Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 104 (28.12.1934)
- Date
- 1934-12-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Kr. 104, 28. XTl 1934 1JÜDISCHE RUNDSCHAU 1 Seite 'S :';0״ .dc4i -1״•Hl . -״ ״:>!>k der 111 c'«t!e,' 1, srlirini. ,,1״*״isc 1״c Slc in;,bl'r>> den;'',״Hoch 1 ehre« 5קי<ד von seiner diese Un,j! :״' ,•,dreh. ׳r ich j)n, > dail! ,ut• Viel, i 1en tiatur. I 11»״S und I ז Rclernt,! '«,‘•״Hl in1 Tcnnino,' 118 flffren.: ו Gesetz«,?wischen .,׳r leider IC״ ״QC. Hin einen <ann ihn, fiihildunir tittclstellc offenbar ־ Ute cin. vksen et ״ Beweis!11 ms sich ter docii Hem der ein. 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Daß ei״ so erfahrener Orchcsterleiter wie Michael Taube da« Tcl-Awiwcr Orchester, an dem schon soviel jicriimgcdoktcrt worden ist, für «inen kleinen Zeitraum unter den Fingern“ hat, ist von großer pädagogischer jjcdeiitiiiig. wild man kann den hiesigen Musikern kaum etwas• Besseres wünschen, als daß. diese Erziehung rcclit lange dauern ״löge. ’(ilcicä das erste Konzert von den zehn aiigckiiiidigtcit Taiil'C-Vcrnnstaltuiigen zeigte einen großen Fortschritt gegen früher. Das Orchester war ausgezeichnet in Form, die Streicher klangen prachtvoll, die rhythmische Präzision war Endlich licrgestcllt. Taube glänzte durch gesunde Kraft und — besonders (,dm Mozart-Konzert, das er nach alter Tradition vom Klavier aus dirigierte — durch bezwingende Lebendigkeit. In der fünften Beethoven-Sinfonie gab cs hochinteressante plastische und rhythmische Momente, wenn sic auch im Tempo nicht knapp genug hrrauskarn. Am besten klang die furyaiitlie-Oiivcrtiire. Bcsomkm Interesse fand das Mozart- Konzert für zwei Klaviere mit Orchester. Hen-Clinjim erledigte »eine pianistische Mitwirkung mit viel Geschmack, Sachlichkeit und Anmut. Im (ihrigen gehört dies Konzert nicht zu den bedeutenderen Schöpfungen des Komponisten. Es versteht sich von selbst, daß der Abend zu den großer, palästinensischen Mmikereigimscn zu zählen ist. Das 011״ el- Schot׳!" war ntisverlcauft, viele auswärtige (Liste waren ״ckomnieii, die Begeisterung war groß. Die ganze Vcranstalhmgi nnt vieler Miihc und gegen viele Schwierigkeiten zustande gekommen,!unterließ einen überaus positiven, perspe k < •v en reichen und sympathischen Eindruck. Alice J acob-Loewenson. Photo-Ausstellung In Haifa. Eine Haifacr Buchhandlung, flic Ilatlar-Eilialc der Firma Felix Nagler, veranstaltete eine Ausstellung von P 0 r t r ה t a u f 11 a h nt e n aus dem J i - sch uw, die von den Haifacr Photographinnen Fern hach und Fuchs stammten. Diese Aufnahmen sind echte künstlerische Gestaltung. Man sicht jüdische Landarbeiter, in deren Züge Energie und Kampf ihre Zeichen geschrieben haben, mau sicht junge Frauen der letzten Alijah mit noch 1״mpalästinensischen“ Gesichtern, man sieht alte Judenfrnticn, denen besonders zwei Aufnahmen interessant sind. Eine beiden Frauen stammt aus Rußland, die andere ist in jästina geboren; beide haben verarbeitete, geriinz siebter, wie sie Menschen nach langem Lehen tragen, in den Zügen jener Frau aus Rußland ist mehr Schicksal lesen, die andere, obwohl sie sicher in schweren Jahren unseres Landes vieles durchleben mußte, zeigt ein ruhiges, mehr verwurzeltes, ein gefestigteres Antlitz. Daneben sicht man die besten Erzeugnisse dieses Landes, die Kinder der Kwu/oth, sieht die Kuppeln und Palmen von Akko gegen den iliinmcl gestellt und sieht einen wunderschönen Araber vor der Wasserpfeife sitzen mit aller Ruhe Asiens im Antlitz. Die Ausstellung findet in Haifa außerordentlichen Ankkuig. Hans Rosenkranz. Aus der Wizo-Arheit in Palästina. Vom 6. bis 8. Januar Veranstaltet die Hitachduth Nasrhim Zionioth, die Landesföderation der Wizo, in Erez Israel ihre Landeskonfcrenz in J erusalcm. Presseschau Im Anschluß an einen im Berliner jüdischen Gemeindebiatt kürzlich veröffentlichten Aufsatz, worin in einer Polemik gegen den Chanukkah-Artikcl der ״Jiid. Rundschau“ der partclpolitische Standpunkt der heutigen liberalen Mehrheit des Gemciiuleeorstandes dargelcgt wurde, veröffentlicht das Gemcindd'latt in seiner Nummer vom 22. d. M. einen Aufsatz von I)r, Hans Klee, der jene einseitige Darstellung in vielen Punkten richtigstellt. Nach einer Einleitung, in der er die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit aller Richtungen in der Einheitsgemeinde feststellt und die — auf zionistischer Seite stets als Selbstverständlichkeit empfundene — Bereitschaft zu positiver Mitarbeit betont, verweist Klee auf die Korrelation von Palästina-Arbeit und Galuth-Arbeit, und auf die Bedeu* tung der Diaspora, die auch von Zionisten anerkannt wird. Deshalb, so fährt Klee fort, ״wordm wir uns nie zu denjenigen jüdischen Freunden einer anderen Richtung im Gegensatz befinden, wenn es gelten wird, die Zukunft Her dem sehen Juden, soweit sic in Deutschland leben und sieh hier HfimatvcrUinden Hilden, zu sichern. Es ist zu oft ausgesprochen worden, als daß es hier einer neuen Darlegung bedürfte, wie sehr unser Lehm, unsere Sprache, unser Landschaft*gefühl. unser Lied weitgehend durch 111s Leben im deutschen Raum breinilußt worden sind. Ein Wachst ורוו, organisch geworden durch Generationen, kann und soll nicht gelost werden, denn die Lösung würde uns armer machen..., Diese Verbundenheit hat aber nur Bedeutung iiir unser eigenes subjtktivcs Denken und Fühlen. Die Verschiedenheit, die naturgegeben ist, und die vom deutschen Volk als eine solche empfunden wird, kann damit nicht aus der Welt geschaht werden.... Wir sind überzeug», daß die Zeit kommen wird, wo aus Palii- *Gna das jüdhch-ktillurelle Leben aller Länder Bereicherung und Vertiefung erfahren wird. Schon heute bilden wir die Anfänge soleher Entwicklung, wie sie etwa in dem intensiven Studium der hebrüi- •ehen Sprache oder der in Dcutsrhland neuen Aktion für ,,Oneg Schahhai’1, die der Neubekbung des Sehabbatgcdankcns dient, zum Ausdruck gelangt. Immerhin aber strömen heute noch die geistigen t״'d ökonomischen Energien in größerem Umfange au* den Ländern der Diaspora nach Palästina.,,, So gilt unsere Arbeit für Palästina in einer weiteren Perspektive wieder ihrer Rückwirkung auf die Diaspora, und unsere Arbeit hier dient der Stärkung des jüdischen Letxns, die in mancher Hinsicht Palästina wiederum zugutckommcn *itd. Und nur wer d19־ jüdische Leben in diesem Sinne nicht als *!ne Einheit begreift, wird in Gegensätzen denken, die da» Leben, das jenseits von Theorien wächst, nicht kennt.“ Daß zwischen Zionisten und Nichtzionisten ein Unterschied ״> der inneren jüdischen Haltung besteht, ist gewiß. Aber mit Recht betont Klee, daß dieser Gegensatz nicht dort liegt, wo >!m manche Antizionisten formulieren möchten. >* ׳V 14 Nöte der EinljJranfen Berlin, den 20. 12. Sehr geehrte Redaktion! Angeregt durch den Aufsatz in Ihrer Ausgabe 31. vom Dez. erlaube iclt mir, hierzu meine Meinung zu äußern. Wir sind ein Volk, dem man Mitleid als eine seiner besten Tugenden anmiiiiet, Wenn wir mm jetzt dazu eine Lpocltc der jüdischen Renaissance erleben, so sollte sie eben auch die Tu gen d des Mitgefühls für den anderen einscltlit'ßcn. In diesem Spc/inlfnllc aber um so mehr, da diese Eigenseliaft auf Menschen angewandt werden soll, die uns durch Sehicksalsgcmeitischaft aufs tiefste verbunden sind. Hilfeleislimg, Mitgefühl, Gastfreundschaft 1t. ä. tu. muß aber, nach biblischer Vorschrift, nicht eine sporadische Sache der guten Laune, sondern eine Sache der von uns geforderten Pflicht und Gerechtigkeit sein. Es ist Pflicht derjenigen, die fern von den Emigraiitenzcntrcn wohnen, unsere dort ansässigen Mitbriiiler, sofern sie es seihst nicht tun, auf diese Pflichten aufme;!.־:'.m zu machen. Ebenso wie die Fmigraiitennot Weiler besteht, darf auch das Gefühl unserer Solidarität mit den Emigranten keine Abstumpfung er (ähren. Vor allein ist e« die Pflicht der Rabbiner in den Orten, wo sich jüdische Emigranten befinden, die Gefühle des brüderlichen und tati• gen Gemeinschaftssinnes für dieselben .׳u wecken und wach* zuli,alten. Der Mahnruf des Aufsatzes, tler in den Worten gipfelt: ״Alicr dann sollte man uns doch ein wenig helfen, dieses bißchen Mensch und menschlichen Glauben und mcnsch'iclte Würde, dieses Minimum an Seelischem bewahren zu können, und uns nicht alles ganz alleine ahmaclien lassen“, dieser Mahnruf soll nicht ein vergeblicher Appell an unsere Herzen gewesen sein. Hochachtungsvoll H. Kl. Sdhafft Wohngelegenheflt Berlin, 20. Dezember. Sehr geehrte Scliriftldtung! Den Aufsatz von Herrn Dr. Michael T r a u h, ״Bilanz einer Palüsfinarcisc“, und den früheren Aufsatz, ״Die andere Seite tler Medaille“, habe ich mit besonderer persönlicher Anteilnahme gelesen. Mein Schwiegersohn und meine Tochter sind vor etwa einem Monat als ״Kapitalisten“ in Palästina eingcreist, mit dem festen Willen, sich nur in der sogenannten schweren Landwirtschaft zu betätigen. Sic haben das ihnen bewilligte Kapital, welches den Mindestbetrag hedeutend übersteigt, zurzeit noch nirht zur Verfügung. Sie sind mit der Absicht ins Land gekommen, nicht sofort nach Eintreffen ihres Kapitals, also in einigen Wochen oder Monatcu, zu siedeln, sondern ihre in Deutschland erworbenen landwirtschaftlichen Kenntnisse durch Arbeit In Palästina, sei es in der Kwn/ah, sei es als landwirtschaftliche Lohnarbeiier, zu vervollständigen. Trotz wärmster Unterstützung vieler dort ansässiger Freunde ist cs ihnen erst nach mehr n’s drei Wochen gelungen, in einer Kwuzali imtcrzukominen. Die amtlichen jüdischen Stellen haben ihnen vorher Arbeit nicht verschaffen können, insbesondere weil keine Wohnmöglichkcit bestand, auch nicht die bescheidenste in einer Baracke oder in einen! Zelt. Von einer dieser Stellen wurde ihnen geraten, si'h doch selbst eine Baracke in einer kwuznh zu bauen (31 Pfund), obwohl sie zurzeit doch noch gar kein Geld haben. Nachdem die jungen Leute nunmehr untergebracht worden sind, ist für mich und sie der Fall ja abgeschlossen. Wenn man ober, mit Recht, jetzt beginnt, aut die geringe Teilnahme det cinwandernden Kapitalisten an der schweren Landwirtschaft hinzuweisen, so muß dafür gesorgt werden, daß Leute, die mit Vorbildung und bestem Wißen und mit Aussicht auf Kapital ins Land kommen, nicht abgeschrcckt werden, die Arbeit auf dem Lande zu beginnen. Es muß vor allem dafür gesorgt werden, daß bescheidene Unt erbring 11 ngsmöglichkeiten auf dem Lande bereitste hen. Wenn solche Leute erst einmal notgedrungen in der Stadt Arbeit genommen haben, so sind sie und damit das von ihnen mitgebrachte Kapital gewöhnlich dauernd für die Landwirtschaft verloren. Ich bin mir wohl bewußt, daß der Beginn der Regenzeit die ungünstigste Zeit zur Beschaffung landwirtschaftlieber Arbeit ist. Aber im Interesse der Ausbreitung des landwirtschaftlichen Sektors darf unter keinen Umstanden durch Versagen der jüdischen Aemtcr das für die Landwirtschaft bestimmte Kapital fehlgelcitct werden. Dr. F. H. Die ״gelehrten Judenzirkel״ Hamburg, den 26. 12,!934. Sehr geehrte RedaktionI Karl August Böttiger, Direktor des Gymnasiums und Oberkonsistorinlrat in Weimar (einer der Männer aus dem Kreise des klassischen Weimar um Goethe und Schiller) schreibt 1797 an Sehiller: ״Die Erwartung auf den neuen ,Musenalmanach" ist gespannter als je. Man sagte in Berlin in den gelehrten Judcnzirkeln, den einzigen, die dort eigentlieh von Literatur sprechen, Sie und Goethe träten darin mit einer nagelneuen Dichtuugsart auf...“ (zitiert von Hcinr. Heidcnhcimcr aus Böttigers Briefen an Schüler in der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, 53. Jahrgang, 1909). Dieses Briefzitat, das von dem lebendigen Verständnis der ״gelehrten Judenzirkei“ für deutsche Literatur in Berlin von 1797 wie von einer bekannten Tatsache in einem Nebensätze spricht (Nebensätze enthalten oft unhestrrttene Haunttatsachen), dürfte auch für unsere Zeit, und nicht nur für literarisch geschulte Leser, des Reizes nicht enthehren und ist immerhin für die Anfangszeit der deutschen Judenemanzipation charakteristisch. . Hochachtungsvoll ׳ Dr. Armin Blau. neue Freitag - Abend - Liturgie Es wird uns berichtet: Am 7. Dezember fand In Saarbrücken die U t a u f« fßhrung einer neuen Freitagabend •Liturgie in der Synagoge statt. Der Komponist ist Erich Werner. Die Musik, deren Motto ״Sehnmor w'sachor“ (Hüten und Gedenken) ist, unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht von den liishcrigrn Versuchen. Werner geht von rein liturgischen Frfordcrnissen ans: denigcmäfl beschrankt er sich hinsichtlich der Mittel (gemischter vier-, drei-, zwei• und ein* stimmiger Chor sowie Kindcrehor) auf das allerorts vorhandene Material. Sodann ist er darauf bedacht, den Gottesdienst nicht in die länge zu ziehen, für ihn ist die synngogale Musik durchaus nur Dienerin de! litur« gischen Geschehens, und somit nicht autonom. ln der musikalischen Gestaltung gellt Werner durch• wegs von den alten Tropp־Elc menten aus, die er in verschiedenartigster, oft sehr kunstvoller Weise ausspinnt. Den reinen unveränderten Tropp stellt er — unisono — nur In den Im Gottesdienst zitierten Bihcivcrsen ״W’scboniru“ und ,,Waj'clinlu“ hin. Auch sonst versucht er, an die alt jüdischen׳ Formen des Rcsponsoriunis und Antiphon an/tikniipfcn. Ganz besonders ist ihm das im anliplionisclicn ״Mal! towu“ und dein rcsponsorisrlicn ״L'chu n'ran'nu“ gelungen, die sich zu sakralen Höhepunkten steigern. Der Aktivierung des Gern ein degesangs kommt er durch stellenweise Einstimmigkeit in straffen Rhythmen entgegen. Die Tonsprncfie des Werkes ist irrt allgemeinen klasslscH und vorklassisch, nähert sich aber in den polyphonen Chor- Sätzen einem wuchtigen Barockstil, ohne doch jemals arehalsicrcnd zu wirken. Ausgesprochen moderne Wendungen linden sich überall dort, wo die Tronn-Motivc polyphon verarbeitet werden. Die 1 löheminkte des Werkes sind durchaus chorisch: ״Mali towu", ״L'chti n'ran’nu", ,.L’cho dodi“, ״tenv l’hodoth“, ״Mögen awoth“. Doch hat «auch der Vorhctcr Gelegenheit zur Entfaltung seines ganzen Könnens, Insbesondere im ״Hasch« kiwciiu" und iin ״Kiddusch“. Alles in allem genommen, bedeutet das Werk Werners eine siilcchte, geschlossene, überall brauchbare und wertvolle synagogale Oe« b r a u c 11 s m u s i k, die durch ihre volkstümliche Haltung viel 'Aussicht aul weitere Verbreitung haben dürfte. Die Aufführung unfer Leitung von Oberkantor R. Locwy, dem das I lauptverdicnst am Zustandekommen überhaupt gebührt, erfolgte am Schabhat-Ghanukkah. Wenn man von gelegentlichen liitouationssclnvankungen und klcineu Unsicherheiten des Chores absieht, war die Reproduktion des Werkes sehr zufriedenstellend. Oberkantor Loewy, der mit seinem schönen lyrischen Bariton in verständnisvollster Weise die Soli vortrug, vermochte cs auch, durch die Wärme seiner Interpretation, die Gemeinde völlig für das neue Werk zu gewinnen, zumal er mit geschulter Sprechtechnik jede Silbe des Textes deutlich und klangvoll wiedergab. Rabbiner Dr. R i'i 11 wies in einer vorgehenden Ansprache auf die Menschen und Ideen hin, die von den alten Kräften des Judentums schöpferisch befruchtet, dem Judentum ihrerseih neue Kraft und frisches Leben zu führen. Dr. St ehr. Todesfall. Am 7. Tewcih verschied ln Malmö nach eben vollendetem 70. Lebensjahre Rabbi Salomon Schön* konf. Mit ihm hat Skandinaviens Judenhcit eine^ ihrer marlrantcstcn Persönlichkeiten verloren. R. Salomon Schön* köpf verstand es, traditionelles Judentum mit den Aufgaben der Zeit harmonisch zu verbinden. Mit lebendiger Anteilnähme folgte er bis zu seinem letzten Lehcnstafz der Renaissance unseres Volkes. Er war ein Meister des liebrä* isclicn Stils. Die Söhne des Verstorbenen nehmen am zio* nrslisclicn Leben Skandinaviens hervorragenden Anteil. Bctüubunjpzwang auch für Kleintiere und bei Hau»- *chlachtungcn. Die Reichs zentrale für Scliäcbtangclegcnhcitcn teilt mit: vielerorts ist noch nicht genügend bekannt, daß die Vorschriften des ״Gesetzes über das Schlachten von Ti«• ren" vom 21. April 1933 sieh auf das ganze Reich und auf alle Tierarten, also auch auf sämtliche Gcfliigclartcn,. und für jegliche Schlachtung erstrecken, ganz gleich, ob sie in einem öffentlichen Schlachthause, in einer Privatmefzgerei oder im ländlichen oder städtischen Haushalt vollzogen wird. Der Rcichs-Ticrschutzhund macht erneut darauf aufmerksam, daß die Vorschriften des Gesetzes zu beachten sind. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu secltäl Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 RM. bestraft.; Berichtigung. Frau Dr. Else Freund bittet uns richtig« zustellert, daß es in dein vorletzten Satz ihres Aufsatzes über ״Das Prinzip der Buher-Rosenzweigschcn Bibelübersetzung‘* in Nr. 98 der ״J. R.“ heißen muß: ״Die Menschen, die Juden von heute, sind alle irgendwie am anderen Ufer“, statt ״Die Menschen, die luden von heute, sind nicht alle Irgendwie am anderen Ufer“. Palästlnarelse des KJV. Der Prospekt für unsere beiden Reisen gelangt in den nächsten Tagen zur Absendung. Die •äste Reise findet mit dem Dampfer ״Rex“ äb 8. März Von Neapel statt; zu Purim Aufenthalt in Tcl-Awiw. Die zweite Reise mit dem Dampfer ״Saturnia“ ab 8. April; ju PclJach Aufenthalt in Jerusalem. Bei beiden Reisen könnte, raus Interesse vorliegt, eine kurze Italienreise mit Besicht!• gung von Rom und Neapel angeführt werden. Wir bitten, ״,es bei Anforderung der Prospekte mitzuteilen, damit wir oerartige Rciseplänc ebenfalls übermitteln können. Alles wer* wre!st aus dem Prospekt ersichtlich, wie wir auch zu Aus- Kumten jeder Art zur Verfügung stehen. Kartell Jüdischer Verbindungen, Berlin-Charlottenburg 2, Bleibtreustr. 50 (Tel.! Stcinplatz CI 4736). Zum Tode von Ludwig Cohnttoedi Am 24. Dezember ist Im 88. Lebensjahre Prof. Dr. h. c. Ludwig Cohnstacdt, Frankfurt a. M,, lange Jahre leitender Redakteur des Handclstcils der ״Frankfurter Zeitung“ und später Geschäftsführer und nach seiner Emeritierung Aufsiclits• ratsmitglicd der Frankfurter Söcictäts-Druckerei O.m. b. H.. verschieden. Prof. Cohnstacdt hat über den engeren Kreis seiner Fachgenossen hinaus als einer der Begründer der modernen Wirtschaftsjournalistik in Deutschland einen hervorragenden Namen erlangt. In der Synagoge in Freuden bürg (Kreis Saarburg) wurden die Fenster durchschossen. In Kirf (Kreil Saarburg) wurden die Fenster des Jüdischen Gemeindehauses zer« trümmert. Biiefkadm de* Uedcdälm J. St. ln N. Dem PräsidialaiKschuß der Reichsvertrehmg der deutschen Juden, der gegenwärtig aus neun Mitgliedern besteht, gehören als Zionisten Dr. Siegfried Moses und Dr. Franz Meyer an. M. N״ Berlin. Wir bitten Sie, sich direkt an die Wirt- *chaftsberatung des Paläslina-Amies zu wenden. An mehrere Einsender. Sie nehmen Bezug auf den in Nr. 101 der ״Jüdischen Rundschau“ veröffentlichten Brief einer n i c h t j ü <1 i s c 11 e n Deutsch •Amerikanerin und haben den Wunsch, die Bemerkungen dieser Dame von sich aus zu unterstreichen. Wir danken Ihnen für die Beobachtungen, die Sie uns mitteilcn, halten e3 aber für überflüssig, nach der Veröifentlicliung des erwähnten Briefes, der wohl genug deutlich und beherzigenswert war, noch weitere Einzelheiten zufälliger Beobachtungen zu vcröifcntliehen. Wir begreifen vollständig, daß Juden selbst sich am schwersten verletzt fühlen, wenn sic zuschen müssen, wie das Benehmen und die Zurückhaltung anderer Juden zu wünschen übrig läßt und auch bei nichtjüdischcn Bcobachfern Befremden erregt. Leider können wir solche Erfahrungen nicht nur an manchen Plätzen des Auslandes machen, sondern auch noch In Deutschland, wo imbcgreiflichcrweise manche Juden — es sind gewiß nur wenige — sich um das Schicksal der Allgemeinheit nicht kümmern und in ihren Privatver« gni'igungen nicht stören lassen. Wir glauben, daß alle In« stanzen der jüdischen Gemeinschaft und alle jüdischen Gruppen in diesem Punkt Zusammenwirken können, um auch' solche Juden zum Bewußtsein der jüdischen Situation und Ihrer Verantwortung zu erziehen. Theater des ״Ohel“ izenierung hat ,Ohel“, Tel-Awlw. Eine der nächsten ist ״L i 1 i o m“ von Franz Molnar. Friedrich Lobe übernommen. 'ty'i ,J•* i «׳־ן*/ ‘ X' iMi ¥ J ff r 1׳ - I - I L; י r I 1- , i. ) ־1 *׳ י - יב 1 . 111. * 1.J ו1י־ » ||J Premier e«1 Die IaJ 1 1 1 * » I I .) 't t ,5!;I I י ו ־1!!!v