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Jüdische Rundschau · 1938-01-14 · Heft 4 (14.1.1938) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 4 (14.1.1938)
Date
1938-01-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 4, 14.1. 1938 S f H A H ל! MODISCHE RIIN Seife 3 Die Trauer um Otto Warburg Ein großer Zionist Präsident zwischen Wolffsohn and Weizmann Durch den Tod von Prof. Warburg, den wir in der vorigen Nr. der ״J. R.“ gerade noch — mit einer kurzen ersten Würdigung des Verstorbenen — melden konnten, ist wieder eine jener immer seltener werdenden Figuren verschwundcn, die mit der Geschichte des Zionismus in seiner Werdezeit eng verknüpft sind. Vielen heutigen Juden, besonders in Deutschland, dürfte es kaum mehr verständlich sein, welcher Entschluß und welche Charakterfestigkeit dazu gehörten, in der Zeit um die Jahrhundertwende sich zum Zionismus zu bekennen; besonders für Menschen, die damals schon auf der Höhe ihres Lebens standen, eine sie ausfüllende Berufsarbeit und feste gesellschaftliche Beziehungen hatten und überdies aus völlig assimiliertem Milieu kamen. Der Eintritt solcher Persönlichkeiten in die zionistische Bewegung gehörte zu den äußersten Seltenheiten. Bei der Feier des 70. Geburtstages von Prof. Warburg, die in Berlin im Juli 1929 durch einen von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland veranstalteten Festabend bei Kroll begangen wurde, hat Dr. Klee erzählt, welche geradezu erschütternde Wirkung es nach 1897 auf die damaligen jungen zionistischen Studenten, die sich in der Judcnheit Deutschlands sehr isoliert fühlten, ausübte, als sie die Nachricht erhielten, daß ein so angesehener Mann wie Prof. Warburg, der damals schon 40 Jahre alt war, in die zionistischen Reihen eingetreten ist. Otto Warburg stammte aus patrizischein Hause und hat in seiner Jugend sehr wenig mit dem Judentum zu tun gehabt. Nicht durch Tradition oder durch Gebundenheit an jüdische Lebensformen, sondern allein durch die Kraft der Uebcrzeugung, durch die scharfe Beobachtung des Lebens und durch seine stolze und adlige Gesinnung war er dazu gekommen, sich mit jüdischen Dingen zu beschäftigen, und entsprechend seiner beruflichen und wissenschaftlichen Tätigkeit als Kolonialpraktiker (hatte er doch besonders auch die Pflanzenzucht und Wirtschaftsmöglichkeiten der deutschen Kolonien in Afrika eingehend studiert und auf diesen Gebieten viele Anregungen gegeben) interessierte er sich zunächst für alle Probleme, die mit der Kolonisation von Juden in Verbindung stehen. Jüdische Kolonisationsversuche gab es damals z. B. in Kleinasien; aber frühzeitig wurde Warburgs Interesse auf Palästina hingelenkt, und er schloß sich zunächst der damals in Berlin bestehenden Gesellschaft ״Esra“ an. Dann kam Herzls ״Judenstaat“ heraus, und Warbürg, der schon durch seinen Schwiegervater' Gustav G. Cohen, der mit Herzl in reger Verbindung stand, in die zionistische Gedankenwelt eingetreten w׳ar, war von Anfang der Bewegung an Schekelzahler. Zu führender aktiver Mitarbeit im Zionismus kam er aber erst, als Herzl sich für die praktischen Siedlungsprobleme Palästinas zu interessieren begann. Bekanntlich ist aber die praktische Palästina-Arbeit zu Herzls Lebzeiten nicht weitergekommen, und erst nach Herzls Tode und nach der Liquidierung des Ostafrika-Projektes wurde sie ernsthaft in die Hand genommen. Hier stand Otto Warbürg an führender Stelle. Als Leiter der vom VI. Kongreß (1903) noch auf Herzls Anregung eingesetzten Palästina- Kommission (Warburg, Dr. Soskin, Franz Oppenheimer) trat er 1905 in das Engere Aktions-Comitd (so hieß damals die Leitung) der Zionistischen Weltorganisation ein. In der Folgezeit stand er an der Spitze derjenigen Richtung, die in den inneren Kämpfen, die auf Herzls Tod folgten, die Idee der sofortigen Aufnahme und praktischen Kolonisationsarbeit vertrat. In dieser Hinsicht arbeitete W'arbtirg mit den russischen Chowewe-Zion zusammen, die unter der Führung von Ussischkin und Tschlenow gleichfalls für die praktische Arbeit eintraten, während die damals herrschende Schicht der westeuropäischen Zionisten unter der Führung von David Wolffsohn Herzls Erbe dadurch zu wahren glaubte, daß sie im Sinne der von Herzl oft geäußerten Meinung gegen jede praktische Arbeit im Lande w׳ar, solange nicht durch politische Arbeit den Juden ein völkerrechtlicher Anspruch auf Palästina zuerkannt wird. Diese Richtung, die man damals die ״politischen Zionisten“ im Gegensatz zu den ״praktischen Zionisten“ nannte, stützte sich auf die große Mehrheit der Zionisten in Deutschland, England, Holland sowie zahlreicher Zionisten in anderen Ländern; die angesehensten Männer der Frühzeit, wie Nordau, Alexander Marmorek, Grecnberg (London), Jacobus Kann (Haag) u. a. gehörten zu dieser Richtung. Es war ein echter und sinnvoller P r i 11 - zipienkampf, wie er in dieser Reinheit in den späteren Jahren des Zionismus kaum wiederkehrte. Es war besonders interessant, daß ein so assimilierter Westjude wie Warburg dabei in einer Front mit den ganz im jüdischen Volkstum wurzelnden Ostjuden stand. Die Entscheidung zugunsten der sogenannten ״praktischen“ Richtung fiel eigentlich schon auf dem Haager Kongreß 1907, als Chaim Weizmann in seiner berühmten Rede darlegte, daß die Gruppe, die man die ״praktischen Zionisten“ nannte, keineswegs die Notwendigkeit politischer Arbeit verkenne, aber der Ansicht ist, daß die politische und praktische Arbeit sich gegenseitig bedingen und daß man daher zu einer Synthese kommen müsse (״synthetischer Zionismus“). Es blieb aber noch bei der alten Leitung. Doch wurde damals bereits auf Warburgs Initiative die Schaffung eines ״Palästina-Amtes״ in Jaffa beschlossen, das 1908 unter Leitung von Dr. Arthur Ruppin ins Leben trat. Dieses Palästina-Amt (nicht zu verwechseln mit den Institutionen, die seit 1920 diesen Namen tragen) hatte die Aufgabe, praktische kolonisatorische Arbeit im Lande zu beginnen und unterstand dem Ressort von Prof. Warburg; es mußte teilweise gegen die übrigen Mitglieder der damaligen zionistischen Leitung arbeiten, die seinen Wirkungskreis einschränken wollten. Noch auf dem Hamburger Kongreß 1909 konnte der innere Kampf nicht klar entschieden werden, und Warburg, der damals zum Vorsitzenden des E. A. C. vorgeschlagen war, mußte infolge der heftigen Opposition der Wolffsohn-Gruppe das Amt ablehnen. Erst 1911, auf dem X. Kongreß in Basel, wurde die neue Regelung durchgeführt und das neue ״Engere Aktions-Comit(*“ eingesetzt, bestehend aas Otto Warburg als Vorsitzenden, Dr. Hantke, Victor Jacobsohn, Schmarya Lew in und Nahuin Sokolow. Von ihnen ist nunmehr nur noch Dr. Hantke am Leben, die anderen, sämtlich große Figuren der zionistischen und jüdischen Geschichte unserer Tage, haben wir in den letzten drei oder vier Jahren verloren. Otto Warburg hat sich mit allen Fragen der praktischen Palästina-Arbeit eingehend beschäftigt. Er hat nicht etwa, weil er selbst botanischer und kolonisatorischer Fachmann war, einseitig auf die Landwirtschaft abgezielt, sondern bei allein Verständnis für die Notwendigkeit einer landwirtschaftliehen Grundlage und für das sorgfältige Studium der landwirtschaftlichen Probleme (besonders des entscheidenden Problems der Intensiv-Wirtschaft) hat er stets betont, daß Palästina, w׳enn es Juden in größerer Zahl aufnehmen soll, nicht ausschließlich auf Landwirtschaft gegründet sein könne, sondern Industrie und auch andere Enverbsmöglichkeiten gepflegt werden müssen. Als ein legitimer Wirtschaftszweig, der Geld ins Land bringt, erschien ihm z. B. die Ansiedlung von Rentnern, die Gründung von Villenstädten für wohlhabende Leute, die sich von ihrer Berufsarbeit zur Ruhe setzen und nach Palästina übersiedcln. Auf allen Gebieten war Warburg unerschöpflich in Anregungen, Gedanken und Er- Bildungen. Er selbst hat einmal die Jahre 1905 bis 1910 die ״Gründerzeit im Zionismus“ genannt, obwohl damals alles mit lächerlich kleinen Summen in Angriff genommen wurde. Prof. Otto Warburg (Mitte) auf der Reise nach Palästina im Februar 1935 im Gespräch mit Dr. Daeck (links) und dem Schiffsoffizier Rosenthal auf dem Dampfer ״Tel-Avw" Auf Warburgs Initiative geht die Schaffung der Oclbaumspende beim Jüdischen Nationalfonds (1904) zurück, der Gedanke der Aufforstung des Landes durch vom J. N. F. gepflanzte Fruchtbäume, deren Ertrag für die Finanzierung der Kulturarbeit verwundet werden sollte. (In dieser Form konnte leider später die Idee nicht ausgeführt werden, es wurde die ״Baumspende“ als Saminelmittel des KKL daraus.) Ferner erwähnten wir bereits in der vorigen ״J. R.“ die Kunstgewerbcschule Beza lei, die in der Vorkriegszeit eine große Rolle spielte, weil sie eine der wenigen Möglichkeiten w'ar, palästinensische Erzeugnisse den Juden Europas vorzuführen und ihnen bei dieser Gelegenheit etwas vom Geiste Palästinas zu bringen. Prof. Warburg war der Präsident des ״Vereins Bczalel“, der seinen Sitz in Berlin hatte und ein weitverzweigtes Netz von Vereinen überall in der Welt gründete, in denen damals schon Zionisten und Nichtzionisten zusammenarbeiteten (eine Miniaturvorstufe der heutigen Jew׳ish Agency). Ferner nennen wir das ״Palästina-Industrie-Syndikat“ (1907), die später zur Zentralen Jüdischen Bodenkaufsgesellschaft gewordene Palesfine Land Development Company (1908), deren Vorsitzender Warburg bis in die jüngste Zeit hinein gewesen ist. Ferner die Pflanzungs-Gesellschaft ״Tiberias", die die Kolonie Migdal aufbautc (1909), die Immobilien-Gesellschaft Palästina (1910), die Gesellschaft für Palästinaforschung (1910) und schließlich die L a n d w i r t s c h a f 11 i c h e V e r s u c h s - Station, damals (1911) in Atlit, eine der wichtigsten Vorstufen der wissenschaftlichen Erforschung der palästinensischen Landwirtschaft. Das land wirtschaftliche Versuchswesen wurde bekanntlich nach dem Kriege unter Mitarbeit von Prof. Warburg unter der Leitung von Agronom Wilkanski sehr ausgebaut. Prof, Warburg, der einen festen Glauben an den Fortschritt durch wissenschaftliche Erkenntnis und durch die ,praktische Anwendung von Forschungsergebnissen und Entdeckungen hatte, legte immer besonderen Wert auf solche Forschung, die dazu beitragen konnte, die Qualität der palästinensischcn Produkte zu verbessern und dadurch den Ertrag des Bodens zu steigern. Eine Zeitlaug gehörte er zu den Herausgebern der Zeitschrift ״Altneuland“, aus der sich später die jetzt von Adolf Böhm hcrausgcgebcnc Monatsschrift ״Palästina“ entwickelte. Nach dem Kriege, als Warburg infolge der veränderten Verhältnisse von der zionistischen Leitung zurücktreteii mußte, wurde er Chef der Landwirtschaftlichen Versuchsstation in Tel Aviv sowie des Institutes für Naturwissenschaftenander Hebräischen Univ e r s i t ä t J e r u s a I e m. Die Notwendig',eit einer Universität und überhaupt der kulturellen Arbeit hat Warburg immer verstanden, schon vor dem Kriege hat er sich für diesen Gedanken eingesetzt und war einer der Schöpfer des damals begründeten hebräischen Kulturfonds. Dieser Mann, der Infolge seiner Erziehung persönlich der hebräischen Kultur fernstand, hatte doch das tiefste Verständnis für ihre Notwendigkeiten. Es erwies sich leider als unmöglich, daß Prof. Warborg in seinem hohen Alter noch persönlich die ganze Last der tatsächlichen Leitung der ihm anvertrautcn Institute auf sich nahm. Fr hat während mehrerer Jahre immer einen großen Teil des Jahres in Palästina zugebracht, seine letzten Reiseplane konnte er leider nicht mehr verwirklichen. Otto Warburg war kein ״Politiker“. Er war ein ganz auf sachliche Arbeit eingestellter Mensch, ohne Vorein• genommenhcit und ohne Dogmatismus, mit einem offenen Blick für die Probleme der realen Welt, um deren Bcwiiltigung es geht. Er war kein Politiker, denn er war ein Mensch ohne jede Eitelkeit, von einer echten und nicht gespielten Bescheidenheit, von einer geradezu rührenden Keuschheit der Seele. Und doch hat er mit seltener Klugheit die menschlichen Dinge und das Getriebe durchschaut, wußte auch um die kleinen Schwächen der Menschen, die er gütig und verzeihend belachte. Er war immer bereit, den Menschen ihre Unzulänglichkeit und Narrheiten zugute zu halten, wenn nur die Sache vorwärts kam. An dem zionistischen Parteileben, wie es besonders in der Nachkriegszeit und auf den Kongressen überhand nahm, hat er sich niemals beteiligt. Manchmal schien es, als ob dieser Mann, einer der Besten im Zionismus, in der Nachkriegszeit in den Hintergrund getreten wäre, DER SIEGESJUBEL Dem Herrn ist es nicht lieb, daß man jubelt, wenn der Feind lallt. In jener Stunde, als die Aegypter ertranken wollten die Engel Gott ein Loblied singen. Er aber rief: Menschen, von mir geschahen, gehen unter im Meer, und ihr wollt jauduen? Midrasch zum Woebenabschnitt für Schabbat, '4. Januar 1938 Cr aber nahm es nicht übel, er war immer in gleicher Weise erfüllt von Begeisterung und Optimismus. Bei jeder Wendung der Dinge, und auch in sehr trüben Zeiten der zionistischen Entwicklung, war es Ermutigung und Labsal, mit dem alten Herrn zu sprechen, der die Dinge so ganz anders sah, mit einer überlegenen Weisheit, die nicht am Augenblick haftete. Etwas Warmes und Sonniges (bei ihm darf man dieses Wort gebrauchen) ging von ihm aus, weil er alle Dinge und alle menschlichen Verhältnisse mit einer Liebe betrachtete, die wohl ein Abglanz seiner tiefen Liebe zur Natur war. Anläßlich seines 75. Geburtstages schrieb am 20. Juli 1934 Dr. Ruppin, der, wie schon erwähnt, vor 30 Jahren Warburgs erster Mitarbeiter war, rückschauend auf jene Tage, in der ״Jüdischen Rundschau“: ״Er war uns immer ein Vorbild an Bescheidenheit, Vornehmheit und Uneigennützigkeit. Sein Optimismus und sein durch keine Fehl- Schläge zu erschütterndes Vertrauen in die Zukunft Palästinas hat unserer Bewegung in ihren jungen Tagen einen starken Halt gegeben.“ Von diesem (leiste des Vertrauens blieb Warburg bis zu seinen letzten Stunden beseelt. .Möge von diesem Geiste etwas auf die junge Generation übergehen, die aus anderer. Bedingungen herkommt, ein äußerlich viel bewegteres Leben auf sich zu nehmen hat, und die einen Mann wie Otto Warburg gar nicht mehr kennt. Möge sie mit Ehrfurcht und Respekt zu ihm aufseiten! Die anderen aber, die Mittelgeneration, die ihn noch kannte, werden das Andenken dieses wunderbaren Menschen und Juden in Treue und mit besonderer Liebe bewahren. R. W. Die Trauerfeier Die Beisetzung von Otto Warburg fand Donnerstag, am 13. Januar, abends, im Krematorium Wilmersdorf, statt. Eine große Menschenmenge hatte sieh cingefunden, um dem Verstorbenen die letzte Ehrung zu erweisen. Die Trauer- Versammlung war ein eindrucksvolles Zeugnis für die Beliebtheit, der der Verstorbene sich in allen Kreisen, mit denen er im Leben in Berührung trat, erfreut hat. Zahlreiche jüdisdrr Institutionen und Organisationen Deutschlands waren vertreten. Der üeschäftsführende Ausschuß der ZVfD. war vollzählig erschienen. Ein fein empfundenes, das Wesen und den Charakter des Verstorbenen verständnisvoll deutendes Bild entwarf Rabbiner Dr. Warschauer, der dem Verstorbene: auch persönlich nahestand, in seiner Trauerrede. Für die Zionistische Organisation sprach Dr. Franz. Meyer, der die historische Bedeutung der Figur Otto Warburgs in der Geschichte des Zionismus darlegte und den Empfindungen der Dankbarkeit der zionistischen Welt sowie der tiefen Trauer Ausdruck gab. Dr. Kurt Ball überbrachte die letzten Grüße der ״Gesellschaft der Freunde der Universität Jerusalem“. Eine Fülle von B e i I c i d s k u n d g e b 11 n g e n, Telegraminen usw. sind bei den Angehörigen des Verstorbenen sowie bei der Zionistischen Vereinigung für Deutschland eingelaufen. Die Zionistische Exekutive in London hat an die ZVfD. das nachstehende Telegramm geschickt: ״Aufs tiefste erschüttert über den Heimgang von Otto Warburg sprechen wir Urnen um! den Angehörigen wärmste Teilnähme aus. Das Andenken dieses vornehmen Menschen, dessen historische Verdienste um den Aufbau des jüdisehen Palästina unvergeßlich sind, wird von der Zionistischen Organisation stets in hohen Ehren gehalten werden. Brodetskv, Zionist Executive, London.“ Eine Gedenkfeier für Otto Warburg wurde von der Zionistischen Organisation in London abgehalten. Ansprachen hielten Prof. Brodetskv und Dr. Martin Rosen bl üth. Warburg und die Universität Schon vor dem Kriege hat Warburg die wissenschaftliche Erschließung des Landes und seines Bodens angeregt und gefördert. Er ist einer der Wegcberciter der Hebräischen Universität und gehört ihrem Lehrkörper als Leiter des Naturwissenschaftlichen Instituts an. Seine letzte wissenschaftliche Veröffentlichung über ״Heimat und Geschichte der Lilie“ (Fedde, Repertorium, Beih. LVL, 1929) ist zugleich eine der ersten, die den Namen des Naturwissenschaftlichen Instituts der Hebräischen Universität in die Welt getragen haben. An der Werbetätigkeit für die Universität und die Nationalbibliothek hat Warburg stets lebhaften Auteil genommen, seit 1922 auch im Rahmen der ״Gesellschift der Freunde der Jerusalem-Bibliothek“ in Berlin. Als diese an dem ungeheueren wanderungsbedingten Anwachsen ihrer Aufgaben im Jahre 1931 zu seheitern droht, übernimmt Warhurg Vorsitz und Leitung. Der Einsatz seiner Person, seine Zuversicht und Festigkeit in entscheidenden Fragen, bieten den Trägern der Arbeit Rückhalt. Nicht ohne manche Zumutung an seine geschwächte Gesundheit, erfüllte er bis ZU seinem Tode die Aufgaben seines Amtes bis ins Kleinste. Fs gelang ihm noch, einen alten Zwiespalt zu überwinden und am 18. Dezember 1937 einen neuen Abschnitt mit der Haupt- Versammlung der ״Gesellschaft der Freunde der Hebräischen Universität und Bibliothek Jerusalem“ zu eröffnen. Warburgs Art war, junge Bäume zu setzen, zu hegen und sie Anderen zu überlassen, sobald sie Früchte tragen konnten. Ein solcher Pflanzer wird fehlen. Ernst Hoffmann (Berlin). Ein Otto Warburg - Wald Wir erhalten folgende Mitteilung: In diesen Tagen hat der ״Kibbuz Hasorea“, der aus dem jüdischen Bund ״Werkleute“ aus Deutschland hervorgegangen ist, mit Baumpflanzungen des Keren Kajcmcth in der Nähe der Moschawah Jokneam begonnen. Der Keren Kajcmeth-Wald, der dort errichtet wird, wird den Namen von Otto Warburg tragen. Dieses Denkmal ist würdig des Mannes, dessen Leben der praktischen Palästina-Arbeit gegolten hat. Zertifikate für die Jugendalijah Nachdem ln der vergangenen Woche 100 Jugendliche zur Alijah gekommen sind, erhielt die Jugendhilfe telegraphisch die Mitteilung, daß 150 neue Zertifikate bewilligt worden sind.

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