Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1938)
- Date
- 1938-01-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 3, 11.1.1938 Das Echo des Weißbuches Tod) angehörte. Auch nach dem Kriege, als die Exekutive nach London verlegt wurde und die Präsidentschaft an Dr. Weizmann überging, blieb Otto Warburg mit der praktischen Palästina-Arbeit und der wissenschaftlichen Arbeit in Palästina eng verbunden. Er wurde Leiter des Botanischen Institutes der Universität, und in den letzten Jahren hat er noch die Freude gehabt, die Entstehung des Botanischen Gartens in Jerusalem mitanziischen. ln Berlin war Warburg Vorsitzender des Kreises der Freunde der Universität Jeru- Salem. Von zionistischen Gründungen, denen sein Interesse galt, nennen wir nur die Palestine Land Development Company, den Bezalel, die ״lmmobiliengesellschaft Palästina“ usw. Warburg hatte sich frühzeitig der Erforschung der Tropenpflanzen gewidmet und bereiste 1885—1889 Süd- und Ostasien. 1891 wurde er Privatdozent an der Berliner Universität und 1892 Professor. Von seinen Werken sind zu nennen: ״Kautschuk-Pflanzen und ihre Kultur“ (1900). ״Kuiturpflanzen der Weltwirtschalt״ ,(1907) ״Die Pflanzenwelt“, 3 Bde. (1913-1922). Vor knapp vier Jahren war Warburg anläßlich seines 75. Geburtstages Gegenstand zahlreicher Sympathie-Kumlgehungen der ganzen zionistischen und jüdischen Welt. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich deutlich seine große Beliebtheit, die nicht nur seinen Verdiensten unu seiner jüdischen Arbeit, sondem seinen menschlichen Eigenschaften zuzuschrcihcn war. Mit Recht wurde er einmal der ״Gentleman der zionistischen ׳Bewegung“ genannt. Bis in sein hohes Alter war er erstaunlieh rüstig und jugendlich. Erst seit dem Tode seiner gleich ihm verehrten Gattin vor etwa einem Jahre schien er sich nicht mehr ganz zu erholen. Nim stehen wir voll aufrichtiger Trauer an seinem Grabe, aber wir werden ihn nicht vergessen, und in der zionisti-chen Geschichte wird er rmvcrrückbar einen Ehrenplatz erhalten. Jüdischer Jugendverband in Oesterreich Aufgliederung; aus der Staatsjugend Der Bundesführer des staatlichen Jugendverbandes ״O e 81 e r r e i c h i s c h e s Jungvolk“, Graf Thurn-Valsassina, gab vor sämtlichen zu einer Arbeitstagung versammelten Unterführern die Erklärung ab, daß jüdische Jugendliche i n Zukunft nicht mehr i in a 11 g ein e 1 n e n staatlichen J 11 g e n d v e r b a n d bleiben dürfen, sondern in einem besonderen Jugend verband zusammengefaßt werden sollen. Wenn die österrcichische Jugend deutsch und sozial gerecht erzogen werden solle, könne es jüdischen Eltern unmöglich recht sein, ihre Kinder in das ״üesterreichische Jungvolk“ zu schicken. Es solle daher ein Verband geschaffen werden, in dem die jüdische Jugend unter sich sei. Das bedeute keinesfalls eine Verletzung der Verfassung, da auch den jüdischen Jugendlichen Möglichkeiten offengehalten würden, in die ״Vaterländische Front“ einzutreten. Bei der Bestellung der jüdischen Jugendieitcr, erklärte Graf Thurn- Valsassina, wolle er sich maßgebenden Einfluß Vorbehalten. Hierzu schreibt uns unser Wiener J. R.-Berichterstatter: Die Ausführungen des Bundesjugendführers haben in der Wiener ()Öffentlichkeit, besonders in der jüdischen Bevölkerung, einen außerordentlich starken Widerhall gefunden. Seit der Errichtung von Parallelklassen für jüdische Schüler in Volks- und Hauptschulen im Herbst 1931 hat keine Maßnahme einen ähnlich starken Eindruck in der jüdischen Bevölkerung hervorgerufen. Hierbei ist allerdings in der Reaktion auf jüdischer Seite ein wesentlicher Unterschied bei der Beurteilung dieser Maßnahme festzustellen, der^ im Gegensatz ch sc! h* n^ Sc) m kr v e r bä n I i bahen'zünädi'Jt1'/ w cfsch a'rTv o'ncinand e r ge ז r e ח n ז e B e 11 r t c! i u 11 g c 11 in der Wiener Judenschaft gefunden. I de Kreise um die' ,.Union osterj^ich'-i 1 ״ I 1, 1 n 1 11 ן > um u ז׳- den os'.em i.!״ n 8taat-gr!1mi:!i‘set?en, aber auch mit den Gesetzen der Einrichtung des 0('s;erreichischen Jungvolkes selbst■׳ und b!streite■:! e-, ihii 111 jüdischen Kreisen Erziehung ’'nirgends’''/!!.Reibungen g[Yüh'rtÜ habe; %ie ‘ küm digeu den Sih.inxfin Brotes! grgen diese geplante Maß- Maßnahme begrubt, da sie einerseits einem bis jetzt von der jüdischen Jugend d׳ ־.ickmid empfundenen Zustand ein Ende bürgerliche״ Erziehung unter der Obhut des Jungvolks gewährleiste. Denn faktisch konnte die jüdische Jugend in der letzten Zeit keine A u f n a 11 m e i!11 O e s t e r r c i c h i s c h e n Jung- Volk finden, wodurch ihr aber auch der Eintritt in die vaterländische Front, der;111 die Voraussetzung der Zugehörigkeit zum Jungvolk geknüpft ist, verwehrt blich. Die jetzige Ent- Scheidung einer ori;inisatorischcn Sonderstellung sichert nun, wie dies in der Rede des Bunüesjugendführers aus- *driickiich betont wird, den jüdischen Jugendlichen nach Erreichuitg des 18. Lebensjahres die künftige Aufnahme in die Vater!,;mi!!׳he Fiont. Vom ״Jungvolk“, dessen Programm zwei Aufgaben, eine religiös-sittliche und eine staatsbürgerliche Vorsicht, ist van Anfang an geltend gemacht worden, daß es unmöglich sei, Angehörige fession, also in diesem!■'alle der christlichen, in ein und derselben Organisation zu erziehen. Sfaatsrat Dr. Desidcr F r i c d m a n!1 , der Präsident der Wiener Kultusgemeinilo, erklärt in einer Stellungnahme, daß die Gründung eines jüdischen Jugendverbandes, der als soleher dem Oesterreivhischeii Jungvolk inkorporiert werden wird, i n k einer W ei s e a 11 f ei ne Diskriminierung der j ü d i s e h e n J 11 g e 11 11 ה h z i e I c. Er weist darauf hin, daß auch die katholische Jugendbewegung, als Konkordatsjugend zusammengefaßt, im Rahmen des Oestcrrrichisclien Jungvolks ebenfalls eine Sonderstellung entnehme und eine analoge Regelung auch für die im evangelischen Jungwerk ziisammengclp.ßtc protestantische Jugend und für die a 11 k a t h o 1 i s c h e Jugend vorgesehen sei. Die jüdischeu Jugendlichen werden durch ihre Mitgliedschaft in dem zu schaffenden Jugcndverband Angehörige des Oesterreich! scheu Jungvolks sein und alle jene Bcgüristigungen und Vorteile genießen, die den Mitgliedern der anderen Gruppen des (')österreichischen Jungvolks geboten werden, als deren wichtigste die Aufnahme in die Vaterländische Front ausdrücklich hervorgehoben wurde. Pressekonferenz In London Eine Erklärung Brodetskys London, 5. Januar. (Ralcor.) Professor S. Brodctsky, Leiter der Politischen Abteilung der Jewish Agency in London, gab heute bei einer Pressekonferenz folgende Erklhrtirt g ab: Das neue Weißbuch, veröffentlicht von der britischen Regierung, legt die Richtlinien für die Untersuchungen der neuen technischen Kommission fest. Es beschäftigt sich nicht mit Fragen f 11 n d a m e 111:11 e r P o! j f i k . und daher sind eventuelle Folgerungen zu unbestimmt, um kommentiert zu werden, bis nicht größere Klarheit in dieser Beziehung herrscht. Eine Tatsache tritt jedoch klar hervor, nämlich daß die britische Regierung eine lange V e r z ö g e r 11 n g in Betracht zieht, bevor sie erwartet, in der | agc zu sein, ihre endgültige Politik festztilegen und sielt zu einem endgültigen Plan zu entscheiden. Es ist nicht ganz verständlich, warum jetzt angenotnmen wird, daß die weiteren Untersuchungen und Diskussionen eine so viel längere Zeit in Anspruch nehmen werden, als anscheinend für notwendig befunden wurde, als die engiisebe Regierung ihr künftiges Vorgehen vor der Mandatskommission und dem Völkerhundsrat darlegtc. Ebenso ist nicht klar ersichtlich, warum mit dieser Erklärung so lange gezögert wurde und warum sogar jetzt nocli mit der Zusammensetzung und' Aussendung der neuen Kommission gewartet wird. Diese Verzögerung ist ebenso bedauernswert wie die lange Unsicherheit, die bereits in Palästina großen Schaden verursacht hat, Aufenthalt tmd Verzögerung können nicht ein politisches System schaffen, und wenn diese Faktoren als unabänderlich behandelt werden, so ist es die Pflicht der Mamlatsverwaltung, dafür Sorge zu tragen, daß in der Zwischenzeit das Leben und die Arbeit im Lande soweit tu 5 g I i c 11 in normaler Weise fort geführt wird. Die künstliche Beschränkung jüdischer Ein- Wanderung hat eine wirtschaftliche Krise in Palästina verursacht und bringt großes Unglück über eine große Anzahl!״den in Mittel- und Osteuropa, deren einzige Hoffnung Palästina ist. Daher bitten wir die britische Regierung aufs dringlichste, alles, was in ihren Kräften steht, z.u tun, um wieder normale Bedingungen in Pf.lästina zu schaffen, tmd in erster L inie wieder die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes als ausschlaggebenden Faktor für jüdische Einw anderung nach Palästina zu bestimmen. Wir glauben, die Gewährung dieser Bitte voll Vertrauen erwarten zu können im Hinblick aut die von Ormsbv-Gore vor der Permanenten Mandatskommission und von Eden vor dem Völkerbundrat in Genf im September vorigen Jahres abgegebenen Erklimmgen, in denen die drastische Maßnahme der politischen Einwanderungshöchstzahl als ״eine nur vorübergehende Maßnahme, nur für eine vorübergehende Ausnahme- Situation bestimmt“ bezeichnet wurde. Die Erklärung Brodetskys wurde von der großen London er Presse als Erklärung der Jewish Agency abgedruckt. Di® Aufnahme in Palästina Der ״Times“ wird aus Jerusalem berichtet, daß das Weißbuch in Palästina eine k ü h I e k u f n a h m e gefunden hat. Bei den Juden bestehe Befriedigung darüber, daß das Prinzip der Teilung nicht aufgegeben sei; man befürchte aber eine Verkleinerung des Gebietes des vorgeschlämmen Judenstaates. Ferner wird auf jüdischer Seite daraut hingewiesen, daß die Hinauszögerung der endgültigen Entscheidung die Terroristen ermutigen und sich vor allem ungünstig auf die Wirtschaft auswirken werde, für die man einen Aufschwung durch die Begeisterung der Zionisten im Auslande für die schnelle Errichtung eines jüdischen Staates erwartet hatte. Die Araber betrachten nach Mitteilung des ״Times“- Vertreters die nette Kommission mit völliger Gleichgültigkeit und sagen, daß die durch die Untersuchungen aufgewandte Zeit nur zu weiteren Verwicklungen der Lage in Palästina führen werde. Von manchen Seifen — so fährt die ״Times“ fort — wird angenommen, daß das Weißbuch die Absicht erkennen lasse, die’ Vorschläge der Peel-Kommission zur Errichtung eines Judenstaates mit genügend Raum für weitere Ausdehnung itm/uwandeln In einen Plan, der den Juden bloß in dem jetzt von ihnen besiedelten Gebiet Autonomie 'zusichert. Während ein solcher modifizierter Teilungsplan vor der Veröffentlichung des Peel-Berichts und vor den darauf folgenden Ereignissen vielleicht von manchen Arahertt angenommen worden wäre, hat er unter den äugenblicküclicn Verhältnissen keine Aussicht auf Zustimmung, ebenso wie es unwahrscheinlich ist, daß der Zionistenkongreß, der schon den ursprünglichen Pian verworfen hatte, einem noch stärker eingeschränkten Plan zustimmen wird. Das frühere Mitglied des Obersten Arabischen Komitees, A 11 n i Abdul Be v H a d i, der jetzt in K a i r o im Krankenhaus liegt, äußerte sich dem Berichterstatter der ״Times“ gegenüber dahin, daß das Weißbuch nicht viel dazu bei trage, die Lage zu klären. Die Klausel, daß möglichst wenig Araber im jüdischen Staat wohnen sollten, erscheint ihm interessant, weil er den Eindruck hat, daß man den Ein- Schluß Nordnalastinas (Galiläas) in den jüdischen Staat nicht mehr für durchführbar hält. Auf die Frage, ob die Araber die neue Kommission boykottieren würden, sagte Attni, er sehe nicht, wie die Kommission zuverlässige Informationen über den arabischen Standpunkt einholen wolle, da alle maßgebenden arabisch-palästinensischen Politiker verbannt seien. Die Teilung sei seiner Meinung nach unmöglich, und er gewinne aus dem Weißbuch den Eindruck, daß die englische Regierung jetzt selber daran zu zweifeln beginne. Der Jerusalemer Korrespondent des Londoner ״Observer“ schreibt 1t. a., daß allgemeine Verstimmung über die Unbestimmtheit des Weißbuchs herrsche. Die Versicherung, daß keine zwangsweise Umsiedlung von Arabern statt finden wercie, wird von der arabischen Presse überhaupt nicht beachtet. Manche arabischen Zeitungen sehen in dem Weißbuch eine neue Bestätigung des Teilungsplans, andere hingegen halten es für den ersten Schritt zu einem Rückzug. Sicher sei, so berichtet der Korrespondent weiter, daß es keine Möglichkeit für einen arabischjüdischen F r i c d e n gebe, da das Hauptproblem der Juden, keine ,Minderheit zu bleiben, nun beiden Teilen klar sei, und keiner den Anspruch aufgeben wird, eine Mehrheit zu werden bzw. zu bleiben. Alle sogenannten Friedensgespräche seien völlig illusorisch oder stammten von Personen, die gegenüber den arabischen und jüdischen Massen keine Verantwortung und Autorität haben. Die jetzige Lage lasse die Tür offen für zahllose Intrigen inner- und außerhalb Palästinas. Die lange Periode der Verzögerung verschlimmere nicht nur die wirtschaftliche Krise und die Unruhe, sondern ithaffe auch der antienglischen Pro- Daganda neue Nahrung. Was die Abschätzung der Chancen einer jüdisch• arabischen.Verständigung betrifft, so lauten die Urteile allgemein sehr pessimistisch. Da jetzt beiden Teilen klar ist, daß es sich um die Frage der Mehrheit im Lande handelt, sei eine Uebercinstimrnung nicht zu erzielen. Denn weder die Juden noch die Araber werden freiwillig einen Minderheitsstatus annehmen. Der Waad Lcumi hat vor einigen Tagen eine Deklaration veröffentlicht, in der er sich gegen diejenigen Juden wendet, die mit den Arabern verhandeln wollen. Hierzu veröffentlicht die ״Palestine Post“ eine Zuschrift, in der die Frage aufgeworfen wird, auf welche jüdischen Vorschläge der Waad Lcumi in seinem Protest abziele. Es könne sich nur entweder utn den Artikel von Dr. Magnes in ״New-York Times“ handeln oder um Lord Samuels Rede im Oberhaus. Beider Vorschläge beziehen sich aber, wie der Schreiber in der ״Palestine Post“ betont, auf eine beschränkte Zahl von Jahren, so daß die Behauptung des Waad Lcumi, daß sie die jüdischen Aspirationen für immer aufgeben, nicht den Tatsachen entspreche. Andere Berichte aus Palästina besagen, daß unter aer unolitischen Masse der Wunsch nach einer Annäherung der eiden Völker vorhanden ist, daß aber die meisten ihre Anschauungen nicht öffentlich zu äußern wagen. Die arabische Zeitung ״Al Isiamia“ bezeichnet das Weißbuch als ein ״Schwarzbuch“, weil es an dem Teilungsplan festhalte. Die Londoner ״Sunday Times“ vom 9. Januar behauptet, daß die ״Technische Kommission“ schon im Februar nach Palästina gehen werde. Der Sekretär der arabischen ״Partei der nationalen Verteidigiing“ (Nashashibi-Gruppe), Mr. M o g it a n a m, sagte, daß die Richtlinien für die neue Kommission vage und unbestimmt seien und einen Bluff Arabern und Juden gegenüber darstellen. Da die Richtlinien der Kommission den Teiiungsgedanken einschließen, müßten sie von den Arabern boyk 011 i e r t werden. (Siehe auch Seite 7) Englische Pressestimmen Von den englischen Pressestimmen der letzten Tage ist vielleicht ein Leitartikel des ״Evening Standard“ hervorzuheben, der das neue Weißbuch als ein ״Meisterstück der Verdunkelungskunst“ bezeichnet. Das Weißbuch trete zwar für die Teilung als abstrakte Idee ein, habe aber keine Vorstellung von dessen praktischer Anwendung. Die Regierung glaube offenbar, wenn sie die Sache genügend verschleppt, so werde inzwischen ein Engel vom Himmel niedersteigen, um sie von ihrer schweren Arbeit zu erlösen. In Erwartung solcher Wunder könne man aber keine Politik machen. Der Artikel schließt mit der Behauptung, daß die Teilung allgemein abgelehnt werde und daß die Regierung sich davon lossagen sollte, um den Weg für eine bessere Politik freizumachen. Die Wochenschrift ״New States man and the Nation“ dagegen stellt fest, daß nach wie vor keine andere brauchbare Lösung sich zeige als die Teilung, wie es der Peel-Bericht auch dargelegt habe. Auch die neue Kommission werde nichts anderes finden. In der Wochenschrift ״Spectator“ schreibt in einem langen Artikel Prebendary Wilson Cash, der während des Krieges britischer Armeekanlan in Palästina war, die englische Kegierung sollte erklären, daß keine jüdische Einwanderung mehr zugelassen wird, dann würden die Araber sich mit den 400 (XX) Juden abfinden und dann wäre der Weg zum Frieden frei. Der Generalrat der englischen Gewerkschaften und die Leitung der Labour Party haben eine Resolution veröffentlicht, in der sie die Palästina-Politik der Regierung wegen ihrer schwankenden Haltung scharf kritisieren und die Meinung aussprechen, daß die Regierung durch diese Haltung einen Preis auf Unruhe und Terror aussetzt. Telegramm amerikanischer Zionisten New York, 6. Januar. (Palcor.) Die Reaktion der amerikanischen Judenbeit auf das Weißbuch der britischen Regierung ist aus folgendem Telegramm, das heute morgen dem Kolonial amt in London übersandt wurde, ersichtlich: ״Die amerikanischen Zionisten sind über die durch das neue Weißbuch entstandene Situation ernstlich besorgt, um so mehr, als viele Monate verstreichen müssen, bevor eine Entscheidüng bezüglich der Teilung getroffen wird. Die amerlkanisehen Zionisten drängen im Verein mit der Exekutive der Jewish Agency für Palästina darauf, daß, bis eine solche Ent- Scheidung getroffen wird, das Mandat bezüglich jüdischer Einwanderung auf der Basis wirtschaftlicher Aufnahmefähigkeit Palästinas fn Kraft bleibt. Bis 7um Zeitpunkt einer solchen Entscheidung darf Palästina nicht behandelt werden, als hätte es einen toten Punkt erreicht, sondern die Mandatsvcrwaltung muß mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von Unsicherheit und Verzögerung vollkommen aufrechterhalten werden.“ Das Telegramm ist von Dr. Stephen W i s e, dem Präsidenten der Zionistischen Organisation von Amerika, Louis L i p s k y, Vorsitzendem des Keren Kajemeth in USA., Morris Rothenberg, Vorsitzendem des Verwaltungskomitees der Zionistischen Organisation von Amerika, und Israel Goldstein, Vorsitzendem des Jüdischen Nationalfonds in USA., gezeichnet. Die Hadassah hat eine Erklärung abgegeben, in der sie das Weißbuch begrüßt und erklärt, daß die Arbeit der neuen Kommission erweisen würde, daß die Teilung undurchf ü h r b a r sei. ‘ jtebzU Berlin: Bar Kochba Waldlaufsieg über JSG. Knaben: 1. Putzrath (BK.), 2. Trachtenberg (BK.), Mannschaftssieger: BK. — Jugend: 1. Jonas (BK.), 2. Graff (JSG,), Mannschafts• Sieger: BK. -- Alte Herren über 32: 1. Wisnia (BK.), 2. Engier (JSG.), Mannschaftssieger: BK. — Alte Herren über 40: 1. Schön (BK.), 2. Böhm (BK.), Mannschaftssieger: BK. — Männer: 1. Petzall (BK.), 2. Werthcn (BK.), Mannschaftssieger: BK. Leipzig. Fußbail: Makkabi Chemnitz. I. Herren gegen BK. Leipzig Alte Herren 1:3: Makkabi Chemnitz Knaben gegen BK. Leipzig Knaben 1:1. — Handball: Makkabi Chemnitz Damen gegen BK. Leipzig Damen 1:5. — Tischtennis: Bar Kochba-Hakoah Berlin gegen BK. Leipzig 5:4; Makkabi Chemnitz Jugend gegen BK. Leipzig Jugend 8:13. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert W e 11 s c h, Brrlin-CharL 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Locwtnslcin, Berlin W15 Anzeigcnleiter und verantwortlieh für den Inhal! der Anzeigen: Erich l.iepmann, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - PreislLte 5 vorn 1. April 1930. Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekestr 10. D.A. IV/1937 26800. — Druck: Siegfried Scholem, Berlin Schön,׳! e-g.