Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 96 (30.11.1934)
- Date
- 1934-11-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1 Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr■ % 30. XI. W34 ״JudenHedcr׳״ von Adolf Donath In Nr. 84 der ״Jüdischen Rundschau“ vom 19. 10. 34 wurde unter dein Titel ״Verschollene Lieder“ an die ״Juden־ liedcr“ Adoll Donaths erinnert. Hierzu wird «ns vom jit d i - sehen Verlag, Berlin W50, mitRctellt, daß Adolf Donath 1920 die ״Judcnlicder" gesammelt in Buchform herausgegehen hat. Der Band enthalt die ״Judeitlieder“ (1895), die Sage ״Rabbi Antnnn“ (!89(1), die Dichtung ״Der Prophet“ (1901), ״Die Mär" (1913), ״I)er SIraßcnsängcr des Ghettos“ (Lublin 1917). Von dem Büchlein sind noch wenige Exemplare zum Preis von 0,72 M. in Pnpph.nid und 1,17 M. in Ganzleinen vom Jüdischen Verlag zu beziehen. Nachstehend veröffentlichen wir mit Genehmigung des Jüdischen Verlags das Gedicht Donaths, das am bekanntesten geworden ist: War ein kleines Milles Haus, Drin ein Jude wnlm!e. Mehubbat «.11'«• Ln Kcr«np*ar Auf dem Ti sei 1c I h ro!1t c. Und der ahe Jude sang Eine Zatiberweise. Und die Mutier und da» Kind Sangen mit ganz leise: ,,Alle Sierric trauern hier, Und die Rrnen weinen, Alle Vögel schweigen hier ,In den fremden Hainen. Fliege, fliege, mein riebet Zu den fernen Weiten, Wo der Tempel Zions ■steht, Laß die Sehnsucht breiten!“ Und das Znulierlied erklingt, Weckt hu* allen Träumen * , tTnrl <les Kindes Sehnsucht gingt Von den Zcdcrbhumen. In diesem Zusammenhang wird es unsere Leser intcr- «ssieren, daß soeben eine neue Zeitschrift ״Die intef* nationale Kn!ist weit“ imtcr der Redaktion von Adolf Donath zu erscheinen begonnen hat. (Verlag M. Schulz. Graphische Kunstaiislalt, Prag VII.) Das uns vorliegende erste Heft bringt ander einem einleitenden Aufsatz von Donath schon bebilderte Beiträge über verschiedene Kunstwerke, darunter auch einen Aufsatz über F.mil Orliks Nachlaß. In der reichen Chronik aus allen Ländern der Welt finden wir auch einen Bericht über Kunst in Palästina. Bücher zu Chanukkah Ein Nachtrag In der letzten Nummer der ״Jüdischen Rundschau“ waren einige jüdische Bücher empfohlen, die sich als Chanukkah- Geschenke eignen mögen. Dem Verfasser ist dabei eine Untcrlassung miterlnnfcn, die er wicdergutmachcn möchte. In der Liste fehlt eines der schönsten Bücher, das zugleich belehrend und jüdisch erbaulich wirken kamt: die Anthologie ״J israci, Volk und I. and“, herausgegehen vom Deutsehen Landesverband llcchaluz (103 S. 3,90 RM.). Das Buch ist eine Zusammenstellung literarischer Dokumente aus drei Jahrtausenden, worin das innige unlösliche Verhältnis von Volk und Land zum Ausdruck kommt, durch die verschiedensteil Geistcscpochcn hindurch. Das Volk kann von diesem l ande nicht loskommcn, auch dann nicht, wenn cs die Fesseln losen mochte. Immer wieder erwacht die Sehnsucht, die von Jahrhundert zu Jahrhundert durch begnadeten Mund auch zu, . dichteii.schcm Ausdruck gelaugt. -- Der llcchaluz kündigt' ferner tlie dciit.Mhe Ausgabe eines uns schon aus seinem hebräischen Original bekannten und auch in der ״Jüdischen Rundschau“ gewürdigten Buches an: ״Arbeiterinnen erzählen“ (100 S., 3,00 RA!.). Fs ist eine Saintglung von Dokumenten aus dem Leben der jüdischen Arbeiterinnen seit Beginn der modernen Besiedlung des Landes, in der Form von Briefen, Tagelwchblättcrii und persönlichen Atifzcichntmgcn. Gerade durch seine persönliche Note hat dieses Buch einen besonderen Reiz und ist geeignet, in den Geist und die mousrhlichf Viel(,11t dieses neuen Werdens cinznführcn. Die deutsche Ausgabe wird gewiß dazu beitragen, bei den deutschsprechenden Juden — und nicht nur bei den Frauen, an die sic in erster Linie gerichtet ist — lebhafte Anteilnahme für diese Pioniergeneration und für die Sache, für die sic lebte, zu erwecken. Und noch ein Nachtrag: Nach dem Erscheinen des letzten Artikels sind zwei neue Schoeken-Büchcr herausgckommen; sic sind so wichtig, daß sic noch vor dem Fest wenigstens erwähnt seien: Line Auswahl aus dem ״M a’a ß c- Buch“ einem der merkwürdigsten und unterhaltendsten alten Gesclmhtcnlmclier, besorgt von Ludwig Strauß, und dann eine Kostbarkeit, eine ״Kafka-Fibel“: ״Vor dem Gesetz“, Stücke aus dem Werk von Franz Kafka, der ein großer Dichter und einer der originellsten Denker uuse- Tr ^c,t״war• T'c. ״Jüdische Rundschau“ wird demnächst eine größere Arbeit über Kafka publizieren; so sei denn vorderhand eindringlich auf diesen Band hingewiesen, in dessen Nachwort der Herausgeber Hans Politzer eine gute kurze Einführung in die Welt Kafkas gibt. Von Richard B«*r״Hoinunn Aus einem frühen Entwurf der vorletzten Szene aus ״Davids Tod׳״*) (Man weiß, (laß es mit David zu Ende geht.) (Kahler Fvlsenhang. ZuW.se/1rn vor» Klüften zerrissenem schlaf fein des Je in steigt ein schluchtarligef Hohlweg vom Vordergrund steil zur Höhe des Hanges. Frühlingsnaeht. Dunhel sieh hallende Wolken — t-״m Mond, den sie verbergen, an dvn HütnUrn rostbraun durchleuchtet ־־— gleiten im Wind. Ihre Schatten mul das Lieht, das sie durch־ sichert, legen un'chschnl Dunkel und Helle 4usf den!lang. Auf der llfdu’, links vom Hohlweg, hebt ttick die schlanke Gestalt eines Jünglings seharfwnrissen vom Nacht• hiinnwl. Zwei schmale, an den Schultern geheftete Ziegen- )eile, am die Hüften gegürtet, sind sein Kleid. Er steht dem Hintergrund zugewandt, gestützt auf seinen Übermanns• hohen llirtenstab. Rechts vom Holdweg, etwas tiefer als der Jüngling, , im Schatten eines Fetshtoches, ein Mann ln weitem, in star• reu Falten sich brechendem Mantel, die Arme über der Brust verschränkt, reglos, wie eins mit dem weißlich• grauen Gestein, daran er lehnt. Er Idicht den Hohlweg hinab. Durch die Stille schwingt, vom Wind verweht — bald näher, bald ferner —• leises lieben von llarfensaitcn.) Der Mann (seine Slinum׳, jung, männlich, in sich gefestigt): Blicks» Du nach Aufgong, hältst Du dieWach»? Ist noch kein Zeichen zu sehen? Der Jüngling (ohne sich umzmehen, seine Stimme, hell und ruhig): SpShend nach Aufgang, halte Ich Wacht «• Dunkel auf allen Höhen. Wellst Du, wo unsre Brüder sind? Hier - und nahe — und ferne. Weiht Du, wer uns die Fackel schwingt? Der, auf dem Turm der Sterne. Wo steht der Turm? Del des Königs Hau» - - wendend, ln unterdrücktem Aufschrei): Sahst Du's? — Ein Stern fiel — — (ruhig): Nur einer von tausend - Tausenden fiel und losch au»l (Einen Augenblick Stille, Der Wind trügt das Lied der Harfen näher heran.) Der Manni Hörst Du leise» Singen von Saiten? Weißt Du auch, Bruder, von wem gerührt? Der Jüngling: Brüder sind es? Aus Nahen und Welten Hot - eine Bahre zu geleiten - Flammend Dein Zeichen sie hergcführtl Der Mann (greift nach dem übermannshohen Hirtenstab, der neben ihm am Felsen lehnt. Nach vorne sich nelgend, hinabrufend): Ihr, dadrunien - wo traf Euch mein Zeichen? Stimmen aus der Tiefe: Uns - auf den Bergen von Gad und Basanl Der Mann (der linken Flanke des Hohlwegs zugewandt):, Euch - In der Höhle? 1 (Jünglinge in bis zu den Knöcheln reichenden weißen Unnengcwändern treten langsam aus dem Dunhel einer Höhle heraus in den Mondcs-Dämmcr.) Die Jünglinge! Am Jardensirom nachtend. Riet eine Flamme vom Karmel uns anl Der Mann (zum Hohlweg sich neigünd): Ihr - die Ihr lagert?1 (Hohe Greisengeslalten richten sich im Hohlweg auf. Ihre sehnigen, sonnverbrannten Anne, aus weiten zuriickgeglitle• non Acrmcln aufragend, halten hohe Wanderstäbe vor sieh hingestelll. Sie sind barhaupt. Die ivnllriidcn weißen Mähnen, leichten Nachlwind aufgetnehert, vom Mondlieht durch• Der Mann (sich zum Vordergrund rechts hinab nei Ihr dort Im Dunkel - Ihr bei den Harfen J' Knaben - so sdiclnf es - woher zöget |h 1 (Aus der Tiefe des Vordergrundes steigt eine Schar k * ־ ben empor. Ein kurzer Leibroch aus Lammfell läßt ,111 , ״ Schulter frei. Ihre Hechte hält den llirtenstab Di* י1,)!»׳ men, hell, hühl, klar.) ' ״ S״*■ Die Knaben: Hirtenknaben, - wie David, JaAkob, Flammte uns Botschaft vom Berge Selrl (Auf einem niederen Felsblock links wird ein Gehont ter mit Langschild und Speer sichtbar.) ' Der Mann: ׳'־יא 1 »מיץ ״ett!« ן».«"!, pooi "»0•, ließ < ״ r״n utt, trUn1 ״ »ZiiVa Einzelner Du dort, In Panzer und Waffen - Wen zu behüten, bist Du bewehrt?1 Der Gepanzerte (seine IVorte strömen ruhig und stark)■ Was keiner faßt - was Welten erschaff«. Heilige Worte hütet mein Schwert I Woher gebot Dir die Flamme? Der Mann: Der Gepanzerte: Kein Zeichen, Unruh und Ahnen hieß mein Gebot — Jtmp Strop. bclia! (all '׳ Strop . j1 ־ »8 16 ׳!. זי" 1 ףי• ׳! r. a ׳ ח" Der Mann: Der Jüngling: Der Mann: Der Jüngling: Der Mann: Der Jüngling: (Jäh sich Der Mann flutet, wehen wie silberne len Stirnen,) Die Greise: Flammen um ihre hohen gebrüun* Auf blutenden Sohlen Sind wir gewandert drei Nächte lang - Well eine Fache! so es befohlen, __ Die uns ein Bruder auf Gllcad »chwangl *) ״Davids Tod" ist das letzte der vier Stücke, die den Zyklus ״Die Historie von König David" bilden. Die zwei ersten Stücke: ״Jadkobs Traum" und ״Der junge David" sind bereits im Vertag S. Fischer erschienen. Trieb mich herab vom Gebirge EphrAlm-, Der Jüngling (aufschreiend): KreisendcFlammen! Ein Zeichen I Es 10hl—« Alle (der flöhe zudrängend in einem Aufschrei); Wo-?1 Der Jüngling: — Ueber JcruschalAJIml (Alle welchen zurück und stehen reglos, gesenkten llatip les. Es Ist ganz still geworden. Mit jähem Kuck richtet ajt!! [ der Mann auf und steigt net wenigen raschen Schritten zur Höhe des Hanges. Der Jüngling tritt zur Seite, der Mam hebt seinen llirtenstab hoch und setzt ihn mit jähem Rmk befehlend vor sich hin. Alle richten sich auf. Zwischen ka hohen Fehhlöchcn, die den Hohlweg säumen, schiebt skh langsam, links und rechts, fe eine gedrängte kleine Sc kr vor» Männern in weißen, ivr/t wallenden Gewändern mr, und bleibt Im Schallen der Felsen, nur manchmal — wie <jן ״ Wolken treiben — vom Mondlieht mall üherhvllt.) Der Mann (zu der Schar links gewandt. Ruhig, ernst, fut formelhaft): Bruder Schreiner, sag, wo hast Du die Bahre? Dar Schreiner (mit dunkler, schwerer Stimme: sieh ms kr Schar lösend, auf eine Uahrc. weisend, die, van einem Bahrluch überdeckt, auf den Schultern von vier MJa• nern ruhend, jetzt erst sichtbar wird. Langst steht für Ihn sie bereit 1 Der Mann! Bruder Weber, wo Ist das Lclchcnllnnen? Def Weber (seine Stimme ist die eines sehr alten Mannes! er tritt ein wenig vor und lüftet eine Ecke des Bo Ar• tuches ־— ein Bündel weißen Linnens wird sichtbar): Längst gewebt Ist sein letztes Kleid 1 , Def Mann (sich zur Schar rechts wendend): Bruder Töpfer, wo Ist der TrBnenknig? Der Töpfer (löst sich aus der Schar; seine Stimme kllnß jünger als die der anderen; hart): Was soll uns die tönerne Scherbe?! Einem Könige wird nicht nachgeweint — Trßncnlos nimmt die Krone sein Erbel Der Mann (mahnend): Bruder Töpferl Der stirbt, werkeln König M0S Bruder Töpfer, ein Held geht zur Ruhl Der Töpfer (»ich verstockend): Sie sei Ihm! Wer weint einem Helden nah? Seine Taten Jubeln ihm zu I Der Mann (llt fast beschwörendem Anruf, aber beherrscht): Bruder Töpterl — der •llrbt — er löste eie!« Was der HERR seinem Volke versprach (Einen Augenblick Stille.) Der Töpfer (erschüttert; ln wildem Auf schluchzen): Aul meine Schultern, Du Trfinenkrugl - Tag, wein um Ihn - Nacht, wein Ihm nacht (Der Mann hebt befehlend seinen Stab, dann seArr fiel ״ langsam den Hohlweg hinab. Hinter Ihm formt sich u loa der Zug.) Vorhang.!1 ,, י! י; 1 ׳ א. W.;1׳ ־ר^ ו* k jjV :׳?י" •w; ‘1; n 1.:?! ׳ ■׳. I 1! Xי1י• h '1 4 י| I ן e n!*לי.;׳,ים• 1' ים• <w דוד 77* זזז ä ^hamikkah-Hvmne gehört in den Ländern des deutschen Gebclrifus ohne 7,™'״•* V11?״r,"""*'«bsten religiösen Liedern der Juden. Die in Deutschland miude- ״״,)■!!? f, Melodie ist auch vielen geläufig, die kein Wort Hebräisch Grtinn 31 S׳o'■ Alls kaum übersetzen können. Das Lied wird, oft nur auf mer Re״l;!LU chr *«**■'n'schenי Buchstabe 11 oder in deutscher Nachdichtung, mit war- ״״,ן״ . ״' r?m aus dem Gefühl der ewigen Gültigkeit des Festgedankcns, gesungen, ohne daß sein konkreter Inhalt klar wurde. s ’ *״ WieHerkl't|1?eLf״fC1l'n״ i1iIc11’■c)cs Hebräischen scheint cs angebracht, jetzt vor der Sprache des MCdA1׳K־״/n1j ' CS Tn,Kes zum Verständnis des Textes heizutragen. Die Hvmiien! _ ״,״״;״i, * ls ~1 ,־m Gsc^cnsatz zu den meisten anderen Pijtt/im (religiösen reiche hihlkri... ,4״' wc.י*־"‘* ,'1•״ manchmal durch gekünstelte Formung und durch zahllii r n , geschiehthebe Anspielungen nicht überall sofort zugänglich. Wir bieten ,1״ dl!״ ״ c1"lc1,e'"k'n allgemeinen Bemerkungen, den hebräischen Text sein wird danebenir־v4r! ״r! 1,ICv.ha״sl,c.l'c Fcicr «׳angels eines Siddur erwünscht diclituncin 1 . v״rt uhuc Übersetzung mit Erklärungen. Die Nachmittc“nßd1"c ,0c.bctb1u.ch.er» n1cht gerade Perlen deutscher Dichtkunst, ver* Zweigs Verdrds.h mr״L|!!:'!'a(r dc* LlC(les naturgemäß nur schwach; auch Franz Rose״• zweies ״Verdeutschung״ ladet am Zwang zu Reim und Rhythmus. Stunde im Urt e ^t dt? B,KiCr^ L?fe[ dur,ch die Bibelzitatc veranlaßt, in einer ruhigen «nspruehslose Arbeit ihr/ r? ' T!!cIbst nacb2ulesen, so wird auch in dieser Richtung die Bibel in das Bewußt״■!/ J/'IC״Z traßen 11"d zugleich zeigen, wie unvergleichlich fiel die die Melodien des MÖAliWuw'/Zu^I■ iudc". überhaupt, cingcschmolzcn war. — Ueber vom 12. Dezember 1?33 Sc»? 01MLd/f^!,,d,8che J?Undscha1,״ im vorigen Jahre (Nr'99 1 Ao.ißer/ rv ז . V einiges Wissenswerte zusammen. »us scchsl Str^heZZß'״ Rn ״L'?d׳ , A/״/, besteht aus fünf (in älteren Gebetbüchern sich nach dem Ichernn• L ChaCw |*Ufzen Zeilen, Versen (Charas). Die Zeilen reimen Dieser V i. a~b' »Tb• h~b, c-c (zwei Halbzeilen), b. pelte Aufgesang, das sind*!!?!14!/ n<arkc/״ die *־^erteilung deutscher Minnelied er: der dopnuancierte Abgesang müder rh״ie.n ^11l" *'S <v‘er ^eilcn). dann als drittes Glied der & ng mit der charakteristischen Einschnürung c—c. Wie in unserer traditio« Von Dr, Bruno Kirschner ncllcn Melodie haben übrigens auch im Minnelicd die beiden Stollen dl'e f!r,1c,c ,pr! Der Pijut ist also eine ziemlich getreue Nachahmung zeitgenössischer Vorbilder. Ai . Heini mn Versende (Chorus) ist in der hebräischen Dichtung wohl erst sc!t Ucasar , (um 800 n.) nach dem Muster der arabischen Poesie zu allgemeiner Anwendung s. :■ j־(f Nur ein Vers unseres Liedes, nämlich der 7., hat Innenreim. Versmaß (Misriikaij. j Vers besteht aus sechs, gelegentlich sichen Ten not (Längen, eig. Bewegungen);: ״«• (>. »onanten mit dem hörbaren Schrwn sind dahei nicht niitgcz.ählt, da nur die ccmin silhen metrisch gewertet werden {Tenua bezeichnet daher in der Grammatik a Vokal) bzw. cs bildet eine Kürze mit der folgenden Länge das Verselement «1■ virr! Die Zahl der Worte eines Verses beträgt im allgemeinen drei, im Abgesang a , (jcij! Aus diesem Metrum fällt die 6. Strophe in der einen der überlieferten Fassungen n ן heraus; hierüber unten mehr. , nirhttrf Die fünf Strophen enthalten das Namensakrostichon eines Mord ec ha j, indem die Strophen nacheinander mit den Buchstaben 3! ל׳ ד׳ כ. י/L1״h1bci» Akrostichischc Lieder, statt des Verfassernamens auch mit den Buchstaben des und mit Bibclstcilen, gibt es in der synagogalen und weltlichen hebräischen ״ ץ'ץsa|rl1cnf Mittelalters unzählige. Schon die Bibel kennt akrostichischc Dichtungen (in ucn ״n zui Sprüchen Salomons, Klage'icdcrn); die jüdischen Dichter des frühen Mittelalters fCg Wiederaufnahme dieser Form wohl auch durch die arabische Poesie ihrer zeit ■ Wortspiele, diese häufige Kunstform der hebräischen (wie der arabiscncn; akustische Reizmittel, nicht wertloser als der ja auch nur akustisch wir«» pr1«jc| fehlen auch Im MOAUS ZUR nicht: Strophe 3: Babel — Scrubabel: Exil un Strophe 5: Chasehmannim — haschmanim: Hasmonäer und Tempclöl. ... .״* TtiÄ II. Der Dichter Mordechaj (ben Isaak?) ist noch nicht endgültig identm ן, ן obige Zuweisung zur Formgattung des Minnclicdcs zu — dessen Form )* ,s£a'auch dies* den Meistergesang und das geistliche Lied verwendet wurde —, 80 fuhrt * Indiz in das 12. bis 13. Jahrhundert als Zeitalter des Verfassers. . . Ausdruck» Ein begnadeter Poet war der Pajtan Mordechaj nicht. Vieles ist holprig u" rosaisch| das Lied ist mehr gewollt als gekonnt. Neben kunstvollen Wendungen stehen I Phrasen. Künstlerisch steht dieser Pijut tief unter vielen anderen. Er »trotzt dur # R«l IIIJ Set, 13(.' U׳af< ״S,! (IV ist״ Bli1 kt!ה: