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Jüdische Rundschau · 1934-12-18 · Heft 101 (18.12.1934) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 101 (18.12.1934)
Date
1934-12-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 70DISCHE RUNDSCHAU Nr. 10t. 18 Xll, 1934 li/ic tycstaUz kk de** SduMcdl Für Schabbat, 22. Dezember Wochenabedinlff ״Wafcchi" (I. B. M. Kap. 26 ,50- 28 ,17־.) I. Am Auf an« der Siiir.3 wird berichtet, wie Jakob seinen Solm Josef schworen lallt, ihn nicht in Aegypten zu begraben, sondern seine Gebeine in Frez Israel beisetzen zu lassen. I)er Wunsch, im Boden Ercz Israels begraben zu sein, ist seitdem bei vielen (;rollen Juden wahrend der ganze» Zc« der Diaspora lebendig geblieben. Seihiem der moderne Zunusmus i'rez Israel wieder zu einer Realität (gemacht hat, wird dieser Wunsch Jalcnhs auf groflc Juden unserer Zeit angewandt. Die (ieheine Theodor llcrzls sollen nach Frez Israel überführt werden. In der letzten Zeit wurden mehrere 1111 liaiuth versforbene zionistische Führer in Palästina beigesetzt, so Nor• dau, Pinsker, Motzkin. II. Der Segen Jakobs (Kap. 40, 1-20) weist hin auf das Schicksal der einzelnen Stämme. Man vergleiche den Jakobs- Segen mit dem des Moses (V. B. M. Kap. 33» •29~ך) unu verfolge das Schicksal der einzelnen Stamme. Nehmt eme Pal.ishna-k’arte und seht nach, wie das Land auf die cinzelnon Stämme verteilt war. Wo wohnte Sehiilun? (Vgl. Kap, 4y, 13!) Zu welchem Stamme gehörte Jerusalem? Hl. Nennt berühmte jüdische < iestalteu imd sagt, aus welchen Stummen sic waren! Woher stammten z. B.: Moses, Josua, Kalch, (iideon, Simson, Samuel, Saul, David, Jcroheam? — Die ersten Kapitel des Ricliterbnrhcs geben wich• tige Hinweise für die Geschichte der einzelnen Stamme. Welche beteiligten sicli am Krieg gegen Sißra und welche nicht? (S.: Richter, Kap. 5,!4 19!) Die im Segen angcdcutctc Sonderstellung Judas äußert sich in der jüdischen Oe• schichte. Beweist diese Behauptung! IV. In der heutigen Sidra stellt der Spruch, mit dem jüdische Litern am Freitagabend ihre Söhne zu ״bentschen pflegen. (Woher stammt dieses Wort?) Wie heißt der Spruch für den Segen der Töchter? V. Kap. 48, 16 ist ein Vers, der im Nachtgcbct vorkommt. Soweit ihr cs noch nicht könnt, lernt diesen Vers auswendig, aber mit der Melodie, wie er aus der Thora vorgclcsen wird! VI. Als Haftara wird verlesen: Könige 1, Kap. II, 1-12. Wir werden (von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisrocl) freundlicherweise darauf hingewiesen, daß die Haftara in. dem Haftarot-Kommcntar von Dr. Mendel Hirsch eine außerordentlich einleuchtende und aus vielen Gründen zu empfch• lende Erklärung findet. E. Geschichte 1. Ci es a m t a b 1 a u f. Geschichte des salomonischen Reiches bis zur Teilung. Nach jeder beliebigen Darstellung soll also hier der Glanz der salomonischen Zeit dargestcllt werden, der Bau des Tempels, die beginnende Tätigkeit einer Priesterschaft, Dann aber in besonderem Maße die beginnenden außenpolitischen, besonders handelspolitischen Beziehungen (Phönizier) und die dadurch notwendig gewordene Enttalttmg einer neuen Hothaltung. Dm ein plastisches Bild vom Hofleben zu geben, wird es gut sein, einmal aus der Bibel vorzulcsen, wie sich der Chronist den Verbrauch am Hofe vorstcllt. (Chronik, 1. Könige 5, 1—7.) Auch über die Bauten soll man direkt aus dem Text lesen. (I. Könige 0, 15—25.) Aus solchen Schilderungen erhält mau einen unmittelbaren Eindruck von der Persönlichkeit des Königs und von der Mächtigkeit des Reiches, Aber auch die kommenden Sctiwierigkeiteu werden deutlich. Wie muß das Volk diesen Prunk von Jerusalem werten? Warum mullte Icrobeanm Aulstand kommen? Auch an die Schilderung des Tempclbaiis soll man sich heranwagen. Am besten kann man eine Vorstellung von den Gröllenvcrhältuisscn vermitteln, wenn man Photos vom Platz der Omaruiosclieo zeigt. Diese Tcmpclwelt ist eine grandiose und schöne Seite des antiken jüdischen Lebens, Sie ist gar nicht so langweilig, wie mau sie uns oft im Re* ligioiisiniterriclit geschildert hat, Es lebt viel schöne Form, viel Großartiges im Tcmpclkultl (Vergleiche mit Rom und dem Kult des Peterdoms!) 2. (1 c s c 11 i c h t e der jüdischen Menschen: Der König David, c) David in der Sage. — David ist die Gestalt der stärksten l.egcndenbildung. Der erste glanzvolle König ist der Held eines ganzen Kranzes von Sagen und religiös-nationalen Ueberlieferiingcii, 111 diesen Sagen tritt er in dreifacher Gestalt auf: David als der unbesiegbare Hehl. David als der Ahn des Maschiach, David als Dichter und Sänger. Fs wird vielleicht nicht möglich sein, in allen Ongc Schahhat das Thema zu behandeln, weil die Literatur nicht überall zugänglkh ist. Denjenigen, die die Bücher hekomnicn können, ist hin Gorions Sagenbuch, Seite 102 15t, und seine einhändige Born-Juda-Ausgabe, Seite 29, dringend zu empfehlen. Wer eine größere jüdische Bibliothek zur Verfiigung hat, verlange dort A. Rosncr, Davids Leben und Charakter 1908. Dort kann man nachlcscn, wie Davids Glanz.- gestalt nach allen Selten jüdischer Volksvorstellmu; leuchtete und wie sic sich dam! der höchsten und wichtigsten rellgiös-nationalen Sehnsucht verband: der Sehnsucht nach dem Maschiach! Wer die jüdischen Lexika: Encyclopaedia oder Jüdisches Lexikon besitzt oder in einer Bibliothek des Rabbiners oder der Gemeinde nachlescrt kann, kann dort weiteres sehen. PalSsffnakundc Ihr wißt, daß nach langen Verhandlungen das Hulegchict jüdisch geworden ist. In der ״J. R." sind die Abmachungen genau wiedergegeben und das Gebiet beschrieben worden. Es läßt sich also folgender Oncg Schabbat gestalten: Zuerst lest aus der ״f. R." Nr. IDO den Aufsatz, von Ben Ciawricl ״Die Hule-Lamlscnaft״, und dann lest die wunderbare Geschichte aus dem neuen palästinensischen Jugendbuch: Der Retter von Cliula. (Erich Reiß Verlag. Dieses Buch solltet ihr überhaupt anschaffen. Es ist das erste wirklich jungenhafte, lebendige Jugendbuch ohne falsche Kindlichkeit und mit allen Möglichkeiten, Palästina in Landschaft und Menschen unserer Jugend vertraut zu machen. Wir werden es hier noch öfter zitieren. Es kostet 2,S5 RM.) Ihr lest aus diesetu Huch die erste Geschichte, in der das Hulegchict mit seinen Sümpfen und sonstigen Gefahren beschrieben ist. Dann nehmt eine Karte und zeigt das ganze neue Gebiet, wo es liegt, welche Arbeiten zu machen sein werden, wie es sich den bestehenden Siedlungen K’far Gileadi und Tel Chai (erinnert euch, daß cs zerstört ist und daß man es wieder aufbauen muß) ciufiigt. Dann lest (für die Acltcren) die Abmachutigcn aus der ״J. R.“ vor. Ihr habt so einen geschlossenen schönen Oncg Schabbat um ein aktuelles Thema Palästinas. Wenn ihr nun auch noch Lieder des Gallil singen würdet (etwa das bekannte: b’tcl chaj bagallil ... oder vielleicht kennt ihr noch mehr), dann hättet ihr das Beispiel eines Oneg Schabbat, von dem wir uns wünschen, daß wir ihn euch jede Woche 80, empfehlen könnten. I. P. Als Psalm zur Lektüre für diesen Schabbat wird Psalm 41 empfohlen. Herr Dr. Qaldsthmidt von der gart schreibt uns/ tadhd/en Muh Stutf. Seit einem Vierteljahr versammeln wir nach dem Schshhu inorgengottesdieiist die II)-I »jährigen Kinder unserer G, ineittde — zusammen mit Gästen verschiedener Altersstufe weit über hundert Jugendliche — zu einer Schabhatfcio Jede Feierstunde enthält die beiden Momente: (/eimm sehntIssinge 11 und Darbietung jüdischer Inhalte (Geschieh* und Dichtung), jede bildet möglichst ein in sich geschlossen״ Ganze. Zugleich muß aber auch die Koiiliimit.it von cj״ * Woche zur andere״ gewahrt werden: die Feier bcemnt stets mit Kidduscli. Die Fieder, die wir uns erarbeiten ח™ lernen, kehren immer wieder. Allmählich entsteht ein Schaf, von immer paraten hebräischen Gesängen. Hier ein" pj״ Themen, die wir unseren Veranstaltungen zugrunde ״cle״♦ haben: Afrikanische Juden — Aus dem ludcnvicrtcl' Ne«, Yorks — Ein Palästina-Reisender erzählt (Lieder von ßi.1|iw dazu) — jemenitische Juden (eine jemenitische Melodie wird geübt) — Londons Fastend — Eine jüdische Fegende wird dramatisiert — Szenen aus I essirtgs Lustspiel: Die Juden — Aus dem Chcdcr (Dazu ostjüdischc Lieder, die inhaltlich hhu gehören) - Abrahams Kindheit. Ich möchte bei Gelegenheit dieses Berichts einige Ueher- Icgungen äußern, die sielt auf den Oncg Schabbat beziehen• 1. Dem ()lieg Schabhat in unseren Gemeinden haltet etwas Künstliches immer noch an. Fr ist nicht wie der Heim. abenu aus dem hündischen Lehen 11crau«gcwachscn, er jst auch keine echte Fortsetzung des religiösen Lehens, wie e* in Synagoge und in der traililioiisgelnimhiicn Familie Form findet. Die Gcwolltheit der jiigendpflogerischen Institut!,־* (vgl. Jugcndgotlcsilicnst) laßt sich nicht verleugnen. Seine heutige Gestalt ist sicher nicht die endgültige. 2. Bei den üblichen Schabbatfeiern sind die Kinder in der Regel zu nichts ״verpflichtet“. Gelegentliche ״Aufgaben“ das Lernen eines Liedertextes, das vorbereitende Lesen eines Gebetes, werden doch wohl nicht recht ernst genommen. Wo Menschen der verschiedensten Herkunft, aus jedem erdenk, liehen Milieu, ohne Lebensgemeinschaft, zu einer verpllkh• tenden Finhcit ziisammcngcfaßt werden sollen, wird mm Immer mit dieser ״Trägheit des Herzens“ zu rechnen haben. 3. Die Kinder sind im ganzen zu passiv, oberflächlich mehr oder weniger angeregt, im Orund unbeteiligt,!>« Singen allerdings — dadurch ist es so gcmcinschaftsbil. dend — zwingt alle zur positiven Leistung der Aufmerksam« keit, Konzentration, Einordnung. Im übrigen bleiben de meisten Kinder ״Zuschauer, Zuhörer“. Auch die Passivität könnte erzieherisch vielleicht fruchtbar gemacht werden, wenn man wenigstens in bezug auf die Haltung Forderungen stellt: Die Feierstimmung darf auf keinen Falt in Lärm und Sich« gchcnlassen untergeben. 4. Ganz anders liegen die Dinge, wo man es mit kleinen Gruppen wirklich Interessierter zu tun hat, die Lust zu sich• lieber Arbeit, zum ״Lernen“ haben. Die Wertvollen unter unseren Jugendlichen werden früher oder später zu diesen Oncg Scfianbat hinfinden. 5. Vorläufig sammeln wir, die wir an der Gestaltung der Schabbatfeiern beteiligt sind, wertvolle pädagogische Erfahrungen. Es wäre zu begrüßen, wenn sie, positive wie negative, weiterhin in diesen Spalten der ״Rundschau“ det Oeffentlichkcit zur Kenntnis kämen. Auch Jugend!ührcr können durch die Schabbalfeitr manches praktisch Wichtige lernen. Man hat mit Rücksicht auf die oft erschreckende Unfähigkeit von Jugendfiihrern, einen Heimabend wertvoll zu gestalten, eine Art Fliltrcrsclnile gefordert. Die Oncg Schabbat-Vcrandal• tungen können unter Umständen diese Funktion übernehmen, Dr. Gold Schmidt, Stuttgart ln der. Itir '1".f,( I . '-?י der ״1 ' U ‘S ogc MdN״, * , * 1 t c r b ־Kinder cm einen Hunt losen ein«• 1d»s* z m erden! jer* .? gthbiner litdisrbe (. yc5dnshol J Judasse ן 1U»cr dert 1 ^esdnsbet ) ן i-cgimg c . 1 hcwfi!״l'ßy ־ jjcmhclieN, , <M׳e von ׳ן . 5ynaß״ger,, ' sprachen ,! i 4warsensK ( sl* CortfC; ( iwhlon, i 1 . «'aller St; י im Flügel! flt1kkah-F1,|1 1 reichhaltig.. Ucberhlicl!l! muslzicrtfi-' 1 Befriedigt; 1 Chor um ■t \' ״Joml ml' ׳ ו wurde 81׳!! Beifall. (1 ßiallk dt.,! flrtdlicllt , I Mix WI* ' :, die uns (■1! ־ unter det!:•!; tf»S «hh;l|| in. (H.F;.! Ein 1• itraßc 9. J anno der Cha, Festrede, und der «V! .-4 Kl *r k Altpapier Herbert €©1111 Berlin NW 40, Heldentrafi• 20/21 Sammel-Nr. C5 Ham• 6216 c ד Auktion Aoktionar h. Arnuscn, m.0.1.0. Xantoner Str. 19 / J2 OU*a S7S9 übernimmt Villen• und Wohmingieuflosung. 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Diese Firmentafel erscheint in je™ Dienstag-Ausgabe W»»lt|| 70.7« Df*aat*, 70,13hWait,, ».« Üt.ftlli | 70.1C 70.3( Klltwo« «Lt aoj. G90«.| 704 Dona״ . 204 S.ae.g 204־ «.1

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