Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1938)
- Date
- 1938-01-07
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 2× ep/1047930
- Amman 1× ep/1044017
- Beirut 1× ep/1047833
- Hebron 1× ep/1047559
- Safed 1× ep/1046078
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Seite 10 JO Dl SC HF R II PTH Alt Nr. 2, 7. 1.1938 'Akiiuizersiüekckmg hervorgeht, zu einem großen Teile die Investition des kleinen Mannes, der sich für dieses Unternehmen begeisterte und in den ersten Anfangslagen seine kargen Summen auf die Aktienausgabestelien trug. Dann be* teiligten sich wirtschaftliche Institutionen, insbesondere solche, die am Orangenhandel interessiert waren. Die Gesellschaft ״Pardeß“ investierte £ 23 000, das Orangensyndikat und die übrigen Fruchtkooperativen £ 11000, die Jcwish Agency gab £ 13 000, die Arbeiterorganisation £ 11 500, die Anglo-Palestine-Bank £ 5000, die Elcktrizitätsgesellschaft (Ruthenberg) £ 5000. Insgesamt standen also £ 162 000 an Kapital zur Verfügung. Durch Heranschaffung von Krediten ermöglichte man eine Investierung von £ 210000; man muß sich jedoch jetzt für die Wetterführung der Arbeiten wieder an die Oeffentlichkeit wenden. Die Zahl der im Hafen beschäftigten Arbeiter ändert sich je nach der Baubewegung, die in den letzten Monaten, wo die Lagerhäuser fertiggesteilt wurden, stark war und je nach den Bewegungen des Imports und Exports, der jetzt In der Orangensaison ansteigt. Man kann sie im Durchschnitt auf taus_end Menschen schätzen. Die Tonnage, die pro Tag bewältigt werden konnte, ist gegenüber den Anfängen natürlich stark gestiegen, jedoch ist ein sehr gründlicher weiterer Ausbau und eine Verbesserung der Arbcitsbedingimgen notwendig unc! geplant. Ein schwieriger Punkt, der mit der künftigen Finanzierung eng zusammenhängt, ist die Verwendung der Hafeneinnah men. Bisher bekommt die Regierung alles, was dazu gehört. Die Einnahmen zerfallen in drei Posten: Zölle, Lagergebühren und Kaigebühren. Die Zölle gehören seibsiverstündlich zur Regierung. Ueber die Abführung der Lager- und Kaigebühren. dagegen führt man zur Zeit Verhandlungen mit der Regierung, um sic der Entwicklung des Hafens selbst zugänglich zu machen. Organisationsfragen An dieser Stelle kommen wir bereits in eines der kompliziertesten Probleme hinein, die mit der Entwicklung des Hafens in Tel Aviv verbunden sind, nämlich seine Organisation. Man weiß bis heute eigentlich nicht recht, wer eigentlich dort im Norden von Tel Aviv der Herr ist. Die Konzession wurde seinerzeit in den unruhigen Tagen von 1036 an den ״Palestine Maritime Trust“ aimgi-geheii, und dieser ist auch zu einem, guten Teil für die Entwicklung des Hafens verantwortlich, in diesem. Trust sitzen als Aktieninhaber auch öffentliche Institute, wie die Agency, die Stadtverwaltung von Tel Aviv oder die Anglobank. Aber deswegen gehört der Hafen von Tel Aviv weder zur Stadt Tel Aviv noch zur Agency, sondern — man kann heute eigentlich nicht recht sagen, wo er hingehört. Kompliziert wird die Sache noch dadurch, daß die entscheidenden Arbeiten, nämlich das Löschen und Laden von einer zweiten Gesellschaft besorgt werden, der Gesell- Schaft ״Prikah“. Diese Gesellschaft wurde gegründet von der Arbeiterorganisation, den Orangengcscllschaficn (Pardeß und Syndikat) und der Anglo-Palestine-ftank. Auch der ״Maritime Trust“ ist beteiligt. So wie es natürlich ist, daß bei einem neuen Unternehmen dieser Art, besonders wenn es schnell und unter dem Druck anormaler Umstände begonnen wurde, Fehler gemacht werden, so ist cs auch verständlich, daß diese komplizierten organisatorischen Zustände, die Unklarheit, wer im Hafen das Befehlsrecht hat, Schwierigkeiten schaffen. Man hat über diese Dinge in letzter Zeit in der Stadt viel gesprochen. Zum Teil nat man organisatorische Kritik geübt, zum Teil auch politische. Der Bürgermeister von Tel Aviv hat diese Kritik, die auch in der Presse ihren Ausdruck fand, mit dem Hinweis beiseite geschoben, daß man in kurzer Zeit und unter schwierigen Bedingungen Großes geschaffen hätte. Das ist unbestreitbar, aber eine klarere Durcharbeitung der organisatorischen Zusammenhänge im Hafen scheint trotzdem für seine weitere Entwicklung und die reibungslose Abwicklung seiner Arbeit unumgänglich. Tel Aviv, Haifa, Jaffa Als man die Anlegestelle von Tel Aviv gründete, war sie nicht so sehr ein ökonomisch überlegtes Unternehmen als eine Reaktion auf die Schließung des jaffaer Hafens durch den arabischen Streik. Die Propaganda der ersten Zeit, die Aufbrin- Kdes Aktienkapitals, wurde nicht so sehr unter Wirtschaft- 1, als unter nationalen Gesichtspunkten gemacht. Jetzt, wo eine gewisse Zeit verflossen ist, der Hafen über seine ersten primitiven Anfänge hinaus ist, treten die Wirtschaftliehen Aspekte schärfer hervor als früher. Noch immer wird natürlich stark mit nationalen Losungen gearbeitet, insbeson- 'dere von allen Tel Avivern und auch den Jerusalemer Handlern und verlangt, Tel Aviv Jaffa gegenüber unbedingt Öen IN PARIS I. ME&ZER 6, Rus deVauglrard, Paris Via Vorzug zu geben, aber zugleich faucht auch die Frage aut. was Tel Aviv gegenüber Haifa und Jaffa leisten kann und inwieweit es diese beiden Häfen in der Versorgung des Laudes komplettiert. Man muß bei all diesen Berechnungen natürlich im Auge behalten, daß der Hafen von Tel Aviv noch in den ersten Anfängen steckt, daß er sich mit Haifa und seinen groß ausgebauten Kais überhaupt nicht, mit Jaffa, das gerade in den letzten fünf Jahren sehr verbessert wurde, auch noch nicht messen kann. Worauf es ankommt, ist, daß Tel Aviv für das nahegetegene Hinterland zu erträglichen Raten benutzbar ist und seine Waren gut zu behandeln weiß. Ueber das letztere hört man relativ wenig klagen, viele Händler betonen sogar, daß die jüdischen Arbeiter gut und vorsichtig mit den Gütern umgehen, und die verbesserten Lagerbedingungen haben viel zur Beseitigung von Beschwerden beigetragen. Was die Kosten anhetrifft, so verlangen die Schiffe einen höheren Satz, der pro Tonne zwischen 3 bis 5 Schilling־ ausmacht. Hier ist eine bessere Ausgestaltung der Arbeitsmöglichkeiten, die auch sicherere Verhandlungsgrundlagen mit den Schiffen geben, notwendig. Und schließlich muß der gegenwärtige Zustand überwunden Werden, wo das Laden und Löschen noch sehr stark von dem Wellengang abhangt. Es gibt Tage gerade in der Saison, wo bei unruhige n Meer übernaupt nicht gearbeitet werden kann, auch wenn die Arbeit und die Kapitäne drängen. Auch für die Landung von Passagieren ist dieser Punkt wichtig. An dieser Steile treffen technische und organisatorische Aufgaben zusammen, und nur wenn eine einheitliche und zidbewußte Leitung da ist, werden die nötigen Mittel zur Weiterführung der Arbeiten und zum stärkeren Ausbau dieses neuen Unternehmens zu beschaffen sein. Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 31. Dezember 1037 hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Aviv folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 °/0ige Pfandbriefe 1938/55 98*/«. 6 0/»ige Pfandbriefe 1934/54 1003(1, 6 ״/oige kum. Vorzugsaktien 110, gewöhnliche Inhaberaktien 113*/,, P. L, D. C. gewöhnliche Inhaberaktien 188, 6 ״/oige kum, Vorzugsaktien 90V8, Keren Kajemeth Lejisracl 2*/* ״/״:ge Pfandbriete 694,י, Bizur Ltd. 6 "0 Pfandbriefe 98*/*. Nir Ltd. 4 0/0ige Pfandbriefe 1937/51 75* * * * 5 6/a. (Mitgeteilt von der Ellern’s Bank Ltd., Tel Aviv.) Die palästinensischen Wertpapiere Ein Jahresbericht / Von Hermann Ellern (Tel Aviv) Die Wertpapiermärkte in der ganzen Welt haben ein aufregendes Jahr hinter sich. Der fast ununterbrochene Aufstieg und Optimismus des Jahres 1936 dauerte bis Ende März an, und nach einem kurzen Rückschlag erreichten die Kurse an fast allen Weltbörsen im August neue Höhen, Jäh wurde jedoch dieser Optimismus abgelöst von einem Pessimismus, der bis heute anhält. Die Weltbörsen beschließen das Jahr 1937 in schlechtester Stimmung. Nur der Markt für erstklassige Staatsrenten-Papiere blieb von den Rückgängen fast unberührt. Bei diesen Werten allein konnten sich die billigen Zinssätze des Geldmarktes auswirken. Selbstverständlich konnte sich Palästina diesen Einflössen nicht ganz entziehen. Aber immerhin ist es bemerkenswert, daß trotz der politischen Ungewißheit über die Zukunft des Landes, trotz der immer noch andauernden Unruhen, die palästinensischen Wertpapiere relativ eine größere Widerstandskraft zeigten als andere internationale Werte. Aus der nachstehenden Tabelle ist die Kurs - entwicklung ersichtlich, sowie die Höchst- und Tiefstkurse des lahres 1937. Bemerkenswert ist, daß die Papiere, die nur in Tel Aviv gehandelt werden, ein wesentlich stabileres Kursbild zeigen als die nur in London gehandelten, die viel mehr von den spekulativen Tendenzen der Weltbörsen erfaßt wurden. Zweifellos sind in England die palästinensischen Wcrteaniere etwas außer Mode gekommen. Während also London im Verlauf des ganzen Jahres auf der Verkäuferseite war, konnten in Palästina noch £P 100 000 Ordinary Shares und ca. £P 350000 5 0/oige Debentures der General Morlgage Bank of Palestine Ltd. neu placiert werden. Mit Genugtuung kann konstatiert werden, daß eine Anlage in den hier gehandelten Werten den Investoren eine stabile Rente gebracht hat, und daß im Gegensatz zu den Auslandsbörsen in keinem Fall größere iüirsveriuste zu verzeichnen sind. In Tel Aviv und London gehandelt werden die 5>,4 ״eigen Preference Shares der Palestine Potash Ltd.' Hauptmarkt ist Tel Aviv. Die Gesellschaft konnte erstmals 1937 mit Gewinn arbeiten, und die Dividende per 1. Januar 1938 wird erstmalig aus dem Gewinn ausgeschüttet. Die Produktion steigt, und die Preise, die das Unternehmen für seine Produkte erzielen kann, sind günstige, da das Fehlen der spanischen Konkurrenz gerade für diese Gesellschaft von besonderer Bedeutung ist. Der heutige Kurs ist fast der höchste des Jahres. 31. 1Z. 31. I. 28. 2. 31. 3. 30. 4. 31. 5. 30. 6. 31. 7. 31. & tu Tel Aviv xeh»ndeH: General Mortgage Bank of Paleatlni 5% Debeature. 6 ׳ ,, Debentures 6% Preference Share« Ordinary Shares Paleatlne Land Development Co. 6% Preference Slmres Ordinary Shares 31. 10. 30. 11. 28. 12. Hoch) 103 103■/, 103J4 '03 102 102 102 102•׳10 102 ,׳ V, 106 Vf. 111 112'/, 11214 112'112 ,׳’, i U2'4 114', 1120, 112', 1C6 M!18 122 12C»117 ,/«117 ,/■119 117-4 ,־,«118 ,׳'119 ״'/, 91 89» s 93 94’/, 69 }4 69H 69 69 68»׳, 71J-S 73’/, 71/4 71■/, In London und Tel Aviv gehandelt: Palestine Potaah Ltd. 5H % cum. Preference Shares 14 6 12/6 12,9 12/. 11/9 13,14/10 /{13/4 2 '12/10 13/3 3׳J4 14/1V, 14/10H 10/7M 33/3 31/3 SO'- 30 - 2841 -/27 6־U0J4 26f- Die P. L. D. C. im Jahre 1937 In einer Zusammenkunft von Banken und Pressevcrtretern, zu der die Anglo Palestine Bank cingcladen hatte, gaben der Direktor der Palestine Land Development Company (P. L. D. C.), Dr. J. Thon, und ihr Schatzmeister A s!! b i l eingehende Auskünfte über die Entwicklung im laufenden Jahr. Die P.L.D.C. ist das unter öffentlicher Kontrolle stehende jüdische Zentralinstitut für Boden er w erb und Bodenerschiicßung. Das eingczahlte Aktienkapital setzt sich zusammen aus rund £P 150 000 Vorzugsaktien, die zuletzt 6V8 ״/״ Dividende erhielten, und rund £P 140 000 Stammaktien, deren Dividende für 1936 auf 8 ס/י׳ bemessen wurde. Daneben besteht ein offener Reservefonds von £P 105 000. In dreißigjähriger Arbeit hat das Unternehmen einen wesentlichen Teil des heutigen jüdischen Bodenbesitzes in Palästina erworben und ein Maß von Erfahrung gesammelt, das eine solide Geschäftsführung verbürgt. Restlose Fernhaltung von allen spekulativen Grundstiirksgeschäften, weitgehende Sicherung aller Außenstände und Vorsicht beim Eingehen neuer Engagements haben das finanzielle Fundament der Gesellschaft so gestärkt, daß sie auch in schwierigeren Zeiten ihrer Aufgabe fewachsen ist und dem an ihr beteiligten privaten Kapital icherheit und Rentabilität gewähren kann. In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres wurden für rund eine viertel Million CP Böden an öffentliche Institutionen, Siedlungsgesellschaften oder private Stellen zum Zwecke der endgültigen Bebauung verkauft. Allein der Gewinn aus diesen Umsätzen dürfte ausreichen, um eine Dividendeiiverteiiung zu ermöglichen, die sich etwa im Rahmen der in den letzten Jahren üblichen Ausschüttungen halten dürfte. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres wurde auch dadurch günstig beeinflußt, daß Verschiedene Prozesse und Transaktionen, die zum Teil schon seit Jahren schwebten, zu einem vorteilhaften Abschluß gebracht wurden und dadurch Summen, die bereits vollständig abgeschrieben worden waren, vereinnahmt werden konnten. Trotz, der vorgenommenen Verkäufe hat sich der Bod c!1 b e s i t z durch Neuerwerbungen, die jetzt zu günstigen Preisen erfolgen konnten, per saldo um rund CP 70 000 auf rund £P 100 000 vergrößert. 70 °,'o des Bestandes entfallen auf die drei großen Städte und ihre Randbezirke, in denen unabhängig von den politischen Schwankungen ein gewisses .Mindestmaß jüdischer Neusiedlung immer erwartet werden darf; die Hälfte davon liegt im Bezirk von Haifa. Der gesamte Bodenbesitz, der auch nach heutigen Marktpreisen niedrig bewertet wurde, ist nur mit rund £P 50 000 belastet. Trotz dieser erheblichen Neuinvestitionen haben sich die Verbindlichkeiten, die in der letzten Bilanz mit £P 184 000 ausgewiesen wurden, nicht erhöht, da durch Eingänge auf die Außenstände, die um rund £P 100000 auf rund £P 169 000 zurückgegangen sind, erhebliche Mittel eingingen. Aus dem Hule-Engagement sind £P 75 000 2dlrückgeflossen. Die Verbindlichkeiten aus dieser siedlungspolitisch bedeutsamsten Transaktion bestehen zur Zeit noch aus zwei Jahresraten von je £P 31 000, von denen auf die P. L. D. C. 90 ׳',״> entfallen, während der Rest zu Lasten eines Konsortialpartners geht. Auf der anderen Seite bestehen noch gewisse Forderungen an die früheren Konzessionäre, zu deren Deckung Wechsel zurückbehalten wurden. Wie schon früher mitgeteilt wurde, hat sich das sogenannte E M I C A •Kon s ort i um, dem auch der Keren Kajemeth und die Kolonisationsgeseüschaft ICA angehören, eine Option auf die ursprünglich von der P. L. D. C. für die jüdische Siedlung erworbene Hule-Konzession gesichert und bereits eine erhebliche Anzahlung darauf geleistet. Eine Be* dingung für die endgültige Ausübung der Option ist die Sanierung des an die Konzession angrenzenden Geländes durch die Regierung. Die Regierung ist grundsätzlich mit der Uebernahme dieser Arbeiten einverstanden, will aber end* gültige Bindungen erst nach einer gewissen Klärung der politischen Verhältnisse eingehen. Die zweite Bedingung ist eine Einigung mit der Ruthenberg-Elektrizi* t ä t s g e s e 11 s c h a f t, die in ihrem Konzessionsvertrag ein Anrecht auf Nutzung aller Gewässer des Landes verbrieft bekommen hat. Diese Eiiigung dürfte unschwer zustande kommen, zumal auch formell die Rechte älterer Konzessionen, wie es die Hule-Konzession ist, einen Vorrang vor den An- Sprüchen aus der an sich jüngeren Elektrizitätskonzession genießen. Nur in dem unwahrscheinlichen Fall, daß diese' beiden Bedingungen nicht erfüllt werden, kann das Konsortium zuriiektreten, muß dann aber die geleistete Anzah’ung. als langfristiges Darlehen zu sehr günstigen Bedingungen bei der P. L. D. C. stehen lassen. Die Besitz Verhältnisse können nach dem Gutachten Rechtskundiger trotz des Prozesses, den die Erben des Sultans Abdul Hamid wegen gewisser palästinensischer Bodenrechte angestrengt haben, als gesichert gelten, da s.Z. gerade das Hule-Gebiet rechtzeitig als Eigentum des ttir* Rischen Staates eingetragen worden war, also nicht mehr als Privateigentum der Sultansfamiüc reklamiert werden kann. Die laufenden Unkosten für die Aufbereitungsarbeiten im Hule-Gebiet betragen gegenwärtig nur CP 1800 jährlich; größcre Aufwendungen brauchen vertragsgemäß erst vorgenommen zu werden, wenn die Regierung sich beteiligt. W. Düsterwald Von der Woche Polizisten stießen in den Hügeln bei Safed auf fünf bewaffnete Banditen. Es kam zu einer Schießerei, bei der ein Araber schwer verwundet und gefangen genommen wurde. In Jaffa wurden zwei Bomben auf die Zentral-Polizei- Station geworfen. Die Bomben explodierten im Hofe der Polizeistation, ohne jedoch Schaden anzurichten. Ein Araber wurde verhaftet. In Jerusalem wurden zwei Juden in der Altstadt verwundet, einer von ihnen schwer. Gegen die Pipe Line wurden wiederum verschiedene Anschläge verübt. In Hebron wurden als Protest gegen die Auferlegung einer Kollektivstrafe von £ 2700, die zur Erhaltung eines Polizeipostens von 40 Mann bestimmt sind, die Geschäfte geschlossen. Der bekannte Quäker Daniel Oliver erließ einen Appell an die Araber mit der Aufforderung, den Terror zu beenden, der die arabischen Interessen schädige. ln Tripolis wurde durch die Libanon-Polizei eine große Waffensendung beschlagnahmt, die für Palästina bestimmt war. Die arabische Presse meldet, daß Nur! Said Pascha sich nach Amman begeben wird, um mit Emir Abdullah Fragen Palästinas zu besprechen. Aus Beirut wird gemeldet, daß zwanzig Terroristen aus Paliis'.ina, die bei den Gefechten in der vergangenen Woche vciwundct wurden, in Damaskus eintrafen. Sieben von ihnen sind in sehr gefährlichem Zustand. Die Zeitung ״El Dschamia a! Islamia“ fordert die Ein- Setzung einer gewählten arabischen Repräsentanz, die das Recht haben soll, vor der neuen Palästina-Kommission zu erscheinen. Arabische Mitglieder des Jerusalemer Stadtrates nahmen an einer S.adtratssitzung trotz ihrer früheren Erklärungen, sie würden keiner Sitzung mehr beiwohnen und ihr Amt niederlegen, wieder teil. Bei einem Treffen der ״N e i n s a g e r", das in Haifa stattfand, führte Ussischkin in seiner Ansprache aus, daß die Neinsager aller zionistischen Parteien in ihrer scharfen Opposition gegenüber einem jüdischen Minderheitsstatus in Palästina ebenso wie in ihrer Opposition gegenüber einer Teilung des Landes einig seien. Die Haltung Ibn Sauds König Ibn Saud soll einer neuen Nachricht zufolge seinen früheren Widerspruch gegen die Abhaltung einer panarabischen Konferenz in, Mekka während der bevorstehenden Pilgerzeit zurückgezogen haben. Die Konferenz, die die Situation im Nahen Osten besprechen soll, werde in seinem Palaste abgeh alten werden unter der Bedingung, daß die Tcilnchmcriisfc von ihm gebilligt ist. Die Zeitung ״Al Istaklai" in Bagdad meldet, daß der französische Vertreter in Dschedda (Saudien) seit einiger Zeit in Beirut Verhandlungen führt, die, wie man glaubt, zu einer französisch-englischen Regelung über die Politik im Nahen Osten führen werden. Zu diesem Zwecke stehe eine Reise des Hochkommissars de Märtel nach Dschedda zwecks Begegnung mit Ibn S»1׳״ hevor. (Die Meldung ist aber bisher nient bestätigt.)