Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 19 (8.3.1938)
- Date
- 1938-03-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 II) Dl SC HE RUNDSCHAU Nr. 19, 8. III. 1938 Juden aus Deutschland siedeln H 1r veröffentlichen eine Heilte von Berichten, ilie sich mit den Siedlungen jüdischer Einwanderer aus Deutschland beschuftigen. Derartige Berichte behandelten bisher die Sicdlungspunkte Kihbuz Hasorea-Johriean (in Nr. 93/1937), Naharia (in Nr. 98/1937), Ramoth Haschmvim (in Nr. 2/1938) und Gun Ilaschomron (in Nr. 18/1938). Der nachstehende Bericht (Auszug) stammt von einem ehemaligen Rechtsanwalt in Deutschland, der jetzt in UerzUah als Siedler lebt. (Red.) Als Siedler in Herzliah ... Wir haben von Anfan״ an ein Ziel vor Augen, auf das wir hinarbeiten können, ohne uns darum sorgen zu müssen, ob wir unser Kapital durch Fehlinvestition verlieren könnten, und vor allem ohne die *Sorge, überhaupt etwas Passendes als Beschäftigung zu finden und inzwischen vom Kapital leben zu müssen. Gewiß wird es auch bei uns noch geraume Zeit dauern, bis uns die Wirtschaft trägt. Aber wir wissen doch, daß uns der Verbrauch mit jedem Tage dem Aufbau der Existenz näher bringt, weil wir eben aufbauen und nicht nur in den Tag hinein verbrauchen. Stimmung» - Faktoren Freilich ist unser Leben nicht leicht, wie ich immer wieder betonen möchte. Es ist natürlich angenehmer, in der Großstadt zu sitzen, eine komfortable Wohnung zu haben, ins Cafe gehen zu Können und abends ins Kino oder zum Bridge, und alles, wonach das Herz begehrt, in schönen Geschäften einkaufen zu können, Sie können aber versichert sein, wir haben das alles noch nie 11t einen Augenblick entbohrt. Man gewöhnt sicli unglaublich schnell an das primitive Leben, wenn man tagsüber seine Arbeit hat, wenn nette ■Menschen das gleiche einfache Leben mit einem führen und einem mit jedem Arbeitstage das Ziel des neuen Lebens, der Aufbau der Wirtschaft vor Augen steht und jeder Tag einen diesem Ziel durch eigene Kraft näher bringt. Das füllt so ganz aus, daß man gar nicht mehr daran denkt, daß es auch Kino oder Theater oder sonstige Zerstreuungen oder Annehmlichkeiten gibt. Glauben Sie mir, daß das nicht bloß so hingeredet ist, sondern es ist wirklich und wahrhaftig so. Es ist uns selbst oft ganz unfaßbar, wenn wir gelegentlich einmal über diese Dinge zum Nachdenken kommen, aber es ist so. Wir entbehren in unserer weltabgeschiedenen Ecke nichts und gar nichts. Später, wenn sich bestimmt auch diese Bedürfnisse wieder einstellen werden, wird man inzwischen so gestellt sein, daß man mit geringer Mühe sich auch diese Annehmlichkeiten in ausreichender Weise wird beschaffen können. Als wir vor zwei Monaten hierher kamen, war der Autoweg für den Omnibus nach Tel Aviv noch etwa -10 km weit, in dieser kurzen Zeit ist er durch Neubau einer Straßen- Verkürzung schon auf 17 km vermindert, und es kann nur noch wenige Wochen dauern, bis der Betrieb auf dem neuen kurzen Wege eröffnet wird. Aber schon werden ernsthaft die Plane erwogen, die Regierungsstraße, die jetzt wegen ihres schlechten Zustandes nur von Arabern und dem arabischen Bus von Jaffa nach Sidna-Ali benutzt wird, und die zufällig gerade an unserer Wirtschaft an der Rückseite vorbeiführf, zu einer Hauptchnussce von Tel Aviv nach Haifa auszubauen. Dann wird die Entfernung von uns nach Tel Aviv, und zwar direkt bis zur Hauptwohngegend, nur noch 0 km betragen, so daß es mit unserer Weitabgeschiedenheit endgültig Schluß sein wird. Und wenn hier erst einmal so etwas geplant wird, gibt es zwar tausend unvorhersehbare Schwierigkeiten, und man kommt zu der Ueberzeugung, die Sache wird nie zustande kommen, aber eines Tages ist alles ganz überraschend fertig. So ist das jetzt z. B. auch mit unserem Hausbau, aber das ist ein anderes Kapitel, und was für eins! Der Tag des Siedlers Unser Tag beginnt recht zeitig, und die Tageseinteilung ist freilich ganz anders, als mail gewohnt war. Um 4.45 Uhr ruft der Wecker. Da stellt meine Frau auf und macht für die ganze Familie Kaffee hzw. Kakao mit Weißbrotschnitten, gestrichen mit viel Butter, eisgekühlt aus dem Frigidaire, und herrlicher Marmelade, lim 5 Uhr geht dann Walter als Fester aus dem Hause. Er ist auf einer Kuh Wirtschaft ganz in der Nachbarschaft auf Haclisclinrah, lernt viel, ist begeistert und glücklich. Daß er sich mit dem viel älteren Lchrherrn duzt, ist ja eine Selbstverständlichkeit und eine schöne Eigen- 111111! i eh Leit des 1.andes, die viele soziale Gegensätze liier von selb-t atisgk'ichi. Inzwischen bin ich fertig geworden -- manchmal sogar bereits rasiert -- und mache mich kurz vor 0.30 Uhr auf den Weg hinaus nach Kfnr Schmarjahtt zur Arbeit, bewaffnet mit einer Einkaufstasche, in der sich eine Thermosflasche eisgekühlten Kakaos nebst zwei harten Eiern zum zweiten Frühstück und eine Zwei-Liler-Milchkanne voll eiskalten Kaffee für den Durst am Vormittag befindet, ich bin kurz vor 7 Uhr draußen in der Siedlung und arbeite entweder in der Wirtschaft, wo man nie fertig wird, das unbeschreibliche Unkraut zu beseitigen, oder ich melde mich bei der Arbcitsverteilungsstellc zur Außenarbcif. Da muß iclt doch einiges über besagtes Unkraut cinfiigen: Als ich meine Siediersteile übernahm, dehnte sich über die ganze Fläche ein etwa 70 cm hohes, dichtes Gestrüpp von wohlriechenden Salbeibüschen. Die Wurzeln sind sehr dick. Jeder einzelne dieser unzähligen Büsche muß nun mit einem scharfen Schlag mit der Turin altgehauen werden. Das ist zunächst schon mal eine wochcnlange Arbeit, bei der die Hände wie Kissen anschwellen von der ungewohnten Arbeit mit der mehrere Pfund schweren!)reiten Hacke, die bei der Natur des hiesigen steinharten Rodens eine Notwendigkeit und einfach unentbehrlich ist. Et erst mal dieses gröbste Zeug beseitigt, kommt das kleinere Unk׳״u!t zum Vorschein, das sind die zahllosen Dornen- und Distelstriiucher. Sind die endlich weg, gellt es ans schwerste, an die Beseitigung des Jablids, einer tronischen Queckenart mit unvorstehbar verschlungenen, nietertiefen Wurzeln, von denen auch nicht ein Fäserchen Zurückbleiben darf, weil daraus sofort eine neue Pflanze entsteht, und der Sseide, deren Wurzeln noch schwieriger zu entfernen sind. Ein einziges Pflänzchen — ich habe davon tausende auf meinem Lande — hat oft zehn und mehr Wtirzelknollen, die durch dünne Fasern miteinander verbunden sind und tief in die Erde sich verzweigen. Da stets einzelne Knöllchen Zurückbleiben und das Unkraut unglaublich schnellwüchsig ist, heißt es eben ,,Sseide“. Das ist der arabische Gruß. Hat man das Zeug heut entfernt, grüßt es am nächsten Morgen schon wieder giftgrün: Sseide! Ich bin glücklich, jetzt schon viele hundert Quadratmeter ganz unkrautfrei zu haben, vielen Siedlern voran. Es können schon an_ die 2000 qm sein, also schon eine ansehnliche Fläche. Wir konnten daher auch schon mit der ersten Bestellung beginnen, haben Kartoffeln gesteckt, Oberrüben, Blumenkohl, Kraut, Gurken, Tomaten gepflanzt, Möhren. Rettiche, Radieseben (die hier die Große von großen Zwiebeln erreichen, ohne holzig zu werden), rote Rüben und vieles andere gesät. Das macht alles meine Frau, die zu diesem Zweck nachmittags mit heraus kommt, nachdem sie am Vormittag gerade genug zu tun hatte, um die Wirtschaft im Schuß zu halten. Sie wäscht ja auch die ganze Wäsche der Familie allein, was bei der Primitivität der hiesigen Wasehinöglichkeiten und nur mit einem Petroleumkocher, vor allein aber in Anbetracht der Außentemperatur, nicht ganz einfach ist. Aber da alle Frauen hier die gleiche Einstellung zur Arbeit und Pflichterfüllung haben, von dem gar nicht ernst genug zu nehmenden Willen zur Umstellung ganz abgesehen, und zwar auch Frauen, die noch auf dem Schiff elegant in der ersten Kajüte aufgetreten sind, so ist das eben eine Selbstverständlichkeit. Die Klimafrage Ueberhnupt wird liier auf dem Lande, wohin im allgemeinen ja mir Menschen mit ganz ernstem Aufbauwilien gehen, von allen, Männern und Frauen, in einer für den rernerstehenden unvorstellbaren Weise gearbeitet. Und wenn man von früh bis abends nicht nur beschäftigt ist, sondern schwer arbeitet, dann ist auch die K lim af rage gar kein Problem. Darüber denken hier nur die Menschen nach, die nichts zu tun Italien oder in den heißen Städten herumlaufen müssen. Wer auf dem Lande schwer arbeitet, hat im allgemeinen keine Zeit, sich die Frage nach der Temperatur im Schatten vorznlegen, denn er arbeitet doch den ganzen Tag nur in der Sonne, er weiß, daß sie unvorstellbar herabbrennen kann, schwitzt und tut seine Sache. Freilich haben wir hier gut reden, denn dank der Nähe des Meeres haben wir schon am Morgen frischen, kühlenden Seewind, der das Thermometer im Sonnen- und Windschatten nicht über 30 bis 33 Grad steigen läßt, und an diese Wärme gewöhnt man sich schnell. Nur an den wenigen Chamsimtagen — wir hatten in diesem ganzen Herbst bisher nur drei Tage Chamsim — wird die Hitze so, daß wir gegen 10 Uhr vormittags nach Hause gingen, weil es gar zu arg wurde. Da gab es freilich über 40 Grad im Schatten und über 50 Grad in der Sonne. Aber sonst ist die Temperatur im allgemeinen wirklich durchaus erträglich, auch im Hochsommer. Natürlich muß man sich entsprechend kleiden. Außenarbeit Wenn ich in der Wirtschaft mal nichts besonderes vorhabe, melde ich mich auch zur Außenarbeit. Ich bin nun schon so weit, daß ich mich auch zu derjenigen Arbeit melden kann, die als die schwerste gilt, zur Izikah, auf Deutsch: zum Betonguß. Da heißt es ohne Pause in der Arbeitsreihe, mit zwei vollen, schweren Betoneimern von der Mischmaschine zur Gießstelle laufen, ohne daß eine Unterbrechung eintreten darf, bis der gesamte Hausguß fertig ist. Das dauert je nach Größe viele Stunden und läßt dem Arbeiter keine Zeit, auch nur einen Schluck zu trinken, bis der letzte Eimer in die Füllung gegossen ist. Während ich mich in der ersten Zeit noch nicht in die Reihe stellen konnte, weil ich mit den jungen Menschen nicht mitkam, hin ich jetzt schon gewandt und kräftig genug, auch mit den jüngeren Menschen mitzuhalten und habe eine riesige Freude daran. Audi der sehr schwere Weg von und nach der Siedlung, der docli immer eine halbe Stunde über die Hügel auf staubigem, heißem Wege führt und mir am Anfang recht beschwerlicli fiel, macht mir jetzt schon nichts mehr aus, auch wenn ich ilm mehrmals am Tage mache, fch habe kaum etwas abgenommen, bestehe aber nur noch aus eisenharten Muskeln, habe keine Beschwerden irgendwelcher Art, fühle mich über* haupt sehr wohl, nur sehe ich braungebeizt aus. Und meiner Frau geht es ebenso. Ich selbst arbeite nie länger als 8 Stunden, Walter hingegen kommt auf 12 und 13 Stunden; aber dann kommt er strahlend und erzählt, wieviel er heute gemolken hat und was das jüngste Kälbchen treibt oder wieviel er für den Futterbau gepflügt hat. Da lacht einem das Herz im Leibe bei solcher seelischen Unbeschwertheit, und man wünscht das jedem jüdischen Jungen in der Welt. Eine, die natürlich keine Arbeitszeit kennt, ist die Frau des Hauses, die früh vor 5 Uhr aufsteht und am Abend um 9 Uhr todmüde ins Bett sinkt, so müde, daß sie bestimmt nicht auf den Gedanken kommt, mit dem Fieberthermometer zu messen, ob sie Temperatur hat, oder ob es so_ heiße Luft ist! Hicj draußen bei dem ständigen Seewind sind auch in der heißesten Zeit übrigens die Nächte stets erfrischend gewesen, wenn wir uns auch freilich bisher noch nicht entschließen konnten, mehr als ein Leinentuch als Zudecke zu nehmen und mehr als eine Pyjamahose anzuziehen, wobei das Leinentuch bereits eine Konzession an den jüngst eingezogenen Herbst ist. A. L, ״Mifde Esraehi“ Aus Palästina wird uns geschrieben: Nachdem vor kurzem die Arbeiterschaft eine große Sammelaktion zugunsten der Arbeitslosen zwecks Arbcits- Beschaffung und Nothilfe veranstaltet hat, haben nunmehr auch die bürgerlichen Kreise eine solche Aktion ins Leben gerufen, die vor allem den notleidenden bürgerlichen Schichten zugute kommen soll. In dem Aufruf, der von einem Ehrenkomitee und dem Vorstand unterschrieben ist, wird darauf hingewiesen, daß die Not unter den Industriellen, den kleinen Handwerkern, Kaufleuten und Landwirten vielfach überaus groß ist und diesen Kreisen bisher niemand geholfen hat. Es wird daher eine Sammlung unter . dem Namen ,,Mifdc Esraehi‘* veranstaltet, deren Mittel zur Linderung dieser Not bestimmt sind. Der Aufruf fordert die bürgerlichen Kreise des Jischuw auf, daß jeder mindestens den Betrag von zehn Tagen seiner Monatsausgaben für diese Aktion beisteuert. Im Vorstand sind u. a. Dr. A. Lands b erg, Tel Aviv, Sally Hirsch, Jerusalem, Dr. A. Barth, Haifa, Dr. Soioweitschik, Haifa, das Mitglied der Exekutive Griinbaum, der Bürgermeister von Tel Aviv Rokach und viele andere. In einem Aufsatz, den Mosche Smilanski kürzlich veröffentlicht hat, wird in überaus eindringlicher Form auf die Notwendigkeit dieser Hilfsaktion aufmerksam gemacht. Am Schluß dieses Artikels heißt es: ״Groß sind die Aufgaben, die unser harren. Wir müssen die Hungersnot lindern, und nicht durch Almosen, sondern hauptsächlich durch Arbeitsbeschaffung. Wir müssen bewahren. Und iederum nullt in i urin von Anleihen, die Almosen bedeuten, s׳״n!c n durch Sanierung ihrer Wirtaktion nur 711 diesem 7". eck allein gesell,affen worden, so Ware sie schon unseres [ oh,:, gewiß. Aber der Sinn ist nicht darin allein zu suchen. Der Mifde Fsraclti muß die erste Akt on di - 1 t 1 1 )1 1 11' hkt t d gsti 1| n um sich zu sammeln. Idiii seine Aufgabe bestellt darin, die Spenden zwischen da! Bedürftigen zu verteilen; nicht nur die gesammelten 15! ti.11;c dmch weitere Gehlbezüge zu vergruliern zwecks Bihtaio neuer Institutionen und Stärkung■ der alten, das Ziel i-t, ietu s Tun da ment zu legen, welches die Grundlage und Ja! Anfang der dauernden biirgerliehen Konzentration bdden würde, die Grundlage für einen wirtschaftlichen Anfang der bürgerlichen Gemeinschaff.“ Zu dieser Aktion re'n mm weiter die nachstehende Erklärung zu: ״V. r. die Diuer/eiehneto״, begrüßen vom ganzen Herzen di׳■ Nd! -:I'dte-Aktion (Milde Esraehi), deren Aufgabe es ist, durch im wesentlichen kottsuukuve ilijh׳ der Notlage zu steuern, in der sich weite Kreise des Mittel- Standes in Lrez Israel befinde». Wir begrüßen ferner die Tatsaciie, daß es gelungen ist, Organisationen und Wirtschaftliehe Verbände ohne Unterschied ihrer besonderen Interessen, sowie Einzelpersonen ztisanmienzuschlicßen, um dieses gemeimiützige Werk zum Erfolg zu führen. Wir vertrauen darauf, daß die Olim aus Deutschland sich durch tätige Anteilnahme an dieser Aktion von neuem als ein wichtiger Teil der seiner Pflicht bewußten Bürgerschaft erweisen werden. Wir rufen daher alle Olim aus Deutschland auf, in dieser schweren Stunde das äußerste zu tun, um auch diese Pflicht gegenüber der Gemeinschaft zu erfüllen.“ Unterschriften: 'r. Aron Barth, Dr. William Boß, Hermann Ellern, Dr. Ernst Freudenthai, Dr. Sally Hirsch, Prof. A. Kutzinsky, Dr. Ahraham Landshcrg, Dr. Hermann Lelever, Rabb. Dr. Emil Natan Levy, Dr. Ernst Lewv, Georg Levy, Dozent Dr. Max Marcus, Geheimrat ßerthold Martasse, Dr. Meinhold Nußbaum, Rechtsanwalt Felix Roscnbliitli, Rechtsanwalt Dr. Leo Schocken, Gustav •Schocken, Dr. Alfred Schwarz, Dr, Felix Schneebalg, Dr. Hermann Stahl, Prof. S. G. Zonilek, Hermann Süßkind. Bekannter Terrorist verhaftet Der bekannte ar:<! ׳i-, in- Tärroiist M n - t a f a 11 i 11 d n w y, alias Abu Elk, wurde uefangengenommen. Ferner wurden 18 Terroristen in ciium arabischen Dorf in der Nahe von Haifa gcfangengenoiiuneii, deren i iste bei I hiuhu v gefanden wurde. Himimvy soll gestanden haben, daß er an dem Mord an dem Kol0n:sten GohPrhlager aus MNchmar Haemek beteiligt war und ferner, daß er an der Ermordung des englischen Offiziers Anderson in der Nahe von Aflit, von zwei Juden bei Karkur im August vergangenen Jahres und und *eines Korporals im November teilgenommcn 11 abei Auch der Bruder Hindawy.e wurde verhaftet. nähme von'der Polizei eine Belohnung "von X. 20■) aiagesetzt wurde, Von der Woche Der jüdische Polizist Alfred Koblentz und ein arabischer Korporal namens Jacoub Marata, die sieh auf einem Patrouiilegang befanden, wurden auf dmn arabischen Marktplatz in Haifa durch Schlisse aus eiern I liutediait schwer Verwundet. Zwei arabische Slraßenp.iw-anten wurden ebenfalls verwundet. Die Angreifer entkamen. Eine arabische Bande überfiel eine Poü/eipatrouilie bei Hebron in der Nähe der Stelle, wo Sfarkev ermordet worden war. Es kam zu einem Gefecht, bei dem es mehrere Verwundete gab. Ein Araber, der im Begriff war, eine Bombe auf einen Soldaten in der Nahe von A k k 0 zu werfen, wurde durch die frühzeitige Explosion der Bombe seihst getötet, während der Soldat keinen Schaden nahm. Mr. Saunders, Oberkommandant der palästinensischen Polizeij sandte ein Telegramm an die Siedler und Ghaffirim von Tirath Z w i, in dem er ihnen seine Gratulation und Anerkennung für die mutige Verteidigung der Siedlung bei dem Angriff am 28. Februar aussprach. Sämtliche noch im Konzentrationslager von Akko intcrnierten Juden wurden f r e i g e 1 a s s e!1. Julius Silber mann, ein jüdischer Einwanderer aus Berlin, der vor einigen Wochen wegen angeblich versuchten Waffenschmuggels zu 15 Monaten Gefängnis verurteil! worden war, ist in der Bcrufungsverhandlung in Jerusalem freigesprochen wordcn. Zum Leiferdes Tel Aviver Hafens wurde vom Tel Aviver ״Marine-Trust" Mr. Van V ries (and ernannt. Es wird erwartet, daß die Einrichtungen zur Landung von Passagieren in etwa 10 Tagen beendet sein werden. In Tel Aviv wurde ein Empfang 711 Ehren von Mrs. Rose Jacobs veranstaltet, bei dem 70 Frauen anwesend waren. Mrs. Jacobs appellierte an die Frauen, den Fonds zum Wiederaufbau des Mittelstandes (Mifde Esraehi) zu unterstützen. Auf dem Berge Oarisim bei Nablus fand nach lOjährigcr Pause die erste samaritanische Hochzeit statt. Konzentration im Privatbankwesen Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Das Jerusalemer Bankhaus The General Commercial Banking Corporation Ltd., die palästinensische Gründung des unlängst verstorbenen Isaak Feuerring, ist von der Tei-Aviver Firma I. L. Feuchtwanger (Inhaber Dr. Leo Feuchtwanger und Dr. Frifz Diinkelsbiihler, früher München) übernommen worden und wird in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa unter der Firma I. L. Feuchtwanger General Comin e r c i a 1 Bank Ltd. forfgefiihrt. Gleichzeitig wird in diesem Unternehmen die bisherige Jerusalem Bank Ltd. aufgehen. Letzteres ist wohl eine Folge der neuen Gesetzesbestimmung, wonach bestehende Banken von Mitte 1938 an ein subskribiertes Kapital von mindestens CP 20 000 und ein eingezahltes Kapital von mindestens All' 10 000 haben müssen, von Oktober 1039 an sogar CI* 50 000 bzw. CP 25 000. Letztere Zahlen gelten auch sofort für Neugründungen. Diese Vorschriften werden eine volkswirtschaftlich erwünschte Verminderung der Anzahl der Banken Ln Palästina zur Folge haben. Bis vor kurzem gab es überhaupt siebzig. Eine mit Beginn dieses Jahres eingetretene Belastung der Banken mit einer alljährlichen Gebührenabgabe von £P 100 hat bereits das Verschwinden etwa fünfzehn kleiner Firmen zur Folge gehabt. Berücksichtigt man selbst, daß die Mischung der iüdisehen Bevölkerung Palästinas nach den verschiedensten Herkunftsiändern una der intensive Geldverkehr mit diesen das Vorhandensein einer größeren Anzahl von Banken rechtfertigt, als man rein nach der Fevölkerungszahl annehmen soiltc, so erscheint das Bankgewerbe trotzdem noch stark übersetzt. Die Konzentration und die damit verbundene Stärkting der verbleibenden Firmen ist daher sehr begrüßenswert. Es ist zu wünschen, daß das Beispiel der genannten Firmen Nachahmung findet, zumal da es sich bei sachgemäßen Zusammeniegungen auch vermeiden läßt, daß Bankangestellte in größerer Zahl arbeitslos werden. . e. c. Der 5. Band des Goldenen Buches des Keren Kajcmeth Lejisrael wurde abgeschlossen und die Vorbereltungen zur Anlegung des 6. Bandes cingclcitet. Bisher wurden in das Goldene Buch 22000 Eintragungen vorgenommen. (Schluß des Palästina-Teils)