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Jüdische Rundschau · 1934-12-21 · Heft 102-103 (21.12.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 102-103 (21.12.1934)
Date
1934-12-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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* f Seite 4 lODfSCHC KUMDSCHAU Die Entlassung eines jüdischen Krankenhausarztes Das Arbeitsbericht Berlin hatte sich mit einer Klage /u lu'i>chäftitfcn, der über den Eiu/clfall hinaus Interesse zukomnit, weil rinn erstenmal über die Anwendung der Bestimmungen des Berufsbeamtengesetzes auf Kranken■ hausärzte entschieden worden ist, Ein in einem städtischen Krankenhaus bis Ende März 1933 tätiger jüdischer Arzt hatte mit dieser Klage seine fristlose Entlassung a n g e f 0 c It t e n und einen Ciehaltsanspruch für drei Monate, für die Zeit vom 2t. Marz 19 (J bis 30, Juni 1033, Reitend gemacht. Die beklagte Stadtgemeinde behauptete demgegenüber, sie habe den Kläger aus wichtigem Grunde entlassen müssen. Die Station, au! der der Klager arbeitete, habe plötzlich, obwohl ihr Umbau schon längere Zeit geplant gewesen sei, wegen Infektionsgefahr geschlossen werden müssen. Sie habe den Kläger aoi anderen Stationen nicht tmterbringc 11 können. Außerdem aber habe in jenen Tagen unter den Insassen des Krankenhauses und ganz besonders unter der Bevölkerung des betreffenden Verwaltungsbezirks eine starke Erregung über die An• h ä 11 f u n g jüdischer Aerzte im Gesundheit*• wesen geherrscht. Der Kläger sei am Tage seiner Ent• lassung von der SA. aus dem Krniikcnhaiise entfernt worden. Unter diesen Umständen habe die Beklagte die Ver• antwortung für eine Weiterbescliäfligmig des Klägers nicht übernehmen können. Auch darin habe ein wichtiger Grund zu seiner fristlosen Entlassung gelegen. Das Arbeitsgericht Berlin hat durch Urteil vom 7, De• zember die Stadtgenicinde zur Zahlung des geforderten Gehalts verurteilt. In den Entgehe!• dun gs grii mlcn hei fit cs, dal! nach der geltenden Rechts• Anschauung die Verantwortung für die Störung im Betriebe immer diejenige Partei trage, aus deren Sphäre die Störung kommt, und der eine Beseitigung der Störung zugemutet werden kann. Vor der SclilielSung der Station habe deshalb, zumal schon längere Zeit vorher die Schließung geplant war, rechtzeitig eine anderweitige Beschäftigung des Klägers oder eine fristgemäße Kündigung erfolgen müssen. Es wird dann weif er gesagt; ״Audi die von der Ik'khiglcn behauptete Enifcrnung des Kläger» aus dem Krankenhause und die Erregung der Bevölkerung in den damaligen Tagen war kein 01 und zur IrisOoson Enlias.ung des Ktägm, Nach der Praxis de* Landc>arlK?it*gericbt* Berlin kann *war fine Schutzhaft von längerer Dnner in! Kinxrlfallc einen wichtigen Grund zur [riMliKcn l'.niInnung eines Angestellten bilden. Die HektiiRlc bat aber selbst nielil belianpiet, daß der Klüger längere Zeit über lalsäelilieli an der Wiederaufnahme seiner Arlxit verhindert gewesen sei. Wenn sic «Ixt glaubte, den Kläger als Juden entlassen zu müssen, so stand cs ihr frei, sieb auf die Bestimmungen des Bcrttfxbranii(ngc-’trca zu stützen, die geindc such die nachträgliche Zurlicklülirmig einer vor hikrnfltrrteii d!׳s Oesrlz״•׳ «ti.gesprrH'Ucnct» Kündigung auf den § 3 den llcrul .beu1nle11gC1>et*e» zttlssvcn." Nr. 102/103, 21. Xlf. 1934 KJ* H /׳״׳“ U Vv״> Bittj Uraufführung von Paul Leppin* ״Enkel de* Golem" Pra er, Im Dezember. Die flcschiclite vorn Golem hat immer wieder die Dichter angc/ogcn, Aber auch <l!c Philosophen. Insbesondere wird neben der jüdischen Auslegung die DoppeigimRerdnitung für die Gestalt des Lclimknerlits ve.'sueltt, oder er wird psychoanalytisch als eine Abspaltung des Scitöplers luilgefaßt. Wißtrend sielt schon fruit Religiousgclehrtc lind Romantiker glcicltcrweisc um das Rabbi I.öw-Motiv bemühtet!, haben es namentlich um die letzte Jahrhundertwende, nachdem Auerbarli um! Hebbel es schon nngerülirt hatten, viele Autoren aufgcgrilfen, von denen Lillcitcron In »einer Golem-Ballade wohl die eigenartigste Mischung von Stoff und Darstellung hietet. Leppin selbst (der N i c 111 j ti <1 e ist) anerkennt als Weßbalmcr zu der von ihm gesehenen Gestalt Hugo Sahn und Rudolf Lothar, die das Thema d ■r Golciuliebe atilklingen lassen, und nennt weiter Arthur Holitschers Drama, Auguste Hnuseluicrs Impressionistischen Roman ״Der Tod des Löwen“ find die von indischen und kabbalistischen Gedanken gestützte, dichterische Romanarbeit Meyrinks als Vorläufer-Arbeiten. Einen Mann wie Paul Lcptiin, der ganz im verschollenen Prager ״Milieu“ wurzelt, mußte der Stoff einmal zur Tat reizen. Er verquickte ihn mit seiner UcbUngswelt, dem frühereu Gangstertum der Moidaustadt, in der cs wildromantische Orte wie die ,,Giflliüttc“, das ,,I hindert jährige Kaffei-Sv ״ das ״Cafe cWeMwr" «sw, gab, die längst dcr’Spüe['‘י ®'־^״ Opfer fielen. Sein Golem ist ein mißgestalteter Armenarzt *ü!״ durch den Aberglauben des Racks von Dirnen, Zuhälirrn , anderem Gesindel zum Enkel des Rabbi Lihvsche״ Kne't t untl zum Kimlsinördcr zugleich gestempelt und $0 in! ' Wahnsinn gehetzt wird, daß er ziim Sc hluß nicht mehr Ja? oh er schuldig oder unschuldig unter den Messern der m,״ ' •tirbt. lule Stirbt, mitten auf dem Jinlcnfrledliof von Prag vor a~ Grabinil Rabbi LGw* — welch eine Kulisse! Aber’ad!?• Kulisse nurI Paul Leppin bleibt ganz im Lyrischen stecken tf findet er Herztöne, parkt durch die Realistik eines schar» *rhenen Milieus, Aber er dringt über eitlen bunten spannen Ff' Bilderrtblaiif nicht 7!1m geheimnisvollen Kern <IFr Sage um! *t, auch nicht zur Dichtung vor, Wo er gedankliche Atuscina״ te Setzungen bringt, oder besser gesagt Fragmente, werde״ riL' Worte leer, entiarbt *ich die Sprache. Das Jüdische gar 1, trotz des Vorwurf» zufällig, will man nicht die Gestalt Jn wegen seiner Fremdartigkeit in den Tod getriebenen Arzt« symbolisch nehmen. “* In 11er Uraufführung des Prager ״Deutschen Theafm« vollbrachte Fritz Valk eine fast rabbinischc Tat; er blies h״ farblosen Golemrcllc eine tierisch-schmerzhafte Lebendü|״it ein, so daß dieses arme Vieh Jonathan, von des Himmels*״״a des Dichter» Ungnaden mit wenig Weisheit bedacht, beinah* ein Mensch wurde. m e Eine Zeiiungspolemik Zu dem Aufsatz der ״Frankfurter Zeitung“ über ״Rassenunterschiede und Wirtschaft“, über den wir in Nr. 100 berichteten, veröffentlicht im ״A n g r i f f" Hauptschrlftlcitcr Schwarz van Berk einen Artikel, in dem es im Hinblick darauf, daß die ״Frankfurter Zeitung'' von den Schi!■ dem mit der Bezeichnung ״Deutsches Geschäft“ an Läden gefprochcn hatte, heißt: ״Es gibt eine jüdische Zähigkeit, die immer wieder eine geschüft liehe 11 iiitertiirr findet uml seit den Tagen, da Friedrich der Grolle beim Juden Ephraim Kredile aufnahm —- als England ihn mifriUrn ließ —, ist c der grhritm• Wille der Riilwlosen, daß sie nach jeder grs<׳!n’, lillichcn Ent» lieidtiiig auf ihre Weise oben blei. ben, . . , Es gilt bei tut* genau so die Instinkte warb zu halten, wie man im Lager der großen internationalen GeuhiitUkute auf seine Instinkte nicht verrichtet hat. — Man wird das, was wir aagen, ״plump" nennen, mit dein billigen intellektuellen Trirk, tluß das, was wahr sei, itirlit geradezu Uml schonungslos und grob gesagt werden könne. Aber wir sprechen d tiitoch ans, was wir au.» der sehr engen Verbindung zum Volke und zur Partei lest stellen: die Juden haben ihre alte Zähigkeit winlergebindcn. Sie kommen zurück au» Prag, Paris oder Amsterdam, beziehen ihre Villen wieder in den wc*tliehen Vororten Berlins und legen gleichzeitig mit ihrer polizeilichen Anmcldüng einen Tuusendmarkseltoin lilr die Volkswohltahrt auf den Tisch. Es ist ihr ״Eins) and“ ins Dritte Reich, ihr fürstliche* Trinkgeld gegen Rulie-törmig und lästige Kontrolle. •Seitdem Unsere Revolution in die Kvoluti! n übergeg.ingen ist, seitdem mehr und mehr Gesetze und I’artciciLi• so die |><>lilln 1״ n und wärt »!11.1(111׳ ben Z<1,l;1t1«k zu ordnen *liehen, icitdcin hat das Vernrdming.ldatt der Partei und das ReklngcwUbhtlt keine »nfmrrk«mieten Le'cr als die Juden. Sie bchrrnrhen sie au» dem ff. Sie bähen de alle hereitliegrn, und .sobald ein Nuzt von der alten Srltulc einen Scliriit im Sinne der »irgreirhen Bewr-ginig tut, stürzen sic sieh mit einem Netz von Paragraphen Uber ihn her und klugen ihn der Unbottnüßigkeit an. Die ״Frankfurter Zeitung“ wirft *Eh «eit Monulcn, narhdein •ic den hölmliilicn Ton etwa» gcdimptl hat, geradezu *um Staatsanwalt gegen die NSDAP, auf. . . Sic vctfclilt natürlich nicht, es mit dem mondhellen Augenaufscklag eines Iticderinannc» zu tun, «icr um Gotte* willen den Volk*- frieden erhalten und die NSDAP, vor Unbedachtsamkeiten und vor dem ״.Anti.cmitismus der Tat“ bewahren will. — Das ist — jawohl, wir sprechen noch unsere alte unverfärhtc Sprache — eine voreilige l'nverscliiinithcill So weit sind wir denn cl״eh noch nicht! So «teilt es mit der l’res«: im Dritten Reich denn doch noch nicht, d*ß »ic sich erlauben kann, das Vcrlüillnij national«oziali*tisc her Ministerien zur NSDAP, zu liestiirimen. Da» Verhältnis von Staat, Partei und Wirtschaft ist. eine Suche des Nalionstlsozialismus Und seines Führers. Es wird von keinem Außenstehenden bestimmt, und kein Außenstehender hat sieh da Ordnungsrufe zu erlauben. Mißbildungen bei Neugeborenen Die ״Zeitschrift der Rcichsfackschaft Deutsche Hebeamme“, Osterwieck a. Harz, vom 1, 12. 34 veröffentlicht folgende Zuschrift; ״Ein Arzt der Partei fragte mich vor einiger Zeit, ob ich besonders viel Mißbildungen in jüdischen Familien gesehen hätte, e» würde vielfach behauptet, daß di« Zahl der Mißbildungen in jüdischen Familien höher sei als in arischen. Vor Jahren schon ist mir die unverhältnismäßig hohe Zahl der Mißbildungen bei jüdischen Neugeborenen «!!!gefallen, doch sah ich bisher von einer Veröffentlichung der Fälle ab. Ich hatte früher 20—30 v. II. jüdischer Familien in monier Tätigkeit. Von S Froschköpfcn witren 4 in jüdischen Familien, auch andere Mißbildungen kanten öfter vor. Diese Zahlen sind aber viel zu klein, um Schlüsse ziehen zu können. Es wäre erwünscht, daß andere Berufsschwcstcm ihre Erfahrttngen veröffentlichten unter Zugrundelegung de* Hundert *altes, den die jüdischen Entbindungen in ihrer Tätigkeit ausmachten.“ L. , ^cr Preußische Kultusminister hat auf Grund eines Erlasses vom 14. November 1934 dahin entschieden, daß Anträge nichtarischer Frontkämpfer auf Zulassung zu akademischen Prüfungen so zu behandeln sind, wie die von Studenten, die Söhne nichtarischer Frontkämpfer sind. Es erfolgt deshalb ein« Zulassung zu den akademischen Prüfungen. Gegen Einkauf bei Juden Die ״Rhein NSZ Front“, Neustadt a. d. H. vom 18. Dez. veröffentlicht eine Bekanntmachung des Gauleiters Ulirckel, in der cs unter i’unkt I heißt: ״Natk>nnt1>׳zinlistcnl K* bc tcht Veranlnisung, darauf hintuweiicn, daß wir tri Ist* im Kant.xchwarcit-f.atlei» des Juden verloren halten. Und wenn Du mir wu;st, daß Deine Frau die Einkäufe besorge, 80 ergibt sä« 11 daraus, dnii eben in Deinem Hause kein natiimaKutialistisehcr Geist herrscht und Du selbst kein Mann bist, •undern eit» 118tuwurst.“ Das ״Hamburger Tageblatt“ vom 12. 12. 34 veröffentlicht einen Bericht über eine Versammlung der NS.-Hago, bet der Staatsrat Habedanck sprach. Er sagte u. a. folgendes: ״Wir haben unsere Stellung den Juden gegenüber n lern 81• geändert, wir hüben die Juden abgeiehnt und tun es auch heute noch, Demmch lehrt die Statistik, daß die Geschäfte der Juden int letzten J t! h r tn c 11 r verdient haben, a 1» in den Vorjahren. Wie du» kemimt? Der reiche Jude wlb't hat »ich znillrkgrrngrn, hat «ich einen elirhlib lieft ,Strohmann* geiucht, unter tlcs׳cn N'utnen er heute »einen Rebbach mnclit. Und der dumme Michel BiIIt drauf rein. Seid vordehtigl Ma׳ ht die arisehen Ccsi häftc kennt 1 i־׳h uml brandmarkt die ehriüli! hm ,Strohmänncr‘, die ihren gut et» Namen filz *o etwas hergclrei», mir um de* lausigen Verdienste* willen, lltr Händler, «eiltet nuclr auf die Firmen, bei «lenen Ihr cinkauft. Mancher, dessen Wiege irgendwo im O.tcn stamf, hat *ich heute mich in die Industrie ztrrürkgezogen, Gen au so, wie lltr wollt, daß der deutsche Volksgcwo**« im deutschen Geschäft kauft, genau so verlangen wir, daß der deutsche Geschäftsmann seinen Kinkkuf beim deutschen Fabrikanten tätigt.“ Zur Fräße der Armenanwäiie Zu dem in unserer letzten Nummer behandelten Thema der Bestellung von Arinenanwrältcn hat das Obcrlan• dcsgericht Frankfurt a. M. eine grundsätzliche Entschcldüng gefällt, die sich damit beschäftigt, ob ein nichtarfecher Rechtsanwalt Anspruch auf Bestellung als Ar tn c 11 a 11 w a 11 habe, und ob die ״a r m c I1 a r t c i“ ein Recht darauf habe, daß ihr ein ganz bestimmter, von ihr hczciclinctcr Anwalt beigeordnet wird. 111 der Entscheidung sagt das Gericht 1t. ״Berliner Tage- Watt“ vom 19. 12., daß ans dem Gesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft in Verbindung init dem Berufsbeamtengesetz sich unzweideutig ergebe, daß der Gesetzgeber Personen nichtarischer Abstammung zur Rechtsanwaltschaft nicht z u 1 n»s e n wolle. Zur Vermeidung von Härten seien besonders in der Ueber• gangszcit Maßnahmen zugelassen, und es bleibe auch nach der Durchführungsverordnung vom 1. Oktober 1933 jeder im Beruf verbliebene Rechtsanwalt nicht nur im vollen_ Genuß der Bcrufschre, sondert! habe auch Anspruch auf die Ach• tung, die ihm als Angehörigen dieser Stamlesgcmcinschaft zukomme, Es dürfte auch kein Rechtsanwalt an der gesetzmäßigen Ausübung seines Berufes verhindert oder beeinträchtigt werden. Es wäre aber eine gekünstelte Ausi e g u 11 g, wenn mau die 0 e s t e 1111 n g dahin verstehen wolle, daß sie dem nicht arischen Anwalt ein nötigenfalls erzwing bares Recht oder Ansprucli auf Bestellung zum Armen• an walt hätte beim essen wollen. Auch die Arin c n p a r t c i habe kein Recht darauf, daß ihr ein bestimmter von Ihr bcz cichnetcr Anwalt beigegeben wird oder d a IV Ihr gar nur ein nichtarischer Anwalt zu geben sei. Dieses Recht könne nicht aus der preußischen Verfügung an die Qerlchte her• geleitet werden, möglichst den von der Armenpartei gewünschten Anwalt zu gewähren. Zahlung von Reichsfluchisieuer Ueber zwei Urteile des Reichsfinanzhofes zur Frage der Reichsfluchtsteucr in s Ausland berufener nicli tarisc her Aerzte berichtet die ״Frankf, Zeitung“ vom 19.12. Der erste Fall, in dem die Steuerflucht bejaht würde, ist von uns bereits früher behandelt worden. Ueber den zweiten Fall heißt es: ״In dem!weiten Fall handelte cs sich um die Berufung eine» nichtar!״eiten Utiiversitälsprofcssor* nncl» Islambtil. Das Ftnamgcricht hatte die Rcichdluchlstcuerpflieht bejaht. Du sowohl der preußische Minister für Wissen sei tu ft, Kunst und Volksbildung wie auch da« Auswärtige Amt in besonderem Schreiben da» Vorliegcn de» deutschen Interesse» gerade bei der Untrer*it&t Istambul im Hinblick auf die nicht unerhebliche framösische Konkurrenz in diesem Falle bejaht batten (was vom Finanugericht unbeachtet geblieben war), kam der RFIf. (Urteil vom 25, Oktober 1034 — 111 A 330/34) xur Aulhebung der Vorentscheidung und sur Verneinung der Reichs! luchtstcu« r." Ein Briefkasten Im ״Briefkasten“ der neuesten Nummer des ״Stürmer* finden wir unter anderen unvorstellbaren ״Antworten“ auch folgende: Metißermelster K. L., Barmen 1 Sie verlangen mm doch n viel I Eine Mnzambäfkcrci sollen wir Ihnen mimen, damit «* derselben ein Angebot ln li 1 u t macln t* können. Mit dwier Offerte »werden Sie wenig Gtiärk haben 1 Für Tierblut habe» Ma mMibiukcrdm kutn Intcics׳*! Wir erwarten, daß zuständige jüdische Instanzen bei de» maßgeblichen Rckhsstellen gegen diese Art der Vcrunelinmfumr Palästina als Sensation Das Berliner 8״ U h r- A b e n d b I a 11" vom Dienstaj׳, dem 18. Dezember, erschien mit einer großen Sensation»■ Überschrift über die ganze Seite: Skandal In Palästina Ein Jerusalemer ״Stadtrat Busch- Die neugierigen Zcitungskäuler, die auf diese Utberschrift Jiineinflelcn und die Zeitung kauften, fanden unten auf der Seite folgende DNB.-Meldung wiedergegeben: ״Der Jcru»alortcr BtirgettneiUer N a s c h a 5 c h i b i, denen Amt*. Zeit wegen seiner Wahlniederlage im September de11,׳ iihct M Ende geht, hat in der! IrtEton Wochen Mitgliedern tnwl Kreith, den «einer Familie günstige Bauverträge rage• c h י n 11 und Grundstücke zu teueren Prei.cn ahgikauft. Dieser Verl»!! führte nunmehr mm Austritt von Stadträten. D« Jerusalem van acht Stnduätcn verwaltet wird, Et die AibtiUtiliigUtit «kt Stadtverwaltung in Frngc gestellt. Die Schiebungen de* Bürgermeisters vrnebsctt sich tu einem Skandal aus. K» mch• rrn »ich die Kundgebungen gcp«t1 den Bii> mTim-Ulcr atn׳h 1a1 (trabisrhen Krriien, Man erwartet das Etiigrei(« n «h ז Rcgiefung. Der Vorfall hat der «rahneltcn Sache mfiwcrcn S«haltn 1u״et1igt, da die Juden jettt einen willkommenen Anlaß halten, um den Bürgermeister pusten für »ich tu bt,׳ms|׳rmlw1.“ Die Unregelmäßigkeiten und korruptionsHhnlichen Ersehe!• nungen währentf der Burgeriitcisterschaft Näselet-chibii Babe» schon öfter zu lebhaften Protesten nncl» von jtkliscltcr Seite Anlaß gegeben. In den letzten Wochen hat die jüdische 'Presse Palästinas sich häufig dagegen gewandt, daß der M den letzten Waiden durehgefallenc liürgermchter, der wcwi des noch nicht abgeschlossenen Verfahrens über die 1.״hl• Proteste noch immer provisorisch im Amt ist, während d•«״ Zeit neue Bauverträge abgeschlossen hat. Die ״Jüdische Rundschau“ hat hierüber in Nr. 98 berichtet. Es ist gewiß einem־ erfreuliche Erscheinung; man muß auch der Verwunderung darüber Ausdruck geben, tlaß die M a n d a f s r e g i 1־ run f, die doch die Aufsicht filier die Munizipalitäten zu fuhren hu, bisher nicht eingesrhriitrn Ist. Diese Augelegcnhcit aber mm “■ ... ־,— - •׳ * «״״ * - ״•»fl 0ןז!ן dahin Gegenstand einer Berliner Sensation zu machen md Der jüdische Senator Dr. Henri Polak hat den hollän« dischen Justizministcr um Einleitung eines Gerichtsverfahrens gegen Major Kruvt und Duiiiker, die Herausgeber einer Wochenschrift, in der behauptet wurde, es gebe einen jüdisehen Ritualmord, wegen Schmähung der jüdischen Religion ersucht. Gleichzeitig forderte Senator Polak ein Verbot der. Verbreitung solcher Behauptungen. Der Justiz• minister bat die Prüfung des Falles zugesagt. In einer Weise zu plakatieren, daß jeder Unbefangene danm• tcr eine ״jüdische“ Skandalaffärc wittern mag. scheim uns eine journalistische Unzulässigkeit. Wir w'iirdcn »■' *eben, daß die Zeitungen siel) mit den Problemen ernsthaft beschäftigen, aber ohne daraus eine Sensauw für den Straßenverkauf zu machen. Kundgebung In Schweden Von unserem Stockholmer II. R.-Korrespondenten Stockholm, d. IS. 12. Das schwedische Zeitung»• und Tclcgrafeuhiiro veridW• lieht in der gesamten hiesigen Presse ein Protcstsriirc! « das von bekannten schwedischen Persönlichkeiten ״. net ist (11. a. von Selma Lagcrlöf, Werner v. Heid st am, Bischof Tor Andrae, Prinz Wilhelm, J! Zetterström usw.) und worin gegen die ״ofKnen versteckten Angriffe“ Stellung genommen wird, die f!,e Stockholmer Abendzeitung (gemeint ist die atibsciin י ״Nya dngligt Alleluanda“) seit einiger Zeit ״«״(״‘?'׳*י(!• das Haus Bo 1111 icr und den Buclivcrlcger Karl Oft nier persönlich vorgekommen sind. In dem_ Briete wir ( gegen protestiert, daß ״eine Kulturncrsönlichkcit vh . Otto Boiinicr in Text und Bild als Unterdrücker ״eB Wortes und als rücksichtsloser Ausnutzer seiner ■!tn Macht dargcstcllt wird“, llonnicr habe mehr als «'« ן,}״1״. anderen Verantwortung gegen die schwedische ־״m . W׳icscn und müsse gegen Verunglimpfung gcsclimzj ״ — Die Angriffe gegen Bonnicr in der genannten 4en״s waren stark verknüpft mit antisemitischer Propagatwa. Abgenommene Bilder. Die ״Nationalsozialistische SeW *Ische Tageszeitung", Breslau, schreibt am 18. ״m(j. berichteten unlängst im ,Breslauer Mosaik von ober• liehen Tatsache, daß im Anwalts!immer .desn.l.“ßT״ P״hreß landesgerichts. im gleichen Raum sich ein f'ld acs ^(||י, und Bilder früherer Vorsitzender der Anwaltskamm den. Wir gaben der Erwartung Ausdruck, daß ״a״ . .״tdas Bild des Führers oder die Bilder der beiden J mH• fernen möge. Zu unserer Genugtuung können w!_ "!,״ teilen, dal? nun die Jud en portr ats, d'e aif Mschi' Anwaitszimmer des Landgerichts schon kurz nacn wof, Übernahme hcrabgenommei) worden waren. 0 £ י ״ josti*• den sind.“ (Es handelt sich um die Bilder der jüducfien j rite Htilberg und Steinitz.) nr. IC 2'■ V In <, fliertiüt" tun die 41 Jöhr Situatior!1.1t in f <lic»1'11 a hehräixe fclitn t WC denn Rechte ן Mi-iim lange n jedes L lagen e Fäh• «Ke ihr nat■ sich dai der Wi fährt d! wegwei stigen Heimat pfähle, milghc! Ehren/׳ Knecht entgeg würde, beneid« entschi Juden« nicht I Urteil gelassc kraft jene: t ion« sah.“ Im 01 Ihren gefähr tiische malcri kann patior lind tiischi der S Hystc sich, Paria Ghett Ziel, schiel tungc errei( f *Find Gebe aus < liner stren Gest, heut« schci Ziels ״Gei die bürg in d leite sehe läßt Ver! men den nal-j Stab geni sehe will sehe Ver! der Jud« länc *eh! Par übe raie nen wei Gra seir ״Er wöi bro deh glo ten O« Wi wR die bei ein I In 1 üh ׳?

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