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Jüdische Rundschau · 1934-11-30 · Heft 96 (30.11.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 96 (30.11.1934)
Date
1934-11-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr> 96, 30. XI, 193^ Der zweite Punkt betrifft unsere physische Existenz. Olim' die Möglichkeit einer Anteilnahme am ökonomischen Schaffensuiui Austauschprozeß der Gesamtheit könnten wir nicht existieren. Diese Möglichkeit Ist uns gewährt, ln den mehrfach zitierten Anordnungen des Keichsininistcrs des Innern und des Reichswfrlscliaftsininlstcrs wurde festgcstcllt. daß die Aricr-Ocsct/gcbUiig für das Oe• bfet der freien Wirtschaft keine Geltung habe. Somit ist cs Juden möglich, ihren Lebensunterhalt zu erwerben. Aber es bleiben noch viele Probleme offen, msbesomlerc wenn man berücksichtigt, daß ein großer Teil der Wirtschaft heute ge• blinden ist, daß die standesinäßige Organisierung die Berufswähl erschwert, insbesondere auch für solche Menschen, die infolge der neuen (jesetze oder Verhältnisse ihren trübe» reu Hern! aufgeben mußten, liier ist ein Feld ltlr umiassemlc Arbeit, bei der wir seihst viel tun können, aber auch auf die Mitwirkung öffentlicher Stellen — auf der durch die erwähnten Erlasse gegebenen Basis — angewiesen sind. Da aber die gegenwärtige soziale Struktur des dcut* sehen Judentums in ihren Grundfesten erschüttert ist, so ist die Frage der Berufsausbildung und der künftigen Ökorömischen Position der Juden eine besondere Sorge. liier haben wir das dritte große (Jcblet unseres jüdischen Programms. Auch Berufsausbildung kann zum Teil nicht ohne Mitwirkung öffentlicher oder staatlicher Stellen erfolgen. Vor allem aber gilt es, der Tatsache ins Auge zu sehen, diifl viele litgcmlliclie für ein Berufsleben ausgeblldct werden müssen, das sie In Deutschland nicht führen können. Die Vorbereitung der Auswanderung beginnt gewissenhafterweise schon bei der Jugend. Das wichtigste Auswaiulcrungslaml ist Palästina. I laitc ein Palästina der Konjunktnr, morgen vielleicht wieder des harten bescheidenen Arbeitswegs. Für dieses muH der Jugendliche, der später auswandern soll, körperlich, geistig und technisch befähigt sein. Wenn in anti/ionmtischcu Kreisen häufig darauf hmgewiesei» Wird, daß Palästina nur einen kleinen Bruchteil deutscher Juden aufneluueii könne und diese vielfach zur Umstellung gar nicht geeignet sind, so ist zu erwidern, daß es hierbei nicht um die Alten, sondern um die Jungen geht; und «inen erheblichen Prozentsatz der jährlich der Schule entwachscncn Jugend kann Palästina ohne Zweifel aufnehmen. Nur muß die Auswanderung geordnet, nuf lange Sieht in vollem Verantwortungsgefühl organisiert werden. Kein Jude kann sich heute von dieser Pflicht nusschllclicn. Der vierte und wichtigste Puh kt schließlich ist die Schaffung und Pflege unserer jüdischen Gefühls- und Bildungs-SphUrc. Wir vermeiden mit Absicht das Wort ,,Killtur“, denn eine jüdische weltliche Kultur in Deuischland gibt cs nicht und kann es sicherlich auch künftig nur in ganz beschränktem Siituc geben. Wir deutschen Juden müssen und wollen auch künftig in der deutschen Kultur leben. Und dennoch glauben wir, daß eine positive jüdische Bilclungswclt für uns aufgebaut werden mnlS und daß gerade hier m Zukunft unsere größte Anstrengung liegen muß, lim so mehr als wir hundert Jahre dieses (.]einet vernachlässigt haben und als wir 1933 aus dem Schlaf erwachten, nichts mehr vom Judentum wußten. Es ist ein ungeheures Gebiet, das sich von den Dingen des alltäglichen Lebens bis zur Ecsttagsgestaituiig erstreckt. Es umfallt die Pflicht des Einzelnen zum Lesen und Lernen und die Pflicht der Gesamtheit zur Ethaltung von lnstitutioiicn, vor allem von Schulen, die Sorge da ihr, daß jedes Kind jüdischen Unterricht genießt lind befähigt wird, Anfeinduiißcn des Judentums seelisch staiidzulmlten. Die jüdische Religion kann heute wieder mächtig sein, die licbräische Sprache muß Gemeingut aller werden. Das aut»• Home jüdische Wohlfahrtsvvesen und die sozialpolitischen Einrichtungen haben in dieser Zeit eine besonders erhöhte Bedentung. Die Kunde vom jüdischen Leben und Schaffen in amiereit Länder״, vor allem in Palästina, bereichert unser jüdisches Bewußtsein, die Mitwirkung an «lern Palästina-Werk und der Zusammenhang mit ihm gibt unserem jüdischen Lehen Weite, Sinn und Inhalt. Aus alledem entsteht tiemeinschaft, und Gemeinschaft bedeutet Verantwortung, «ml Vernntwor• tung bedeutet, daß jeder Einzelne auch in seiner Berührung mit der uichtjiidischcn Umwelt niemals vergißt, daß seine Verstöße, seilt Versagen oder Benehmen der Gesamtheit zur Last gelegt werden. Das Ziel unserer ßikhingsarbeit muß die geistige, sitlliclie und physische Regeneration unseres jlldl- Seilen Volkes sein. Wenn wir diese vier Punkte kurz skizzieren, so sind wir uns bewußt, dnß zu jedem einzelnen noch viel zu sagen wäre. Worauf es uns ankonmit, ist dieses: ein Gegenwarts-Programm zu zeigen, das sich für Uns Juden innerhalb des heutigen deutschen Staats* gefüges verwirklichen läßt. Es ergibt sieh unseres Erachtens als Programm einer Deutschen Juden- Schaft fast von selbst. Es ist unser jüdisches Interesse, aber auch der Staat, der eine halbe Million Juden beherbergt, hat —so glauben wir — ein Interesse daran, daß das jüdische Leben eine solche Gestalt annimmt und nicht durch Unklarheiten lind Zweideutigkeiten eine Quelle dauernder Schwierigkeit wird. Der National* Sozialismus hat die Juden ausgeglicdcrt und ihnen eine Sonderstellung z.ugewiescn; sic sind, auf Grund objek* tiver Merkmale des Blutes und der Rasse, nicht Mitglieder der nationalsozialistischen deutschen Volksgcmeinschaft. Daraus folgt, daß der Staat sich bewußt ist, daß die Juden ihrccigeneSphäreliabcnmüssen. Denn sonst würden sie doch seelisch wurzellos, jener Typus, den der Nationalsozialismus so scharf bekämpft Und daher nicht wollen kann. In erster Linie liegt aber der Aufbau unseres Lebens bei den Juden. Es gehört Seelenstärkc dazu, sich auf dem Wege nicht irremaclien zu lassen. (Es fehlt nicht an Stimmen, die das deutsche Judentum wieder irrcmaclten wollen,) Die deutschen Juden stehen noch immer in der Prüfung. Die Makkabäer-Geschichte berichtet von den Wundern, die an den Vätern geschehen sind, als sie sich aufrafften, ihr heiliges Erbe zu verteidigen. Wir können es auch mit den Worten des Propheten sagen, der verkündet, daß Gott bei den Gedcinütigten und Erniedrigten ist, und die Gemeinde Israels aufruft ״Dämmet auf, dämmet auf, bahnet einen Weg!״ Nur wenn wir selbst die Hindernisse in unserem Innern hinwegriiumen, kann uns neues Leben und Erhebung werden. Bahnet, bahnet den Weg,... er“ וי!'C ' ' / | | , J 4, 11*^ tdW'foi k ו'-' "j ft. .. [ fc» J W . יד־ ״־T)וי <.1J W ״ Zu einem ״ * I ך®• ־»*! ■*־ ן! g,m* נ? ין ן' '! ו . i-i%J 'Wä׳״ tili* KÜb? Hs Was Dr. Wcizinnnn damals gesagt hat, ist eine Anette heit von tiefstem Ernst sowohl für das jüdische v' I •rftft• »v1.1... -״,4» ״ *U1K lm ״Völkischen B tob achtet" vom 29. November beginnt Alfred Rosenberg eine Artikelserie ״Der Judenprozeß in Hern“, die sich mit dem bekannten Prozeß um die ״Protokolle der Weisen von Zion“ beschäftigt. In dem Artikel wird angekündigt, daß das ganze Thema in einer Anzahl von Aufsätzen untersucht werden soll. Alfred Rosenberg erklärt, das Berner Gericht könne in einer solchen weltpolitischen Frage kein bindendes Urteil fällen, und er bcstreitet die Aktivlcgitimation der Jüdischen Kultusgemeinde in Bern, einen Prozeß für das Judentum an «ich zu führen. Dies könnte nur ״die jüdische oberste Regierung der jüdischen Politik“. Im zweiten Teil dies« Artikels befaßt «Ich Rosenberg mit der Zeugenaussage Dr, W c i z. tu nun* und mit dessen Erklärung In der ״Jüd. Rundschau" vom 13. November dieses Jahres. Es könne sicli, Ro Sägt Roaonbcrg, nicht so *ehr ״um die sogenannte Echtheit der Protokolle handeln", als ״tun die innere Wahrheit dessen, was in den Protokollen erklärt wurde“. Die Tatsachen hätten die Wahrheit der Protokolle be- *tätigt, ln diesem Zusammenhang wird tntti Wclzmatms Zeugcnmissagc erwähnt. Zu11äel1»t zitiert Rosenberg den Bericht der Jüdischen Presse-Zentrale Zürich lind fährt dann fort: ,,In älmtrltcr Webe schreibt die ״jüdische Rundschau“ in Herlin, Dr. Wetiminn habe erklärt, ich hatte meine Zitate der ״Jüdisch*« Rundschau" entnommen, nlx-r mis seiner Rede mitten hcrmisgeti»׳«», tvoditrrh sic einen anderen Si!1r» erhalten hiltteli, was nlrer durchaus *11 bericht ixen wäre. Keines cllrct beiden Bllüitr bringt auch mir «in «im.igc» Wort davon, w « * denn eigentlich in diesen von mir migefiilirlcn Zitaten «tu der Rede des Chefs der gernnitcn *.ionislis'-hcli Wellntgimisalion Sn Jerusalem 1020 geäimdcn hslxn mag. Wir Ite!;reifen das, weil Cs ja außerordentlich peinlich ist, deti m I ß g 1 (I c k t < n V« r s tut h machen *tt in U 11« n, Dinge tu berichtigen, rllc einfach nicht ist berichtigen ftiv1d, Professor Clmitn Weil mann, Im Vollgefühl de» Triumphe«, Deutschland von der Entente niedergeworfen 1611 sehen, fuhr in »ein geliebtes Jcnisrd.'m und crklibie Wurtllrh folgendest ״Wir »aftten den maßgebenden Per»B1tllchke!t«Ht ,Wir *refften In Palästina sein, ob Ihr ea wollt oder ei nicht wollt. Ihr klnnt unser Kommen beschleunige« oder v*rt#(J«rn, ci lat aber betier für euch, um mlttuhclfcn, denn •onit wird •Ich uititu aulbauende Kraft In «Ine aaritirind« varwindein, dl« die gania (t!) Welt In Gärung bringen wird.'״ (Wir geben dits Zitat ln der Form de» Abdrucke» Im ״V, ».״ wieder. — A.d, D.1s stnml Wort für Wort im Zentrolorgon eles Zionlsmtis ln Dctltich- Itind, nämlich in der ,,Jüdischen Rundschau“ Nr. 4/1920." Auf Grund dieses Zitats kommt Roseubcrg nt folgendem Schluß: ״Prinzipiell kommt hier das wahre Bewußtsein des jüdischen Zloimlcnrlirfs zutage, daß der jüdische Ofoßkflpilnllsintis In ttllcn J.iimlern eine engste Verbindung mit dem Jildlsrlicn Weltkommliniana ns hat, dnß er sich so sicher fühlte in der unbeschränkt jüdischen Oeldlicrrsrhaft, daß er es in Jerusalem wagen keimte, auf die Hebel der Erpresttlng Offen hlttr,uwelien." Die Angelegenheit Ist wichtig genüg, tim vorweg bcltnndelt zu werrlcn, bevor noch die weiteren »״gekündigten Artlkcl Rosen bergs erschienen sind. In dein Iller zitierten letz* ten Absatz liegt eine völlige Verkennung der tatsächlichen jüdischen Verhältnisse ittul des Zionismus, Die Meinung, daß ticr Zionismus oder Dr. Weizmann auch mir den geringsten Einfluß auf die kommunistische Internationale hätte, ist völlig absurd. Der Kommunismus war von seinem Anbeginn ein erbillerter Feind des Zionismus. Die Feindschaft ging so weit, daß Zionisten als ״Konterrevolutionäre״ zu Tausenden in Rußland eingekerkert wurden. Von einer ״Erpressung" ln dem Sinne, daß Dr. Weizmann gedroht hätte, das Hebel* werk des Kommunismus fit Gang zu setzen, kann nicht die R c d e s e i n. Er wäre dazu auch niemals imstande. Was also hat Dr, Weizmann gesagt und gemeint? auch für die übrigen Volker. Es war ja stets ttnserc .»,י ausgesprochen e Aimlinumig, daß die Jmlenfr,1w.1 nur die Juden angeht, »!! Jndf. ltfr.vrr״' 'J} ulen! alle Völker, Der?(«1ל״״ bedeutet den großen Versuch, diese Ern ge zu l0»cn ן dem jüdischen Volk die Möglichkeit eines freien l eben , i Volk unter menschlich normalen Bedingungen gegeben Der Zionismus will gewiß in erster Reihe eine geis!;1'"*״״• nationale Wiedergeburt des jüdischen Volkes, er gclg Was ist Transfordanien? Das ״Journal de Öenivc" bringt einen Leitartikel seines Sonderberichterstatters A. R. Lindt über ״Traus* jordanieii und Europa“. Kein Bewohner des aus öden Felsen und spärlichen Acckern bestehenden Lundes habe sich je träumen lassen, hier einen Staat zu schaffen; und doch, obwohl cs mich heute noch keinen frans jordanischen Natio* naiistmis gebe, bestelle ein Staat mit eigener Flagge. Da die Einheimischen durchweg arme Bauern oder Beduinen seien, liege aller politische Einfluß in den Händen von Fremden — der Emir selbst stamme aus Mekka, seine Minister aus Pa* liisiina oder Syrien. Abgesehen von solchen Beamten würde kein Mensch dem Staat eine Träne nachweincn, wenn er eines Tages verschwände, England sei nicht nur Schöpfer und Schützer, sondern di« Existenzgrundlage dieses Staates, Das englische Interesse betuhe gewiß nicht auf irgendwelchen wirtschaftlichen Vorzügen des Landes, sondern auf den wichtigen Fluglinien und Röhrenleitüngcn, die das Land durchzögen. Dreimal so groß wie Palästina, sei das Land mir von 300 000 bitter armen Mcttselicn bewohnt! seit der Errichtung des Mandates «eien anscheinend auch die {nicht* baren Gegenden wie verflucht; Dürre und Heuschrecken verzehrten jeden Ertrag, Reich an Ruinen glänzender historischer Staaten! zähle das Land heute nur eine einzige ״Stadt“, Amman, wo der Emir mit seinen Beamten ein Leben führe, das außer jedem Verhältnis zu den Staatscimialuncn stehe; das regelmäßige Defizit werde von Englärm gedeckt. Die Zionisten, die in dem nahen Palästina so eine erstaunliche Bilde geschaffen hätten! betrachteten Transjordanicn als integrierenden Bestandteil des Heiligen Landes und verlangten seine Einbeziehung in die Baliour- Deklaration. Und da seit der Ereignisse in Deutschland ein schreiendes Mißverhältnis zwischen dem jüdischen Eimvati* derungsdrang nach Palästina tmd der Zahl der bewilligten Zertifikate bestelle, werde die Frage der Erschließung Ttans» Jordaniens immer brennender. Die Zionisten seien bereit, Nf Zu aber auch von der Erkenntnis ans, daß durch die politisd ökonomische Entwicklung Europas die Situation der '1j immer schwieriger wird. Unerträglich war »ie ».״vH der Entstehung des Zionismus Im zaristischen ן! land. Aber auch in anderen Ländern kündigte sich das r> ' blem alt. Nach dem Kriege, als!920 Dr. Weiznlann . Rede hielt, War das russische Judentum durch die Rey01'c'״ und die Bürgerkriege völlig entwurzelt worden und Flucht vor dem Bolschewismus. Was sollte mit diesen Ma, jüdischer Menschen geschehen? Eine welfgeschkldliche VN» war über sie liingcg,׳tilgen und hatte die Grundlagen |h ' Existenz zerstört, sie waren aber auch geistig Ircitnatlot worden. Eller gibt cs mir zwei Möglichkeiten: entweder i* gestaltet und fördert eine Aktion, die darauf gerichtet |u diesen Strom von Menschen In geordnelc Bahnen zu lenl;.’ Ihnen «in Ideal und physische Arbeit tu geben, Ihre Krim auf ein Werk des Aufbau* zu richten: das ist der Weg!!« Zionismus. Oder — so saglc Dr. Weizmann zu einer Well die, selbst mit anderen Sorgen belastet, nichts zur Hinweg’ rfiumung der gerade damals anwachsenden Hindernisse, J, sich dem Zionismus cnlgegenslclltcn, tat — man darf Augen davor nicht verschließen, daß diese Menschen, dk wir zu einer aulbaucmleti Kraft machen können und *ob Ie«, da® diese Menschen, sofern ihnen der Weg des lk, tllsmus verschlossen bleibt, eine ״zerstörende“ Kraft wert« können! Menschen der Verzweiflung, die, wie Dr, Weizmann in »einer Interpretation jenes Ausspruches kürzlich unserem Korrespondenten (s. ״J. R.“ vom 13. 11.) «g!( ״sonst am Wege liegen geblieben wären“! mi Luftmenschen dieser Art sind wohl, das ist für niemand«! 1 ein Geheimnis, ein fruchtbarer Boden für alle, die ״die Will Irl Gärung bringen" wollen. Dr. Weizmann hat also in seiner Rede nichts gesagt, was nicht Jeder einsichtige tkok achter der Situation sich selbst sagen mußte. EnglischeI Staatsmänner tagten damals ähnliches. Weizmann hat röcht | ״gedroht“, sondern gewarnt, wie es die Pflicht jedes Mannes Ist, der kommende Dinge besser zu sehen glaubt | als andere. Es ist also ein tiefes Mißverständnis, hier ״VleW*1 einer politischen Maschinerie ztl vermuten, die nicht! existiert und nicht existieren kann. Die Wirriung Dr. Weizinanns besagt nichts anderes als: Hier ist d« jüdische Volk, das arbeiten und sich sein Leben aufhairen I will, hier sind tausende Menschen, die in Landwirtschaft,I Industrie Und Handwerk zu Arbeitern geworden sind und tausende, die diesen Wcf* gehen. Die anderen Völker und geradc diejenigen, welche den Juden keinen anderen pro duktiven Platz anweisen können »der wollen, müßten dieses Werk achten und fördern, unabhängig■ von ihren Sentiments, Denn »ie müssen sich die f rage vorfegen: Wenn die Juden diesen Weg der Arbeit nicht gelten können und wetm Ihnen anderswo die Wege verschlossen werden, was soll aus solchen verzweifelten und ausweglosen Menschen werden? Die Frage kann jeder selbst beantworten. Alter die Bewegung,| die 1897 öffentlich ihren ersten Kongreß abliielt, dessen Pro• tok ol I gedruckt vorlicgt, und die seitdem umtkii“i|| in derselben Richtung arbeitet, setzt alle Kraft daran, die! Juden äußerlich und innerlich zu einem Werk des Auf ha us fähig zu machen. Sic appelliert an die anderen Völker, an alle Volker, diesen großen, clnzigarB-j gen Versuch eines Aufbauwerkes zu unterstützen. b ferli'V. und / der ■!mt ׳.; ■ äuge > von ( die יי wald, nach '■ des ö Stau;-1 für d' Man ״mm. Spra, getan׳ des f den ehcs1r von 1 tend 1 icltid; Selb ladet' eine J hältst zuerp Kult־' Brr muß* dun!(' Zeit irre' lichtjf• Bcwässeriuigsarbciten tlttreit711 führen, deren Renfahilitaf zwei-1 felhaft sei, Manciie Transjordanier, besonders die Verse tut!• I rieten Ornßgrundbesit/cr, die Käufer für iltr Land erhofft«,[ stiiuden den ziouistiselicn Plänen wohltvollcitd gegenüber, aber die Zionisten müßten dabei die arabische Mental«•»I berücksichtigen, die das Wort ״Kapital" nicht kenne: ך•״ Schciks würden das erhaltene Geld In wenigen fahren ״׳י• jubeln — und was dann? Ein als Judeiifrcimu gcUcnaer Sclieik habe auf diese Frage geantwortet, wenn er das uti״ durehgctiracht haben werde, nun, dann werde er 6™,.“M Juden teilen und sieh das Land zuriickholeti! Wenn Ins11״ das Verhindern und jüdische Siedler schützen wollte, י müßte cs eine ständige Garnison im Lunde halten - •l mehr, als dort, im Gegensatz zu dem sozusagen ahgerdn«' Palästina, jedermann mit seinem Gewehr hcruinlattfe. Engian!1 in erster Reihe mt der Aufrechterhaltung der Rune 1' ,יי״ csslert, habe bisher den Juden den Einlaß verwehrt, •״ j die Zionisten geben die Hoffnung nicht auf, und einige J ihnen (? — A. d. R. ״J. R.“) pinnte״ die, Vereinigung ‘י | iästinas mit Transjordanicn zu einem Königreich, ^oc > Krone dem jetzigen Emir Abdullah von Transjordanicn geboten werden solle. "׳ ' Einer Meldung der ״Times“ zufolge, fand in A ׳ mit grofiem orientalischen Gepränge die Hochzeit des c TaHal, des Sohnes lind Thronerben des Emir Abu״«' > Trans jordanieii statt. Der lilgli Commlssioncr Waucfiope ן als Oast anwesend. Ifallptsch ti (tlcitcr! Dr. Rtiberr Welt sch, Bcrlin-CharlottcnbwB Stellvertreter! Kurt Loe «■ t n * t e i n, Berlin W 15. Anreip 1 und vcrnntwordich Bit d n׳ Anreigenlcilt Helene C h*11ן,!,I Berlin tf 04, Verlag tind Anzcig-nverwali'ing: Jüdische Run I Berlin SY 16, Mcinckcstr. 10. D.-A. Oktober 35 060. Zut«e1t nt ,_,j liste Nr. I wm 1. Januar 1934 giiUiß. ilcriin-Scliuncbcrg. ‘׳f I'׳ ber 35 oöu• 1׳ , ,'־ Druck: Siegfried Sch '®1I •ימן «^€ ין **£ r o r 7 OA rv לי״י׳יי׳-ז' ח-י-r4Jjf ^■**'*ן ca. f 4!i ca, j5M| 30 mg 25 100 & fr 10ö*‘fÄrl30 l ca!2531.H 26 .טg •döO Berlin C2 ca. ec SpandauerStr.32 kri80v^nVi70# C4275 li

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