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Jüdische Rundschau · 1938-03-04 · Heft 18 (4.3.1938) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 18 (4.3.1938)
Date
1938-03-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 18, 4. III. 1938 JO D IST HE RU MDE THAI( Seite 13 Juden aus Deutschland siedeln In der Artikelserie, die den Siedlungen der aus Deutschland nach Palästina eingewanderten Juden gewidmet ist, veröffentlichen ivir heule einen weiteren Beitrag. Wir verweisen auf die früheren Darstellungen einzelner Siedlungspunhte (Kibbuz Jokneam, Nuharia, Ramoth Ilaschawim} in Nr. 93, 98f1937, 2 1938. (Red.) Gan Haschomron Chronik der Siedlung Ein großer Teil unserer Siedler, die im Laufe des Jahres 1933 ins Land gekommen waren, hatte sich in Nahalal, wo sie ihre landwirtschaftliche 1 lachscharah durchmachten, zusainmengefunden mit dem Plan, Boden zu erwerben, um darauf eine Siedlung auf gemischter Grundlage, also Vieh- und Htihnenvirtschnft, Gemüsebau, Pardcss, Wein- und Obstbau zu errichten. Das Ziel, das wir uns steckten, war eine Wirtschaft nach altbewährtem Muster, nämlich mit großen Bodenflächen, anzufangen. Wir gingen dabei von der Erwägung aus, daß kleinere Wirtschaften auf die Dauer nicht krisenfest sind. W'ir setzten 1ms mit der Hilachduth Olej Germania in Verbindung, die uns zasm 11 men mit der Kolonisalionsabteilung der Jewish Agency einen Komplex von 650 Dimam, etwa in der Mitte zwischen Tel Aviv und Haifa gelegen, besorgte. Dieser Boden wird eingeschlossen im Norden von In der Siedlung gibt es zwei Inkubatoren mit einem Fassungsvermögen von 14 000 Eiern, von denen wir unsere Eintags- Küken beziehen. Um den Bestand und damit das Legeergebnis immer mehr zu verbessern, nehmen wir nur noch Bruteier aus kontrollierten Wirtschaften. Bei uns werden jetzt selbst Ställe eingerichtet, in denen Hochzucht gemacht werden soll. Der Gemüseanbau hat in den letzten Jahren immer größere Formen angenommen, je mehr der Siedler sich auf diese besonders schwere Arbeit eingestellt hatte. W'ir hatten sehr große Erfolge mit Kartoffeln, die bis zu 40 Dunam angebaut wurden und sehr gute Resultate — manchmal mehr als 3 Tonnen pro Dunam — brachten. Jedoch auch mit anderen Arten, vor allem Tomaten, Gurken und Blumenkohl, wurden zeitweise beachtliche Resultate erzielt. 1930 und 193') wurde hierbei gut verdient. Nun kam der Rückschlag 1937, als der jüdische Anbau fad 11m das Achtfache stieg, außerdem auch noch arabisches Gemüse in I lulle mul Fidle aut den Markt geworfen wurde, so daß die Preise dann ungenügend wurden. Man sucht jetzt allgemein im Land nach neuen Wegen der Planwirtschaft, jedoch ist das hesonders schwierig, da nicht alle Wirtschaften der .,Tnuvah“ angeschlossen sind und die außenstehenden nur schwer erfaßt werden könne:!. Anschluß an eine bestehende Siedlung mit ihren großen an den Ort geknüpften Erfahrungen eine außerordentliche Verbilligung und Erleichterung ihrer Ansicdlung. Kulturarbeit und das Leben der Siedler Bisher war es unser Bestreben, vor allem für die Kulfür unseres Bodens und unserer Wirtschaften etwas zu tim, um erst dann daran zu gehen, auch für die Kultur des Menschen zu sorgen. Ich freue mich, sagen zu können, daß unsere Siedler sich ausnahmslos, obwohl sie zu einem großen Teil aus der Großstadt in Deutschland kommen, so völlig umgestellt haben, daß sie wirkliche Bauern geworden sind, die sich dessen bewußt waren, als sie vor vier Jahren aufs Land gingen, daß sie Konzerte, Theater usw. entbehren müssen. Wir haben von Anfang an fleißig Hebräisch gelernt, um auch in die Kultur des Landes hinein- Zuwachsen, und ein großer Teil unserer Siedler spricht und liest heute fließend die Sprache. Im vorigen Jahre wurde in dem benachbarten Pardcss Cliannah ein sehr schönes Kino eröffnet, das uns am Schabbat-Abend Gelegenheit gibt, gute Filme zu sehen. Außerdem haben wir regelmäßig Vorträge über die verschiedensten Themen, zu denen uns von der Kufturabteilung der Hitachduth Olej Germania Redner zur Verfügung gestellt werden. Wer ganz üppig ist, fahrt nach Chederah, um ins Konzert des Palästina-Orchesters oder zu Aufführungen der ״Ilabiinah“, des ״Ohe!" oder des ״Matateh“ zu ’ gehen. Aber unbedingtes Bedürfnis ist uns das fast allen nicht mehr, weil wir zufrieden in unserer Arbeit, und zufrieden mit unseren gesunden und frischen Kindern sind, denen das Lehen, zu dem wir uns durchringen mußten, Selbstverständlichkeit wird. Hans Samuel Der Kuhauslauf in Gan Haschomron I ״to; Sa״״«! Kfar Piness und Ejn Iron, im Osten von den Kibbuzim F.jn Schcmer und Bamifneh, im Süden ist Pica-Boden und im Westen die Moschavvah Kerkur, eine schon lange Jahre hestehende Ansicdlung englischer Juden. Die Lage ist also besonders gut, und cs sind auch während der gesamten Unruhen keinerlei Beschießungen vorgekommen. Hier also begannen zunächst ca. 20 Familien im Früh- Jahr 1934 mit dem Aufbau der Siedlung. Wer Gan Haschomron heute sieht,‘ wird nicht mehr erkennen, mit welchen Schwierigkeiten wir am Beginn zu kämpfen hatten. Da wir aber die feste Absicht hatten, unsere neue Heimat so schnell wie möglich erstehen zu lassen, ließen wir uns durch nichts aufhalten.. Inzwischen ist der gesamte Boden von 34 Familien mit 116 Menschen besiedelt. Die Wirtschaften wurden aus eigenen Mitteln auf privatwirtschaftlicher Grundlage errichtet. Zu Beginn wurde eine Ein- und Vcrlcaufskooperative und eine Hülineraiifzucht-Kooperativc gegründet. .Der Boden, der zur Siedlung gehört, ist in drei, nicht weit voneinander getrennten Blöcken gelegen. Die Wohnsiedlung wurde auf dem größten Block von 235 Dunam errichtet. Die Häuser, zum größten Teil 2-Zimmer-Typen, liegen zu beiden Seiten zweier parallel laufender Straßen. Die Verteilung des Bodens wurde individuell nach den Wünschen der Siedler und ihren Geldmitteln vorgenommen. Der Durchschnitt einer Vollsiedlung ist 23 Dunam, die kleinste 15 Dunam, die größte 30 Dunam; außerdem gibt es noch einige Hilfssiedlungen von 2 und 5 Dunam, auf denen Sachverständige von der Abteilung zur Ansiedlung von Juden aus Deutschland für fast jeden Zweig der Wirtschaft und auch der Schomer, Sekretär usw. angc-sicdelt wurden. Die Sachverständigen stehen zum Teil auch heute noch den Siedlern mit ihrer Erfahrung zur Verfügung. Der Umstand, daß wir der Mittelpunkt zwischen zwei Städten sind, ermöglicht es uns,, unsere Produkte nacli dem jeweils günstigsten Markt zu liefern, wohin sie in l«'! Stunden gebracht werden. Viehwirtschaft Nicht alle Siedler haben sieh dazu entschlossen, diesen Zweig der Wirtschaft einzufüliren, da es ihnen zum Teil ihre Geldmittel nicht erlaubten, zum Teil aber auch, weil sie mehr Neigung für andere Wirtschaftszweige hatten. Trotzdein haben wir heute einen Viehbestand von 72 Milchkühen und 23 Jungriiideni. Die Milch wird an die ״Tnuvah“ nach Tel Aviv geliefert, nachdem sie in einer, mit den modernsten Maschinen ausgestatteten Kühlanlage, die kooperativ errichtet wurde, tiefgekühlt wird. Sie kommt also noch im heißesten Sommer als Trinkmilch zur Verwendung. Leider sind die Milchpreise im letzten Jahr stark gesunken, und es fällt nur noch bei ganz sparsamer Wirtschaft ein Gewinn ah. Trotzdem wird der Viehbestand in der nächsten Zeit noch erheblich steigen, weil ein großer Teil der Siedler, dem cs bisher bei den teuren Vielipreisen — sie bewegten sich vor zwei Jahren zwischen £P 50 und £P 60 und heute für die gleiche Qualität zwischen .CP 25 und CP 30 — nicht möglich war, mehr Vieh zu kaufen, sich jetzt Kühe kaufen wollen, um ihren Stall auf durchschnittlich 4 Stück zai bringen. Man muß nur heute ganz andere Wege der Fütterung einschlagen als in den letzten Jahren. Besonders das Jahr 1936 hat gezeigt, daß man sich möglichst vom Kraftfuttermittelmarkt unabhängig machen muß, weil die Preise eine Höhe erreichten, die eine Rentabilität ausschlossen. Heute wissen wir, daß wir nur noch mit sehr viel eigenem Futter, im Sommer und Winter mit genügend Grünfutter, und zwar mindestens 2 Dunam pro Kuh, einen Gewinn hcrauswirtscliaften können. Wir haben genügend gutes Wasser bei einem Preis von 3 mils, jedoch würde sich bei einem Grünfutter-Großanbau die Rentabilität noch erheblich steigern, wenn unsere Verhandlungen um Senkung dieses Preises erfolgreich sein werden. Ein Teil unserer Siedler hat schon in den letzten Jahren auch den Bedarf des Trocken-Rauh-Futtcrs selbst produziert. Infolge der in unserer Gegend besonders guten klimatischen Lage, die in den letzten Jahren dem Getreide und sonstigen Gemengefutter nur Erfolge gegeben hat, ist es unser Bestreben, vom KKL einen großen Bodenkoinplex zugewiesen zu bekommen. Wenn uns dies gelingt, dann ist unsere gemischte Wirt- Schaft aut eine völlig stabile Grundlage gestellt. Hühner und Gemüse Dieser Zweig wird von allen Siedlern betrieben, jedoch ist die I lülincranzahl im letzten Jahre etwas verringert worden, weil die Eierpreise nicht gut und das Legeergebnis, wie im ganzen Lande so auch bei uns, zu wünschen übrig ließ. Obst-, Parcfess- und Weinanbau Hierzu kann man noch recht wenig sagen, da die Böden für die Pflanzungen erst einmal genügend vorbereitet werden mußten, und so sind die ältesten Pflanzungen erst 3 Jahre alt, fangen also gerade an zu tragen. W'ir erwarten aus diesen Zweigen einen besonders guten Gewinn, und wir glauben auch, daß bei eigener Arbeit der Pardcss wenigsteils den Arbeitstag bezahlen wird. Wein und Obst da- Wachstum auf unseren Böden besonders gut ist und es bisher in Palästina hiervon keine I ׳'eberproduktion gegeben hat. Im ganzen sind hei uns 75 Dunam Pflaumen, Aepfcl und Birnen, 2b Dunam Wein und 52 Dunam Parders angebaut. Erstklassige Fachleute haben uns bei der Auswahl der Sorten, der Untersuchung der Böden und dem Pflanzen zur Seite gestanden. Enten, Bienen und Ziegen werden von einer Reihe von Siedlern gehalten. Ls gibt weiter 9 Pferde in der Siedlung, die zum Teil zu Aul’cnarbeiten bei den Niclit-Pferilebesit/ern, sonst aber für die eigenen Wirtschaften benutzt werden. Organisation und wirtschaftliche Lage Wie ich schon erwähnt habe, sind unsere Siedler in einer Ein- und Verkaufskooperative, die den Namen ״Owdei Adamah“ trägt, ztisamincngeschlosren. Der Zweck der Kooperative ist. dafür zt! sorgen, daß der Einkauf geschlossen so billig wie möglich vorgenommen wird, und daß der Verkauf sich glatt abwickelt. Der Versand unserer Produktc geschieht bisher von einem gemieteten Speicher aus (wir bauen in der nächsten Zeit einen eigenen), von den! aus ein Lastauto die angelieferten Produkte jeden Morgen nach Tel Aviv oder Haifa befördert. In der Kooperative sind drei Angestellte, und zwar der Sekretär, der Sneicherverwnlter und gleichzeitig Expedient und der Angestellte in der Milchkühlanlage tätig. .Außerdem ist zur Bewachung' der Siedlung ein Schomer und für den hebräischen Unterricht ein Lehrer angcstcllt. Die Leitung der Kooperative, die immer ruf Jugend von Gan Haschomron feiert Geburtstag Uri 011» ein Jahr gewählt wird, arbeitet unentgeltlich. Wenn dies auch ofi für den Einzelnen eine starke Belastung bedeutet, so ist es doch unmöglich, mehr bezahlte Kräfte zu beschäftigen. Die finanzielle Lage einzelner Siedler hat sich in den letzten Jahren verschlechtert, weil sie z. T. mit zu wenig Kapital angefangen haben, dann aber auch waren die Preise für unsere Produkte leider oft ungenügend. Wie ich schon hervorhob, schnellten die Futterpreise plötzlich so in die Höhe, daß dadurch die Rentabilität stark herabgemindert wurde. Es ist uns aber gelungen, von der Abteilung der Jewish Agency zur Ansiedlung von Juden aus Deutschland einen Futterkredit zu bekommen, so daß wir im letzten Jahre die bekanntlich nach der Ernte niedrigsten Preise ausnutzen konnten. Außerdem bekamen einzelne Siedler langjährige Anleihen zu einem mäßigen Zinssatz, auch von dieser Abteilung, der es ihnen ermöglichen soll, ihre Wirtschaften voll auszubauen. Es hat sich im Laufe der Jahre herausestellt, daß die Anzahl der Siedler mit Rücksicht auf die Inkosten zu klein ist, so daß jeder Einzelne zuviel für Verwaltuiigsspescn und Wachtdienst zu zahlen hat. Angestrebt werden muß auf jeden Fall eine erhebliche Vergrößerung der Siedlung auf mindestens 51) Familien. Da anschließend an unsere Siedlung genügend Bodenflächen, und zwar mindestens 400 Dunam, käuflich zu erwerben sind, so liegt es nur daran, daß sich entweder schon in Deutschland eine Gruppe Siedler zusammenfindet, die hier siedeln wollen, oder aber die offiziellen Stellen, müssen den Boden erwerben, um ihn dann ihrerseits einzelnen, dafür geeigneten Siedlern zur Verfügung zu stellen. Es wäre zweckmäßig, wenn die offiziellen Steilen die mit uns geführten Verhandlungen zu einem baldigen positiven Abschluß bringen würden; denn abgesehen von unserem Interesse bietet neuen Siedlern der Die Arbeitslosen Aus Tel Aviv wird uns ge-clirichen: Im ״Ha J. K 1 i 11 o w über eine Besprechung unter Jot die Arbeitslosenfrage und über die Informatic über die Lage der Arbeitslose» gegeben wurde! gibt es jetzt 2201) r berichtet isteii über die dort Tel Aviv registrierauf nicht i der I ) best 3000, die m des Arbeiterstamm von der Arbeit-,!! sind Familienväte arbeiter, am wenigsten die lanaKii der Wirtschaft wirkt sich die Kris! hat die orientalischen Juden nicht übrigen. Die orientalischen Juden einen Nebenverdienst zu verschal sehen Juden sind die E i n w a 11 ׳ meisten betroffen 11 aschkei Deut: ch- . Teils sind sie nicht völlig mittellos, teils haben sie als Facharbeiter noch bessere Verdienstmöglichkeiten. Am stärksten wirkt sich die Arbeit«, losigkeit unter den Juden aus Polen au-. Die Arbeitslosigkeit hat auch auf gewissen Gebieten zu einer Lohnsenkung geführt, aber diese beeinflußt den Zustand nicht erheblich. Wichti״cr ist, daß die Löhne unpünktlich ausgezahlt werden. Die Tel Aviver Industrie schuldet den Arbeitern jetzt_ 2 10 000. Dabei sind die Arbeiter, auch abgesehen von den Folgen von Arbeitslosigkeit und schlechter L0!mauszahlu11g,_ häufig verschuldet. Zum Teil rühren ihre Schulden aus der Zeit der Konjunktur her, als sie ihre Lage zu optimistisch einschatzten und Verpflichtungen (Wolmhau, Anschaffungen) eingingen, deren Erfüllung jetzt ihre Kräfte übersteigt. Zum Teil aber ist diese Verschuldung eine Folge der allgemein-jüdischen Lage, die den Arbeiter zwingt, so schnell wie möglich Litern und Verwandten aus dem Auslande zu sich zu nehmen. Dieses Problem bestellt für die Arbeiter aller Herkunftsländer. Die H i I f s m a ß n a 11 m e 11 erweisen sich als schwierig und unzureichend. Arbeitslosenküchen wollte man nicht eiltrichten, um die Gefühle der Arbeitslosen durch solche Absonderung nicht zu verletzen. So behalf man sich mit billigen Küchen, die jeder besuchen kann, ohne daß er seine Bedürftigkeit nachweiscn muß. Für die Kinder der Arbeitslosen sind billige Kindersncisuiu'en in den Schulen eingerichtet, aber die‘Mittel reichen nicht aus, um alle bedürftigen Kinder zu erfassen, und nicht alle Arbeitslosen können die geringe Be- Zahlung aufbringen, Die k o n!1 e b v. A r 11 k t i ist י" d k״ ־B es -e rum׳! Schaft: da sind die Laude arbeiten 1111 M ö .:en für individuelle Bevoll ult Tel’1 Aviv , aber das ist ers schwierig der Arbeiter- 20 Jahre im eblieben sind, Die Industriezum Wachtdienst genommen 40 "0 der Arbeiterschaft bild. Verzicht vieler Ar!) Lag Da zi auf I 1 11; cinckf, sie werden ilerinnen. die etwa uslialt in schwerer Sehuieuf las die’ wem sie den Arheifsp'afz eines Erwachsenen einnebmen, eine Gefahr für den Arbeitsmarkt bilden und die man doch nicht ohne Beschäftigung lassen kann. Das Heer der Arbeitslosen vermehrt sich ständig durch Erwerbslose aus de m Mittelst a 11 d, die _ geselii iftliehen Schiffhrnch erlitten haben. Jeder Monat bringt etwa 500 Anträge um Registrierung aus diesen Kreisen. Die Regierting hat im vergangenen Jahre durch Arbeiten für etwa £ 400 000 die Lage erleichtern geholfen. Dieses Jahr bestehen kaum solche Aussichten. Die konstruktive Hilfe, wie Propaganda für den Kauf der Landesprodukte, jüdische Arbeit in der Orangernvirtschaft, Erweiterung der Arbeitsmöglichkeiten im Tel Aviver Hafen usw. müssen noch weiter ausgebaut werden. Allgemein herrscht die Ansicht, daß dieser Zustand vom Jischuw aus eigenen Kräften überwunden werden muß. Die moralische Verfassung der Arbeitslosen ist ausgezeichnet. Es besteht weder die Gefahr der Auswanderung noch des Radikalismus. Der Dampfer ״Polonia“ der Polnischen Palästina-Linie, der den Dienst zwischen Konstanza und Palästina versieht, landet vom 27. 2. ab zunächst im Hafen von Tel Aviv und fährt erst von Tel Aviv nach Haifa weiter, wo die an Bord gebliebenen Passagiere am Nachmittag landen. Eine Fachzeitschrift für die Bauspar- und Eigenheimbewegung ist in Palästina erschienen: die Monatsschrift ״H a in a o 11“, herausgegeben von der Bausparkasse ״Zel Korati“ Ltd. in Tel Aviv. Das Januarheft schildert die Ziele der Bausparbewegung. Zahlreiche Illustrationen zeigen das bisher Geschaffene. Ein Sefer Thora In Kfar Schniarjahu. Mitte Januar wurde in Kfar Schniarjahu eine Thorarolle eingeweiht, die der Siedler Hans H cilbronner (früher München) aus Familienbesitz der Siedlung geschenkt hat. Rabbiner Dr. Kurt Wilhelm, Jerusalem, hielt die Festansprache, in der er auf die religiösen Aufgaben hinwics, die den Juden in Palästina gestellt sind.

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