Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1938)
- Date
- 1938-01-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 25 I 1938 JODISCHF R II N ח r H A 11 Seite 3 Rhodesien / Zur Frage der Eiirwanderungsmögliehkeiten Von Mark Wischnitzer Die jüdische Presse brachte jüngst Ausführungen über Siedlungsmöglichkciten größeren Stils in Rhodesien unter Berufung auf einen Aufsatz des (irafen Coudenliove- Kalergi in der Wiener ״Neuen Freien Presse" (siehe ״Jüdische Rundschau“ Nr. 101, 1937). Das Land ist nur spärlich bevölkert, es weist zweieinhalb Millionen Neger und nur siebzigtausetid Weiße auf. liier könnte das Britische Empire den Juden einen ״Juden- Staat“ aufbauen helfen. Jedes Projekt, das sich mit dem Judenproblem in positivem Sinne befaßt, und ganz besonders konstruktive Projekte, die den Fragenkomplex in seiner Gesamtheit berücksichtigen, finden unser lebhaftes und dankbares Interesse, und so ist es begreiflich, dali sich die jüdische Öffentlichkeit einem Siedlungsplan, wie ihn Cotulenhove-Kalcrgi vorschlägt, mit größter Aufmerksamkeit zuwenden und die Voraussetzungen kennenlernen möchte, die für die Verwirklichung einer solchen Niederlassung vorliegcn. Wie sich augenblicklich Rhodesien dem objektiven Beobachter darstellt, mögen folgende Zeilen beleuchten. Rhodesien ist kein einheitliches Staatsgebilde. Das Land, das durch die von Cecil R 11 o d e s geschaffene Chartered Company erschlossen wurde, bildet zwei voneinander politisch unabhängige Staaten innerhalb des British Empire. Noch bis 1923 wurde das Territorium von der British South African Company als Ganzes verwaltet. Das hat sich aber geändert. S ii d r 11 o d e s i e 11 ist ein Zwitterding zwischen Dominion und Kronkolonie. Die Regierung von Südrhodesien ist dem Parlament verantwortlich. Die Rechte des Gouverneurs von Südrhodesien, der Repräsentant der Krone ist, erstrecken sich in der Hauptsache nur auf Eingeborenentragen, Eisenbahnwesen und Landgesetze. Demgegenüber ist Nordrhodesien britische Krönkolonie. Die Gesetzgebende Versammlung fungiert dort als beratende Instanz des Gouverneurs, es sind ihr in jüngster Zeit allerdings gröbere Zugeständnisse eingeräumt worden. Seit 1931 bemühen sich die nordrhodesischen Kreise um einen engeren Anschluß an Siidrhodesien, diese Bestrebungen werden vom südrhodesischen Kabinett unterstützt. In diesem Zusammenhang ist die im Unterhaus von der englischen Regierung kürzlich abgegebene Erklärung über die!Möglichkeit einet־ Vereinigung Nord- und Südrhodesiens und des Nyassalandes von Bedeutung. Die Frage, ob Nordrliodesicn ,,das Land des weißen Mannes“ werden wird und kann, ist des öfteren diskutiert worden. Ls sind allerlei Bedenken geäußert worden. Man kann nicht von einem stetigen Anwachsen des weißen Bevölkeriingselemeiiies sprechen. Während es 1931 bis 14 0*90 Seelen zählte und 1931 auf 33 000 gestiegen war, sank es 1935 auf 9 990 herab. Die Zahlen fluktuieren, weil es sich bei den Weißen hauptsächlich um zeitverpflichtete Angestellte und Arbeiter handelt. Im Augenblick wird das Bergwerksgebiet im Norden bevorzugt, auch die jüdischen Einwohner folgen dem Zuge der Zeit. L i v i!1 g s t o 11 e, die frühere Hauptstadt, die die einzige Synagoge Nordrhodesiens beherbergt, entvölkert sich. Man strebt nordwärts in die Städte Broken Hill, N k a n a, Nr 01a und M 11 f tt 1 i r ״. Als ich vor einem Jahre die Gelegenheit hatte, den Gouverncur von Nordrhodesien zu sprechen, — (es ist das Sir Hubert Y o u n g, der übrigens früher in der Paliistinavcrwaltung tätig war) -— hörte ich von ihm, daß die Erwerbsmöglichkeiten für Weiße ziemlich gering seien. Die Einheimischen sind sehr tüchtig im Handwerk, der Handel liegt in den Händen von Indern, so daß für eine größere städtische Einwanderung keine Aussicht besteht. Was nun landwirtschaftliche Siedl ungsmöglichkeiten betrifft, so ist folgendes zu beachten: Ein Drittel Nordrhodesiens, das 745 760 qkm umfaßt, ist immer noch von der Tsetsefliege heimgesucht. Der Osten Nordrhodesiens ist zum Teil durch die Schlafkrankheit verseucht. Ein Drittel des Bodens bildet ein Reservat für die einheimische Bevölkerung. Der Rest des Landes ist dünn hesiedelt; die Qualität des Bodens ist nicht überall zufriedenstellend. Nur 30 000 11a Boden, davon die Hälfte mit Mais bebaut, sind im Besitz weißer Farmer. 400 000 weitere ha befinden sich im Privatbesitz weißer Siedler, es sind Viehzuchlfarmen. Die schwache Entwicklung der weilk-n Siedlung ist in der geringen Rentabilität der Landwirtschaft und in den klimatischen Verhältnissen begründet. Praktisch bietet nur das Bergbaugebict Wirtschaftliehe Aussichten für weiße Lärmer, die dort ihre Land- Produkte absetzen können, die Entfernungen sind sonst überall zu groß, als daß an eine Ausfuhr außerhalb dieses Bezirks Pedacht werden kann. Das Klima ist, nach Ansicht von achlenten, abgesehen von den verseuchten Gebieten, nicht ungünstig, wenn auch gesagt werden muß, daß es bei den Durchschnittstenipcraliircn von 36 Grad Celsius in der heißen Zeit im Sambesital und 30 Grad auf dem Hochland wenig Raum geben kann für weiße körperliche Arbeit. Malaria tritt noch vielfach auf. Vom Direktor des landwirtschaftlichen Departements von Nordrliodesicn in Livingstone, den ich auf Veranlassung des Gouverneurs aufgesucht hatte, wurde ich an Hand des Landkartenmaterials auf die Schwierigkeiten weißer Niederlassungen hingewiesen. Der Boden, der zu beiden Seiten der Eisenbahn liegt, ist zum größten Teil bereits besetzt, mancherorts auch von geringer Qualität. Seit Jahren ini Lande lebende Juden, die selbst Landwirtschaft um! Viehzucht betreiben, äußerten sich mir gegenüber skeptisch in Bezug auf Neu*ii'dhmgcn. Wirklich gutes Land ist sehr teuer. Eine Siedlung auf gutem Boden kostet C 1000-2000. ׳ Weitaus günstiger sind die Lebensbedingungen in Südrfioticsien. Das Klima ist bedeutend besser. Die Niederschlagsm engen sind erheblicher, es bestehen Absatzmöglichkeilen fiir die Landwirtschaft. Wenn von einem ״Land des weißen Mannes“ überhaupt gesprochen werden kann, so ist es eben in Siidrhodesien. Die weiße Bevölkerung ist zahlenmäßig gewiß noch gering, etwa 55 000, gegenüber einer Million Schwarze. Aber das Klima ist in den höheren Lagen subtropisch mit durchschnittlichen Jahrestemperaturen von 19 Grad Celsius (Max. 25 Grad; Min. 12' 5 Grad). Der Boden eignet sich in den verschiedenen Zonen für Mais, Tabak, für Viehweiden. Baumwolle, Weizen, Kartoffeln, Luzerne, Zitrusfrucht, Wein. Obst, Kaffee, Tee. Der Boden wechselt vom leichten bis zum schweren, cs gibt rote und schwarze Erde, sowie sandigen Lehm, der sich besonders für gemischte Wirtschaft, bestehend aus Viehzucht und Ackerhau, eignet. Es herrscht in Südrhodesien der Typ der großen Wirtschaften vor, jedoch werden in neuester Zeit Versuche mit kleinen intensiv bewirtschafteten Betrieben gemacht. Die Südrhodesisehe Regierung steht der Ein wänderung weißer Siedler an sich sympathisch gegen- Das Schicksal Syriens Der Bandenkrieg In Palästina Von unserem Berichterstatter y, Genf, den 18. Januar Wegen der am H. Januar m>sge!'r־.־<׳hr•: tr sischen Regierungskrise wurde die auf den 17. Januar einbenifene Tagung des Völkerhundsrates auf den 26. Januar verschoben. Unter den Berichten seiner ständigen Kommissionen, die der Völkerbund zur Kenntnis nehmen wird, steht auch der Bericht der S t ii 11 d i g e n Mandats k o in rn i s s i o n über ihre 33., vom 8. bis zum 19. November 1937 abgehaitene Tagung, die sich mit Palästinafragen nicht zu heschattigen hatte. Während dieser Tagung hat die Mandatskommission hingegen u. a. die Lage in Syrien geprüft. Da die Kommission in ihrem Bericht an den Rat feststem, daß sie sich noch nicht dazu berufen gefühlt hat, ein Urteil über die neuen französisch-syrischen und französisch-libanesischen Verträge auszusprechen, und sich Vorbehalt, das in einem späteren Augenblick zu tun, wird dieser Bericht wohl zu keiner Debatte vor dem Rat führen. Die Kommission hat allerdings gewisse besonders auffallende Lücken der fragliehen Verträge —• so z. B. den Mangel an entsprechenden Garantien für den Schutz der M i!1 d e r 11 e i t e n — recht scharf unter die Lupe genommen und hat die Aufmerksamkeit des Rates auf die Wichtigkeit dieser Frage gerichtet. Im Verlaufe der Aussprache der Mitglieder der Mandatskommission mit dem Vertreter der französischen Mandatarmacht in Serien erkundigten sich mehrere Mitglieder der Mandatskommission über die Maßnahmen der französischen Behörden, um den Einfällen syrischer Banden nach Palästina und dem Schm u g g e I von für die Terroristen in Palästina bestimmten Waffen vorzubeugen. Der Ver- ־treter Frankreichs versicherte, daß seine Regierung alles getan habe, tun solche Vorfälle unmöglich zu machen. Ein Mitglied der Kommission wies darauf hin, daß Frankreich einen militärischen Bündnisvertrag mit Syrien unterzeichnet hat und fragte, welche Haltung Frankreich, als militärischer Verbündeter Syriens, im Falle eines eventuellen K o n f I i k - t e s zwischen Serien und dem künftigen j ii - Die Siedlungsmöglichkeiten in Madagaskar Eindrücke eines Kommissionsxnitgliedes In der polnischen Zeitung ״Fpoka“ veröffentlicht Leon Alter einen Aufsatz über die Erfahrungen der polnischen Madagaskar-Expedition, (Alter war Mitglied der Kommission und ist Direktor der jüdischen Fmigratioiisgeseüschalt ״Jens“.) Der Verfasser teilt mit, daß die polnische jüdische Delegation von den französischen Behörden darüber informiert wurde, daß eine der Bedingungen für die Ansiedlung von Juden sei, daß sie auf ein bestimmtes Gebiet b e s e h r ä n k t würde. Nach einer Schilderung der geographisclien und bevölkerungspolitischen Bedingungen Madagas- Kars (über die die ״Jüdische Rundschau“ verschiedentlich Aufsätze gebracht hat) fährt Alter fort: ״Aus vielen Gründen, hauptsächlich weil sie nicht wünscht, daß die Judenfrage nach Madagaskar eingeführt wird, ist tlie französische Regierung gegen die Ansiedlung von Inden in dem von der malaiischen Bevölkerung bewohnten Ciebict. Andererseits setzten die französischen Behörden der Kommission auseinander, daß es große Ländereien im Osten der Insel gibt, und zwar die Provinz Anakaizaino, die von dem Stamm der Tshimingetv bewohnt wird und nur sehr spärlich besiedelt ist. Die Kommission erreichte dieses Gebiet nach einer dreitägigen Autofahrt und einer weiteren Zweitagcreise durch den Urwald, durch den sie fast die ganze Zeit von Eingeborenen hindurchgetragen wurde. Das Gebiet ist zweifellos sein־ geeignet für Kolonisationsz.wecke; aber die Frage der Ansiedlung kann erst diskutiert werden, wenn Wege gebaut sind, die den Distrikt mit dem nächsten Hafen verbinden, sonst würde es unmöglich sein, in Handelsbeziehungen mit der übrigen Welt zu treten. Jetzt ist das ganze Gebiet während der Regenzeit völlig abgeüber, jedoch scheint sie nicht geneigt zu sein, Gruppensiedhingen zu fördern. Im Laufe meiner Verhandlungen mit den Behörden in Salisbury mußte ich feststcllen, daß Widerstände sich einsteilten sogar bei so geringen ׳ Zahlen wie 50 Familien pro Siedlung. Das Ackerhauministerium war bereit, höchstens 3—4 Familien pro Siedlung in Aussicht zu nehmen. Dies war die Haltung der maßgebenden Kreise vor einem halben Jahre, und es ist nicht bekannt, daß sie sich seither gewandelt hätte. Ucbrigens stößt die Einzelwanderung nach Rhodesien auf gewisse Schwierigkeiten. Da ist zunächst einmal auf das hohe E i 11 w a n d e r u!1 g s d e p o t hinzuweisen, das Rhodesien fordert. Ferner sind die Unt erbrillg u n g s 111 ö g I i c h k e i t e n im Erwerbsleben beschränkt, denn es mul! in erster Reihe für die aus der Südafrikanischen Union Zuzichenden. gesorgt werden. Solange die Ucbcrscliiisse der südafrikanischen Einwanderung in Siidrhodesien nicht eingeordnet und absorbiert sind, ist wohl au eine günstige Wendüng der Dinge nicht zu denken. Damit will aber nicht gesagt sein, daß Siidrhodesien kein Eiinv'indmmgslaml ist. Ls ist ein unerhört reiches Land mit seiner großartigen Minenindustrie (Gold, Kohle, Chrom, Asbest wird gefördert) und mit seiner verarbeitenden Industrie (Weizen- und Maismehl, Ocl-, Seifen- und Kerzenerzeugimg, Gefrierfleisch und Marmeladen, Kalk- und Ziegelfabrikation, Blech- und Hol/bearbcitim!׳•, Bckleidungsindltstri••), die dauernd neue Gebiete erschließt. Aller es müssen erst die politischen Voraussetzungen g e s c h a ffeil werden, um die Aufnahinefteudigkeit des Landes zu steigern. Wie sehr inan sich auch dessen bewußt ist, daß das zahlenmäßige Verliälüiis der Europäer zu den Schwarzen eine Gefahr bedeutet, — ein Abgeordneter des Rho lcsisehen Parlaments erklärte vor kurzem, daß, wenn es sich in zehn Jahren nicht zugunsten der Europäer geändert haben wird, die weiße Zivilisation in der Kolonie 711111 Untergang verurteilt ist, — besieht die Furcht vor einer überhastet e 11 Ein \v a n d e r u n g. I )io Kolonisationsversiiclie mit Erwerbslosen aus England sind ergebnislos geblichen. Wir begrüßen jede Stimme, d:e sich für die Erweiterung unseres heäag ti 'eml eingeengten l.ebeu-raiimes einset/t. Möge der Vorschlag der Ersch'ießung Rhode ■iens für jüdische Siedhingen zur Einsicht unserer Nöte beitragen und in den maßgebenden britischen Kreisen ver-d:!n:h1Dv״lics Interesse finden. d i s e!1 e n Staat annchnieii wurde: wue Frankreich auf Grund dieses Vertrages verpflichtet. Swien Beistand zu leisten? Der Vertreter der ׳französischen Regierung antwortete, daß wörtlich hinzu: ״Es ist selbstverständlich, daß .,־rankreidl Syrien ״ i e m a I s unterstütz ־1 ׳׳ - '.■ :in es Banden nach Palästina entsenden würde. Schon unter dem jeizigen Regime verhindert die französische Rrgwrung das Leberschreiten der Grenze durch bewaffnete Banden und die Lieferung von Waffen aus St rien nach Palästina.'‘ Aus der Aussprache in der Mandatskommission׳— wie auch aus einem im Dezember v, |. :■■!■*)P■ent!!■ Ir.en offiziellen CominunicMie des französischen Außenministeriums geht hervor, dal! die durch die Verträge vorn ■sdn ne dreijährige Uebergangspcriode, die gleichzeitig eine Prüflingsperiode für die Behandlung der Minderheiten und fiir die Reife der beiden Staaten (Syrien und Libanon) zur Unabhängigkeit sein soll, bereits am 1, Januar 1937 begonnen und daher schon Ende 1939 ablaufen wird. Ursnriitip'ich sollte diese Ucbergangsperiode erst nach der Ratifizierung der Verträge beginnen. Der Vertreter der französischen Regierung erklärte, daß der Konflikt in der Frage des Samlscbak von Alexandrette eine Verzögerung der Ratifizierung der Verträge seitens der französischen Regierung zur Folge haben mußte. Um die Befürchtungen einer zu langen Aufschiebling, die die syrische und libanesische Regierung hegen konnten, zu beschwichtigcn, hat die französische Regierung ihrem Wunsche beigepflichtet, daß der Termin der Ucbereaugsncriode bereits vom 1. Januar 1937 seinen Anfang nehmen könnte. Der Termin der W a 11 len i m S a!111 s c h a k v o n Alexandrette ist bereits auf Ende März, angesetzt, aber inzwischen ist ein neuer Konflikt zwischen der türkischen und der französischen Regierung wegen der ausgearbeiteten Wahl- Ordnung entbrannt. Die türkische Regierung wurde bei der Ausarbeitung dieser Wahlordnung nicht zu Rate gezogen und sie sieht in ihr ein parteiisches Werk der französischen Mandatsbehördeii in Syrien, wenn auco eine internationale Koniniission hierzu ihren Namen gegeben hat. Diesen Konflikt bringt die türkische Regierung vor den Völkerbundsrat und es kann kaum bezweifelt werden, daß diese Frage den Völkerbundsrat sehr stark beanspruchen wird. schnitten von der übrigen Welt. Außerdem müssen noch die Sil tupfe getrocknet und der Kampf gegen die Malaria aufgenommen werden.“ Das Kolonisationsprohlem in Madagaskar bedeute nicht nur die Frage der Auswahl des richtigen Gebietes zur An- Siedlung und der Sicherung der Mitarbeit der französischen Regierung. Fs ist in erster Linie eine Frage der Auswahl der geeigneten .Menschen und der Schaffung einer Organisation, die das notwendige finanzielle R ü c kgrat für den Plan schaffen. Die Ansiedlung der Juden wird besonders schwierig sein, da sie sich aus städtischen Elementen zusammetiset/cn, die eine lange Zeit der Ausbildüng und Hilfe brauchen. Es sei weiter nötig, daran zu erinnern, daß die jüdische Kolonisation nur dort positive Erfolge gehabt hat, wo auch g e f ii 111 s m ä ß i g e tmd idealistische Strömungen vorhanden waren, wie z. B. in Palästina. ״Wenn jedoch“, so schließt Alter, ״eine Organisation zur Besiedlung Madagaskars geschaffen wird, dann muß daran erinnert werden, daß Frankreich darauf bedacht ist, Madagaskar nicht aus imperialistischen, sondern aus rein humanitären Gri'mden zti kolonisieren. Sowohl die französischen Zentralbehörden wie auch die französischen Stellen in Madagaskar sind völlig frei von jedem Rassenvorurteil, was besonders hervorgehoben werden muß.“ Amerikanische Palästina - Konferenz Fine Nationalkonferenz der amerikanischen Judenheit zur Verstärkung der Anstrengungen auf dem Gebiete des Palästina« aufbaus wurde in Washington am 22. Januar auf Initfalive des United Palestine Appeal und anderer jüdisch-natto■• naltr Organisationen eröffnet. Uebcr 1500 Delegierte nehmen an der Konferenz teil. Die Konferenz wird durch den amerikanischen Innenminister Harold fckes sowie durch Senator Robert F. Wagner, Nathan Straus und andere prominente Persönlichkeiten begrüßt werden. Donnerstag, 27• Januar 20.30 Uhr Eintritt frei für Gemeindemitglieder Gemeindeabend in der Synagoge Fasanenstraße 79/80 JÜDISCHE SITUATION IN DIESER ZEIT Das soziale Werk / Auswanderung / Berufsumschichtung und Bildung Redner: Heinrich Stahl, Moritz Rosenthal, Josef Schmeidler Gesänge: Oberkantor Neumann