Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 95 (27.11.1934)
- Date
- 1934-11-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 95, 27. XI. 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seile 3 ו Oberrabbiner Feuchiwang Zu seinem 70. Geburtstag Von unserem Korrespondenten jk. wie23 ,״. November Am 27. November feiert Wiens Oberrabbiner, l>r. David coiiinn Vli 1 u<huH,4»,v L..e ....... \\ Zf. n״’v1n1׳v1 ivjv,» n-iviia Vj Ftuciitwanfr. 70׳') ׳U'i'rtstafr. Auf ausdrücklichen «,uitscli •8'■1י Jubilars unterbleiben alle ihm zu ged achten Fhrunßcn. 1 |)IC einmalige Fiihrcrnersönlichkrit des verstorbenen «’jener Obirraldyiiers Professor Z. I». Cbajcs, der mehr Ä)r als Sceleiilurtc und Prediger und zu den edelsten Führer- "(stallen des zeitgenössischen Judentums «1 zählen war, machten es mit sich, daß cs fünf Jahre lang gedauert hat bis *.,!schieden wurde, wer das hohe Erbe Q!« je? antreten sollte, nje IkTiifiiiitf des ftcist ij* und ideologisch, aber auch mcnsclit(d1 iiaihstslilundi'ii Freundes, Dr. David Feuebtwang, zum Wiener Oberrabbiner, erfogte erst vor einem Jahre. Im Ruinier IdII wurde Dr. David Feuebtwang, der seit jO fahren das Amt eines Oemcinderabbincrs bekleidete, als Kiclilnlger von Zwi l'erez Chajes Oberrabbiner von Wien. Obwohl Oberrabbiner f euebtwang im jüdisch-religiösen Leben konservativer Richtung ist, bedeutet für ihn der natio- ״jle (iedaiite, wie er »in modernen Zionismus inkarniert erscheint, eine historisch bedingte Selbstverständlichkeit. Mit Dr. Feuebtwang steht an der Spüre der alten Iiidrnacmeiriile Wiens eine über Rabbinerkreisc hinaus intert«ante Persönlichkeit. Die älteste Wiener Kanzel hat in jim einen ausgezeichneten Prediger, die Wiener jüdische ('icnicinscliaft einen nicht nur geistlichen, sondern auch geisti- «11 Fiihrcr, und die Ciclebrtenwelt, insbesondere die Theologie, >(ht in ihm einen der bedeutendsten Vertreter. Fcmhtwangs Fitem stammen ans Bayern, sein Vater, ein (,(deutender Talnnidgclehrter und Rabbiner in Octtingen in ßivcm, war der erste bayerische Rabbiner mit dem Doktor-;rid. Sein ürollvater mütterlicherseits war Talmudgelehrtcr ®d reicher Großgrundbesitzer. Sein Urgroßvater war ein Handwerker (Siebmachcr) und Grundbesitzer zugleich. Fciichtw.mg schloß sich der zionistischen Bewegung zu filier Zeit au, als die anderen jüdischen Seelsorger noch eine feindliche Kampagne gegen den Zionismus führten, da das Bekenntnis eines Rabbiners zum Zionismus ihn in seiner Eistenz bedrohte. Dr. Fciichtwnng hielt bei der ersten Tmicrkiindgfbimg unmittelbar nach Herzig Tod die Oedenkrede im Wiener Großen Musikvercitissaal, trotz Protestes dis damaligen Kultuspr.isidenten, l)r. Alfred Stern, gegen die Teilnahme Dr. Feuchtwangs an dieser Kundgebung. Oberrabbiner Dr. Feuebtwang erfreut sich in allen Schichtat der Wiener Judenschaft, aber auch in christlichen Kreisen, »ilkrordentlicher Wertschätzung. Die Wiener Judenschaft »mischt ihm von Herzen, daß ihm vergönnt sein, möge, sein schwer« Amt noch viele Jahre in voller Rüstigkeit auszuüben. Die Legate Johann Kremcnezky* (Von unserem Wiener Korrespondenten.) Wie Ihr Korrespondent erfährt, hat Johann Kreme* »tzky in seinem Testament folgende Institutionen mit Ligaten bedacht: Keren Kajemeth Lc]Israel (Jerusalem) 50 000 Schilling (österr. Währung); Hebräische Universität trusalcm 30000 Sch.; für eine Stiftung, deren Bc- Kimmung von seinem Sohne Josef gemeinsam mit Dr. David Salhhlum erst festgesetzt werden soll, 50 000 Sch.; ferner: Wiener Kultiisgemcindc 20 000 Sch.; Israel. Blindeninstitut Hobe Warte (Wien) 5000 Sch.; Stadtgemeinde Wien 20 000 Mi.; Technische Hochschule Wien 5000 Sch.; Ing.- und Architcktcnvcrein Wien 3000 Sch. Außerdem wurde eine Btihe kleinerer jüdisch-humanitärer Institutionen mit weiteren Beträgen versehen. Die Riiualmordhetze in Oesterreich Wien, 25. November. (JTA.) In Oesterreich wird gegen- »irtig ein Bich verbreitet, das unter dein Titel ״Gibt es indische R i t u a 1 m 0 r d c?“ eine hemmungslose Ritualmordhetze entfaltet. Die Tatsache, daß von behördlicher Seite -01ד die Verbreitung dieses Buches nichts unternommen *#rde, hat in der jüdischen Bevölkerung außerordentliche bregung hcrvorgertifcn. In Wien fand eine stark besuchte;״äsche Protestkundgebung gegen die Ritualmord-Literatur s,ltk in der der Vizepräsident der Kultiisgemcindc, Dr. Joscl Löwen herz, und der Präsident des Zionistischen undesverbandes, Dr. Oskar G r ii n b a 11 m, sprachen. Es »urac eine Resolution angenommen, in der die sofortige ״tsch גו g 11 a h m e des Buches von der Regie- '1״S verlangt wird. Nochmals der «Fall Hindemiih׳״ , Nachdem der Führer der Reiclismusikerschaft, Professor ׳" ',ן ,c• Gustav Ha vc mann, wie wir berichteten, für inaemith cing-Trctcn ist, nimmt in der ״Deutschen Allge- Zeitung“ Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwänglcr ״Fa» Hindcmith“ Stellung. Furtwänglcr fragte zunächst, * dcm Komponisten vorgeworfen werde, und sagt hierzu: ,.Zunarkst Ding(. lc;n politischen Chaiaktcrs! er sei jüdisch u״d h.1l,c jahrelang in dem teilweise aus Juden bestellenden ,^rQuartrU, das er ins!.eben gerufen l»al»c. als Ural scher mit- ^*־."chcr habe er noch nach der nationalsozialistischen Reve> r0י1«ח"^ ‘1׳ierenderweise mit. zwei emigrierten Juden auf V1 1״,Cn *״h,cl,mc״!»wen• Fs handelte sich liier alter um eine ru!S-, . c Vor dein Urustur* bestehende Strcichtrio-Ocscllscbaft, '«*kr Partner nicht ״F.migranlon“ waren, sondern der hervor- 4'ן, ”'•« Koniertmeistcr des Berliner Philharmonischen Orclte- ’°ld 11 erg, der erst vor einigen Monaten, in der Absicht, >4t P״* der Solisten.Karriere zu widmen, das Orchester verlassen ,n' der an der staatlichen Hochschule für Musik in Berlin i, *b angesehener I-ehrer wirkende Ocsterreicher Feuer- 1 ' .ןז*!ו• aSÜ e'ncr d**r besten europäischen Cellisten allgemein t 11e״ ,? I!■’׳ Zudem warm diese Aufnahmen die Ableistung eine» 01 ' *Urage.s.״ harua^ Mitteilung• des ״Deutschen“ wurden auf dem Viehl’idi -1.1, ״!״'da mehrere jüdische Viehhändler, clic t1<xi1 11"^, •.״“bcti hatten, angezeigt, daß das Vieh um 8 Uhr (rdtiid״״”‘ R'ntolkcn gewesen sei, so daß es Schmerzen habe bei rt״r *uus^en. Einer der Händler, der den PoUzeibeamten leiten ו".®,*Stellung der Personalien erhebliche Schwierig- 1׳stdea. a*,®10י» sei *n Schutzhaft genommen SÄFr«1 ^em Verlangen des polnischen Kultusministein, Polen ein Oberstes R a b bi n 1*ch es Jon d«,2K׳c ל c h * geschaffen, dem 30 Rabbiner angehoren, ,?litdsffpfuul j^em Monat drei in Warschau amtieren. Das ^Wncrn״!L80' *1er Schlichtung von Streitigkeiten zwjsehwt *ומי und".u!r״n<Jere" Kultusbeamten, sowie zwischen Rabbi- ®*»de Streio* ./0**tauden jüdischer Gemeinden dienen, sofern ««(de sich seiner Kompetenz unterwerfen. /יו־"׳, (vr 1״S) •׳. \y w* י/ '־/ * . / ys 0 qי/ ל׳/ <-,«/ ף\ '־*•J''' w\ ־־►4 V ׳v ,4 /*י Kurzberichte (Von unserem palästinensischen g. I.-Korrcspondcnten.) Wegen Mißernten in verschiedenen Teilen des Landes hat der lligl» Commissioncr vor seiner Urlanbsreisc die Bezirksbeamten «aufgefordert, Vorschläge für Saatanlelhen an bcdürftige Landwirte auszuarheiten. Vom Staatssekretär sind jetzt /OCX) £ für diesen Zweck bewilligt worden, und es werden die notigen Anstalten gemacht, um die Anleihen sofort auszugeben. In der letzten Woche ging der «rite Orangcntransport der Saison von Jaffa ab, der 03 000 Kisten enthielt. (Grape- Frtiils und Zitronen kamen schon vorher zur Verschickung.) Sämtliche Ware wird von der Regierung kontrolliert. I) i e Ausfuhr dieses Jahres wird auf 6 6'/* Mil- Honen Kisten gesell ätzl, Die Marktfragc wird von den zuständigen Instanzen — sowohl von der Regierung wie auch von den Verbünden der Pflanzer und Exporteure — weiterhin studiert. Ein besonderes Komitee unter dem Vorsitz, von Gold water beschäftigt sich mit der Frage der Erweiterung der Absatzmöglichkeiten durch gegenseitige Handelsabkommen mit Ländern, aus denen Palästina heute viel importiert. Die Universität Jerusalem hat die geologische S a m 1111 11 n g von Prof. Max Blankenborn tibernomnteti. Blankenborn hat sich hauptsächlich mit der Geologie Palästinas, Aegyptens und Syriens beschäftigt. Die Sammhing umfaßt gegen 8000 Werke und ihre Ucberfiihrung nach Pal äst iita (die Sammlung wurde bereits im Jahre 1921 erworben) dauerte mehr als sechs Jahre. In nächster Zeit wird eine Sammlung palästinensischer Gerichtsberichte erscheinen, die der Obcrrichtcr von Palästina, Sir Michael Mc Don ne II, gesammelt und mit einem Index versehen hat. Sic umfaßt gegen 450 Prozesse aus den Jahren 1920 -1933, die vor dem Sitprcme Court of Palcstinc und dem Judicial Committee of the Privy Coun* eil ausgetragen wurden. Ein drohender Streik der Briefträger in Tcl-Awiw ist in letzter Stunde durch Zugeständnisse der Regierung abgewendet worden. Die Briefträger verlangten eine Vergütung der Ucbcrstundcn, ihre Eintragung in die Pensionslistc usw. Ein Teil der Forderungen (Ucbcrstundcn) wurde bewilligt, andere zur Entscheidung nach London weitergegeben. Die Arbeit der Briefträger hat sich mit dem Wachstum der Stadt una der Beschleunigung des Geschäftsteinpos vervielfacht, und sic waren daher nicht mehr imstande, unter den früheren Arbeitsbedingungen fortzufahren. In der hebräischen Presse beginnt eine neue Kamnag ne für die Sicherheit der Fußgänger ln den Straßen der Städte und auch der Kolonien• von denen die größeren, wie Petach Tikwali, bereits eine überaus lebhafte Frequenz von Last- und Personenautos aufzuweisen haben. Es haben sich in der letzten Zeit wieder eine Anzahl schwerer Verkehrs- Unfälle ereignet, und man drängt die Regierung und die Munizipalitäten zum Bau breiterer Straßen und die Einführung entsprechender Verkehrsregeln, während von den Chauffcuren vorsichtigeres Fahren verlangt wird. Auf der großen Autostraße bei Djcnin wurde in der Nacht des 16. November ein ungewöhnlicher Uebcrfall auf Autos aiisgcfübrt. Die Wagen fanden den Weg mit Steinen versperrt und wurden von sieben Leuten, die maskiert und mit Gewehren bewaffnet waren, ungehalten. Die Insassen wurden des Geldes und der Kleider beraubt und gebunden auf der Straße liegen gelassen. Unter den Ucbcrfallenen befand sich ein arabischer Journalist. Die Polizei (eine Station war nur wenige Kilometer entferntl) hat die Suche , nach der Bande aufgenommen. Es ist erst einige Monate, her, daß es gelang, Abu D j i I d e, den Anführer einer bekannten Räuberbande, zur Strecke nt bringen. Die Tat der neuen Bande übertrifft an Organisation und Erfolg noch die früheren Akte dieser Art im Lande. Die Organisation der arabischen Jugend in Haifa beschloß die Einführung eines neuen Festes am neunten Tage des Mouats Schaahnn (Beginn der arabischen Revolte unter Scherif Hussein). Es sollte sich mit Orchester und Fahnen eine Demonstration zum Grabe von Faisal, dem Sohne Husseins, begeben. Die Regierung erlaubte nur eine Feier in der Moscltec und die Absendung einer Delegation an das Orab. Darauf sagte die Jugendorganisation das Fest ab, protestierte gegen die Maßnahmen der Regierung und will am selben Datum im nächsten Jahre ein nationales Fest veranstaltcn. ״El Islamiach“! die moslemische Zeitung in Jaffa, brachte zum Jahrestag der arabischen Revolte eine Gedenknummer mit Artikeln, Bildern und aktuellen Glossen heraus. Die erste Hundeausstellung in Palästina wird zu Chanukkah in Tci-Awiw stattfinden. Verlassene Kinder (Von unserem Tcl-Awiwer Korrespondenten) Mit der Vergrößerung der Stadt Tcl-Awiw beginnen sich die Fälle zu mehren, die eine geordnete soziale Fürsorge nötig machen. Unter anderem hat sich die Notwendigkeit erwiesen, für verwahrloste Kinder Sorge zu tragen, ln der letzten Woche hat eine Razzia Aufsehen erregt, die die Polizei auf obdachlose Kinder veranstaltete, Sie versammelte im Laufe weniger Stunden gegen 40 von den Kleinen in der Polizeistation, von denen ein großer Teil in den herrenlosen ,4'fts“, die als Denkmal der deutschen Einwanderung überall auf den leeren Bauplätzen stehen, übernachtete. Kenner der sozialen Zustände in Tcl-Awiw sind der Meinung, daß diese 40 nur einen Teil der kleinen Obdachlosen ausmachen. Die Polizei konnte im Moment nichts tun, als die Kinder wieder zu entlassen. Ein Mitarbeiter des ״H ajrez“ hat folgendes fest gestellt: 180 derartige Kinder im Alter von 9—16 Jahren, meistens aus den orientalischen Judengemeindcn, wachse« auf den Straßen von Tcl-Awiw zu jugendlichen Verbrechern heran. Sic überfallen in früher Morgenstunde in Scharen die Gcmiiscwagen und Obstkarren. Sie machen bei Nacht einen Streifzug auf eine Kamclkarawane, welche Kürbisse zum Markt führt und schneiden die Säcke auf. Der Artikel erzählt auch Einzelheiten von Sexualvergehen der Kinder. Der Redakteur des ״Haarez“, Dr. M. Glücksohn, macht diese Sache zum Gegenstand eines Leitartikels, der die mangelnde Fürsorge scharf anprangert. (Anm. d. Redaktion:. Angesichts dieser Mitteilung des ,,Haarez“ ist es um so mehr zu bedauern, daß das Heim für Kinder orientalischer Juden, das Frau Dr. Maja Rosenberg in Tcl-Awhv nach dem Muster ihrer Anstalt in Rechobot gegründet hatte und das durch mehrere Jahre bestand, aus Mangel an Geldmitteln jetzt geschlossen werden mußtet) Ausstellungen Gemäldeausstellung in Halis. Die Buchhandlung von Ringart in Haifa hat zum ersten Male in Haifa in ihren Räumen die Möglichkeit von Bildcrau*Stellungen geschaffen. Sie begann mit der Schaustellung von Werken Hermann Strucks und zeigt gegenwärtig Aquarelle und Zeichnungen des Malers Hins N c w in a n. Lehrer besuchen diese Ausstellung mit ihren Klassen, der Eintritt ist kostenlos, und es ist für die Entwicklung des kulturellen Lebens In Haifa ein wichtiger Sehritt, der hier gemacht wurde. Der Anfang lat klein, und die Bilder von Elias New'man sind, so ernsle Bemühungen sie auch verraten, weniger bedeutsam, als die Tatsache, daß solche Ausstellung*- und kulturelle Erzichungsmöglichkcit dadurch in Haifa geschaffen worden ist. Der Maler Elias Ncwman ist bedeutend einstweilen nicht durch seine Leistung, sondern durch das, was sie symbolisiert: den Versuch eines westlichen Juden, mit der Landschaft dieses Landes zu verwachsen. Ein Versuch, von dem man sagen muß, daß er noch nicht gelungen ist, der aber durch den Ernst und die Kraft, mit der er unter« nominell wird, Achtung verdient. Die Felder von Daganiah, die Ncwman malt, sind noch blaß, und ohne das sonnengeglühte Flirren ihrer Luft, die Stadt Akko ist steiler ühcrcinamkrgctürmt, als Ncwman es wiederzugeben vermag, der Sec von Tibcrias ist bei ihm noch unwirklich weiß, cs fehlt die Kraft und vielleicht auch der Mut, den farbige■ Aufschrei der palästinensischen Landschaft — und das heißt: ihres eigentlichen Charakters —- Bild werden zu lassen. Elias Ncwman malt noch die palästinensische Landschaft grüner, als sie ist. Er sieht in das Land Palästina noch die Landscliaftsciiaraktcrc hinein, die sein Auge gewohnt war. Es ist charakteristisch, daß die malerisch gelungensten Bilder der grüne Garten von Abbas Effcndi in Haifa und die nördliehe Landschaft von St. Malo ist, dem kleinen bretonischcn Hafen. Hans Rosenkranz. Photo-Ausstellung in Jerusalem. In der Kunsthandlung Massklt zeigt Walter Kristeller Photos aus Palästina, Landschaft und Menschen. Kristeller geht beschaulich vor, prüft die Stimmung, und so entstehen Aufnahmen, wie wir sic von Palästina noch nicht sahen. Da lacht uns ein Arbeiter entgegen, man sicht nur Hals und Kopf, en face, der Mund ist breit geöffnet, er lacht schwer, kräftig, ein Lachen, das Pessimisten umstimmen muß, Kristellcr beobachtet den Rau eines Wasserturmes; Traktoren, Lastwagen schaffen Eisen und Zement heran, Kamele führen Kies, die Arbeiter schweißen und nieten hoch oben auf dem Gerüst. Im Hintergrund Stätten der Bibel. Und aus diesem Einzclhlick formt er eine Baumontage von seltener Wucht und Prägnanz. Jerusalem, von oben gesehen. Die Klagemauer fehlt nicht, aber da sic im Mittelpunkt der Aufnahme liegt, fällt sie nicht auf, sic ist nur ein kleiner Teil, ein Punkt im Stadtbild. Noch niemals sah ich das Typische der Landschaft, das, was Worte nur dürftig wiedergeben, so klar und schön wie hier in einigen Bildnissen: Eine lange Karawane von Kamelen zieht am Meer vorbei, über dem Wasserspiegel lagern sich die Abendwolken; nur Wasser, Kamele und Wolken sind auf dem Bilde zu sehen, aber aller Zauber der Landschalt, das, was noch im Lande Märchen ist, ist von der Kamera cingcfangcn. Wolfgang Yurgrau. Solcolow kehrt nach Europa zurück Für den demnächst nach Europa zurück kehrenden Präs!• denten der Jcwish Agency und der Zionistischen Organisation, Nahuin So ko low, fand in Jerusalem eine vom Keren Hajessod veranstaltete außerordentlich eindrucksvolle Ab• schied.sfeier statt. An der Veranstaltung, in der der Direktor des Keren Hajessod, L, J a f f c, den Vorsitz, führte, nahmen die bedeutendsten jüdischen Führer des Landes teil. Ansprachen hielten Direktor J a f f c, der insbesondere die Leistungen Sokolows im Dienste der Keren Hajessod-Arbeit hervorhob, Mosche Shertok im Namen der Palästina• Exekutive und Rabbi Ostrowski im Namen des Waad Lcumi. Sokolow dankte für die ihm dargebrachten Wünsche. Jaden and Araber vor einem halben Jahrhundert Pinchas Orajewski, ein Jerusalemer der älteren Generation, der sich dadurch ein Verdienst erworben hat, daß er seit Jahren unter dem Titel ״Migginsc Jcruschalajim“ (Aus den Schatzkammern Jerusalems) anekdotenhaftes Material zur Geschichte der Juden in Palästina im 19. Jahrhundert sammelt und veröffentlicht, erzählt im ״Doar Hajom“ von der großen Ehrfurcht, mit welcher die Araber Jerusalems die Klagcmaiicr und die dort betenden Juden behandelten, und an die Heilkraft des jüdischen Gebetes an der Klagemaucr auch für die Moslems glaubten. Oft wendeten sie sich an die betenden Juden mit der Bitte, auch für sie zu beten. Eines Freitagabends kamen die arabischen Anwohnerinnen der benachbarten Häuser zur Mauer und baten unter Weinen und Schreien die dort gedrängt stehenden Juden, für eine Moslemin zu beten, die seit Tagen in schweren Wehen lag. Sie wußten, daß die Juden in ihrem Gebet in einem solchen Falle den Namen der Kranken erwähnen und baten daher für Bahidscha, die Tochter des Mustafa Raschid, zu beten. Die Juden willigten ein und die jüdische Hebamme Feige Press legte ihr Gebetbuch hin und trat bei der Gebärenden ein und leistete ihr Hilfe. Nach einiger Zeit kam sie mit der frohen Botschaft, daß die Entbindung geglückt sei, und das Kind den Namen Mohammed Abdul Kadir erhalten habe. Wiederum kamen die Nachbarn zur Klagctnauer, diesmal dankbar und froh, breiteten ihre Hände aus und riefen: E* gibt keinen Gott außer Allah, und die Juden sind die Liebiinge Allahs! Der Leiter des politischen Departements der Jewisb Agency, David Ben Gurion, ist von London nach Jerusalem zurückgekehrt. Sofort nach seinem Eintreffen trat die Exekutive der Jcwish Agency zur Erörterung politischer Fragen zusammen. Die Arabische Exekutive hat ln ihrer letzten Sitzung heschlossen, eine Denkschrift über die derzeitige Lage der Araber in Palästina auszuarbcjten und sic dem Völkerbund vorzulcgc.n. Der 18jährige Wächter Salomon iacobsohn, der mit der Bewachung eines Steinbruchs auf dem Terrain des Jüdischen Nationalfonds im Gebiet der Haifa-Bay betraut war, wurde von Arabern, die er beim Diebstahl von Steinen ertappte, angegriffen und erheblich verletzt. Einer der Araber wurde von dem in Notwehr befindlichen Wächter getötet. Jacobeohn wurde verhaftet. (JTA.) ||V- ' i ■- A A % t Ä i I. 1 i«, »־ 4 ׳ '1 ־ %■ '!A:; Aa׳■ Av M . 1־ ־>& J f' 4 \; l!;;־; ו יי 1י 1 י׳ 1 .־ 1 I ■ I