Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 96 (30.11.1934)
- Date
- 1934-11-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU חא K. 30. XI. 11t, Vorposten der jiidisdien Arbeit stehen und i!1 diesem Bewußtsein die iiiigewühnlldtcii Strapazen willig, übrige•'8 ohne ■erhebliche Kranken/iffcr, ertragen. Trotz der schweren Tagesarbeit werden die Vorträge mit gespannter Aufmerksamkeit an gehört; es herrscht eine warme, aber trotz des überaus hohen Luftdrucks nicht drückend wirkende Abendluft, und mir «fas Surren verschiedener Moskitoarten, die liier dank dem spätliehen Süßwassrr Lebensmbglichkoit finden, bringt eine unheimliche, indes nicht wirklich gefahrdrohende Musik in dia Idylle. Spät abends schließlich beginnt ein kräftiger, kühler Wind, der die Mitnahme der Decken nun doch noch rechtfertigt, vom Meer her zu wehen und erinnert uns an einige meteorologische Besonderheiten des Toten Meeres. Einmal die Tatsache, daß dank den regelmäßigen starken Luft* Strömungen über dem Meer das Leben hier durchschnittlich erträglicher ist als an den vom Meer entfernten Punkten der Jordanseukej verdunstet doch über dem Meer eine durchschnittliche Wassermenge von etwa 13 Millionen Tonnen im Tage — das Acquivalcnt der vom Jordan und den übrigen kleinen Zuflüssen in das abflußlose Meer strömenden Wassermengen —, und dies sowohl wie auch die durch die Allgciiicinerschciiiutigcn von Land- und Seewind und von Borg- und Talwiud bedingten Strömungen rufen regelmäßige Windgezeiten hervor, die im Zusammenwirken von Arzt, Meteorologen und Architekten beim Bau der Arbeiterwohnhäuser durch die Potash Company berücksichtigt wurden. Schwlarlga Seefahrt Morgens um fünf Ulrr ist unsere Gesellschaft abniarschbereit, während der eben über dem Salzberg untergehende Vollmond dem Morgengrauen von Transjordanien den letzten Schein sendet, und es geht wieder ins Boot zurück. Bald beginnt ein sich stetig steigerndes Schaukein auf den Wellen, wobei unser gegen Nordosten, zur Landzunge El• Li» an weisender Kurs diagonal gegen die Wellen gerichtet ist. Bei einer früheren Tour haben wir, weniger aus eigenem Willen als durch das Wetter gezwungen, die weichen Gipshügel der Landzunge ■erstiegen, die Riindsicht auf das scheinbar uns von allen Seiten umgebende Meer genossen und mit Vergnügen Rutschpartien zum Meer herab veranstaltet. Dieses Mal sollten wir aus Zeitmangel hart vorbei geradeaus zum Ar non steuern. Aber die bei einer größeren Toten-Meer-Tour schon geradezu obligatorische force majeure bleibt nicht aus. Immer!läufiger spritzen hohe Wellen über die Bordwand ins Schiff, unsere ׳Gesichter und die Kleider und Rucksäcke mit ätzendem Salz, verklebend, das Boot wird zuweilen in besorgniserregender Art geschaukelt und gehoben, und die Seekrankheit breitet sich in unserer Gesellschaft mehr und mehr aus, obgleich speziell die mathemalisdie Jugend mit Witz, Musik und Gesang erfolgreiche Bestrebungen macht, die Stimmung auzuregen. Schließlich erscheint dem Steuermann das Risiko zu groß, er nähert sich wieder dem Westufer und wir bleiben dicht unter Massada in einer schützenden Bucht eine Stunde lang liegen. Dann geht es zum allgemeinen JubeJ trotz nur langsam ahflauenden Windes doch wieder auer hinüber zum Ostufer, und als wir kurz vor Mittag bei der Mündung des Amon anlegen, sind Seekrankheit und Verschmutztheit im Nu vergessen. Im Tal dos Amon Hier wartet unser da* wohl großartigste Naturschauspiel der Fahrt, vertieft noch durch historische Erinnerungen an die Rolle des Arnon, dieses größten transjordanischen Flusses der Moab-Ilcrge, in der Bibel und vor allein im Midrasch; dessen anschauliche Schilderung (zu IV. B. M. 21, 13 ff.; siehe auch Talmud Bawli Beraehotli d l a und b) wird erst hier an Hand der Natur voll verständlich. Zunächst empfängt uns eine lachende Gebüsch- und Baumiandscliaft, deren tropischer Charakter durch kleine Vögel, die in den bezauberndsten Farben glitzern und uns durch ihren Gesang anlockcn, unterstrichen wird. An dieser Stelle pflegen öfters Partien ihr Nachtlager aufzusclilagen; das dürfte aber wegen der liier sehr großen Malariagcfalir bedenklich sein. Bald ragen vor uns hohe Steilfelsen auf, die den Fluß rasch mehr und mehr einengen und zuweilen sich in schwindelnder Höhe scheinbar vereinigen, neben dem Fluß keiner Vegetation mehr Platz lassend. Wir treten in eine Klamm, ähnlich den großen Klammen der Alpen, etwa der Taminascliliidit oder der Seisenbergkl,11111־». Während der Anprall des schäumenden Wassers unter normalen Verhältnissen diesen Klammen nachstcht, haben wir ihnen gegenüber den großen Vorzug, nicht auf künstlich angelegten Holzstegen, sondern mitten im Wasser, teils watend, teils schwimmend, das grandiose Schauspiel zu genießen. Den Nichtschwimmern helfen wir, durch mitgebrachte Seile unterstützt, an den wenigen tiefen Stellen. Vorsicht ist freilich, besonders im Winter und Frühjahr, geboten. Denn wenn ohen im transjordanischen Gebirge ein Regenguß niedergegangen ist, so vervielfacht sich plötzlich die Wassern!enge des Arnon, und in stürmender Flut stürzen die Wasser zum Meer, den Uferplatz überflutend und nur dem tüchtigen Schwimmer noch eine Chance gebend. Nach einer eindrucksvollen halben Stunde sind wir an einer Talstufc «»gelangt, die das. Wasser in einem Fall herabstürzt. Einige Unternehmungslustige klettern seitwärts über Felsen in die Höhe und heben per Seil eine große Anzahl der Ucbrigcn zu dem Absatz hinauf, wo sich ein herrliche* Bild bietet. In einer kamiimrtigen Schlucht, deren oberer Ausgang ntcM ZU sehen ist, stürzen übereinander drei Wasserfalle herab. Ifolfle Ouollon ■ Ebenso abwechslungsreich geht es zu ruck zur Landung!!* stelle, 1111(1 in mehr als ciusliimliger L.ihrt nuf dem Meer in nächster Nähe des ()stufe!•», an dem jiui! häufig, dank den nianclimvürts entspringenden warm«! Quellen, wilde I alinai und andere Bäume erscheinen, erreichen Wir die jetzt 1*׳e1»t als Kalirrhoe (Chamait es״Snra) bezeichn He. heiße (, uelic, die schon vor zwei Jahrtaus enden ihrer I leilwirkung wegen berühmt und besucht war, seitdem aber verödet und vergessen Ist 1111(1 erst wieder in den letzten Jahren öfters von TonristoiincsclIschafteil mifgcsuclit wird. Die eigentlichen Quellen cntsoriiigeii in *ziemlicher Höhe am Bergesabhang. ('1”® '1*יוייJ! nur \vcmgc Meter vom Meere entfernt, eliirzt ihr Watser. 111 einem kleinen Wasserfall, dessen Temperatur über 40» beträgt, hinab in ein natürliches Bassin, das ungefähr 2t) I ersonen Platz bietet und von dem aus das Wasser weiter ins Meer abflicfit, dieses noch weithin mit einem wannen Strom erfüllend. Im ersten Moment des Hincinsf eigens glaubt ninn die Hitze des Wassers schwer ertragen zu können, das überdies an verletzten oder sonnverbrannten Hautfiteilen zunächst heilig schmerzt. Buhl aber fühlen sich die meisten Teilnehmer paradicsisch wohl in dem heißen Bad, nach dessen gleichen mau sich in Jerusalem vergeblich sehnt. _. Nun kommt zum Schluß eine kleine Enttäuschung: Die letzte Progrnmmmimmcr muß infolge der Zeitverluste durch den Sturm mul durch den ausgedehnten Abstecher im Arnon leider ins Wasser fallen. 111 nächster Nähe von Kalirrhoe mündet am transjordanischen Ufer das Wadi S1׳ rka, das .Tal eines Baches, der ähnlich wie der Arno» sich ein tiefes Bett zwischen Felswänden gebahnt hat, welche nur nicht so hoch und eng wie beiin Arnon in die Höhe ragen. Dafür hat der Bach Scrka Ma’in eine Besonderheit: Einige mehrere Kilometer oberhalb entspringende heiße Mineralquellen Crgießen ihr Wasser an mehreren Stellen unweit der Mündung in den Bach, in den wnriue und Isiihlc Strömungen nbwechslungsreich clurcheinandergeben und dem darin watenden und schwimmenden Touristen zu mancherlei Sensation verhelfen. Vor J ab reit Imbe ich diesen Bach in einer Tagestour mit meinen Studenten besucht; dieses Mnl müssen wir auf ihn verrichten mul steuern in U/astündiger Fahrt, die Mündung de* Jordan ins Meer weit rechts von uns lassend, den weithin sichtbaren Anlagen der Potash Company und dem Kallin- Restaurant zu. Hier wird mit einem gemein* sanicn Tee und einer die Genüsse der Tour noch einmal zusaminenfasscnden Horra der zweitägige Ausflug beendet; die 1ms schon erwartenden Autobusse führen uns durch die im Mondschein erglänzende judäische Wüste rasch heimwärts. in fades fidUcke Haus die Haue Bückee de# ICICl?^׳0!11ו״ז^י;»ן;ן!ווין;ן ׳ד ■׳'®.י י ) .J'fיי ::;״ .‘*il! t / 'י ' Schafft duuU Spende* neuen (üdlscUen Boden בל*, »׳.יי•"ר־'»'•׳.* י J״•"" י - .!• ״ .״־- ״!.י-־״.... ־ .! 1r1T ־ י ו *»י־״״ ״״n Jiu ■י1■״■1 1, ....'1. "—1u..״m.i * ■׳ ־<,1y1‘ü®l>'QiäJ*K1’)׳ «4 ■blו0*1יי(י'י!, l.’tWJ.W'i I.uUiIDV י• HK י.1,1|.ו!.| •KM*.■CI,׳ י(V KM ,Joseph ben Matthias“ Im Kullurbnnd Rhein - \ * ן׳ I!' f . ■ 1 H I C Joseph (Heinz Friedrhcrg) und Judo bin Gorion (Max Koninshl) (S. Bericht in ״J. R.“ Nr. 05) r־״־. h«, mn Poatscheckkontoi Berlin Nr.104951 Bankkonto! Drtidnir Btnk, Depoeitenkaeee KurfOntindamin 181 Ankündigungen aus ie*n Reick Drcitaui St tnihmyJ. nr e der Bro.daucr Zinitiuisclien V mini(;!mg, V«, tragszyktun! ״F.ngiarid und Palästina“. Diillcr Abend am 5, ber, 20.30 Uhr, l,,1l,iui1tabiiro, Oartenstr. 25. Thrnmt ״Hie V״, gcsrhlfhfc der Balf1״>r-l>cld.11a1ion“. Referent! f)r. Ban, I*!;,,!. _ Arboitinnrliwcis jüdischer Orgnnhationcn Schlc-icns Schweid■,;!*, Stadtgraben 28, 511■ 11t freie Stellungen für Arlieil.krähe 11ml bie freie ■Stellen an. Alle Arbeitgeber, ■lir Lehrlinge ״der l.clirnuiM, •nehrn, weiden um Mitteilung grlwtc-i,. — Chcmnltn Z1MJ. 1. Dezember, 20 Uhr, im lleun M.ikkah.'ier-Feier. H1t,räi,11(׳rzCW — Chan11kkah<pirl der Jüngsten — Frdrnlo: Adolf l'oll.ik, Beil״ ״Alte und neue Makkabaer". — Frankluit am Main! Gearlki,. für Jiidhrlic Volksbildung. Am 3. ik'jciiiHcr, 20.15 Uhr, VtrtiM haus, Ksrhcrsbrimer Lamhtr. 27, ChumiVk.ih - Veranstaltung, apracfie! Dr. Georg Sabliergcr. Kammer!! ״׳״■)■Vereinigung undftnr.% gemcinschaft der Musikfreutiile unter l.eilnng von Arthur lt<K Am 10. Dezember, 20.30 Uhr, Vortrag Dr. Frust Simon im V«. eindinit*» Rsrhcrsheiincf I.ambtr. 27, iitier Uh. N. ItiMilo 111״, braiselie Urherselzmig de. Wilhelm Teil'* (anläßlii-h de» 17J f״, burtalages von F. Sehiller). — Groß-Strelilllii Zioniui.rl\e Aiko gemcinschaft. Am 8. Dezember, Synagoge, Dr. Joel, llrrdaa: ״Vm deutschen Juden in Faliialiiia". Am 8. Dezember im SchiitztnliMt Makknbiier-Feier. — Imlcrburg (OitprevBcn)i Am B. Deirmt«, Synagoge, Makkatväer-Frier der Zion, OrUgrupiif. Anepnehra: H1S. bincr Dr. Augapfel und Pr. Kurt I.irlit (König.twrg). — Kllm Am 3. Pcreinber, 20.15 Uhr, Wiederholung von Juliui Wnlll'ml,™ ״Jo«ie|1h ben Mattliia«“ im Weifleu Saal der Itürgirge^-Il.iluli. IVr Beuirh ist nur Mitgliedern mfiglieh. Weitere Veian.ialuiujeni 13,1k. «ember! Ortlieslctkourert, 4., 12. oder 13. UeiemlH-r; ״!:)״iiuttA mit jungen Künstlern". — Magdeburg! Zeire-Misra!hi und flniH Ilnnonr. Am 2. Dczrmher, 8 I Mir, Artuvliof, Johnnni1l»er״i1r. i, Chanttkkali-Frier. Marlenwcrder (WestprcuBen)i Am 3. Ikiem ber Makkabäer■ Feier der Zion. Ortsgruppe. Dr. I.irht jKnni(.lerji *ptielit iitiert ״l)io Makkahäer und wir". — Stettin 1 Cli.wmkuii Feier der Zion. Vereinigung am 6. DczemU’r, 8.15 Uhr, liei Ke chowskl-Fisrhcr, Friedrirb Karl-Str. 3. Makkabner-Kcdei Dr, Rni Abraham, Berlin. Mmikitlisehn und reiilntoriwhe Vorlnigr. Tu! ncrisch* Darbietungen des Ilnr Korhba, Stettin. Tanz. —׳ Striltundi Am 2. Dcicmber, 4 Ulir, (,Itamtkkah-Feior in der Synagoge. Mä kaWcrspiel von Joachim Prim. — WelBenlcli (Saate)i Am 4.1k tendier, 8,15 Uhr, veranstaltet die ZOO. eine Chanukkah Feier, ftt redner! Dr. Szcrcsehcwski, Leipzig. Famllien - Nachrichten Frau Jettehen Bacharnch, Rhina (Kreis Uün(dd), begeht M 2. Dezenilrer den 100. 01*l>nrtst״g. Herr Moriti Lev y, AKdorf bei Aachen (friilier Nntdrcbirl W» gerooge), begeht am 10. Dezember den 70. OehuitMog. Bar Mizwah •Termine Am 8. Dezember •— 2. Teilet! W'olfgung GriinthaL Sota Julius Grünthal, Gleiwilz. Am 15. Dezember —■ 9. Tcbct: Heinz Wolfgang Fcuehtwaag Sohn von Sigmund Fcuclitwunger, Miindirn, Fossaitstr, 9, Am 15, Dezember — 9. Tebet: Kurt Oichmtnn, Soto Hugo Bachnnmn, Katlsruhc, Ostondstr. 8. SpiecUsiunden de*. ScUiiftUüuty: nur Dienstag nachm, von 151/9 bis 18 '/* W״ und Freitag vormittags von 10 bis 12 Ul״■ r" 1 i.K י! r '®)Im! 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