Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 99 (11.12.1934)
- Date
- 1934-12-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ר/; / ךך; ך״־י־־ן aJt׳^fj* 4j«« 34 זי!נ Verwirrung Allgemeinen Zionisten Von unserem palästinensischen Korrespondenten P-1• Tel-Awiw, 2<). November per Konferenz der Allgemeinen Zionisten in Palästina, die 27, um! 2-י- November ווו Te -Awiw stattfand, sing dieses Mil ein reiJilreelder ״Wahlkaiiip[ voraus, wie er bei Partei- ,mfcrfi'/cn ionst nicht üblich ist. Man machte in den Städten ,0f?Hem ליץ u,,d Jerusalem) eine richtige Wahltwepnn^, Nvt»net I lakate von den UauserwaiKlen um Stimmen *arben und t'Jn/e.ne Listen ReReiH’inaiitler auftratcu. Dieses ״f 11״' •w Mmderbnrer, als ja mir relativ kleine Kreise ״ lisditiw an den Wahlen beteiligt waren, pieser Walijkailipf war jedoch eine Widerspiegelung ries Zionisten, ganzen sowohl solche, '•utaiulrs innerhalb der (iruppe der Allgemeinen oifsc, «lir Mith'igruppe p.1r cxccllence, muH, ihrer tri nach. verschiedenartige Elemente enthalten mehr n״cb links neigen und sich an die Arbeiter an- Für immer 11״c11 links Inen mochten und andererseits solche, die den Anschluß!eh rechts suchen und ausgesprochen bürgerliche und revi- ,mjdisclu׳ Neigungen aufweisen. Die Listen, die gegen- «nilcr auf! raten, schieden sich auch in dieser Hinsicht. Da- (1 hatte man das pikante Detail zu verzeichnen, daß Klaus- ,ז führendes Mitglied der Redaktion des ״Jardcn“ (Revi- ,•.misten), auf der Jerusalemer Liste der einen allgemein- ,•njsihchcn (iruppe erschien. Es ist durchaus verständlich, 11 diese Demonstration (denn so mußte diese Kandidatur ,U11) vielt! der progressiven unter den Allgemeinen Ziostett suis äußerste verstimmte. Olückson, der Redakteur :f ״Haare/•' und prominentes Mitglied der ״progressiven“;de. ließ «• sich nicht nehmen, dieses Vorgehen und Klauser selbst in seinem Blatte scharf anzugreifen, was zu einem?entliehen Briefwechsel zwischen ihm und Klausner führte. 1c wenig ernst es dem Revisionisten mit der Kandidatur nr, zeigt sich darin, daß er sofort abdanktc, nachdem er;nulilt war und auf der Konferenz überhaupt nicht erschien! Die Sp.rtung innerhalb der Allgemeinen Zionisten geht a־!i weiter, als sich in den Listen der Konferenz er- '.«not läßt. Denn der größte Teil der deutschen Allgemeinen Zionisten, der sich in ״Kidmah" zusammengefunden hat, lehnte ,kthjupt ab, sich an der Konferenz zu beteiligen und stellte (ich damit außerhalb des palästinensischen Verbandes. Es liegt eine offizielle Erklärung der ״Kidmali“ für dieses Verhalten!זי. »her 111.111 durfte .nicht fehl gehen, wenn man das offene [®!ringen revisionistischer Llemcntc (Kandidatur Klausner) :1 die Allguneinen und die Versuche zur Schaffung einer ׳i’fflcn Arbeiterorganisation für die Absonderung der pro- ״(■smen Elemente, die sich in ״Kklmali" zusammenscblicIScti, itrantworllidi macht. Dieser Vorschlag der Schaffung einer eigenen Arbeiter- «mMtion der Allgemeinen Zionisten verdient die Aufmcrk-!ndeit der Oeffentlichkeit, Wir haben bisher neben der ,־An Gewerkschaft, der 1״ listadrulh‘*, die Arbcitcrorgani-!jwn der Revisionisten, die als ein Kampforgan gegen diese;tsthaflen wurde. Wenn jetzt von den Allgemeinen Zionisten der Vorschlag gebracht wird, sich ebenfalls eine eigene Oe- «msdiaft zu schaffen, so ist das ein Zeichen dafür, daß der 'Mltung und Verwirrung auf dem Arbeitsmarkte und damit j;r Verschärfung der politischen Kämpfe weiter Vorschub!.׳dfistet werden soll. Die progressiven Elemente auf der ■Mlcrcnz haben sich gegen diesen Vorschlag gestemmt und »enigstens eine Vertagung bis zum nächsten Kongreß verlangt, יי dem sie ohnedies erhoffen, daß er den inneren Frieden נ der Zionistischen Organisation und im Jischuw hcrstcllen rerde. Es sei noch erwähnt, daß jede der gegnerischen Oruppcn!81 der Tagung eine eigene Jugendorganisation besitzt und »auf bedacht ist, sich einen genügenden Nachwuchs zu duffen. Wir haben also das sonderbare Bild vor uns, daß f«c (iruppe. die die Losung der Einigkeit und Konsolidierung ier Zionistischen Organisation auf ihre Fahne geschrieben hat, «ihren eigenen Reihen gespalten ist, und zwar so weit, M ihre Jugend sich in zwei Lagern gegenühersteht. Die *,'gemeinen Zionisten, die in der Mitte stehen oder stehen viicii, werden von den Kräften beider Seiten erfaßt und •"inllußt, und da sic gelegentlich das Zünglein an der poli- ‘«hen Was ge bilden, bestellt eben immer die Frage, nach «!eher Seite cs ausschlagtu wird. Die allgemeinen Kämpfe *״Jen also innerhalb der Mittclgruppc nochmals ausgetragen. Wie wir in letzter Stunde erfahren, konnte bei den Vcr- Mungen nicht einmal der äußere Rahmen gewahrt wer* w. Wegen Differenzen in der Frage einer eigenen Ar- »'hrorganisation haben die progressiven Elemente die Konwenz verlassen und entsenden;ihre Vertreter nicht in die Wring der Partei. Damit ist die Spaltung innerhalb der Mittclgruppi; zur Tatsache, ihr Gewicht noch geringer ge* »״den. Vielleicht ist diese Entwicklung der Beginn einer ״“'saugung des ״Zentrums“ durch die Flügelgruppen. Wt Depositen in den palästinensischen Banken . Jerusalem (Palcor). Nach Schätzung gut informierter 1“schaftskreise ist der Betrag der Depositen in den palästi* fischen Banken in den letzten Monaten beträchtlich RC- Ten und hat im Monat September die Summe von zirka ,חיי״ innen Pfund erreicht. Allein in den genossen- 1'W hchen Hauken ist der Gesamtbetrag der Spargelder und Pots nj de!! letzten D/ä Jahren um mehr als 1 500 000 Pfund * t1eßCn und betrug im Juni 2>/s Millionen Pfund, Palästinensische Wasserwirtschaft W• l l cr Junten Zeit wurden seitens der Exekutive der iitm n״RCncy zwei Wasscrgcscllschaftcn ״Enick d״ ״*J'lhoa“ zu dem Zwecke geschaffen, die Bewässerung rjl. ״'0(׳ni'alionspunkte im Eniek J e s r e e I durchizuf iihrcn. krt. . SeIhcl1aft ״Emek“, deren Gründlingskapital x lOlXKi ן Jgt» wird ihre Tätigkeit auf den westlichen Teil des Emek itffrii (Nalialal, Merchawja, IJalfouria, Misra usw.) ertal ’ ,*0י Gesellschaft ״Oilboa“ mit einem Oriindungskani- 5000 £?" "ח, wird die Bewässerung im Nuns-Block (En Josef, Kcfar Jccheskel, Bet Alfa usw•) Punk.'־ B,e‘dc Gesellschaften werden den einzelnen SicdlungsttvL.i1!n ^3*lehcn zur Durchführung der Bewässerungsanlagen “,0glichen U(p jhnc5 d’e 1״tcns‘v'crunS *hrcr Wirtschaft zu er- »ÜtiP^^ndcrung. Wir erhalten folgende Miticnung: lirj'f.cr, Inhaber des bisher ״The Rudolf Mosse Agency Beende״ Unternehmens in Tel-Awiw ist Oer sh o n vtra»lH« yerwechselungcn in den Bcsitzverhaltnissen zu ®'s. wird das Unternehmen künftig firmieren: Oershon Annonccn-E xpedition und Handeisauskunftei, «ng des Rudolf Mosse-Konzerns, Zentrale T c I A w 1 w, Anfang Dezember 1034 den aus Europa kommenden Juden war Chantikkah .... c'״ Pest, von dem die Begriffe: Winter, geheizte Wohnungen, warmer Mantel, Schnee und Frost schwer zu trenneii waren. Hier dagegen ist der erste Regen vorüber, me Baume zeigen sich in frisch gewaschenem Grün, die Kosen blühen in den Gärten, der Himmel ist strahlend Wau rinn wolkenlos. Da das An/i'mdrn des ersten Menorah* Lichte» in 1סעס" J;ll'rc ״״l einen Scliabbat-Abcnd fiel, hatten die Gcseluitte besonders am vorhergehenden Freitag eine Hoch- Konjunktur zu verzeichnen. Insbesondere solche Läden, die che Nachfrage nach Spielzeug und Kinderlitcratur zu befriedigen hatten, waren bis in die späten Nachmittagstunden, in denen sie, des hcrannahcmlen Schahbats wegen, ihre Tore schlossen, gedrängt voll. Die Schaufenstcr-Dckorationell stützten sich zu einem sehr großen Teil auf da» Symbol der Menorah und cs war Interessant fcstztistcllcn, wie fast jedes Geschäft eine besondere Beziehung zwischen seiner Ware und dem achtarmigen Leuchter licrzustcllcn wußte. Am $ c 11 a b h a t - A ti s o a n g sammelte sich, obwohl keine programmäßigen Feierlichkeiten lür diesen Abend vorgesehen waren, eine nach vielen Hunderten zählende Menge vor der Großen Synagoge, um dem Moment beizuwohnen, da das Licht des ersten Chamtkkah-Tages an der el e k - frischen Menorah, die auf dem Dach des Gebäudes, weithin sichtbar, montiert ist, sich entzünde. Wohl in kaum einem Hause Tcl-Awiws fehlte an diesem Abend ein solches Chanukkah-Lieht. Die eigentlichen Festlichkeiten waren auf den ersten Chanukkah-Tag festgesetzt. Selbstverständlich fiel der Unterricht an diesem Tage — und in der Mehrzahl der Schulen in der ganzen Festwoche — aus. Wer am Sonntag, nachmittag gegen <1 Uhr, aus dem Zentrum der Stadt kominend zu dem neuen großen Platz, der die Diz.cngoffstraße schneidet, fuhr, begegnete den Schulkindern, die, sich truppweise um die Fahne ihrer Lehranstalt scharend, auf den Platz zu marschierten, auf dem ein Treffen der gesamten Tcl-Awiwcr Schuljugend stattlindcn sollte. Sie marschierten die Straßen hinunter, von ihrem eigenen Gesang, oder von Führern, die von Zeit zu Zeit ein ״smol — jemin“ (links — rechts) oder an dessen Stelle den leisen Ton einer kleinen Pfeife hören ließen, im gleichen Schritt gehalten. Wir kamen etwas zu früh auf dem Dizcngoffplatz, der bald ein neues Zentrum Tcl-Awiws darstcllcn wird, an. Die I ladlindcr formierten gerade einen Kreis, der später für die Jugend gegen die Zuschauermenge einen Schutz bilden sollte. Man war noch damit beschädigt, die letzten Vor- Bereitungen für das Funktionieren der Mikrophonanlagen zu treffen, etwas seitwärts in der Straße stand der Reklame- W'agcn einer Radio- und (iraminnphoidirma, aus dessen Laut• Sprecher die Töne eines jemenitischen Liedes erklangen. Allmählich wuchs die Menge auf mehr als zehntausend an, wovon die Zahl der anwesenden Kinder mit sechstausend zu niedrig gegriffen sein dürfte. Mit einer llorra leiteten die Kapellen des Makkahi und der Feuerwehr die Feier- I.chkcitcn ein. Von der Tribüne her begrüßten durch das Mikrophon Bürgermeister I) i z c n g o f f, der scfardische Oberrabbiner (Jsiel und Dr. David Lcwm vom Herr.!• Gymnasium die erschienene Jugend, die Vertreter der Regicrung und die Gäste. Auf den Ruf: "Chasak", durch das Mikrophon gesandt, ertönte als Antwort ein zehntausend- *timm1״cs ״Chasak w’Fmaz“. -- Daun wurde eine kleine Menorah angcztmclet und zugleich mit dem Anzünden der kleinen Lichter warf auch eine große elektrische Menorah ihren Schein weithin sichtbar über den Platz. Die Jugend aber setzte ihre Fackeln oder ihre Lichter, die sie in Händen hielt, in Brand. Die alte vertraute Melodie des ״Moaus Zur“ erscholl aus den Kehlen tausender junger Menschen und der Gesang der Hallkwalt gab das Signal zur Formierung der Züge, welche In musterhafter Ordnung, begleitet von den Musikkapellen, sich in Bewegung setzten, an der Tribüne vorbei, aut der in diesem Moment Dr. C.haim Wciiminn erschien, yon hier aus sah man ein weites Lichtermeer nach dem Stadtinncrn hin/ichcn, so wie wir eine knappe Stunde später dieses leuchtende Band die Allrnbystraßc herauf/ichea sahen. Vor der Großen Synagoge bildeten die Pfadfinder mit ihren Fackeln Spalier und ließen die Gruppen, die sich wieder um die Fahnen ihrer Schulen gesammelt hatten, mit ihren Lichtem himlurch/ichcn, bis dann der Zug nach den Seitenstraßen zu sich auflöstc. Das Ganze war für Bcteiligte und Zuschauer ein Eindruck von unvergeB* lieber Stärke. Am Abend fand unter Mitwirkung des Oberkantor* Rabez und des Chores ein Abend-Gottesdien st in der ״Großen Synagoge“ statt, an den gesangliche Einzelvorträge und Chorgesänge sich anschlossen. Unter den Solisten gebührt vor allem dem Knaben Wagschal, einem Berliner, besondere Anerkennung für die saubere Handhabung seines wunderschönen Soprans. Der Kantor Rabez hat den Chor in *einer Gesamtheit auf eine selten erreichte Stufe gebracht. Manfred Geis. Paris. Palästina «י Kurzberichte Von unserem palästinensischen g. I.•Korrespondenten Aus der Neukolonisation in Stadt und Land Auf der der Stadt Tiberias gegenüberliegenden Seile des Tibcrias-Sccs hat eine Gruppe deutscher Einwanderer unter der Führung von Dr. Hermann Badt eine große Bodenfläche erworben. Die Fläche läuft au der transjordanischen Grenze hin, die auf dieser Seite des Sees eine Strecke vom Ufer entfernt verläuft, und stößt an die syrischen Berge. Es handelt sich im ganzen tun 11 500 Du 11 am, von denen 4500 eben, der Rest Hügelland sind. Es soll mit der Ansiedlung von 200 Familien begonnen werden, und zwar mit verschiedenen Wirtschaftstvpen, deren Kosten von 250 bis 1200 Pfund kalkuliert sind. Für die ersten Vorbereitung»• arbeiten hat sich die Gesellschaft mit einer deutschen Gruppe, die bisher in Nachlath Jehudah gearbeitet hat, verbunden. — Die Gesellschaft hat ferner in. der Nähe von Bclhaniah Im Jordantal mit Versuchen von Gemüsebau für Export im großen Maßstabc begonnen. Man hofft, in dieser besonders günstigen Gegend Gemüse zu einer Zeit marktfertig zu, haben, in der es in Europa noch nicht za bekommen ist. Eine Konservenfabrik zur Verwertung der Produkte ist ebenfalls geplant. Die große Eisengießerei bei Haifa hat Anfang November ihre Produktion ausgenommen. Das Werk (Palcstine Foundry amt Metal Works Ltd.) ist die größte Unternehmung dieser Art im Nahen Osten. Der Betrieb hat sich entschlossen, weitere Produkte, die vom lokalen Markte dringend verlangt werden, in seinen Arbeitsplan aufzunchnien und stellt für diesen Zweck neue Maschinen ein. Für die Vcrgrößerung der Werke werden weitere 15000 Pfand Aktien ausgegeben. ln Rischon Ic Zion wurde der Grundstein für eine neue Seifenfabrik durch deutsche Einwanderer gelegt. Es werden im ganzen 20 000 Pfund in dem Unternehmen in* vestiert. Für den Betrieb ist ein. Platz von 10 Dunam erworben worden. in der Haifa-Bucht, nahe von Kirjath Chajini, Ist der Bau eines neuen Arbcitervieןte 1s von 30 Häusern begonnen worden. Auf dem Boden des ״frgim Raananah“ (Schomron) wurde bei einer Bohrung reichlich Wasser gefunden. Man schätzt aut 150 cbm pro Stunde. Der Fund ist lür die Siedler von ganz besonderer Bedeutung, da sie bisher mit der Wasserbcschaffung besonders schwer zu kämpfen hatten. Di« neue Bohrung gibt die Möglichkeit intensiver Bewirtschaftung. Auch in Yokncam (Jcsrccl-Ebcne, in der Nähe von Megiddo) wurde hei einer Bohrung Wasser gefunden. Der Boden gehört der PLDC. und soll für Ncuansicdlung verwendet werden. Es konnten bisher keine festen Pläne für die Fläche gefaßt werden, da das Vorhandensein von Wasser nicht bewiesen war. Nach der jetzigen Bohrung Ist die Bestechung der Gegend aktuell geworden. In den Wäldern des KKL wurden in den letzten zwei Jahren 230 000 Bäume gepflanzt. Im ganzen hat der KKL gegen D/ä Millionen Bäume neugepflanzt und ein großes Gebiet früherer Wälder, die wieder aufgezogen werden, in Pflege. Die offizielle Eröffnung der Röhrcnlcltung Mossüf—Haifa soll kn Januar stattfinden. Die Einnahmen der Palästina-Regierung Im Halbjahr April/Scptembcr 193♦ betrugen 2 406000 Pfund. (Die Ein* nahmen für das ganze Jahr waren mit 3 483000 Pfund eingesetzt, die Einnahmen werden also wieder größer sein, als angenommen.) Die Ausgaben für die genannte Zeit betrugen 1 430000 Pfund. Es wird auf Grund der bisherigen Resultate angenommen, daß der Ueberschuß der Regterung sich am Schluß des Jahres auf 4*/t Millionen Pfund belaufen wird. ״Mischar Wctaassijah“ bereitet eine neue revidierte Aufläge ihres Führers für Industrie und Handel vor. Die letzte Auflage stammt aus dem Jahre 1922 und ist durch die rasche Entwicklung der letzten Jahre überholt. Das Werk strebt fine Zusammenstellung sämtlicher Unternehmunm ungen des Landes an und enthält außerdem eine Ucbcrsicht über die gegenwärtige ökonomische Situation. Mit dem Fortschrciten der Prosperität in Palästina macht sich eine starke Steigerung der Lebenskosten bemerkbar. Zu Beginn der Welle war eine Preiserhöhung kaum vorhanden, da die gesteigerte Nachfrage vor allem durch den Import gedeckt wurde und hier lingeändcrt die Weltmarktpreise herrschten. Mit der Steigerung der Boden- und Mietspreise sah sich jedoch ein großer Teil der Handels- und Industrie- Unternehmer gezwungen, ihre größeren Ausgaben auf die Konsumenten abzuwälzen, und diese spüren heute die Teilerung bereits empfindlich. Ein besonderes Problem schafft die Ausbreitung des Konsums bei Waren, für die Import weniger in Frage kommt, wie vor allem lür frisches Gemüse. Hier kann der Markt nicht genügend beliefert werden, und die Preise steigen. Die Presse verlangt eine Ausbreitung des Gemüsebaus durch Juden, um die starke Nachfrage zu befriedigen. Im Tschlcnov-Viertcl In Tel-Awiw ist ein BodenaTeal, auf den» bisher Baracken standen, verkauft worden, und die Insassen der Baracken sollen ihre Wohnungen räumen, weil die Fläche für Bauten ausgenutzt werden soll. Die Baracken- Bewohner (gegen hundert) demonstrierten vor der Stadtverwaltung, da sic die hohen Mietpreise, die von ihnen gefordert werden, nicht erschwingen können. Vom Museum in Tel-Awiw und dem P a I e s ♦ In e an ci Egypt Llovd veranstaltet, fand eine internationale Ausstellung von Rciscplakatcn statt. Zugleich wurde ein Wettbewerb unter den palästinensischen Künstlern für das beste P a I ä s t i 11 a - R e i s e ק I a k a t ausgeschrieben. Die Preise sind vom Palcstine and Fgypt Lloyd, vom Keren Hajcssod und von der Zeitung ״Haarez“ gestiftet. Es ist jetzt zehn Jahre her, seit J. Mainion das System einer hebräischen Stenographie entwickelte. Die hebräische Kurzschrift hat sicli seit jenem Versuch sowohl bei ölfentliehen Konferenzen wie auch im Geschäftslcben durchgesetzt. Anläßlich des Jubiläums veröffentlichte der ״Dawar“ einen Abriß der Tätigkeit Maimons sowie eine Reihe von Dank* schreiben führender Persönlichkeiten an den Jubilar. Aus dem arabischen Leben ln einem Interview setzte Achmed Hilm! Pa• sc ha, der Manager der arabischen Bank, seine Wirtschaftspläne auseinander. Es wird eine arabische lndustrlcbank geplant, zur Unterstützung der bestehenden und Gründung neuer Unternehmungen. Damit wird das Werk, das m.it der Gründung einer Bank für Handel begonnen und mit der Schaffung einer Agrarbank fortgeführt wurde, abgerundet. Zur Durchführung des Projektes ist eine arabische wirtschaltskonfcrenz geplant, die Kommissionen für Land- Wirtschaft, Handel und Industrie wählen soll. Weiterhin ist die Gründling einer Gesellschaft zur Ausnutzung der ara-! bischen Böden projektiert, die sich der Verbesserung und Intensivierung der arabischen Landwirtschaft widmen soll. Die Regierung beabsichtigt, in den Dörfern, die durch die Mißernten der letzten Jahre besonders gelitten haben, Notstandsarbeiten durchzuführen. Die Fellachen werden bei Wegebauten in und um ihre Dörfer beschäftigt. Das Obcrlcommissariat hat 18 500 Plund zu diesem Zwecke ausgeworfen, die bereits von London bestätigt sind. Diese Summe gilt außerhalb der Gelder für Saatanleihen, über die bereite vorher beschlossen war. . ln Nablus wurde das erste Kino für Tonfilm er» öffnet. Die Mechaniker sind zwei Juden, die einzigen, die it der Stadt ansässig sind.