulschwung der jüdischen Poesie brachte im 12, Jahrhundert eine Reihe von Dichtergcstalten hervor. Auf Gabirol folgte unniittclhar als sein Erbe der fruchtbare Dichter und Sprachvirtuose Mose ihn Esra aus Granada (um 1060 bis 1139), dessen formvollendete BulSgedichtc und religiöse Hymnen weite Ver- Breitling fanden. Er erforschte als erster die Gesetze und Eigenart der hebräischen Dichtkunst und stellte ihre Ent- Wicklung auf spanischem Boden bis zu seiner Zeit historischkritisch dar. Aber sowohl er selbst als auch alle von ihm behandelten Meister des hebräischen Verses wurden bald in den Schatten gestellt von dem Ruhm seines jüngeren Freundes J e h u d a b c n S a in u c I Haie v i, des größten Dichters Israels seit dem Ausgang der biblischen Epoche. fahrt), schwungvolle Oden und Huldigungslieder, Liebesedichte und sinnvolle Epigramme. Aber den Gipfel seiner unst bildet die national-religiöse Elegie. Seine unsterblichen Zionslieder (Zioniden), die zum Teil in den Ritus des Trauertages des 9. Ab aufgeootnmen wurden, geben der jüdischen Trauer um die alte Heimat und der jüdischen Erlösungshoffnung klassischen Ausdruck. Der religiöse Denker, Anders als bei Gabirol gibt es bei Halevi keine scharfe Trennungslinie zwischen dein Dichter und dein Denker, zwischen dem gläubigen Juden und dem Philosophen. Wie seine Dichtung, so hat auch seine Lehre Gott und Israel als Zentrum. Sein arabisch gcschrichenes rcligionspliilosophisches Werk ״K u s a r i“ (von Jehuda ihn Tibbon ins Hebräische übersetzt) ist eine leideuschaftliehe Apologie des Judentums in der Form eines Dialogs zwischen einem nach der Glaubenswahrheit strebenden König der Cbasaren und einem jüdischen Gelehrten (die Chasarcn Die■ jlihde^-jlmdsdUM■ Leben. Jelmda Toledo, einige Jahr Zweit der P Kopli! Halevi, kam zur Welt im maurischen rc bevor diese Stadt vom christlichen arde (I0S5). Wie Gabirol gelangte auch Tiger Reife, und Mose ihn Esra begrüßte :־ ersten dichterischen Versuche des noch!enden. Als Jüngling hegah sich Jehuda •'!bischen Andalusien,^um ״sich im Uchte ich Wissens gründlich beherrschte und NatunGsseuschaft und der Medizin kunha ns es" war ‘er'’ Schwelle des A Wohnort Stad't,'als er sein berühmtes Zionslie Sarazenen zerstampft wurde. Erfüll! Pferd( Persönlichkeit. Im Gegensatz zu Gabirol erscheint Jehuda Halevi als ein Mensch mit einem harmonisch ausgeglichenen Wesen, zart empfindsamen, hingebungsvollen Gemüt, und einem den vielfältigen Reizen des irdischen Lebens, der Schönheit der Natur und der Frauen, die Liebe und der Freundschaft weit offenen Herzen, Mit der jüdischen, der islamischen und der christlichen Kultur gut vertraut, vermochte er alle heterogenen Elemente seiner Bildung zu einer wundervollen Einheit zu verbinden, deren Mittelpunkt seine Liebe zum Judentum war. ־ Der Dichter. Bei aller Mannigfaltigkeit des Werks Halevis war seine Muse vor allem Gott und Israel geweiht. Einzigartig ist bei ihm die Tiefe des nationalen Empfindens, das mit dem religiösen Moment untrennbar verbunden ist. Als weltlicher Dichter schuf er herrliche Naturschilderungen (berühmt ist die des Seesturms auf seiner Palästina-Pilgerbringt am nächsten Freitag: ״Mia gehl zur Mi-Ha“, ein Bericht vom Weg zur Hachscharah Auf einer Landwirtschallsschule tu Palästina Die Fortsetzung der spannenden Erzählung ״Die Insel ■ KtVUZah“ und vieles andere mehr waren ein um die Mitte des 8. Jahrhunderts zum Judentum bekehrter Volksstamni). Der fromme Denker stellt die prophetischc Offcnbarungslehre der philosophischen Spekulation als eine selbständige und höhere Wahrheitsquclle entgegen: ״der Gott Ahrahams, zu dein die lebendige innere Anschauung führt, nach dem die Seelen sich sehnen und für den viele freudig starben‘‘, sei nicht der durch abstrakte Vermmftschlüsse ergründete Gott des Aristoteles. So wurde Jehuda Halevi Urheber einer im Glaubensgefühl fundierten antirationalistischen Richtung der Religionsphilosophie, die bis m die Gegenwart hinein in der Entwicklung des jüdischen Literatur. U ebersetz ungen der Gedichte Haie vis: Sulzbadt, Dichterklänge aus Spanien (187.3); A. Geiger, Divan des Juda Halevi (1851); Karpeles, Divan des Jehuda Halevi (1907); E. Bernhard Cohn, Jehuda Halevi, ein Divan (1920); Franz Rosenzweig, 92 Hymnen und Gedichte von Jehuda Halevi (1925); derselbe, Jehuda Halevi, Zionslieder (Schocken-Büchcrei). — Uebersctzung des Kusari: D. Cassel (1841-1853). - Ueber Haie vis Persönlichkeit und Werk: A. Geiger, Jehuda Halevi (1875); derselbe, Das Judentum und seine Geschichte (1910); D. Kaufmann, Jehuda Halevi (1877); D. Neumark, Geschichte der jüdischen Philosophie des Mittelalters, I, 11—111; Julius Guttmann, Philosophie des Judentums (1933). Dr. J. H. Fritz Windmüller, Borghorst I. W., Bahnhofstr. 14, hat eine Deszendenz-Liste der Familie Windmüller aus Rheda, Beckum usw. zusammengestellt, die in Kürze gedruckt erscheinen soll. Mitglieder der Familie, mit denen der Verfasser sich bisher noch nicht in Verbindung gesetzt hat, werden gebeten, ihm Angaben über ihren Zweig der Familie umgehend mitzuteilcn. Juden und Jüdiiches im Ruadfunk. x Donnerstag, 31. März: Luxem• blirg (1304;. 15.05: Auszüge aus dem 10. Vortrag von Andrf Matirois, gehallen in der Socidtd des Conferences am 30. März. m de* Wett Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen betreffend (len Verbleib vermißter Freunde. Diejenigen Leser, die Ober di• Nr. 221. Willy Traub, gcb. in Frankfurt a. M., Ende der 90er Jahre nach Konstantinopcl, Kairo oder Alexandrien ausgewandert, wird gesucht von Max Neger, Chemnitz, Apollo- Straße 25. Nr. 222. Dawid Baran ans Bielsk bei Bialystok (Polen), von Lodz um 1910 nach New York ausgewandert, wird gesucht von Hermann (Hcrszcl) Aleksandrowicz (früher Lodz), Köln a. Rh., Lütticher Str. 4h. Nr. 221. Fabrikant Gustav Rosenwald, früher Berlin- Charlottenburg, Wait/str. 28, jetzt USA., wird gesucht von Joachim Weißbarst, Nürnberg, Sulzbacher Str. 74. Nr. 221. Kaufmann Lang aus Michelfeld (Baden), oder dessen Nachkommen, werden gesucht von Frau Hannchen Lang, Karlsruhe (Baden), Lessingstr. 4L Nr. 225. Max Pett, letzte Adresse New York, 970 Boston Avenue, near 164 th St., oder dessen Kinder Samuel und Cillie Pett werden gesucht von Alma Schüttenberg, geb. Goldstein, Oppeln, Rosenberger Str. 15,111. Nr. 226. Adolf Sperling, um 1914 von Lodz nach New York ühersiedelt, wird gesucht von Isaac Hurwitz, Plauen im Vogtland, ScliiUerstr. 4L Nr. 227. Die Töchter der Familie Röschen Ball aus Schwersenz i. Posen, um 1885 ausgewandert nach Amerika, werden gesucht von Dora Saling, geb. Cohn, Landsberg a. d. Warthe, Schließfach 175. Hinweis auf den jüdischen Inhaber eines Geschäfts. Gegenstand eines Zivilprozesses war folgender Fall: Die Klägerin is' Inhaberin einer Autoreparaturwerkstätte, in weleher ihr Ehemann als Geschäftsführer tätig ist. Beide sind Juden. Die Ortsgruppe der NSDAP, des betreffenden Ortes errichtete auf einem neben der Werkstätte gelegenen Grundstück ein Schild mit der Aufschrift: ,,Achtung! Hier keine deutsche Reparaturwerkstätte. Deutsche Werkstätte für Automobile in B. und für Fahrräder im Ort.“ Das Grundstück, auf welchem dieses Schild errichtet wurde, gehört der Beklagten, die den Platz zur Errichtung des Schildes zur Verfügung gestellt hatte. Die Klage wegen unerlaubter H a n d lung mit dem Antrag auf Verurteilung der Beklagten zur Beseitigung des Schildes und zur Unterlassung künftiger Störungen blieb beim Amtsgericht und Landgericht ohne Erfolg. Das Urteil des Landgerichts Gießen vorn 16. Dezeinber 1937 in dieser Sache kam zu dem Ergebnis, daß der Hinweis auf den jüdischen Inhaber eines Geschäfts durch ein derartiges Schild der Ortsgruppe der NSDAP, weder ein zum Schadensersätze verpflichtender Verstoß gegen das Oesetz gegen den unlauteren Wettbewerb noch gegen die guten Sitten ist. Professor Torczyner spricht an der Pariser Universitii Unser Pariser K.-Berichterstatter schreibt: Professor Harry, Torczyner hielt an der Pariser Sorbonne einen Lichtbildervortrag über die Lachisch-Ausgrabungen und ihre Bedeutung für die Bibel-Wissenschaft. Reicher Beifall .dankte Professor Torczyner, der seinen Vortrag in französischer Sprache hielt, für seine außerordentlich interessanten Ausführungen. Persönliches. Am L April wird der Schriftsteller Otto M. Mittler (München) 50 Jahre alt. Als Uebersetzer und Kommentator von Ovid, Apuleius, Bandello, France, Maupassant u. a. hat er sich einen Namen erworben. Otto Mittler geht jetzt nach Palästina, wo er als Siedler ein neues Leben aufbauen wird. H. L. Adolf Naffaniel 111( Asphaltierungen־ Pflasterungen Robert Wolfen» jf Auto-Oaragan - Tankst.||| ■ Fahrstuhlbau Ernst Fischer O W 50, Kuimbacher Str. 6 Ruf: 24 78 51/32 Bandagist BERLINER HANDWERK UND EINZELHANDEL IDO uwe«en llllil Beratung Überwachung W 15, Duisburger Str. 1 Tel. 92 45 31 § Daeharbeiten M, Engländer. NW 40, Lehrter Str. 48 c, 35 01 00 MORITZ WEmERJS^ #״־־״־SÄMÄ:= Manbljaupl. 1 . Ruf: 4tlI0IM liir Buchdruckerei lll Buchdruckerei Max Brodek ü Berlin SW«1, BlUcher.trnBe 39 Daunendecken Atelier Qruenbaum - Wulff Elektromotoren Gebr.Friedvnann HeldenfeldetraBe 20, Ruf: 59 03 40 Kunst ti, Baufllaserei ■1 Installateure ■11 Licht-, Kraft-, Radio-, Oai-, Wautr-Anlagen Vf Bauklempnerei Alfred Adam Elektrou. Baskllhlschrlnke / Herde A. & s. eutmann <*>«»»».) Elek ü Jalousie-Stein ״Tf Elektr. 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Sehrum- II eebMieiaemuchinea. W8lloarantie? I Pers. unverbindl. Vorffih 1■ Schreibmaechinen MM Ins« PriMlr. ItotRiNo•• Bürou. Reiaamaachinen Miatimaichinen - Reparaturen Chariottanburg 4, WielandstraBe 18 Rut: 31 54 33 Tischlerei für Bau, Innenausbau Qaschäftaalnrichtungm, HauarBparatu! F.mie8tn»nzs.;״rs״ö Hugo Hopp Ruf : 32 17 33 M. Kramarski TOpfermel.ter Berlin W35 , Winterfeldtitr.24 a u I Ruf! 27 3297 ff llllil Steppdecken- 0' t!w־n.D1!nne1!öeden Uhrmacher u. Ju wellar U4U RED KRAWIT2 ־ klmannetn ■ä am Bhf.Chlhj. Rat . 96 02 57 Ungeziefer 26 17 96 artllgt all•» °1חי• Gift u. Gat durch Stadtu. Iand-Hyal»n• 6. m. b. H» Barlln-SchSnabarg, Grunawald.tr. 26 ■11 W8»ct1everlel»1 11111111 Ruf: 321027 99 99

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