Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 24 (25.3.1938)
- Date
- 1938-03-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 2 ן JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 24, 25. III. 1938 Jüdische Geschichtsforschung Das Jiddisch e \V i s s e n s c!1 a (JIWO) in Wilna hat in den ict/tcn wie innerer Schwierigkeiten das Niveat liehen Leistungen nicht mir cil1alt׳n wesentlich erweitert und mute (ichiete nur der rein jiddischen) Kultur in si hineinbezogen. So wurden 11. a. wichtige forschung, ein Wissenschaftszweig, der in den Anfängen liegt, hei forschung heig Publikationen "des JIWO reichcrung durch die Iler Schriften" (Historische S der Redaktion von li. T Dieser Band, der unter Tschcrikowers erst wissenschaftlicher Arbeit Dubnou zum n. Oe zerfällt in zwei Hauptteile Studien und Beiträge zui des jüdischen Volkes der während der zweite Teil Reihe von Reproduktion miles auf/uweisen hat. forscher des Chassidismir eingehenden Abhandlung Dublin \vs. lieber den V in Hebräisch aus dem Be Dr, M. Gast er. I me unter tlem 'litel ״n-c offen llicht Samuel K 1 1 einmal in dem Buche A Adonai“ im lalire 172* m gebracht worden. Kinns : suchung in seinem Buche Emen interessante״ r:1w 15SS zwischen Krak.iu Einleitung und wertvoller sehr seltenen und ve;e! lic Reihe der wis hat neuerdings ein iiis'Mhe des 2׳. Bari dehnften f u 11 Jiwo, II icherikowci, Wilno I der trotz ';inderer sondern sie .ischcn (nicht rscluingskreis zur Jugend- Juden noch ־ Gcschiclitsciischaitliclien starke Be- ״Historische Band, unter )7) erfahren, digeii Redaktion E. c Reihe gediegener inet. I he Festschrift 1 enthält selbständige esgeseliichte rgangeiiheit, milie und Abstammung jüdischen Geschichte Jahi hiHiderts berichtet e historische Chronik I״. Maas verklungenen Zeiten. Des /ein!,du Verwaltung in Roh ״ atm dem 17. behandelt in einer auduhi lidicu .' (Jerusalem). Die wenig eiio!•, 1re:1 Krakauer Rabbiners R, |oel Sirk! י mentars zum ״Tur״ inner ,1,!. \ •׳•׳ ״Bad)*‘ genannt und uw u . ׳״ , von ,Mordeehai KD,’, .,״״er 07!. bemüht, uns ein BOI (Irr | .׳. heil■,׳.. ökonomischen, kulturcl!11!;״ml :׳ aus der Zeit (Uw 111. und 17. j! Bruderschaft des Kabbalisten-KrcN Mitte des 1b. Jahrhunderts tinte Schalom“. Religionsgeschichtlicli int ist der unter den Mitgliedern voll seine Gultigkeit nicht mir m die dern auch im Jenseits fortdaiieni s! einige Beitrage werden, die der I Geschichte der Inden in Bolen , Linie die Abhandlung von R. Mn Handelsbeziehungen zwischen l.it.iu hundert an Hand" der hebräischen / 1580. Emen Ausschnitt aus eine! Geschichte der luden Mas׳״.mens offen( licht S. Tn! nt, und 17 R11 die ״Juden in Ware, hau 1111 D. |a' schaltlich-rcchtliclie Mclbmg1 '!.<!, ״ materiahen. Ein Kapitt 1 cm1! < .•■׳' der Juden 111 Krakau mul Kam Historiker Mejer B a Da h .1 11 -1! ״! fülirtingen Jahoh S 1;1 a!/,,!,!״ ״ polnische Aufstand um lab״, b verääffentlieht Di B! n; ■ | :1 ,׳ |!; \ von Ludwig Geiger 1:1 d! 1 Zeit-, in . in Deutschland,' Band I, rw.dct. Briete• stammen ,יוסי dem letzten V1 und < Frage Karin Je, 11 Zustande entwerten. ■ mvstische die wuliiu 1! an diesem Orden heilige Bund, der .eben behielt, seinerwähnt sollen noch schichte und der e r über die jüdischen und Bolen im 16. Jahr- Ireg ister aus dem jahre grnliereii Studie ״Zur 17, Jahrhundert" ver- Jer hat. Einig*. Archive in licht Mit schließt di Vorlesungen üWr Abravanel ״Isaac Abravanel“. Six Lectures; lir-g. von J. H. Treiid und H. Loevve. — Cambridge Universitv Press, 1637. Die sechs Vorlesungen, die Trend und l.oewe in einem handlichen Rand herausgegeben haben, fassen noch einmal Wesen und Werk des 1111 Jahre 16 )7 ׳so viel gefeierten Figur war, deren hin. Geburtstag' wir gedachten. In einer Einleitung zeichnet II. l.oewe sehr ausJinuljdi das Bild des Zeitalters, in dem Ahrnv;1m I wirkte; Paul Goodman gibt einen Ueberbiick über sein loben und seine Arbeiten; der Professor fur Spanisch an der Universität Belfast, I. Gonzalez• L1 n h e r;1, erhellt die politischen und geistigen BcdinRungen des Spaniens, in dem Abravanel wirkte und in dem es nach dieser Darstellung nach immanenten Gesetzen zur Austreibung von 1J62 kam; Mnsvs (Gister weiß aus der Bulle seiner Gelehrsamkeit das literarische Werk Abravancls einer fein-innigen Würdigung zu tinter/ielien; L, Rahinowitz stellt die exegetis. 111■ Bedriitimg Ahravatieis dar, dessen .Methode er als ,,einzig“ bezeichnet und von dem er sagt, er sei ״der (!runder der Wissenschaft von der biblischen Propädeutik"; Beo Strauß (der jetzt in Amerika wirkt) gibt einen l. Jeher hl ick über die pliilosophischeu Grundlagen Abravancls und insbesondere seine politischen Lehren, wobei er zu der Folgerung kommt, daß Abravanel vom gemüßigten hierokratisiheii Ideal des .Mittelalters sich ahwendet und zu dem ausgesprochenen hierokratischen Staatsideal der Zeit tles zweiten Tempels zurm kkehrt, also ״klerikaler“ ist als die mittelalterlichen Schriftsteller. Den Schluß bildet eine Vorlesung von A. R. Milburn über Leone Ehren und die Renaissance. N. Das Leben des Kräfte seiner Zeit reizvoll. Die Repräsentant geschehen. Das viktorianisdie Zeitalter Wir berichteten an dieser Stelle über Heetor Bolithos Buch, das das Verhältnis von Englands großer Königin Viktoria zu ihrem Sohn, dem Prinzen von Wales, zum Inhalt hat (siehe ״J. R.“ Nr. 4 vom 15. 1. 1637) und das als Bild der viktorianischen Epoche nicht nur den Aufstieg Englands zur Weltmacht im 16. Jahrhundert widerspifgclt, sondern zugleich die Persönlichkeit D i s r a e I i s in seinem Verhältnis zur Königin darstcllt und daher für uns von besonderem Interesse ist. Der gleiche Verfasser hat inzwischen unter dem Titel ״Albert the Good“ ein weiteres Blich erscheinen lassen, das sozusagen das Vorspiel zu seinen! vorigen Buche gibt, nämlich eine Schilderung der Periode, in der Viktoria au der Seite des von ihr zärtlich geliebten Prinzgemahls, des Coburgers Albert regierte. Das Buch schildert die Jugend seiner beiden Helden, die systematische Vorbereitung der künftigen The durch Alberts Onkel Leopold, den späteren belgischen König, und dann in einer Reihe sehr lebendig geschriebener Kapitel das Leben Alberts an der Seile der Königin bis zu seinem Tode, 17s ist ein Denkmal der Liehe zwischen V iktoria und Albert und zugleich der großen Bedeutung, die der Prinzgemahl Albert fiir die englischen Staatsgeschäftc gewann. In diesem Rahmen spielt naturgemäß auch wieder die Person Disraelis eine gewisse Rolle. Fr faucht als Füllrer der parlamentarischen Opposition im Jahre 1816 zum ersten Male auf. 1111 Kabinett des Lord Stanley, des späteren Lord Dcrhv, übernahm er dann das Amt des Schatzkanzlers. In diesem Amt kam er in nähere Berührung mit dem Hof, und Bohtlio berichtet, daß die Königin die ״Briefe des Juden, den sie zuerst nicht gemocht hatte, ,mit Befriedigung* aufnuhm, besonders als sie aus ihnen ersah, daß er bereit sei, vor allein ,fur die Landesverteidigung zu sorgen-.“ Es war damals die Zeit der englischen Aufrüstung vor dem Krim- Krieg, die besonders von Albert gefördert wurde. Seit dieser Zeit hheb das Vertrauensverhältnis zwischen Disraeli und dem Hofe und später insbesondere zur Königin bestehen. Auf eine Episode soll hier noch liingewiescn werden, die Bolitho erzählt. Es ist ein Besuch Felix Mend e I s s o h 11 - B a r t h o I d y s bei der kön iglichen Familie im Jahre FS 12, Hierüber hat Mendelssohn einen amüsanten Rerieht geschrieben, der zeigt, wie großes musikalisches Verständnis Viktoria und Albert besaßen. oe. Ein rumänisdier Monarch Eugen Wölbe: Ferdinand I., der Begründer Großrumäniens. — Verbano Verlag, Foearno-Lcipzig. Dieses Buch eines den Berliner jüdischen Lesern bekamtteil Verfassers durfte starkes Interesse finden. Wölbe hat das Tatsachenmaterial aus dem Leben König Ferdinand I., des Begninders (iroßrumäniens, zlisanunengetnigeii. Ferdinand entstammt bekanntlich dem Hause Hohenzollerri-Sigmariiigen und hat seine Jugend in Deutschland verbracht. Schon als Leipziger Student verfolgte er, da er als Neffe des alten Königs Garol zur Thronfolge berufen war, die rumänische Politik. Als er dann zum König von Rumänien berufen wurde, stellte er sich ganz und vorbehaltlos in den Dienst seines neuen Vaterlandes. In seine Regierungszeit fällt der Weltkrieg, der fiir Rumänien und speziell fiir das Herrscherhaus sehr schwere Entscheidungen brachte. Wölbe gibt uns einen Einblick in die Politik Rumäniens jener Epoche, wir lernen dabei auch Gestalten kennen, die zum Teil noch heute eine Rolle spielen. Leider ist die Darstellung zuweilen stark subjektiv. Eine synthetische Darstellung der rumänischen Geschichte und Politik, die das Zeitalter Eerdinaiul I. bildet, war von Wölbe in diesem mehr auf das Biographische gestellten Blich offenbar gar nicht beabsichtigt. Er stillt häufig das Rollmaterial einfach zusammen, und als Materialsaminlimg ist das Buch überaus reizvoll. Stellenweise, Briefmarken Fritz Lewin Ultzowsir.91A bei Darstellung der kritischen Augenblicke, wird es geradezu spannend. Die Eigenart und Geschichte Rumäniens ist ja dem weiteren Publikum nicht übermäßig bekannt. Diese Staatengriindung ist eines der interessantesten Kapitel der Geschichte des neuen Europa. Durch die Schaffung Großrumäiiiens ist das Land 1616 von früher 138 600 qkm auf 265 (HK) qkm angewachscn, also auf mehr als das Doppelte, und dementsprechend hat sich auch die Bevölkerung vermehrt. Dabei sind zahlreiche Minderheiten unter die Herrschaft Rumäiiiens gekommen. Das Problem der Minderheiten, zu dem auch die J 11 d e 11 f r a g e gehört, spielt eine gewaltige Rolle. Was die Judenfrage betrifft, so hat der jüdische Autor diese so gut wie gar nicht erwähnt. Die Kriegszeif, die unter die Regierung Ferdinand 1. fällt, war für die Juden Rumäniens eine besonders schwere Zeit, und nach dem Kriege, in den Friedensverträgen, bildete die Regelung dieser schon seit 1878 schwebenden Frage eine der Erictknsbitlingttnoen. Vielleicht wären diese Tatsachen der Er- Widmung in dem Buche wert gewesen. Das Kapitel der Exilierung Gestaltung durch die Epoche zu verfolgen, ist besonders der Oejfentlichkeit gewirkt hat und in irgendeiner Art als einen interessanten und oftmals tiefen Einblick in das Zeit• (Red.) des gegenwärtigen Königs Carol wird von Wölbe nur in großen Umrissen und unter völliger Ausschaltung der privatc:: Seite der Sache behandelt. Alles *in allem ein intercssantes Buch, das aber in Komposition und Inhalt auch zur Kritik licrausfordert. Aus dem ״Anden Regime“ Jeanne Du Barry. Von Erhard Breit» er. — E. P. Tal & Co., Wien 1638. Der Lebensroman der Gräfin Du Barry, der Geliebten des alternden Ludwig XV., ist so recht ein Vorspiel zu dem" großen Drama der französischen Revolution, ßrcitner schildert in seiner spannende» und mit sehr interessanten Abbildungen versehenen Darstellung das Leben der Jeanne von seinen Anfangen, die sich im Dunkel der unteren Volksschichten ver- Heren, über ihren fast märchenhaften Aufstieg zur Maitressc Ludwigs XV., durch die Wechselfälle nach ihrer Abdankung nach dem Tode des Königs bis zum Schaffott, auf das sie in der Revolutionszeit mehr ahnungslos als schuldig gerät. Fs ist nicht nur ein spannendes und an wechselvollen Abenteucrn reiches Leben, das vor unseren Augen abrollt, sondern zugleich ein Gemälde des sozialen und sittlichen Verfalls am Hof Ludwigs XV. und XVI., der grauenhaften Verwilderung der Sitten in der kleinen regierenden Oberschicht und des unsäglichen Elends der breiten Massen, aus dein die Flamme der Revolution schlug. Neben der Heidin selbst und dem König treten eine Reihe politischer und geistiger Persönlichkeiten in den Gesichtskreis der Darstellung, die auch aus anderen Zusammenhängen Interesse verdienen. Brcitners Lebensbild versucht, das zum Teil sehr verzerrte Porträt der Du Barry so darzustellen, wie es ihrer Art wirklich entsprochen hat, als ein Leben, das unter dem Gesetz der Schönheit stand und das - mehr getrieben als selbst gestaltet ־— im letzten Sinne wollt doch nicht allzu tief von persönlicher Schuld überschattet wurde. —n. Madame Curie Ls ist an und für sich schon eine große Aufgabe, die Biographie eines berühmten Menschen so zu schreiben, daß der Leser nicht nur ein ober flächt ich cs Bild der Persönlichkeit erhält, sondern seine ganze menschliche Eigenart und Berufung vor ihm ersteht. Und wie groß ist diese Schwierigkeit erst, wenn, wie in diesem Fall, die Tochter einer der berühmtesten Frauengestalten unseres Jahrhunderts den Versuch unternimmt, ein Bild ihrer genialen Mutter, Maria Stodowska-Curie, vor uns aufz.urollen und mit den Augen und dem Heizen einer Tochter das aufzuzeigen, was sie an Erinnerungen an ihre große Mutter zurückbchiclt. Der Versuch, den Eve Curie gemacht hat, ist geglückt, und man erhält in dem französisch geschriebenen Buche ein umfassendes, aufschlußreiches Bild von dem Leben dieser genialen Frau. Das Leben Marie Curies verlief wie in einem spannenden Roman. Die schöne, begabte polnische Studentin veriäßt ihre Heimat, studiert in Paris unter schwierigsten wirtschaftlichen Bedingungen, Sie hungert, friert in ihrem armseligen Dachstiibchcn, aber ihre Kraft, ihr wissenschaftlicher Ehrgeiz läßt sie alle Not ertragen und überstehen. •Sie setzt sich über alle äußeren Hemmnisse hinweg lind hat das große Glück, einem genialen Manne zu begegnen, der wie sie höchste Anforderungeii an sich selbst stellt. Sie heiratet ihn und beginnt nun mit ihm gemeinsam ein Leben, das auch unter schwersten äußeren Bedingungen ״er Wissenschaft geweiht blieb. Unter Anspannung all ihrer geistigen und körperlichen Kräfte, in fanatischer Liebe zu ihrer Arbeit, unter Zurückstellung ihres crsönlichen Lebens entdecken sie ein neues Element, das ndium. Nun beginnt für sie eine Zeit des Aufstiegs. Ihr Ru 11m dringt über alle Länder und schafft den beiden Gelehrten größere Arbeitsmöglichkeiteil auch in materieller Hinsicht. Beinahe ergreifend ist die Schilderung Eve Curies, wie .Marie Curie mul ihr Mann die f״,('eektmg des Radiums nachts in ihrem kleinen Laboratorium erleben, und wie Marie flüsternd itn Dunkeln zu ihrem Mann sagt: ״Erinnerst du dich, wie du mir eines Tages gesagt hast: ״Ich möchte, daß cs eine schöne Farbe habe!“ Und wie sic beide in der Finsternis andächtig bewundernd die leuchtenden Strahlen ״ihres“ Radiums betrachten. Ein furclihaier Schlag ist es fiir Marie Curie, als sic ihren Mann und Gefährten plötzlich verliert. Ein Unfall, dem er zum Opfer fällt, läßt sie allein, ohne ihn, zuers* kaum seinen Tod überwindend. Aber sie vollendet, nachdem der erste 4x1111!־er/ vorbei ist, seine Aufgaben mm mit verdoppeltem Kraftaufwand, Sie lebt außer ihrer Arbeit nur noch für ihre beiden Kinder, Irene und Eve, aber während des Krieges stellt sie ihre Kraft außerdem in den Dienst der Verwundeten. Nach dem Kriege setzt sie ihre wissenschaftliche Arbeit fort, schreibt Bücher, liest als erster weiblicher Professor, arbeitet im Rahmen des Völkerbundes auf dem Oebiefe der wissenschaftlichen Kooperation, macht große Reisen in andere Länder und Weltteile, ■ bis sic als ein Opfer ihrer Arbeit an perniziöser Anämie hoffnungslos erkrankt und am 4. Juli 1634 in einem Schweizer Sanatorium stirbt. Dieses reiche Leben entsteht nun, in lebendigster Sprache geschrieben, vor uns. Eve Curie kann dieser Frau, ihrer Mutter, der großen Gelehrten, kein liebevolleres Denkmal setzen, als sie cs in ihrem Buch getan hat. Ch. F. Biographien einzelnen Menschen in seiner Besonderheit und zugleich in seiner wie andererseits seine Wirkung auf den Ablauf einer Biographie eines Menschen, der in seiner Zeit gellen kann, gibt daher Aus der amerikanisdi - jüdischen Soziologenschule Die Vereinigten Staaten sind eine gewaltige Retorte von Völkern und Rassen. Kein Wunder daher, daß hier das Interesse für anthropologische Probleme frühzeitig erwacht ist, und zwar nicht nur bei den Gelehrten, sondern auch hei der Regierung. Diese ernannte vor 30 Jahren eine Kommission zur Untersuchung der körperlichen Merkmale bei einem Teil der Einwanderer — es waren Ostjuden und Sizilianer — und ihrer Veränderung hei den in den Staaten geborenen Kindern. An der Spitze dieser Kommission stand ein berühmter jiidischer Forscher — Franz Boas, der sich aber auch der Erforschung verschiedener Indiaiierstämme widmete. Einer seiner Assistenten in der genannten Kommission war ein junger russischer Jude — Alexander G o I d e n w e i s e r, der später Professor der Soziologie an der Universität Port- (and _ (Oregon) wurde und heute als Resultat vicljährigcr Studien ein umfangreiches und illustrativ ausgezeichnet ausgestattetes Werk ״Anthropology. An Introduction to primitive niiturc“ (Crnfts ft Co., New York 1637) vorlegt. Es ist natürlich unmöglich, im Rahmeti einer kurzen Besprechung dem Inhalt dieses Werkes, das ein vielgcstaltiges, dein Leben der verschiedensten primitiven Völker des Erdballs entnommenes Material verwertet, gerecht zu werden. Das Ziel des Verfassers ist, das Wesentliche der religiösen Vorstellungen, der kulturellen und Organisator!־ sehen Einrichtungen der primitiven Völker darzustclien. Er setzt damit die beiden Linien: die eine von Franz Boas, die andere von Ldvv - Brühl fort. Aber sei» Werk interessiert uns nicht nur, weil es von einem jüdischen Gelehrten stammt. Es gibt, da auch die jüdische Religionsgcschichte, wissenschaftlich gesehen, eine Entwicklungsgeschichte ist, manche Parallelen zwischen ihr und der primitiven Kultur. E.H. Ssldur Peßach, Material zur leichten Bereitung und lcbcndigen Ausgestaltung des Sederabends für Kinderlind Familien-Sedcr. Von Oberkantor Israel Rosenberg. — Selbstverlag, Aussig 1638. Diese Anleitung zur Ausgestaltung des Seilers, die durch eine Notenbeilage bereichert ist, wird gewiß auf Interesse stoßen, wenn auch die deutschen Verse urul Texte, die vom Verfasser selbst stammen und zwischen die einzelnen Abschnitte der Aggadah eingeschaltet werden sollen, vielleicht mir eine Anregung zur lebendigeren Ausgestaltung der Feier darstellen, ohne daß sie ohne weiteres im Wortlaut benutzt werden müssen.