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Jüdische Rundschau · 1934-11-27 · Heft 95 (27.11.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 95 (27.11.1934)
Date
1934-11-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 jCPrSCHE RUNDSCHAU Nr. 95. 27. XI m, ' ׳.,״ ־;ץ/ ^*״״/ ך•׳, ff*\t *»־־־ '4•««׳' *f4 י־׳״״ו 0 ך״ף tM05 (Pi: 71 1 ’"״ •5 ";s_.il r"ץ'""׳, «L t^>4i 1 n 1 v4»^ i Von Dr. Ernst Simön, Haifa, z. Zt. Frankfurt a.M. DM Stellung tum historischen Judentum und zur Religion ist heute innerhalb und außerhalb der ztomstl. sehen Kreil ein Problem von starher Aktualität, dm von vielen h,meinen und auch von manchen Gruppen als entscheidend empfunden wird. Wenn wir im nachfolgenden eme ursprünglich ßr das MunaHMalt der Werkleute" bestimmte bchennlnlsha/te Acußerung, dtc schon durch die hlaro und abaralchtltch• Schemat - ZZ l^end wirken wird, abiruchen, so Hegt « im Wesen der Sache, daß damit seitens der IM Hon nicht Stellung genommen wird. Die Schwierigkeit, mich über dieses sehr persönliche Thema hier zu äußern, wird dadurch erleichtert, daß ich um meine Meinung ausdrücklich gefragt wurde. Eine Antwort über solche Dinge ungefragt zu geben, konnte bedenklich sein; sie dem ernst Fragenden zu verweigern, verstoßt gegen die uns ruferlcgtc Verantwortung, Ro darf auch die rorm eine persönliche sein, schon damit klar wird, daß nur icn allein, und nicht etwa irgendeine Gruppe, die Verantwortung für die liier ausgesprochene Ucberzcugung tragen. I. Als irh aus völlig entjudetem Berliner Milieu stammend, als 17- und 18jährigcr Kriegsfreiwilliger durch die Erlebnisse im llerre und an der Front sowie durch direkte Beeinflussung «IliimltlfVIi Zionist wurde, *feilte sich mir sehr hnld ein« l'rage in zunächst rein logischer und abstrakter Form. Sie lautete etwa so; l>!1 brichst mit den Ucbcr/eugiingen Deines Elternhauses und seiner Umwelt in bezug auf Deine nationale Zugehörig« keit. Du glaubst nicht mehr, Volksdeutscher zu sein. Du bist Nationaljudc. Darf sich diese Revision der anerzogenen und selbst schon zur Tradition mindestens einer Generation ge« wordenen Anschauung uiigcnrüftcrwcise auf einen einzigen Punkt aus dem Ganzen beschränken? Die Gene« rationcn der Assimilation haben ja nicht nur das nationale Judentum verworfen, sondern mit fast der gleichen Radikal!• tat auch das religiöse. Wie, wenn auch hier eine Revision der bisherigen Ablehnung nötig würde? Jedenfalls verlangte die Erbschaft der Urvater, daß man sie nicht verwarf, ohne sie Vorher kennengelernt zu haben. Aus dem Kriege heim• gekehrt, begann ich zu lernen. II. Jede ernsthafte und nicht voreingenommene Vertiefung In die Urkunden des Judentums, von der Bibel an bis zu Hermann Cohen und Franz Rosenzweig, zeigen, bei aller Vieldeutigkeit des ״Wesen des Judentums“, eines völlig eindeutig: die innere und unauflösbare Bindung, die Religion und Volkstum hier cingcgangcn sind. Man kann dieses Faktum rationalistisch erklären und cntwicklungsgcschichtlich anal}- sieren: man kann cs nicht wcgleugnen. Etwas ganz, anderes aber ist es, diesen Grundzug im ,,Wesen des Judentums“ zu erkennen, oder auch: ihn als objektiv gültig anzuerkennen, als sich zu ihm zu bekennen, ihn auch für sich persönlich zu bejahen. Unsere jüdische Epoche ist gerade deshalb eine ,,kritische'4, weil das person* liehe Judcscin sicli mit dem objektiven Judentum häufig nicht mehr zur Deckung bringen läßt. Es gibt min verschiedene versuche, diesem Dilemma nt entgehen, Der extremste ist eine Art ״Kopfsprung in die Orthodoxie“ radikalster Art, auch im politischen Sinne, wobei einem nicht mir Hören und Selten, sondern auch das Denken vergeht. Das neue Element schließt sich brausend um den Ncophytcn, er kämpft seine Zweifel ״tapfer“ nieder. Ein anderer Ausweg, kaum minder extrem, wenn auch hach der anderen Seite hin, führt in die Richtung, die Bube ז s Haltung kennzeichnet: Prinzipielle Anerkennung sowohl der einmaligen wie der fortwirkenden Offenbarung, aber Askese mul Abstinenz dem Ritus gegenüber, gerade aus der Ehr• furcht vor dem echten, aber heute unvoilzichbar gewordenen üotteswort. Eine dritte Haltung vermag sieh zu bestimmten reifgiösen Ucbcrzeugtingcii übedianpt nicht durchzuringcn, hejaht aber die jüdischen Formen als ״nationale Werte4', jedenfalls in der Diaspora, wo sie dem notwendigen Zusaninicnhalt des Volkes dienen. Die Blasphemie, die in der unreligiösen Handhabung des religiös Gemeinten liegt, kommt hier gar nicht zum Bewußtsein. Doch kann cs auch geschchen, daß eine nur scheinbar arcligiösc Ideologie, die eine religiöse Praxis decken soll, gleichsam ein Vorwand für eine uneingcstaiidcnc legitim religiöse Haltung ist. Nicht immer weiß man, was man tut. Viertens besteht die Möglichkeit, gerade als Zionist ■das liberale Judentum, also das Recht zu subjektiver Auswähl unter neuen Gesichtspunkten zu bejahen. So wenig die yerbindung zwischen Reformbcwcgung und AntizionisniuS ein historischer Zufall gewesen sei, so wenig müsse sic doch eine unabänderliche Konstellation bezeichnen. Gerade in Palästina, wo das Gesetz nicht mehr die soziologische Funktion der Volkscrhaltung habe, könne seine innere Entwicklung von autonomen Kräften her wieder einsetzen. Schon im Elinblick auf diese Zukunft aber sei Auswahl erlaubt und, um der religiösen Ehrlichkeit willen, geboten. Letztens schließlich wird der folgende Standpunkt «In• genommen: Die Bindung zwischen Religion und Nation im Judentum ist das unnormale Erzeugnis der unnormalen Diasporngeschichtc. Zionismus ist Normalisierung; er dart und muß cs gerade auch in diesem Punkt sein. Wenn das fremd Scheinende zunächst einmal und auch später immer wieder geduldig ״auszuprobieren", und die nationale Bindung führte zu dem Wunsch einer wenigstens in den Grundzügeu verbindlichen Lebensform, die auch dem Volk in seiner Breite und Dauer — oder cs für seine monothewtisehe Aufgabe isolierenden Dauer (Cohen)I ~~ eine Antwort sein könne. Bubcr trifft nur jeweils den Einzelnen, wenn auch den in der Gemeinschaft, und jeweils nur den ein-?einen Augen blick, wenn auch als Teilganzes der Ewigkeit: ums so ergab sich schließlich, daß die, dogmatisch genominell: wohl doch liberale, Auswahl aus dem Gesetz de facto sich auf beinahe alle FLuiptgcblcte dieses Gesetzes erstreckte und so zu einer jüdischen Lebensform führte, die nach außen hin, trotz aller gegenteiligen Beteuerungen, als ״oi llimfox" mißverstanden werden könnte. Wie weit aber war dieses frcü׳c wählte Gesetz doch — Gesetz? Insoweit, als es nicht gewühlt wurde, wie der autonome Mensch seine Taten und deren Folgen wühlt oder zu wählen glaubt, sondern ausgcwählt wurde aus einer objektiven Tatsächlich• keit. deren wirklicher Offenbarungskern dem versuchend Er• lebenden immer wieder durch die Hüllen entgegenkam. IV. Von einem dieser Erlebnisse will Ich min noch zu erzählen versuchen. Es war auf dem 12. Ziorilstenkongrcfl, den ich mit Rabbiner Nobel (Frankfurt a. M.) besuchen durfte, und cs handelte sich um die Frage der Wahl Jaboimskys, des Revlsionlsteufiihrers und Vorkämpfers einer jüdischen Legion, in die Zionistische Exekutive. Die Vertretcr der ״Tlioratrcucn'1 auf dem Kongreß, also die Misrachistcn, batten nichts Prinzipielles eiimrwcnden, falls sie die Wahl nicht gar begrüßten. Der einzige Mann, den nicht nur sein — außerordentlicher! — realpolitischer Scharfblick, sondern vor allem auch sein als jüdisch von ihm und anderen empfundenes religiöses Ethos mit aller Entschiedenheit aut den Pinn rief, war Martin Bubcr. Ich cmnfand Ihn, den vom jüdischen Gesetz Abgefnllcnen, damals — wie noch heute — als den legitimsten Sprecher der jüdischen Lehre. Wieder kann das nicht im Sinne einer objektiven Festlegung ihres Dogmenbestandes gemeint sein, sondern in dem Sinne, daß Bubers Interpretation des Judentums mir die zu sein schien und scheint, die uns also heute aufgegeben ist: sie allein kann den Absturz des Zionismus in einen Normalnationalismus, und damit die schlimmste Kollektivassinülation des Judentums, verhindern. Die Rabblnen aber — schwiegen. Die Hüter und Bewahrer des Judentums zeigten sich außerstande, sein Wort zu entfesseln und, auch nur versuchsweise, als wirkende Kraft einzusetzen. Damals wurde mir klar, daß wir in dieser unserer Zeit nicht wissen, wer jüdisch ״gerecht" ist und wer es nicht ist. Der Riß geht durch alle Lager, und er gellt durch jedes Herz. Von dieser Stunde ar. wußte ich, dar dox“ sein werde. V. Die positiven Aufgaben, die sich aus dieser Haltung ergehen, seien einer Veröffentlichung Vorbehalten, die der ״Britli Chaltizitn Datitm" plant, dem ich zwar nicht angehöre und den ich keineswegs für die hier vorgetragenen Mciniingcn verantwortlich machen darf, dem aber — neben dem Britli Sch,110m — das wesentlichste und hoffnungsreichste Stück meiner zionistischen Arbeit gehört. Heute und hier daher nur die folgenden programmatischen Andeutungen: ich nie ״ortho- 1. Die Thora -- im engsten wie im weitesten Sinn!• kann nur dadurch wieder aktuell und aus ihrer orU10<in«"~ Erstarrung erlöst werden, wenn sie wieder anspr»cj!n bar wird. Wir selbst müssen uns mit unserem ganzen |׳ ihr gcgrnlihcrsfcllen und sie, gleichsam, herausforderti? 111,1g sich dann hcrausstellen, daß die prophetische die Thora und Tcriach in wesentlichen Bestandteilen jj3 heutigen Form geschaffen hat, die also keinesfalls jln g ff inflnoinisflsch (gesct/csfcindlich) war, die uns am unmi«? barsten angehende Offenbarungsschicht kt. (Abgrenzung״,.״! die Orthodoxie.) א י '2. Ein solches Judesein wird nach einer neuen Tot»|| ־i; tat des Mensch seins verlangen. Die eigentümliche no!:'! fische Charakterlosigkeit des IMasporajuden, die ihr!!0'; in Italien zum Faschisten, in England zum Anhänger j ' parlamentarischen Systems macht, wenn er nur Syna™׳;!״ lind Geschäft, oder gar (Jeschäft und Synagoge ruhig weiter, betreiben kann, ist nur in einem vollen indischen f)Jse;’! : zu überwänden. Ein aus der alltäglichen Wirklichkeit UlKj ' ihrer Verantwortung ״ausgeklanunertes Judentum“ muß von ' einem wirklich gelebten Tag zum anderen an relitziösem Ernst einhüßen. (Abgrenzung gegen liberale Kanfcssicmal. •icrung.) 3. Die Frage, 0)1 die Ethik der Thora für ״unsere Zeit“ oder messiinisch gemeint sei, wird meist im Sinnt der ersten Möglichkeit beantwortet. Wie steht es aber mit dem Thoragebot: ״Du kannst Dich nicht entziehen?" ziehen wir uns nicht dauernd dem Anblick des fremden Leides;• ja, ist nicht dieses Rich-Verbcrgen und Augenschlicßm geradezu unsere allervitalste Lebcnsfunktion? Wer von uni könnte weitcrlcbcn, wenn er jeden Eindruck der Not, dn ein Gang über die Straße dnrbietet, bi» an sein Herz ließt? Die Folgerung daraus ist klar. Wir müssen eine OrJ. nung der Gesellschaft erstreiten und erkämpfen, in der dies« Kerngebot der Thora durchführbar wird. Es ist nicht mcssianisch gemeint, aher fn dieser unserer Zeit kAnnen wir es noch nicht erfüllen. (Abgrenzung gegen religiösen Quietismus und Kapitalismus.) 4. Das Werk Gottes wird heute nicht von seinen Priestern getan: sein Ort ist im Profanen. Aber es bedarf auch solcher, die darum wissen und in dem Wissen leben, daß cs sein Werk im Profanen Ist. Es bedarf also unserer Mittat, damit die ewige Substanz auch in den Exilen nicht nur solche Gefäße findet, die sich ihr verschließen möchten, wenn sie könnten, sondern auch solche, die ihr mit der Freudigkeit des Herzens und Bewußtsein aufgetan «ind. (Ab• grenzung gegen unreligiösen Zionismus und Nationalismus.)! 5. Unsere Zeit zeigt einen tiefen Zerfall zwischen den Urtrieben und dem Geist des Menschen. Im vorigen Jahrhundert und bis in dieses hinein wurden die Urtriebe vom Geiste vernachlässigt und alles, was mit ihnen in Verbindung steht, in den vom Geist geprägten Systeme zur ״Privatsachc“ erklärt. Der sich vielfach, auch im jftdisehen Volke, geltend machende Umschwung, treibt ins andere Extrem: die Urtriebc setzen sich als höchsten Wert• maßstab. Der Geist des Menschen hat in diesem seinem Bankerott erwiesen, daß er nicht fähig ist, er allein, die Natur des Menschen zu beherrschen, weil sic ja mehr als Natur nur des Menschen ist. Sie ist, als geschallene, Ciottes, und nur der Geist Gottes kann sic bändigen und in den Dienst zwingen. Die jüdische Halacha, das Religionsgesctr, ist der großartige Versuch, die Natur des Menschen weder zu negieren noch freizusetzen, sondern zu bewältigen, und zwar vom göttlichen Gebot her. Sie ist also eine mcU״ physische und religiöse Kategorie auch für den, der ihr teilweise ungehorsam sein muß, der sich ihr nicht gm unterwerfen kann. Auch er wird für eine jüdische Gemein• schaft, die vom Religiösen her das Nationale und Soziale im Lande Israels zu formen versucht, mindestens das wünschen müssen, was er selbst verwirklicht: Beachtung der Malaiin in allen das öffentliche Wesen gestaltende Bezirken (Speise• gesetze, Sabbat), um nicht scheinbar noch in entschcioungs• loser Sdiwebe, in Wahrheit aber schon negativ entscheidend, wenn auch vklleicht nicht negativ entschieden, alle die• jenigen auszusperren, deren volleres Judescin solche Be• achtung als Voraussetzung seines höchst wünsehharen ein• flußnehmenden Mittcbens fordern muß. (Abgrenzung gegw religiösen Individualismus und Antinomismus.) , t >( h A peuch «'uns! Ehr*״ f Wie־*״ \ »ur ־ ־ ״esta«. ilfii'h ( ffltsd'•,, Die l lieh 1' « icn ן ' Gnwi 30 N»״,: Lrf'Cy nilf!׳ erjeh r׳! Jude1 es«!׳ ׳ ihm ,־ Ocm,ä ten! «dit •,׳ (ifdce' Bayc-S grad; j und ׳ Han j1■ eine!) leim' ßck» Eds Tray1׳ den!,; des ״; Teil 1!>! M; ten ..' auß! ' »im,, KhV, V f- 1 i ־«?, Die Reidtsverireiiing T>ie Rcichsvertretung der deutschen Juden teilt mit: Am 14, 11. trat der In der fetzten Bcfratssitzung der Rcichsvertretung der deutschen Juden eingesetzte Organ!• satlonsausschuß erstmalig zusammen. Der Ausschuß soll ״die organische Weiterentwicklung der Rclchsvertrctimg beraten“, also Insbesondere die Fragen der Ausgestaltung einer engen Zusammenarbeit zwischen Reichs- Vertretung, Landesverbänden und Gemeinden und Orfianlsatlomcn behandeln und zu praktischen ArbcitsvorscnBIgeni verdichten, Die erste Tagung war einer grundlegenden Ausspräche über die organisatorischen Probleme, die sich aus der Arbeit der Reichsvertretung ergeben, gewidmet. Von den Teilnehmern der Beratung wurde der geschlossene Wille aller Körperschaften des deutschen Judentums betont, die Arbeit der Rcichsvertretung tatkräftigst zu unterstützen, die Rcichsvertretung zu stärken und die Verbindung zwischen Rcichsvertretung und den sic tragenden Landesverbänden, Gemeinden und Organisationen durch eine enge Zusammenarbeit auszubaucn. In den nächsten Sitzungen des Ausschusses sollen entsprechend dem Vorschlag des ...... . ... Vorsitzenden, Ministerialrat f. R. Dr. Hirsch, die organlsato- Israel wieder ein ״Volk wie alle Völker“ sein wird, und der rischen Fragen, getrennt nach den einzelnen Arbcitsgcble- Zionismus führt es den Weg zu diesem Ziel, so wird ihm, Icn der Refchsvcrtrctung, Insbesondere Schulwesen, Wirtschon auf dem Wege, Religion zur ״Privatsache“ werden. Wer will, darf natürlich religiös sein, aber die meisten werden nicht wollen. UI. Naturgemäß verläuft eine lebendige persönliche Entwick« Jung niemals in einem dieser Schemata. Trotzdem haben sie ihre Bedeutung, nicht nur für eine theoretische Typenlclirc, sondern auch lebensmäßig. Entsprechen sie doch, wenn auch naturgemäß nur in großen Umrissen, faktisch bestellenden Gruppen, die sich dem suchenden Menschen als Vorbilder a!mieten oder gar aktiv um ihn werben. Außerdem mögen manche von ihnen als atternative Möglichkeiten, zu verschiedcnen Zeiten wie auch gleichzeitig, in seinem unruhigen Herzen Gestalt gewinnen. 1111 großen aber handelt es sich hier doch um nachträgliche Typen, nicht um Vorbilder also, sondern um Abziehbilder (Abstraktionen). Schon deshalb ist es für mich sehr schwer, eine Aussage darüber zu machen, zu welcher der obigen Gruppen meine eigene Entwicklung mich geführt hat. Doch läßt sich negativ sagen, daß die erste und die letzte Möglichkeit, also die .. hpatnnnime Den1״.... 1,,-»י44-ו1 ) ״ j__ v»_*!»•׳^ . , schaftshilfo und Wohlfahrtspflege durchberaten werden. *> . Es berührt merkwürdig, daß die Verwaltung der Jüd i sch c 11 Gemeind׳« Berlin, obwohl laut vorstehendem Comiminicjuö die Verhandlungen des in der Bciratssitzimg eingesetzten Organisations-Ausschusses im Gange sind, «s fur richtig hält, an die jüdische Presse jetzt ein Protokoll über eine Sitzung zu versenden, die Anfang Oktober,, vor mehr als sechs Wochen, auch vor der Tagung des Belrat es, stattgefunden hat und ln welcher die Berliner Gememde gegen die Rcichsvertretung Stellung nahm. Dieser Bericht, der vom Berliner Oemeindeblatt lind einigen anderen jüdischen Zeitungen jetzt abgedruckt wird, enthält eine Vorbemerkung, in der cs heißt: ״Die Auffassung der Gememde ist jedoch die gleiche geblieben“. Man darf vermuten, daß diese Veröffentlichung den Zweck hat, auf die. Verhandlungen des Ausschusses einen Druck aus• z>«ühe*1. Es wäre sehr unedel anzuiicfimen, daß sich die Mitglieder des Ausschusses wirklich hierdurch beeinflussen lassen; die Aktion der Berliner Gemeinde könnte eher eine ״besinnungslose“ Orthodoxie und der Normalitätsrausch des gegenteilige Wirkung haben als hcahsiehtlrrf iäV"'rw״ü Een ÄftferfA da־ß tr »4 O.“ ÄÄ jfwÄÄ die org.״ Yruppen “, fC'MSsen Elementen m der zumsatonschcn Finessen gar nicht durchschallt hat h״t11 L e!vlul״en^n *£1scl1un$ vertreten sind. Bubers gläubige starkes Gefühl für Loyalität, Und die’Berliner luden Vorsicht wirkte als Ferment gtßen jede systematische Verwerfen die Frage auf, wieso et kommt daß das AmitbliH Unvorhergesehen^" ^kcinU^die*bdf’F d־Lt",d,<S dcr.8.c,'־l<t1<!r, Jochen Gemeinde bis heute noch nlchfoeS Wahl «&, SS »TfJX'JiUt™ «»1 ״־Z JSflÄte ״%?2״*“ Sä,*׳ positive Pflicht dar, nichts ungeprüft zu verwerfen und auch Sachen sehr nahekommt, wenn das Oemeindeblatt in seinem Bericht über diese Tagung nur von der Einsetzung des Organisations-Ausschusses, nicht aber von dem in der• selben Resolution enthaltenen Vertrauensvotum W die Rcichsvertretung Kenntnis gibt. Wir wollen nicht, daß sich in unserem inncrjüdisehen Leben so üble Sitten cinbiirgcrn. Hat man schon ״parlamentarische“ oder parlamenfsähnliciie Institutionen, dann muß man auch die Gesetze der F a i rn ess_ über aßt* stellen. Nur wenn das Ideal des Gentleman auch in der ו01ין• tischen Auseinandersetzung gilt, werden wir unser me!• jüdisches Leben so gestalten können, wie es jüdischer wurde entspricht. Wir können hier so manches von den Engländern lernen, den bisher unerreichten Meistern der parlamentan• sehen Demokratie. Mit aufrichtiger Bewunderung kann ma z. B. die Rede lesen, die der englische Außenminister ף• John Simon am 22. d. M. im englischen Unterhaus g«־*״ ten hat. Sir John hatte in einer früheren Rede in der gclcgenheit des Waffenhandels einige unglückliche rorirra• lierungen gebraucht, die von der Opposition (darunter j« von Fferbert Samuel, .der, von einer Blinddarmentzuiw^ genesen, in seinem Wahlkreis «ine Rede hielt) scharf Kn giert wurden. Im Unterhaus sagte nun Sir John Simon: ״Es ist m diesem Haus nichts Ungewohntes, daß Un{f; haus-Mitglicder die Reden anderer Leute kritisieren, oxn so gewohnt ist es, daß ein Mitglied seine eigenen K*״־ kritisiert. Nun, ich will dies« nicht übliche Rolle Ich bin mir dessen bewußt, und ich sage das in aller u richtigkeit zu meinen Genossen hier im Unterhaus, 0*״ mir nicht gelungen ist, meine Anschauungen dem Hau darzulcgen, daß sic den Eindruck erzeugt hätten, <*en beabsichtigt hatte. Ich glaube, es ist viel besser dies . sprechen. Wenn «ine Rede nicht nach dem exakten wo״ beurteilt wird, sondern nach dein Eindruck, wcfJc’£nfjne tatsächlich draußen erzielt hat, dann war meine Reue sehr unglückliche. (Zustimmung.) Ich bin froh, da". “*״!!. Ucbereinstimmung herrscht, und ich will nun die Sache mals anpackeu, und wir wollen sehen, wie weit wir wieder übereinstimmen.“ .1»״* Das ist die Art und Weise, wie ein Gent Entgleisung, wenn sie — von ihm unbeabsichtigt — r schlechte Wirkung her vorgerufen hat, aus der Wett .. h״־ Hier sollten alle in die Schule gehen, die im offM Leben, sei es auch nur in unserem kleinen innerjua Bezirk, agie/cn. 11 e 1!j L«g־v 1' Sch* jf» Still Rotu Ho; "־ Schilt1 Arcft Rei ־ Beiii I H ־.ן, . Frage auf, ob es nicht einet Fälschung det Tat• liaupUclwiÜkiter! Dr. Robert Welt ich, Berlin-Chirlottenbwf Stellvertreter! Kurt Loewenitein, Berlin W 18. An«ige! und verantwortlich für den Anecigcnteitt Helene cb*BC Berlin N 64, Verlag und Anieigenverwaltung) Jiidiieh« *a? p-j? V 16, Meinekestf. 10. D.-A. Oktober 35 060« Zuwit 1 .־ vom X Januar 193♦ gültig. Druck! Siegfried ״״א Berlin• Schöneberg■ Berlin W (Ute Nr. *ä ' I ü! ״O'H, Rn,,׳ wu/ Eft,1 Nil׳ sta ,״ Hil L»i, ׳' וויי; B1 ׳ ru, tY >ü. , יי" zu, Hl *Cl Ar I Ce , l׳n':i V 1 i«׳t t*j t *ff 1 *U H־ Uj mf l .וד 1« >i m; v b ' k h> Tk'-.. S׳ v, S-j 1' i 1 H

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