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Jüdische Rundschau · 1938-03-29 · Heft 25 (29.3.1938) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 25 (29.3.1938)
Date
1938-03-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
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r- ♦e 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 25, 29. III. 1938 Budapester Notizen Von unserem Korrespondenten Budapest, Ende März Von der Pro Palästina-Vereinigung Im Herzl-Saal hielt die Pro-Palästina-Vereinigung unter Vorsitz Dr. Josef Patais ihre Generalversammlung ah. Nach den Eröffnungswarten des Vorsitzenden hielt Dr. Leopold Löw, der Salm des Szegediner Oberrabbiners, dem jüngst .verstorbenen stellvertretenden Vorsitzenden der Pro-Palästina-!Vereinigung, I)r. Samuel B i e d I, eine Gedenkrede, während der Oberrabbmer von G y ö r, Dr. Emil Roth, die Jugend zum Selbstvertrauen und zur Fortsetzung der Palästina-Arbeit aufrief. Dr. Nissan Kahan referierte sodann über die Lage in Palästina, A. Märer über die Tätigkeit des Keren Kajetneth, Oherarzt Dr, E. IzsAk über die des Keren Hajessod, Univ.-Prof. Dr. Julius Donath über die Universitätskoinmisst«! und Prof. Dr. Bernhard Heller über die der Nationalbibliotliek. Nach Vorlage und Annahme des Budgets wurden die Neuwahlen vorgenommen, wobei auch der Reichstagslabgeordnete Dr. Johann V 4 1 s 0 n y i in den Vorstand ge-!Wählt wurde. Künstlerisches Leben Der Zionistische Landesverband, sowie die Pro Palästina-Vereinigung feierten den ungarischhebräischen Dichter A vigdor Harae'iri, von dessen 25jährigern Schriftstelierjubiläiini in Jerusalem wir bereits berichteten. Nachdem Dr. Julius Miklös die Vertreter der ungari- Sehen l.itcraturgesellschaftrn, auch des I’cn-Kluhs, begrüßt hatte, entwarf Dr. Josef Patai ein lebensvolles Bild des Dichters. Der Dichter und Stadtphvsiku\ Dr. Alexander F.eleki, würdigte sodann im Namen der Petöfi-Oe- Seilschaft die Verdienste Hamciris, die auch von der Ungarischen Akademie der Wissenschaften anerkannt wurden. gen.' Diesen kmisflersvilc» Teil des Abends bestritten Frau^E v 11. a rta i,.^ f ranz K e U 11 in ui!:. De s eh, Eugen Mo hä c V i hielt dicleV'Tage 'im'׳Ralno-BiniapeV/ einen sehen' Klassikers VGiösmartv, - Beim allgemeinen Wettbewerb für ein Budapest« Denkmal des Dichters M a d .ich, um den sich 11א Kimstler mit III Arbeiten bewarben, befinden sielt unter den fünf preisgekrönten Entwürfen zwei von M. Ligeti und E. Teltsch, die auch in die engere Konkurrenz kamen. An der diesjährigen •retrospektiven Kunstausstellung im Stadtwäldchen nahmen dieses Mal weniger jüdische Kirnst- Jer als in sonstigen Jahren teil; von den ausgestellten 630 Ge■ lnälden und Skulpturen dürften kaum 20 von jüdischer Marie! kommen. Zu erwähnen sind die Portrats St. Zddors und M. Rottmanns, die Landschaften und Zeichnungen Kortnendi-Frim 111 s und E. B a r t a s, sowie das einzige jüdische Sujet der Exposition von L. G e d ö, der ein Wandgemälde der Königin von Saba entwirft. — Der Violinvirtuose Sascha H e i f c t z gab am 11. und 12. zwei — ausverkaufte — Konzerte in der hauptstädtischen Redoute, Jabiläan Behörden und Gesellschaft feiern die 100. Wiederkehr der Märztage 1838, in denen Pest von der großen Ueberschwcmmung heimgesucht wurde, die einen großen Teil der Stadt in Trümmern legte und so den Anstoß zum Aufbau des neuen Budapest gab. Auch Juden gab es in großer Anzahl unter den Opfern der Katastrophe. Besonders die Bewohner des sog. Baron O r c z y s c 11 c!1 Hauses, des damaligen Zentrums der Bester jüdischen Lebens, mit seinen Synagogen, Schulen und Gocliäftslokalcn (s. ״Jüdische Rundschau“ Nr. 24 25 1937) waren in höchster Gefahr. Der Pastor der gegenüberliegenden evangelischen Kirche bot den Unglücklichen in der neuen Kirche Unterkunft, wofür er von einem derselben mit einem Silberkelch ״(schenkt wurde, auf dem die pia*■ ist. In Altofe tdrsladt J.' H. K ift lobend Oberrabbiner von Budapest, Dr. Simon H c v c s i, geboren. Auf seinen Wunsch unterblieb jede Feier des 70. Gcbuitstages, nur in der feierlich geschmückten Hanpfgvnagoge in der Tabakgasse, wo der Jubilar zur Thora gerufen wurde, bereitete ihm eine tausendköpfige Menge begeisterte Ovationen. Die Gemeinde hat auf'sein״! Namen eine Bibelstudium-Stiftung für Studenten errichtet. Auch Direktor Adolf Wertheimer, ein Nachkomme Samson Wertheimers, der Vorsitzende des Kuratoriums des Rabbinerseminars, Präsjdent der Ung.-Isr. Lifcraturgesellschaft und des Jüdischen Museumsvereins wurde dieser Tage 70 Jahre alt. — Bei der 00. Märzfeier der jüdischen akademischen Jugend hielt der Großindustrielle, Oherhausmitglied Dr. Leo Goldberger de B ti d a, die Festrede, in der er Petöfi, den Sänger der 48er Ideen und Freund der Juden pries. Dr. A. F, Zionistische und soziale Arbeit in Oslo. Wie uiVer Osloer I. S.-Berichterstatter schreibt, sprach in einer Vera«• staltung der Wizo in Gemeinschaft mit dem Mosaischen Frauenverein und der Norwegischen Zionistischen Vereinigung Frau Addi Grün aus Kopenhagen über das Thema ״Was ich in Palästina sah“. Frau Henriette Samuel hielt eine Begrüßungsansprache. Die Rednerin des Abends heglcitete ihren Vortrag mit der Vorführung von 150 Lichtbildern. Am 20. März veranstalteten die beiden repräsentativsten sozialen Vereine, der Mosaische Frauenverein und der Jüdische Unterstutzungsverein ein Wohlfahnsfest zugunsten der bevorstehenden Peßach-Aktion für Hilfsbedürftige. Das Fest brachte einen vollen Erfolg. Dr. Werner Bloch in Stockholm. Unser Stockholme! H. R.•Berichterstatter schreibt uns: Bei einer vom Skandinavisch-Jüdischen Jugendverband und Skandinavischen Zionisten-Verband durchgeführten Vortragstournee konnte die Stockholmer Judenheit die Bekanntschaft, die sie vor zehn Jahren mit Werner Bloch machte, erneuern. Er sprach über ״Palästina und die Jugend '. Einleitende Dankesworte an Bloch sprach Fr. Arnheim. Die Buchhandlung A. Packter, Amsterdam, Tweede Boerhaavcstr. 78, gibt soeben einen neuen Katalog (Nr. 7) für Judaica und Ffebraica heraus, der außerordentlich reichhaltig ist. Jüdische Eine Kooperativsied!1111gr in USA Wir berichteten in Nr. 23 von den Ansicdlungsversuchen der Jüdischen l.andwirtschafisgesellschaft in New York, der es in jahrelanger Arbeit gelungen ist, eine Anzahl von Juden als Bauern an/usetzen. Nunmehr erfahren wir, daß der Jersey Homesicad Agriculturc Association in New Jersey der Vorsuch einer K'00 p c r a t i v s i c d 1 u rg gelungen ist. Mehr als 900 Familien meldeten sich, aber nur 198 konnten genommen werden. Die Auswahl geschah durch einen Rcgicrungs- Vertreter zusammen mit einer speziellen judi dien Kommission. Neben dem amtsärztlichen Gesundheitszeugnis mußten Refcrenzen und Zeugnisse über die letzten zehn Jahre angegeben werden. Mir Familienväter konnten sich melden und zunächst nur Schneider für Damenmäntel und Fiutmacher. Außerdem waren 500 Dollar Kapital nötig. Die neu gebildete Gruppe kam zusammen, und es hätte nun alles glatt gehen können, aber es gab viele Gegner. Die Regierung ließ inzwischen die Häuser bauen, nachdem sie das Land gekauft hatte. Sie ging bei dem Hausbau und auch den anderen Anlagen nicht davon aus, möglichst billig herzustcllen, sondern betrachtete es vorn Standpunkt der Arbeitsbeschaffung: möglichst viele Leute lange zu beschäftigeii. So hat tnan sehr schöne Häuser hingestellt, dabei den Voranschlag erheblich überschritten und dann beim Straßenbau wieder sparen müssen. Das Ungezählte Kapital der Siedler wurde für die Fabrik als Betriebskapital genommen. Diese ist das Hauptunternehmen und beschäftigt vorläufig 85 Leute, davon 10 in der Abteilung für Damenhüte, die anderen stellen Damenmäntel her. In kurzer Zeit wird man neue Familien hcreinnehme'n Zum 70. Geburtstag von Max Joseph Als wir zuletzt Rabbiner Dr. Max Joseph, der am 30. März das 70. Lebensjahr vollendet, bei der 40-Jahrfeier der ZVfD. im Juni 1937 sprechen hörten, empfingen wir von ihm den Eindruck eines innerlich jung gehliebcnen Menschen. Er gehört zu den ältesten Vertretern des jüdisch-nationalen Gedankens und des Zionismus in Deutschland und zu jener Generation, die bei Herzls Auftreten bereits zur Sache der nationalen Wiedergeburt stand. 35 Jahre hat er in Stolp als Rabbiner gewirkt und daneben eine umfangreiche zionistische und wissenschaftliche Tätigkeit entfaltet. Sein Buch ״Das Judentum am Scheidewege“, das 1908 erschien, war für viele seiner Zeitgenossen ein Fanal: zum erstenmal wurde hier wissenschaftlich die Unhaltbarkeit des assimilatorischen Religionsideals und die von ihm geschaffene Krisis des modernen Judentums nachgewiesen und gezeigt, wie nur auf einer nationalen, geschichtsbcwiißten Grundlage der jüdische Genius wieder zu schöpferischer Leistung gelangen könne. Ferner hat Joseph im ״Jüdischen Lexikon“ eine große Anzahl wichtiger Stichwarte bearbeitet und dabei eine Fülle gelehrten Materials zusammengetragen. Wenn er jetzt seinen 70, Geburtstag begehen kann — er ist erst im März v. Js. in den Ruhestand getreten —, so darf die zionistische Bewegung ihm als ihrem alten und unermüdlichen Vor- und Mitkämpfer ihre herzlichsten Glückwünsche darhringen in der Gewißheit, daß er nicht aufhören wird, für unsere Sache zu arbeiten, die immer eine Sache der Jungen war und bleiben wird: der äußerlich Jungen und der seelisch jung Gebliebenen. Kleine Kunst-Nachrichten Erhard Wechselmann, früher Berlin, jetzt Oberkantor der ״Liberaal Joodschen Gemeentc“ in Den Haag, gab am 20, März mit größtem Erfolg ein Konzert ״jüdische Musik“. Erika Storm ist für die ״International Opera Season 1938“ an die Londoner Royal Opera engagiert worden. In der am 30. und 31. März in Breslau sfattfindenden Aufführung des Oratoriums ״Samson“ von Händel singt Bernhard Chrzelitzer, Berlin, die Titelpartie. Die letzten Hefte des ״Morgen“. Die letzten beiden Hefte des ״Morgen“ (im Philo-Verlag Berlin) enthalten eine Reihe wichtiger Beiträge, die eine, eingehende Lektüre wohl lohnen. Im Februarheft unternimmt Hans Bach den Vcrsuch, die Aufgaben des Judentums zu umreißen: Eduard Strauß widmet Marlin Buber einen Aufsatz, und Oskar Guttmann nimmt Stellung zu der schwierigen Frage ״Wie schaffen wir fine jüdische Musik?“. Auch das Märzheft ist reich an wertvollen Beiträgen. In erster Linie interessiert hier Ignaz May bau ms Aufsatz über ״Zionismus und Zionsliehe״, in dem er seinen bekannten Standpunkt verficht, daß Zionismus und Univcrsalismus einander nicht ausschließen. Aus den übrigen Beiträgen seien erwähnt: Rudolf Hallo ״Der Psalter“ und Werner Rosenstock ״Die subjektive Judenfragc“. fuhzi klassauf Ih MhcLoh London, im März ln dein neuesten Stück des erfolgreichen jungen Dichter- Schauspieler-Komponisten Noel Coward tritt Fritzi Massarv zum erstenmal vor das englische Publikum. Nach der Uraufführung in Manchester läuft ״Operette“ in His Majestvs Theatre und löst dort die seit zwei Jahren in der Inszenierung von Leontine Sagau mit größtem Erfolg gespielte ,,Balalaika“ ab. ״Operette“ ist eine kitschig-geistlose, triviale Liebesgeschiente zwischen einem jungen englischen Adligen und einer Opcrettcnkünstlcrin, die in dem Verzicht beider auf persönliches Glück zugunsten der militärischen Karriere des Mannes und der Künstlerlaufbahn der Frau endet. Mit ungeheurer Spannung wurde der hiesiger! Erstaufführung des neuen Stückes entgegengesehen, und Abend für Abend ist das große Theater im West-End ausverkauft. Dieser Erfolg ist nach einmütigem Urteil von Presse und Publikum nicht auf die spärlich gesäten geistreichen Einfälle des durch seinen schnellen Erfolg verflachten Autors der auch im Ausland bekannten ״Cavalcade“ zurück zuführen, sondern neben seinen ansprechenden musikalischen Einfällen in erster Linie auf die einzigartige Leistung von Fritzi Massary, Fritzi Massary war dem englischen Publikum unbekannt; sie hat sich seine Gunst schnell erobert, so daß es sich zu wahrhaft frenetischem Beifall hinreißen läßt. Die Zelt scheint spurlos an ihr vorübergegangen zu sein, mit der gleichen Eleganz ihrer Erscheinung und dem Charme ihrer Persönlichkeit steht sie nach langer Pause wieder vor uns; in meisterhafter Beherrschung der englischen Sprache singt tmd spielt sie mit der ihr eigenen Musikalität, und es gelingt ihr, das Stück über seine Längen hinwegzutragen. Barbar• G. Bernstein Siedlung Und dann auch Damenkleider und später Herrenanzüge herstellen. Der Absatz erfolgt bisher auf dem offenen Markt, man hatte ganz gut zu tun. Neuerdings ist man mit anderen Kooperativen, die für die Farmer im Westen und Mittelwesten einkaufen, in Verbindung getreten und verspricht sich viel davon. Jedes der Mitglieder erhält seinen wöchentlichen Lohn. Die 35stündige Arbeitswoche wird auch in der Saison durchgehalten. Dieser Lolin ist relativ sehr hoch, allerdings kommen oie ״stillen Zeiten*‘ wo reihum nur ein paar Dollar verdient werden. Ein eventueller Ueberschtiß wird gleichmäßig verteilt, natürlich nach Abschreibungen und Rückstellungen. Außer der Fabrik betreibt die Kooperative noch Land- Wirtschaft, in der fünf Leute beschäftigt sind, einer( Kuhstall mit 50 Stück Vieh, wo vier Mann arbeiten, schließlich noch eine Hühnerfarm mit vier Leuten; weitere vier arbeiten als Handwerker oder im Laden. Der Laden ist eine ausgesprochene Verkaufskooperative; es wird zu Marktpreisen verkauft, der Gewinn je nach den dort vorgenommen en Einkäufen dem Konto der Einzelnen gutgesehricben. Etwa 8 konnten gezahlt werden; eine Auszahlung erfolgt nicht, um den Geschäftskreis erweitern zu können. Auch die Hühnerfarm hat rentabel gearbeitet. Die Verwaltung ist so aufgebaut, daß jeder der genannten Zweige einen eigenen Verwalter hat, der verantwortlich ist. Die Gesamtieitung hat eine Exekutive. Oberste Instanz ist die Generalversammlung. An kulturellen Einrichtungen besteht die Elementarschüfe mit 60 und die High Schoo! mit 40 Kindern, die von der Regierung unterhalten werden. Die Turnhalle der Schule dient als Genicinschaftsraum, wo Vorträge, Konzerte usvv. stattfinden. Eine Synagoge ist im Bau. Die neue Bibelausgrabe Wir haben in der letzten Zeit mehrere Bibel-lieber- Setzungen in deutscher Sprache erhalten, aber es fehlte bisher noch eine Form der Bibel, die für den praktischen Gebrauch des jüdischen Hauses, im Sinne der Verbindung mit dem Ablaut der Wochenabschnitte, anknüpfend an die herkünftige Form des Gottesdienstes, in Betracht kommt. Vor allem fehlte uns eine Ausgabe, bei der die unmittelbare Verbindung des Lesers mit dem hebräischen Text unter Hinzufügung einer kommentierten Uebersctzuug hergestcilt würde. Diesem Bedürfnis ist jetzt dadurch abgehoben, daß die englische Bibelausgabe des Oberrabbiners Dr. Hertz nunmehr in deutscher Sprache erscheint. (Pentateuch und Haftaroth. Hebräischer Text und deutsche Uebcrsetzung, mit Kommentar von Dr. Joseph Hermann H c r t z, Oberrabbiner der jüdischen Gemeinden des Britischen Reiches. Erster Band: Genesis; zweiter Band: Exodus. Jüdischer Verlag, Berlin.) In dieser Ausgabe, von der bisher zwei Bände in einem schönen äußeren Gewand vorlicgcn, steht dem hehräischen Text der rechten Seite auf der linken Seite der deutsche Text gegenüber, und zwar hat der Verfasser eine alte deutsche!1Übersetzung gewählt, nämlich die der Zunz- Bibel. Es ließe sich darüber diskutieren, oh angesichts der neueren Uebersetzungswerke diese Wahl richtig war, aber da es dem Verfasser darauf ankam, eine seit altersher gebrauchliehe Version zu verwenden, läßt sich diese Wahl wohl rechtfertigen. Dr. Hertz hat den Bibeltcxt mit einem K o m,- n! e ח t a r versehen, der in Anmerkungen unter eiern Text gedruckt ist. Er hat bei seinen Erklärungen jüdische und nichtjüdische Kommentatoren aller Zeiten weitgehend herangezogen. In einer Vorbemerkung erklärt Dr. Hertz, daß seine Uebcrz.eiigung, daß die Wellhausensche Bibclkritik schärfstens abzulelinen ist, aufrechterhalten bleibt. Er stellt auf dem Boden der lieberlicfcrung. Die Erklärungen sind sowohl Wort- Erklärungen als auch Sinn-Erklärungen, häufig mit .einem erbaulichen oder midraschischcn Zusatz״ Es kann kein. Zweifel bestehen, daß dieses Buch in dieser Form einem wirklichen Bedürfnis der sich immer mehr der Bibel nähernden Judenheit im deutschen Sprachgebiet entspricht. Wir glauben, daß auch die Wiedcranknüpfung an den hebräischen Text für Menschen, die die hebräische Sprache nicht vollständig beherrsehen, dadurch ermöglicht wird. Indem wir uns eine ausführ־ liehe Würdigung von Einzelheiten noch Vorbehalten (die weiteren Bände erscheinen in baldiger Folge), mochten wir zunächst unserer Freude über das Erscheinen dieses Buches Ausdruck geben, dem eine weite Verbreitung zu wünschen ist. Hundert Jahre Zunz-Bibel. Unter den Bibe'iibersetzungeit des vorigen Jahrhunderts ist die von Leopold Zunz wohl die einzige, die bis in unsere Tage hinein ihren Rang hat behaupten können. Es sind jetzt gerade 100 Jahre her, daß das ganze Werk (an dem auch Michael Sachs, H. Arnheim und J. Fürst maßgebend beteiligt waren) abgeschlossen werden konnte, lieber die Vorzüge dieser Uchersctzung wurde an dieser Stelle ausführlich gesprochen, als im Jahre 1935 der Verlag Leo Altert hum, Berlin, das Werk in einer liandliehen lind wohlfeilen Ausgabe neu herausbraclite, die sich rasch einen großen Freundeskreis erworben hat. Schon rein äußerlich ist das Werk (besonders in dieser völlig revidierten Neuausgabc) wertvoll für den Leser, weil er sich am Ende jeder Schabbat-Sidra über die dazugehörige Haftara urterrichten kann. Daneben aber sind es vor allem innere Vorzüge, die uns diese Bibelübersetzung —י selbst neben den modernen Uebertragungcn — nicht missen lassen wollen. Die Zunz- Bibel versteht es in einer eigenen Weise, Worttreue und Einfachlicit miteinander zu verbinden; es herrscht in ihr ein aiisgesprochen schlichter Ton, der vielleicht gerade die grandiosesten und pathetischsten Stellen der Bibel am stärksten zur Wirkung bringt. Als ein ״Hausbuch“ hatte sich Zunz diese Uebcrsetzung gedacht; sie hat diesen Platz nunmehr 100 Jahre behaupten Können und wird gewiß auch noch weiteren Generationen etwas von der Innigkeit übermitteln, die die Uebcrsetzcr in den Text hineingelegt haben. Dr. Ernst Sklarz, früher leitender Arzt der Dermato- Urologischen Abteilung der Krankenhilfe der Jüdischen Gemcinde Berlin, ist zum Lecturcr in ״Derniatological Pathology" am Hospital for Diseases of tlie Skin, London, ernannt worden. Dr. Kurt Kanowitz ist im Aufträge der Hebräischen Universität Jerusalem in der Schweiz, tätig. jtchzU SftMietefyMSfC Bar, Kochba-Hakoah von der JSG. geschlagen. Am Sonntag standen sich in Berlin die Turnriegen des Bar Kochba- Hakoah und der JSG. gegenüber. JSG. errang mit 1197V« Punkten gegen 1177V* den Sieg.

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