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Jüdische Rundschau · 1934-11-23 · Heft 94 (23.11.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 94 (23.11.1934)
Date
1934-11-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 5 ו Kf 94,?3 XT 1934 * -- j Zur Gründung des Vereins ״Jehud“ in Palästina Von Heinrich Loewc, Tel-Awiw In unser!״ alten Schrifttum ist gelegentlich davon die OmIc, (Iah, wer; gut tadeln will, mit item Lohe anfängt. »t,cr auch die Umkehrung hat ihre Berechtigung. Wer mit ס«!!( und mit Erfolg lohen will, der sollte nicht ohne Grund -it dem. Tadel beginnen, Erst wenn man mit der Kritik nicht Jariickhält, darf man erwarten, daß auch das Lob, das man ״teilt, «ls cin objektives von den Lesern und Hörern entffgcnfcnoruncn Wird. Es sei gestattet, hier diese Methode jnzinvendei!. Ulan *oll uns das nicht _ als Ueherhehlichkeit auslcgcn. yielinehr int es ganz natürlich, daß, wer neu nach Ercz lisracl k»n int, manches fiiuiet, was seine Kritik herausforä״t. Frcilic h erweist sich vieles hei längerem Aufenthalt und ki pcnaiieiem Hinsehen als ״״berechtigt. Haß trotzdem ciui- »cs bleibt, ist selbstverständlich. Wir kommen aus Ländern, ijic seit Jahrtausenden trotz mancher Erschütterungen in sta•!,ilcin Fortschritt begriffen waren, und wenn auch nicht überall die moralische Kultur mit dem Fortschritt technischer Errungcnsclialten Schritt gehalten hat, so waren es doch in Europa utui sogar in Amerika Zustände, die auf langer und stetiger Entwicklung beruhten. Anders ist das in Palästina. Wer sich besinnt, wie das Land vor nur vierzig Jahren ausgesehen hat, wie es keinen uv׳ und keinen Steg in dieser entlegenen Provinz der Asiat'!■ ghen Türkei gegeben hat, wie man meilenweit durch mannsi0!1es Unkraut und Gestrüpp reiten konnte, ohne einer Mcnsdunse .,Ic zti begegnen, und die rapide Entwicklung von fajte dag egenhält, der versteht, daß er sich in einem neuen Kobnisntiorslandc befindet, das um so größere Schwierigleiten bietet, je älter die Kultur ist, die früher einmal in diesem Laute geblüht hat. Da kommt nun der deutsche Zu- »anderer, aus ganz anderen Verhältnissen mit ganz anderen Vorstellungen, mit ganz anderen Gewohnheiten und Bediirfpissen, aus anderem Klima, aus anderer Anschauung, aus einem anderen Arbeitstempo und anderer Arbeitsvertcilimg, und hat cs deshalb viel schwerer als andere Einwanderer, sich mate riell und erst recht seelisch in diese Koloniahvirtjehaft ci»/ufiigen. Und doch ist diese ״Einordnung“ die Vor- Bedingung zu seiner Existenz, zu seiner Teilnahme am Leben des Landes und des Volkes. Wir wollen gleich betonen, daß ein großer Unterschied nrkhcit den jungen Menschen bestellt, die als Chaluzim vor- «bildet sind, und die das Land draußen aufbauen, und Menschen, die schon die Höhe des Lebens erreicht oder gar Überschriften haben. Am schwersten wird es der bürgerliehen Klasse, die an cin ruhiges, gewissermaßen systemalisch geregeltes Leben gewöhnt war. In ihrem Oeschäfte waren sie an strengste Rechtlichkeit gewöhnt. Sie tonnen dieselbe Ehrlichkeit im Geschäft auch hier finden. Nur dürfen sie nicht vergessen, daß die Rechts gewöhn* Riten vielfach andere sind. Es gibt Kreise, die bei aller Redtchkeit glauben, daß das besprochene Geschäft nur dann als *hgeschloss«n gilt, wenn ein schriftlicher Vertrag, möglichst mit einer festgesetzten Konventionalstrafe, förmlich abgeschlossen ist. Und das entspricht den alten aus türkischer Zeit überkommenen Rechtsgewohnheiten, daß das bloße Wort nicht als verbindlich gilt. In der falschen Voraussetzung schließt man dann cin Geschäft mit solchen Kreisen ab, die Streng an der alten Landesgcwolmheit festhalten, und Ist sehr erstaunt m d meist empört, wenn man erfährt, daß das mündliche Absprechen des Geschäfts keinerlei Rechtsverbind• ichkeit enthält. ״Ein Wort ist doch ein Wort!“. Aber daß dieses Wort eben noch kein Wort war, in dieser Verbindung kein Wort sein konnte, bleibt dem neuen Zuwanderer noch unbekannt. Dabei aber muß festgestellt werden, daß weitaus die größte Mehrzahl der Kolonisatioiisbevölkcrung diese ge* Khältlichc Praxis nicht zu der ihrigen gemacht hat. Dieser deutsch-jüdische Bourgeois ist an Ordnung ge- *,ahnt und vermißt sie auch da, wo sie gar nicht möglich ist; er sucht auch gewisse ästhetische Formen. Zum großen Teile gehören diese Leute den besten zionistischen Kreisen w, die seit Jahren und Jahrzehnten in der vordersten Reihe du zionistischen Front gestanden haben. Diese alten Kämpfer «ollen nicht tadeln und nicht kritisieren. Aber sie wollen M ihren schwachen Kräften helfen, es besser zu machen. ,Man sicht, daß die V c r w a 11 ti n g nicht immer zu* lochend ist. Auch das ist ganz natürlich. Denn wenn man bei uner hevölkerung von 450() Seelen vor kaum 12 Jahren eine »mvallung hatte mit einem Zuschnitt für eine solche von IOOOO Seelen, so war das eine sehr weise Voraussicht. Als Bevölkerung vor rund 5 Jahren auf mehr als 25 (WO an- (!wachsen war, gab es eine völlig der Lage der Dinge adä* Ouaje Verwaltung. Aber im Laufe dieser 5 Jahre ist m Tel- Awiw — und hier ist immer iii erster Linie von dieser ganz!"וויהי Stadt die Rede — die Bevölkerung über das erste hunderttausend hinaus gestiegen und steigt weiter in einem ftten Maße a״, daß heute längst überholt ist, was man P*ern no<h träumte. Mit diesem rasenden Tempo kann keine »,twaltung Schritt halten, und was doch geleistet wird, ist *11,facli ein Wunder. Unter diesen cingcwandcrtcn deutschen M*n sind eine ziemliche Reihe alter erfahrener Beamten, « wissen, daß peinliche Genauigkeit mit einer pünktlichen 1,*;״!x'ung in keinem Widerspruch stehen muß. Dazu gehört «urlich eine alte durch Generationen vererbte Erfahrung, die B hier noch nicht geben kann. 1)1esc europäischen Zuwanderer vermissen bet dein Vermit den Behörden die schnelle und doch genaue Erlcdipng, , ,!יין Drange der ungeheuren, vor allem materiellen Aufbautiü-Ii m'1sse״ andere Gebiete natürlich einstweilen vcrnach- W'ctden. Das trifft auf die soziale Fürsorge in f!° *1[,״Milic zu. Man hat an der belebtesten Stelle der Stadt . scl1ö!1cs Altersheim. Aber, was hier mindestens so notig »1!.," *in Waisenhaus fehlt gänzlich. Ein Haus für junge ״'״ uü ßte errichtet werden. Es gibt die Anfänge, eines L'fdon Kindcrasvls. Aber die Zustände heischen dringend d , ״״*tassende ’Gründung auf diesem Gebiete von seiten ״ 'dleiilhclici, Hand. Debora!! sind Kinderheime und KinderijsJn' V*־ s°He11 namentlich auch erwerbstätige Mütter ent- (",יי' ז Aber das sind private Unternehmungen und sehr stfk!' ,nn außerdem ein Kind im Verdacht einer Krankheit 1״v ,Un(l das ist oft der Fall, so darf es wegen möglicher M,rckunl:sgcfahr nicht teilnehnten. Dann bekommt es die dir w Jur״ck■ Was soll sie dann tun? Und so häufen sich ־Innigkeiten, denen von der Stadt und der ReUgionsmtc Rechnung getragen werden müßte, mwu fste Verein, der sich dieses Ziel in weitem Srnne «ordfH *m*׳ von alten deutschen Zionisten gegründet dn S “,!*י hdßt ״> c h 11 d“, d. h. Einheit. Einigkeit, Ver- Juden״®’ ^usa'11menschluß. Aber er will nickt bloß deutsche Um!» *115׳unmenfassen, obgleich die Mehrzahl von hier W\!,uM)״^cn* 0*1,6י Rücksicht auf Partei und Herkunft^ foiirtiJr rc!*e Elemente zusammcnschÜeßcn, die für Ocrad- UoiTttJt ״nd Sauberkeit in Straßen und Herzen, in Hwel v*«del emtreten wollen. Die große Tdtnahme von deut«;JÜDISCHE RUNDSCHAU Mt ir^J״^ ו! ך י 1 י— 1 1 , י . ,י : 1 (*■"י—B 0 sehen Ost Juden fällt dabei auf. Die haften nach Deutschland jüdische Kenntnis und jüdische Gesinnung mitgebracht und naben dort europäische Schulung erworben. Auch Juden aus den besten russischen und scfardischcn Kreisen haben »ich tätig augcschlosseii. Vor den Feiertagen ergab es sich, daß für diese Kreise ein geeigneter Gottesdienst fehlte. So wurde — als erstes Auftreten des Vereins nach außen — Im Jascha-1 leifetz-Saal ein regelmäßiger Gottesdienst eingerichtet. Eine zweite Belätigung des Vereins erwies sich als schnell notwendig. In den Kreisen der Zuwanderer werden Todesfälle viel schwerer empfunden, als schon an und für sich mit solchem Unglück verbunden ist. Hierzu kommt aber die notwendige »rituelle Beerdigung, die liier 111 Hast und nicht immer mit Würde vor sich gellt. Der Europäer fühlt sich durch die Formlosigkeit gestört, lieber diese Empfindungen hilft der Verein ״Icmid“ ihnen hinweg, indem er das ersetzt, was von der Gemeinde nicht geleistet wird. Man sorgt für Zuspruch und das lintisliehe Gehet, und nimmt die dringendsten materiellen Pflichten ehren;untlich auf sich. Mit Recht werden Hochzeiten hier ohne Pracht und ohne Prunk gefeiert. Aber manchmal ist diese formlose Standesamtliche Trauung vor dem Rabhlnat gar zu kalt und gar zu nüchtern. I)a muß privatim durch den Verein das Fehlende ersetzt werden. Natürlich Ist cs erst recht abwegig, wenn man dieses jüdische Standesamt umgeht, um sich vor einem anderen zu verheiraten. Eine wichtige Gelegenheit, in die jüdische Jugend und in die Familie jüdische Gesinnung zu tragen, ist die Jugendweihe, die als Uar-Mizwah-Feier namentlich in Deutschland eine besondere Form gefunden hat, während man. In Ostcuropa diese Erinnerung zum Judentum nicht nötig hatte. Diese Bar-Mizwali-Fciern werden im Gottesdienst des ״Ichud“ in vorbildlicher Weise zur Freude der Familie und zur Erweckung und Vertiefung jüdischer Gesinnung ausgewertet. Vor allem aber dient «er Verein gegenseitiger Bcratung und Hilfe und leistet trotz kurzer Zeit seines Be- Stehens schon jetzt auf diesem Gebiete wichtige Arbeit Er Eine IielrSiscIie Zcilunjj lör deutsche Einwanderer, Seit kurzem erscheint in Tel-Awiw eine Wochen- Zeitung ,.Ha'ivri“, lieratisgcgcbou vom Bund zur Verbreitung der hebräischen Sprache in Palästina. Das Erscheinen dieses Blattes stellt eine ganz außerordentlich wichtige Tatsache dar, auf die mit Nachdruck hingewusen werden sol I. In leichtem flüssigen Hebräisch geschrieben, poliiisch neutral, Ist ״I la'ivri" das erste vom Anfang bis zum Lude punk« tiertc Wochenblatt — sieht man von einigen Kindcrzcit- Schriften ab —, eine Zeitung also auch besonders für den die Sprache Lernenden. Die ausgezeichnete Idee, am Ende jeder Ausgabe cin Verzeichnis der schwierigen, in der betreffenden Nummer vorkommeitdcn Worte mit ihrer deut« selten und englischen Ucbcrsetning zu bringen, erhöht den Wert der Zeitung noch um Bedeutendes. Ich glaube sagen zu können, daß die Herausgabe des Blattes zu den wichtigsten und weittragenden hebräischen Kulturtatcn der letzten Jahre gehört. Wenn die Redaktion cs noch verstehen wird, dia Fremdwortc aus dem Text aus/utner/rn, die deutschen Wort- Übersetzungen im Anhang orthographisch richtig zu schrei« ben und Vielleicht auch einen spannenden Fortsetzungsroman zu bringen, dann wird ״Ha’ivri•1 sicherlich atißwmlcntlich viel zur Verbreiterung und Verbreitung der hebräischen Sprache gerade unter den Neueiuwaiulerern aus Deutschland beitragen, M. Y. Bcn-gavriei (Jerusalem). * Die Zeitschrift ״Itoncnu“, die seit drei Jahren In zwei Ausgaben, erscheint, einer für Kinder (mit punktierten Textat) lind einer für Erwachsene und reifere Jugendliche, ist auch den hebräischen Lesern des Auslandes zu empfohlen. Die Zeitschrift bietet gerade für solche Personen, die sich nach Erlernung einiger Anfangskenntnisse im Hebräischlcsen iiben wollen, ausgezeichnetes Lesematerial, das gleichzeitig in das palästincnsische Leben cinzuführen geeignet ist. Das Abonnement kostet für jede Ausgabe 1' .• Dollar im Jahre, für beide Ausgaben zusammen 3 Dollar jährlich. Die Adresse lautet: Jtonenu“, Tel• Awiw, P.O. B. 1310. Jung -Wizo - Arbeit in Palästina Wir erhalten einen Bericht, dem wir entnehmen: Beachten Sie bitte unsere Rubrik im Anzeigenteil der heutigen Nummer und der nächsten Freitag-Ausgabe wird sich bemühen, auch die Lücken misziifiillcn, die der Beratung und Hilfe für die neuen Ankömmlinge an anderen sehr nützlichen Stellen gesetzt sind. Er gibt die Möglichkeit fami- Hären Verkehrs und Zusammenschlusses und fördert auch vor allem den Verkehr mit Juden aus anderen Ländern. Endlich bemüht er sich, Kenntnis von Land und Leuten zu vermitteln. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Einführung in die lebendige hebräische Sprache, die nicht bloß auf Unterrichtskurseii beruhen kann. Viele unserer ״Neuen“ kommen zum Olicl Schein, um am Oneg Schabbat teilzunehmcn. Aber es ist kein reiner ״Oneg“ für sic, weil sie die Sprache nicht verstehen. Der ״Icliud“ wird für diese — besonders auf Verlangen seiner Jugend — einen halbliebräischcn Gnep Sch abbat eiiiführen, um so allmählich in Spräche und Kultur einzufiihren. Noch vor fünf Jahren lag am Schahhat cin Hauch von Heiligkeit über der Stadt. Auch heute ist cs numerisch ein minimaler Teil der Bevölkerung, der dieser imponierenden Schabbatruhc entgegenwirkt. Es sind Kreise, die meine״! eine Weltanschauung zu haben oder gar zu vertreten, wenn sic am Scliabbat am Strande mit der brennenden Zigarette herumlaufen oder ihr Motorrad in unverantwortlicher Weise durch die Schabbatn,teilt knattern lassen. Sic verstehen nicht, daß der fremde Jude, der selbst zu Hause nichts hält, uud erst recht auch der Nichtjude, seinen tiefen Respekt vor dem Volke empfindet, das seine eigenen uralten Traditionen bcobachtet. Soweit auch deutsche Juden an dieser Entweihung des Schabbat beteiligt sind, ist cs eine Ehrenpflicht des ״Icliud“, diesem Mangel an kulturellem Verständnis entgegenzuwirken. Nur muß man nicht glauben, daß man irgendeinen Erfolg haben könnte, wenn man mit Worten eifert. Vermachen muß man es. Jede Erziehung heißt: ״Beispiel geben!“ Der Verein ״Icliud“ will keine Vertretung der deutschen Juden sein. Das ist bereits die ״Hitachduth 016 Germania“. Aber er will ihr helfen, die deutschen Juden und Ihre bercehtigte Eigenart — und auch die anderer Einwanderer —, die nicht bloß einer und derselben sozialen Schicht, derselben wirtschaftlichen Klasse oder einer bestimmten Parteirichtung angeboren, an geeigneter Stelle und In geeigneter Weise zu vertreten. Von hier können Bitten an den Waad hak-Kchillah und an die Irijah gerichtet werden, die gehört werden, lind sogar gern gehört werden. Von hier kann eine Einflußnahme auf die jetzt entstehende öffentliche Meinung genommen, und dadurch sogar ein heilsamer Einfluß auf einige Regienm^sstellen ausgeübt werden. [Tie Post ist z. B. für Tel-Awiw ganz ungenügend. Ein Brief per Luftpost aus Berlin ist 11. U. in vier Tagen hier. Aber nicht immer gelangt cin Brief von Magdil oder von Ben-Schemen im Laufe von 4 Tagen an seine Adresse in Td-Awiw, und die Bestellung innerhalb der Stadt geht auch nur In seltenen Fällen schneller. Gegen solche Mißstände kann eine Organisation wirksamer vorgehen, als cs vielen Einzelnen möglich wäre. Ein Hauptziel freilich der Arbeit dieser neuen aber schon jetzt sehr tätigen Organisation wird die Erziehung der Jugend sein. Erfreulich ist cs, daß Jugendliche in beson« ders großem MnBc an ihren Veranstaltungen teilnelimen. Wir werden uns hüten müssen, sie auf Dogmen Irgendwelcher Art abzurichten, wobei wir nicht vergessen wollen, daß ein atheistischer Dogmatismus nicht besser begründet ist als cin anderer, und daß cin mechanischer Nationalismus, der nicht auf Geschichte und Kultur beruht, sich mir so nennt, in Wahrheit aber das Gegenteil von Nationalismus ist. Wir müssen den nationalen Gedanken mit der Tiefe unserer Kultur durchdringen. Der Aufbau jüdischer Kultur hängt von der restlosen Erfnssung der hebräischen Sprache ab. Aber diese genügt nicht allein, da sie den Weg zur jüdischen Kultur weist, aber noch nicht diese Kultur selbst ist. Deshalb ist die Organisation — in diesem Falle der ״Icluid“ — unter keinen Umständen Selbstzweck. Sie dient der Einfügung in das hebräische Volkstum, das nach Theodor Herzl eine ״Erhöhung der Moral“ mit sich bringen soll. Ohne jüdische Kultur ist die Organisation ohne Bedeutung. Aber auch die hebräische Sprache bliebe wertlos ohne die jüdische Kultur, deren Werkzeug sie ist. Mit ihr ist sie die Grundlage und zugleich die Krönung des AufbtiucSi Erziehung zum Judentum und in, ihm ist die Lebensfrage des jüdischen Volkes. Die kann erreicht werden, ־wenn wir entschlossen sind, überfalle wcltaaschaulichcn und parteipolitischen Gegensätze hinweg uns die Bruderhand zu reichen zu Einheit und Einigkeit, zu Einheitlichkeit und zu Verbundenhdt, zu ״lchud“l Nach einer stillen Sommerperiode, in der nur die Be• nifsbcratung und Stellenvermittlung fortgeführt worden war, wurde die Jung-Wizo-Arbcit in Tel-Awiw von einem klcineren Arbeitskreis neu organisiert. Das Arbeitsprogranurt mußte nach zwei Gesichtspunkten gestaltet werden: der internen Eigcnarhcit, die nacli der kulturellen und geselligen Seite ausgestaltct werden mußte, mul andererseits: der äußcren Hilfsarbeit, die für die nationalen Fonds, die Wizo-Institutionen und die Einordnung der neuen Einwanderer gefordert wurde. Innerhalb der bestehenden Gruppe hat sich cin deut« scher Arbeitskreis gebildet, der neben der gemeinsamen Arbeit den neuen Einwanderinnen die ersten Wege im Land ebnen will und ihnen eine Gemeinschaft bietet, in der sie langsam in die palästinensischen Fragen und Probleme hineinwarhsen können, solange ihnen der direkte Weg durch die Sprnchschwicrigkcitcn noch verschlossen ist. (Neucittwanderinnen wollen sich zur näheren Information an den Wizo* Klub, Tel-Awiw, Allenby 93, wenden.) Auch in Haifa besteht eine kleine, aber gut arbeitende Gruppe, in Jerusalem ist ein entsprechender Zusammen- Schluß In Aussicht genommen. — Die Verbindung mit den Mädchen, die in den Mischkc Poaloth ihre Ausbildung genießen, soll intensiver gestaltet werden. Der Anfang hierzu! wird demnächst mit einer Tagung gemacht, die die Mäd-| chen der Gruppen Tel-Awiw und Haifa mit den Schülerinnen von Nahalal dort zusamitienffilirt. Hertha Hannah Schleifer. Der Außenhandel Palästinas im 1. Halbjahr 1934 Tel •Awiw (Palnews). Nachdem nunmehr die Außen* handclsZiffern für Juni im Commcrcial Bulletin veröffentlicht sind, liegen für das 1. Halbjahr 1931 die vollständigen I m-I f‘ Import Hport Reexport ln«{f eMmti Goldtutiuhrt F.xpnrt *hzfldllch GoldUvtftibrt t. Hatfejifcr 1934 I* ״•lh|»hr!933 LP 7165109 LP 4 935 389 LP 7915 505 , m 466 11• 3 0z l 71(׳ 4 *!4 ״M LP 2 35*» 791 ., IS7W Le 2 517 786 4 ״M 047 3W7 4S5 1 ״mm Einluhriit.trichuS: LP 4597624 1.P 2B7S650 Der Import ist dem 1. Halbjahr 1933 gegenüber also um £P 2229620 bzw. rund ״15׳/» gestiegen, während der Export und Reexport (abzüglich der Goldausfuhr) dem Vorjahr gegenüher sieh um £P 510716 bzw. rund 25 ״ö erhöhte, so daß der Importüberschuß im 1. Ha 1 bja 11 r 1934 rund £P 4,6 Millionen beträgt. Die J »1 n i - E i n f u h r 1934 hat sieh den beiden Vormonaten gegenüber saisonmäßig um rund CP 1(10 (MIO—150000 ab-1 geschwächt und stellt sich auf JCP 1 191828 (gegenüber! £P 935 014 im Juni 1933). Der Export und Reexport (abzüglich Ooldausftthr) stellt sich auf LP 63 659 (CP 53 739), so daß sich im Juni 1931 ein Importüberschuß von £P 1 128 169 (gegenüber £P 881275 im Juni 1933) ergibt. Wlrtschaftstnformatlon. Der statistische Bericht des Zentralcn Informations-Büros für Landwirtschaft und Industrie des American Economic Committee für das dritte Viertel des Jahres 1934 zeigt eine Abnahme des Prozentsatzes deutscher Besucher, die um Wirtschafts-Informationen ersucht haben. Im dritten Viertel des Jahres 1931 stellt sich der Anteil deutscher Besucher irn Büro auf 50 ״/», während er Im dritten Viertel des Jahres 1933 68 c,ö betrug. Im Laufe der oben erwähnten Periode ist das Interesse an Gründüng von Schwerindustrien, die längere und uinfangrcichc Untersuchungen erfordern, beträchtlich gestiegen. j1 11! ff?׳ Postscheckkonto: Berlin Nr.10495l Bsnkkonto: Dresdner Bsnk, Deposltenkssse KurfOrstendemm 181 Scheut B&äeti Uv twz Israel durch Spenden tür den jQdlsdien Nalionaltonds llemeih Leiisrael |yt Berlin Wl 5, Heloekeilr.10 Poiisdiedi 38347 s! י ז 1 . ■ו I י «1 I ,י ז¬ ¬:• 1 י?י «t ׳!!11 iV. \\ ,H'"־ ■V יון•, v ־< f/,:־ .11**1 ׳ ׳i.-i, “t!’י;*־ I;1׳ 1 ',׳ ז IV ,1־ l \ ■d '5'; V נ [ C j

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