Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 95 (27.11.1934)
- Date
- 1934-11-27
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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j.Ir.95, 27■ XT. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite' 7 Klk uk dm $tko$kd? Für Sdiäbbat, 1. Dezember Pi Jehabbat ״Wafeschew״ (WorlicnahfchniU I. B. M. Kap. 37, 1—40, 23) Am Abend dieses Schabbat ,beginnt das Chanukkah-Fcst. Aus tliesein Anlaß wird man sieh auf dem Oneg Schabbat «|t Chanukkah und seiner Bedeutung beschäftigen. Vt/ir gehen m folgendem einen Auszug aus dem Prototot! einer Arbeitsgemeinschaft über Chanukkah, die li. S. ]acobson im Rahmcii der!•ranz. Rosciizwcig-Ocdnchtnisstifjung Hamburg für Führer der Jugendbünde gegeben hat. I. Um die Bedeutung von Chanukkah herauszuarbellcn, ist dieses Fest mit Peßaeh zu vergleichen: Beides Be- JrciuiiRstestr, aber: Pc!יach: Befreiung durch Oott, die Freiheit als Oeschenk. Chanukkah: Selhstbefreiuug. (Mosche ist in der Thora nur Werkzeug: Juda Makkabi ist Selbstbefreier.) II. Chanukkah wird häufig aus schließlich als Fest der jitionalen Befreiung gefeiert. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß neben dem nationalen Charakter vor allem auch die religiöse Note im Kampfe der Makkabacr zu sehen ist. Als Beweis ist neben der Betrachtungsweise des Talmuds Schabbat 21 ff. folgender ücsichtspunkt heranzu/ichcn: Die Juden stehen etwa IAO Jahre lang, von 5S(> -105 v. unter Fremdherrschaft, Wäh- Tcnd dieser Zeit ist kein einziger Aufstandsversuch bekannt. Per Aufstand bricht erst aus, als der religiöse Bestand des Volkes gefährdet wird. — (Das Protokoll kann von den Jcire Misr.11 hi, Hamburg 13, Cirimlelhof 60, bezogen werden.) III. Maos Zur wird gelesen und besprochen. Die einzelnen Strophen sind in sieh geschlossen und behandeln folgende Episoden: 1. Strophe: Die messianischc Zeit; 2. Strophe: Aegypten; 3. Strophe: Errettung aus Ba- Mon; 4. Strophe: Purim (Persien): 5. Strophe: Chanukkah (Srrer). — Eine genaue Analyse des ״Maos Zur“ veröffentlicht die ״Jiid. Rundschau“ in ihrer Chanukkah-Nummcr \om 30. November. B’i'r nehmen für Geschichte und Palästina■‘ künde nach der Unterbrechung der vorigen Nummer unsere ursprüngliche Ordnung des Stoffes wieder auf: Geschichte 1. Darstellung der gesamten Geschichte. Königtum. Erste Stadien. Die Regicrungszeit Sauls inuB — zunächst einmal ohne Zusammenhang mit einer Charakteristik seiner Persönlichkeit — dargcstellt werden. Welches sind seine Verdienste? Im wesentlichen die Kriege fegen Philister und Amalekitcr. Sic erweisen, daß die beiden Feinde nicht unbesiegbar sind. — Zur Charakteristik iswls vergleicht die geschichtliche Anleitung in der ״Jiid. Rundschau“ Nr. 91. Zeichnet die Grenzen Palästinas zur Zeit Sauls ein! Ihr werdet dann bei der späteren Behandlung der Königs/( it die Erweiterung der Grenzen keimen lernen. In fast jeder Gemeinde gibt es Karten des biblischen Pa- Istin.1. Durch Vermittlung des Rabbiners oder Lehrers könnt ihr sic sicherlich für den Oneg Schabbat geliehen bekommen. Ihr werdet dann sehen, daß mitten im Lande immer bc- I träcbtlichc Enklaven nichtjüdischen Landes lagen. Wieviel Menschen gab es damals in Palästina? Die Bibel berichtet ן (II. Sam. 21, 9), daß cs zu Davids Zeiten in Israel und Juda 13T0 000 Menschen gegeben habe. Gegen Ende des zweiten Tempels gab es etwa 5 Millionen Menschen im Lande. Bei der Darstellung i;t cs nötig, nicht nur die ״Ideen“ einer Epoelic zu behandeln, sondern auch die realen Dinge. Wie sahen die Menschen aus? Wie gingen sie gekleidet? Was aßen sie? Ihr könnt solche Dinge aus den biblischen Quellen heraus- .!«<n. Wer eine Bibliothek zur Verfügung hat, kann all fiese wichtigen Dinge (Geld, Maße, Flora, Fauna usw.) in jtder biblischen Archäologie nachlesen. 2. Oe.schichte der jüdischen Menschen. v 4• David. David ist eine so glanzvolle Gestalt, daß sieh «ine Behandlung sehr wohl auf mehrere Nachmittage verteilen lallt. Wir schlagen euch folgende Gliederung vor; L Davids Leben, (Einfache Erzählung des ganzen blbliichcn Berichtes, Man braucht dazu keine der vielen zu- »animcnfassendcu Darstellungen zu benutzen. Wenn man Wne hat, genügt die Bibel durchaus. Erzählt einfach diese pure abenteuerlich(; Geschichte. Auch für die Jüngeren «trn man sic wunderbar unter dein Motto: Vom Baucrnjunten rum König erzählen. Sehr spannend sind die zeitweisen Wrfolgungcn in der Wüste, das Leben als Abenteurer in der *״sie und dann die Rückkehr. Ein jugendliches Thema ',01 großem Reiz: Die Blutsfreundschaft mit Jonathan. Oder: « Verhältnis zu Saul. Bei die■ er Darstellung soll gar nichts von der politischen Bedeutung gesprochen, sondern sehr einfach, tatsacheiimäßig berichtet werden. Dazu kann man eine der vielen Davidslegcndcn tetn. (Für die Kleinen: die biblischen Kindergcschichtcn. die Acltcren: entweder aus bin Gorion, Born Judas, »fite 29 oder Jüdische Sagen Seite 102—153; vielleicht kann *״ aucl' — wenn jemand da ist, der etwas davon versicht ״her David in der darstellenden Kunst sprechen und "״'Re der unendlich vielen Darstellungen zeigen. Ebenso? ״״ man vielleicht aus einem der Davidsdramen 7, 1pen. Vor allem Beer Hofmann, ״Der junge David“; *tig, David und Abigail.) , ״'c Üavidsgcstalt in der jüdischen Sage und im Volks* Kl!1 Cln wird gesondert behandelt werden. Haltet euch , der Darstellung möglichst an unsere Vorschläge, damit unsere Einteilung genau innehaltcn können. .l,, >n euren Liederbüchern Davidslieder heraus, Elii,1 "a״awi ist ja bekannt. Ucbcr den Inhalt und die 5chraß ‘1es ״Maschiach ben David“ werden wir noch ^äillnakunde iolliÜ3^ Wasserstraßen und dem Bewlsscrungsproblcm ioi J11U c d'c Landwege, Eisenbahnen usw. behandelt werc]'mt e'ne neue Karte Palästinas und zeigt dort die!ihn ~ cn. Straßen auf. Dann die Eisenbahnlinien. Wie Andere wichtige Strecken auftuchcn, Reiserouten ztmam• inenslclleiiI Eisenbahnstationen neunenI Die üblichen Bahnstrecken, die man im Lande täglich fahrt — Tcl-Awiw— Haifa, Haifa- ■ ■•Scmach (Autobus nach Tibcrias), Tcl-Awiw— Jerusalem muß jeder gut kennen. Autostraßen nächstens. . , Berücksichtigt auch den Flugverkehr, Literatur: Herrmami, Palästina-Kunde, Bd. 1; Bd. 11: dort findet ihr die Zahlen über die Einnahmen und Ausgaben der Eisenbahn (S. 168 ff.), dort auch über Straßenbau, S. 200. Ihr seht dort, wie sich das Netz der Straften vergrößert hat. 1921: 450 km, 1933: 1015 km befahrbarer Wcgl usw. Ucker Bahnen außerdem ln Bd. II, Seite 205 ff, Eine Anregung m Chanukkah Olfen hoch, 21. 11. 34. An die Schriftlcitung der ״Jüdischen Rundschau“I Chanukkah naht heran, das Fest, dessen nationaler Grundgedanke im Laufe der Zeit vielfach vergessen und das zum ״Fest des Kindes“ gestempelt wurde. Bisher wurde jedoch dem Erleben des Kindes an diesem Feste im Gotteshause meist nur wenig Rechnung getragen. Für die Kinder stand im Mittelpunkt des Chanukkahfestcs der Gabentisch der Eitern (der dieses Jahr oft sehr bescheiden aussehen wird!), Geselligkeit zu Hause und vielleicht eine lustige Feier in Vereinen, Bünden oder Logen, die bis auf das Entzünden der Lichter kaum religiösen Charakter besaß. Wie wäre es einmal mit dein Versuch, einen Jungen im Gotteshausc entzünden und dann die Kinderschar, während die ganze Gemeinde das Moaus Zur singt, Kerzen tragend, einen Umzug in der Synagoge machen zu lassen? Welche Freude würde weiterhin der Jugend bereitet, wenn sic iin Werkunterricht — etwa aus Panne — die ' Kcrzcnhaltcr, vor allem aber kleine Chanukkanicuchtcr, Trendel, Magen David, Sehne Luchoth Habrith und andere religiöse Embleme verfertigen darf, welche von den Kleinen (etwa unter zehn Jahren), der Sicherheit wegen nicht mit Kerzen bedachten, beim Umzug getragen werden dürfen? In Offen hach wird diese Anregung, die allgemeiner Zustimmung bei Groß und Klein begegnete, dieses Jahr am ersten Abend einmal in die Tat umgesetzt werden und Ich hoffe, daß das Erlebnis bei Jung und Alt »o stark sein wird, wie die Vorfreude groß ist. Rabb. Dr. H. H e i m a n n, z. Z. Offenbach/M. Politik zu treiben erlaubt ist, die ״Kunst des Möglichen“ übet» und nicht so tun, als ob in einem auf völkischer Basis auf■• gebauten Staate fiir uns die völlige Gleichstellung, wie sid der Aulklarungsepoche vorschwebte, ׳realisierbar sei. Es ist noch sehr die Frage, ob es, wie der ״U.-V.“-Artikel meint, richtiger ist, die jüdischen Menschen sich erst dem Zwange — den auch der Verfasser jenes Artikels kommen zu schert scheint — unvorbereitet sich unterwcrlen, oder sie an der Gestaltung ihrer Zukunft wenigstens seelisch mitarbeiten zu lassen. Dabei braucht die Erringung einer völligen Gleich* bcrechtigung aller Bürger eines Staates als fernes Mensch* hcitszicl, als ״Ziel, aufs sehnlichste zu wünschen“, nicht auf* gegeben zu werden. Zeigen wir einzelnen jüdischen Gruppen aber nach außen hin scharf betonte gegensätzliche Anschau* ungen, so kann diese Uneinigkeit im eigenen Lager uns un* möglich nützen. Darum ergeht an alle in der deutsch-jüdischen Öeffentlich» keit tätigen Männer immer wieder (vgl. meinen Aufsatz in der ״C.-v.-Ztg. 29. 6. 1933) der Ruf, nicht um ihrer Partei- Programme und ihrer Ideologien willen, unfruchtbar« Pole* miken, etwa über ״Synthese" oder ״Symbiose“ über ״Einan* zination“ oder (,Ncu*Em.11uipation“, über ״Liquidation“ oder ״Aufbau“ oder über sonstige trennende Schlagworte zu führen und ״für klare Scheidungen innerhalb des deutschen Juden* turns“ za sorgen, sondern ohne Rücksicht auf überkommene Anschauungen und begrabene Hoffnungen nur das eine ge* meinsame Gegenwartszicl im Auge zu haben: die Er leien» terung der Lagcder Gesamtheit der deutschen Juden! Hochachtungsvoll Dr. Kurt Scheyer. Wer ist der Dichter Gerson Stern? Einigung, nicht Trennung! Breslau, 21. November. Sehr geehrte Schriftleitung! Gestatten Sie es mir als Nicht-Zionisten — und gerade als Nicht-Zionisten — Ihnen zu ihren Ausführungen über ״Trennungsstriche, aber echte!“ in Nr. 93 der ״Jüdischen Rundschau“ meine vollste Zustimmung zum Ausdruck zu bringen und gewähren Sie mir in den Spalten Ihres Blattes Gastrecht für einige Ergänzungen, die aus Anlaß des Leitartikels der ״C.-V,-Zeitung“ in der Nummer vom 15. 11. nicht ungesagt bleiben sollen. Es sind ״goldene Worte“, die Sie ijbcr das Scheitern der Idee eines geeinten deutschen Judentums durch die Existenz von Organisationen, Vereinen usw. sagen. — Es scheint, daß die deutschen Juden an dem Unheil, das in der deutschen Politik die Kluft zwischen Parteien in der republikanischen Acra angericlitct hat, nichts gelernt haben. Während, wie die ״C.-V.-Zeitung“ zugibt, die Bejahung jüdischen Gemein- Schaftsgefühls und die Anerkennung der Bedeutung Palästinas für alle Juden die Schranken, die überkommene Ideologien im Judentum auf gerichtet hatten, zu sprengen beginnen und die Hoffnung bestellt, daß die ״Reichsvertretung der deutscheu Juden" von einer mehr repräsentativen Rolle in die Aufgabe der Führung einer Oesinnungsgemeinschaft hineinwächst, glauben die Wortführer einer großen jüdischen Organisation ״notwendige Trennungen“ vornehmen zu müssen. Ucber die Gesuchtheit der Konstruktion eines Gegensatzes zwischen den Juden, die für eine Emanzipation cintrcten, und den andern, die sie angeblich ablchncn, ist nicht nur am dieser Stelle bereits das Nötige gesagt worden. Um eine andere ״notwendige Trennung“ zu begründen, wird in dem Artikel der ״C.-V.-Zeitung“ nun auch das Oespätst der Mindcrhciten-Entschcidung herbeigezogen. Wenn dies geschieht, so sollte es — wie alles in der inncrjiklischcn Diskussion — nur geschehen, um Brücken zu bauen, nicht aber Grcnzwällc aufzurichten. Tatsächlich liegen doch die Dinge so, daß der staatsrechtliehe Begriff der Minderheiten noch umstritten ist und erst nach der staatsrechtlichen Definition dieses Begriffes wäre eigentlich eine Erörterung möglich, ob für die deutschen Juden ein Minderheitenrecht ln Betracht kommt oder nicht. Auf der andern Seite läßt cs sieh nicht länger verheimlichen, daß — wie eine sehr geschätzte führende Persönlichkeit*) des ״C.-V.“ es selbst einmal ausgedrückt hat — die nlchtjiidischc Welt uns deutsche Juden als eine ״historisch gewordene, wohl charakterisierte, biologisch-soziologische Gruppe“ ansicht, und ״wir den Anspruch des deutschen Volkes anerkennen müssen, mit uns, der Gruppe der deutschen luden. Grenzen und Weite unseres Lehensraumes, Form und Inhalt des Zusammenlebens“ zu bestimmen. Von dieser Einstellung aus kann doch eigentlich eine Verständigung mit den jüdischen Menschen, die die Zuerkemumg eines Mi ndcrli eiten rechtes an die deutschen Juden immerhin für erstrebenswerter halten als den gegenwärtigen Zustand, bei einigem guten Willen nicht 30 schwer sein. In praktisch-politischer Hinsicht, die allein hier betrachtet wird, scheint es doch dabei mehr von formaler Bedeutung, ob man die Juden in Deutschland als eine nationale, rassische, religiösc oder was wohl das Zutreffendste wäre, als eine Minderheit ״sui generis“ betrachtet, in Anlehnung etwa an die bekannten Ausführungen eines Vertreters aer deutsche!» Regierung in Genf, Denn wir werden ein deutsches Judentum nur erhalten könne«, wenn wir den jüdischen Menschen, vor allem den jungen, die wirtschaftliche und seelische Existenz in Deutschland ermöglichen. Das geschieht aber besser dadurch, daß wir in dem bescheidenen Raunte, ln dem un* noch Kleve, 25. November Sehr geehrte Redaktion I Nachdem über den Roman ״Weg ohne Ende“ die ersten bejahenden Kritiken erschienen sind, »nag es einem Freund des Dichters gestattet sein, auch etwa! hierzu zu sagen. Wer ist dieser neue Dichter? Er seihst wünscht nicht, seine Person in den Vordergrund gestellt zu sehen. Sein Werk muß für ihn zeugen. Es dar! aber bestätigt werden, daß ein Jude diesen Roman gestaltet, der zu den Ewig-Jungen, weil Ewig-Ringcnden, gehört, einer, der begriffen hat, daß ״Judentum leicht gelernt“ eine Unmöglichkeit ist, der fana* tisch sein Judentum liebt, weil ... cs schwer und deswegen so schön und liebenswert ist. Daß er und seine Frau durch lange Jahre hindurch sich bemühten, in einer Gegend Deutschlands, wo Juden zerstreut über ein paar kleine Gcmeinden ohne Führung und religiös-kulturelles Leben lebten, das gesamte Leben als ein jüdisches zu gestalten, durch Abhaltcn von Gottesdiensten, Vorträgen, Jugendgottesdiensten, Jugendarbeit, soziale Fürsorge usw., mag besser als alles andere zeigen, wer Gerson Stern und seine Frau sind. Die Widmung des Romans an Erna Stern ist keine Phrase, sondern der tiefe Dank eines jüdischen Menschen an seine Helferin. Daß Stern zum Kreis des ״Verbandes der Jüdischen Jugendvereine“ gehört und das Oesamtjüdische, die über allen Tagesstreit erhabene Einheit des deutschen Judentums vertritt, nein viel mehr: lebt, mag vermerkt sein für die, die jeden Juden gleich klassifizieren müssen! Ich gehöre zum Kreise der Freunde unseres Autors, die von Anfang das Entstehen jedes Kapitels mit erleben durften. Er und wir alle, wir haben geweint und gelacht, gelitten und gehofft mit jedem der vielen Mensehen dieses Romans, wir waren erschüttert, weil wir, wir Lebenden ja so deutlich und doch ohne Schulmeister- Zeigefinger angcrufeii sind. Unsere Fragen, die Fragen unserer Zeit stehen auf: Was ist Ghetto? Was ist Judentum? Was lehrt uns unsere Geschichte? Stern zeigt auf den Seiten seines Romans, ohne je ins Lehrhafte zu fallen, das Wichtigste jüdischen Denkens, Fiihlens und Handclns. Das unerschütterliche Vertrauen zu Gott, der In unserem Leben und in unserer Geschichte waltet, Optimismus, nicht der leichtfertige, der fragt, wann wieder die äußere, die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Lage sieh ändert, sondern jener ganz tiefe, wenn man will: religiöse Optimismus, der weiß: altes ist sinnvoll, alles ist richtig zu seiner Zeit, wir sind nur Glicdchen in der großen Kette — das alles lehrt uns unser Dichter. In der Gegenüberstellung von uns selbst gegen die Menschen seines Werkes merken wir, wie klein wir sind: das ist ein Gewinn, denn nur aus dieser Erkenntnis können wir zurück auf die große Straße unserer nie unter* brochencn GeschichteI Emil Mannheimer, Kleve. Die ״Kölnische Volkszeitung*' Ober Palästina Die ״Kölnische V o 1 k s z e 11 u n g“ vom 21. 11. be*• richtet im Rahmen eines Aufsatzes über ״Industrielle Möglichkcitcn im Nahen Osten“ u. a, auch über Palästina. Der Aufsatz schildert die wachsende Konsumkraft Palästinas durch die Einwanderung und die dadurch entstehenden neuen Be- •dürfnisse im Lande, die durch die industrielle Eigenproduktion allmählich befriedigt wird, wobei allerdings die Konsum* kraft schneller wächst als die Produktionskraft des Landes. Durch den Wcttlauf zwischen diesen beiden Krältcn, der weiter anhält, bestellt eine belebende Wirkung auf die Wirtsehaft im Lande. Der Aufsatz kommt za dem Schluß, daß selbst bei dem in der Praxis kaum zu erwartenden Fall eines Abstoppens der Einwanderung noch auf viele Jahre hinaus die Aussicht auf die Investition von Kapital und Arbeit in der palästinensischen Industrie zweifellos groß wäre. Er weist weiter darauf hin, daß in den Sal/lagern des Toten Meeres und möglicherweise in Erdölvorkommen wichtige Faktoren für die industrielle Zukunft Palästinas vorhanden sind. SchnPM״n ^cute am besten von Tcl-Awiw nach Aegypten? . ־־ R . r ״ ״ ,7 ״ . Ufld bequemer, als es die Brüder Josephs hatten! ) Fricdr. Brodnitz, wC.*V.״Ztgf. ÄS, 1• 1934• ln Stockholm gab die früher in Stettin tätige Opern• Sängerin Margot Stahl ein Konzert und erzielte bei Publi• kum und Presse großen Erfolg. Schafft Badet»itv!sutel durch Spenden für den Jüdlichen Nationatlondi Keren ifaiemelii Lejlsraei Berlin W1S, Melnekeiir.io P011»*eck28247 Machten sie bitte die unter diesem Motto veröffentlichten Anzeisen In der vorigen und der kommenden Frei tag-Ausgabe