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Jüdische Rundschau · 1934-12-21 · Heft 102-103 (21.12.1934) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 102-103 (21.12.1934)
Date
1934-12-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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י Seite 8 JÜDISCHE RUNDSCHAU Kr 102 103 2! X1I m - ■j 11 © ז r ׳.! 11 1* 11 1 11 11 JJ Von Walter Eirnja!mu ' Unter allen Dichtern jüdischen Blutes innerhalb des deutschen Lilcralttrhrciscs ragt einsam und groß die Gestalt Franz Kafkas. Eine treue Gemeinde verehrt sein Werk. Aber in weiten Kreisen ist er noch nicht so bekannt, wie es ihm gebührt. Der Schockcn-V erlag hat sich ein großes Verdienst damit erworben, daß er jetzt eine auf sechs Bände berechnete Gesamtausgabe des Werkes Kafkas vorbereitet. Der erste Band soll noch in diesem Monat erscheinen, und ah Vorprobe erhielten wir eine kleine Auswahl in dem Bändchen Nr. 19 der Schochen• Bücherei. Die Frage, ob Franz Kafka, der in seinen Werken fast nie auf jüdische Dinge zu sprechen kommt, als ״jüdischer״ Dich Irr bezeichn net werden könne, ist heule müßig. Die Entwicklung in der deutschen Umwelt hat dazu beigetragen, daß ein deutschsprachiger Dichter jüdisehen Blutes ah Jude gilt. Wir können nicht jeden, der hierdurch uns Juden von außen zugewiesen wird, akzeptieren; bei Kafka tun wir es, da er stets unser war. Kafka selbst fühlte sich als Jude; auf seinem Krankenbett hat er Hebräisch gelernt, und das Nachklingen uralten jüdischen Geistes-, Gedanken• und Sprachcrbcs in Kafkas Werken ist unbezwcifclbar, auch ohne analytische Durchforschung im einzelnen. Anläßlich des Erscheinens der Gesamtausgabe hallen wir es für eine wichtige Aufgabe, den Leserkreis der ״Jüdischen Rundschau" mit der dichterischen Gestalt Kafkas näher vertraut zu machen. Ans einem umfangreichen Essay, den uns Dr. Waller Benjamin auf unsere Bitte zur Verfügung gestellt hat und den wir leider wegen seiner Lunge aus Raummangel nicht vollständig abdruchcn können, bringen wir zwei größere Abschnitte zur Veröffentlichung. Red. ofeniUlu״! Es wird erzählt: Potcmkin litt an schweren mehr oder weniger regelmäßig wietlerkehrciulen Depressionen, während deren sieh niemand ihm niihcrn durfte umi der Zugang zu seinem Zimmer aufs strengste verboten war. Am Hofe wurde dieses Leiden nicht erwähnt, insbesondere wußte man, daß jede Anspielung darauf die Ungnade der Kaiserin Katharina nach sich zog. Eine dieser Depressionen des Kanzlers nun dauerte außergewöhnlich lange. Ernste Mißständc waren die Folgen; in den Registraturen häuften sich Akten, deren Erledigung, die ohne Unterschrift f’otcmkins unmöglich war, von der Zarin gefordert wurde. Die liolien Beamten wußten sich keinen Rat. In dieser Zeit geriet durch einen Zufall der unbedeutende kleine Kauzlist Scluiwalkin in die Vorzimmer des Kanzlerpalais, wo die Staatsräte wie gewöhnlich jammernd und klagend beisammen standen. ״Was gibt cs, Exzellenzen? Womit kann ich den Exzellenzen dienen?“ bemerkte der eilfertige Scliuwalkin. Man erklärte ihm den Fall und bedauerte, von seinen Diensten keinen Gebrauch machen zu können. ״Wenn es weiter nichts ist, meine Herren“, antwortete Scluiwalkin, ״überlassen -Sie mir die Akten. Ich bitte darum.“ Die Staatsräte, die nichts zu verlicren hatten, ließen sich dazu bewegen, und Scluiwalkin schlug, das Akteiihiinclcl unterm Arm, durch Galerien und Korridore den Weg zum Schlafzimmer Potcmkins ein. Ohne anzuklopfen, ja ohne haltzumaclien, drückte er die Türklinke nieder. Das Zimmer war nicht verschlossen. Itn Halbdunkel saß Potcmkin auf seinem Bett, niigelkauend, in einem verschlissene» Schlafrock. Scliuwalkin trat zum Schreibtisch, tauchte die Feder ein und, ohne ein Wort zu verlieren, schob er sie Potcmkin in die Hand, den erstbesten Akt auf seine Knie. Nach einem abwesenden Blick auf den Eindringling, wie im Schlaf, vollzog Potcmkin die Unterschrift,• dann eine zweite; weiter die sämtlichen. Als die letzde geborgen war, verließ Scluiwalkin ohne Umstände, wie er gekommen war, sein Dossier unterm Arm, das Gemach. Triumphierend die Akten schwenkend, trat er in das Vorzimmer. Ihm entgegen stürzten die Staatsräte, rissen die Papiere aus seinen llämlcu. Atemlos beugten sie sich darüber. Niemand sagte ein Wort; die Gruppe erstarrte. Wieder trat Scliuwalkin näher, wieder erkundigte er sich eilfertig nach dem Grund der Bestürzung der Herren. Da fiel auch sein Blick auf die Unterschrift. Ein Akt wie der andere war unterfertigt: Scliuwalkin, Scliuwalkin, Scliuwalkin... Diese Geschichte ist wie ein Herold, der dein Werke Kafkas zweihundert Jahre vorausstiirnit. Die Uätselfrage, die sich in ihr wölkt, ist Kafkas. Die Welt der Kanzleien 1111a Registraturen, der muffigen, verwohnten dunklen Zim- 111er ist Kafkas Welt. Der eilfertige Scluiwalkin, der alles so leicht nimmt lind zuletzt mit leeren Händen dastellt, ist Kafkas K. Potcmkin aber, der halb schlafend und verwahrlost in einem abgelegenen Raum, zu dem der Zugang untersagt ist, dahiiidäimiiert, ist ein Alm jener Gewalthaber, die bei Kafka als Richter in Dachböden, als Sekretäre im Schloß hausen, und die, so hoch sie stehen mögen, immer Gesunkene oder vielmehr Versinkende sind, dafür aber noch in den Untersten und in den Verkommensten — den Tiirliütern und den altersschwachen Beamten — auf einmal un* vermittelt in ihrer ganzen Machtfiille auftauchen können. Worüber dämmern sic dahin? Vielleicht sind sie Nachkommen der Atlanten, die die Weltkugel in ihrem Nacken tragen? Vielleicht halten sie darum den Kopf ״so tief auf die Brust gesenkt, daß man kaum etwas von den A'.'gen“ sieht, wie der Schloßkastellan auf seinem Porträt oder Klamm, wenn er mit sich allein ist? Die Weltkugel aber ist cs nicht, die sic tragen, nur daß schon das Alltäglichste ihr Gewicht hat: ״Sein Ermatten ist das des Gladiators nach dem Kampf, seine Arbeit war das Wcißtiinchcn eines Winkels in der Bcamtcnstube“ — Georg Lukacs hat einmal gesagt: um heute einen anständigen Tisch zu bauen, muß einer das architektonische Genie von Michel Angelo haben. Wie Lukacs in Zeitaltern,. $0 denkt Kafka in Weltaltcrn. Weltalter hat der Mann heim Tünchen zu bewegen. Und so noch in der .unscheinbarsten Geste. Vielfach und oft aus sonderbarem A11laß_ klatschen Kafkas Figuren in die Hände. Einmal jedoch wird 'beiläufig gesagt, daß diese Hände ״eigentlich Dampfhämmer“ sind. In ständiger und langsamer Bewegung — versinkend oder steigend -- lernen wir diese Machthaber kennen. Furchtbarer aber sind sie nirgends, als wo sie aus der tiefsten Verkommenheit sich heben: aus den Vätern. Den stumpfen, altersschwachen Vater, den er soeben sanft gebettet hat, beruhigt der Sohn: ״Sei nur ruhig, <111 bist gut Zugedeckt." — ״Nein!“ rief der Vater, daß die Antwort an die Frage stieß, warf die Decke zurück mit einer Kraft, daß sic einen Augenblick im Fluge sich ganz entfaltete, und stand aufrecht im Bett. Nur eine Hand hielt er leicht an den Plafond. ״Du wolltest mich zudecken, das weiß ich, mein Früchtchen, aber zugedeckt bin ich noch nicht. Und ist es auch die letzte Kraft, genug für dich, zuviel für dich!.., , Den Vater muß glücklich erweise niemand lehren, dep Sohn zu durchschauen.“... Und er stand vollkommen frei und warf die Beine. Er strahlte vor Einsicht..., ״Jetzt weißt du also, was es noch außer dir gab, bisher wußtest du mir von dirl Ein unschuldiges Kind warst du ja eigentlich, aber noch eigentlicher warst du ein teuf• lieber Mensch!“ Der Vater, der die Last des Deckbetts abwirft, wirft eine Wcltlast mit ihr ab. Weltaltcr muß er in Bewegung setzen, um das uralte Vater-Sohn-Verhältnis lebendig, folgenreich zu machen. Doch reich an welchen Folgen! Er verurteilt den Sohn zum Tode des Ertrinkens. ן Der Vater ist der Strafende. Ihn zieht die Schuld wie die Oerichtsbcamteii an. Viel deutet darauf hin, daß die Beamtcnwelt und die Welt der Väter für Kafka die gleiche ist Die Ähnlichkeit kt nicht zu ihrer Ehre. Stumpfheit, Verkommenheit, Schmutz macht sie aus. Die Uniform des Vaters ist über und über fleckig; seine Unterwäsche ist unsauber. Schmutz ist das Lcbcnsclcmcnt der Beamten. ״Es war ihr unverständlich, wozu es überhaupt Parteicnverkelir gab.“ ״Um vorn die Haustreppe schmutzig zu machen“, hatte ihr einmal ein Beamter auf ihre Frage, wahrsohciiilieh im Aerger gesagt, ihr aber war das sehr einleuchtend gewesen.“ 111 dem Grade ist Unsaiiberkcit das Attribut der Beamten, daß man sie geradezu als riesenhafte Parasiten ans dien könnte. Das betrifft natürlich nicht die wirtschriftlichen Zusammenhänge, sondern die Kräfte 11er Verminft und der Menschlichkeit, von denen diese Sippe ihr Lehen fristet. So fristet aber auch der Vater in den sonderbaren Familien Kafkas von dem Sohn sein Leben, liegt wie ein ungeheurer Parasit auf ihm. Er zehrt nicht nur an seiner Kraft, er zehrt an seinem Rechte dazusciti. Der Vater, der der Strafende ist, ist zugleich auch der Ankläger. Die Sünde, deren er den Sohn bezichtigt, scheint eine Art von Erbsünde zu sein. Denn wen trifft die Bestimmung, welche Kafka von ihr gegeben hat, mehr als den Sohn: ״Die Erbsünde, das alte Unrecht, das der Mensel! begangen hat, besteht in dem Vorwurf, den der Mensch macht und von dem er nicht abläßt, daß ihm ein Unrecht geschehen ist. daß an ihm die Erbsünde begangen wurde.“ Wer aber wird dieser Erbsünde — der Sünde, einen Erben gemacht zu haben — bezichtigt, wenn nicht der Vater durch den Sohn? Somit wäre der Sündige der Sohn. Nicht aber darf man aus dem Satze Kafkas schließen, daß die Bezichtigung sündig sei, weil falsch. Nirgends stellt bei Kafka, daß sic zu Unrecht erfolgt. Es ist ein immerwährender Prozeß, der hier anhängig ist, und cs kann auf keine Sache ein schlechteres Licht fallen als auf die, für die der Vater die Solidarität dieser Beamten, dieser Gerichtskanzleien in Anspruch nimmt. An ihnen ist eine grenzenlose Korrutnpicrharkcit nicht das Schlechteste. Denn ihr Kern ist von solcher Beschaffenheit, daß ihre Bestechlichkeit die einzige Hoffnung ist, die die Menschlichkeit in ihrem Angesicht hegen kann. Zwar verfügen die Gerichte über Gesetzbücher. Mau darf sic aber nicht sehen, ״Es gehört zu der Art dieses Gerichtswesens, daß man nicht nur imscImUlig, sondern auch unwissend verurteilt wird“, mutmaßt K. Gesetzte und umschriebene Normen bleiben in der Vorwelt ungeschriebene Gesetze. Der Mensch kann sie ahnungslos überschreiten und so der Sühne verfallen. Aber so unglücklich sic den Ahnungslosen treffen mag, ihr Eintritt ist im Sinne des Rechts nicht Zufall, sondern Schicksal, das sich hier in seiner Zweideutigkeit darstellt, Schon Hermann Cohen hat es in einer flüchtigen Betrachtung der alten Scliicksalsvorstellung eine _ ״Einsicht, die unausweichlich wird", genannt, daß es seine ״Ordnungen selbst sind, welche dieses Heraustreten, diesen Abfall, zu veranlasscn und lierbeizufüliren scheinen.“ So stellt cs auch mit der Gerichtsbarkeit, deren Verfahren sich gegen K. richtet. Es führt weit hinter die Zeit der Zwö!f-Tafel-Oc• set/.gebung in eine Vorwelt zurück, über die einer der ersten Siege geschriebenes Recht war. Hier steht zwar das geschricbcnc Recht in Gesetzbüchern, jedoch geheim, und auf sic gestützt, übt die Vorwclt ihre Herrschaft nur schrankenloser. Die Zustände in Amt und Familie berühren sich bei Kafka mannigfaltig. Im Dorf am Schloßberg kennt man eine Wendung, die tiarein leuchtet. ״Es ist hier eine Redensart, vielleicht kennst du sic: ,Amtliche Entscheidungen sind scheu wie junge Mädchen.“ ״Das ist eine gute Beobachtung, sagte K. eine gute Beobachtung, die Entscheidungen mögen noch andere Eigenschaften mit Mädchen gemeinsam haben." Deren bemerkenswerteste ist wohl, zu allem sich zu leihen, wie die saheucii Mädchen, die K. im ״Schloß“ und im ״Prozeß“ begegnen, und die der Unzuoht im Faniilicnsohoß sich wie in einem Bette nnheinigcbcn. Er findet sie auf seinem Weg auf Schritt und Tritt; d.s weitere macht so wenig Umstände wie die Eroberung des Ausschankmädchcns. ״Sie umfaßten einander, der kleine Körper brannte in K.s Händen, sic rollten in eine Besinnungslosigkeit, aus der sich K. fortwährend, aber vergeblioh zu retten suchte, paar Schritte weit, schlugen dumpf an Klnmtm Tür und lagen daun in den kleinen Pfützen Biers und dem sonstigen Unrat, von dem der Boden bedeckt war. Dort vergingen Stunden, ... in denen K. immerfort das Gefühl hatte, er verirre sich oder er sei soweit in der Fremde, wie vor ihm noch kein Mensch, einer Fremde, in der selbst die Luft keinen Bestandteil der Hcimatluft habe, in der man vor Fremdheit ersticken müsse und in deren unsinnigen Verlockungen man doch nichts tun könne nls wcitcrgchcn, weiter sich verirren.“ Von dieser Fremde werden wir noch hören. Bemerkenswert ist aber, daß diese bärenhaften Frauen nie schön erscheinen. Vielmehr taucht Schönheit in der Welt von Kafka nur an den verstecktesten Steilen auf: bei den Angeklagten zum Beispiel. ״Das allerdings ist eine merkwürdige, gewissermaßen naturwissenschaftliche Erscheinung..., Es kann nicht die Schuld sein, die sie schön macht... es kann auch nicht die richtige Strafe spin, die sic jetzt schon schön macht... es kann also nur an dem gegen sie erhobenen Verfahren liegen, das ihnen irgendwie anhaftet.“ Aus dem ״Prozeß“ läßt sich entnehmen, daß a• Hoffnungslos für die Angeklagten Jedm> £em> ein Wir stollon unsoren Froundon auf Anlordorn gern Exemplars zu Werbung■ •Zwacken zur Ver• iügung. Senden Sie un« bitte Anachrlllon, un die wir Probe-Hummern ■enden dürfen. Verfahren ,™״«»״K™ ,״, «ngeKiagicii zu sein nllrot selbst daun hoffnungslos, wenn ihm■״ die lloftn 1 ,, ', Freispruch bleibt. Diese Hoffnungslosigkeit mag e? an ihnen als den einzigen Kafknschcn Kreaturen *srh mk zum Vorschein bringt. Zumindest wurde das »ehr ״״f1^! | einem Gosprnchsfrnguicnt übereinstimmen, das durch M,! Brpct überliefert wurde, .,lob entsinne mich“, schreibt ״eines Gesprächs mit Kafka, das von dem heutigen Eu״D mid dem Arfall der Meiischheit ausgiug. ,Wir siirtf,501 $״ er, ,nihilistische Gedanken, Selbstmordgedanken, die in fielt(- Kopf ™!steigen.« Mich erinnerte das zuerst an das Weltb!]! »ein* P.1IK» Kohl f■. also nicl bezug [!öden d< daß aud und hi vorbandc erster ,-old he־ Schmelzt sehr klei paradoxe [ihK'n aut syst* ,•ordeti er 1 t 0.° ״!‘ als. b"scr Demiurg, die Welt u Sundcnfall. ,Ol! nein‘, meinte er. .יו״»ש w1־: «•״ ..... der Gnosis ,Oll nein‘, meinte er, ,unsere ‘Welt ist mir n». schlechte Laune Gottes, ein schlechter Tag.' — So näh, * , außerhalb dieser Erscheinungsform Welt, die wir kennen Hoffnung?' — Er lächelte: ,Oh, Hoffnung genug, uncndli '- viel Hoffnung — nur nicht für uns.“ Diese* Worte schlag»‘ eine Brücke zu jenen sonderbarsten Gestalten Kafkas, ft ־ als einzige dem Schoße der Familie entronnen sind und Er die es vielleicht Hoffnung gibt. Das sind nicht die Tiere; nicht einmal jene Kreuzungen oder Gcspinslwcscn, wie das Katzen, lamm oder Odradek. Alle diese vielmehr leben noch im Hann der Familie. Nicht umsonst erwacht Gregor Samsa gerade in der elterlichen Wohnung als Ungeziefer, nicht umsonst ist das eigentümliche Tier, halb Kätzchen, halb Lamm, ein Erb• stück aus des Vaters Besitz, nicht umsonst Odradek die Sorge des Hausvaters. Die ״(Jdiilfcn“ aber fallen in der Tat aus diesem Ringe heraus. Diese Gehilfen gehören einem Geslaltenkreis an, der das ganze Werk Kafkas durchzieht. Von ihrer Sippe ist so gut der Bauernfänger, der in der ״Betrachtung“ entlarvt wird, wie der Student, der nachts auf dem Balkon als Nachbar Karl Roßmanns zum Vorschein kommt, wie auch die Narren, die in jener Stadt im Süden wohnen und nicht miide werden. Das Zwielicht über ihrem Dasein erinnert an die sch wankende Beleuchtung, 111 der die kleinen Stücke Robert Walsers - Verfasser des Romans ״Der Gehilfe“, den Kafka sehr ge■ liebt hat — ihre Figurinen erscheinen lassen. Von ihrer Art sind die Gehilfen Kafkas; keinem der anderen Gcstalti׳»■ kreise zugehörig, keinem fremd: die Boten, die zwischen ihnen geschäftig sind. Sie sehen, wie Kafka sagt, den Barnabas ähnlich, und der ist ein Bote. Noch sind sic aus dem Muttcrschoßc der Natur nicht voll entlassen und haben darum ״sich in einer Ecke auf dem Boden auf zwei alten Frauenröokcn eingerichtet. Es war . , . ihr Ehrgeiz . .. mögliehst wenig Raum zu brauchen. Sie machten in dieser Hin• sicht immer freilich unter Lispeln und Kichern ver Versuche, verschränkten Arme und Beine, knie Ecke nur ein großes Knäuel die Unfertigen und Ungcschi* Was zart und unverbindl Für sie lind ihresgleichen, Zeit vollbracht und dennoch unreif, keine, welche nicht erschöpft und dennoch erst am Anfang einer langen Da wäre. Von Ordnungen und Hierarchien zu sprechen, ist I nicht möglich. Die Welt des Mythos, die das nahel ist unvergleichlich jünger als Kafkas Welt, der schon Mythos die Erlösung versprochen hat. Wissen wir a eins, so ist cs dies: daß Kafka seiner Lockung nicht geh ist. Ein anderer Odysseus, ließ er sic ״an seinen m viv■ 1 i'zi niiivni » vz! rn 11!v 111 1ו.ןןו״ו ןu.'.’v.unv 11! r* Ihnen am nächsten war, wußte er nichts mehr von ״*מחו Unter den Ahnen, die Kafka in der Antike hat, den jiiafsai und den chinesischen, auf die wir noch stoßen werden, dieser griechische nicht zu vergessen. Odysseus s^c"‘ J3״-, der Schwelle, die Mythos und Märchen trennt. Vermin« ״ List hat Einten in den Mythos eingelegt: seine De« hören auf, unbezwingliclt zu sein. Das Märchen , Uebcrliderimg vom Siege über sie. Und Märchen für liker schrieb Kafka, wenn er sich Sagen voriiabm. ti kleine Tricks in sic hinein: dann las er aus ihm Beweis davon, ״daß .׳»:ich unzulängliche, ja kindische zur Rettung dienen können“. Mit diesen Worten lf«CI .. seine Erzählung von dem ״Schweigen der Sirene« Die Sirenen schweigen nämlich bei ihm; sic naben « noch schrecklichere Waffe als den Gesang . . - ,11r, Dieses brachten sie bei Odvsseus zur Anwendui k• gen״ aber, überliefert Fuchs, daß selbst Isgöttiu wichtige IA *nderen 1 * solche«!!> I {vstemat 1: ו. 1 Material hing da & Ultimen: * 1' mctallc 1 , recht 10 ־ " י vickcln i '?•*I Vcrarbe tetialicn j ’ 4, I >1 konnte. t Xetierdi 1 '* < 4' ׳ tnul zw 11*1 schüft v Verbind |״, Ij r sportic 1 Erfassui mit de * A größer : 1 ilc liiscnfa : 4,1 Bleche, imt in ' A ,1 und Im mäßig investit 1'' im Jab 0: ׳ fahr 7* aber 1 1 ‘1 ein erl ' 1 , ,I eine b * I aiiszui 1 > rl׳־ allem i t'. aut de d, * A4 und t ' : daitcr ,1 zwei J; « 1 ' ' ,soviel ■ן! 1 . . '1 hohe י *•i 1!! 1 Erfass . f dings 1 letzter i 1V; ,• wurde wird 1 ־ Yk, 5> Eiscni ' :1• h bereit! ׳ijt; gieße! 1 1 S eigen«!V; 1 Angel T '1 : nannt• 1. ׳־ , U'icdi fl!. Solan; י' *, eben ■K! lieh s ij4 : <r* , H;! eise * ,1; ‘ änfall! Aff 1 mein S ' ' 1 i ■! unser 1 1׳V ' in ID ) li 1 , Halb] . I '1 Fntw ' j:l i , r •eher!■ das ]:׳t in Fi H? St an!! V£ darat ■ י; sehr ן, hi ־ tere' klein ־׳׳ ,| ' nein! יי! in d .־ , . 1 und 0,1 F ן 1 *! י' j nein 1 j - Weh י, י ־ . Gan r ׳ Eist ז die 1 1. ö 1 r wir« י' י' s Vori; I'i \)e/JMsh$ - A&bcUuHty dringen konnte. Vielleicht hat er, obwohl das imt ^'5'!4 verstand nicht mehr zu begreifen ist, wirklich ״ ’.,{rll daß die Sirenen schwiegen und hat ihnen und den den ״überlieferten“ Scheinvorgang nur gewisser««!) Schild entgcgcngchaltcn. Bei Kafka schweigen die Sirenen. Vielleicht auch!.{)‘1״der weil die Musik und der Gesang bei ihm eia Ausdrt ■ wenigstens ein Pfand des Entrinnen« sind. Ein 1 , ^:9>״ Ht fnung, das wir aus jener kleinen, zugleich « und alltäglichen, zugleich tröstlichen und albernen ft weit haben, in welcher die Gehilfen zu Ifausc 81־"״ jt ist wie der Bursche, der auszog, das Fürchten zu j ‘ cn ist in Potcmklns Palast geraten, zuletzt aber, 1-«tofte"! Kellerlöcher, auf Joseplüne, jene singende Maus g ״ deren Weise er so beschreibt: ״Etwas von der rt* lUf. Kindheit ist darin, etwas von verlorenem, me wi ״.{! zufindendem Glück, aber auch etwas vom tatijte« n ul<j Leben ist darin, von seiner kleinen, ,unbcgre1fl11^)1"»״ dennoch bestehenden und nicht zu ertötenden Mu (Ein zweiter Teil folgt.) von ßcw lag( bild heri des sch die m •Ui jmt ln da! tu ein Öl! iß t.

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