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Jüdische Rundschau · 1934-11-30 · Heft 96 (30.11.1934) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 96 (30.11.1934)
Date
1934-11-30
Page
– (sequence 9)
Language
German
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I nitls •h's tti! Anl.-tU itias RC' der 1 die 1'lii’h 1'll('ilt) '1 (1cr '׳irsch ’ rej fukka. ■!,fahr. (l<n ו!. sic an[ 1f׳־n, m die unter, ,teilen, Innern,! iloeli’ Kultur doch . v״n lit'ven durch 30. XI. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 9 Wif und :!1 den iiipen? ■ 1 Leib Stufen idithar (icscllu der ״mcr., 1.orten! iwigt: ׳1׳ «ml leiden ^t'nonneben diesen (11 110• filmten., rppunf[ Heilig• 50 sielt lerition auch, Atmo 1 Hinaus• j iAsssinii• 1 ihrem ״Ham■;kabiier, 1 Lande, tr Ein■ ׳ Helle•: in Zu• I Jahr• nie für n /os. 1 de, hat ' seinen iclikeit sicht• Dieser te und; er </('• i 115 den j 1t um• ’ Jahr• j mtiieit■ :hr als ton ist. .!;idteii I noch enchcii Frau• in rc- Willen 1, wird 1 emp• t sein• r Zeit •n Lt’■ rrigic•;sten"» iireRcr itum st. Fs iiielu’f Vcr* Juden;r den lorRCii wenn?eilten cfiihrt allein!1 als 1 sei' 1 K C-1 icraiis Leben r d& heute alte . “*'יו iclitcrt ez. , Ein Reform - Proöramm ßliimcn/M ah Propagandist der ״Kidmah״ (Von unserem palästinensischen Korrespondenten) Rl. Tcl-Awiw, 21. November, m״ neue Gruppe ״Kidmali“ an der viele aus Deutschland Zionisten beteiligt sind (s. den Bericht in Nr. 82 der! uiimbchau"). Iritt mm /־um ersten Male in grobem Stile Ocffeut iriibeit, ־' ' ' 111 ^(ilonlen, •?י! ,:II •tfll jAiniitf ׳ ( ffent Ichkeit. Kurt B I u in c n I c I d hat nach seiner Uflir mit einem 1׳ r o p a ga 11 d a 1 e I d z, u g fr ״Kidl( j)c,T(.11m 11 und halt im Ranzen l.nrnle, in Stadien und Vorhalte über Wesen und Ziele der neuen Verciniden Versammlungen findet man neu ei ״gewanderte ■' |jc, voll denen erstaunlich viele ArbeltcrklcUhmg tragen, ,, milderen Kreisen des Jischuw, ein Zeichen, daß ״Kid- ,, jiiuT die deutschen (iruppen hinaus in das palastinctv (.|1e Leben 711 wirken beginnt. Wir geben im nachfolgenden die Skizze eines Vortrages י liluineiifeld, aus dem die Grundlage des neuen Programms ״ersehen sind. pjc ZionistUrlie Organisation war von Herd als ein ln- ‘׳iimctil /ur l.dsiiiiR der Judcnfragc geschaffen worden und ';'Wi1r1. M׳ll»»f•• er.st.'imllieli gewesen, dali sie mit der Zeit geged und nciien Bedingungen tmd Aufgaben hätte an gepaßt 1T1|(n miisseii. Das gcsdiah nicht. Das Resultat dieser *״twirkhing tmd der mangeliiiltn Adaptierung der Orgauifiionsfdrmcii un die neuen Verhältnisse sind die Kongresse der ((!Mi Jahre. Massen von Beschlüssen, die niemand ernst .iiiiiit, Kampf um demonstrative Entscheidungen, um ein;.t.f,das in der Rcnlitiit nicht vorhanden ist. Was nottut, .,reine Trennung der propagandistischen!(d vcrw a 111111 gst cc 11 ni s c 11 e 11 Funktionen der iongresse. Kurze Verhandlungen, die die gegenwärtige .jijlion wiedi•rspiegeln und U Überweisung der V e r• jltu ״ gs a u fg a b e 11, der Bu d g e t v c r t c i 1 u n g an (j״c kleinere arbeitsfähige Körperschaft, I, an das Aktionskomitee. In dieser Zeit der grollen Einwanderung machen wir ,'1c schwere und beschämende Entdeckung. Wir wolltu, da II Palästina sich entwickle als eine (0n einem Gedanken beseelte Welt. Statt dessen ״nuckelt es sieh ohne jede Regelung, jeder strebt seinen 'n״ct1 nach. Wir verzichten auf unsere Nalionswerdtmg, dem wir gar nicht den Versuch machen, unsere Angc-!;eiilieit aus freiwilliger Disziplin heraus zu regeln; wir;hren eine (i.1luthc\isten/ weiter, indem wir das Parteien» -,01, ilas keinerlei Berührung mehr mit der Realität hat, j eine Regelung der bestehenden Verhältnisse halten. Wir können in ein :ווו iin Werden begriffenen Kolonlsationsland *it alten Begriffen und aus einer anderen Welt stammenden Theorien nichts anfangen. Was in unseren Parteien heute;c.'Chietit, ist jedoch nichts anderes als die Anwendung der• iliger aus ganz anderen Verhältnissen entstandenen Theorien;;f uawre neue Wirklichkeit, clic erst im Werden ist und <1hcr durch die Pnrteibrillen nur schief gesellen werden kann. Es muß einmal gesagt werden, daß die Vertretung reiner Gruppcnintcrcsscn sinnlos und überlebt ist, daß die Art der plitiselieii Koinprnmifllcrci, die heute bei uns üblich geworden ,.•t. uns nirgends liinfiihrcn kann, und es ist schon heute klar, :13 cs in allen Parteien Menschen gibt, die das cinsehcn, •׳ gegen die Routine, gegen die Rücksicht aif »lic Gefolgschaft, die heute die ^Führer aller Piftcicn charakterisiert, Front machen, die sieh innerhalb ::res Parteirahr1 ens unfrei fühlen. Sie alle sind Kandidaten für .kidiriait“, die es sieh zum Ziel macht, unabhängig zu bleiben »den erdrückenden Folgen der Tagespolitik. Unser Ziel ist es, Juden in diesem Larnle ansässig zu ’.ichcn. Wir versuchten, zuerst durch die Aktion des Barons. St den ersten nationalen Fonds schuf, dann durch KKl. und LH., Hauern und Arbeiter zu schaffen. Dieses Ziel ist heute furch die Immigration, die sielt in zu großer Zahl in die e wendet, "bedroht. Wir müssen daran fest- Hit cn, daß wenigstens 40 <V0 aller cinwan- Urndfii Juden auf dem Lande ansässig werbtt, Die ״Sicherheit1‘, die immer wieder (und von außenftrhemlen Faktoren wie der Regierung) verlangt wird, kann ® niemals vnn außen kommen, sondern nur von uns, von Itr Stärkung unseres Werkes. Unser Programm: die Zionistische Organisation beruht!s׳ Fniwilligkrit tmd verlangt daher mehr als jede Zwangs* ::;1inip״j; das äußerste Maß an innerer Disziplin. Aus £(sen1 (iesiciiispunkt gesehen, erscheint zum Beispiel das Abkommen zwischen Bcn-Gurion und jabotinsky, heule so schwer umkiitnpft wird, als unverständlich, f 7 i 0 n i s t i s c 11 u 11 begreiflich. Die erste Frage an ‘1^Revisionisten kann nicht lauten, ob sic sich jetzt grober 11:־iclicr Angriffe enthalten wollen, sondern ob sic Zionisten 'aa, 1>b sie sich der Zionistischen Organ i - 1110n als oberster Instanz bedingungslos Her wc r f e ti wollen. Frst wenn diese Frage positiv .׳antwortet ist, läßt sich über irgendeinen anderen aktuellen ״״« sprechen. Die Art jedoch, wie auch heute wieder der ״ä!r'P >n״ das Abkommen geführt wird, zeigt, daß wir von ״ual der ״Leidenschaft und des Augenmaßes“, um mit ״eher zu sprechen! noch weit entfernt sind. Es hat ,,1'[י "'ic überhaupt überall, nicht den geringsten Sinn zu ״״eien. Man erreicht damit nichts weiter als emc־ alli,1"111״ AFsümipfung, ein sich Ucbcrbietcn in Superlativen, “i״ Mangel an Instanz und Vernunft. Jo Kongreß soll von jetzt an nur die Richtung Kי * 0׳!,!■״ t i k angebe 11 und die Exekutive wählen, alle üuusse, di,; Entscheidung über das Budget muß an das »,״1״■“Hcrgehen, Das bestehende Wahlrecht muß geändert uV'1 m,r der wählen können, der für zwei Jahre den I R.c,ahlt hat, um der Oruppenkorruption bei den ן ,"ן c,״e» Riegel vorzusciiicbcn. Die Exekutive ist;iahh־'-~—c *>a“-cr zu wählen, um sic in ihrer Arbeit!licht tuen uns not ■und kluge politische Schachzügc, sondern Cha» Takt er und Klarheit über den nächsten Schritt. Kidmali, heute eine Oruppe von lumpt»,,clilich Inteltek- Indien, wird in vielen Punkten mit der Arbeiterschaft zusammcngdH'ii. Aber sic ist eine Oruppe, die sich nicht um Popularitä( kümmern will, die ebenso frei und Vorurteilslos ilire Freunde kritisieren wird wie ihre Gegner. Denn bedingungslose Anhängerschaft ohne eine eingehende lind freumlschaftliche Kritik ist unfruchtbar und sinnlos. Es sind jetzt eine Reihe von wichtigen Fragen bei der Arbeiterschaft durchzuhcraU•«, von denen die wichtigste die der j ü - (lisch e n Arbeit ist. Ohne jüdische Arbeit werden wir kein jüdisches Palästina hauen, alter es ist ein Irrtum zu glauhen, duF, jüdische Arbeit nur ein Problem für die Arbeiterschaft ist. Sie wird allein und ohne Hilfe des ge- *amten Jischuw ihr Ziel nie erreichen und cs ist unsere Aufgabe, auch die Kreise außen11 ׳b der Arbeiterschaft in diese Frage und ihre ganze Bedeutung ci 11 Zufuhren. Noch ein Wort über unsere Stellung zu den Arahern. Wir It.iben bisher eine Vogel-Strauß-Politik in dieser Richtung getrieben, wir haben die Probleme zum größten Teil ignoriert und geglaubt, sie seien nicht vorhanden, wenn wir 1ms nicht damit liesehäitigcn. Diesem Zustand «uiß ein Ende gemacht werden mul eine der Aufgaben von ״Kldmait“ wird es ,sein, liier Wandel zu schaffen. Was uns vorschwebt, Ist ein Volk mit einer Leitung, einer Repräsentanz, einer Schule. Und für dieses Ziel wollen wir kämpfen, ohne uns beirren zu lassen. Unsere Gruppe erhält heute eine Anhängerschaft liier in Palästina, sic stützt sich auf die Hilfe der Allgemein(n Zionisten in vielen Ländern des Auslandes. England, clic Tbc 11 cd! 0• Slowakei, Amerika gehen mit uns. Und wir hoffen, daß alle, die mit uns gehen werden, *Ich für einen au» einem Geiste wachsenden nationalen Aufbau oinsetzen wollen. Vl״n Walilriicksiciitcn zu machen. Die Maasscr- 51,., ,, wieder cinzufiihrcu und die nationalen Mittel ,tanso 1 ,^!lichten der Einwanderung, der Mittelklasse Unsere Wlc den Arbeitern, zugute kommen (i!1c '»,?'״ Stellung zlIr jvt a... . ״ . 1id grundlegende Umwandlung erfahren. Wir brauchen eine illtnp™''a ssend er e Politische Aufklärung!« Mandatsregierung myß t '1J^as,s« n d e r e politische!/,M״■ c!' ״innere nur an die Frage des Gesetzgebenrächt i» 1 0?י außer ״Protesten“ das Publikum überhaupt lind!. ,s Problem cingefiibrt wurde, Proteste allein dtr u! l,0c!י wertlos. Zionismus will nicht den Schein licht ״' .!!!״C l'1lern wahre Kraft, und Protestieren bedeutet radikal sondern schwach sein. Nicht Gewandtheit Rcciilsslclicrlieit für die Juden In Mexiko Mexiko-City, im November. (JTA.) Die jüdische Bevölkerung Mexikos hat mit großer Genugtuung von einer Erklärung des neu gewählten mexikanischcn Staats- Präsidenten General Garden as Kenntnis genommen, in der dieser versichert, er sei entschlossen, es zu ver* hindern, daß den Juden in Mexiko Unrecht zugetiigt werde. Diese Erklärung hat General Cardcnas vor einer Deputation abgegeben, die erschienen war, um 11111 zu seiner Wahl zu beglückwünschen und der Loyalität der Bürgerschaft zu ver* sichern. Bei dieser Gelegenheit lenkte eilt jüdisches Mitglied der Abordnung die Aufmerksamkeit des Präsidenten auf die von manchen Kreisen gegen die Juden In* szenierte Hetze. Daraufhin erklärte General Cardcnas: ״Sagen Sic der jüdischen Bevölkerung, daß ich ihr Freund hin und es nie zulassen werde, daß gegen die Juden ein Unrecht verübt wird. Alle Bewohner Mexikos sind vor dem Gesetze gleich. Jede gegen Juden verübtes Ungesetzlichkeit wird ebenso streng bestraft werden wie Ungesetzlichkeit gegen Mexikaner.“ _________ Kleine Nachrichten ln England wurde am 27. 11. eine ״Hebräische Wo eile“ eröffnet. In einer Massenversammlung, die unter dem Vorsitz von Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz in London stattfnnd, sprachen außer dem Vorsitzenden, Professor Selig Brodctskv, der Dichter Salman Sehn Cur, der Direktor des Ik'bniischen Wcltverba11dcs,<T)r. Rawldowlcz, Leon Simon und Rev. J. K. Goldbloom. In Tcl-Awiw fand eine Masscn-Gedenkfcicr für Baron Edmonil de Rothschild statt, die sich zu der größten Traucrvers.unmlung gestaltete, die,die Stadt jemals erlebt hat, Uebcr 10 000 Menschen hörten die Gedenkrede, die Dr. Cliaim Weizmann dem Toten hielt. Nach Dr. Weizmann sprach Bcrl Katznclson. Von einer Firma wurde einer Angestellten gekündigt, weil sic an einem Verlöbnis mit einem Niclitaricr, das seit vier Jahren schon bestand, fcsthielt. Nach einem Tarifabkommen stand ihr ein Uchcrgangsgekl zu für den Fall, daß sic ihr Ausscheiden nicht selbst veranlaßt oder verschuldet habe. Das Landesarbeitsgericht Berlin hat entschieden, daß die Entlassung nicht als ״verschulde t“ an zu sehen sei. Ein Redner der ״Deutschen Olaubensbcwcgung“, Orlowski, ist, wie die ״Kölnische Volkszcitung“ mehlet, in Kiel vor einer Kundgebung ״Nordisches Heidentum — deutscher Glaube“ vcrhaftet worden. Die Verhaftung erfolgte auf Anzeige der Kirchenbehördc zu Magdeburg. Orlowski habe in Ausführungen, die in Breslau, Potsdam und anderen Städten stärkste Eiltriistung hervorgerufen hätten, erklärt, daß Christentum, Kapitalisrmis und Bolschewismus aus einer Wurzel, dem Judentum, sfaimtftcn und daß das Christentum nicht* anderes sei als ein jüdischer Minderwertigkeitskomplex. Die revisionistische Weltkonfercnz wurde für den 9. Januar 1035 nach Krakau cinbcrufcn. Dr. Simon Rawidowicz, früher Berlin, jetzt am Londotier Jcw’s College wirkend, hat seine Tätigkeit als Dozent an der U n i v c r s i t ä t L o n d o n, Schoo! of Oriental Studie», mitgenommen. In Verbindung mit dem Mnimonidcs-Jubiläum interpretiert er in diesem Semester philosophische Texte des M a i m o n I d c s. Prof. Garstang, der die Für die Erforschung der jiklisclieu Geschichte entscheidend wichtigen Ausgrabungen in | ericlio durciigefiihrt und darüber ein (seinerzeit in der ״Jüdischen Rundschau“ besprochenes) Buch veröffentlicht hat, begibt sieh soeben mit seinem Stabe zu seiner fünften Expedition von England nach Jericho, um die Arbeiten weiter- Zufuhren. Nacli den endgültig fcstgcstelitcn Wahlergebnissen werden dem Staatsparlament von Massachusetts sieben jüdische Abgeordnete, und zwar fünf Republikaner und nvd Demokraten angehören. Im Fcslsaal des Wiener Stadtschulrates wurde die neu errichtete jüdische Volkshochschule eröffnet. Die neue Volkshochschule ist im zweiten Bezirk in der Novaragassc untergebraclvt. Vorläufig werden 25 Kurse abgchaltcn. Aclinlichc Anstalten sollen in anderen Bezirken geschaffen werden. Ansprachen hielten der Vorsitzende, Prof. Kupfer, Prof. Lugtnaycr, Kultuspriisidcnt Dr. Friedin an 11, Oberrabbiner Dr. Feuchtwang, der Vertreter des Bumlesniinisteriums für Kultus und Unterricht und Hofrat Dr. Bronncr. In der Hauptalice des Krakauer jüdischen Friedhofs haben unbekannt gebliebene Täter H Grab* mälcr verwüstet und die Gedenksteine zertrümmert. ״Boykottlconfcrenz" in London Uebcr die von der ״Nklitscktcn-t iga“ cinberufcne Kon* ferenz, in London berichtet der ״Völkische Beobachter“ aus London unter der Ueberschrift ״Krach bei Juda“ wie folgt: .,K1 ist ein aller Trick, einer Firma, die pleite geht, einen neuen Numeri zu geben und so zu tun, als würde sie ״auf eine breitere ltnsi« gcsicllt". Dir *n Tri! k hat 1111׳ h S.imtiel Unteimeyer, der ״Pülirer“ der jüdischen Bdyknttbewegung, gegen Deutschland •nge• wandt. K1 int ihm aber nicht rech! gelungen, die Welt zu tan,eben. 111 der ״Wfitkoiiferrn» der Nicht-Sekten-Dißt» zum Boykott de» lliilcr-Dfti! v hlunds", deren srllcternanntcr Vorsitzender der Newyorker Jude Saume! Untermeyer ist, gab et nämlich gestern einen Rirst-nkmrh. Samuel erklärte, so gehe es einfach nicht weiter. Die jüdische BoykottorganKalion 11:11k! glänzend versagt, vor allem in England. Die Kirnt» mü-se einen neuen Namen und Nichtjurlcn als I’arlHer erhallen. Da aber stand der Rabbiner finster auf ttml erklärte, die Leitung der Boykot(Organisation diirle nicht aus der Hand der Juden gleiten. Die neuen Aktionäre, die «ng, blich nirhljUdiv, Iren Kreise, könnte• ja miittta! hen, aber jüdiath müsse die Luge I,leiben. i).1r.1uil,in bot 8.1 rnoel seinen Rücktritt an, weil er Jude sei Und den Vorsitz einem Angehörigen einer andcron ״Sekte", vielleicht einem Brote,tunten oder einem Katholiken, die ja aucli so (urchlhnr von I litler veijoli;! w,irden, ubcrl.i. •cn wolle. Von Nirhtjuden waren lediglich die bekannten deutschfeindlichen Glif|11en tun den ('.ewerkscliunlcr Citrme, 1.1ml M.irlry »>,w, anwesend. Einige protestierten, daß der Jude Samuel Untermever die Religionen ״Sekten" nennt. Mit der ״riesengrolien internationalen Boykottkonlerenz von 13 Nationen“ wurde es wieder nichts. Statt de'wn war es ein llitufeti streitender Hebräer. Schließlich wurde ein Kompromiß• •ntrag ungftKjtnmeu dahingehend, daß die lokalen jüdischen Boykoltorgutiisatinnen aulgclo.t werden, wenn eine ״Niehlscktenliga zuBt Boykolt (leiitschet Waren“ in der Intrcffentkn Stadt besteht 1)1« *iiiiizc war so gro litttwalm.lnnig-utdjedcutcnd, daß lediglich der ״Daily Ilcrald“ dariilK-r überhaupt zu bcliciiten wagt“ Wir waren, wie unsere Leser wissen, stets der Meinung, daß Boykott in jedem Fall ahzulcltnen ist und eine so grundsätzliche Angelegenheit wie die Frage der Oleich- Berechtigung der deutschen Juden nicht durch solche Mittel gelöst werden kann. Daß die Wirtschaft ihre eigenen Gcsci/c hat und durch außerökonomische Sentiments nur sehr beschränkt beeinflußt werden kann, hat sich in der Praxis oft gezeigt. Was den antideutschen Boykott, der im Auslande von nichtjüdischen und jüdischen Gruppen propagiert wird, betrifft, haben wir seine praktische Wirkung nie sehr hoch cingeschätzt. Nun stellt auch der ״Volk. Beob.“ — entgegen manchen gelegentlich ausgesprochenen anderslauten■, den Abschätzungen — ausdrücklich fest, daß die Boykott- Organisation ״pleite“ und bedeutungslos ist. Die *Wcrklcutc*׳ antworten Zur anderen Seite Man ist etwas verwundert, wenn nt an In der letzten ״C.-V.-Zcitung“ die Glosse ״Abschied von Freunden“ liest, die vom ״Bund deutsch-jüdischer Jugend“ aus Stellung zur zionistischen Entscheidung der ״Wcrklcutc“ nimmt. Diese Entscheidung ist fast zwei Jahre her, warum jetzt erst der ״Abschied“? Wir haben genug Kontakt mit unseren Freunden auf der deutsch-jüdischen Seite behalten, uin zu verstellen, daß dieser ״Abschied“ aus dem Bedürfnis nach Abgrenzung heraus entstanden ist. Im Grunde aus dem Bedürfnis nach eigener Klarheit. Gerade deshalb ist es unsere Pflicht, einige Worte offen zu sagen, die zu solcher Klärung beitragen sollen. Wir haiien auch während der Zeif, in der wir auf der deutschjüdischen Seite standen, niemals gezögert, deutlich und scharf Kritik zu üben. Wir hoffen, daß unsere Freunde von der deutsch-jüdischen Jugend verstellen werden, daß auch unsere jetzige Kritik aus der Sorge um die Menschen des deutschjüdischen Kreises kommt, die wir niemals aufgegeben haben und die wir niemals aufgeben wollen!! Wir fürchten, daß die deutsch-jüdische Jugend In ihrer heutigen Zusammenfassung einen Feldweg geht. Wir fürchten, daß man aus einer geistigen Unklarheit heraus den leichteren Weg organisatorischer Abgrenzung geht, um sich Fragen vom Leibe zu halten, die den eigenen Weg von Grund auf bedrohen. Diese Gefahr ist ernst. Es gibt keine Möglichkeit, einen duitsclt-jiiilischcn Weg zum Judentum isoliert vom zionistischen weg zu gelten. So isoliert, daß man von vorn* herein alle Versuche, die zum Zionismus geführt haben, ausschaltet. Das muß notwendig zu einer geistigen Verengung, letzten Endes zu einein Rückgriff auf reaktionäre Formen liberalen Judentums führen. Es gibt kein ״deutsch-jüdisches“ Judentumi Es gibt mir junge Menschen deutsch-jüdischer Schicht, die einen Weg zum Judentum finden wollen. Dies ist auch heute noch im Kern der Ausgangspunkt unseres Bundes, und deshalb wenden wir uns auch jetzt noch an jeden jungen Menschen dieser deutsch-jüdischen Schicht, der unseren weg mitgehen will. Nicht Abschied und Abgrenzung wollen wir von unser«! deutsch-jüdischen Freunden, sondern Auseinandersetzung und neue Begegnung! Ernst Stillmann. Alle Ihre Bücher von der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring־ Charlottenburg, Joachimsthaler Straße 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde TcUfon BUintrdc 6SQ6 ZuamHung nach •litt! Stadtteil«« Sprechchor mit Musik W«rta von Joachim Prinz / Musik von Borthoid Goldschmidt Partitur und Toxthaft (ja 2 Expl.) RM 7,50 Waltara Texthaft• ja RM —,30 Zu beziehen 0*0•״ Voreinsendung zuzOgl. RM 0,30 Porto durch die Vorlagaabtollg. der a Zionistischen Vereinigung für Deutschland s We heilige Schrift ,?״**•*•*״״ ■ul VitrunlMMimi ü« JOdluclien ״■V,׳״"׳'״,״ *I(t׳»u»8vReh״n vnn Prof. Dr. A Cf} Tor./Filnlhuch In Leinen RM 4.3U ßaschls Pentateuch-Kommentar. Vollständig In» Dauuche Übertragen und mit einer ElnlaituM versah™ von Rabbiner K Dr. Selig Rambargar. Drifte Auflage. In Leinen HM m Sabbath-Lleder für Schule und H»u• von F. RothecHlld and J. B. L*vy. 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