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Jüdische Rundschau · 1938-01-07 · Heft 2 (7.1.1938) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 2 (7.1.1938)
Date
1938-01-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JOD I SCH E RUNDSCHAU Nr. 2, 7.1.1938 Isaak Feuerring Mit Isaak F e u e r r i n g, der am 26. Dezember 1937, an seinem 4S. Geburtstag, starb, ist ein Mann von seltenen Qualitäten aus unserer Mitte gegangen, aus dem Kreise der Zionisten Deutschlands, die vor etwa dreißig Jahren die Sache des Zionismus zu der ihren machten una seitdem für sie arbeiteten, unbekümmert darum, ob der Zionismus eine Utopie, ein fernes Ideal, eine schlechthin siegreiche Bewegung oder ein_ schwer umkämpftes Problem der Tagespolitik zu sein schien. Welchen Aspekt Fernstehende jeweils für den richtigen halten werden, war uns gleichgültig. Für uns war der Zionismus nicht eine Ansichtssache, sondern etwas, was im tiefsten Innern unserer Seele stets geschlummert hatte und durch irgendeinen Anlaß mir erweckt worden war. In dieser seelisehen Schicht gab es keinen Unterschied zwischen West- und Ostjuden. Feuerring war Ostjude. Er stammte aus Galizien. Was an diesem so bescheiden und zurückhaltend auftretenden Manne von besonderem Reiz war, war die Verschmelzung von Idealismus und Realismus zu einer fruchtbaren Einheit. Sein Realismus, gestutzt auf einen ungewöhnlich scharfen Verstand, eine umfassende Weltkenntnis, einen sicheren Instinki für das Wesentliche an Menschen und Situationen, befähigte ihn in seinem Berufe zu Erfolgen, die mehr bedeuteten als Geldverdienen. Er begann seine Laufbahn bei der Firma Aron Hirsch & Sohn in Haiberstadt — noch vor der Zeit, wo dort arbeiten und Zionist sein ungefähr identisch war; diese Entwicklung half Feuerring erst herbeiführen — und er wurde zu einem Kaufmann internationalen Formats. Er war einer jener seltenen Kaufleute, die nicht nur geschäftlich, sondern wirklich wirtschaftlich zu denken vermögen — ein Unterschied, den eine zu Ucbertrcibungen neigende Zeit gern verwischt. Dieser selbe Reali.nins machte ihn zu einem nervorragend klarblickenden politischen Kopf, der das Tatsachenmaterial ebenso beherrschte, wie cs sich für ihn zu klaren Linien gliederte. Dali ein Mann von solchen praktischen Fähigkeiten in der Ziouistisi heu ( )rganisation nie an Stellen gestanden hat, wo sie für den Zionismus voll hätten fruchtbar werden könne«, ist eigenartig. Es ist alter hier nicht am Platze, nach den Gründen /u tragen. Inimerhin hat Feuerrings Tätigkeit manche bleibenden Spuren hinterlassen. Sein Idealismus war aus tiefen ostjudischen Quellen getränkt. Er dokumcntia te sieh ebenso in seiner Haltung zu allem, was den Namen Jmii miuui verdient wie in seiner Auffassung von jüdischem Famnienleben, und er äußerte sich besonders charakteristisch in seinem Respekt vor geistigem Schaffen und geistiger Leistung. Dieser Zug entsprang unverkennbar der Tradition seines Vaterhauses, das ein Zentrum geistiger Kultur im überlieferten religiösen Sinne gewesen sein muß. In ihm, dem Enkelsohn eines Schriftgelehrten, dessen Name noch heute mit Verehrung genannt wird, vereinigte sich eine vollkommene jüdische Bildung mit einer freien Geistesscliulung durch Westeuropa. Die Beschältigung mit geistigen Dingen war für ihn nicht eine Angeiegenheit, die der Mann des praktischen Lebens in Stunden erledigt, wo er nichts Besseres zu tun hat, nicht nur ein allenfalls auch entbehrliches dekoratives Nebenbei, sondern sie war ein Lebenselement seiner Persönlichkeit. Seine Verehrung fiir geistige Leistungen hatte manchmal etwas geradezu Rührendes. _ Feuerring gehörte zu den seltenen Gestalten, die auch in jahrzehntelanger naher Bekanntschaft nicht an Reiz verlieren und stets neues Leben ausstrablen. Aber dieses Leben war verurteilt, allzu früh zu erlöschen und nichts als Erinnerung zu werden. Wenigstens diese Erinnerung werden die hegen, denen er nahestand. Erich Cohn, Jerusalem Meteorologische Station in Jaaroth-Hacarmel. Zum ersten Male hat die palästinensische Regierung sich entschlossen, aut jüdischem Privatboden eine meteorologische Station zu errichten. Ein derartiger Dienst ist für die Weiterentwicklung laarolli-Hacannels von außerordentlicher Bedeutung. Die Klimatischen Voraussetzungen sind gerade in Jaaroth-Hacarmel besonders gegeben, weil das ganze Gebiet, vor allem der Hügel, auf dem die Station errichtet wird, 450 m über dem Meeresspiegel liegt und für Wettermessungen sehr M. M. WARBURG & CO. GEGRÜNDET 5 7 9 7 HAMBURG BERLINER EURO: günstig ist. Die Station wird der Zivil-Luftfahrt und auch den übrigen ähnlichen Organisationen dienen. Die Bulletins der Station werden in den Zeitungen erscheinen und außerdem im Jerusalemer Radio bei der Wettervoraussage Verwendung finden. Um die Resultate der Messungen der Station mitteilen zu können, hat sicli die Palästina-Regierung bereit erklärt, eine Telephonleiturig nach Jaaroth-Hacarmel zu legen. — Die Entwicklung von Jaaroth-Hacarmel geht weiterhin planmäßig vorwärts. Bei dem Bau der Straßen in Jaaroth sind zurzeit mehr als 30 Arbeiter beschäftigt. Die Hauptstraßenzüge in dem zur Verlosung gelegenen Teil werden bis Frühjahr 1938 fertiggestellt sein. Auch die eigentliche Siedlung macht schon einen recht lebendigen Eindruck. Die Arbeiter, die in Jaaroth ständig beschäftigt sind, haben von der Gesellschaft preiswerten landwirtschaftlichen Boden, langfristig auszahlbar, erworben und mit der Kultivierung bereits begonnen. Obstbäume wurden gepflanzt und Gemüsegärten angelegt. Die ersten Familien sind bereits angesiedelt und beginnen ihre eigenen Häuschen zu bauen. Aus Naharlah. Im Versuchsgarten der Kooperative in Nahariali gelang es, eine neue Erdbeerensorte zu zöchteil. Die Früchte zeichnen sich durch besondere Größe und Schmackhaftigkeit aus. Durch spezielle Anbaumethoden können diese Erdbeeren bereits im Dezember und Januar geerntet werden. Das bedeutet, daß diese Obstsorte schon 1m Winter auf den Markt gelangen kann, während die eigentliehe Erdbeerernte bisher immer April—Mai war. Die neue Erdbeere ist für den Export außerordentlich geeignet. Die ersten Exportversuchc sind in diesen Tagen mit guten Resultaten durchgeführt worden. Die Regierung überließ der Nahariah-Oesellschaft kostenlos eine bedeutende Quantität von Gemüse- und Pflan/ensetzlingcn 711 weiteren Versuchen auf den Böden der Siedlung. — Einmal wöchentlich bietet sirh den Siedlern von Nahariah Gelegenheit, die neuesten Tonfilme zu sehen. Innerhalb von wenigen Minuten wird das geräumige Gebäude der Kooperativ• Gesellschaft in ein ,,Tonfilm-Kino“ unigcwandelt. Der Waad Lcumi beschloß, einen Klub für Lehrer aut dc-11 Namen von Dr. Josef L u r i e, den verstorbenen Leiter der Erziehungs-Abteilung des Waad Lcumi, zu schaffen. Erfüllung von Verträgen Neue Strömungen In der Rechtsprechung Von Rechtsanwalt Dr. Hans Kalisch (Berlin) Die Jahre 1936 und 1937 haben gerichtliche Entscheidungen gebracht, die für gewisse Gebiete eine vollständige Wendung des bisherigen Rechtsstandes bedeuten. Bekannt ist der Mißstand, daß das Recht Palästinas im Falle des Bruchs eines Vertrages nicht den Anspruch auf Erfü 11 ung, sondern nur den auf Schadenersatz gewährt. Bekannt ist ebenso, daß man sich dagegen durch Konventionalstrafen zu sichern pflegt. An und für sich ist die Regelung Palästinas nicht sehr von der Englands verschieden, nur hat das englische Recht im Lauf der Entwicklung Vorkehrungen hervorgebracht, das Unbefriedigende dieses Rechtszustandes abzumildcrn. Auf Grund der Equity kann insbesondere beim Kauf von Grundstücken, aber auch unter Umständen in anderen Fällen, tatsächliche Erfüllung (״specific performance“) erreicht weiden. Für Palästina wurde tatsächliche Erfüllung von den Gerichten abgelehnt, bis der Court of Appeal in Jerusalem in Sachen Hassan Hammad c/a. Barlassina den Grundsatz der tatsächlichen Erfüllung bei Grundstüeksklufen auch für Palästina zum Durchbruch brachte. Bis dahin hatte der Verkäufer die Möglichkeit, solange die Umschreibung nicht vorgenommen war, das Grundstück zu behalten, wenn er den Kaufpreis zurückgewährte und die etwaige Konventionalstrafe zahlte. Diese Entscheidung unterliegt zur Zeit der Nachprüfung durch das Judicial Committee des Privy Council. Da das Urteil in allem den Richtlinien des Privy Council folgt, ist damit zu rechnen, daß es bestätigt wird. Ganz neuerdings ist ein Urteil ergangen, das ein Gebict behandelt, das mit der Sicherung der Verträge im engsten Zusammenhang steht. Palästina kennt ebensowenig wie England eine eigentliche Konventionalstrafe. Nach beiden Rechten gibt es eine Vereinbarung der Parteien über die Höhe des Schadens, die sie im Falle eines Vertragsbruches als festgestellt gelten lassen wollen. Das sind die sogenannten ״liquidated datnmages“. Eine Vertrags stra fe — ״penalty“ —, die bestimmt ist, von einer Handlung oder Unterlassung abzuschrecken, erkennt das englische Recht nicht an. Es ist Auslegungsfrage, ob das, was die Parteien vereinbart haben, Strafe (penalty) oder nur vertragsweise Schätzung des etwaigen Schadens ist. Liegt penalty vor, so wird in England nur der tatsächliche Schaden zuerkannt. Praktisch bedeutet das die Möglichkeit der Herabsetzung übermäßiger Konventionalstrafen auf das Maß des tatsächlichen Schadens. Palästina kannte bisher diese Möglichkeit nicht, unter dem Titel von voraus festgesetztem Schaden (liquidated dammages) liefen Konventionalstrafen von exorbitanter Höhe. In einem Falle hatte das oberste Gericht in Jerusalem eine derartige Konventionalstrafe von 5000 Pfund, der ein verhältnismäßig geringfügiger tatsächlicher Schaden gegenüberstand, mit Bedauem bestätigt, obwohl es selbst den Vertrag als geradezu ruchlos bezeichnete. Auch damit ist jetzt gebrochen worden. In der Sache F a r o U k i c/a. A y o u b hat der Court of Appeal nunmehr auch die englischen Grundsätze über das Verhältnis zwischen ״liquidated dammages“ und ״penalty“ als in Palästina anwendbar anerkannt. Auch diese Entscheidung wird sicherlich angefochten und wahrscheinlich vom Privv Council bestätigt werden. Ihre Tragweite ist sehr erheblich. Die ״Palestine Post“ hat mit Recht hervorgehoben, welch enge Beziehung zwischen den Grundsätzen, die diese Entscheidung ausspricht, und den Grundsätzen der Equity über die tatsächliche Erfüllung bei Grundstücksverträgen besteht. Solange die Grundsätze des englischen Rechts für tatsächliche Erfüllung von Grundstückskaufen in Palästina nicht galten, war allerdings eine mögliehst hohe Konventionalstrafe, d. h. Vereinbarung eines übermäßigen Schadens, das einzig wirksame Schutzmittel. Man versteht deshalb, daß die Sdiwächung dieses Schutzmittels durch die neueste Wendung der Rechtsprechung nur tragbar erscheint, wenn der Privy Council die Grundsätze über tatsächliche Erfüllung bei Grundstückskaufen bestätigt. Geschieht das, so kann sich die neue Judikatur über das Verhältnis von. Konventionalstrafe und tatsächlichem Schaden durchaus segensreich auswirken. Avlgdor Hameiri ״Brüchig und überlebt1' Zum SS jährigen Arbeitsjubiläum Anläßlich der 25jährigen schriftstellerischen Tätigkeit Avigdor H a m c i r i s wurden dem Dichter zahlreiche Ehrungen zuteil. U. a. lud der Verband der palästinensischen Komponisten und Schriftsteller ״Acum“ zu einer, von vielen Hunderten besuchten Veranstaltung ins ״Ohel Schern“, bei der Nathan Grünblatt die Festrede hielt. Hameiri gehört zu den repräsentativsten und vielseitigsten Persönlichkeiten im Bezirk der hebräischen Dichtung und Literatur. Sein Schaffen ist Ausdruck eines ruhelosen Viertel- Jahrhunderts, das durch den Weltkrieg die erste starke Iriterpunktion erhält. Nach anfängliehen lyrischen Arbeiten, die durch ihren neuen Ton die Aufmerksamkeit der hebräisch Sprechenden — und vor allem auch die Bialiks — erweckten, war es dann auch der Krieg, der das erste große Prosawerk des Dichters, den Roman ״Haschigaon Hagadol“ (״Der große Wahnsinn“) entstehen ließ, den Hameiri später selbst dramatisierte. (Uebcr die Tcl-Aviver Aufführung bcrichteten wir s. Zt. in der ״j. R.“) Ebenso wie dieses Werk Weltgeschehen betrachtet, ohne das Jüdische als Ausgangspunkt zu verlieren, begegnen wir auch später r"10' i<H n’m immer wieder dieser Mischung von Europäcrtum und Judentum. Hameiri findet in seiner hebräischen Lyrik nicht nur besonders reizvolle Klang- Wirkungen, sondern ein echtes Pathos. Viele seiner Gedichte wurden vertont und besitzen in Ercz Israel volksliedhafte Popularität. Sein Roman ״Tnuva“ ist eine interessante Bcreicherurig der palästinensisch-hebräischen Belletristik, die bekanntlich bis jetzt sehr schwach vertreten ist. Besondere Bedeutung kommt Hameiri als Uebersetzer fremdsprachiger ciramalischer Werke zu. Die hebräische Bühne dankt ihm u. a. die feinfühlige Transponierung von ״Dantons Tod“, ,,Schwij'.“, ״Flcrodes und Mariarme“ und indirekt verdankt ihm seine Existenz das satirische Theater ״Matat£“; denn Hameiri war (im Jahre 1927) der Gründer und geistige Führer der kabarettartigen Gruppe ״Kum-Kum“, für die er elf Programme lieferte und aus der sich im Jahre 1928 ״Matatd“ entwickelte. Seine Angriffslust gegen die Umwelt äußerte sich aber nicht nur in diesem Rahmen, sondern vor allem auch in seinen publizistischen Aeußerungen, denen er in der Tagespresse und durch Herausgabe einer Monatsschrift ״Hamachar“ (״Das Morgen“) ein Echo verschaffte. Dem Referat Grünblatts schlossen sich kurze Begriißunan. Dr. S. Ginsburg sprach für den Pen-Club und den Schriftstellerverband, Redakteur K1 i n o w im Namen der Journalisten, Mosche H a 1 e v i überbrachte die Wünsche der palästinensischen Bühnen. Nach Dankesworten Hameiris wurde ein künstlerisches Programm gezeigt, dessen Texte ausschließlich dem Schaffen des Autors entstammten. Es wirkten mit: Mirjam Bernstein-Cohen, Rachel Markus, Seew Berlinski (Rezitationen), Mirjam Segal, Esther Gamlieli, Vittorio Weinberg (Lieder), der Matate-Schauspieler Timan (Parodien) und in einem Sketsch ״ä la Kum-Kum“ die Herren Donath und Wallin. Der starke Beifall galt ebenso ihren Leistungen wie Hameiri selbst. Manfred Geis Nahartah und Haavara. Fm Anschluß an meinen Artikel ״Nahariah aus der Nähe“ in Nr. 98 werde ich aus Kreisen der dortigen Siedler darauf aufmerksam gemacht, daß die Siedlung fast ausschließlich mit Geldern errichtet wurde, die von der ,,Haavara“ transferiert worden sind, und daß eine Schilderung ihrer Entwicklung ohne Erwähnung dieser Tatsache unvollständig bliebe. C. Z. Klötzel Vom Keren Kajemeth wurden im Jahre 1937 eine halbe Million Bäume angooflanzf, die an die Stelle der 70 OCX) Bäume, die während der Unruhen im Jahre 1936 zerstört wurden, traten. Das zionistische Parteiwesen Die in Tel Aviv erscheinende Monatsschrift ״Oilj 0 n 01“ stellt eine Betrachtung über das gegenwärtige Parteiwesen in der Zionistischen Organisation an, in der unter anderem ausgeführt wird: Wäre der Plan der Teilung Palästinas zu nichts anderem gut gewesen, als um das völlig Brüchige und Ueberlebte unseres Parteiwesens aufzudecken, so wäre auch dies genug. Endlich kann der einzelne Mensch als einzelner eine Meinung haben und aussprechen. Bis zum Kongreß hat man sieh noch zurückgehalten, aber seither ist der Bann gebrochen. Seit vielen Jahren, vielleicht überhaupt seit dem Weltkrieg haben wir ein solches Schauspiel nicht erlebt. Den durch die Parteidisziplm Verstummten ist die Sprache wiedergegeben worden, und es kann kein Zweifel daran sein, daß sich dies auch auf anderen Lebensgebieten auswirken wird. Wenn auch die Abstimmung aut dem Kongreß noch von Parteigründen bestimmt war, so hören wir doch jetzt endlich die Stimme des Menschen, um deren Ertönen wir viele Jahre vergehlieh gebetet haben. Es hat sich gezeigt, daß das ganze Gebäude des Parteienwesens bei uns nur in den kleinen Verhältnissen und kleinen Problemen begründet war, mit denen wir gestern und ehegestern alles messen konnten. Aber kaum hat uns die Hand der Geschichte berührt, in dem Plane der Errichtung eines Judenstaates, da brachen all die Parteienprogramme in Stücke. Das Eis ist geschmolzen. Es ist vorläufig nur ein Anfang der Erlösung; der Erlösung vom Parteiprogramm, das tot ist und tötet, und das bei uns nur ein Erbe der zionistischen Vergangenheit im alten Rußland ist, als die Parteiprogramme mit allen ihren Abbrcviationcn unser öffentliches Leben beherrschten. Aber es steht zu hoffen, daß die Entwicklung weitergehen wird und daß entsprechend den Fragen, die jeweils zur Diskussion stehen, sich von Fall zu Fall Gruppenverbände zu bestimmten Zwecken bilden werden. Ein Araber hingerichtet Ibrahim Khassan Nassar, ein Araber, der wegen Illegalen Waffenbesitzes durch das Militärgericht in Nablus am 22. Dezember zum Tode verurteilt wurde, wurde am 3. Januar im Gefängnis von Akko hingerichtet. Das Militärgericht in Nazareth verurteilte einen Beduinen Zu lebenslänglichem Gefängnis wegen Besitzes von Waffen und Munition. Generalmajor Wavell bestätigte das Todesurteil gegen den Araber Fadul Sulelman Machmud wegen unbefugten Waffenbesitzes. Sir Arthur Wauchope bestätigte ferner das Todesurteil gegen die Mörder von Mendel Minz. Das Urteil soll im Gefängnis von Akko am 11. Januar vollstreckt werden. Brand eines palästinensischen Schiffes Das palästinensische Schiff ״Har Car mel“, das auf der Linie Konstanza—Haifa verkehrt, brannte im Hafen von Konstanza vollkommen aus. Der Schaden wird aut 40 Millionen Lei geschätzt. __ Archäologisch-geographischer Vortrag In Jerusalem. Die seit mehr denn 15 Jahren bestehende ״Gesellschaft zur Erforschung Palästinas und seiner Altertümer“ plant in diesem Winter eine Vortragsreihe über ״Erez Israel und seine Ge* bietsteile“. Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. N._ Glück, der über die ״Araba“, das ist eigentlich das Niederungs- S' ’ ' '״ —*־* י•״־'״״ ־־'• ־'־ ־ ־־’ ־'־ '־־ ־־ __ r—MAGISTER KIRSCH—ו Der gute Liker Magister-Likörfabrik, München VII I der amerikanischen Gesellschaft, die bereits vier Jahre das Ostjordanland durchforscht, um eine einwandfreie archäolo* gische Karte herzustellen — berichtete in anregender Weise über seine Arbeiten, über die Möglichkeiten, dieses fruchtbare, wenig erforschte und jetzt auch wenig bewohnte Land — fast nur Araber wohnen dort, Eie den Schwierigkeiten, nicht gewachsen sind — mit dem Spaten zu erforschen. Prof. S. Klein, der Vorsitzende der Gesellschaft, sprach einleitende und abschließende Worte. Rabb. Dr. Pos ner (Schluß des Palästinateil■)

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