Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 23 (22.3.1938)
- Date
- 1938-03-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 j ס n 1 s r m f M ח <; r H a 11 Nr. 23 22■ 111■ 1938 äenn das Leben selbst geht ruhig weiter. Es ist die Tra* gik gerade von Juden, daß sie es nicht spüren, wenn die Welt, in der .sie leben, längst erschüttert ist, und daß sie (und das mag auch eine Art seelischer Schutzmaßnahme für ein Volk in der Zerstreuung sein) bis zuletzt, ja darüber hinaus an ihren Fortbestand glauben. Gewiß ist es schwer, ein Dasein fortzusetzen, wenn vieles verschwunden ist und nicht mehr gilt, was einem wert war, und es ist verständlich, daß Menschen nicht von einem Tage zum anderen eine neue Orientierung fin* den können. Aber bedenken wir, daß alles, was der Mensch schätzt, liebt und verehrt, nicht vom Himmel gefallen ist, sondern daß es menschlichem Geist sein Dasein verdankt, und daß die Ideale, die eine Generation sich schuf und die sie gewiß höher als das nackte Leben stellt, ihrem Blute, ihrem Herzen und Hirn entstammen. Gerade solche Juden, die unter dem Eindruck unserer Zeit zutiefst niedergeschlagen sind, müssen erkennen, daß vieles von dem, was ihnen ihr Eigenes dünkte, in Wirklichkeit etwas Fremdes war, daß sie Inhalte und Ziele des Lebens von anderen borgten, und daß sie damit in einen tragischen Gegensatz zu dem inneren Gesetz ihres Lebens gerieten. Heute, wo eine Welt zusammenbricht, gilt es, diesen Gegensatz aufzuheben und den Weg zu dem Eigenen zu finden, das wir aus unserer Art heraus entwickeln können. Auch wir Juden, eine wie kaum eine andere durch die Jahrtausende geprägte Gemeinschaft, glauben an das selbständige Recht von Ideen und Idealen im rrienschliehen Leben, ja wir sind der Ansicht, daß unser Leben erst durch sie geweiht und sinnvoll gemacht wird. Aber nicht dies kann uns eigentlich prägen, daß wir übernehmen, was aus dem Geist anderer entsproß, sondern unser Wertsystem, unsere Hoffnungen, unser Glauben muß der Art unseres Lebens, unserer physischen und geistigen Existenz entsprechen, es muß der Weg zu unseren tieferen Schichten sein. Wenn Juden in der Stunde der Not, ja der Verzweiflung an dem Recht auf Leben zweifeln, weil es ihnen mehr ist als die bloße Existenz, so präsentieren wir ihnen in dieser Stunde die Gabe der Heimkehr. In der Stunde der Sorge ist das Volk, dem wir entstammen, das jüdische Volk mH all seinen Nöten, in seiner historischen Größe und zugleich in seiner zukunftsfrohen Erwartung bereit, seine Söhne aufzunehmen und sie willkommen zu heißen auf dem Boden der Wiedervereinigung. Diese Heimkehr allerdings muß g e - lehrt und gelernt werden, und sie ist für beide Teile, für das Volk der Juden wie für die Heimkehrenden, nicht immer einfach. Es ist eine Leiire nicht nur des Geistes und des Wissens, sondern noch viel mehr des Willens und des Fühle ns, ja vielleicht eine Lehre der Phantasie, gilt es doch gerade in der Stunde der Bitternis, in der die Vergangenheit in den Strudel der Geschichte hinabsinkt, ein Bild sich vor Augen zu stellen, das die Zukunft in den Farben eines reichen, edlen und schönen Volkssehicksals erblickt. Gewiß kann mit all dem nicht die materielle, pliy- 8ische Not jedes einzelnen Juden, der von den Ereignissen unserer Zeit überrascht worden ist, beseitigt werden, obwohl es die erste Reaktion der für das jüdische Volk Verantwortlichen ist, auch auf diesem Gebiete zu tun, was nur möglich erscheint. Aber eines kann jeder, der es nur will, in dessen Herzen nur ein schmaler Eingang für den Ruf zur Heimkehr offengebliebcn ist, empfangen: Das sind neue Hoffnungen, neue Ideale, die seinem innersten Wesen entsprechen, die Anerkennung von Werten, die seinem Leben einen Sinn geben, wie immer es sich äußerlich gestalten mag. Der Jude unserer Zeit, mitten hineingestellt in den Prozeß des Unterganges bestehender Formen und des Wachstums neuer, muß eines mit aller Klarheit erkennen: Es ist ein weit über das Jüdische hinausrcichcndcr Umbruch, der hier geschieht, nicht ein ״jüdischer“; das jüdische Volk nimmt an ilun nicht als aktiver Motor der Gestaltung, sondern als ein passives Objekt teil, das nur durch den Zufall der Geschichte mitten in diese Wellenbewegung hinein :gestellt ist. Aber gerade in der stürmischen Flut der Geschichte, die über die Völker und Länder hinwegbrandet, muß neues Leben auch aus unserer Eigenart entstehen, muß das jüdische Volksbekenntnis sich ausbreiten auch auf diejenigen seiner Söhne und in ihren Herzen Wurzel fassen, die lange Jahre abseits standen und nicht wußten, daß sie dennoch, ob sie es wußten oder nicht, als Juden durchs Leben gingen. Gewiß bedeutet das viele Verzichte auf Gewohntes und Lichgewordcncs, zugleich jedoch den Eintritt in eine neue Welt, in eine Welt des noch Unbekannten und manchmal vielleicht nur mühsam zu Erobernden, aber auch den Antritt eines großen Abenteuers, in dem es das Unbekannte zu finden gilt, das Im Geheimen schon immer Triebkraft des eigenen Herzens war. Welch eine Chance für eine neue Jugend, für einen Neubeginn des Lebens! Für Verzweiflung bleibt hier kein Raum. Dieser Weg soll gewiß nicht in geistiger Arrnnt angetreten werden, sondern wir wollen all das mit einbringen in die Rückkehr zum Judentum, was wir an großen und hohen Werten uns angeeignet haben, und besonders westliche Juden werden niemals leichtsinnig das über Bord werfen, was sie und ihre Väter sich im Ringen um europäische Gesittung und Kultur erworben haben. Aber Flüchtlinge, Fremde, Einbürgerung Diskussionen in Holland Von unserem Berichterstatter. Den Haag, 18. März Ein Parlamentsmitglied der Mussert-Partei hat an die zuständigen Minister die Anfrage gerichtet, ob die Regierung so wie andere Staaten bereit ist, unverzüglich die geeigneten Maßregeln zu ergreifen zur Abwehr staatsfeindlieber Elemente, zur Vermeidung einer Zunahme der Arbeitslosigkeit im holländischen Volk und allgemein um die Wiederholung unerwünschter Einwanderung von Emigranten zu verhindern. Der Justizminister hat eine Verfügung an die Fremdenpolizei und die Grenzbehörden gerichtet, in der um strenge Befolgung der Bestimmungen über Zulassung und Aufenthalt von Fremden ersucht wird. Es handelt sich hierbei vor allem um die Instruktionen des Justizministers an die Polizeibehörden vom Juni 1934, in denen unter anderem ein Unterschied zwischen Staatenlosen und Nicht-Staatenlosen emacht wird und der vorübergehende Charakter de» Aufentalts in Holland sowie das Vorhandensein ausreichender Existenzmittel unter anderem als Kriterien für die Zulassung rorgeschriehen sind. Ferner gehören hierher die Gesetze über das Verrichten von Arbeit sowie über die selbständige Berufs- und Betriebsausübung durch Fremde. In diesem zusammenhang ist auch aut die in der Parlamentsdebatte vom jetzigen Justizminister ausgesprochene Ansicht hinzuweisen, daß Holfand vor allem als Durchgangsland für Emigrant e n in Betracht käme. Aus dem soeben veröffentlichten vorläufigen Bericht über die Verhandlungen der Ersten Kammer über Einbürgerungsfragen geht hervor, daß einige Mitglieder von einer ständigen Aufnahme einer großen Zahl von Fremden Gefahr für die Erhaltung der ethnologischen Zusammensetzung des niederländischen Volkes und eine Vergrößerung der Arbeitslosigkeit befürchten, so daß für die Einbürgerung nur frühere Niederländer in Frage kommen sollten und solche Fremde, deren Einbürgerung im Interesse von Volk und Staat liege. Von anderen Mitgliedern der Ersten Kammer wird demgegenüber darauf hingewiesen, daß die Erhaltung der bestehenden ethnologischen Zusammensetzung des Volkes — ganz abgesehen davon, ob sie wünschenswert wäre — durch die Verweigerung der Einbürgerung keineswegs gewährleistet würde, und daß durch die Bedingungen der Einbürgerung — zum Unterhalt ausreichendes Vermögen oder Berufsausübung — eine Vermehrung der Arbeitslosigkeit ausgeschlossen ist. Künstlerisches Leben Darius M i 1 h a u d brachte gelegentlich der Jubiläums- Saison des Conccrtgehouw-Orkests seine ״Cantate nuptiale“ in Amsterdam und im Haag zur Welturaufführung. Voran ging seine ״Suite proven^alc“. Eine soeben von Milhaud fertiggestcllie Suite ״Scaramouche“ für zwei Klaviere wird demnächst vor! Franz Weisz und Olga Moskowsky in Anisterdam zum ersten Maie gespielt werden. Bruno Walter führte mit dem Concertgebouw-Orkest ,,Prosperos Bcschwörungen" auf, eine symphonische Dichtung des Komponisten und Musikhistorikers Egon Wellesz. Nach Ablauf der Arnsterdarner Saison wird Bruno Walter einige Konzerte an der französischen Riviera dirigieren. Im Rahmen eines Konzertes des Haager Residentie-Orkest spielte Carl Flesch. Die Königin wohnte diesem Konzert bei. Zur Frage polnischer Ehescheidungen Ausländern steht die deutsche Scheidungsgerichtsbarkeit nur in beschränktem Umfange offen. Sie können ihre Scheidungsklagen nur unter zwei Voraussetzungen erheben: Das inländische Gericht muß sowohl nach deutschem Recht als a u c 11 nach ehemännlichem Heimatrecht zuständig sein. Letztere Voraussetzung ist jedoch nach der Rechtssprechung des Reichsgerichts nur gegeben, wenn das in Deutschland ergehende Urteil ira Heimatstaate der Ehegatten anerkannt wird. In der Anerkennung solcher Urteile hat Polen eine schwankende Haltung eingenommen. Seit dem polnischen Gesetz von 1926 über das internationale Privatrecht, vollends aber seit seinem Beitritt zum Haager Ehescheidungsabkommen im Jahre 1929, wurde die Anerkennungsfrage bejaht, seit dem 1. Juni 1934 — dem Tage des Austritts Deutschlands aus der Haager Konvention — verneint. Es waren aber Anzeichen dafür vorhanden, daß Polen seine anerkennungsfeindliche Stellungnahme einer Revision unterziehen würde. Mit Spannung sah man daher dem auf Veranlassung des Kammergerichts erforderten Beschluß des obersten polnischen Gerichts entgegen. Dieser ist nunmehr ergangen und vom Reichsminister der Justiz durch allgemeine Verfügung vom 2. Februar 1938 veröffentlicht worden. Die Entscheidung spricht sich klar und deutlich in anerkennungsfeindlichein Sinne aus; alle Meinungsverschiedenheiten, die trotz des Reichsgerichtsurteils vom 24, 2. 36 in Deutschland nicht aufgehört hatten, müssen daher jetzt verstummen. Infolge der Entscheidung sind die deutschen Gerichte gezwungen, sich in Scheidungsklagen polnischer Staatsangehöriger für unzuständig zu erklären. Die hier lebenden Polen sind daher genötigt, sich an ihre heimatliehen Gerichte zu wenden. Die bis zum 1. 6. 34 hier ergangenen Urteile behalten in Polen ihre Gültigkeit. Eine besondere Stellung nehmen diejenigen Scheidungsurteile ein, die nach dem 1. 6. 34 in den schon vorher rechtshängigen Fällen erlassen worden sind. Sie haben das Schicksal, daß sie in Deutschland ihre Gültigkeit behalten, in Polen aber unwirksam sind. Will daher ein hier lebender Pole eine neue Eh« «ingehen, so würde ihm Polen kein Ehefähigkeitszeugnis ausstellen. Auch würden ihm die hiesien Standesämter gemäß dem Haager Eheschließungsabomnien keinen Bcfreiungsschein erteilen. Es bleibt ihm daher nichts anderes übrig, als in Polen nochmals zu klagen. Hierbei sei darauf hingewiesen, daß er infolge verbürgter Gegenseitigkeit auch in Polen im Arm en recht klagen kann; das erforderliche Armutszeugnis muß hier ausgestellt werden. Trotz der erwähnten amtlichen Verfügung gibt es noch eine Reihe von Fällen, in denen die deutschen Gerichte auch jetzt noch zuständig sind. In sachlicher Beziehung soll bemerkt werden, daß die deutsche Gerichtsbarkeit den polnischen Staatsangehörigen nur bei Scheidungsklagen verschlossen Ist, aber nicht bei sonstigen Ehesachen, wie Nichtigkeifs-, Anfechtungs-, Feststellungs- und Herstellungsklagen; ferner keineswegs bei Nichtehesacnen, z. B. Untcrhaltsklagen. In persönlicher Beziehung sind die deutschen Gerichte nur dann unzuständig, wenn beide Parteien Polen sind, nicht aber wenn ein Teil Pole, der andere Teil staatenlos ist. was nach dem polnischen Staatsangehörigkeitsgesetz nicht ausgeschlossen ist. Ferner können die sogenannten ״hinkenden“• Ehen hier geschieden werden, d. h. solche Ehen, die nach deutschem Hecht gültig, nach polnischem Recht aber ungültig sind. Daß polnische Staatsangehörige, die infolge Ausbürgerung — sei es seitens Deutschlands, sei es seitens Polens — staatenlos geworden sind, hier ihre Scheidungsklagen durchführen können, sei der Vollständigkeit halber noch erwähnt. Justizrat Jacob Lissner, Berlin nicht allein die Güter dieser letzten Vergangenheit sind es, die wir besitzen müssen, sondern wir glauben, daß in jedem Juden ein Rest der größeren Vergangenheit schlummert, ein Funke, den es zu erwecken gilt, und der ihn auf dem Wege leiten kann, der zu der klassisehen Größe jüdischer Vergangenheit führt, zu dem Heroismus der jüdischen Geschichte, zu der Erhabenheit jüdischen Denkens und Glaubens, die sich im lebenden jüdischen Volk unserer Zeit eigenartig offenbaren und in seiner Renaissance neue Gestalt zu gewinnen suchen. Dabei gilt der Satz, daß der Mensch seinem Schicksal auf halbem Wege entgegengellen muß. Der neue Mut zum Leben, der Antrieb zum Tun fallen uns nicht als ein Geschenk des Himmels in den Schoß, sondern wir müssen selbst etwas dazu beitragen, um sie in uns wach werden zu lassen. Dies allein schon ist der erste Schritt, der die Richtung zu uns selbst weist. Dabei ist der Handelnde niemals allein, denn bereits der erste Schritt gliedert ihn in die große Gemeinschaft der eine neue Ordnung für ihr Leben schaffenden Juden ein. Der erste Schritt ist vielleicht der schwerste, obwohl auch die folgenden nicht leicht sein werden, aber es gilt, ihn gerade dann zu tun, wenn das Herz am bangsten schlägt. Das jüdische Volk wird ihn gewiß erleichtern, indem es seine brüderliche Hand all denen bietet, die mit Zagen und Zögern zu ihm hin schreiten. K. L. Zionistische Organisationsprobleme Eine Konteren! In London Nach Abschluß der Sitzungen de* Aktions-ComMs wurde in London «ine unformelle Sitzung abgehalten, an der füllrende Zionisten, die in London waren, al* Vertreter der europäischen Länder tcilnahmen. Grünbaum präsidierte. Die Konferenz hörte Berichte über die zionistische Lage in den verschiedenen Ländern, und diskutierte dann über Fragen der Organisation und Propaganda, sowie über Mittel und Wege zu einem engeren Kontakt zwischen der Exekutive und den zionistischen Kreisen in der Diaspora. Grünbaum übernahm im Namen der Exekutive die Aufgäbe, die verschiedenen Vorschläge und Anregungen einer eingehenden Prüfung zu unterziehen, um so bald wie möglich eine Konferenz einzuberufen, der dann die vom Organisationsdepartment vorbereiteten definitiven Pläne vorgelegt werden sollen, IN ALLER KÜRZE Im Unterhaus teilte Ormsby-Gore mit, daß die Bemühungen um Unterbringung einer Anleihe der Stadt Tel Aviv in London für den Aushau des Wasser- und Drainage- Systems bei der gegenwärtigen Lage Palästinas keinen Erfolg gehabt hätten und daß die Regierung selbst nicht in der Lage ist, das hierfür erforderliche Geld zur Verfügung zu stellen. In Kowno kam es zu weiteren antijiidiseheii Ausschreitungen, besonders gegen Studenten. Eine Anzahl antisemitischer Studenten wurde verhaftet. ln der letzten Sitzung des polnischen Senats kam es zu einer Debatte über die Ghettobänke an den polnischen Hochschulen, in der Oberrabbiner Prof. Schorr das Wort ergriff. Eine Kommission des Sejm beschloß das völlige Verbot der Schee hita m Polen. Der Sejm wird die Frage am 31. März erörtern. In Oesterreich ist das Reichsflaggengesetz vom 15. September 1935 mit der Maßgabe eingeführt worden, daß Juden das Hissen der Reichs- und Nationalflagge und das Zeigen der Reichsfarben verboten ist. Wichtig für viele Juden ist auch die auf Oesterreich ausgedehnte Geltung des Reichsgesetzes über die Meldepflicht der deutschen Staatsangehörigen im Ausland vom 3. Februar 1938. Demnach haben auch jüdische Staatsangehörige des früheren Bundesstaates Oesterreich, die im Ausland leben, sich gemäß den Vorschriften bei den Konsulaten zu melden. Die im Dienst befindlichen Beamten in Oesterreich werden neu vereidigt. Jüdische Beamte werden nicht vereidigt. In Bad K i s s i n g e n wurde in einer Beratung von Oberbürgermeister und Ratsherren die Frage der jüdischen Kurbetriebe behandelt. Die früher bestehenden 14 jüdischen Kurhaltungen wurden auf 5 beschränkt. Diese z.ugclassenen jüdischen Betriebe müssen als solche durch Tafeln an den nauseingängen gekennzeichnet sein und dürfen deutschblütiges Personal nicht beschäftigen. Die Allgemeine Deutsche Creditanstalt hat das Bankgeschäft S. Mattcrsdorff in Dresden übernommen. — Aus dem Bankgeschäft August Lenz &C0. in München sind die persönlich haftenden Gesellschafter Siegfried Marx und Sigmund Hirsch ausgeschieden. Aus der Schnürriemen- und Bandfabrik Emst Bergmann, Erfurt, ist der bisherige Inhaber ausgeschieden und das Unternehmen in arische Hände übergegangen. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Roheit W c 11 s c h, Berlin-CharL 8 (auch verantwortlich lür die Aufnahme von Bildern). Stell Vertreter: Kurt Loew enstein, Berlin \V 15. Anzeigenleitcr und verantwortlieh für den Inhalt der Anreigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preisliste 5 vom 1. April 1933. Verlag und Anxeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15. Meinekestr. 10. D.A. IV/1937 26 800, — Druck: Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg.