Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 99 (11.12.1934)
- Date
- 1934-12-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ד 1fr, WJ 1.X1934 .״ Pädagogische Woche des Frankfurter ״Philanthropin״ nie dem liröfliumpakt dieser Veranstalt״״״ über di --'••יי', *״. .If Wlciltiirst«« Vnr.n.t,״״,., boriehtet dieser min״׳, f«>i!remIe vvici 11iVcrnVistäH111Vk i)r S1eK1״m״l Hirsch über den (leist 11 Luide der Schriitcii seiner Lehrer, eine treilrain'te Darstellung der wissenschaftlichen des Beitrags indischer Autoren an dem Fortschritt 1'f bereits. Voitrat,' von ן,״ ,"י וווו!5 piiilaiitt ropins ׳״־ ' <' Lfistuflp ,Ut'f V I‘ן ־ ■'־ 311 . t. ^»׳irrfi’ er dio IHK- , ־' ־ , , '1־v־ ' » VM־'VI1m1 f U' iss eil Schafts zw c j fge, die J«n der Anstatt gelehrt werden ו, Jjc 'Lehrer ״,flschows^ ». lfI115srn hat und itneeu;״«Weh zeigte er die Probleumtik dieser ־Menschen des 1, ׳rluM1.li18!׳: •u tintr Reihe jiiilisclwiktivcr Menschen der Anstalt waren, tauchen zwei Namen auf’ Ic y. der Goethe-Biograph, der das Judentum ,«ca iw und Moli t o r, dessen Er/ichimgsklcal aus ndrren G״־'1‘"'״ naturgemäß von dem einer jüdischen Schule jclirii nmllte. Das l’liilaiithropin ist .naturgemäß der Kritik derer aus- .,-<ct/t, die wollt bereit sind, die innere Schwierigkeit einer *a einem jüdischen üoschichtsabschnitt eigener Prägung eng url)tnHl^ MC11 Anstalt an/uerkenncii, die »aber nunmehr vor w i-tcht, de״ Ueher^an^ in einen neuen zu vollllicn, Dieser Ucbergang ist ikkIi nicht vollbracht, aber wir werten den Versuch, das Jüdische mehr in den Vordertuml zu stellen, positiv. י [•, ist wohl das erstemal, daß eine öffentliche jüdische ^tuile ihre Arbeitsweise in diesem Umfange der Kritik der;Hfditliclikcit unterstellt. Man zeigte uns die Problematik der ...Jiseheti Schuh’ in Deutschland, den Raum, den Erez Israel im ViiU'ii und Arbeiten der Selmlc einniniint, die Durchdrin- ,״Ij; des Jüdischen in anderen Fächern, eine Spczialaofgabc, 1( von l)r. Hans lip stein (Jüdisches im Deutsch-Unterals p.:i Jagngisclie Möglichkeit vorbildlich dargetan wurde. Eine ainge/eicliiiete biblische (icschichtsstundc von Betty (;lilei f ci, die biblische (irseliiehte im Kähmen der (ic-!■kchtc des Vorderen Orients gab, war der Auftakt zur :,!nmlliing der jüdischen Biklungsfragcn. Die Forderung i,ch pal.otmakimdliehein Unterricht hat sich seit einiger Zeit i;1rfhges1'tzt; die Stunde von I)r. Rothschild informierte ,׳iriiber, dnii tatsächlich das neue Palästina auch im Philan- ״rapin seil einiger Zeit zu leben begonnen hat. Dabei ist ■j bfuicksiehtigen, daß die Kurzstunde letzten Endes nicht , jeder Hinsicht instruktiv sein kann. Die Arbeitsgemciri-!:hift ״Probleme des Judentums׳‘ bot leider keinen Einblick ין die Art, wie in dieser wichtigen Stunde gcmeinschaftdh jüdisch gearbeitet wird, infolge des temperamentvollen!!!finvortrags von Direktor Dr, I) riesen, liier hätte der |!n״rcr siih besonders gern darüber informiert, wie die fVoWernc der Judenhcitskunde behandelt werden. — Dieser llwrlmitt schloß mit einer lebendigen Keiiginnsstundc über Ifrcmia (I >r. Lciule) und einer Ucbcrsctzung des letzten Kapitels de*■ Pentateuch (J. B. Lcvy). Der lubräischc Unterricht wurilc durch zwei Lehrkräfte ffjiben (wobei anerkannt werden soll, daß auch der Pent.v ni.li-Untertielit keine reine Ucberset/ungsinctliodc nnwendet, «mkrn siei» auf sprachliche Grundlage zu stellen bemüht). Vir salu'ii!׳inen pädagogisch guten, die Kinder interessieren- «m Unterricht in aschkcnasischcr Ausspracnc, wobei der Lfhrer (Speyer) sich bemüht, eine Methode zu finden, die Mcrscits d 11׳ Ansprüchen des Kultus gerecht wird, anderer- Kits die Sprache dem gesprochenen Hebräisch annähert, cn Problem, das nicht leicht zu lösen ist. Dagegen erhob tlic »׳rite Stunde ״Iwrith“ (Dr. Neu haus) den Anspruch, wirklieh Irbentli gos Hebräiscli zu bieten. Ob der Anspruch erfüllt wurde, ist freilich eine Frage, in deren Beantwortung die iMrimmficn geteilt waren. Die pädagogische Woche ist zu Ende, die Türen sind .vicdiT geschlossen. Das pädagogische Jahr des Philan- ״׳ropin beginnt. Wir hoffen, (lall im pädagogischen Alltag, 'r vielleit ht noch lehrreicher ist als die von manchen DDjchlcn beeinflußte Woehe, der Lehrer weniger als Dozent :י Miltclpenkt stellt, was vom Standpunkt der Schülcrsclbst- ־itigkcit nicht unwesentlich ist. Der ungeschminkte Alltag 'ft auch den Vorzug, daß man nicht einige Klassen oder cm mehrmals, sondern im bunten Wechsel alle sicht. Verschiedene interessante Ausstellungen, Vor• träge und Sonder voran st.ר Hungen umrahmten das üiwc. Bemerkenswert war ein Referat von Reiß, der eine ■*tont manuelle Ausbildung durch einen lehrnianmäßigcii Munterricht forderte, ein jüdisch-soziologischer Vortrag von z SeeIig, ein Vortrag von Dr. Salomon über ״Jüdische Motive in der neueren französischen Literatur“ und über •Mische Motive in der bildenden Kunst“ von Dr. O a 11 i n e r. frei Kunstabemic wurden veranstaltet, von denen besonders («von Dr. Hans Epstein cinstudicrtc Laienspiel ״Saul“, (« die Jugendlichen zu monatclanger gemeinsamer Arbeit »pomte und einen besonders schönen Erfolg erzielte, eine tenahmeuswerte Leistung darstcllte. , P. Ws. i Mitleln <1.13 kahle Konzertpodiuin in eine brauchbare Szene unigewaudi Iv. — Eine Wiederholung der Atilführung Und am Gbamikkah-F'esle als gemeinsame Veranstaltung des Kulturbund» und der Jugcudverbiimlc der Israelitischen Ge- 1jK'imie statt. Sie erreichte darstellerisch eine stärkere Vordichtung. Emst S i 111 o n sprach <lie einleitenden Worte. Ein hebräisches Lied in tler Bearbeitung von Herbert Fromm, gesungen vom Jüdischen Kammerehor und mehreren Jugendchuren, schuf die Verbindung zwischen Rede und Drama. — Ein Konzert des zu erheblicher Leistungsfähigkeit vorneschritleuen K 111111 r b 11 «1 <!-O rc 11 es t c r s unter H. W, b t c i n b c r g brachte eine fesselnde Serenade des Jüdischen Komponisten Daring Milli aud, sowie, in einer besonders durchforniteti Wiedergabe, die .,Italienische Symphonie“ von M c n d c I s s o h n. Prof. Felix Robert Mendelssohn, der neue boloecllist des Orchesters, führte sich mit Haydns Cellokonzert in Frankfurt erfolgreich ein. — Die von den drei Brie Brifh- ■-0Sb'n in Gemeinschaft mit dein Kulturbund vermittelte H. G h a n u k k a h - K u 11 s t s c 11 a 11 gab ein erfreuliches, einc rucksvolles Bild von dem künstlerisch hochstehenden Schaffen der hiesigen Maler, Bildhauer und Kunstgewerbler. — Größte Beachtung verdient eine Ausstellung von Chanukkah- Leuchtern im ״Mimetint jüdischer Altertümer". Der Sach- Kenntnis und der Geschicklichkeit Dr. Hermann Oundcrshe i m ers gelang cs, eine nahezu erschöpfende Ucbersicht über die Menoroth von grauer Vorzeit (Karthago!) bis zur Gegenwart zu bieten. Der Reichtum der Formen, der hohe Kunstwert der einzelnen Gegenstände werden jeden Besucher überraschen. Dr. E. Zur Erklärung des Maos Zur Zu diesem in Nr. Oft der ״Jüdischen Rundschau“ erschle• ־'eineinann, Breslau: ,,Jüdisch» neuen Aufsatz schreibt uns Prot. J. H Zur Erklärung von מעי! צור Str. 1, Z. 3 ist leider noch nicht befriedigend erklärt. Konnte der Vf. בית lein, gebrauchen? Oder liegt Textfehler vor? Str. 2. Für die falsche Vokalisierung!גךלו trägt schwerlieh der Verfasser die Verantwortung. Denn nach hehr. Technik reimt so gut auf סגלה wie auf עמה ׳כלה. Fs ist Verballhornung eines Lesers, der גדולה und סגלה auf der vorletzten Silbe betonte und die europ, Reimtechnik anwandtc, nach welcher der letzte Ton vokal über* cinstiinmcn muß. Noch äTgcr ist die Entstellung in צור משלו אכלנו , str. 2. Hier reimte חמדה auf תודה• Einem Leser genügte das nicht: er machte aus ארץ חמדה daher ארץ חמדה טובה , Ulli den Anklang *der Vokale herauszubringen, ־— lind zerstörte den Reim 1 Schlußzeile nach Micha 54 והקמוגו עליו מבעה רעים sic sollen uns vor Assyrcrn und Babyloniern retten. Die Anwendung versteht sich von seihst. Prof. J. Hcincmann. * Ferner schreibt uns Herr L. N u ß b au m, Bocholt: Zu den Ausführungen in Nr. 06 und 08 der ״Jüdischen Rundschau“ über die Chanukknh-Hyinne מעוז צור möchte ich berichtigend und ergänzend mlttcilcn, daß über die שבעה רועים in der 6, Strophe des Liedes, anlchncnd an Micha 5, ■1 im Talmud-Traktat סוכה נ״ב ב׳ folgendes zu lesen ist: Wer sind die ״sieben flirten“? David in der Mitte, Adam, Seth und Metiuischclach zu seiner Rechten; Abraham, Jakob und Mosche zu seiner Linken. Und wer sind die acht ״fürstlichen Männer“? Isai, Saul, Samuel, Arnos, Zephania, Zidkija, der Moschiach und Elijahu. Auf diese Männer, die sich den Feinden Israels cntgegenstellcn und den ״Frieden“ bringen, von dem Amos an der angeführten Stelle spricht, bezieht sich der Dichter des חשוף זרוע קדשך• :■A «Jeremias״ in Frankfurt a. M. . Aus Frank furt a. M. wird uns berichtet: Mit der Auf- «ung des ״Jeremias“ hat der Kulturbund Rhein- "J|n «11 neues Gebiet betreten: zum ersten Male wurde f!״ fein jüdischer Stoff geboten. Es galt, einen Konzertsaal äs ״Bülincnrauui“ zu benützen. Man war gezwungen, ein *«יי nicht erprobtes und sehr unterschiedlich zusammeniwtztcs Ensemble lierauszustellen, und zwar in einem Stuck;« an und für sich der theatralischen Wiedergabe nicht ׳,icht zugänglich ist. Wenn trotzdem ein Erlebnis nicht all- Dclier Art zustande kam, so ist dies neben der Kraft der frrigsclun Dichtung dem begeisterten Einsatz aller Mit- »mciKicn zu danken, nicht minder aber auch der Aufnahme- ״Htsehaft einer fast 2tKK) Personen umfassenden Hörerj;Wt, di»• nach jüdischen Inhalten förmlich zu lechzen schien. 10״fpimlte der Aufführung bildeten vor allem die Massen- »net!, in denen der von Franz Oppenheimer gefulinc wchclior zur Geltung kam. Auch schauspielerisch fiel npenheiner als Bnruch angenehm auf. IJeberragend außer- '״> B«n Spanier als Zcdekia. Der Darsteller des Jene- 11״«, Leopold Sachse, der auch für die geschickte Regie mn wo.tiiei. vvar, konnte seiner Rolle nicht das notige ן!f^i'ljehe Gewicht geben. Genannt sei noch die Mutter der ׳'י‘ ן* Kennedy. Alfred Oppenheim hatte mit einfachen Mann bezeichnet, der die -*,.yJULi i״'■ w OCR. 3SWI&M AGENCY POfc PAlG$riNI W 15: Mclnckcstr. 10. Telephons J 1, Bismarck 7165/70. Postscheckkonto! Berlin Nr. 16708. Sprechstunden Täglich, mit Ausnahme von Sonnabend und Sonntag, von 9.30—12 Uhr, Sprechstunden der Juristischen Beratung von Montag bis Donnerstag, zwischen 10 und 12 Uhr. Auswärtige Besucher, die in Berlin Auskunft cinholen wollen, werden gebeten, der betreffenden Abteilung vorher schrittlieh davon Mitteilung zu machen, ״Alifah“ vergriffen! Die letzte ״Ali ja 11", Informationen für Palästina-Aus- Wanderer, die Mitte Oktober erschien, ist in der Ocsamtauflagc von 5000 Stück vergriffen. Eine Neuauflage befindet sich in Vorbereitung. Deutsche und palästinensische Firmen, die die Möglich* keit wahrnehmen wollen, durch eine Anzeige in der ״Alijah“ die Interessentenkreise auf ihr Unternehmen aufmerksam zu machen, sollten baldmöglichst die Anzeieen-Bedingungen vom Palästina-Amt Berlin, Abteilung Veröffentlichungen, unverbindlich anfordern. Die Generalvertretung der ״Alijah“ für Palästina liegt in den Händen der Firma Karl Ettlinger, Tel- Awiw, Achad-Haamstrcet 38, P.O.B. 911, die alle Auskünfte erteilt. Buefkaefen deb Redaktion 1. St. Der hebräische Vorname Theodor Herzls lautet: Benjamin Secw. Dr. Ludwig B., Berlin. Unter den Insgesamt 170 Nobel- Preisträgern erhielten bis 1933 14 Juden und 6 Halbjuden (also 12 «/ס ) den Nobelpreis. 15 von diesen gehörten dem deutschen Kulturkrcis an. Frau Hilde M., Suhl (Thür.). Jan Kiepura Ist kein Jude. ד־־* Von Dr. Karl Herz, Berlin _ Die Presse bringt die Mitteilung, daß der bekannte Kunst* lustorlkcr Ernst Steinmann am 23. November in Basel verstorben ist. Die dem Gelehrten gewidmeten Nachrufe heben hervor, daß das letzte Jahrzehnt seines Lehens der Bibliothcca Hertzlan* galt, deren erster Direktor er war. Die Bibliothcca Hertziana ist eines der führenden deutschen Kunstinstitute Roms und wird von der Kaiser- Wilhelm-Ocscllschaft verwaltet. Wenn ein Gcdäditnisartikcl der ״D. A. Z.“ in der Uebcrschrilt Ernst Steinmann als den Hertziana schuf, so wird damit die Entstehungsgeschichte des Instituts nicht richtig gczeichnet. Im Inhalt des Artikels erkennt der Verfasser sellrd an, daß die Gründung des bedeutenden Instituts zu verdanken sei 11״ ein hochherzigen Opfersinn einer Frau, der aus Köln gclnirtigen Henriette Hertz“, Steinmann habe ״als Berater seiner edlen Freundin“ den Ausbau der Gründung geleitet. In der Tat: Steinmann hat eine beratende und ausfuhrende Funktion gebubt, deren Bedeutung gewiß nicht verkleinert werden soll. Idee, Mittel und Namen jedoch hat die Jüdin Henriette Hertz dem Institut gegeben, der Ocffcntlichkcit nicht hervorgeistigen und gesellschaftlichen bedeutsame Steilung eingenomdieser Periode, die die Jahr- Bü.1U der Henriette Herta Henriette Hertz ist in getreten, hat aber in der Oberschicht ihrer Zeit eine men. Für die Psychologie zehnte um die Jahrhundertwende umfaßt, ist' es bezeichnend, daß zur Entschuldigung der jüdischen Herktinft ganz ernsthaft von bestimmter Seite dritten Leuten erzählt wurde, Henriette Hertz habe als Säugling die kathohsclie Nottaufc erhalten. In Wahrheit stammte Henriette Hertz aus einer frommen jüdischen Bürgertarn Hie, ihr Vater war der Kaufmann Abraham llcrtz ln Köln. Ihre außerordentliche geistige Regsamkeit hat sie sogar in früher Jugend zu biblischen und hebräischen Studien geführt. Diese geistige Linie hat sic später nicht weiter verfolgt, hat aber ihr Zusammengehörigkeitsgefühl mit Juden und Judentum nicht aufgegeben. Durch ihre Jugendfreimdin Frida 1.0ewenth.il, die den später berühmt gewordenen Chemiker Ludwig Mond aus Kassel heiratete, trat Henriette Hertz in Verbindung mit jenen Kreisen der englischen Gesellschaft, die sich um die übertragende Pereönliehkeit Monds, des Vaters des verstorbenen Lord Melchctt, gruppierte. Diesem Kreise gehörte auch der bekannte Literaturliistorikcr Professor Israel (lollancz an, der Mitbegrün• der und dann erste Sekretär der Britischen Akademie, der eine Nichte von Henriette llcrtz. heiratete. Henriette Hertz seihst verlegte ihren dauernden Wohnsitz nach Rom und schuf in ihrem Hause, dem an der Via Sistina gelegenen Palazzo Zuccari, einen Mittelpunkt, tun den sich eine geistige Elite von internationaler Zusammensetzung versammelte. Die starke Anziehungskraft, die von ihr ausging, erklärte sich aus einer seltenen Verbindung von künstlerisch-philosophischer Intuition mit gesellschaftlichen Uingangsforincn, die mcnschliehe Herzensgüte und cinfiihlendes Verständnis widcrspicgellen, Ein lebhafter Gedankenaustausch verband sic mit Männern wie Mommscn, Harnack, Bjürnson, Dcußcn usw. Ihre künstlerische Liebe galt der Renaissance, ihr philosophisobes Weltbild war an der indischen Philosophie orientiert. Trotz ihrer weitgespannten Beziehungen hat sie sich zeitlebens ihre enge Verbundenheit mit der deutschen Heimat bewahrt. Zeugnis davon geben ihre Idztwilligen Verfügungen, durch die sie den Palazzo Zuccari mit samt der kostbaren Kiinstbibliothck der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Errichtung eines Kunstforschimgsinstituts, speziell für die Zeit der Renaissance, vermachte. Ihr schwebte wahrscheinlieh vor, ein Institut zu schaffen, das nicht nur zünftige Kunstgeschichte der Renaissance betrieb, sondern auch durch Hcrausarbeitung der gcistcsgeschichtlichcn Zusammenhänge das Humanitätsideal pflegte, das sic hinter den Werken der italienischen Meister fand. Dieser humanen und huinanistisehen Weltanschauung sollten die Studierenden des Instituts, die ״Jugend der Hertziana“, wie der Artikel der ״D. A.Z.“ sich ausdrückt, verbunden werden. Denn die geistige Grund« haltung von Henriette Hertz war letzten Endes bestimmt von jenem weltweiten und weltoflcncn Humanismus, der als Nachhall der klassischen Dichtung und Philosophie bis zum Ausgang des vorigen Jahrhunderts in der Oberschicht des deutschen Kulturkrciscs nachwirkte. Henriette Hertz hat dieses Humanitätsideal nicht nur gedacht und empfunden, sondern gelebt und betätigt. Wo cs galt, allgemeine Zwecke wissenschaftlicher, künstlerischer oder sozialer Natur zu fördern, war sic von einer grenzenlosen, leider nur zu oft mißbrauchten Freigebigkeit. Aber trotz bitterer Enttäuschungen innerhalb ihrer engsten Umgehung, unter denen sie in ihrer letzten Lebenszeit schwer gelitten hat, blieb sic, was sie war: die grundgütige, vom Glauben an die Menschen und die Menschheit erfüllte Frau; und diese menschliche Oiite war cs vielleicht zutiefst, die ihr Stellung und Rang in «hier geistig hochstehenden Gesellschaft gab. In einem von feinsinnigem Verständnis zeugenden Essay, den die ״Frankfurter Zeitung“ in ihrem Feuilleton vom 28. November über Steinmann veröffentlicht, werden die geistig-gesellschaftlichen Zusammenhänge, in deren Mittel- Punkt Henriette Hertz stand, charakterisiert als eine Ver- Knüpfung ״der großen mit künstlerischen Interessen bis nun äußersten erfüllten, international zusammengesetzten Gemcindc, die sich um die letzte Jahrhundertwende unter menschlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen, wie sie heute nicht mehr möglich sind, in Rom ztis ammcngcschlossen hatte“. Es ist richtig: Diese Epoche und die sie belicrrsehende geistige Stimmung ist unwiderruflich versunken. Aber über die zeitliche Beschränkung hinaus wird die Bibliotheca Hertziana Zeugnis ablegen von dem hoehsinnigen Kultur-, und Kunstwillen einer deutschen Jüdin. L?Jrsaniö;s1n 1:1 LTj *P't'i'th Parli frasiiiiner 1 11 »”*,״״״er ifJUfranzös״ *ü?11»« ISIS »•1• 1 * c H 8״,'U 6081 ו EngüsencirExprcBzirkal 1 -1 Ruf H 7 <W׳llm.df.) «SU 1imst*eh«r R,Schf®ilw, 281 LOND O Ml E R £nj1ittdh, Schneüerfolg gT*r*nt., gepr. Sprach* Muttersprache- Stand• 30 Pfg* Poitlagerkarte 091, Berlin NO 43. ttiimerierien im Etil! Kinder und Jugendliche Frau Dr. Julius Harz&arg SdlBn.btr{, CrnuwtM, J6> St.phu 0 1, 9006 THE HIO'S ERQUSH Ptiv.tunUrr7 ״Jtk*l. U.btrMt!{- Mr. Will Poller, J 7 Olir« 3838 I kJ 11 »u-Hobr!lisch und Klavierunterricht £1ht Kinä*rljei1T1.11 oüer PrirU Ptnalllln (MusikhoehscHuln Berlin). Anteholo noter B *16 nn «li« An«.-Abt., Meinnkeitr. 10. CIreulo -■p-ito' ■dmito ioeio•, oin- 4000• tnincipionl••■ * Hz 4440 Areblecho Kur•• f. Aof. 0• Fortf6**״riU. bei ehern. Lektor bill. OR ABI B« ■eveita 4>» för B*rut*mu1iker vcraniUltct trüberer Lehrer iteotl. tiBherer Kur« für MmlkpSd»40äeo. Elniolnnlorrldit für b« »onden begebtn Schuliu|eml. B 4 Bavnrt■ 3930 |l E I l K tl 8 E N 0 Bitter, elektr. Mnuaren f•*. UijJil, Rhoume Lnleo Schmidt, Ko».t«n*or Str. 1,1 (Olivtar PloUJ. T010I001 (J % OUr• 6J6t) L- |»./ ff 1 >| Ik FPiOt'IEil l!310E3P Pciz ־ Furnituren«Fcäriii Leipzig U13S. 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