Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 100 (14.12.1934)
- Date
- 1934-12-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU IIP! Nr. 14.» Fahrt in die Jahrtausende In iltrein zweiten Buch, ״Kleines Lesebuch für Orolic“ (im Rowohlt-Verlag, der auch ihr ״Lyrische« St«1tn(׳rann11 hei t“ herausge bracht hat)! hat Mascha K a Id ko in den kleinen, netten Raum, in dein und über den sie dichtet, viel Natur hcrcingciasscn: Regen und Wind, Jahres• Zeiten und Reisen. Sie dichtet nun, sozusagen, bd_ offenen Lenstem, sic dichtet zum Fenster hinaus und hinein. Aber auch in dieser erweiterten Sieht bleibt sic selbst eine umrksene, von dem Leben, das sie in Bewegung und in Bewegtbeit setzt, umriesclti‘ Gestalt. Sic behauptet sich — das aber kann inan nur, wenn man das Haupt, auch Kopf genannt, oben behalt. Die Vertrautheit mit den kleinen Wundern lind Tücken des Lebens und der 1 iebe, eine Verbrüderung oder, da cs sich ja um eine Frau handelt, eine Verschwestcninß mit ihnen gibt der Dichterin und den von ihr formulierten Gefühlen den menschlichen und literarischen Halt. Sie nimmt sich selbst weder wichtig nocli unwichtig, sie nimmt sich überhaupt nicht, sondern sie gibt sieh — niiuilich so, wie sie ist. Dazu kann man nur sagen: auch oder gerade in der Lyrik ist geben seliger als nehmen. Mascha Kaleko verschenkt sich an ihre Verse, darum ist sic ohne Rest in ihnen enthalten, lind darum sind die Verse (und auch die dazwischengestreute lyrisch gestimmte!,rosa) echt. Diese Loht heit kommt ohne große Worte aus. Sie vollstreckt sieh in dein bilichen Lachen und Weilten, 'in dem bißchen Trägheit uml Wendigkeit, aus denen das kleine Leben, das Mascha Kaleko so sicher zu umsäumen versteht, gewebt zu sein pflegt. Rhythmus und Reim der Gedichte naben die Zuverlässigkeit und Unauffiilligkeit einer reinlichen Rech• nungslcgung. Es bleibt kein unklarer Posten an Gefühl oder Stimmung. 111 der letzten Strophe kommt ein Menschen- und Wcltkind mit dein Menschlichen und der Welt immer ins Reine. Dieser gute Endeffekt duldet keine Experimente und Exzesse. Line gewisse randhtirgerliche Noblesse der Haltung und Behauptung verstellt sich von selbst. Das macht auch dieses zweite Buch zu einer so angenehmen, wärmenden Lektüre, die den Mafistab, nach dem sie gemessen werden will, dem Leser unzweideutig «larbictct, zugleich damit aber auch einen Maßstab, nach dem er sieh selbst und sein eigenes Leben messen soll. Darin aber bestellt die kleine und geheime Magie des Buches und der Persönlichkeit seiner Autorin. Etwas Tröstliches wird an den Leser berangetragen, im Spiel der Verse und Sätze, die das Ungereimte auf einen Reim und das Widersetzliche auf eine Satzung bringen. Etwas Aehnliches hat sich vorher schon an der Form der jungen Dichterin selbst vollzogen. Sie hat die Pointiert* heit ilircr Sprache entschärft, sic ins Bildliche und Bildhafte erhöht und es so vermocht, aus den vielen Klugheiten Ihrer Formulierungen das bilichen Weisheit heraus/tisehälcn, das sowohl zum Leben wie auch zum Dichten taugt... Hermann S i n s 11 c i in e r. Auguste Comfc, Die Soziologie. Die positive Philosophie im Auszug, lieraiisgegchen von Dr. Friedrich B i a s c h k c. Alfred Kröncr Verlag (Tasdteu-Ausgaben, Bil. 107, ■I RM.), Diese handliche, gut lesbare Ausgabe des Werkes, dos fiir das Verständnis des 10. Jahrhunderts iiiienlbebrlich ist, ist sehr zu begrüßen. Obwohl die ״positivistische“ Haltung wohl nur noch von wenigen vertreten wird, muß man den Gedankenbau dieses Buches, das am Anfang der ״Soziologie“ als Wissenschaft steht, bewundern. Arbeitsbeschaffung und Siedlung. Eine wirtschaftswissen• schädliche Untersuchung von Dr. Ludwig Grün bau ui. — Verlag Dr. Emil Ebering, Berlin 1931. RM. 5,00. Diese Arbeit, die als Dissertation bei Prof. Jastrow und Prof, Dr. C. v. Dict/e in Berlin angefertigt worden ist, stellt einen wertvollen Beitrag zum Problem der Uebcrwimiung der Arbeitslosigkeit dar, wobei vom Verfasser insbesondere das Invcstitionsproblem in den Vordergrund (I er Betrachtung gestellt wird. Bei der Behandlung der Ursachen der Arbeits- Fosigkeit entwickelt der Verfasser eine Theorie der Weltwirtschaftskrise als Krise der Arbcitstcl- 1 u n g z w i s c h e n Industrie- und R o h s t o f f I ä ndem — rin Problem, das auch für Palästina, insoweit es ausfuhrorientiert ist, von Wichtigkeit ist. Weiter stellt die Abhandlung die Frage, nach welchen Gesichtspunkten die Investitionen einer Volkswirtschaft erfolgen müssen, damit ein krisenhafter Rückschlag vermieden wird. Auch dies Problctn hat für ein Land im Aufbau wie Palästina gewiß Bedeutung, da ein Neuland, das weit größere Bewegung»• frcilicit hinsichtlich der Gestaltung seines Wirtschaftsauf• haus bat, entsprechend mehr als ein altes Industrieland daran interessiert ist, im voraus die Strukturfciiier zu vermeiden, mit denen die alten Länder heute so schwer zu käinpfcn haben. Unter diesen Gesichtspunkten ist die Arbeit, die an sich allgemeinen Fragen der Wirtschaftspolitik gilt, auch für uns von speziellem Interesse. Prof. Hans Schmidt gilzt in seinem soeben erschienenen Psalm e 11 koinmentnr (Verlag I. C B. Mohr, Tübingen) Er* Läuterungen zu Psalm 1(M, welche die pal ästinen sisehe Landschaft und die Verb u 11 d c n h c i t «I es Dl c h ters mit i 11 r zum Gegenstand haben. Pro(. Schmidt be* merkt zu diesem Psalm: ״.., In wunderbarer Farbigkeit und Fülle steht dem Dichter die Welt vor Augen. Die besondere Schönheit seiner Dichtung aber beruht darin, daß es nicht die Welt ist, wovon er singt, sondern •eine Welt, sein Heimatland mit seinen Bergen und Gründen. Wir sehen mit ihm dieses Land mit seinen gegenüber der Hoch* fläche merkwürdig tief liegenden Ebenen — der Küsteiiehene, an ehe das Meer brandet, z. B. (ft) — und mit seinen tirfeiiißesclmitfenen ,U,acht,ilern‘ (10). Die Quellen entspringen dort allenthalben auf der Solde der Täler. I löldciireiche Klüfte bieten den Löwen eine Lagerstatt (21), die Berghiinge aber sind von Oclbaumhainen und Weingärten (1) Bedeckt, und vor allem vom San ton grün der Felder uml, wo *ie nicht bestellt sind, vom Weidegras der Herden (D). Im Norden ragen die Hochgebirge, so der Libanon mit seinem Zedernwald und mit seinen steilen und kahlen Felsen gipfeln (16, 18) auf. Es ist in allem das Land Palästina, was dem Dichter vor Augen steht. Er spricht von der Erschaffung dieses Lunde» (5 — 9), zugleich aber und vor allem von seiner Erhaltung, und da ist es nun wieder, wie so oft in den Natur|walmcn (vgl. 29, 1 Ift,!35), ein Wunder, an dem seine ganze Auf* merksamkeit hängt, von denn er ausgeht und bei dem er ver* weilt: das ist der Regen, und was er wirkt, Gleich zu Anfang, wenn cs von Gott heißt, daß er Wolken zu seinem Wagen bestellt, und daß er dahin führt auf den Flügeln dr* Windes (3), wenn Eener und Lohe als seine Diener bezeichnet werden (1), steht das Heraufziehen der Regenzeit vor unseren Augen. Danach (10—12) ist in malend tänzelndem Rhythmus von den Quellen in den BaclitäU'rn die Rede, die, zwischen den ,Bergen daliingeheii‘, auch das ein Bild, dal in Palästina, im Wcstjordanlnnd wenigstens, nur in der Regenzeit zu sehen ist. Und V. 13—16 sprechen ja dann vom Regen ausdrücklich, wie der Herr ihn in seinem Söller verwahrt, wie er ihn aut die Erde licrniedersemiet uml allen Bilanzen wuchs dadurch hervorruft und erhält, vom Gras an der Berglehne bis zu den Zedern im Libanon, von denen cs hier heißt, daß der Herr sie selbst gepflanzt hat und wie einen Baumgarten pllcgt. Dadurch allein naben Menschen und Tiere ihr Leben, denn nur durch den Regen gedeihen Korn und Ocl und Reben. Dann kommt das Gedient auf den Wechsel von Tag und Nacht (l'> - 23), auf Gottes Wunderwerke im allgemeinen (21) und — scheinbar lässig nachlioleml, in Wahrheit aber in straffer Kunst auf den Anfang zurücklcnkeiul — auf da» gewaltige Meer (25 -26). Aber wenn die ganze Pracht dieser Dichtung schließlich aiisklingt: ,So mruhst Du neu das Antiitz dos Ackers‘ (:10), so ist das wieder die Erfahrung, die das heilige Land in der Zeit des ersten Regens nach der lange altes Lehen tötenden Dürre des Sommers macht“ (S. 189). Die Erfahrung, die Prof. Schmidt hier mitteilt, wird von allen bestätigt, die einmal in Ercz. Israel nach der langen Sommcrdürrc den ersten ausgiebigen Rcgenfall erlebt haben. Rabbiner Dr. ErnstSteckelmacher, Bad Dürkheim. Rismuxscm Tbiilcfalirt, Volks,itisga. eliigeleitct von Friedrich Sieburg furt a. M. 1931. RM. 4,SO Ein jüdisches Laienspiel Während der vom Frankfurter ״Philanthrop! n“ veranstalteten ,,Pädagogischen Woche“ wurde, wie schon kurz berichtet, das jüdische Laienspiel ״Sau!“ urauigetührt. Darüber noch einige Worte. Dr. Hans Eppstein, Studienassessor am ״Philanthropin“, gelernter und gelehrter Germanist und seit langem erfolgreich auch um jüdischen Bildungsstoff bemüht, hat mit seinen Quintanern und Quartanern ein biblisches Laienspiel gedieh• tet, geprobt und atifgefuhrt. Das Zustandekommen des fextes beschreibt er seitist in einer gleichzeitig erschienenen Broschüre ״Das jüdische' Laienspiel“. (Mit einem Vorwort von Ober- Studiendirektor Dr. Otto!)riesen, Frankfurt a. AL,Ncumann-Vcr* lag.) Theoretisch von Luscrkc und Leo Weismantei ausgehend, hat Eppstein bei der Besprechung biblischer Themen von vornherein die Dramatisierung durch die Klasse ins Auge gefallt. Die Entwürfe der einzelnen Schüler für die vcrscincdenen Szenen wurden von einem von dar Schülern selbst gcbildeten Tlicatcransscbuß zur Redaktion überwiesen, erlebten aber bei jeder Probe, ja bis in die Aufführungen hinein, Abwandlungen durch Improvisationen. Das Zustaiulegekommcne hiuterließ einen überaus starken Eindruck. In vollkommen kindgemäßer Sprache, also ohne Reim und festen Rhythmus, ohne Fremdwörter und theologisches Pathos werden die Tragik von Sauls Abstieg, die Helle von Davids Aufgang, der Konflikt zwischen König und Prophet völlig glaubhaft. Es rührte an das tiefste Wesen der dramatischen Kunst selber, wenn diese mit herrlich naiver Unbefangenheit gespielten Kindcrszentm mitunter Wirkungen erreichten, die der bedacht formende Dichter kaum anders hätte gestalten können: so, wenn nach der Tötung Goliaths Saul den Heldenknahen fragt: ״Wie heißt du?“, und dann die Antwort: ״Sohn Isais, David“ die Szene schließt und mit der ganzen Spannung des in seiner vollen historischen Gewalt vorwegklingenden Namens füllt; oder: wenn nach dem Raub von Sauls Schwert und Schild, da aber David das Leben des gesalbten Königs geschont hatte, sich dessen Heer fast ge* *pcnstisch aus dem Schlafe aufreckt. Die TotcnkUgc Davids um Jonathan jedoch erklang in den Worten der Buber-Rosciuweigschca .Uebasetrung, Lkic schönere Bestätigung Ist dieser angeblich ״künstlichen“ Ucbcr• setzung wohl nie geworden. Ernst Simon. N '8 trink. Zur römischen ücschichte Zu der in Nr. 95 der ״Jüdischen Rundschau" vorn 27. November 1931 über die Sittengeschichte Roms bc* sprochcncn Literatur sei ergänzend auf eins im Paul List- Verlag, Leipzig, erschienene Werk Robert von Ranke* Graves: ״Ich, Claudius, Kaiser und■ Gott" hingewiesrn. Dieses Buch verdient nicht mir deshalb besondere Erwäh* innig, weil cs in hellsichtiger Klarheit und ungeschminkter Kritik ein Zeitbild Roms mit all seiner Entartung enthüllt, sondern es streift auch — allerdings nur in Parenthese — die juiicn frage jener Zeit. In den weniger! Sitzen des dieses Thema berührenden Kapi'.els wird der Heroismus der Acltcsten im Rate Jerusalems in knappster Form demonstriert, die ihr Lehen als Selbstverständlichkeit hinzugeben bereit sind, falls — wie in allen römischen Provinzen — die Stand* bitder des damals herrschenden Kaisers Caligiila in den Tempeln Aufstellung Buden und als wahre Gottheit angebetet werden müssen. Nur bei diesem winzigen jüdischen Provinz* volk scheitert die Durchführung des Erlasses der Weltmacht Rom, weit die Wirkung der drohenden Waffengewalt und der römischen Rhetorik an dem Verzicht auf Anwendung von Gewaltmitteln und der Hingabe des Lebens und Besitzes für Gott scheitert. Resigniert sagt der Biograph und römische Imperator Claudius: ״Wir haben ihr Land erobert, aber als ihre Herren bilden wir uns nicht. Wir müssen erkennen, daß sie si'di die alten Tugenden ihrer Rasse bewahrt haben, während wi*r die unseren verloren, und das beschämt uns.“ Irene Ansbach er. Der verstorbene grolle dänische Arktisforsrhi■» ״ *müssen, dessen langjährige Reisen zu h™ p Kanadas <)ie Bcwunlrm15'0״« tritt uns in diesem von ihm selbst «״!| Frmm/Io Pr!״;,|,״L r - t Ras m.- - ,״ in Grönland und im Norden Welt erregten, nen und von seinem Freunde Friedrich Riclnire (,״־־ '־ breitere Öffentlichkeit prägnant zusaiiiritcnRefaßten der Kraft eines erbten Helden entgegen. Diese Fal״ "!!1,״(■״lii nicht der »portlicben Sensation und auch nicht , ",‘י der ,uifkRirimg geographischer Probleme, als vielmcL *If Erkenntnis in c n s c h 11 r b c r Dinge. Das ebenso 1! wie In seinen menschlichen und Kulturellen Zügen? *,.!י dernswerte Volk der Eskimos in seinen vielen Stamme * Spielarten war es, das Knsinusscn, der selbst dM!״". N Eskimos in *ich trug, immer wieder reizte, Eurom ,, lassen und im Zusammenleben mit ihnen die de(״; VfT־ Ihre* Lebens und ihrer Seele aufzuspüren. Jene Stam'1״״*’* fernen und dunklen Norden der Erde, die, soweit .,>*!י״ europäischen Einflüssen noch nicht berührt sind, rtL'"'1״ leben, wie unsere Vorfahren in der Steinzeit geiebt hu,*0 mögen, die den Kampf mit dem Eis und einer ״Sw Heben Natur so führen, wie die Menschen in Eurnni'^י Diluvium gelebt haben, begegnen uns in Rasrmisim! iwl gleichsam wie unsere Vorfahren aus einer fernen Verein» heit mit *II Ihren merkwürdigen Sitten und Vorsttlj™, und doch mit einer menschlichen Vertrautheit, die uns spricht, auch wo äußere Formen und seelische Frltbni« *ich von uns kraß unterscheiden. Hasmussens Werk u darum mehr als der Bericht einer wissenschaftlichen!7 pedition und mehr als das Dokument eines ForsthttltW wie es nur selten zu finden ist, sondern das, was er um üb« jene Stämme zu an gen hat, ist zugleich ein Beitrag J» Erkenntnis unserer eigenen seelischen Untergründe, ta Edattj Pädagogische Woche des Phllnnthropln. 111 unserem Be* rieht vom 11. Dez. ist das Unterrichts-Thema von Ober* Studiendirektor Dr. D r i c s e!1 versehentlich fortgcbllcben. Es lautete: ״Die Erweckung Theodor Hcrzls zum Juden und 7um Zionisten inmitten der Dreyfus-Affäre, als persönliches Pariser Jugend-Erlebnis des Direktors.“ Kammerkonzert in Hamburg Am 8. Dezember konzertierte das Jüdische Kammer- Orchester unter Leitung von Edvard Moritz. Es bestätigte von neuem all seine Vorzüge: vor allem den blühenden, satten, reicbniiaiicicrten Strcichcrklang, die sorgsame Füh* rung, endlich das gut aufgebaute Programm. Moritz׳ Mühen wurde glänzend in lebendigen Klang umgeset/.t durch das kleine Orchester, das an nicht wenigen Pullen anerkannte Virtuosen ihres Instruments aufweist. Allen voran die Konzertmeisterin Hertha Kahn. Der unverhältnismäßig große Reichtum an selbständigen Virtuosen in dem kleinen Klangkörper laßt freilich — dies sei nicht verschwiegen — das exakte Zusammensplcl nicht immer zur höchsten Vollendttug reifen. Doch diese unvermeidliche Kinderkrankheit wird sicherlich bald verschwinden. Der Abend wurde er• öffnet mit dem Concerto grosso Nr. 8 von Arcnngelo Co• rclli, dem eigentlichen Begründer dieser Kunstform. Es folgte die berühmte Air aus der D-dur-Suitc von Seb. Bach, die man so einmal in der Urform hören konnte. Den Beschluß des Abends bildete die Streicher-Sere• n a d e von T s c h a i k o w 8 k i, in der Dirigent und Or• ehester ihre höchste Leistung boten. In der Mitte des Programms stand das D * m o 11 *K 0 n z ert für Klavier und Streichorchester von Seb. Bach, mit Bernhard Abramo• witsch als Solisten. Seine Vorzüge konnten auch hier hervortreten: die grundmusikalische, doch auch von tiefer geistlger Erfassung zeugende Darlegung des Werkes, die aou* veräne Beherrschung des Technischen, die insbesondere in der klaren Kontrapunktik und in dem entzückenden Filigran• .werk glänzte, und der reichnuancierte Anschlag, Saba]״ Sage und Siegeszug des Kaffees von Heinrich Jacob (Rowohlt-Verlag). Der Untertitel des Buches laufet; ״Die Biographie ei«! weltwirtschaftlichen Stoffes“, und dies mit volln״' Recht fa, Jacob behandelt seinen Stoff in weltwirtschaftlichem 2!. sammenhang und in weltgeschichtlichem Rahmen. U׳«, Okakura Kaku/o in seinem berühmten ״Buch vom Th«< das Hohe Lied des Tees singt, so gibt Jacob, in atlenlin-! nüchterner, aber tiefgründiger Form, die Biographie 4 Kaffees. Er erzählt vom Einfluß des Kaffees auf den Auf.«, bau und den Innenbau der Gesellschaft, seiner Verknüpf*! mit ihren Geschicken und mit der Ursache dieser Oescnklu, Der Natur des Stoffes angeiaaßt, ist sein Buch keines»{!! ״trocken“: wenn auch nicht berauschend wie Wein, so ist es doch immer anregend, meist erquickend und eruuiekiich, wie der Kaffee selbst. Der Siegeszug des Kaffees fuhrt ms durch die Jahrhunderte, durch die verschießenden Länder und Erdteile: wir erfahren, wie siel! die Staaten, wie sich die Religionsgemeinschaften zum Kaffee gestellt haben. Von der historischen Entwicklung des Kaffees werden wir bis 2a den nationalökonomischen Problemen der Jetztzeit geführt, üb türkisch, ob wienerisch, ob französisch, ob berlinerisch - Jacob weiß in kluger Beherrschung des Stoffes und in schmackhafter Weise viel Unterhaltendes, viel Belehrende!, beispielsweise auch Medizinisches und Chemisches mul Phr- Biologisches mitzutcilen. Zahlreiche Reproduktionen, zum Teil «dir seltener Originale beleben das Buch. Das beigegebene Qucllcnvcrzclcbnis legt Zeugnis von der Gründlichkeit und der Belesenheit des Verfassers ab und gibt dem historiscll Interessierten Fachmann Anregung zu weiterem Studium. Dr. T. Simon, Waimsce. Dcutschlandrclscn in alter Zelt. Von Ernst H e Ilhorn. Mit 17 Bildseiten in Kupfertiefdruck. 2(10 Seiten, fiandcinc# RM. 5,-10. SocicEifs-Vcriag, Frankfurt a. M. 1931. Deutschland von der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg bis an die Schwelle des 20. Jahrhunderts, von Menschen aus den verschiedenartigsten gesellschaftlichen Schichten und mit wechselnden Interessen und Temperamenten gesehen, «ine kleine Kulturgeschichte, wie sie vielseitiger, abwechslunpreicher und unterhaltender schwer zu denken ist. (Von Juda werden Heine und Jul. Rodenberg erwähnt — übrigens 01»! jüdische Anspielung.) Jüdischer Kalender 5695/96, hcratisgegeben vom Verrt ,.Freunde der T a u b s t u m m c n - J e d i d e 11 m i m* ימי der laraelitiscscn Taubstummcn-Anstalt ER Deutschland zu Berlin -Weißensee. — Dieser K1* lender, der für das Werk der Tatibstummcnhille wirbt, tu durch seine reichhaltige literarische und illustrative Ausstattung hesonders woh!gelungen. Wer die einzelnen Woche«• blätter durchsicht, kann den guten Geschmack bewundern, «m dem hier Werke jüdischer Künstler, Bilder aus Palästina um anderes kombiniert ist. Biiefkatfm det Jtedcädm Leser Ir! Mainz, Wir stimmen mit Ihrer Ansicht über Bedeutung des ״Vortrupp“, wie Sic wissen, völlig überein«״ glauben ebenfalls, daß der Im Mitteilungsblatt des La«««• verbände» israelitischer Religionsgemcinden Hessens erp"1 ‘ neue Aufsatz, über diese Organisation nicht gerade ist, die Leser mit der wirklichen jüdischen Jugend!)«!• gung bekanntzumachen. P. Nansen, Berlin. Mit Rücksicht auf die in dein ArtiM von Alfred Rose ul» erg gegen die deutschen erhobenen Vorwürfe erinnern Sie mit Recht daran, di II!);« in Palästina lebenden deutschen Juden zu ,Bc*' des Krieges unter allergrößte» Schwierigkeiten . Deutschland zurückgekehrt sind, um ilircr militärischen U«■•» , pflicht zu genügen. Es bedarf aber unseres Er,achten* י• nicht dieser Erinnerung, da das loyale Verhalten der sehen Zionisten im Krieg über allen Zweifeln erhaben L. S., Hannover. Wir haben s. Zt. in der ״H• schau“ über die Vorgänge betreffend die neue geplant« 1 von Richard Strauß, der ein Text von Stefan 2»'!;D — gründe liegen soll, berichtet. Die Dresdener Opcrmhr hat auf verschiedene Proteste wegen des jüdischen Ic!V ters die Oper abgesagt. Richard Strauß selbst hat steil t ^.f Angelegenheit unseres Wissens nicht geäußert, so ua! Ihre Anfrage, ob er tatsächlich den Text von Stefan vertont hat oder dies beabsichtigte, nicht beantworten K* Bekannt ist jedoch, daß die Texte der berühmtesten w1 von Strauß von dem Niclitaricr Hofmannsthal stammen. Josef T״ Dresden. Wir danken Ihnen für Ihren ׳. daß Lehar kein Jude ist. , CH'•' IC: ״ in ׳ I׳' r0״T. h■ 1 ',»:><״ 1V1E 1 * ", ־tifj•׳,!'׳ rdi ,״■ er ■ %:;re1; 1119' in‘, nk •ן T!!»'י icz) u /C: ‘j ml ,'״!1111, 7־ Ti1!(. ich: , 1 icM is.,7 ■>!r!t״ beE■ J'U n 1 ic'ir ״ L7 n::y 5" p. ur«' “ iht1)! ■hl.-,1 mini, H*!יו _,}{ rs*( f, ’S ka'1: ־3־ e ¥/ *'I *ili ■ יי' י devV’,l1 afi','' ,.׳ er' 't '* ch. V 'I י: :״״ .en ■G ’ 1 1 } 1i(h »e I: . ־ ve: ta!7 ( וי, *״ I. , er!7 '7 an p ic) P se , ,'׳ «1 y' d 1, P n ,*•, ״ ׳ ׳•.!*’)' •st. 01'. lei, hr> (־>■ 1;:;׳«: W( V 8p. ' ,.)• t I, s tZ«f ' if!:,.( r /■’! ׳ If :< ״;1 5 e 1, * “ Uh 1־ itt .«י י* .!■וזז ■<' .1 <י •r(, 1:'יי׳ Poataohkckkontot Berlin Hr.lOA®** Bankkonto! Drsidnie Bl״K ״gj Dopoaltanka••• K« rfürat•1״•^״