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Jüdische Rundschau · 1938-01-21 · Heft 6 (21.1.1938) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 6 (21.1.1938)
Date
1938-01-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr 6 21 1 1933 JODISCHF RH SCH Seite 3 Palästina-Kundgebung in Frankfurt am Main Ansprachen von Dr. Baeck und Dr. Traub Von unserem Frankfurter Berichterstatter Unter dem Motto: ״In der Stunde der Entscheidüng — Die Zukunft Erez Israels“ veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft der Jevvish Agency und des Keren Hajessod gemeinsam mit der Frankfurter Zionistischen Vereinigung am 17, Januar in der Westend-Synagoge als Auftakt der diesjährigen Frankfurter Keren Hajessod-Aktion eine Kundgebung von nachhaltigem Eindruck für die außerordentlich zahlreich erschienenen Hörer. Schon der äußere Rahmen des Gotteshauses und die musikalische Umrahmung der Ansprachen, wie nicht zuletzt die vornehme Form der durch ein kurzes Geleitwort des Vorstands und der Gemeindevertretung der lsraelitisehen Gemeinde Frankfurt a. M ausgezeichneten Einladung gaben der Veranstaltung ein besonderes Niveau. Zu Anfang und Schluß spielte unter der Leitung Druckers das Orchester des Jüdischen Kulturbundes die Hebriden-Ouvcrtüre von Mendelssohn-Bartholdy und einen Satz, aus der Dybuk- Suite von Engel. Namens des Gemeindevorstands begrüßte in herzlichster Weise Sanitätsrat Dr. Ettlinger die Erschienenen. Dann sprach der Vorsitzende der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Rabbiner Dr. Leo Baeck (Berlin) von der hohen Warte des jüdischen Gelehrten mit der ihm eigenen Plastik des Wortes von der einzigartigen Bedeutung des jetzigen geschichtlichen Momentes für die Zukunft des Judentums. Von Kanaan sprach er, dem umstrittenen Zankapfel der Geschichte, dem Land an der Pforte des Orients, um äas einst der weltgeschichtliche Kampf der Babylonier und Perser, der Aegypter, Griechen und Römer, der Kampf des Islams und der Kreuzfahrer ging, vom jüdischen Volke, das immer als erstes und schwerst getroffenes die Schwankungen der Weltgeschichte über sich hinwegbrausen fühlte. Auch heute, in der neuen Krise des Weltgeschehens, im neu entbrennenden Kampf um die Vorherrschaft zwischen erwachendem Asien und altem Abendlande könne man am Leiden des jüdischen Volkes das nahende Gewitter ablesen. Wo sei der Ausweg? Die Errettung weise ein altes Wort: ״Den Himmel pflanzen, Ein Land gründen Und zu Zion sprechen: Mein Volk bist du.“ In diesem Dreiklang vom Glauben an göttliche Sendung, dem Neubau des eigenen Landes und der Wiedereinigung des gesamten Volkes in der gemeinsamen Aufgabe, liegt Zukunft und Erlösung. Nicht das eine auf Kosten des andern, nicht nur Landbau, nicht nur Aufruf zum Volke, wie es der eine oder andere zu propagieren suche und darin die Ausschließlichkeit des Heiles sehen wolle, erst in der Dreiheit, in dem religiös fundierten Auf-Sich-Nehmen der anderen Aufgaben — aber darum gerade in ihrer um so ernsteren Bewältigung oder zum mindesten Anbahnung — sei die Entscheidung zu suchen und zm finden. Für die Analyse der konkreten Situation und die Begründüng der Notwendigkeiten des gegebenen Augenblicks durch rückhaltlose Unterstützung der K. H.-Arbeit konnte kein geeigneterer und rednerisch fesselnderer Sprecher gefunden werden als Dr. Michael Traub, der die geschichtlichen, politischen wirtschaftlichen und ideologischen Fragen meisterhaft zusammenfaßte. Was er im Rahmen seines Vortrages bot an historischem Rückblick, an Gegenwartsschilderung und Darstellung der Zukunftsperspektiven, hatte den Charakter einer bedeut- Samen Kundgebung, Dr. Traub ging von einigen historischen Reminiszenzen und Parallelen aus und kam dann auf die Unruhen in Palästina zu sprechen. Fast zwei Jahre schweren Ringens um Palästina liegen hinter uns. Nach einem halben Jahre blutiger Unruhen kam die Kgl. Kommission ins Land und erforschte das Leben Palästinas in allen seinen Richtungen. Sechs Monate sind seit der Veröffentlichung des Peel-Berichtes vergangen. Sie waren erfüllt von Ereignissen, die den Jischuw und das jüdische Volk in der Welt mit Hoffnung und Sorge verfolgten: Erklärung der englischen Regierung, in der sie sich die Vorschläge des Berichtes zu eigen machte, Verhandlungen der Mandats-Kommission und des Völkerbundrates, Tagungen des Kongresses und der Jewish Agency in Zürich und eine innere Zerklüftung der jüdischen Welt in der Frage der Teihing, Wiederaufflackern des Terrors und entsprechende Maßnahmen der Mandats-Regierung; monatelange IJngewißheit über das kommende Schicksal des Landes, die das wirtschaftliche und politische Leben lähmte, immer schwerer zu ertragendes Warten auf eine Entscheidung, und im vorläufigen Endeffekt das vor wenigen Tagen erschienene Weißbuch, das in diplomatischer Weisheit alle Fragen offen läßt und nur einen Gedanken klar und deutlich ausspricht: Ein neues langwieriges Untersuchungsverfahren steht dem Lande und dem Volke wieder bevor, die auf Palästina lastende LJ n g e w i ß h e i t soll aut unabsehbare Zeit verlängert werden. Stellungnahme zum Weißbuch Wir stehen nicht an zu erklären, daß die '!in Weißbuch verfolgte Politik des Zögerns und der Unentschlossenheit das Ansehen der Mandatsmacht schmälert, die Ruhe des Landes gefährdet und eine Normalisierung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse für lange Zeit hinaus unmöglich macht. Die Hoffnung, durch Pressionen und physischen Zwang politische Vorteile zu erzielen, wird ermuntert, vor allem aber die wirtschaftliche und in ihrem Gefolge auch die politische Situation des Landes durch die Fortdauer der politischen Ungewißheit verschlechtert. Beschleunigung der Entscheidüng und Beendigung des Zustandes der U ngewißheit ist daher die erste Forderung, die wir an die Mandatsregierung in dieser schicksalsschweren Stunde stellen. Gleichzeitig müssen wir aber auch der Unruhe Ausdruck geben, die das jüdische Volk in der Welt in der Frage des politischen Schicksals seiner Nationalen Heimstätte in diesen Wochen erfüllt. Bei aller Erkenntnis politischer Realitäten, denen wir Rechnung tragen müssen, dürfen wir auch in politisch schweren Zeiten das Endziel nicht aus den Augen lassen. Unsere Forderung lautet daher: Jüdischer Staat in Grenzen, die Lebe ns raum gewähren oder nationale Heimstätte mit den durch Ba!four-I)eklaration und Mandat garantierten Rechten. Auch unter äußerlich ungünstigen politischen Bedingungen wird das jüdische Volk nie und ninuner einen Minoritätsstatu s in Palästina akzeptieren, auf das Recht freier Sclbstbestimmung in seinem historischen Heimatlande verzichten. Unter diesem Gesichtspunkt ist das neue Weißbuch der Mandats- Regierung nicht ganz Weißbuch in unserem Sinne. Unsere Parole lautet daher jetzt nicht mehr Kampf für oder gegen Teilung, sondern Mobilisierung all unserer Kräfte, um die mit einer ungünstigen Teilung oder mit einer Schmälerung unserer im Mandat verbrieften Rechte verbundenen Gefahren abzuwenden. Vielleicht war noch nieEinigkeitund Disziplin so wichtig wie in diesen Wochen, verstrickt in die Problematik von Teilung und Nichtteiiung übersahen wir, daß die Mandats- Regierung manche Alternative des Peel-Berichts bereits verwirklicht. Primäre politische Gegenwartsaufgabe ist es daher, von der Regierung die Rückkehr zum Prinzip der ökonomischen Fassungskraft des Landes zu verlangen. Art die Juden in Deutschland! Das jüdische Palästina steht heute in einer wichtigen und schweren Periode des Uebergangs. Wer hier diese Zeit durchlebt, fühlt jeden Tag von neuem, daB unsere politische Situation mit unserer Leistung und Stärke im Lande aufs engste verbunden ist. In dieser Zeit muß es sich erweisen, ob das jüdische Volk Vertrauen zu seinen Pionieren hat, oder ob es in einem schweren Augenblick abwartet und zusieht, was aus dem jüdischen Palästina wird. Das Ringen um die freie Gestaltung jüdischen Lebens in Palästina ist in die entscheidende Phase getreten. Gelingt es, durch den Keren Hajessod die erforderlichen öffentlichen Mittel zu schaffen, so können wir die Probleme der Politik und der Wirtschaft meistern. Vierzigtausend Juden sind im Laufe der letzten vier Jahre aus Deutschland gekommen. Weiteren Tausenden kann Palästina neuen Lebensraum gewähren. Gerade die Juden In Deutschland sollten daher außerordentliche Anstrengungen machen, um die nächste Stufe der palästinensischen Entwicklung vorzubereiten. Die Frage von Erez Israel ist keine Frage guter oder schlechter Konjunktur, es ist die Sache der Wiedergeburt des jüdischen Volkes schlechthin. Uns schrecken keine Schwierigkeiten. Wir sind bereit, alles zu tragen, wenn wir dadurch dem freien Leben unseres Volkes in seinem Land den Weg bahnen. Im Namen der aus Deutschland nach Palästina eingewanderten Juden rufen wir die Juden in Deutschland auf, sich mit uns für die Zukunft von Erez Israel verantwortlich zu fühlen und ihre Solidarität durch ein wahrhaftes Opfer für den Keren Hajessod zum Ausdruck zu bringen. Jerusalem, Januar 1938 Dr. Elias Auerbach — Kurt Blumenfeld — Dr. Werner Feilchenfeld Dr. Kurt Fleischer — Dr. Herbert Foerder — Dr. Salli Hirsch — Dr. Georg Landauer Dr. Heinz Levinsohn — Rabb. Dr. Emil Levy — Geh. Kommerzienrat Berthold Manasse — Erich Mendelssohn Prof. Dr. L. F. Meyer — Dr. Siegfried Moses — Dr. Meinhoid Nußbaum — Dr. Ludwig Pinner Prof. Rosenbaum — Felix Rosenblüth — Kurt Ruppin — Dr. Siegfried Salheimer Salmann Schocken Dr. Werner Senator — Dr. Ernst Simon — Hans Wilhelm Steinberg — Michael Taube — Prof. Dr. Harry Torczyner Kurt Tuchler — Dr. Oskar Wolfsberg — Prof. Dr. Bernhard Zondek — Prof. Dr. Hermann Zondek Allerdings ist die Aufnahmefähigkeit des Landes nicht nur abhängig von der Fläche, sondern auch von den Mitteln, die für den Aufbau zur Verfügung stehen. Von zentraler Bedeutung ist daher die konstruktive Hilfe, die wir in der kommenden politischen Uebergangszeit Palästina zuteil werden lassen. Mehr denn je wird in nächster Zeit nationales Kap i t a 1 Schrittmacher und Gestalter unserer politischen Zukunft sein. Gleichviel wie die zukünftige politische Formel Palästinas lauten wird, wird sie ausgefüllt werden müssen durch nationale Energien und konstruktive Arbeit. Am Dienstagabend waren die Freunde und Förderer des K. H. zu einem Tcc-Abend gebeten, auf dem nach Begrüßungen seitens der Herren Rabb. Dr. H 0 r 0 v i t z, Rabb. Dr. L e m I e, Gerson Stern und Dr. Mich. T raub, angeregt durch viele aus dem Kreise der Gäste gestellte Fragen, das gesamte politische, wirtschaftliche und wanderungspolitische Tatsachenmaterial der jüdischen Gegenwart in längeren Ausfiihrungen zusammenfaßte. Der Abend wurde als eine ganz besonders wertvolle und eindrucksvolle Veranstaltung empfunden, die in später Nachtstunde schloß. Der Leiter des Abends, Dr. Hans P o m e r a n z, eröffnete und schloß die Veranstaltung mit Darlegungen, die in kürzester Zusammenfassung die geschiehtliehe Entwicklung der Zusammenarbeit von Zionisten und Nichtzionisten darstellten und insbesondere die Bedeutung des zionist. Gedankens innerhalb der Palästinabewegiing für die Erziehung der Menschen betonten. Die bereits begonnene K. H.-Aktion hatte schon in den ersten Tagen ausgezeichnete Erfolge. 322 Jugend -Alijah-Zertifikate Wir erhalten folgende Mitteilung: In den ersten Januartagen sind 102 Jungen und Mädchen aus Deutschland mit der Jugend-Alijah nach Palästina abgereist, und zwar je eine Gruppe nach Kfar Jehoschua, Ben Schemen und Misclimar Haemek. Eine religiöse Gruppe von 25 Jugendlichen, die nach Mikweh Israel gehen wird, wird in einigen Wochen Deutschland verlassen. Darüber hinaus hat die englische Regierung• — wie bereits gemeldet — weitere 130 Zertifikate für Jugend-Alijah bewilligt. Dadurch werden spätestens im März Tel Chaj, Gescher und Ginegar 7.11m zweitenmal Jugend-Alijah-Gruppen zur zweijährigen Hachscharah aufnehmen können. Außerdem wurden 5t Schülerzertifikate für Ben Schemen und 11 für das religiöse Mädchcnheim in Jerusalem von der Jewish Agency nach Polen abgegeben. Die Jugend-Alijah hat so im Verlauf weniger Monate von der Mandatsregiernng 322 Zertifikate erhalten, von denen über 250 der Jugendauswanderung aus Deutschland zugute kommen. Die günstige Zertifikats- Situation der Jugend-Alijah eröffnet also insbesondere den Jugendlichen, die zu Ostern die Schule verlassen werden, besondere Auswanderungsniögiichkeiten, die den Jungen und Mädchen berufliche Vorbildung und Einordnung im Lande sichern. Mittwoch, den 26. Januar, 20.30 Uhr Brüdervereinshaus, Kurfürstenstr. 115/6 Mandat — Judenstaat — Dominion? Was wird aus Palästina? Es sprechen: Dr. Hans Friedenthal Rabb. Dr. Max Grünewald Dr. Michael Traub Zionistische Vereinigung für Deutschland Jewish Agency for Palestine Philbys Optimismus Sein jüdisch-arabisches Verständigungsprojekt Wir veröffentlichten in der vorigen Ausgabe den Berieht über den Inhalt einer Unterredung /wischen einem Vertreter der arabischen Zeitung ״Feiest in“ und H. St. John Phil b y, in der Philbv sich über die gegenwärtigen politischen Probleme Palästinas äußerte. Der Inhalt dieser Unterredimg ist insofern interessant, als Philbv noch vor Verhältnismäßig kurzer Zeit ein begeisterter Anhänger des Teilungs- Projektes war und sieh auch gelegentlich in der englischen Presse bzw. in einer öffentlichen Diskussion in London entsprechend geäußert hat (siche ״J. R.“ vom 5. 11. l')37). Jetzt erklärte Philbv, daß er g e g c!1 d i e T e i I u n g sei, und er begründete dies damit, daß er überzeugt sei, sie sei ״ein Unglück für die Juden“. Es ist interessant, dies von einem Manne zu hören, der sein ganzes Leben lang die Sache der Araber unterstützt hat. Als Gegenvorschlag gegenüber dein Teilungsprinzip glaubt Philbv, daß ein Abkommen zwischen Juden und Araber geschlossen werden könne, und er ist dafür optimistisch, daß ein solches Abkommen zustande kommen könne. Er kommt dabei auf manche seiner alten Vorschläge, die er schon 1029 formuliert hat, zurück, allerdings glaubt er nicht mehr daran, daß das Mandat zunächst noch aufrecht erhalten werden kann, sondern tritt für seine Ersetzung durch eine unabhängige Regierung ein. Wenn er davon spricht, daß in einem solchen unabhängigen Palästina Juden und Araber gleichberechtigte Bürger sein sollen, so würde dies bedeuten, daß die Juden, solange sie selbst weniger als die Hälfte der Einwohner des Landes ausmachen, einen Minoritälsstatus behalten. Philbv will in die Verfassung Palästinas Sicherungen für die jüdisehe Entwicklung cinbauen, nämlich das Verbot von Beschränkungen hinsichtlich jüdischer Bodenkäufe und hinsichtlich jüdischer Einwanderung. Er verlangt, daß auch ein unabhängiges Palästina für die jüdische Einwanderung das Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit beibehält. Er schlägt für den Fall, daß die Regierung selbst in dieser Frage zu keiner Einigung kommen kann, die Einsetzung eines Komitees unter neutralem Vorsitz, zur .Schlichtung von Streitigkeiten vor, Philbv, der ein enger Mitarbeiter des Königs Ihn Saud war, meint, daß Ihn Saud jetzt eine Art Vermittlerrolle zwischen Juden und Arnhem übernehmen sojl, und daß zu diesem Zweck eine Konferenz nach der saudischen Hafenstadt Dschedda cin/uberufen sei. Der Ort, an dem dieses Interview erschienen ist, nämlich die Zeitung ״Feiest in״, zeigt, daß derartige Gedankengange in gewissen arabischen Kreisen, nämlich der Nashashibi-Gruppe, auf Svmpathien 711 stoßen scheinen. Es ist natürlich nicht zu übersehen, ob Philbys konkrete Vorschläge, die sich auf eine Beteiligung Ihn Sauds an einer Vermittlungsaktion beziehen, nur seine private Ansicht darstellen oder auf Vorbesprechungen beruhen. Immerhin ist der Vorschlag, den er gemacht hat, interessant, weil er auf der einen Seite den Versuch unternimmt, den W u n s c h der Araber nach Unabhängigkeit in einem ungeteilten Palästina zu befriedigen, auf der anderen Seite auch in einem solchen Palästina den Juden die Möglichkeit der Entwicklung durch Einwanderung und Kolonisation zu gewährleisten; dadurch würde ihre in einem unabhängigen Palästina zunächst cintrefende Minoritätsstellung nicht zu einer dauernden werden, sondern auch unter den neuen Bedingungen nach Ablaut des Mandatssystems die Chance der weiteren jüdischen Entwicklung bestehen bleiben. Es darf aber nicht verkannt werden, daß eine Regierungsform, die zu allen Zeiten, gleichgültig wer im Lande in der Majoritat ist, die Gleichberechtigung der beiden V ö I - ker ohne Rücksicht auf ihre numerische Zahl festlegt, für das Oesamtschicksal des Landes weit vorteilhafter wäre als ein Zustand der Dynamik, aus dem doch immer wieder eine Rivalität der beiden Bevölkerungsteile entspringen kann. Zentrum des Panarabismus Im Amsterdamer ״Telcgraaf“ ist ein Bericht aus Bagdad veröffentlicht, in dem u. a. die dortige Militär* Akademie geschildert wird. Der Verfasser, ein Holländer, stellt fest, daß diese Militär-Akademie das Zentrum der panarabischcn B e w e g u 11 g darstellt und daß von dort aus alle Aktionen in den Ländern mit arabischer Bevölkerung dirigiert werden. Auch das allgemeine Stadtbild in Bagdad beweise, daß diese Stadt sich zu einem politisehen Zentrum des Panarabismus entwickelt. Es wird auch behauptet, daß F a 11 /. i K a t: k a j i, der bekanntlich 1936 die arabische Revolte in Palästina befehligte, einer der Instruktoren an dieser Militär-Akademie ist. Im übrigen enthält der Bericht manche offenkundige Irrtumer; ungeachtet dessen dürfte an der Darstellung der politischen Atmosphäre in Bagdad etwas richtiges sein.

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