Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 100 (14.12.1934)
- Date
- 1934-12-14
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 TöniSCHP WUNDSCHAÜ Nr, 100, 14, Xu, u Kr. Die Taufe eis ״Enircebillcti Wir haben eben eine Direktoren.Krise in der ח er J hier und Wiener Staatsoper •erlebt. Diese Ereignisse stellen, wenn auch mir sehr entfernt, mit jüdischen binnen ui Zusammenhang. Bekanntlich hnt ja hei den Arijtfrifict! ge “eil I limlemitli, dessen Verteidigung durch Furt־ wänglcr den äußeren Aula(! zu dessen Rücktritt von der Herlmer Staalsoper liildetc, auch der Vorwurf des Verkehr» mit Juden ei 11 e Rolle gespielt, und hei den Dienst,־ig-Dcinonstratioiu'ii gegen Krault in der Wiener Staatsoper «allen, wie ein Iterieiil des l>NIL ausdrücklich hcrvorlicbt, Juden beteilig! gewe!.en sein, woraus horvorgclit, daß zumindest DNÜ. h(1 der Sache audi eine jüdische Seite sieht. Bei dieser (iclegenheit erlicht sich die Eriimenurg an Opern kr isen früherer Zeiten. Darüber berichtet ein Mcmoirenwerk des Wiener Musikkritikers Ludwig Karpnth, ״B e g e g nu n g in i t dem O e n i u s“ (Fiha- Verlag, Wien), dessen Tätigkeit mul Erinnerung ln das vorige Jatirhnndcrt zurückrelcht. Mehr als die Hüllte des Buches ist ( 111 s t a v Mahler gewidmet, und wir erfahren eine ganze Drille intimer I iii/dlieiten aus den Kämpfen und Bemühungen, die dem Kiigageiiient (lustav Mahlers an die Wiener I Inf«!per im Jahre 18U7 vorniisgingcri. Karpath, der dahei seihst eine Rolle spielte, die er zu unterstreichen bemüht ist, erzählt inanclimal mit einer Weitschweifigkeit, die hart an Klatschgeschichten grenzt ~ Mahlers Werdegang und seinen Kampf gegen die I lindernlssc, die sich ihm entgcgcnstellten. Als sein Name im Zusammenhang mit der Besetzung des Wiener Opcriulircktors auf tauchte, ״warf sich der Kniiziciilirrklor der Oeneralinteiulai(/, ilofrat Wlassack, in ein Fauteuil 11ml rief aus: Das ist ganz ailsges c 111 o s s e 11, der M!1 11 I e r ist c 11 י J 11 d11 11 ׳ d d e 11 bring ich nicht durch!“ Wie daun dieser Jude, freilich als ge tau fl er Jude, seinen Weg machte, das liest sich stellenweise filier,ms spannend. Fs beleuchtet die Verhältnisse jener Tage, eines glücklichen, friedlichen Zeitalters im Hohe- Punkte des franzisko-joselinischcn (ilanzcs in jenem Wien, für das die liofoper weit mehr war als ein Kunstinstitut, vielmehr so etwas wie eine ״nationale Seele“ war, ein wirklieber Mittelpunkt, mit dem das Volk von Wien innig verblinden war. Vom Kaiser und den Hofkreisen über die Fresse bis zu den breileu Schichten der Bevölkerung nahm jeder Icideimehaftlicli au den Vorgängen Anteil. 111 Presse und Kunst waren die Juden damals stark vertreten. Von jüdischen Musikern seien nur Goldmark und der grafte Cctlist David Popper genannt. Trotzdem ist der Jude verpönt. Immer wieder wird im einzelnen geschildert, wie Mahler wegen seines Judentums auf Hindernisse stieß und welche persönliehen Fnlbai.scliiiugcn und Demütigungen er erlilt. Vf'ir müssen ahn־ offen aiisspreclicn, da fl bei dieser Darstellung a ti c 1! die j ii d i s c 11 c Seite nicht immer glücklieh a h s c 1111 e i d e t. Die jüdischen Künstler empfinden ihr Judentum lediglich als Ballast, den sic jederzeit almiwerfen bereit sind; kein Wunder, daß das Judentum dann auch von anderen wegwerfend behandelt wird! Und trotz.- dein nützte midi damals schon die Taufe nur teilweise. Eine charakteristische Szene, die heute viele interessieren wird, erzählt Karpath (S, 178/79) über ein Gespräch mit Mahler. Fs wurde heim Essen die Kapellmeister-Frage an der Hofoper diskutiert: ״leb hülle ja einen jungen Marin“, sagte Mahler, mit hochgehobener (;*bet, ״aber dn kann ich nicht engagieren, weil er Jude ist. Kioilich mir der Hasse nach, denn er ist längst getauft und J’iolrsiont. Ks kommt aber leider auf die Rasse an.“ ■— ״Schade, d»ß der junge Mann Proteslant ist“, meinte ich, ״denn wäre er katholisch, so gäbe es keine l>csonderen Schwierigkeiten. Wer »st es übrigens, den Sie im Sinne 11,111111?“ ״Der M.tnn heißt Hruiio Weller, Sic kennen ihn j.1 ühngniH, Den ImMc ich schon in Hamburg unter mir und er wäre der Richtige.“ — ״Versuchen Sie'» doch“, buh Uh wieder an. ״Ich will mal sehen, werde mit dem f )hersthnfmeitter spreeh.rn, vielleicht gclit’s,“ Bald darauf wurde Walter engagiert — er war damals viemnrUwaniig Jahre alt —, wurde mit einer gewi-sen lielnit.nmkril in das l<e|x'rloire gestellt und h-tte im Anfang nicht die besten Tage. Erst allmählich gewann er Geltung, auch batte ihm Mahler den diemtültcstcn Schalk vorgeiwgen, I/s Sombart über ״Wissenschaft und Politik׳״ In der Preußisrhcn Akademie der Wissenschaften hielt atn 12. Dezember Professor S tun hart einen Vortrag über ״Wissenschnfi und Politik“, dessen Ausführungen auch für uns nicht ahne Interesse bi ml, weil sie auf Fragen eingehen, die unser jüdisches Erben heute aufs engste tangieren, insbesondere auf die Frage des Zusammenhangs von Weltansclmtituic mul Rasse. Unter Wissenschaft versteht Sombart das Bestreben, Scinsrusantmcnltfingc zu ermitteln und allgemein gültige Gesetze frstzustellcn, ohne Werturteile aufkommen zu lassen. Politik ist im Gegensatz hierzu zielstreitig und lullt auf Werturteilen. Die Ansicht, dal) durch die l.chcnshcdingungcn das Handeln der Menschen in der Politik und ihr Denken in der Wissenschaft zwangsläufig bestimmt sei, vertrat zuerst Marx; Sombart widerlegt sic, indem er daiauf hinweist, Marx seihst habe nicht zur proletarisi'hen Schicht gehört; seine Theorie sei also ihrer Herkunft nach keine prolelarisrhe Wissenschaft. Heute herrsche eine Auffassung, die die Abhängigkeit de« Handeln» und Denkens von der B1111 8 v e r a 111 a ff u n g herleitet, Demgcircniiher betont Sombart: Es gibt zwar 7.usammenl1änge zwischen Geist und Blut, aber wir vermögen »ie nicht in ihren inneren Gesetzen zu verstehen. Auch verschieden veranlagte Völker können die gleiche Wissenschaft treiben und umgekehrt. Gefährlich ist für die Wissenschaft der Ein flu fl der Politik, sofern diese die wissenschaftlichen Ergebnisse zu beeinflussen sucht. Die Ergebnisse hängen allein von dein Wahrheilsstrehcu ah. Andererseits kann der Staat die Wissenschaff fördern, indem er die Wahl der Probleme beeinflußt. Zu jeder Zeit stand die Wissenschaft unter diesem Gesetz. Die liberale Nationalökonomie bearbeitete die Problcme von dem Standpunkt des politischen Liberalismus her, und die heutigen politischen Auffassungen geben der Wissenschaff wiederum neue Ansatzpunkte zur Durelulenkung ihrer Fragen. Seihst die wissenschaftliche Methode kann durch die Politik beeinflußt werden, so daß man wohl von einer Stileinhc it zwischen politischer Ueberzeugung und wissenseliaftliehcr Einstellung sprechen kann. Von der Wissenschaft verlangt Sombart, daß tle sich nicht ln das Gebiet der Politik einmlsche; der ״wissenschaftliche“ Sozialismus sei dn warnende* Beispiel für einen solchen Uebctgriff der Wissenschaft 11t «inen Bereich, der nicht der ihre sei. Die Wissenschaft kann keine politischen Ziele stecken, sondern sie hat nur das Ziel der Wahrheit. Wohl aber gehe es allgemein gültige Gesetze, die die Wissenschaft aufsucht und die die Politik zu ihren* eigenen Nutzen übernehmen kann. Dr. N. «׳huerle *ehr Urige, tx'a W*lm» mit größeren Aufgaben betmut wurde, und!war nicht au» ktimllcrivhcn, *״rvfern «u» perninli, harr Gründen, Mn hier brfiirchlcl« immer, daß man ihm vorawr. fei* iionnic. «r bevi»!znge Walter, weil er «ein Kawng<׳n01w) tri, iiml die» «olh« tt ribuilnt verminten wlmen. Ai» lieh alrcr Walter «ns eigener Kraft durchgcacUt hatte, war Mahler nicht mehr in Wien, Vorher noch! ata Ihimpcrilinrk einmal mit Mahler tmd mir 1111 Cald Jm|1crial saß, ilen Mahler In meiner Gegenwart, ob er ihm 11i< ht einen jungen, lalcntvnllen Ka|!ellmel»ter cmplcli- Im künnle, ״In «111״׳“, erwiderte Il*11n|*cr1llnek, ״einer meiner S• liöl'-r, der jeltt in Aar'tum wirkt, f,co II I e c 11 mit Namen, •wirre »Irr M.um.!teil It 11 Ihnen sehr empfehlen kftrinU". ״Ille׳ h! Illcrli!“ angle Malihr, 11״ r r ist wohl Jude?“ AI» 1 f am j *<׳ r, tirirk Irejrtlilc, meinte Mahler: ״Dn» geht leider nicht, aueh wenn Blech (jel.iult ist, wie Sie sagen, denn ich gelte bei den Anti- »emilen trotz meiner Taufe «11 Jude Und mehr als einen Juden vertrügt die Wiener Iloioper 11 i r h I,“ Dies alles geschehen in einer Zeit, ln der das jüdische Bürgertum offiziell die Existenz, einer Judenfragc mit Entrü*Umg verneinte 1 Man ist geradezu vcrhlülft, wie sehr ein derartiges Gespräch an Vorgänge unserer Zeit erinnert. Und aus diesem Grunde sei noch eine andere Episode erwSlint. Als (noch vor M,*liier* Wiener Zeit) hei der ״Gesellschaft der Musikfreunde“ die Stelle des Konzcrtdircktors zu vergehen war und drr damals noch in Hamhurg wirkende Mahler *ich bewarb, sagte der Vizepräsident der Gesellschaft, R.-A. Dr, von Billing: ״Diese* Gesuch k 1 nn überhaupt nicht i 11 Verhandlung gezogen werden, weil der Petent, der Mahler, Jude i 11.״ Damit war der Fall erledigt. Johanne* Brahms, der der Sitzung heiwohnte, hatte keinen Einspruch erhoben, obwohl er Mahlers künstlerische Qualitäten sehr gut kannte. Prahm«, *o bcrichtet Karpath, ״von Hau* «us gar nicht antisemitisch eingestellt, war *0 sehr in der Mentalität der damaligen Machthaber befangen, daß fr nötig war, die Berufung eines Juden sei eine Um״,?״im," Heber sein Verhaften befragt, habe Brahms die Motivierung des Herrn Von Billing lcj' ׳ ״ P«1 komisch vorgckommeii, er sei aber der Melinit״ » "f': daß «eine Einsprache völlig wirkungslos gchlifL״ we$l Auch eine solche Haltung scheint um nicht *־»wäff dazustehen, vefcunt;* Das Bild, das Karpath von Mahlers künsficrisdir« « ken entwirft, sowie seine Erinnerungen an zahlreich» ^|יז Künstler, wie Wagner, Brahms, Nikisch, Reger, Lcha können hier nicht tm einzelnen dargestclll werden ■1“'1י wird der Musiklk'hh.ihcr hier manche* sachlich und ]ich interessante finden. Presseschau Zu dem Artikel von Alfred Roienbtrgim v,־u• , Beobachter“ über jmlmbc Wrltpnlitik schreibt ״Ja« It׳ 4 Dr!׳‘! Pd!:4. der drut,sehen Orthodoxie, der Frankfurter ״Israel!* Erwähnung der auch von uns veröffentlichten f rklbL Z. V. f. D.: ru" flieh ״Hmzufiigen möchten wir, daß in jenen Tsün, , liehe jüdischen Parteien in Deutschland und ()«1״ unter Billigung der deutschen Regim1ngsin5tan7.cn inv'*1 atantinopci gemeinsame Verhandlungen mit der Uirkk4 Regierung führten, um jüdischen 8i •111,1י׳'5. ., ״! ״.,״״ leih Laune eine gewisse Autonomie und insbesondere die 1' Entfaltung Ihres religiösen Gemeinschaftslebens *u " - Man sollte von 11 er Loyalität des Vi11™' selten Beobachters4 erwarten, daß cr’ 11?«״' dem hier in der Tat Dokumente vorlie» die auch den schwierigsten Skeptiker ühl,"’ zeugen müssen, seinen Vorwurf deslmdt, Verrates gegenüber den deutschen 71!' nllt e n von 1917 z u r0 c k nim m 1.“ Wie die ״Frankfurter Zeitung“ meldet, wurde du |״ft.l von Hermann Gauch ״Neue Grundlagen der RmjchÜ *cluing“, das durch seine alwtrmcn fassen politische r^'j Stellungen Aufsehen im Auslande erregt habe, verboten Au» einer größeren ffanzöahchen Provlnzalndl erhallen wir einen längeren llrlef einen au» Deutschland aitsgcwandcrlen Juden, der die seelische Notlage vieler Emigranten ivUkrspiegeU. Diese Menschen, *fl* außerhalb Deutschlands eine Existent suchen mußten, weil sie hier keinerlei 7,uhiinjlsaussichtcn halten, /iahen materiell schwer tu kämfijen, aber noch schwerer ist für viele die seelische Not, die durch die Kälte der fremden Atmosphäre erzeugt wird. Wir Juden wissen alle, was Colus heißt, aber solche abgcsplU• lerten Einzelnen haben einen doppelten Golna zu erleiden; was Ihnen Kraft und Halt gibt, Ist die Verbunden• hell mit dem Judentum, Nur leider sind nicht alle jüdischen Menschen, die selbst in glücklicheren äaßc• reu Bedingungen leben, sich dessen bewußt, daß hier Einzelnen nur ln verstärktem Maße das widerfährt, was eigentlich uns allen als Juden gilt, und daß daher die Pflicht menschlicher Anteilnahme In viel höherem Maße besteht als sie meist gehandhabt wird. Die Trägheit des Herzens, der wir alle unter• Hegen, läßt uns oft unbewußt hart sein gegen Menschen, denen wir durch etwas Verständnis für ihre Lage helfen könnten. Wir halten es für unsere Pflicht, die Stimme dieser tapfer mit Ihrem Schicksal ringenden Menschen zu Gehör «1 bringen und geben darum den Ifauptlcil dieses Briefes hier wieder, Red. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin Sehr geehrte Herren! Eine der großen Freuden derer, die wie Ich Ins Ausland gegangen bin, um nach der Vernichtung unserer Existenz In Dciilschlnml zu versuchen, ein nettes Leben im Ausland auf* 7111);inen und die aus Gründen, die hier nicht zu erörtern smn, nicht nach Palästina gehen konnten, ist zweimal In der Woche der Erhalt der ״Ji’id. Rundschau“, die uns mit ״unserer Welt“ verbindet, Es wird wenige geben, die mit solcher Begierde die Mitteilungen der ״Jüu. Rundschau“ — man muß schon sagen - - verschlingen, wie gerade die, die allein im Ausland sind und liier einen Daseinskampf begonnen haben, der härter ist, als mancher glaubt. Und mit Stolz, verfolgen wir Immer weiter die Fortschritte, die das jüdische Werk in Palästina macht. , Mit großem Interesse habe Ich in der Chanukkah- Nummer den Artikel ״Bahnet, bahnet den Weg gelesen. Besonders hart ist, sagen Sie, das Los dertr, die in freien, sagen wir offen: intellektuellen Berufen tätig waren und die nicht so schnell eine neue Tätigkeit finden können. Und wenn *ie mm gar Im Ausland leiten und ihnen Palästina zur Zeit wenigstens verschlossen ist? in all die Freude und Genugtuung, die wir Im Ausland beim Lesen der ״Rundschau*4 empfinden! mischt sich ein bitteres Gefühl: des Vcrgcssenwcrdcns. Id! möchte das näher schildern: Ich war 27 Jahre alt, alt Ich durch die neue deutsche Gesetzgebung meine Tätigkeit verlor, in Deutschland war e* nicht möglich, eine Arbeit» selbst die geringste, zu finden, weder bei Juden, noch bei Christen. Was bleibt einem jungen Menschen dann übrig, als inj Ausland von neuem *nzulangen zu versuchen? Die Aufgabe war schwer. Man kann *Ich, wenn man ״nichts gelernt“ hat, nicht einen Beruf aussuchen, den man ergreifen will: mim muß *ich auch nach den äußeren Um* ständen richten und sehen, ״wo man bleibt und wie man’* treibe“. So ist unser aller Leben ein HI11 und Her zwischen unendlich vielen Tätigkeiten, ohne d»ß man dadurch zu einer Arbeit käme. Dn« ist mm mal *0, und jeder muß ei mit sich alleine abmachen. Unsere Generation hat eben, *chelnt*, die Auf* gäbe, dieses durch zukämpfen und durcbiubelßen, zu ar. heilen, ohne einen Sinn und ein Ende, du lockt oder Gewifibeit bietet, zu sehen. Daß eine solche ״Existem4' ein wenig an die Neiven geht und um so mehr zermürbt, wenn man manchmal nicht , weiß, wann man den Franken, den man ausgibt, wieder einnehmen wird, das ist schließlich eine ״notwendige Begleiterscheinung“. Das sind vielleicht alles keine Dinge, auf die e* »Ich lohnte, die Aufmerksamkeit zu lenken. Viel schlimmer Ist dabei die me ns eh licht Vereinsamung, der man ausgesetzt ist; das ist der wahre Grund der seeljschen Not. Können Sie «Ich das ״Z11«ammcniein״ solcher Juden in der Fremde vorsteilen? Gewiß, man vereint *ich, um in be- *cheldcnstcr Webe die Feste zu begehen und denkt, daß unser Volk sie ott, und nur gar zu oft, nicht froher begehen konnte. Aber kaum *pinnt *ich die Unterhaltung an, so sind cs die aschgrauen Sorgen des Alltags, die Sorge, wie man etwa* verdienen könnte, wie man •ich menschlich etwas wohler fühlen könnte, die die Unterhaltung beherrsehen. Oft graut einem davor, den anderen zn *ehen tmd ru sprechen: wegen der quälenden Gedanken, die man eelbsf hat, und wegen seiner Schmerzen, die man doch trotz alter Mühen nicht lindern kann. So sieht es ״unter uns“ aus. Und mit den Menschen unsere* Gastvolk«? Wenig »M die, die nur eine Spur von Verständnis haben. Und viele und man muß es, so betrüblich es ist, gestehen: bwondcfi die cinfirlmiscben Juden — wollen dies Vcrstämlnis auch gar nicht aufbringen. Manche wehren sich instinktiv, weil sie meinen, m« wolle finanzielle Hilfe. Manche meinen, etwas zu tun, «era sie finanziell helfen, helfen eine Beschäftigung zu finden oder eine kleine Möglichkeit, ״mal was zu verdienen“, besorgen. Und sic meinen, damit sei ihre!,flicht geschehen. Nein, was wir suchen, — das sind Mensen cn; Mw sehen, die einem jm Gespräch die Möglichkeit gehen, ף ein paar Minuten die eigenen Sorgen zu versessen uw gewahr zu werden, »laß es viel anderes gibt, als nur Gedanken um das Fristen des Lehens. Wir sind verurtt;/ nicht nur unsere Existenz aus dein Boden zu stampfe״ *ondem allen Glauben ״in Röhren hcraufzupurnper“; das Pumpwerk wird leider auch mal müde. Das *oll keine Klage sein tmd kein Versuch, Mitleid »II den Juden ״draußen“ zu erwecken. Abc, ich glaube, o gibt wenig Menschen, die *ich (Ina Bedrückende dieser DC Klarmachen. Bücher, Theater, Kino, Zeitschriften . . •״, scheidet aus, weil cs an Geld fehlt. Und Mcnschcru die «•?׳ so rar. Wir hatten alle gute Freunde in Deutschland. denen uns wirkliche Freundschaft verband und vcrDim•'■ Aber es scheint, sie haben keine Vorstellung von dieser u ׳ lischen Notlage. , « - 1* Wir lesen (nicht alle, aber viele) davon, daß « Deutschland noch Juden gibt, die nicht wissen, d»־ ״ vor «ilcm Juden sind, daß, sic mögen wollen oder n ■״ ihr Judcseln ihr Schicksal bestimmt. Wir ..draiillcn * ״ sind darüber *ehr erstaunt. Denn wenn wir nicht J״ Jüdisches hätten, wären wir längst innerlich zusam gebrochen. . , . . ,״! Und indem 'vir Juden sind, stolze Juden «md. * _ vi!es noch schwerer: weisen wir nicht manche Moguu * von uns, damit nicht einer komme und sage: 13י״ J ein Jude macht auch das!“? Fühlen wir uns wegen u exponierten, isolierten Stellung nicht noch luindi’nw antwortiingsvollcr? Bemühen wir uns nicht gerade! >" kehr mit den anderen ihnen zu zeigen, daß “uch ‘;h Jfen In Not keineswegs so ist, wie sie ihn sich — •ut von •li em Antisemitismus — gerne vorst eilen? Aber dann sollte man uns doch ein wenig helfen, _ bißchen Mensch und menschlichen Glauben und 1»1״- Würde, dieses Minimum an Seelischem bewahren zu a und uns nicht alles ganz alleine abinaclK״ lassen. Die ״Comites“, deren es so viele gab, haben ‘ wie in manchem anderen, glänzend versag t. - c ,N־ Oeld, wenn sie hatten, dem, der am lautesten ,.Au c ,J־״f und sonst waren sie überhaupt nicht da. E.s koin *, an, möglichst unwürdig zu sein und möglichst vie klagen, dann fallen selbst Leute darauf Innern, die klug, umsichtig, verständnisvoll hielt, und die, nac ihnen gerade deshalb eine der wichtigsten Stellen ״ hatte, überhaupt nicht* Wesentliches leisteten. Aber alle haben *Ich nicht darum gekümmert, « ,is! den Kampf, den man doch allein durchfechten ״״ fins׳־v bester bestehen kann, wenn man ein wenig ״u' . dafc.׳• cm wenig ... ja ich merke, es gibt kaum ein für diese menschliche Wärme, die wir suchen, mes «UHa von Menschen, das uns die üewißheit ff'״'». Mdd"8 AlUelns «It» Teil eine* Volkes - selbst eines, da* ZU •eia. aai Di, der ׳״ gicrun; (s. che I, ckr«H F ü h r _ steh bi' beweg , Spruch ־ und ü die Br noitiisi liehen breiter n .1c h 1 man a nersch ׳ * c h v» ti(׳, d Mas!1 noch \ Denn , Pb (. . und d י friicht 1 j,1m 1\ walb®. A I Volks bc n< die A i natlor ,׳ Artik(' immei'i hi ve ן Resist und Ir Redci denv«!, nlsi sich ' sehwc sei »li arabls, Bin. betra. wick( und ij wlrts! bank t, inrnu i gclitt sdiw viele*. Uschi •' durcl dem 11 und den!1' Rung!' Jcrtis1 und Palil' Die i bat r li, r T e• T׳, '10 •« 't *tV■' ׳1 I;!1 15»T k G;י I.־, H'• י 11',/ , 4; s* ■ •» > *, f*;; 1! |׳'!!. u•! י'־׳' hiii ן l.־v 1: I1(f Tן: S, V'i *.0 y e^'i’F b. ,1.;. j! •!. I,!l: n״!:׳ '!יו e und ■ r; ,1■ Wirt) t׳,׳_, dere es b. ו, 1!׳. •1<f abzu J ־;; 1 die : r.t' Konz1 I'.' j׳ U•• . ׳! 11. und 1 e*r 1J .1 1 a«m p, .4? K Ie ' tal I um 11 1 ' ( ft .. ־; flG im f teile 1 xi' wird! 11׳. tt Wor, r^■ 4־ bciK ( 1.. ‘ ihn« י!! 1״־i war , i, ’ tisd t1 ן n«H1 , b«r f ■ > *out dur< ׳ «r־ nöti Ver t!ז Ser■ , ■ fiat , *oft , gen ׳ . Cin ■ .; seir t «1 1 r t •et» * lut . Vli ta L«! kO ha! Ire »n P•1 tt»! be BC