Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1938)
- Date
- 1938-01-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 7, 25.1.1938 Erweiterung: der ״Adefa“ Die Arbeitsgemeinschaft deutsch-arischer Fabrikanten der Bekleidungsindustrie hat eine Erweiterung erfahren. Im Hause der Fachgruppe Textil, Bekleidung und Leder der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel wurde die Adebe, die Arbeitsgemeinschaft deutscher Unternehmen der Spinnstoff-, Be- K i e i d u n g s- und L e d c r w i r t s c h a f t gegründet. Dieser neue Verein ist als Organisation gedacht, die den Adefagedanken in die Kreise der Textil- und Lederwirt- Schaft tragen soll. Die Adefa selbst, die Arbeitsgemeinschaft deutsch-arischer Fabrikanten der Textilindustrie, bleibt bcstehen. Auch sie erfährt eine starke Ausweitung. Zu den 500 Firmen der Damen- und Flcrrenoberhekleidmig, die bisher Adefa-Mitgliedcr waren, treten schätzungsweise 4000 w e i - tere Firmen aus den artverwandten Wirtschaftszweigen, also aus der H u t i 11 d 11 s t r i e, der S t r u ni p f i n d u s t r i c, der W ä s c 11 e i!1 d 11 s t r i e, der Kravrattenherstel- 1 u n g und der B e r u f s k 1 e i d 11 n g. Die Mitglieder der Adebe werden zu Gruppen zusammengefaßt. Zunächst sind folgende Gruppen gebildet worden: Textilindustrie, Bekleidungsindustrie, Leder- und lederverarbeitende Industrie, Großhandel, Linzdhamlcl, Die Adebe wird ihrer Mitgliederzahl nach viele tausend Firmen umfassen. Mitglied des Vereins kann jeder Inhaber eines Unterjichmcns der Spinnstoff-, Bekleidmigs- und Ledervvirtschaft werden, sofern er nicht Jude oder Mischling ist oder solche Personen als Gefolgschaftsmitgiicdcr oder als Vertreter, Agenteil oder Berater beschäftigt Ausschlaggebend sind in jedem Falle die Nürnberger Gesetze. Bei einem Unternehmen mit mehreren Inhabern müssen diese Voraussetzungen. in der Person sämtlicher Inhaber crtuilt sein. Für juristische Personen gelten diese Vorschriften tur die Geschäftsführer, Direktoreil. Kommanditisten, Anteilbesitzer, Aktionäre, Genossen usw. IN ALLER KURZE Nach linlbamtlidicn .Mittc:!:!!u׳er1 soll das neue Frem* dengeset/ < )e>11 rreichs schon' 111 der alle r 11 ä c 11 s t e n Zeit in Kraft treten. Nach der Vorlage scheint eine;111gemeine AUdb.coieicht tur alle Ausländer vorgesehen zu sein, tionen der drei jüdische;! i laiiptangekiagten im Pr/ytyk- Frydmanii nach. Das tniirlit bestätigte die Urteile gegen Lesko und Kirsch en/wdg und verwies das Urteil gegen Frydmanii an das Appell,׳!;iun.sgencht in Lublin zurück. I'rydmann war zu 3'j Jahren Ud'.mgnis verurteilt worden. Der Oherrabbincr von Acgvpten, N a 11 ti 1:1 , hat an König Larouk aiikalilieh seiner Moch/eit einen Glückwünsch im Namen der Juden Aegyptens gesandt. Kairoer Zeitungen berichten, daß Frankreich beabsichtigt, tunen Freumischattspakt mit König Ihn Saud und anderen arabischen .Wühlen nb/uschludicit. der von derselben Art sein wird wie der italienische Pakt mit Jemen. Der Bürgermeister von Schanghai wies 2000 Schanghaicr Dollar für jüdische Hilfszwecke an. Eine Versammlung des europäischen Zentral-Komitces der A 11 g e m c i 11 e 11 Z i o 11 i s t e n G ruppc B fand in Krakau statt. Die Versammlung protestierte gegen die Verzögerung in der Lösung des Palästinaproblems und gegen eine Lösung auf der Basis einer permanenten jüdischen Minorität. Kurt B I u m e n f e 1 d, der, wie berichtet, sich seit einiger Zeit in Wien aufhält, hielt im Festsaal des Niederösterreichischen Ingenieur- und Architeldenvereins vor den Keren Hajessod-Zahlern Wiens einen sehr beifällig aufgenomtnenen Vortrag über ״ Pa 1 äs ti 11a 19 3 8 “. Die Lederfabrik Zuffenhausen S i!11 e r & Cie. A.G. ist vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen in den Besitz der Firmen Salamander AG., Korn westheim, Louis Schweizer, Backnang, Fritz iiaiwer AG.. Backnang, und C. F. Roser AG., Fcucrbach, libergegangen. Die Familie Levi wird aus dem Aufsiditsrat der Lederfabrik Zuffenhausen austreten. Der amerikanisch-jüdische Bildhauer Isidore M o 111 i ist in New York gestorben. Eiiianuc! F c u c r 111 a 1111 wird in einer Reihe von vier Konzerten in Carnegie-! laii in New York 13 große Cello- Werke zum Vortrag bringen. Vuspunyt in du Wett Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen Nr. 13S. Mordche und Luser Grünhatim und ihre Schwester Czype, ausgewandert aio Lammt (Kiein-Polen) vor ca. 20 Jahren nach New York, werden gesucht von Esther Regenbogen, Altona (Elbe), Gei1eral-I.it/mannstr. 105, bei B. Goldblatt. Nr. 139. Aurel Löbelsohn, zuletzt Paris, Rue de Broix Nivert 213; ferner Oskar Landau in Schanghai und seine Frau Debora, geh. Blank, zuletzt zum Studium in Liverpool, letzte Wohnung in Schanghai, Bonne Road KW, werden gesucht von Rosa Goldenberg, geh. Landau, Berlin W 15, Xantener Str. 20. Nr. 140. Meier Leib Oransch tim! Frau Kreindel, geb. Teppich, ausgewandert 1905 aus Jaroslau (Polen) nach New York; ferner Julius Läufer, zuletzt Milwaukee, werden gesucht von Frau Rosa Kormann, geh. Läufer, Hamburg, Behnstr. 5. Nr. 141. Lazar Altzufromm oder dessen Söhne Chajim Hersch, lczy־W0!f, Schlojim-, Jojke, geh. in Staiiislawczyk bei Brody, ausgewandert etwa 1909 aus Sassoxv nach USA., werden gesucht von Max Halpern, Leipzig S 3, Kantstr. 43. Nr. 142. Jette Caspare, geh, Grodzisk, aus Graetz. in Posen, und deren Tochter Else, 1909 in New York, 1325 Prospect Ave., Bronx, werden gesucht von Gerhardt Wurzel, Berlin SO 10, Brückenstr. 13. Nr. 143. Don Roberto Merlinsky, zuletzt Buenos Aires, Calle Herera (Bnrracas) Nr. 1275, 1*133 von Bayreuth ausgewandert, wird gesucht von Wolf lieiocl, Berlin, Gi'mtzel- Straße 42. Nr. 144. Hersch Docker, geh. 1S?8 in Kolomea (Klein- Polen), 1927 von Altona nach New York ausgewandert, letzte Adresse: 193, Houston St., wird gesucht von seiner Tochter Sophie Docker, Altona, Biickerstr. 22. Nachrichten per Adr. Rechtschaffen, Altona, Bachstr. 77. Nr. 145. Regina Rodrißuez, geh. Snndbergor, aus Jutroschin (Posen), 1910 wohnhaft New York, 1683 Secorid Ave c/o. T. Mrs. Harzbecker, oder deren Nachkommen wird gesucht von Frau Saloinea Wolf, geh. Sandberger, Berlin, Hannoversche Str. 16. Briefe an die Redaktion Zur Arbeit «der ICA Berlin. 22. Januar Sehr geehrte Redaktion! Nachdem schon die Ratstagung Fronten VerUmsclmn״ ' geboten als *NioMzionirt die Hcrilfsausblldung für Cruppensiedlung in Ve!>cr/oc k,visierte und die Ein- Höhlung des Lohrgutos Großlireeson als voreilig tadelte, wiihrend mir, drin Zionisten, die Aufder sachlichen Wcitcrfiihrung der Debatte auch Ihrem Artikel: ״Zur Arbeit der ICA“ (Jüdische Rundschau'‘ Nr. 6 vom 21. 1. 38) einige Worte der Ergänzung und Benehtimmg hinzufügen. loh halle es nicht für angängi:. von der ICA zu fordern, daß sie sich mit ihren Millionen in grmWirm Maße als bisher an der Siedlung in Palästina intcre--irrt, ohne dabei zu erwähnen, <1,11 die ICA mit dem KKL zur Tel),!׳nähme der H ult-Kon. Zession abgeschlossen hat, eine Zahhmgdebtung der ICA in ID!״yory1m<l _-1׳t Millionen £ re-p,.k!.,De und bir <!1e zukiinf- -der Ein ׳10 Ccm, Wenn ich also im Hinblick auf diese Tatsache einen erneuteil Appell an die ICA für abwegig halte, so sollte demgegenüber doch stärker unterstrichen werden, daß die Vorwalterin der Baron Rothschildschien Pulä-tina - Fonds, die ,.PICA“, zweiteilos ihre Tätigkeit. gerade im Hinblick auf die Erschließung neuer Sicdlungsmogüehkeitou für Juden aus Deutschland noch intensivieren könnte. Wir wollen hoffen, daß der neue Generaldirektor der tives Interesse zuzuwenden. Schalem! Ihr Dr. Franz Meyer V Dr. Mover hat ganz recht, wenn er schreibt, daß die ICA- Beteiligung an der llule-Kon- Zession, über die die ,J. R.“ wiederholt berichtet hat, hei die- 5<rr Gelegenheit hätte erwähnt werden sollen. Worauf es uns aber ankani, ist der Hinweis, daß gerade ein ICA-Vertrcter die außcrpaliistinensisrhen Möglichkeiten einer Siedlung, worauf siel! so oft eine Campagne gegen Palästina stützt, pcDmistbrh '1«- urteilt, und es drängt sieh der Gedanke auf. was in Palästina (der heute zuyeyeber.enveke einzigen Chance für ländliche Gruppensiedlung) hätte erreicht werden können, wenn rechtzeitig die Millionen der ICA zur Yerfiigung gestanden hätten. — Red. Neujahrstag der Räume Budapest, 18. Januar 1938 An elie Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Berlin In Nr. 4 Ihres Blattes lese ich einen kleinen Artikel von Dow Kantor, betitelt ״Der Neujahrstag der Bäume“. Im vierten Absatz dieses Artikels schreibt der Verfasser, daß dieser Tag zur Zeit des zweiten Tempels an die schöne, eindrucksvolle im Traktat ״Taanith“ im vierten Perek 1 finden Ich machen, der — wie ich. nehme ■— auch anderen gefallen sein muß. (Stimmt A. d. R.) Die-es Volksfest nicht am 15. S e h w a t. sor am 15. A w, wie cs auch in betreffenden Mbchna ganz elriicklich heißt: ״Es waren! 15. Ä\v und Jom Kippt Uriei Acosta Vorbild. So Berlin W Friodcnthnls Bcarboi- Gutzkows Drama darf wkk-r .'prorhen bleii>en. vam], daß Charaktere Schillers ichtlichen bert Fricdentival unbenommen geblielKM,, einen neuen ״Uriei Aeosta“ nach rein jüdischen Gesicht-punklcn ztt schreiben. Daß er aller Gutzkows Werk in der Auffassung des Dichters nicht entspricht, halte ich für unzulässig. Mit vorzüglicher Hochachtung Else Ephraim Die Namen der Juden Her! in-Charl. 4. 11. Jan. 38 Sehr geehrte Redaktion! Berlin W 15 Zu dem .Aufsatz in Nr. 1 wäre ergänzend zu bemerken, daß die vor nunmehr gerade 100 Jahren erschienene ■Schrift von Leopold Zur.z: ״Namen der Juden“ (1837) — was nur wenig bekannt ist — einem sehr realen, äußeren Anlaß ihre Entstehung verdankt. Dan Gesetz Josefs II. vom 25. 7. 1787. das den Juden Oesterreichs die Annahme deutscher Vor- und Familiennamen verschrieb und am 1• 1• 1788 in Kraft trat, folgten bekanntlieh innerhall) weniger Jahrzehnte in allen Staaten Europas ahnliehe Verordnungen, für die die österreichische im wesentlichen als Muster diente. Diese Namensgesetze ahs Teile der Emanzipationsgesetze hatten nicht nur den Zweck, durch Einführung fester, erblicher Eamiliennamen die YerwaUungsarlx’it zu vereinfachen; in Mittel- und Westeuropa sollten sie gleichzeitig dazu dienen, die F.inordnting der Juden als Staatsbürger zu er- Rechtslage, Sitten, Bräuchen, Sprache, Schritt — auch in den Namen der Umwelt anzugleieben (vgl. meinen Aufsatz ״Jü- Bische und deutsche Namen“, ״J.R.“ 1030, Nr. 77). Im Kaiserreich Frankreich z. II. lautete zur Zeit seiner größten Machtenttaltim1813—1810) ״) die entsprechende Vorschrift: ״Ahs neuer Familienname soll nicht geh ton ein aus den! Alten Testament gezogener Name“; ebenso im napoleonischcn Königreich Weüfak'ii zwischen Rhein und Elbe (1307—1813). Und wenn die in die napoleonische Macht- Sphäre einbezogenen Rheinbund- Staaten (darunter Bayern, Wärttember;;. Baden, Hessen, Frankfurt, Anhalt und die Thüringer Staaten, beide Lip[>e, beide Mecklenburg) auch kein direktes Vcrbot der ״Namen aus dem Alten Testament“ erließen, so hielten sie sich in praxi doch getreu an das französische Vorbild, wie die .Aushihrungsbrstirnmungen .Absicht der preußischen Regiertmg kam in der dem Emanzipationsdekret vorn 8. 3. 1812 folgenden Instruktion vom 25. 5. 1812 zum Ausdruck, in dem für die allgemeine Katastrierung der men der Grundsatz dcrgcwiinschten Namensänderung auch fiir die Vornamen aufgcstclk wird; auch deren Aenderung sei unbedenklich, ״denn der Wunsch danach verrate nur die löbliche Tendenz, sich überall der allgcnieinen Landessitte anzuschließen und möglichst alles fortzu- Sonderung und den Judaismus sogleich äußerlich bezeichne“. In der dem Sturz Napoleons folgenden und durch den Wiener Kongreß eingcleiteten Gcsrhichts- Periode von 1815—1848 trat folgerichtig das entgegengesetzte Streben zutage. In Preußen winde durch eine Verordnung vom 30. 11. 1822 (wiederholt 1830) den Juden untersagt, jüdische Vornamen durch ״christliche“ zu ersetzen und den Kindern bei der Geburt ״christliche'1 Namen zu geben. Die Polizei bekam Auftrag, streng darüber zu wachen, daß dies nicht mehr Vorkommen Für die Juden der preußischen Provinz Posen wurde das Gesetz vom 1. 6. und 22. 12. 1833 verbindlich, wonach die von ihnen gewählten ״jüdischen“ nicht abweichen sollten. Diese veränderte Stcllungnahme der Regierung von Preußen war für Zunz der Anlaß zur Abfassung seiner Schrift an Hand vieler Beispiele von unjüdischen Namen für Julien aus ältesten und alten Zeiten unter Angabe der Literatur nachzmvcisen suchte, daß die Juden ״eigentlich schon immer“ die Namen der Umwelt angenommen hätten, ln der Tat milderte denn auch die preußische Regierung 1841 die Bestimmungen dahin,daß nur noch verboten war. den jüdischen Kindern solche Namen zu geben, ,,welche mit dcT Christliehen Religion in Verbindung Stellen. wie Peter, Baptist, Christian, Christoph“. Der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde ehrte Zunz'durch Heberrciehung einer Dankadresse. Erst durch die Vertasamy-urkamdcn von 1848 und 1850 fiel mit der völligen Gleichstellung der ])reu- Bischer! Juden auch das Sonderrecht hinsichtlich der Wahl der damals fiir die Juden die Vornnmen ״Wenzel“ und ״Xepomuk“ verboten, weil jener ein der Schutzpatron dm Brucken Geschichte der Israeliten. Iid. I, S. 278). Gustav Samuel Aus der Pester Gemeinde Von unserem Berichterstatter Budapest, 22. Januar Die Stellungnahme der Pester Israelitischen Gemeinde zur gegenwärtigen Lage erfolgte in der ordentlichen Jahrcsversatntnlung, die unter dem Vorsitz Hofrats Samuel St c r n am 16. unter großer Beteiligung der Repräsentanz stattfand. Hofrat Stern gedachte vorerst seines Mitarbeiters, des jüngst verstorbenen stellvertretenden Vorsitzenden, Dr. Samuel G I ii c k s t h a 1, dessen von Leopold Herman gemaltes Porträt bei dieser Gelegenheit enthüllt wurde. Sodann wandte er sich seinem politischen Expose zu. Die Lage werde von Tag zu Tag bedrohlicher, sei aber nicht hoffnungslos. Die Gemcindeleitung habe bei jeder sich bietenden Gelegenheit an zuständiger Stelle vorgesprochen, Abhilfe gegen moralische und materielle Diskrintinierting lind Benachteiligung der jüdischen Bevölkerung gefordert, und er habe auch mehrfach beruhigende Erklärungen erhalten. Besonders beruhige ihn die verfassungstreue Gesitimmg des Staatsoberhauptes und des katholischen Klerus. Nach Vorlage und Genehmigung des Gemeindeetats für 1938 wurde der jüngst von seinem Posten zurückgetretene Chefredakteur des Pester Lloyd, Josef V e s z i, zttm II. Vorsitzenden gewählt. Zwei Vertreter des Zionismus übten an der Gebarung des Gemeindevorstandes Kritik, Dr. F. Fried und Dr. L. Ostern, indem sie regere Betätigung für die Palästinaarbeit und Umschichtung der Jugend, sowie für deren religiöse Erziehung forderten. Der Vorsitzende erwiderte auf die vorgebracliten Vorwürfe. Zum Schluß stellte noch Josef Patai den Antrag, am Gebäude des der Tabakgassc-Svnagoge benachbarten Jüdischen Museums, wo bekanntlich früher das Geburtshaus Theodor H e r z 1 s stand, möge das Andenken des ״größten ungarischen Juden“ künstlerisch verewigt werden. Er und seine Freunde wollen die Kosten des Denkmals tragen und hinterlegen vorläufig 500 Pengö für Ausschreibung eines Wettbewerbes. Der Antrag wurde mit Sympathie angehört und dem Vorstand zugeleitet. An den Kommissionsberatungen des Budgets nahm auch D. Julius M i k 1 6 s teil. Einen lehrreichen Vortrag über den ״Schwund der utigarischen Judenheit“ hielt der Publizist Andreas Sös in den ״freien Universitätskursen der Pester Gemeinde“. 1920, also nach dem Kriege, lebten in Ungarn noch 476 090 Juden, 1930: 445 000, im Jahre 1936 nur noch 436 000. Sogar in der Hauptstadt, wohin doch ein Zuzug aus der Provinz stattfindet, ist der Prozentsatz der Juden von 23,2°/0 im Jahre 1920 auf 19,8.0/o im Jahre 1936 gesunken. Dr. A. F. Zionistische Arbeit in Norwegen. Unser Osloer Berichterstattet■ schreibt uns: Die diesjährige Kercn-Hajcssod-Aktion wurde in Norwegen von Dr. W. W. Kaplan- K o g a n, Kopenhagen, durchgeführt. Dr. Kaplun-Kogan. der Leiter des Nordeuropäischen Sekretariats der Hebräischen Universität, verband damit seine Aktion für die Universität. In Trondheitn wurde eitt ״Kollegium der Freunde der Hebräischen Universität“ neugegründet. In der Wizo (Oslo) sprach Dr. Kaplun- Kogan über ״Die jüdische Frau in Palästina“ auf Grund persönlichcr Eindrücke von seiner Paiästinareise. Kcrcn-Kajcmeth- Lejisra el und Wizo-Oslo veranstalteten gemeinsam eine außerordentlich wolilgelungene Feier des ״Chamiscltah Assar b’Schvat“, in deren Mittelpunkt Vortrüge von John Jacob- *en und Rabbiner J. Samuel standen. Eine Vortragsserie Dr. Samuels ״Von der spanischen Inquisition bis zum Juden- Schicksal der Gegenwart“ erfreut sich außerordentlichen Interesscs. J. S. £ehzle Sp&Ueieifytoisse Palästina: Die Jüdische Nationalmannschaft unterlag gegen das Griechische Team im Vorrumlcitkampf in Tel Aviv um die Fußballweltmeisterschaft trotz härtestem Widerstände 1 :3. Dem interessanten Kampf, in dem die größere Schnelligkeit der Griechen den Steg entschied, wohnten 10000 Zuschauer bei. Berlin: Auf dem Grunewald-Sportplatz schlug bei den Winterhilfsspielen die siidwestdeutsche Makkabi-Handballelf die Mannschaft des Schild (Berlin) 5:3, während im Fußball die Berliner Makkabivereine über die siidwestdeutsche Schild-Mannschaft mit 2:1 die Oberhand behielten. Frankfurt a. M.: JJB. Hanau I gegen Bar Kocltba, Offenbach I 2:3 (1:0), JSV. Offenbach A. H. gegen Bar Kochba Frankfurt II 3:5 (0:4); Hakoalt Frankfurt Jugend B gegen Bar Kochba Frankfurt Jugend Bl 2:0 (0:0), Hakoah Frankfurt Schüler I gegen AJTuS. Aschaffenburg Schüler 6:2 (6:2). Budapest: Die Wasserballmannschaft des VAC,, die in den Kämpfen um den Zsoldes-Pokal als Sieger hervorging, trat gegen den ungarischen Landesmeister Ute an und verlor nach schwerem Kampfe mit 1:2.