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Jüdische Rundschau · 1938-03-04 · Heft 18 (4.3.1938) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 18 (4.3.1938)
Date
1938-03-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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2 י’!׳5 JODISCHF PlINnsrHA״ Nr. 18 4. III. 1938 sich wenige von ihnen vor zehn Jahren hätten träumen lassen, und auch in der Stadt haben sie all die unzähligen kleinen und großen Widerstände, die ein neues Leben in ganz veränderter Umgebung bietet, zu überwinden. Ohne ein gewaltiges Aufgebot innerer Kräfte, ohne stets erneute Selbstbesinnung und ein periodisches Mutschöpfen (so wie man Atem schöpft) wäre das alles nicht durchzuhalten. Und wenn wir von dieser Leistung, die häufig das oft mißbrauchte Prädikat ״heroisch‘‘ wirklich verdient, sprechen, dann vergessen wir nicht die j ü d i s c h e F r a u, ohne deren aufopfernde Mithilfe dieses gewaltige Oeschelten unmöglich gewesen wäre. Die jüdische Frau aus Deutschland hat in noch weit höherem Maße als der Mann?ich an Neues gewöhnen müssen. Der Mann steht auch sonst im Berufsleben, muß auf allerhand Wechselfälle gefaßt sein und anstrengende Arbeit in dieser oder jener Form auf sich nehmen, viele Männer der älteren Oeaeration haben die Kriegsstrapazen hinter sich; aber die Fr au hat oft zu leisten, was t"! b e r ihre körperlichen Kräfte geht, manche Einbuße ist da mit Trauer zu verbuchen, auch ist bei ihr, deren Wirkungsstätte im Haus und in der Familie liegt, der Zusammenhang mit den produktiven Seiten des neuen Lebens schwerer herzustellen, so daß ihr das seclische Gegengewicht häufig weniger zuteil wird als dem Mann. Viele unserer Frauen verbrauchen sich im Dienste der kommenden Gemeinschaft in einem schweren Alltag, und bei einem Rückblick auf die Bewährung der Juden aus Deutschland in diesem Lustruin gebührt der Frau, von der im Ablauf der täglichen Ereignisse wenig die Rede ist, ein ruhmvolles Gedenken. Auch sie ist Trägerin der Geschichte, diese stumme Heldin. Wir sprachen \o!1 Palästina. Kein Land ist so charakteristisch wie dieses, wenn wir von der Umwandlung des Lebens von Juden aus Deutschland als einer Massenerscheinung sprechen (wobei wir natürlich wissen, daß auch in Palästina sehr viele, wie kürzlich Dr. Per itzt an dieser Stelle au-fuhrte, ihr altes 1 eben unverändert fortsetzen möchten). Aber die Erscheinung, von der die Rede ist, beschränkt sich nicht auf Palästina. Fast alle Länder der Welt s:nd einbezogen. Ueberall können wir beobachten, welche Kräfte Juden aus Deutschland bewiesen halten und wie sie sich neuen Lebettsbedingungen stellen. Viele Berichte laufen bei uns zusammen, die Leser der ״Jüdischen Rundschau“ bekommen einen Ausschnitt davon zu sehen, Schicksale von Juden in allen Landern; unsere engere Gemeinschaft ist weltenweit geworden, wir alle interessieren uns in einem Maße wie nie zuvor für alle Teile des Globus, manche von uns sind Spezialisten in Geographie geworden. Die Verschiedenheit der Lebensbedingungen, der historisch bedingten Sitten und Brauche, der klimatischen Wirkungen usw. und nicht zu vergessen, der Sprachen, wird uns bewußt, und die Notwendigkeit der Anpassungsfähigkeit, wenn man in ein fremdes Land kommt. Manche Juden, die früher etwas eingebildet xind zum Teil sogar überheblich waren, lernen neu anfangen und erfahren, daß man in fremder Umgebung nicht seine eigenen Gewohnheitsmaßstäbe anlegen darf, sondern bescheiden und demütig sich ein/ufügen hat mit dem guten Willen, den man von ihnen erwarten muß, und zugleich doch offen und aufrecht, selbstbewußt und nicht kriecherisch. Das Leben in all seiner Härte bildet Menschen und auch Charaktere. So mancher Bericht, der uns erreicht, atmet echtes (iiiick-gefuhl, das sicher (vielleicht dem Beteiligten unbewußt) zumindest teilweise aus dem Bewußtsein strömt, der neuen Bedingungen H err geworden zu sein. Ein Ehepaar, das in Deutschland in bürgerlichem Wohlstand lebte, beginnt neu aufzubaiien in Südafrika, der Marin arbeitet als Chauffeur, die Frau arbeitet in Haus und Garten; andere wieder, in irgendeinem anderen Teil der Welt, ernähren sich durch Gelegenbeitsarbeit, der Mann beginnt als Lastträger und die Frau, die in Deutschland selbstverständlich nicht ohne Hausangestellte auskommen konnte, verdingt sich im Haushalt. Wir erhalten Briefe von jungen Menschen, die irgendwo am Rande der Prärie zu siedeln versuchen, weitab von aller städtischen Zivilisation. Manche betätigen sich in ihrem gelernten Beruf, mancher Arzt hat in einer kleinen Stadt der Vereinigten Staaten sich eingeordnet, ein anderer in Indien oder gar Ostnsien. Ihre Kinder werden endgültig einem anderen K u 11 u r z u s a m men ha n g arigehören als sie und ihre Eltern, Aber sie werden zusammengehalten durch das Judentum und die gemeinsame Geschichte von Jahrtausenden, der sie, wollen sie der Prüfung der Zeit standhalten, die Treue zu wahren haben. Die Gräber ihrer Ahnen liegen auf deutschem Boden, weit weg, viele der Nachkommen werden diese Gräber, durch Jahrhunderte den Juden aller Generationen geheiligte Stätten, nie Wiedersehen. Es ist ein Unnvandlungsprozeß von unübersehbarem Ausmaße, in seiner geschichtlichen Tragweite für das jüdische Volk heute noch kaum zu ermessen, wie überhaupt das zwanzigste Jahrhundert eine Epoche tiefgreifender Wandlungen in der Geschichte und im Leben der Menschheit zu werden scheint. Und dies zu verstehen und zu erfüllen, das ist es, worauf es für uns ankommt. Die Juden in Deutschland haben in dieser Zeit, die ihnen Schweres aufgegeben hat, auch eine große geistige Kraft bewiesen. Sie haben — mit wenigen Ausnahmen läßt sich das behaupten — jzewußt, daß es in einem so gewaltigen Moment wie diesem gänzlich deplaciert wäre, zu klagen oder zu räsonieren; das sind Verhaltungsweisen, mit denen man geschichtlichen Wendungen solcher Art nicht begegnen kann. Der Sinn für erlebte Geschichte ist auch in den Juden erwacht, und die große Mehrzahl hatte die Kraft, ein neues, aber offenbar notwendiges Schicksal ohne Murren und Ressentiment auf sich zu Minderheits-Status in Palästina? Die Meinung■ der Peel-Kommission t »Ein offener Verrat an den Juden" Bei den Diskussionen über die Gestaltung der palästinensischen Politik ist als Alternative gegenüber dem Peel• sehen Teilungsvorschlag in der letzten Zeit mehrmals ein Vorschlag diskutiert worden, Palästina in einen arabischen Staat zu verwandeln und die Juden zu einer permanenten Minderheit im Lande zu machen. Angesichts dieser Erörterungen ist es vielleicht am Platze, daran zu erinnern, daß der Peel-Berieht, der alle Fragen Palästinas gründlich behandelt, sich auch mit einer solchen Eventualität eingehend beschäftigt hat. Der Peel-Bericht kommt zu dem Ergebnis, daß eine solche Lösung undenkbar ist, und begründet das mit ziemlich scharfen Worten. Es ist vielleicht am Platze, den betreffenden Teil des Peel-Berichtes (Kaf :d V, §§ 58—60) in Erinnerung zu bringen. Die Königliche Kommission sagt dort: (58) Das Oberste Arabische Komiteee versicherte uns, daß das Wohlergehen der jüdischen Minderheit nicht nur durch besondere Bestimmungen im Vertrage, der die Gewährung der Unabhängigkeit 7.11 begleiten hätte, gesichert würde, sondern auch durch die herkömmliche Duldüng, deren sich jüdische Minderheiten in anderen arabischen Ländern erfreut haben. Man muß jedoch daran er- Innern, daß jene jüdischen Minderheiten anderswo verhältnismiil.tig sehr germg s!nd und daß die jüdische Minderheit in Palästina von den Arabern schon als zu groß angesehen wird. Hierbei sollten die an den Mufti von Jerusalem gerichteten folgenden Fragen und seine Antworten beachtet werden: Fr.: Denkt Seine Eminenz, daß dieses Land die 400 000 Juden, die gegenwärtig im Lande sind, assimilieren und verdauen kann? A.: Nein. Fr.: So würde eine Anzahl von ihnen entfernt werden müssen durch einen freundlichen oder schmerzhaften Prozeß, wie es gerade kommt? A.: Wir müssen alles dies der Zukunft über- Wir steilen nicht die Ehrlichkeit oder Menschenfreundlichkeit der Absichten des Mufti und seiner Mitarbeiter in Frage. Aber wir können nicht vergessen, was kürzlich trotz Vertragsbestimmungen und ausdrücklichen Versicherungen der assyrischen Minderheit hn Irak passiert ist; noch können wir vergessen, daß der Haß der arabischen Politiker gegen das Nationalheim nie verheimlicht worden ist und daß er jetzt schon die Gesamtheit der arabischen Bevölkerung durchdringt. (50) Auch ist es nicht nur eine Frage der Menschlichkeit. Wir haben zu zeigen versucht, daß das Nationalhein; eine wesentlich europäische, wesentlich moderne Einrichtung ist und besonders von seiner wirtschaftlichen Seite her eng mit der Außenwelt verknüpft ist. V ir wollen keine Betrachtung über die natürliche Befähigung arabischer Führer anstellen, wenn wir sagen, daß das Nationalheim mit seiner besonderen und feinen wirtschaftlichen Verfassung nicht unter einer Regierung gedeihen kann, die wenig Erfahrung in moder* ner Kapital Wirtschaft iiat und nicht voll vertraut ist mit finanziellen und kaufmännischen Problemen von internationalem Ausmaß. Es scheint uns tatsächlich klar, daß die Errichtung einer unabhängigen Regierung In Palästina In dieser Zeit dem Versprechen im Artikel 2 des Mandats zuwiderhandeln würde, das Land ״unter solche politische, Verwaltungs- und Wirtschaftsbedingungen“ zu stellen, ״die die Errichtung des Jüdischen Nationalheims sichern würden“. Auch, denken wir, kann man nicht Vorbringen, daß, nachdem ein Heim eingerichtet ist, wir in allen Ehren aufhören können, uns an seiner Sicherheit zu interessieren. Hier sind tatsächlich, wie in anderen Riehtungen des Problems, die tatsächlichen gegenw artigen Verhältnisse an sich ebenso zw ingend wie irgendwelche frühere Verpflichtungen. Es gibt 400 000 Juden in Palästina. Sie sind dorthin gekommen nicht bloß mit unserer Erlaubnis, sondern mit unserer Ermutigung. Wir sind logischer weise für ihr Wohlergehen verantwortlich. Wir können im gegenwärtigen Stand der Dinge sie nicht den guten Absichten einer arabischen Regierung überlassen. (60) Dies scheint uns ganz klar, und wir können nicht umhin, zu denken, es muß auch jedem nachdenkenden arabischen Staatsmann klar sein. Die streitenden Parteien müssen ihre Höchstforderungen Vorbringen, wenn ihre Sache vor Gericht kommt; und vom Obersten Arabischen Komitee konnte man kaum erwarten, daß es weniger als die nationale Unabhängigkeit fordert, die nach ihrer Auslegung des Ucbereinkommens König Hussein versprochen wurde und die von allen Arabern in Asien außerhalb Palästinas schon jetzt oder hi Kürze in Anspruch genommen wird. Aber sicher müssen sie sogar ihrer eigenen Aussage nach einsehen, daß ein doppeltes Unrecht kein!?echt ergibt. Wir zweifeln daran, ob britisches Ansehen und der Glauixe an britische Treue irgendwo in der arabischen Welt höher geachtet würden, wenn wir versuchten, durch einen offenen Verrat an den Juden uns unseren Schwierigkeiten in Palästina zu entziehen. Kolonisation in Südamerika Ein• Konferenz beim Internationalen Arbeitsamt Beim Internationalen Arbeitsamt in Genf Ist eine von 18 Staaten beschickte Konferenz zusammengetreten, welche die Möglichkeiten der kolonisatorischen Ein- Wanderung nach den süd amerikanischen Staaten prüfen soll. Der argentinische Delegierte brachte im Aufträge seiner Regierung zum Ausdruck, daß noch erhebliche Einwander 11 ngsmöglichkeiten in seinem Lande beständen, daß es aber unmöglich sei, die Aufnahmefähigkeit Argentiniens in Ziffern auszudrücken. Unter den gegenwärtigen Umständen könne Argentinien nur eine qualifizierte landwirtschaftliche Einwanderung in Gestalt von kleinen Landwirten und Kolonisten brauchen. Die Politik der argentäuschen Regierung sei darauf gerichtet, den Einwanderer an die Scholle zu binden, indem sie ihm Land in der Nähe der Zentren des sozialen Lebens überlasse. Der Vertreter Brasiliens behandelte organisatorische Fragen, ohne eine Erklärung über die künftige Einwanderungsnolitik seiner Regierung abzugeben. Der Vertreter von Venezuela wandte sich dagegen, daß die Einwanderung oft zur Einrichtung von geschlossenen Fremd enkofonien führe, die ihre eigene Sprache, ihre Schulen und ihre nationalen Einrichtungen beibehielten. Der Delegierte von Ecuador kündigte einen Antrag auf Schaffung einer ständigen Internationalen Auswandererkommission an. Der Delegierte Bo¬ 1 i v! e n s gab eine Darstellung der in seinem Lande noch vorhandenen Möglichkeiten für die Ansiedlung van Kolonisten. Brasilien nicht antisemitisch Eine Erklärung des Staatspräsidenten Wie der brasilianische Präsident Getulio Vargas in einem Interview erklärte, ist die neue Regierung von Brasiliert nicht antisemitisch eingestellt. Er versicherte den ausländischen Juden, daß sie weiter ״ohne Vorurteil“ in Brasilien aufgenommen würden. ״Brasilien wird“, so erklärte Vargas, ,״sie so gastfreundlich empfangen wie bisher alle, die sich bei uns ansiedeln wollen, und denen helfen, die Elemente des Fortschritts für uns sind; aber sich gegen diejenigen verteidigen, die sich für das nationale Leben als unerwünscht erweisen.“ Die Kanzlei des Präsidenten hat auch ein Dementi darüber ausgegeben, daß die Ausweisung von Juden aus Brasilien tn vollem Gange sei. Es wird festgestellt, daß nach der Verfassung kein Unterschied im Glauben oder der Rasse gemacht wird und alle vor dem Gesetz gleich sind. Die bisher tatsächlich erfolgten Ausweisungen betreffen nach dieser Verlautbarung mir die unerwünschten Eiemente und solche Personen, deren Tätigkeit als den Interessen des Volkes zuwider betrachtet wird. Unter diesen befindet sieb eine gewisse Anzahl von Juden. nehmen. Nichts ist unfruchtbarer, als sich in sentimentalen Betrachtungen zu ergehen in einem Moment, in dem es darauf ankommt, schweren Anforderungen gewachsen zu sein. Welches, so müßte eigentlich auch unsere Umweit fragen, ist nun eigentlich das echte Bild des Juden? Wir Juden dieser Generation, die vor dreißig oder vierzig Jahren die Losung der Erneuerung des Jud e n t u m s aufgestellt haben, haben tief empfunden und daran gelitten, daß ein Teil des jüdischen Volkes von Ghetto und Galuth entartet war; große jüdische Schieber, die in der Oeffentlichkeit die Aufmerksamkeit auf sich zogen (während die großen Massen der arbeitenden und gottesfiirchtigen Juden unbemerkt blieben), haben wir niemals als ״Juden“ empfunden, sondern als jüdische Gegenspieler, von denen wir unser Volk befreien müssen. Dies unserer neuen jüdischen Generation tief einzupflanzen und ihr echte jüdische Lebensideale zu geben, war eines der stärksten Motive der jüdischen Nationalbewegung. Wir wissen, daß auch heute noch das Bild des Juden nicht so ist, wie wir es wollen und wünschen. Aber der ״neue Jude“, von dem vor einem halben Jahrhundert die zu höheren Maßstäben erwachten Menschen des Ghetto zu träumen begannen, ist kein bloßer Traum mehr. Wir lesen manchmal Reisebeschreibungen nichtjüdischer Schriftsteller verschiedener Nationalität, die z. B. in palästinensische Siedlungen kommen und dort Juden antreffen, die tagsüber schwer arbeiten und nachts auf Wache stehen und dabei ganz ohne Prätention und ohne großes Aufheben dies alles als selbstvcrständlieh betrachten. Die Besucher, die solche Juden nicht kannten, sind verwundert; dieser Jude paßt nicht in ihr Weltbild, und sie finden zuweilen keine andere Erklärang, alt Indem sie von ״Ausnahmen“ sprechen. Wir selbst, wir Juden von heute, in diesen schwankenden Jahren des Uebergangs, wollen uns nicht vermessen, zu ent* scheiden, was die Regel und was die Ausnahme ist. Aber wir wollen auch nicht die Augen davor verschließen, daß in den Zeiten der Not sich in unserem Volke große Kräfte gezeigt haben, die uns ein Trost sind, weil wir mit ihrer Hilfe die schweren Zeiten, die noch vor uns liegen, überdauern werden. Wir wollen, niemandem zuleide, eine bessere und glücklichere Zeit für das jüdische Volk herbeiführen helfen. Vieles ist noch problematisch, und wir wissen um diese Problematik; überall sind wir von Rückschlägen bedroht und niemandes Kräfte sind unbegrenzt. Gegenseitige Hilfe und echter Gemeinschaftsgeist können uns helfen. Der Zeitungsleser — und vielleicht auch der Zeitungsschreiber ־— ist meist nur den großen Ereignissen, dem Ungewöhnlichen und Plötzlichen in Politik und Leben /!!gewandt, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Aber die wesentlichen Kräfte eines Volkes entfalten sich, besonders in Zeiten großen Umschwungs, im ״unbeachteten“ persönlichen und täglichen Leben. Dieser Kräfte sich bewußt zu werden, stärkt auch unseren Zukunftsglauben. Wir sind noch weit, weit entfernt von dem Ziele einer neuen jüdischen Lebensform in unsefem Zeitalter, wozu unerläßlich auch eine Bereinigung unserer Beziehungen zu anderen Völkern gehört. Aber wenn wir unsere inneren Kräfte sammeln und unsere sittlichen Wertmaßstäbe nie verlieren, wird der Weg, den wir zaghaft begönnen haben, zu Ende gegangen werden. Verantwortliche* Redakteur: Dr. Robert W e 1 t s c h, Bcrlin-CharL 8 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Rüdem). Stellvertreter: Kurt Lotwfastei n, Benin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 16. Gültig Anzeigen ־ Preisliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und AnzeigenverwaUung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestr. 10. D.A. IV/1937 26 800. — Druck: Siegfried Scholem, Bertm-Schöneberg.

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