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Jüdische Rundschau · 1934-12-11 · Heft 99 (11.12.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 99 (11.12.1934)
Date
1934-12-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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י, ו Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU N'r• ”■ «■ »n. wu Notizen er Unproduktive Berichterstatt ung Im Rahmet! einer Wir haben an dieser Stelle bereits die naberichte erwähnt, die augciiblick* lieli im Kollier ״Westdeutschen IK'obach» ter" aus der Peder voll I lermnnn Jung Artikelserie: ,,Orient iin Fieber" erscheinen. Die weiter cn Fortsetzungen haben gezeigt, dafl cs dem Vor• fasscr weniger auf eine objektive Information der Leser über die Probleme Palästinas ankoniint als auf eine ten* den/löse _ Darstellung. Wohl werden zahlreiche Einzel-Tat• Sachen richtig dargestellt, das (ranze aber soll ein Bild ergeben, das dem Verfasser wohl schon vor seinem Besuch Palästinas vorgeschwebt hat. So beschäftigt er sich mit dem Londoner Auf iterror-Abkommen lind behauptet, daß ״um die Aufmerksamkeit der Welt von diesen Vorgängen (den innet jüdischen Kämpfen — Red. d. ״J. R.״) obzulenken, schnell eine palästinensische Verfassung verlangt wird". Der Verfasser hat also die Dinge entweder nicht verstanden oder aber er sucht jüdische Einflüsse dort, wo sie wirklich nicht zu finden sind, da bekanntlich die jüdische öffentliche Meinung in Palästina gerade gegen den Plan einer Verfassung im gegenwärtigen Augenblick ist. In einer späteren Fortsetzung schreibt er denn auch, daß die Juden gegen ein Parlament in Palästina sind. Weiter befallt sich Hermann Jung mit einem Vortrag, den Dr. T r 111 b in Berlin gehalten hat — zu diesem Zweck halte er nicht Palästina zu besuchen brauchen 1 - und in dem der Redner die gegenwärtige Prosperity in Palästina auch in ihrer negativen beite darstellte lind kritisierte. Er zieht daraus den Schluß, daß auch die Juden an ein ,,Wirtschaftswunder“ in Palästina nicht glauben können, und ist erstaunt, daß man trotzdem eine Fortsetzung der Einwanderung vcrla 11 g־t. Dabei scheint er gar nicht bemerkt zu haben, daß auch, wenn man an kein ״Wirtschaftswunder“ zu glauben braucht, der Aufschwung Palästinas eine Tatsache ist und «las Land eine weitere Einwanderung braucht, genau so wie das jüdische Volk infolge seiner Notlage in den meisten Ländern der Galuth Palästina als Einwairdcrungsland nötig hat. — In anderem Zusammenhänge behauptete Jung, daß Rothschild mit Hille der arabischen Arbeit in Palästina ״seine Millionen verdiente". Es wäre dem Venöser ein leichtes gewesen, sich davon zu überzeugen, daß Baron Rothschild (leider in Palästina Investiert hat, nicht um daran zu verdienen, sondern um die jüdische Kolonisationsarheit zu fördern. Es handelte sich dabei nicht um Gewinne, die er erzielte, S011dern um gewaltige Ausgaben, die der Baron aus pliilan* tli ropisch cn Gründen in Palästina machte. Heute, so sagt Jung, verlangen die jüdischen Arbeiter ihre Löhne und arbeiten nur acht Stunden. Wenn die Unternehmer cs anders beschließen, ״daun machen die Arbeiter Krach, das verstehen sic aus dem Effeff, das haben sie ja in jahrzehntelanger Hetze in Europa gelernt, haben Jahrzehnte lang andere Arbeiter aufgewiegclt“. Herrn Jung gefällt cs also nicht, daß Araber zu billigen Löhnen in Palästina arbeiten, aber er ist auch dagegen, daß die jüdischen Arbeiter darauf .!cstehen, Lohne und Arbeitsbedingungen zu erhalten, die ihren Anfordcriingen entsprechen. Jung hat sich dann mit einem arabischen Wasserhändlcr unterhalten, den er veranlagte ״auszupacken", Er erzählte ihm nun eine ebenso romantische wie antijüdische Lehcnsgeschichtc, die mit dem Bericht über eine ״Vcrsaminlungssprcngung“ durch den Erzähler endete, bei der es jüdische und arabische Tote gab. Auf ähnlichem Niveau stellt der Bericht über eine Unterhaltung mit einem Vertreter der Partei des Groll-Mufti, den der Verfasser ״der Einfachheit lialhcr“ Mufti nennt. Aus all diesen Ausführungen geht hervor, daß cs diesem Berichterstatter sehr unsympathisch ist, das jüdische Aufbauwerk in Palästina zu gehen, weil er gegen Juden und jüdische Arbeit ist, wo immer er sie an trifft. Wir glauben allerdings, daß eine Berichterstattung über Palästina derartige vorgefaßte. Meinungen beiseite stellen müßte, wenn ein nicht orientierter Leserkreis hierüber zutreffend informiert werden soll. Darüber hinaus Bandelt cs sich liier um ein Gebiet, das wie kein anderes geeignet ist, frei von Affekten betrachtet zu werden, und bei dem die Wahrung der Distanz, die man von uns Juden im .Galuthlchcn seitens der Umwelt verlangt, von denen beobachtet werden sollte, die in den ureigensten jüdischen Bezirk als Betrachter cintrcten. zen aufrecht zu erhalten, ohne daß schwerwiegende Schaden für die Jugendlichen cintrcten. Her.omlers richtet sicli diese Mahnung an die Eltern, die bisher glaubten, Ihre Kinder■ statt auf Schulen ausgesprochen jüdischen Charakters dprlmti geben zu sollen, wo eine klare Entscheidung ־zum Jüdischen mehr oder weniger vermieden wird. Daß die Beeinflussung der ׳Eltern In dieser Hinsicht vielfach notwendig Ist, beweist etwa der Ausspruch einer Mutter, die cs «hielt nie, ״ihr ein* ziges Kind in eine jüdische Schule zu schicken", weil sic davon für das Kind einen Weg zum positiven Judentum hin befürchtete. Etwas schwieriger dürfte der Fall allerdmg» bei solchen — auch heute noch nicht aiisgestorbenen -— Litern liegen, die eine Meinung vertreten, wie *ic etwa ln fo gendein verbürgten Ausspruch einer Mutter zum Ausdruck kommt: ״Mein Kind hat es Oott sei Dank noch nicht nötig, Hebräisch zu lernen!‘ Wenn auch bei solchen wirklich ״periphere n“ Erscheinungen eine Piskussion nur schwer möglich sein wird, gibt cs «loci» zahlreiche andere Eltern, die einer Erörterung dieser Fragen zugänglich sind. Wir glauben, daß cs Aufgabe der jüdischen Instanzen ist, in diesem Sinne aufklärend zu wir» kau °«• Unnötige Bemerkungen Im Charlotten burgor Raf hause befinde« «•-. gegen über einem Zimmer, das von sehr vielen Pcrvw.l *lc" gesucht wird, ein Plakat der NSG. ״Kraft durch FrlJl1« das für die Sportkurse dieser InsiHulioit wirbt. lieber r ' Plakat int: ein kleiner, gelber, auflallcndcr Zettel ״,c'ui? auf dem in Fettdruck folgenden zu lesen Ist: h ״Jiiiicn sind liier imt rinin׳.׳ ht und 111*rfl1i;-,ig! W0״)> Vernichtung der drillst licn Ras•'! Juden *ind die Befürwort/1 a Rsivienvbiiiidi•! Juden sind die Hin! ,atiger und \ViirKOr der** «eben Ar bellort Juden sind die Srlunder der dem «־Ken lind Frauen I Juden »inr| dir Schuldigen der ,ielen Ktiece!!״I! sind die Schuldigen de» tim(*dien Unglücks! Drain fort mii .u Judmigemuusrliol!" ' *1*י EHeso Aufforderung an die Juden, fern zu bleiben ״ scheint unnötig; denn bekanntlich werden in die Denk*?" Arbeitsfront, zu der die NSG. ״Kraft durch Freude“ CCS luden nicht mitgenommen. Aber es ist wohl kein unbilli. Verlangen, daß In einem Amtsgebäutle, das allen Teil« der Bevölkerung offenste 111, ein solcher von keiner offiiM!»! Stelle gebilligter Anschlag, der einen Teil der Bevölkern™ u seiner Ehre verletzt, unterbleibt. * m Schuten an Eine der wesentlichsten konkreten Lelstun• der Peripherie gen <1 es deutschen Judentums seit dem Jahre 1033 ist der Ausbau des j üdisclicn Schulwesens. Obwohl bis zur nationalen Revolution weite Kreise der ״liberalen“ Juden gegen jiidischc Schulen waren, kann man doch feststellen, daß über die äußeren Notwendigkeiten hinaus, die zur Schaffung jüdischer Schulen führten, eine positive Ent- Wicklung sowohl der jüdischen Lehrerschaft wie auch unter den Eltern eingesetzt hat und mau sich bemüht, dns Schulwesen innerlich jüdisch aus/ugcstalten. Die Richtlinien der Rci ehsvertret 11 ug bilden hierfür eine gute Grundläge, da in ihnen ein Rahmenprogramm gegeben Ist, innerhalb dessen sich die einzelnen Schulen frei entwickeln können. Es ist «labei wichtig, dal) im jüdischen Schulwesen bei aller Einheitlichkeit der durcli die Richtlinien gegebenen Grundlagen eine Vielfalt der Anschauungen zu finden ist, die durch die inncrjüdischc Haltung der Lehrer und der Schulleitungen bewirkt wird. — In diesem Zusammenhänge muH darauf hiugcwlcsen, werden, daß ein Teil der jüdischen Schüler, die. nicht mehr die allgemeinen öffentlichen Schulen besuchen, doch von unserem jüdischen Schulwerk noch nicht erfaßt wird. In den Großgcmcindcn, gnnz besonders In Ber- I *r1, bestehen nämlich eine Reihe von P r 1 v at s c h u 1 c n, die weder den Gemeinden, noch irgendwelchen anderen öffentliehen Instanzen des deutschen Judentums (etwa Schulvereine״) unterstehen und somit auch nicht gehalten sind, Ihre Richtlinien zu beachten. Es sind Schulen, die von jüdischen bzw. von jüdischen und nichtarischen Kindern besucht und von entsprechenden Lehrkräften geleitet werden. Nun ist cs bekannt, daß manche dieser Schulen sich bemühen, von sieh aus den Weg zum Jüdischen, zu finden und den Kindern über die allgemeine Bildung hinaus auch jüdisches Wissen zu vermitteln. Das ist aber nicht überall der Fall und kann dort, wo der Wille vorhanden sein mag, nur ungc-!lügend diirctigcführt werden, weil diesen Schulen der Kon• tnkt mit der jüdischen Gesamtheit fehlt. So entsteht leicht die Gefahr, daß durch die zufällige Einstellung der Eitern oder der Schulleitung bestimmte Innerjüdische Meinungen von der Schule ferngchalten werden, so daß man etwa Zionisten als Lehrer möglichst vermeldet. Wo jüdische und christliche niehtarlsche Kinder zusammen die Schule besuchen, verlangt dieses nichtjüdische Element naturgemäß nach Berücksichtigung und bestimmt teilweise den Geist der Schule derart, daß z. B. christliche Feiertage, etwa Weih• nachten, im Leben der Schule eine Rolle spielen, so daß auch heute noch jüdische Kinder bei Weihnachtsfeiern gclcgcnt• lieh miiwirkcn. Alle diese Erscheinungen, die mit dem Bestand solcher Schulen, die im übrigen pädagogisch wert• voll sein mögen, verknüpft sind, sollten für alle Beteiligten, die Lehrer wie auch die Eltern, Ursache sein, über ihre Situa• tlon nachzudenken und die Frage aufzuwerfen, ob es auf idie Dauer _ möglich sein wird, eferarti« Erziehungsanstalten ohne Kontakt mit den verantwortlichen Jüdischen Jostaa* Ablehnung eines jüdischen Richters Ein Nationalsozialist ln führender Stellung, schon seit langem entschiedener Antisemit, hatte, wie die ״Deutsche Zeitung“ meldet, einen jüdischen Geschäftsmann scharf angegriffen und ihm vorgcworlen, er wolle sieh mjt Hilfe eines jüdischen, nicht einwandfreien Zeugen auf typisch jüdischc Art um seine Zahlungsverpflichtung drücken. In dein Zivilprozeß, der von dem jüdischen Geschäftsmann gegen den Nationalsozialisten angestrengt wurde, amtierte ein jüdischer Richter. Der Nationalsozialist beantragte, den Richter auf Grund jenes Sachverhalts wegen Besorgnis der Befangenheit nach 8 42 ZI*Ö. abzulehncn, da er berechtigtes Mißtrauen gegen dessen Unparteilichkeit haben müsse. Das Kammergericht in Berlin hat den Standpunkt des beklagten Nationalsozialisten gebilligt und die Ablehnung des jüdischen Richter« als be« rechtigt anerkannt. In den Ortinden der Entscheidung heißt es: ״Es Ist su wrslchon, wenn der . . . NntionaMwintlsI Im Hinblick »11( den gesrhikletlen Sachverhalt Iwhanplr, er könne »ich nielü denkeil, daß der nhgr lehnte Richter, der elicruo wie der klagende jiidlsehe (;csehällsin.inn Jude und infolge der neuen Itcamtcngesctigelrung »n dtis Landgericht versetzt worden Ist, solange im (dclchgcwirht geMielwn sei und ihm als Nationalsozialisten gegenüber dieselbe Stellung cinnehtnc wie gegenlilier . . . seinem jüdischen Rasscgcnosseu, lm übrigen ist nueh im Dienstwege festgeslellt worden, da® sieh der nbgelehnte Richter durch die entschiedene Ablehnung de* Jiulcnlums, die der . . . Natlnnalsotialist geäußert halte, schwer gctrolfen und verletzt gefühlt hat. Ist das aber der Fall, so sind die Bedenken de. Nationalsozialisten grgen die Unparteilichkeit des jüdischen Richters, selbst wenn dieser den besten Willen haben solllc, volle Sachlichkeit zu wahren, doch gereehlfertigt.“ Die Zahl der jüdischen Richter ln einem Buch: ״NSBO. und Deutsche Arbeitsfront“ von Oerltard Stare kc (Verlag Relmar Hobbing, Berlin SW61) heißt cs u. a, auf S. 9(1/97: ״. . . Der Jude hatte sich in allen führenden Stollen Tics Staate«, der Wirtschaft und der freien Berufe festgesetzt, In einen» «len jirorenluiilen Anteil der jüdischen Kasse an der deutsch»'!» Bevölkerung weil iibriMctgemkn Muße. Nur aus einigen Berufen ein paar Beispiele, die sieh in der Frpzsc und Politik lM-lirbig ׳־ermehren ließen! Von SRO beaaitetrn Riehtern in Preußen waren 530 jüdischer Ra »sc, al*o 00 v. H. Von diesen Juden waren 13 Landgerichts- 11n«l Senntsprilsldeitlen, 100 OlrerlandesRerlehtsräto und l.andgcrirhl.«)lrrktorent In Berlin waren von den 1002 Riehtern an treiden Lnndgcrirhlen und «m Kammergericht 339 Jüdischer Ras«', also schon 23 v. H." Diese Angaben können nicht stimmen. Die Oesamtzahl der Richter in Preußen betrug ca. 4—5000 (nicht 530): die Zahl der höheren Richter, die gemeint sein könnten, ist auch wesentlich höher gewesen (ca. 1000—1500). Der Prozentsatz von 90 ״/o Ist also, selbst wenn man der Rasse nach alle Nichtarier berücksichtigt, bei weitem zu hoch gegriffen. Medizin und jüdischer Geist Die ״Fränkische Tageszeitung“, Nürnberg, vom 5. 12. berichtet unter der Ucberschrift: ״Gegen jüdischen Geist in der Medizin“ folgendes: ״Die 11tdhnumatssrhrift ,Deutsche Volksgesimdhcil nus Blut und Boden‘ (Verlag lVuKclic Volksgcsundhcit, Nilrnltcrg 2) wird letzt vom Frankenliihrer Julius Streicher hernusgegrlrn. In einem ungemein fc«sc!1״lc1» Lcilnrtikcl srhroibt Julius Streicher, daß er In die!׳*roiit der jenlgcn ringet roten wi, wclrho für eine naturgemäße! Ilcilwriv kiimpfen. Die Vrrkdr|«>rtmg »lea Unnatürlichen »ei de* Jmlc, Jüdischer Gebt Italic weh auch in der Medizin festgesetzt und die Rückkehr zu mttilrlichem Denken verhindert. Weiter schreibt Julius Streicher: Jene deutschen Menschen werden den Sieg davontragen iiltcr den jüdischen Geist in der Heilkunde mincrcr Zeit, die sielt nicht Ix-irrcn Ltaaen im Glauben, daß Gott: mit dorten ist und immer sein wird, die ihn dort Stichen, wo er immer sieh eindeutig offenbartet in »lor Gesetzmäßigkeit der Natur.‘“ Schlachten mit elektrischer Belaubung Das Hessische Staatsministeritim hat, wie der ״Preußische Pressedienst der NSDAP.“ mitfdlt, zur Auslegung des Gcsetzes über das Schlachten von Tieren, veranlaßt durcli einen Sotulcrfall, folgendes angeordnet: Die Erlaubnis zur Auf- Stellung von Apparaten zur elektrischen Betäubung von Großvieh und Kälbern bedarf jedesmal besonderer Genehmigung. Diese wird nur erteilt für öffentliche Schlachthäuser, die unter einer geregelten vrterinärpolizeiliehen bzw. tierärztlichen Aufsicht stehen. — Die elektrische Betäubung von Großvieh und Kälbern darf nur durch einen besonders unterwiesenen Schlachthofangestellten in Ocgenwart eines tierärztlichen Beschauers vorgenommen werden, Die Verwendung elektrischer Betäubungsapparate für Oroft* vich und Kälber in den Einzeln!ctzgcrcien der Gemeinden ohne Schlachthauszwang ist verboten. Die Fürlhcr Entschließung Die ״Fraitkf. Zeitung“ vom 8. Dez. veröffentlicht ein♦ Zuschrift von Prof. Luxe m bürg c t, München, m j!)rta Bericht über die Furt her Aer/teversnnmilung, in der sich dieser dagegen wendet, daß aus detn Berichte gcschlosie« wc-den konnte, zwischen seinem Vortrag in der Versammln!״ und dem an Rciehsministcr Dr. Frick gesandten Telegramm (s. den Artikel ״Gegen Rassenmischung“ »11 Nr. 98 der ״j, g,“! hätten irgendwelche sachlichen Beziehungen bestanden. Er habe ausschließlich iiltcr Erbkrankheiten und die Möglichkeit ihrer Bekämpfung gesprochen. 1934 Erzbergers Abstammung. Der ״Türmer״ — Dezemberheft I — bringt an» Schlüsse seiner Zeitbetrachtungen ״Türmers Tagebuch“ von Alfred Stein folgende Berichtigung: ״Seinerzeit brachte der Fridericus die Mitteilung über den nichtarischen Vater Erzbergers, die unwidersprochen blieb. Das habe auch ich angenommen. Beglaubigte Auszüge aus Kirchenbüchern weisen jetzt aber nach, daß Erzberger rein dcutachcr Ab• kunft war.“ _ In einer Sitzung des Kuratoriums des der Frankfurter Universität angcglicdcrten Instituts für Kultur, morphologte wurden verschiedene Gelehrte zu korrespon. dterenden Mitgliedern des Instituts berufen, darunter Prof. Dr. Doro Lev y aus Florenz und Prof. Dt. Freiherr von Us1ae«Gfildcca au» Wica, Der palästinensische Touristenverkehr. Aus den Ziffern über, den palästinensischen Touristenverkehr in den mten neun Monaten dieses Iah res ist zu ersehen, daß die Oe. samtziffer der nach Palästina gekommenen Touristen 74703 Personen betrug. In der gleichen Zeit haben das Land 67316 Touristen verlassen. Unter den ins Land gekommene» Touristen befanden sich 21119־ Juden, unter den wieder abgercistcti Touristen 17 916 Juden. Es sind also In den neu» Monaten dieses Jahres 3533 jüdische Touristen ltn Lande verbliebet», d, h. 16 ״/o der Gesamtzahl jüdischer Touristen, Die etwa 22 000 Berg-Juden, die in Aserbejdschan und im Kaukasus leben und die tatische Sprache, der iranisches Sprachgruppe zugehörend, sprechen, haben sich eine Wochen• schritt In tatischer Sprache geschaffen. Die Berg-Juden ent. sandten ru einem der ersten Zionistenkongressc zwei Drto gierte. Bekannt ist das Bild, das Theodor Hcrzl mit ihnen zeigt Wer fühlt sich getroffen? Das G cm ci nd c bl .1 tt d er J üd i sch en Gemeinde Berlin polemisiert in seiner Nummer 46 vom 8. Dezember mit dem Artikel in Nr. 9(1 der ״Jüdischen Rundschau״. Form und Inhalt dieser Polemik sind überraschend. Was war ge• schchrn? Wir haben in unserem Artikel in Nr. 96 unserer Freude Ausdruck gegeben, daß diesmal das Chanukkah-Fest auf bereitere Seelen ־trifft und daß mehr deutsche Juden' heute Chamikkah feien! als früher. Wir haben betont, daß in dem Neuaufbau des deutschen Judentums alle zu* sam menstehen müssen und uns nur von denen abp• grenzt, die In ihren Acußcrutigcn immer wieder ihr Vcr• hältnls zum Judentum als ein ״aufgezwungenes“ bezeichnen. Wer fühlt sich durch diese Worte angegriffen? Es ist kaum glaublich, aber wahr: die Jüdisch* Oe• mcindel Oder besser gesagt, nicht die Gemeinde, wahr• schcinllch auch nicht die Gesamtheit des Gemeindevorstandes, sondern diejenigen liberalen Kreise, die sich selbst — W Unrecht — als ״die“ Gemeinde betrachten. Wir erwähnten dir Menschen, die früher den Welhnachtsbaiim entzündeten und heute zur Mctiorah ztirückkehrcn. Wer fühlt sich getroffen? Der liberale Gcmelndcvorstand! Wir hatten bei unsere« Artikel an große Kreise der deutsch cn Juden gedacht, die jeder kennt; cs kann ja nicht bestritte!» werden, daß Tausende von Juden, die früher vom Judentum nichts wissen wollten, heute ein anderes Verhältnis zum Judentum haben, und gerade diese Juden haben, wie wir aus vielen Acußcrungffl wissen, den Ton herzlicher Verbundenheit, der n» unserem Artikel Ihnen gegenüber nun Ausdruck kam, mit Genugtuung empfunden. Wir batten wahrhaftig nicht gc■ meint, daß unter den Führern der Gemeinde, die doch gf wisscrmaDcn von Amt« wegen jüdische Belange zu wahret! haben, solche ״Wcihnnchts-Judcn“ waren. Jetzt erfahre» wir e 1; denn wie könnte es sonst sein, daß das offiac׳le Gcmelndeblatt der Jüdischen Gemeinde Berlin mit einem ge* reizten Artikel antwortet! Unsere Ausführungen enthielten יץ parteiliche* Wort, und nach unserer Meinung hätte eine i1״״* sehe Gemeinde, die siel! über die Mehrung jüdischen Leben* freut, diese Ausführungen begrüßen müssen. Wir fimln! attc in dem ganzen Artikel des Ocmclndcblattcs kein einzig'■»sa!־ ‘ liebes Wort gegen unsere Darlegung, sondern ledigtich cm aufgeregte Verteidigung jemandes, der nicht angegriffen "י Hier, wie selten sonst, gilt das Sprichwort: qui »fX“ s’aeeuse. Wir wollen diese Sclhstanklagc de* Gemeindcvortג * des nicht vermehren. Nicht wir sind schuld, wenn der ך des Gerne[ndeblnttcs sieh fragen muß, wie denn die Gemeindevorsteher, die sieh jetzt z. B. mit den jüdische« » len rühmen, vor 1933, zu dieser Frage der jüdischen sc standen, wir wollen auch nicht fragen, warum das Gerne! blatt «ns gegenüber die Verbundenheit mit Deuttcnlan betont, als ob wir in unserem angefochtenen Artikel Verbundenheit in Frage gestellt hätten. Was aber notwen » weise gefragt werden muß, ist dies: ln wessen Na G ent c!nd»׳ Hat die Und für wen ist der Artikel de* blatte» vom 8. Dezember geschrieben? Ha Berliner Gemeinde als solche das Recht zu einer solchen mlk, hat sie, die sämtliche Juden Berlin* .f das Recht, parteimäßige Ueberzettgungen vorzuschre her1. interpellieren hiermit den Berliner Gcmcindcvorstami. haben kürzlich, als die Berliner Gemeinde auf unsere A« rung hin nach sechs Wochen den von dem peffl£"?. jye(. bis dahin verschwiegenen Vertraucnsbcschluß der R« tretung veröffentlichte, der Hoffnung Ausdruck 8<=8׳ *ף nunmehr die Gebote der Fairness auch ln unser sehen Leben zur Geltung kommen werden. Die Oem«n ״ e$ offenbar für notwendig, diese Erwartung »°j0״ ^! zu strafe«. Das ist im Interesse des Berliner Judentum bcdau&&« bei vt Der in 27. י Mal e!" knitteren (»or all! bcwffiim. *arlen , wir «m des J®c: Dies׳ Zustand(^ Diese.!, Art narr die me!’, lehnen nach re!1 siotiislist, einander bei hat» jtcr, tut sionister; Ticmstis1׳ daß die wirken) lüsten der ״H Liste, li׳ ner seil öffcntlic* Wie wt' war, ze gewählt. Die noch v ken r.en Zionistc uberhat* sich da keine 1 vor, ab1 Eindrin! in die eigenen! gressiv׳' veranlv Di! organis' jamkeit großen sation gcschat der Vc werkse' Spaltur der V gel-eistr Kauf er' wenigs׳ von d1׳ in der' Werde. E» auf dt darauf׳ schafft, eine f der ZU in ihr!1 daß i:1 AH gen wollen beeinf: Hsehei welch*! Werde % bandli den, beiter* ferem' Leitut Mittel Ward!1 Aulsa Sic iFirts' neuste stiege 14 % schaP Depo Scatii 1Jewk «na der > Die beir: Jesr! strec tal t Char führ Punl■ gew, 111 bg; ‘4 f'1; V : 11!1 « 5׳i i ‘יiv יו¬¬ I «Bei' firm. Be! verr1 B«ni Ver

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