Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 19 (8.3.1938)
- Date
- 1938-03-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 19, 8 111.1938 JÖD'SCHE RUNDSCHAU Seife 7 ftfSßD&KdUther *TEßGiMGENHEIT XV. Rab und Mar Samuel Entstehung des Talmuds. Im Werk des Jehuda 11a- Nassi erhielt der Ueberlieferungsstoff eine geordnete _ und scheinbar endgültige Form. Die Entwicklung der mündlichen Lehre war aber damit noch nicht abgeschlossen: sie schlug nur andere Wege ein. Mit der Endredaktion der Mischna begann eine neue Epoche in der Geschichte des Judentums: die der Entstehung, Sammlung und des Abschlusses des Talmuds (== Belehrung, Studium). Wie der biblische Kanon für die Taimaitcn Ausgangspunkt einer interprefaforischschöpferischen Tätigkeit war. so wurde nun die ״kanonisierte" Mischna den späteren Gelehrten — den Amoräern ( Erklärer) eine unbedingt verbindliche Traditionsquelle und eine feste Grundlage des Gesetzesstudiums. Die einzelnen Lehrsätze waren 111 den Lehrhiiusern Gegenstand ausgedehnter Diskussionen, kritischer Analysen und scharfsinniger Auslegungen. Der Niederschlag dieser Erörterungen ist die ״g e m a r a“ (== Vollendung, Schlußfolgerung, Erlernung): der in der damaligen Volkssprache — im Aramäisch — abgeialite, die kollcktive Arbeit von 5—6 Anioräergenerationen enthaltende weitschichtige Kommentar zur Mischna. Zusammen mit dem Mischnatcxt bildet die ״gemara" das riesige Talmudwerk. Das babylonische Zentrum. Das Eigenartige und historisch höchst Bedeutsame an der Entstehung des Talmuds ist, daß der Hauptanteil an dieser gewaltigen Schöpfung des jüdischen Geistes nicht mehr Palästina gehörte. Eine der Nebenfolgen der Mischnaredaktion war die Erschütterung der bis dahin unbestrittenen Hegemonie der palästinensischen Oelehrten. Durch die schriftliche Festlegung der mündlichen Lehre wurde die Diaspora geistig unabhängig von den Traditionstrügern im Heiligen Lande. Die nationale Autonomie in Palästina hatte mit dem Tode Jehuda ha-Nassis ihre Glanzzeit überschritten. In Babylonien, wo seit dem ersten Exil eine große jüdische Siedlung bestand, blühte Anfang des dritten nachchristlichen Jahrhunderts ~ wie in Palästina — ein national-autonomes Gemeinwesen auf, an dessen Spitze ein aus dem David-Geschlecht stammendes ״Oberhaupt der Verbannung“ (Exilarch; Resch Galuta) mit staatlich anerkannter, richterlicher Gewalt stand. Es wurden Akademien errichtet, die bald den Vorrang vor denen Palästinas gewannen. Die parallelen Entwicklungen in Babylonien und Palästina fanden ihre Vollendung in zwei mehr oder weniger unabhängig voneinander geschaffenen literarischen Denkmälern des talnuidisehen Schrifttums: dem ausführlicheren, Ende des 5. Jahrhunderts abgeschlossenen babylonischen und dem mehr fragmentarischen, und ein Jahrhundert früher abgeschlossenen palästinensischen (jerusalcmischen) Talmud. In der Tatsache, daß der babylonische Talmud iin Volksleben eine weitaus größere Autorität als der palästinensische erhielt, kam der Sieg des neuen Diaspora-Zentrums über die durch Tradition geheiligte Vormacht der alten Heimat zum Ausdruck. Die Gelehrtenschulen inBabylonien. Die Wand- Iung in ihrem geistigen Leben hatte die babylonische Judenheit zweien ihrer Saline zu verdanken, die zu (ien hervorragenden Schülern des Jehuda ha-Nassi gehörten und das Studium der Mischn.'i nach ihrem Ocburtslande verpflanzten. Abba Arecha, auch Rabbi Abba oder kurzweg Rab (־= Lehrer, Meister) genannt (um 160—247) hatte noch die Autorität eines Tannniten und war zeitlich und der Würde nach der erste babylonische Amoriier. In jungen Jahren zwecks Studiums nach Palästina gezogen, kehrte er im Jahre 219 nach Baby- Ionien zurück uni! begründete nach dem Vorbilde der paliistinensischen Akademien eine Schule in Sara, die — nach dem Werte eines Gelehrten — ״ein kleines Heiligtum“ im Diasporalande wurde und acht Jahrhunderte mit geringen Unterbrechungen der Sitz der talmudischcn Gesetzcskunde in Babylonien war (bis um 1010). Etwas früher hatte Rabs jüngerer Zeitgenosse und Gefährte, Mar Samuel (um ISO—253; Mar Ehrentitel hoher jüdischer Würdenträger in Babylonien) die Gelehrtenschule in Nehardea, der Re• sidenz des Exilarchen, zu einem ungeahnten Glanz gebracht Beide Gesetzeslchrcr wurden die ersten großen Baumeister des babylonischen Talmuds, in dem ihre ״Disputationen“ (Hawwajot) einen sehr großen Platz einnehmen. Ihre Person• lichkeiten wie ihre Methoden und Lehren waren vielfach voneinander verschieden, ergänzten aber und befruchteten einander. Rabs Persönlichkeit und Wirken, Rab übte im Aufträge des Exilarchcn eine Zeitlang das Amt eines Marktaufschcrs über Maße und Gewichte (Agoranomos) aus und lernte dadurch die Lebensweise und die Bräuche des Volkes aus eigener Anschauung kennen. Er stellte sich zur Aufgäbe, die Massen im religiösen Sinne zu erziehen, ihre Un• Wesenheit zu bekämpfen und sic fest an das jüdische Gesetz zu binden. Seine Liehe zum Volke und sein hoher Sinn für soziale Gerechtigkeit treten in vielen seiner aggadisehcti Aus• Sprüche zutage: er schätzte die körperliche Arbeit und insbesondere den Ackerbau viel höher als den gewinnbringenden Handel, den Arbeiter viel mehr als den vornehmen Nichtstuer und geißelte mit scharfen Worten das hoffärtige Benehmen, den Eigennutz und die Faulheit der Reichen. Er meinte, daß die Lehre und das Gesetz nur die sittliche Läuterung des Menschen zum Ziel haben. Mit einer gewissen Neigung zur Mystik und zu theosophiseben Spekulationen verband sich bei ihm die Liebe zum irdischen Leben: er sah in der Enthaltung vom erlaubten Genuß eine strafwürdige Sünde. Seine dichterisch veranlagte Seele war voll messianischer Sehnsucht nach dem zukünftigen Reich der Gerechtigkeit und des Gottesglaubens: er gilt als Autor erhabener Hymnen, die die Majestät Gottes aTs Weltkönig und Richter verherrlichen, und die einen Teil der feierlichen Liturgie des Neujahrsfestes a u s m a ch e n. Mar Samuels Persönlichkeit und Wirken. Im Gegensatz zu Rab zeigte Mar Samuel keine Neigung für die theosophiseben Lehren. Auch lag seine Stärke nicht so sehr wie die seines beständigen ״Diskussionsgegners“ auf dem Gebiete des Religiös-Rituellen, sondern auf dem des biirgerliehen Rechts. Als Bezirksrichter von Nehardea konnte er seine Rechtsgnmdsätze praktisch anwenden und trat eine Reihe von Maßnahmen zur gesetzlichen Regelung des jüdischen Handels. Er war mit dem persischen König Schahur 1. und mit hcidnischenOelchrten befreundet. Während Rab mit der zuerst jmleiifcitulliclien neupersisclien Regierung (226) sich nicht aussöhnen konnte, war Samuel stets ein loyaler babylonischer Patriot und sah in der Treue zum Vaterlande eine unbedingte religiöse Pflicht. Als Erster stellte er den Grundsatz aut, daß ״das Staatsgesetz Gesetz ist“. Damit schuf er die religiös-politischc Grundlage der jüdischen Existenz in der I) i a s p o r a; die jüdische Religion selbst sollte das fremde Gesetz als Lebensbedingung der jüdischen Volksmassen sanktionieren. Ein Mann von gesundem praktischen Sinn und klarem wirklichkeitsnahen Verstand bekundete Samuel großes Interesse auch für profane Wissenschaften und besaß insbesondere ausgedehnte Kennt- Post nach Uebersee Vom 8. bis 18. März (ohne Gewähr) me angegebenen z.euen snui uie .״ \׳ g a ״ g > zenen ״er /-״gc bzw. Flugzeuge aus Berlin. Die Sendungen müssen 1—If/ö Stunden vor Abgang bei der zuständigen Uahnliofspostnnstsdt (Flugpost beim Postamt SW 11) vnrliegen oder unmittelbar zu den angegebenen Zügen oder Flugzeugen gebracht werden. Anschluß iirt Reich entweder bei Durchgang der Ziige bzw. Flugzeuge oder durch Sendung nach Berlin oder direkt an die Zv.-urhe״.Unionen, Bei der Aulschrift empfiehlt sieh die Anbringung von Leitvcrmerken. Pa'üstina Anh. Bhf 13. I(t I.vdda K. Di. II: (3.30); U.S. A. 11.20): York. — 10. via l.e Havre mit ״I Südamerika! 14. (23.42 l'otsd. Bhf.) 10. (11. 29. Kk lielt): Jede Stg. B, Jeden Sud. Südafrika: 10. 18. (0.8 Australien: 10. Melbouri Neapel). nisse auf dem Gebiete der Sternkunde, weshalb er den Beinamen ״Jarchinaa“ (Astronom) erhielt. Zu .seinen Heberlieferungen gehört ein großer Teil der im Babylonischen lalmtid enthaltenen astronomischen und medizinischen Lehren. Aller Mystik abhold erwartete Samuel von der messianiseheti Zukunft nichts Wunderbares, Ucbeniatürliehes, sondern nur die politische Unabhängigkeit seines Volkes. Literatur. Uebor den T a 1 m 11 d: II. Strack, Einleitung in Talmud und Midrasch; S. Funk, Die Entstehung des Talmuds (Sammlung Göschen). Deutsche Tal nt u d ti her- Setzungen: L. Oolclschmidt, Der Babylonische Talmud (Berlin, jüdischer Verlag); A. Wünsche, Der Babylonische Talmud in seinen haggadischen Bestandteilen (1 SSO — 1 SSO). Ueber Rab: W. Bacher, Die Agada der babylonischen Amorücr, 1; Mi'thlfelder, Raw, F.in Lebensbild; S. Funk, Die Juden in Babylonien (19ÜS). Ueber Mar Samuel: W. Bacher, ibidem; Monographien von D. Hoffmann (1873) tmd A. M. Feßler (1879); F. Kanter, Beiträge zur Kenntnis des Rechtssystems und der Ethik Mar Samuels (1895). __ Dr. J. H. Der Kibbuz Süd-West des J. P. Makkahi Hazair veranstaltete eine Mittleren-Pegischah in Mannheim, die mit einem Oncg eröffnet wurde. Dr. B i 11 i g h e i 111 c r begrüßte die Pcgischah namens der Gemeinde Mannheim. Es fand eine Arbeitsgemeinschaft von Rabb. Dr. Max G r ii n e w a 1 d über T’nach statt. Dr. Flesch sprach über die Aufgaben der jüdischen Jugend, Richard Fuchs (Mainz) über das Thema: ״Ghetto und Zionismus“. In einer anderen Arbeitsgemeinschaft sprach er über ״Meisterschaft im Beruf“. Im Laufe der Pegischah sprachen noch: Martin Hirsch über ״Jüdisches Heldentum“ und über die ״Lage der Juden in der Welt". Erich Künstlicher behandelte den Wert der Pfadfindererzieliung. Egon Markowsky gab eine Uebersicht über die Kwu/ah- und Kibbnzbewegung in Erez Israel und begründete die Stellung des Makkabi Hazair. Juden und Jüdisches im Rundfunk. x Mittwoch, 9. März: Kairo (483.9), 13.25: ״l.’cnfant prodigue“ von Dcbii-w. Mitwirken.!(■: Krn.1 Hardt, Kairo (Sopran), Alexander Budanoff, 'lei Aviv (üaiüon). Briefe an die Redaktion Ein Autor hat das Wort Berlin, 5. 3. 1933 Sehr geehrte Redaktion! Die Situation der jüdischen Sehiilt.sUlIer in Deuwhland, bcgründet in den so klein und eng 11 11״' Ii le ti als Ihr Mitarbeiter an das be-onriere Interesse ihrer Leser für mein Buch: ״Sltvlork — I)ie Geschichte einer Figur oder Der Mythos vom Juden“ appelliere, fn diesen Tagen versendet der Jiidisrho Buchverhg Joachim Gold stein eine Kiniadung zur Subskription aut das Buch. tur- und politisch-historische Situaticm «schöpfend zu klären, aus der die Figur des Juden Shvlütk heraus- und unter den Händen des ״rohen Da'htt-rs zuriirk Vergangenheit des Judentums und bis in seine noch heute tuelJe neuzeitliche Zukunft hin• neu-1 der jiuiörhcn Geschichte'und Lehre und endlich auch als Jarist und Kenner der Rechtsan Akten und Fakten zum dichgestalten ׳ Mit vorzüglicher Hochachtung! X ii <• h s t «* 11 Freitag: Kilidcr-Riindscliaii in de* Well Die Jüdische Rundschau hiljt Adressen suchen (Eiltet• dieser Rubrik veröffentlichen wir Aui'iu^m mii unsvm» I.e-erkreise betreffe tu) den Verbleib vermißter Freunde. l)ie|eni״c!j l.e^er, die Ober die Ces1uhU׳n Auskunft geben können, werden um Mitteilung ersucht.) Nr. 159. Die Kinder von Schlome Jehuda Weißrock, der unter dem Namen White in London, Holloway Street, ein ) 0'h-T betn(•!:. werdet! ״esucht von Selma Hi׳s h, geh. W ■ißrock, Berlin-Haiensee, Hcktorstr. 13. Nr. 160. Oskar Ka'.z, im Kriege SaiiitüG-Unieroffizier bet Artillerie-Flieger-Abt. A 22$, nach 'Krkgsscbliiß :mg׳!•'ich nacH Posen ausgewandert, wird gesucht von Leo Wipt'lcr, Bruchsal in Baden, Kaiserstr. 105. Nr. 161. Schlomoh Stuhl, aus Worochta, nttsgi wandert 1913 nach New York׳, wird gesucht von Sittiche!•׳sehet Stahl, p, Adr. Rutlt Stahl, Tel Aviv, hei Kaninitzer, Herbert-Samuel- Street, Eisenbcrgliouse. Nr. 162. Gerson Schapira (früher Lehrer) aus Sizet (Bukowina). um 1905 nach Vvimiineg .•׳usgewapdert. wird gesucht von Sam 011! ie'e mann, f> rn nti!Rumänien), Str. Sft, Tteimiö. Nr. 163. Mrs. Dora PfcmE״. zuletzt 121 Rernard Str., Satt Francisco, oder deren Verwand'״, werden gesucht von Bctti and Klöße Ellas, Dessau, Ballenstedter Str. 21. Nr. 16-1. Polka, Jeitka und Minka llartmann, aus Kempen, Töchter des Hirsch Wolf llarimann, in den 80er Jahren nach New York ausgewamlert, worden gesucht von Hermann Hartmann, (Appeln (O.-Schk), Karlsstr.!. Nr. 1 (*י. Die Nachkommen von Snlomon und Benno Relter, aus Hainsfurth bei (K׳t!in״e11 (in Bavr.-Schwaben), um 1850 nach New York und Hudson b. New York ausgewandort, werden gesucht von Max Katzmann, Vürz'mirg, Glockengasse 5. Nr. 166. Lotus Heilhnmr! ״der dessen Nachkommen, New York, 605 West, 112 Street; ferner Hermann Stein (Lösticht' von״Er;u! ' Erna '׳W;dl’acl1 (Vi'üluw Berlin). ''Hamburg 13, Rotenhauni-( Ihausscc 1 iS. Nr. 107. I.avos (L1.׳tlvv:0) l.eviic, aus K:s/wa1 d't (Ungarn), 1032 von Zürich nach P;,!.l-tina, wiihivJieiubch Tel Aviv oder Icrumkm, wird ersucht von Eva Baß, geh. Ebel, z. Zt. Trieste, co Hochwald, Via Artist! 0, Nr. 168. Abraham Katz ans Ebersckiit/ bei Hofgeismar und dessen Kinde!■, 11.ach Philadelphia ai!-!;ewawlert, werden gesucht von Franziska 1 leiser, Biele!5• 1:1, Scliikiewlierstr. 87. Nr. 169. Ascher Mehl. 1925 von Halb ■,stadt nach New York a׳!s׳׳׳cwand1 rt, bis BU0;״ Bronk'vn, 521, Maple St.; ferner Fany Mehl, s.-it etwa 29 |ahm1 in Nonbwwrlöa, werden gesucht von Samuel Mehl, ITaiiküsrl a. M.. /-eil!8. Nr. 170. Iser Irgan!» aus Przemvsl, 1913 nach New York ausgewandert, wird ’gesucht von Don Sch,ein, geh. Irgnng, Berlin, Darmstädter Str. 1. Nr. .171. Gustav Gutkind 11. Frau Liesel tmd Kinder, früher Nürnberg, 1935 nach Palästina ausgewanJerl, werden gesucht von Frau Sophie Homthal, Kassel, Kölnische Straße 112. Nr. 172. Frau Johanna Lesser geh. Rintc's und Adolf Rintels in Charlott (Nord-Karolinn), ferner Eugenie und Bessi Rintels werden gesucht von .Mathilde Rosenberg geb. Weinberg aus Blomberg (Linne). Sclmutenliausstr. 63. Nr. 173. Die Nachkommen der Brüder David, Philipp und Abraham Ostheim, Schneider in Philadelphia, werden gesucht von Berta Falkenstein geb. Stern. Hochneukirch (Rhld.), Horst Wessel-Str. 6S. Nr. 171. Josef Jurmau, Herrenschneider, geh. in Znlesezeyki (Polen), 19(16 nach New York aus.gcwainlert oder die Nachkommen werden gesucht von Sigmund Jurman, Dresden-N. 6, Hechtstraß28 ■׳. Nr.!75. David, Gustav, Albert Wittkowski resp. Witfing sowie Rosa Getz geh. Wittkowski, vor zirka 50 Jah- Nachkommen, werden gesucht v1:״ Bau! Toller, Berlin N 05, Liebenwalder Sir. -Ke Nr. 176. Rebekka Bulwachter aus K..1׳i!1sk, später in hoi!;1 iet (neuer Name’ unbekannt), wird gesucht von Morduch (Matwey) Bulwachter aus Knmsk, Zum kau :5׳!., Moltk.str. 1 Nr. 177. Die Nachkommen von M חיי na Jacob, geb. Katz, aus Klctzko (Posen), um 1578 :i.isget'. ändert mp. 11 New York, werden gesucht von Frau Dom Läufer, geh. Schciulel, Schweidnitz i. Schl., Ring 30. Nr. 17$. Dr. Ludwig Friedmann, Chemiker, nach USA. Chnrlottenhurg ■1, l)״hlman״str. 11. Nr. 179. Jacob Moskiwicz. (Jak Moskowisch), geh. 1892 zu Koschmin (Prv. Posen), 1 «»10 nach Amerika ,'״■- ew.md ■rt, letzte Adresse: bei Abraham, (lievelaud. wird casuadil von Dagobert Kaiitmami, Berlin-Charlo'ter.burg, P: -t ,!.,//!Tr. 21. Nr. 180. Die Nachkommen der Familie SeHig ((icrtnid, Paul und Ernst Seelig) werden gesucht von Miß Kripe, 202, Makepeace Mansions, London N. (>. Nr. 181. Fritz, Danziger, ziileizt C.lmh'tu nlnng. Pestalozzistraße 16, wird gesucht von Walter Ro'ciiluil't, I.imgotevere Fla min io, 80, Roma. Nr. 182. Hermann Sachs aus Bielcf-ld, ausgewandert 1893 nach New York, verheiratet mit Rica Frishman, letzte Adresse: c'o. D. Vaass. 4, Roeberg Place, Conev Island, New York, wird gesucht von Berta Sachs, Bochum, Scharnliorststr. 2. Lehrerfortbildung. Als Einrichtung dir von der Reichs- Vertretung der Juden in Deutschland und dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden organisierten Lehrerfortbildung soll zu Beginn des neuen Schuljahres in Berlin ein Kursus eröffnet werden, der Lehrern’, die be!׳׳׳:'s ein pädagogisches Examen abgelegt haben, die für eine 5vTn<- iehrer an Volksschulen nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse vermitteln soll. Der einjährige Kursus findet nachmittags statt und wird 20 Wochenstunden umfassen. Es kann nur eine beschränkte Teilnehmerzalil aufgenommen werden. Die Teilnehmergebühr beträgt 5 RM. 11 tonatlich. Meldungen an das Sekretariat der Jüdischen Lehrerbildungsanstalt, Berlin SW l'l, Eindeiistr. 18—50. Ein jüdischer Komponist. Ludwig Finkei, 1885 ge• hören, seit 1910 in Hamburg als Chordirigent tätig, ist der Verfasser einer großen Anzahl synagogaier Gesänge, sowie Bearbeiter zahlreicher chassidischer und jüdischer Volksweisen. Von seinen Kompositionen seien als die bekanntesten genannt! Die Psalmen 150, 93, 122 und 114 (für Chor), sowie die kantoralen Zezitative: Weschomru, Uw’schoter godol uni M’lach kol hoolam. Von seinen Bearbeitungen seif ז hervorgehoben: Das Chassidh.ehc Tischlied, Unser Rebetij׳ , Milers Trcru, Meirkc mein Kind, As der Rehe Eliinilcc; , A Ganewoh (für Chor) — Mei komaschma-ion, Schpilt 7: mir dem naien schir, Ale Menschen tanzendik, Hamawdi , A Seiner! und Der Eilosof (für Gesang mit Klavicrbeglei• tung). -der-