Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 96 (30.11.1934)
- Date
- 1934-11-30
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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§r>f1 ׳ W ׳־ז Kf. 96, 30■ XI1934 jüdische Rundschau Valästinensische Wanderungen*) f I rU!1’ |Jj i p,pi י ן fjp r[ J ־ י ך־ץ ►J KlJjJ Lwit-J v ».4V. j *■. J1 ,ג LJ r~ j /ך~־״> ץ—׳ ULiUbJ h [ I '**X |! ‘ '! i! f.j 1 ־ ־’ Seite 13 Von Dr« Adolf Fra enkel, Professor der Universität Jerusalem tmg? j^ftchäft . iicHfr« י trbttca ntr.lfl ׳,eher T^-Zssm |n sind Sonden ,4 ׳ y! Ipeah’ iutalh jbmgeb. ־?hn. Lei• »Mtnch. I«ui«chl. 111!• I. R 865 («ir. 16 Israi :«intfc'»nd״ idfiU 0, WnHra;t.!,rHtMi»* in|. »nrrn. f PU. i{״*| [i Li ״!)*! ׳, A«l• f jl,m fiat an dieser Stelle wiederholt Touren hcrichtc aus jr״) nörd *ichcn Teil der Jo rd a n s cn k c gelesen. Ltc soll die Rede sein von einem zweitägigen Ausfluß, der j,l״ südlichen Abschluß jener Senke gewidmet war, ' ״,lieh dem Toten Meer ״.ml seinen Uterparüen. Ich :t1cn. jedes Semester mit den Wanderlustigen unter den ItälNfmaid'-tdudenten und -Studentinnen der Jerusalemer Univcrsitiit eine Tour zu inaeiien, gewöhnlich eine reine Full- ״Vr aut der wir diesen oder jenen weniger bekannten Teil E.’jntl.iisflii'ii Gebirges durchwandern. Dieses 'Mal war es Ausflug, der sich vorzugsweise auf Transportmittel stützen rnllte und daher gewisse Kosten verlangte. So kam cs, daß j,( (fndcriliH'he Element ziirücktr.it und die Beteiligung aus tn Kreisen der Lehrerschaft und Schülerschaft der Universität r;d1t ganz die 1 liilfte der Teilnclimerschaft (insgesamt 52) junnniite. fäi dem Aulliruch An einen I lerbstmorgon, dessen Dunstigkeit im Einklang pit der allgemeinen Welterlage den bevorstehemlen Cham- ,111 niikiimhgte, (uliren wir um •1 Uhr morgens in zwei Autobussen von Jerusalem ab. Ls war gerade in der Woche (e, Vföchciuhschnitts Wajcra, der uns von der Zerstörung jedrmts, der Höhle bei Zoar usw. erzidilt. Auf der guten Chaussee ist der ca. •10 km weile Weg ins Jordantal per Auto in einer reichlichen Stunde zuriick/ulegen; die etwas »ater 11«>n.ll 1111־ verlaufende, landschaftlich großartige Route ilurcli das wasserreiche, sich stellenweise zur Klamm ver-;njeinlc W a d i cl-Kelt habe ich früher mit Studenten bis f3th Jericho zu Full durchwandert — eine herrliche, wenn juch anstrengende Tour. Der Cluunsin als solcher war nicht ja fürchten. Denn wahrend im allgemeinen der Kliinaimterschied zwischen Jerusalem und dem 1201)111 tiefer gelegenen joafjnlal enorm ist, ungefähr so groß wie zwischen Jcru*!11011 und einem durchschnittlichen Platz Siiddeutschlands, ja dieser Unterschied zur Zeit des im Frühjahr und Herbst idtrclt'iulen, aus dem Südosten wellenden, von den Juden!;!■01111111 als ״Cliainsin" bezeichncten heißen Wüstenwindes;mr gering. Zu diesen Zeiten steigert sielt die trockene Hitze n Jerusalem und dem ganzen (iebirgsk,1111m Palästinas ganz rJcrcmlcntlirh, während der südliche Teil der Jordansenke seine Tempiratur nur wenig ändert, vor allein dank dem Ufflstaml, daß der Ciiamsin von den Bergen Moahs und (iil'nds ncid iiumilt ,Ihar zu dem gleich hohen, einige Dutzend Kiloncler endenden judäisrhen Gebirge hinüberströmt, ohne merklich in das Jordantal hiiiabzusinkcn. Mehr Sorge machte ins der Willcrtnigsvcrlauf nach Beendigung des Chamsins. Ik-nii dann, wenn das barometrischc Minimum über Palästina (Hier iioriilicli davon weggezogen ist, pflegt starker Westwind m wehen, dir in Palästina als Bote der Kuhle und meist des Regens fremiig begrüßt wird, die Wasser des Toten Meeres »her zu drin dort iiherliaupt häufigen und plötzlich cinset/eneen stiirmisclien Seegang bringt. Wir berieten zwar am Vor- •Jeder Tour an Hand der meteorologischen Lage, ob eine Wrscliiclnmg nötig sei. Die Entschlossenheit siegte aber, Kd als wählend der Fahrt durch die wilde iudSisclie Wüste, wva in der (legend, wo vermutlich die Absturzstelle des AtascbSümlcnhocks aus der Zeit des Tempels zu suchen ist, die Kaclit mit der hier üblichen Plötzlichkeit von der aus Tfsnsjordanicn komm enden Tagcshcllc abgclöst wurde, war des m freudiger und erwartungsvoller Stimmung. Im Kallia mich Süden auf dom Toion Moor Auf der neugebatiten Chaussee bei dem Restaurant der Killia -Gesellschaft (einer Tochtergesellschaft der die Nincralschätzc des Toten Meeres ausbeutenden Palcstine Po- Mi Co.) aiigelangt, wo sich die erhabene Einsamkeit und Bildnis des Toten Meeres zu einer europäischen Vcrgniigungsstittc verwandelt hat, konnten wir das bcreitgchaltciic Motor- TOt (kr Gcsellscliaft alsbald besteigen, nachdem Gottesdienst M Minjan abgelialtcn worden war. Die Fahrt ging am west- Wen (judäi!dien) Ufer südwärts; es ist heiß, und die Sportvcitlmig wird von vielen mit Bade- oder Straiidanziig ver- W‘d1t. Allmählich treten die Berge, unter denen man ganz ״ der Ferne auch *len Oelberg mit seinen zwei Türmen er- «״neu kann, näher au den See heran und fallen später in Witzigen Sit ihv.'imlcj! direkt in den See ab, ähnlich wie beim Jönigssce 11:1d vielen Schweizer Seen. Hier findet sich auch' W l'dskopt Ras c I - F a s c h c 11 a, an dem vor einigen ■Waten eine Jerusalemer Schülerin leider den Tod durch Absturz fand. Die blaiigrüne Farbe des Meeres, die herrlich J1 den grauen Uferborgen kontrastiert, verrät nichts von verderblichen Charakter dieses Naß, dessen zuweilen ins m dringende Spritzer heftiges Brennen ii11 Ange_ ver- Miclicn, Die Ufcrfandschaft zeigt durch ihre öede die er- ׳',™nie Wirkung von Salz und Sonne, und mir ganz, vere״m’lt erscheint am Wcsttifer ein Cirasfleckclicn oder ein ׳«im, an einer einzigen Stelle eine größere Oase. Erst nach (t|>t»ndiger Fahrt sehen wir in den weniger schroff werwnilen Bergen grüne Biiumc in erheblicher Anzahl. Wir ״Wen mit'Hilfe eines kleinen milgefülirten Nachens, und der wlte I eil der Gesellschaft beginnt, teilweise im Bade- Wiiin, den vierzig Minuten währenden Aufst ieg nach E n T1״■ der ״Ziegenquclle“, der an sich touristisch nicht schwie- •i! zst, nur wegen der außergewöhnlichen Hitze manchen »,'"׳fr fällt, (Bergscluihc sind hier, wie überall bei ähnlichen 3Meningen, sehr nützlich.) ^,»uch dor ״Ziegamiuollo" |.,^'Kleich der felsige Aufstiegs weg vielfach־ durch Grün >a Mräiiclicr unterbrochen ist, die durch den Abfluß der U^'NueHe, in die Wüste liineingezauhert sind, finden sich frL » c ^'cd!er mehr, nur einige Beduinen (ineist Ziegen icfflT An der Quelle angekonnnen, die etwa 100m über . * oten Meer, also fast 300 m unter dem MitteImeer gelegen *’«״״t sich die Gesellschaft mit Freuden in das seichte q |f״ des lauwarmen, aus dein Boden hervorkommenden . '11׳״assers, das eine herrliche Kühlung bietet, uns aber ) Siehe die Berichte in den Nummern 57, 64, 74, 83. zunächst von einer stattlichen Zicgcnhcrdc streitig gemacht wird. Von der Besiedlung, die diese Oase vor zwei Jahrtausenden hatte, ist nichts mehr zu merken und an Zugängen führt zu ihr, außer der von uns gewühltem Route übers Meer, nur ein mühseliger, viele Stunden langer Pfad, der van Hebron hcrabführt und wenig begangen wird. Dagegen erinnert die teils tropische, teils ganz abenteuerlich zu nennende Vegetation im nächsten Umkreis der Quelle noch an die Berichte aus alter Zeit. Hier gedeiht das ״Kofcr“, das als (ilntizerzcugnis von En Ocdi uns aus dem Hohelied beknnnt ist, und aus dessen Früchten die kosmetischen Zwecken dienende Henna bereitet wird; verschiedene Hornsträucher, der merkwürdige Sodomsapfel usw. wachsen hier, una wir finden auch die ״Rose vo n J ericho“, eieren Aufblühen in! Wasser mit nachfolgendem Absterben an demselben Excmplar viele Jahre hindurch demonstriert werden kann. Die mehrfachen Erwähnungen dieses entlegenen Platzes in der Bibel (1. B. M. 14, 7; Jos. 15, 62; Sam. I 24, 1 f.; Jech. 47, 10; Hohelied 1, 11; Cliron. 11 20, 2) drängen sich uns lebhaft auf; cs lohnt sich in Palästina immer, den Tcnach mitzunchmcn. Massada Rascher, als den meisten lieb, muß zum Aufbruch gerufen werden; der Abstieg läßt uns einen herrlichen Blick auf den in leichtem Dunst liegenden blauen, hier etwa 15 km breiten See (Länge ca. 76 km) und die Abstürze des transjordanischen Gebirges genießen. Der von Kallia für die ganze Tour gcincinsam mitgenommene Wasservorrat erlaubt uns, auf den mitgenommenen Primusapparaten Tee zu kochen, und so mundet die Mahlzeit trotz der Hitze. Nach zwei Stunden sind wir in nächster Nähe des trotzigen, mehr als 500 m übet dem Meer aufragenden Felsens von Massada, dessen tragische Geschieht« aus dem jüdischen Krieg bekannt ist (Flavius Joscphiis״ ׳Bellum Judaicum“, der das Ende von Massada erschütternd schildert, enthält auch eine anschauliche und interessante landschaftliche Beschreibung des Toten Meeres und seiner Ufer,) Die Besteigung des Massadafclscns, deren Schwierigkeiten immerhin der einer leichteren alpinen Klctterei gleich kommen und durch die Hitze und den Durst ver■ mehrt werden, in großer Gesellschaft durchzutührcn, habe ich abgelehnt; das ist eine Tour für einige wenige Bergsteiger. Die Zeit erlaubt uns nicht einmal zu landen und zum ruß des Felsens anzusteigen; aber auch vom Schiff aus dokumontiert sich eindrucksvoll die stolze Unnahbarkeit der Spitze, wo einst die Festung stand und wo sich die tausendköpfig« Besatzung nach über zweijähriger Verteidigung selbst de* Tod gegeben hat. Siedlung am ״Soilomshorg" Nach mehrstündiger Fortsetzung der Fahrt erscheint am Wcsttifer der ״Dschcbcl Usdum“ (Har Scdom, Sodomsberg), der mit seiner isolierten Lage, seiner langgestreckten tm« MMrncra frrtti•* Hebron MMT (fl Ui g* oben scheinbar wie mit dem Lineal angeschnittenen Form und seinen längs des Abhangs vom Regenwasser in das Salz eingesprengten Klüften vollkommen absticht von der Formation der übrigen Ufer. Zunächst an der alten Landungsbrücke nahe dem Nordende vorbeifahrend, landen wir weiter südlich an dem wohl interessantesten Siedlungspunkt Palästinas, der vor einem halben Jahr von der Potash Co. errichteten Siedlung ״Darom“ (Süden). Fernab von jedem anderen jüdischen Jischuw und praktisch nur übers Meer erreichbar, ist hier dank dem Uiiternehmungssinn der Gesellschaft und der zähen Energie der (fast ganz dem Kibbuz Hammeuchad angchörigen) jüdischen Belegschaft mitten In der Wildnis eine Arbeitsstätte cmporgcwacliscn, die zurzeit von etwa fünfzig Juden und (the Außenarheitcr mitgemlinct) ungefähr zehnmal soviel bcdmmschm Arabern besetzt i st und über die Dr. B. Ascher vor einigen Monaten hier (in Nr. 5») berichtet hat. Während in den nördlichen Teilen das Tote Meer eine Tiefe bis 400m besitzt, geht im südlichen Drittel, wo darum die Stätte von Sedom und ׳Amora vermutet wird, die Tiefe nur bis etwa Jm und verpacht sich weiterhin südwärts zu einem Salz» sumpf, der im Sommer teilweise austrocknet. Dies bedingt eine viel stärkere Konzentration der Salze, vor allem aucJi von Kali und Brom, in diesem südlichen Teil, und man denkt daher an eine Absperrung dieses Teiles zwecks völliger Ausbeutung der darin enthaltenen Mineralschätzc, hat jüngst sogar den nn der Trockenlegung der Zuidcrsce führend beteiliglen Ingenieur zwecks Beratung hierher gerufen. Es ist einer der zauberhaftesten!hinkte, die mir bekannt sind; senkrecht über uns emporr,teigend der fast 200m hohe Sodomsberg; neben dem ganz schmalen Uferstreifen das dunkelfarbige Meer; jenseits an dem nicht fernen transjorda* nischcn Ufer, an dem unten sich einige Quellen und dementsprechende Vegetation befinden, zarte, zwischen gelb und grün je nach der Sonnenbeleuchtung wechselnde Färbilligen von Gras und Bäumen; darüber das hohe, über 1200 m emporsteigende transjordanischc Felsgebirge, und nordöstlieh aus dem See auftauchcnd die aus schwefelhaltigem weichem Gips bestehende, lange und tief in den See vorstehende Landzunge El-Li s an (Hallaschon, die Zunge). Eine SalzhBtila Freudig von den jüdischen Arbeitern begrüßt, die nui selten hier Gäste sehen, wandern wir zu den nahen Baracken, lassen dort unser Gepäck und eilen, durch den schon nahenden Sonnenuntergang getrieben, unter Führug einiger Arbeiter und eines uns seit Kallia begleitenden Ortskundigen längs des Sal/berges nördlich. Die in unserer Ge- Seilschaft befindlichen Physik er und Chemiker finden reiches Anschauungsmaterial und Stoff zu lebhaften Diskussionen. Nahe der alten Landungsbrlicke, die den Arabern diente, welche hier am Salzberg Salz gewannen und nach Norden verfrachteten, tritt der größte teil unserer Gesellschaft in eine tiefe Höhle ein, die in vielen Punkten den freilich weit größeren Eishöhlen im Salzburgischen Tennengebirge und Daclisteingcbiet vergleichbar ist, wobei hier Salzgestein das Eis vertritt. Zunächst breit sich öffnetid, wird die bald finster werdende und dadurch die Kletterer auf künstliches Lieht verweisende Höhle rasch enger, an einer Stelle so eng, daß nur die Schlanken in der Gesellschaft sich gerade noch hindurehzwängen können, während die anderen, soweit sie standhaft bleiben, über einen Felsen von beträchtlicher Höhe klettern oder auch mit vereinten Kräften emporgehoben werden. Diese letzte Mühe belohnt sich aber. Wir stehen in einer domartigen Wölbung von mehreren Metern Radius, die an * die 70 m hoch sein mag und deren Salzwände zauberhaft beleuchtet werden von dem Lieht, das aus dem Freien durch eine schmale Oeffnung in der Kuppel des Doms hcreindringt. Und noch eine letzte Ucbcrrascliting wartet unser nach dem Abstieg aus der Höhle: Die Finsternis ist Inzwischen draußen hcreingebrochen, aber uns empfängt der soeben aus dem transjordanischen Gebirge aufgegangene Vollmond, der ein silbernes Glitzern über den Spiegel des Sees ergießt. Siodlar aui Vorposten Nach den Ermüdungen des Tages fällt der Rückweg durch den Ufcrsand zum Lagerplatz den Aeltcrcn in der Gesellschaft reichlich sauer, aber die der Zahl nach vorherrschende Jugend, unter denen die jungen Mädchen am stärksten vertreten sind, läßt es sich nicht nehmen, noch eine Schwimmpartic hinein ins Meer zu machen. Das ist freilich nur ermöglicht durch eine unvorhergesehene Ueberraschung: Die Arbeitergruppe Darom hat sich einen Duschraum eingerichtet mit Siißwasscr, das natürlich von weit her transportiert werden muß, und wir bekommen von der Gruppe die Erlaubnis, das kostbare Naß auch für uns zu benutzen. Ohne solche Dusche wäre das Bad im Meer nicht ratsam; denn am Körper trocknen die Salzkristalle an und verursachen unerträgliches Jucken und öfters Hautkrankheiten. Inzwischen hat sich das Gros unter freiem Himmel in dem weichen Sand nahe dem Arbcitcrlager die mitgebrachten Decken für die Nacht zurcchtgeinacht, und zu dem von der Daromgruppc freigiebig gespendeten Tee schmecken die mitgebrachten Mundvorrnte köstlich. Aber die Müdigkeit, die jetzt tim acht Uhr (übrigens hat das hiesige Lager seine eigene, um mehr als eine Stunde von der palästinensischen Zeit ab• weichende Ulirzeit) uns zur Ruhe treiben will, wird von den meisten nochmals ahgcschüttelt: Die Arbeitergruppe möchte sich die Anwesenheit einer so verschiedenartig zusammengesetzten Gesellschaft nicht ungenutzt entgehen lassen und erbittet von uns ein paar kurze Vorträge mit der einzigen Bedingung, daß die Themen nicht vom Toten Meer handeln dürfen. So lassen wir Naturwissenschaftler gern der anderen, in unseren Reihen auch gut vertretenen Fakultät den Vortritt. Zum Dank bekommen wir von den Arbeitern, unter denen sich auch einer meiner früheren Jerusalemer Studenten befindet, nocli einen interessanten Bericht über die Probleme ihres Lebens und ihrer Arbeit an diesem geographisch und klimatisch so eigenartig bestimmten Punkt. Die durch die Universität ermittelten Messtingcn haben ergeben, daß hier die mittlere Temperatur im Sommer noch um mehrere Grad höher Ist als am Nord• cn*.״• des Toten Meeres. Die Temperaturschwankungen während des Tages sind relativ klein, wobei natürlich noch außerdem die Sonnenstrahlung zu berücksichtigen ist, und die Tatsache, daß im Sommer das durchschnittliche Minimum der Temperatur etwa 30 Grad beträgt, zeigt hinreichend, wie schwer hier an wirkliches Ausruhen nach der Arbeit und an erquickenden Schlaf zu denken ist. Der Geist der ausschließlich männlichen Belegschaft ist höchst erfreulich: Junge, kräftige, frische Menschen, die wissen, daß sie hier auf einem öerlmC25,Dircksenstr.2627־־ Fernruf: E2 (Kupfergr.) 2035 CHarl'burg 2, Fasanenstr. 18 Fernruf: J1 (Bismarck) 4312