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Jüdische Rundschau · 1934-12-07 · Heft 98 (7.12.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 98 (7.12.1934)
Date
1934-12-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 rODTSCHE RUNDSCHAU Nr. Hcrzl und die »Protokolle «* Im ״Völkischen Beobachter“ vom 5, De7cmbcr Verötfciitiicht Alfred Kosenberg den dritten seiner Im An• schluff an den Berner Prozeß geschriebenen Artikel, betreffend die ״Protokolle der Weisen von Zion". Der Artikel trügt »lies• mal die Uchcrschrift ״Der Gründer de» Z i o 11 i» m u s bestätigt die jüdische W c 11 p o l i t i k“ und stützt sich auf die Tagebücher Theodor Hcrzls, aus denen eine grülfere Zahl von Zitaten abgcdruckt werden, die beweisen sollen, daß Hcrzl eine Politik im Sinne der Protokolle geplant hat. Um diese Auffassung im ciuzcl icn 711 widerlegen, müßte man Hcrzl» Tagebücher ausführlich zitieren und den ganzen . literarischen Charakter dieses einzigartigen Werkes würdigen. Hcrzl hat in den Tagebüchern, besonders in dem von Rosenborg licrniigi'zogcnen ersten Teil, der noch vor der Ent- Stellung des Zionismus geschrieben war, alle möglichen Einfälle notiert und die widersprechendsten Mittel erwogen, um seinen Plan einer Gründung des Judenstaates zwecks Lösung der Judenfrage zu ermöglichen. I r hat u. a. daran gedacht, das jü• dischc Großkapital zu benützen, einesteils um durch Clcwah• rung einer Anleihe die Türkei zu gewinnen, andererseits um das Aufbauwerk seihst zu finanzieren. Man muß bcriicksichtigen, daß zu jener Zeit noch durchaus die höfische Diplomatie in Blüte stand, die Hcrzl aus seirer journalistischen Tätigkeit kannte und daß sich daher seine Gedanken vielfach in Vor• Stellungen solcher Art ergehen. Bekanntlich hat Hcrzl mit den Hoffnungen, die er auf die jüdische Hochfinanz setzte, erhebliches Fiasko erlitten. Dafür bieten die Tagebücher ein getreues Zeugnis. Hcrzl hat die schwere Enttäuschung erlebt, daß für seine Idee, eine reale Lösung der Judenfrago zu propagieren, niemand von den Großjuden zu 11 a bcn wa r. Die Tagebücher beweisen also genau das Ge• genteil von dem, was Rwsenberg beweisen will; sie zeigen nämlich, daß der Zionismus, der erst entstand, nachdem die im ersten Teil der Tagebücher von Hcrzl hingeworfenen Ideen sich teils ats Phantastereien, teils als trügerische Hoffnungen erwiesen hatten, von den Großfinanziers bekämpft wurde und daher jedenfalls auch nicht von diesen für irgendwelche dunkle Ziele eingespannt werden konnte. Das wichtigste aber ist folgendes: Rosenberg ignoriert vollkommen den entscheidenden Punkt, daß keines von den Zielen der angeblichen ״Protokolle“ jemals von Hcrzl vertreten wurde. Vielmehr war das einzige Ziel der Hcrzl• sehen Politik, die Welt von der Judenfrage zu erleichtern, den Juden eine eigene Volksheimat in Palästina zu verschaffen; eine darauf gerichtete ״Weltpolitik“ braucht nicht enthüllt zu werden, da sie von niemandem geleugnet wurde. Jede auf ein bestimmtes Ziel gerichtete Bestrebung bedarf doch nicnsch• lichcr Bemühungen, die man als ״Wcltpolitik“ bezeichnen kann. Her/I war der Meinung, daß die jüdische Zukunft nur in einer eigenen Existenz liegen kann, losgelöst aus der Ver• flcchtung mit den Interessen anderer Völker, die nach Herzig Meinung immer zu Reihungen führen muß, Hcrzl war der erste Jude, der den Antisemitismus ohne Ressentiment betrachtete und seine tieferen Gründe zu erfassen versuchte. Hcrzls Tage• büchcr beweisen, daß er alle ja auch damals schon lamlläufi• gen antisemitischen Vorwürfe, die später von den antisemi• tischen Verfassern der ״Protokolle“ registriert worden sind, als eine Folge der anormalen jüdischen Situation erkannte und ihnen jede Grundlage durch eine einschneidende A e n derung des jüdischen Lebens entziehen wollte. Das ist aber das genaue Oe gen teil jener angeblichen ״Weltpolitik“, die nach den ״Protokollen״ von den Juden be• absichtigt sein soll. * In dem oben erwähnten Artikel spricht Alfred Rosenberg die Vermutung aus, daß die wenigen weggelassenen Stellen, die im Text der Tagebücher durch Punkte angedcutet sind, einer von jüdischer Seite aus Vorsicht vorgenommenen Zensur zum Opfer gefallen seien. Demgegenüber weisen wir darauf hin, daß im Vorwort der Herausgeber ausdrücklich erklärt, daß diese beiden Fortlassungen erfolgt sind, well einige der betreffenden Stellen als ״zu intimer Natur“ waren und andere ״als geeignet, noch lebende Personen zu verletzen“. Es wird uns auf Anfrage rnitgctcilt, daß das Originalmanuskript der Herrischen Tagebücher, das selbst• verständlich den vollen Text enthält, im Hcrzl-Archiv in Wien vorhanden ist und daß zweifellos die Verwaltung des Archivs die Möglichkeit einer Einsichtnahme ge• währen wird. * Die ״C-V.-Zcitung“ ruft angesichts der Artikel des ״V. B.“ In ihrer Nummer vom ö. Dezember einen Aufsatz in Er• innerung, den Eugen Fuchs der damalige Vorsitzende des Ccntral-Vercins, in der Zeitschrift ״Im deutschen Reich“ im Februar 1918 veröffentlicht hat. Fuchs bespricht dort die im Artikel der ״Jüdischen Rundschau“ Nr, 97 zitierten Erklärun• een der türkisdien und deutschen Regierung und bemerkt dazu, daß sich eine Synthese zwischen deutschen, türkischen und jüdischen Interessen in bezug auf Palästina leicht finden lassen werde. Die ״C.-V,-Zeitung“ betont, daß aus diesem Artikel, der natürlich aus der Zeit seiner Entstehung heraus — Februar 1918 — gewürdigt werden muß, die Richtigkeit der Darstellung der ״Jüdischen Rundschau“ voll be- «tätigt wird. Nikolafewskyi Zeugenaussage in Bern Die ״Frankfurter Zeitung“ vom 4. 12. veröffentlicht eine Zuschrift von B. Nikolajewsky, des beim Berner Prozeß als Zeuge vernommenen russischen Historikers, die folgendermaßen lautet: ״In der Nr. 650 Ihrer Zeitung vom 1. November, In dem Bericht über die Gerichtsverhandlung In Bern wegen der sogenannten ״t’rnmkußc der Weisen von Zion“, ist meine Aussage wie folgt wicdcrgegcl>cn: ״Per russische Ifbloriker Nikolajewsky erklärt, dn8 die ״Protokolle״ von einem Juden uns dem Archiv einer Pariser Frei. m »״rerlöge gestohlen und durch Vermittlung einer russischen Agentin nach Rußland gebracht worden seien.“ In dieser Wiedergabe erscheint meine Aussage völlig entstellt. Für mich steht fest, daß die ״Protokolle״ eine Fä 1 - schung sind. Um dies iu beweisen, habe ich in meiner Aussage verschiedene Hypotliesen über den Ursprung der Protokolle angeführt, die von denjenigen konstruiert worden sind, die sich für die Echtheit der ״Protokolle“ einsetten! u, s. habe Ich such die Hypothese erwähnt, die in Ihrem Bericht mir *ugeschrieben wird. Sic ist besonders wichtig, weil sie die letste Hypothese der Befür. wortcr der Echtheit der Protokolle ist. In meiner Aussage habe kh eingehend begründet, daß diese Hypothese vor allem die Legende von dem Baseler Zionistenkongreß 1887 als von der Konteren* der ״Weisen von Zkm“ endgültig *erstört. Ferner ist diese Hypothese ***** Reih« von.mir nähet erörterte® ilintclheitea völlig unwahrscheinlich, Ist «her Insofern von Interesse, all «ie den Rück« t״g vor der Tatsache nmkutel, daß diese Protokolle von den Agenten der ni.snclicn politischen Polizei angefertigt wurden.“ Wir haben in dem von uns In Nr. 88 wied׳ r׳;cf׳cl.ntcn «tiszugsweisen Bericht über den Vcrhinnllinir,*verlauf In Bern die hier erwähnte Stelle in der Aussage Nikolnjewskys nicht erwähnt, da sielt vorher bereit» andere Zeugen zur Frage der Entstehung der Protokolle geäußert hatten. Die Zuschrift Nikolajewskys legt seinen Standpunkt nochmals _ dar, der dahin geht, daß cs sich hier um eine eindeutige Fäl« schung handelt. Die Juden ל• XII.!934 Ausgewanderte Juden in Belgien Brüssel, 3, Dezember, (JTA.) Eine jiidixdtt Ah״״, hf>-nntrh mit den Mitgliedern der 1 n t c r m 1 n i * ( e *1, n ’ F I li c h t H n gs- Ko m m i s si tut das Schicksal <j,L* 1*״ gewanderten in Belgien, di•' unter bcImrdliHien Mailן,״ ' schwer zu leide« haben. Als Ergebnis dieser lksnmkmc״ ist an die Polizei die Weisung ergangen, die jüdisch«! Wanderer, die sich ln Belgien nur solange aufzuhalte denken, bis sic die Erlaubnis zur Einwanderung jn ej. ,1J i*• Seeland erhalten, nicht zu belästigen. Gleichzeitig sind nick verhaftete Juden fragelassen worden. lc9)״״ Die von einem Teil der belgischen Presse in 1.,״ Zelt gegen den jüdischen F in a n zm inl»t«T. lieber das Ergebnis der Verhandlungen der Saar-Kommissi<>» in Rom veröffentlichen die Zeitungen einen cingchcn• »len Bericht. Daraus ist u. a. zu entnehmen, daß Uebergangs• bcstiinimingcn vereinbart wurden, welche die Interessen aller Kreise der Sanrbevölkerung für die Dauer eines Jahres nach »lern Uebergang des Saargebiefs an Deutschland sichcrstcllcn. W ä 11 r e n »1 dieses Jahres erfolgen keine Dis• k ri m i n i e r 11 n ge n nach Religion, Sprache oder Rasse. Innerhalb dieses Jahres sind Saarbewohner berechtigt, a u s z 11 w a n d c r 11 unter Liquidierung ihres Vermögens. Die Bestimmung bedeutet offenbar u. a. mich‘, daß nach Rückgliederung des Saargcbictes an das Deutsche Reich die deutsche Arier-Gesetzgebung nicht sofort im Saargcbict Geltung haben wird, sondern daß mindestens ein Jahr verstreichen muß, innerhalb dessen noch der alte Zustand der bürgerlichen Gleichberechtigung weiter besteht und denjenigen jüdischen Einwohnern, die es wünschen, die Möglichkeit geboten wird, unter Liquidierung ihre» Ver• mögen» auszuwandern. ״Gespensterfurcht* Der ״Völkische Beobachter", München, vom 1. ,12. ver• öffcntlicht unter der Ucberschrlft ״Kulturpolitische Notizen“ einen Hinweis auf einen Aufsatz, der in einer französl• sehen Zeitschrift unter der Uchcrschrift: ״Einige jüdische Symbole als geheime Erkenn ungs- Zeichen“ erschienen ist. Das Fllatt gibt einen Teil dieser Ausführungen wieder und bemerkt, daß sie auch In Deutsch• Intra Beachtung finden dürften. Zunächst beschäftigt *ich der französische Aufsatz mit dem ״salomonischen Schl ii s s c I“, einem Motiv aus dem Wappen Davids. Dieses besteht aus zwei ineinander gezogenen Dreiecken und soll an• geblich bedeuten: ״Hier herrscht Israel“. Hierzu heißt es: ״Man findet das Zeichen an den verschiedensten Gegen• ständen, so z. II. mit den Strcichholz.schacludn der ״Regie Frnn• C.u 1 “ sowie nn den Wagen, mit »lenen die Zündhölzer geliefert werden. Die J Ihrer »ler Fcrnsprcrliuppnrnte ״Rotary“ tragen du» Symbol usw. An Häuserfronten, in Kaufhäusern kann mau cs, so• fern man einmal die Aufmerksamkeit darauf richtet, entdecken. Gemalt, gemeißelt oder in Metall geformt soll es den Eindnirk einer ״Verzierung" erwecken, oder er irt als Teil einem Ornament ein gefügt. Vcisi •hiedene (irhiimlc, Kirehen, staatlich« Institute wer• »hu »ngchihvt (so eine Mairie in l'nris, du» früliere Orntoirc St. Honorö »sw.), im denen der salomonische Schlüssel angebracht ist." Weiterhin beschäftigt sich der französische Artikel mit der Zahl 6, die angeblich vom Judentum möglichst berücksieh• tigt werden soll. Als Beispiel werden die Dramen des Dichters Henry Bernstein angeführt. Jüdische Namen, die klanglieh una dein Ursprung nach in Frankreich vielfach deutsch sind, werden als ״Anagramme“ gedeutet, z. B. soll der Name Braun heißen: Ben Rabi Abraham Ur Naphtali. Der Name Mi• rnbeau soll von Birabcau kommen, das ursprünglich Birnbaum hieß. Die Namen aber, so sagt der französische Verfasser, ״stellen nicht die eigentlichen Erkennungszeichen dar; sie sollen lediglich die Aufmerksamkeit Eingeweihter erregen, während eine bedeutsame Frage oder ein wie zufällig in die Unterhaltung gestreutes jüdisches Wort das gegenseitige Er• kennen bestätigt, ohne daß ei« weiteres gegenseitiges Be• fragen sich notwendig macht. Man will sich ja nur untcrclnnn• der zu erkennen geben, sich vergewissern, wer von gleicher Art ist.“ Der hier erwähnte französische Aufsatz stellt ein vortreff• liebes Beispiel für die Gespensterfurcht dar, die überall Geheimnisse wittert, wo es nichts Geheimes gibt, und die im Juden eine unheimliche Erscheinung des sozialen Lehens emp• findet, die man nicht recht zu klassifizieren weiß. Diese schon von Pinsker in seiner ״Autoemanzipation“ vortreff• lieh beschriebene Erscheinung ist auch heute als Untergrund der Judenfeindschaft immer wieder spürbar. י•• **״*״׳•׳״ י ■יי «V. v, ww,!?,iiHuncn /Hin» ״Rdnovation“ wurde eine Revision vorgenomtnen und hx■ die Gesamtauflage während des Drucks bcschlm-VT? Gleichzeitig wurden die übrigen Blätter unter Androh scharfer Maßnahmen aufgefordert, Angriffe gegen den? nlstcr wegen «einer Zugehörigkeit zum Judentum »״,״״ ״' lassen. unKr' Für das Jahr 1935 wurde das Budget der Pitütii״. Regierung mit fünf Millionen Pfund festgesetzt, iiu betrug das Regicrungsbudgct dreieinhalb Millionen Pfund, * Der Gesetzgebende Rat von Transjordanien be. •tätigte ln seiner Sitzung vom 22. November das B u d 7et 1931/35 in Hohe von 301 211 Pfund gegenüber 318 190 pfunz im Vorjahr. Das Defizit beläuft sieh auf ca. 15 000 Pfund und wird sich durch hiiizukommcmle außerordcntlkhe Auscabm evtl, auf 24 000 Pfund erhöhen. (Palnews.) * In Wien ist unter Teilnahme zahlreicher Profc!soren und Dozenten der Universität eine Gesellschaft für Soziologie und Anthropologie der Juden ce. gründet worden. Der Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Dirtk. tor Stahl, besuchte bei seiner Orientreise Saloniki und wurde von der dortigen Jüdischen Gemeinde und dem Ober• rabbincr Pr. Korctz empfangen. Die Stadtverwaltung von Tcl-Awlw hat beschlossen, den Brotprcls von 14 auf 12 tnils herabzusetzen. Auf einet der nächsten Magistratssitzurigcn soll ein entsprechende! Ortsstatut beschlossen werden, um diese Preisherabsetzung in die Tat umzusetzen. Michael Taub e, der auch am Kulturbund in Berlin 11s Dirigent gewirkt hat, hat der Berufung, in Palästina eine Serie von Symphonie-Konzerten zu geben, Folge geleistet. Die nördlich von Tel-Awiw liegende Kolonie Herr!!» feierte während der Chanukkah-Feiertagc ihr zehnjähriges Bestehen. Die witz, Tcl-Awlw Antisemitismus in Oesterreich Im Dezcmberlieft der ״Tat“ finden wir unter obiger Uchcrschrift eine längere Glosse, In der cs u. a. heißt: ״An• t is ein i t i s m u s auf Gummisohlen, das ist der Weg in Oesterreich, der nicht etwa nur im gesellschaftlichen Leben, sondern auch offiziell von der Regierung beschriften wird. Ein wichtiges Beispiel ist »Ins Wiener Aerztewesen. Vor kurzem wurden die bestehenden Verträge mit sämtlichen Wiener Schulärzten aufgehoben: ähnlich ist es in den großen Wiener Spitälern ... Sämtliche Beamten- oder sonst auf irgend• eine Weise regierungsseitig kontrollierten Stellen werden lang• «am aber systematisch von jüdischen oder von Juden abstam• inenden Elementen gesäubert ... Selbst innerhalb des Klerus und bezüglich der Aufnahme in irgendeinen Orden setzt sich mehr und mehr »ler ,Arierparagraph' durch, soweit er nicht schon früher gültig war, wie bei den Bencclcktiiiern und seit geraumer Zeit auch bei den Jesuiten. Es wird größter Wert auf vollkommene Lautlosigkeit gelegt ... Man hat natürlich alle Ursache zu solcher Vorsicht, denn man braucht die Juden, und seien sie auch nur das finanzielle Rückgrat der ,Vaterländischen Front' ... In der privaten Gesellschaft* liehen Sphäre ist »fas Tempo allerdings ungleich radikaler, in akademischen Kreisen, vor allem aber in denen des Sports, ist der numerut clausus gang und gäbe. Wer da mit Juden in irgendeiner Form Zusammenarbeiten ist schweren Behinderungen ausgesetzt. Im allgemeinen kann man sagen: der Antisemitismus marschiert in Oesterreich, und das nicht nur durch den Nationalsozialismus, sondern vor allem durch die Vertreter des Sacrutn Imperium. Sie sind zu gescheit, um nicht zu wissen, daß die Judenfragc erst in den ersten Wehen ihrer Lösung steckt. Darum machen *ie sieh den Antisemitismus lieber selbst zu eigen, damit man ihn nicht als Argument gegen «ie gebrauchen kann. Mimikry...!“ Pal<htina>Delcgaiion in Amerika Als Delegierte der Abteilung der Jewish Agency für Ansiedlung deutscher Juden in Palästina haben sich die Herren Dr. Georg Landauer und Dr. Martin Rosen bltith nach den Vereinigten Staaten von Amerika begehen. Auf• gäbe der Delegation ist cs, den dortigen jüdischen Stellen über die bisher in Palästina bef der Ansledlung deutscher Juden geleistete Arbeit Informationen zu geben und di« weitere» Möglichkeiten zu erörtern. Zigarettenfabrik Dr. W. Moses ft N. Waikc. wird nach Bnc Brak verlegt werden. Die Uebcrsicdlungsnrbeitm sind bereits im Gange, (Paine«■»,) In Jerusalem Ist die Sitte des Tr 1 n kgc Id•Oebene j auf Grund einer Vereinbarung zwischen den Angestellten des Oaslstättengcwcrbcs und den Oaststättcnbcsflzcrn abgeschabt I worden. Stattdessen wird ein lOfoigcr Bedietiungszusdilag er• hoben. Ernst Ewald Gebert, der seit voriger Saison als stinJ | diger Gastdirigent am holländischen Rundfunk tätig kt, wurde clngcladcn, im Dezember ein Sinlonickonzert des Rcsidcnzorchcstcrs im Haag zu leiten, das durch Radio Ober« tragen wird. Die Pianistin Reh-Helene Rosenberg, Berlin, erhielt: In London im ״Victoria College of Music“ den ersten Preis in Form einer goldenen Medaille. Der Sänger Ernst Wo! ff (Frankflirt seiner Konzertreise in England singt in der nächsten Zeit in und Darmstadt im Kulturbund. Der unter dem Protektorat von Papst Pius XI. יוסי | kurzem in Rom abgclialtcne erste internationale katholische Kongreß für römisches Recht ״«.; u. a. den Beschluß gefaßt, in Rom eine International päpstliche Akademie für römisches Rechte» Leben zu rufen, der die hervorragendsten Gelehrten auf 8cm Gebiete ohne Rücksicht auf ihre Konfession, angchöre« sollen. Die Auswahl der Gelehrten für die Akademie wird, wie rnitgctcilt wird, von wissenschaftlichen Qualitäten «r Kandidaten abhängen. Darum ist als wahrscheinlich men, daß auch jüdische Gelehrte auf dem Gebiete des römischen Rechts eine Berufung als Lehrer an der neuen Rcchtsakadcmlc erhalten werden. Der englisch-jüdische Dramatiker Sft Arthur Win® i Plnero ist in London im 80. Lebensjahr gestorben. a. M.) hat auf große Erfolge errungen. Er Mainz, Wiesbaden, Worin* j ' יו Ö ' $ 7 ^״*! ן 1 R Dialiks Jugend In der letzten Nummer der Tcl-Awiwer Monated1||״ ״Mosnajim“ beleuchtet der hebräische Dichter U. Scn * man unter dem Titel ״Im Feuer der Jugend“ den entsc» denden Einfluß, welchen das Jugendcrlcbnis Bialiks am gesamtes Schaffen hatte. Wir alle — schreibt er 1 ך mehr oder weniger von unserer Jugend, aber bet Bit״* die Jugend das Medium seiner ganzen Vision. Ihe we ’ , der er lebte, war die Welt, die er in der Schau seiner . in sich aufgcnomnicn hatte. Die Essenz seiner Dichtung * ihrem allgemeinen Kolorit ist Jugeiiddichtung und *" *c l'v (1C1. Augenblicken, wo der heilige Geist ihn verlaßt, ruh er Morgen seines Lehens in seiner vollen ersten Süße zu ׳ ז 'Alles, was in dieser Zeit mit ihm in Berührung kam, und * cs auch nur fn der zufälligsten Weise,_ oder wäre « prosaischste Prosa gewesen, wandelte sich ihm zum , Nicht nur die Landschaft des Dorfes, in »lern er auf_״ wurde von dem Liede getränkt, sondern auch das j-ern ._ Talmud und seiner Kommentare׳. Freilich, dieses .s“1־.rkcr>״,׳U j! crlcbnis ging — und dies ist vielleicht der tragische ' , seinem Schicksal — auf Rechnung seines spateren ' ״n. Andere Dichter erleben, wenn sie vom Kinde *Ul?;״Jhcfie werden, die Welt von neuem und so hat jede Leben, cp ihre eigene Schau. Nicht 80 bei Bialik. Als er seinen morgen hinter «Ich hatte, fand er keinen neuen Ueg » für •eine Begeisterung. Darum ist das erotische tic *״ «einen Liedern »o schwach. Die Flamme seiner ersten j hatte •0 gebrannt, daß sie alles verzehrte. ,. Hauptaehriltleltcri Dr. Robert Weit *eh, Bedin.awWt*״^« ‘ Stellvertreter! Kurt Loe wensteln, Berlin W 46. An“1**^״, und verantwortlich für den Ameigcntcil! Helene Ch*n . Berlin N «4, Verlag und Anzeigenrcrwaltung! Jüdbehe Berlin W 1«, Meinekeatr. 10. D.-A. November 38460. Zur*״ 04t« Nr. 1 vom J. Januar 4934 gültig. Druck» Siegfried ס Berlin-Schöncberg, ׳• ■ li, .11־׳ n,׳־ V-l ״ 1 . n C «j 14i . imc® / י;.! Up ,י‘, bhf .■£ ־'aC 1. •יי‘ ־ VOl)f he »e«iK?!׳ ־:;!•!״/ urj■ n ■ ן w*־,; ■ dflä berk ■ h« r s: 1; ז1ח A'itbj•* «■fiV Vf..! ’ Au:1 (־i n■; *W SK , ) , d«־ ״־. f. n tlla, ן , d; ז ar! j K ־ h!.,I' ״Kl♦?׳ ילן; •' Lj a I יי ר1»» h« j Pi L! v f Ui■11׳: o■ r d. 1־ st' ■: i' iht■ '׳! U v ei: r ai in ste1י b , 1,1, S< ' T 11» i > Li n I! s■ b: ■i 1 u;...׳ dl i cl'/ b < •t B ■ bi 1 i hl■ : B:; 1 üj'! dr1 R! m r 1 e. ,, r j es b Ar׳;s<■ L'1; % ' ni, , d! 11 Sh g Ir■ ■r at' s! h 1 ־1 11 G, 4 Zfl ff «וי¬ 1' /! lj t «/ V •וי: .Ir »1 <1 |h *c: ' l,|! , '•11' ■ ('' I .. ן. 1־ f;•%

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