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Jüdische Rundschau · 1934-11-23 · Heft 94 (23.11.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 94 (23.11.1934)
Date
1934-11-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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fjürung vom Mürz 1919, die Unruhen in Afghanistan, Mai 1919, die Kümpfe mit Mustafa Kanal 1919—1923, der Aufstand im Irak vom Juli 1920, die persische Nationnlbcwcgung 1919—1925 und die syrische Erhebung Juli 1920 (die palästinensischen Ereignisse vom Mai 1921 werden von Nicolson gar nicht erwähnt). Lord Milncr schrieb in seinem Bericht von 1920: ״Wir sind niemals dem ägyptischen Problem ehrlich gegcnflbergctrctcn“. Nach 1919 waren die Aegypter so weit, sich die Unlogik der englischen Haltung zunutze machen zu können, und cs beginnt jene Kette von Verhandlungen, Untcrsuchun• gen, Aktionen, die im Grunde bis heute keine Lösung des ägyptischen Problems gebracht haben. Die Aegypter folgten bewußt dem Vorbild Irlands; auch Irland hatte ja, nach jahrhundertelangen Kämpfen, nach dein Weltkrieg seine Freiheit errungen. Lord Milncr und Lord Allcnby waren für eine ״liberale“ Politik in Aegypten und cs kmn schließlich zu der bedingten Unabhängig* kcits-Erkliirung Aegyptens vom Februar 1922, aber die ägyptische Nationalpartei, die für die Unabhängigkeit kämpft, war damit nicht zufrieden und ist cs nicht bis zum heutigen Tag. Im Zusammenhang unserer Betrachhing dient die ägyptische Frage ebenso wie die tür* kisclie zur Illustration einer Gcsamthaltung, die die englische Politik jener Jahre charakterisiert. Auch für Palästina ist damals die politische Form entstanden, die in ihren Auswirkungen maßgebend geblicben ist. Darum ist cs so wichtig für uns, die Lage in jenen entscheidenden Jahren richtig zu verstehen, und das Buch von Nicolson kann in dieser Hinsicht zu einer leidenschaftsloseren Betrachtung verhelfen, gerade weil es sich überhaupt nicht mit Palästina beschäftigt. Dein stetigen Beobachter der Entwicklung im Orient wird Nicolsons Analyse des Nationalismus der Orient* Völker nicht viel Neues sagen. Um das Verständnis dieser Zusammenhänge haben sich im deutschen Sprachbereich insbesondere die Bücher von Hans K o h n verdient gemacht, deren letztes, ״Die Europäisicrung des Orients“ (Schocken-Verlag) eine ins Einzelne gehende Durchführung der auch von Nicolson vertretenen These der Verwestlichung der orientalischen Staaten ist und auf dem Gebiet der Politik, der Wirtschaft, der sozialen und kulturellen Einrichtungen diesen Vorgang jn jener Zeitcpochc, an deren Anfang die von Nicolson geschilderten Ereignisse stehen, verfolgt. Was aber als ein oft zu wenig berücksichtigter Faktor bei Nicolson stark hervoriritt, ist die Verworrenheit der Nachkricgs-Diplomatic der Sicgcrmächtc, insbesondere Englands, dessen innerer Zustand, verbunden mit der auf tiefe Ursachen zurückgehenden Uneinigkeit der Alliierten, nirgends so weitgehende Folgen gehabt hat, wie im Orient. Das ist einer der eigenartigsten Abschnitte englischer Geschichte, hier von innen kritisch betrachtet. Die Probleme existieren weiter und werden jetzt vor allem um 111 d i e n kreisen. Durch die pathetische Mittelpunktfigur Lord Curzons erhält das Buch einen monographischen Cha* raktcr und erhöhten künstlerischen Reiz. Wer mit politischen Dingen zu tun hat und sich Gedanken über politische Methoden machen muß, wird dieses Buch eines klugen und witzigen Mannes nicht nur mit Genuß, sondern auch mit Nutzen lesen. Denn so klein bei uns Juden aucli die Bezirke eines politischen Handelns sein mögen, es gibt auch hier Beispiele, die durchaus an die großen Vorbilder eines tragischen dialcktischen Gegensatzes zwischen besserer Einsicht und Gebundenheit an Parolen und Programme, zwischen Erkcnntiiis des Notwendigen und Angcwicscnscin auf Popularität und auf den Ausgleich mit der Meinung einer durch Propaganda irregeleiteten Masse erinnern. ■ ÜP ן ן־ץ «jy ^י־־׳ץ . Bilder am der Provinz*) Von M. Braun Wer das jüdische Leben in Polen studieren will, wer sehen will, wie die unbekannten l.cidcnsheldcn mit dem Schicksal kämpfen, der nntß sich ahwenden von den £ r o * IIc 11 Städten, In denen Reklaiucljclitcr und Autosirciicn d,1s Leben verfälschen, und seine Blicke nach der polnlsehen Provinz richten, auf das Leben der Bevölkerung in den kleinen Ortschaften. Im Atlas kann man die Namen solcher Orte oft nur schwer oder gar nicht finden; manche■ haben anderthaibtausend Einwohner, manche drei- oder auch fünft,insend. Aber gerade dort, in den weniger bekannten Städtchen, die nicht einmal von der Bahnlinie berührt werden, sondern mit der übrigen Welt nur durch einige Kilometer seid echter Chaussee verbunden sind, kann man den eigenartigen Zauber entdecken, der P c r e z und S c 11 0 I e m Ale je hem begeistert hat und aus den Büchern von Scha- 10 m Asch und Opatoschu uns an weilt. Worin bestellt dieser Zauber der polnischen Provinz? In jedem der Städtchen leben zahlreiche Juden, oft machen sie die Hälfte der ganzen Bevölkerung aus. Tiefes Elend, Bescheidenheit große Bedeutung der kleinen Dinge und eine merkwürdige Melancholie, die ln der Luft Jirgt, — d,1s sind die Quellen jenes Zaubers, der es bewirkt, daß sich der Ankömmling nicht fremd fühlt. Er bat auch gleich Zutritt zu den Familien, und schon auf dem Weg über den Markt spricht er über die Octrcidcnrcisc, von der Ernte, von den Neui'dw'iten, die vorgestern die Zeitungen der großen Städte gebracht haben. Wer das Buch von Opatoschu ״In polnischen Wäldern“ oder ״Mutter“ von Asch gelesen hat oder auch die Novellen von P c r c z, der kann sich von fern Orte wie Tu s zy ö, Lcczyca, K o n i n, Szczebrzcsz y11׳, Mn rkuszöw und ähnliche vorstcllcn, obwohl sich diese Provinz- Städtchen immerhin voneinander unterscheiden. Im Bild hat das Milieu Marc Chagall meisterhaft wiedergegeben, V011 den in Polen lebenden Malern wäre eine ganze Reihe junger Künstler zu nennen, wie Adler, Spiegel, Hirschfang, Bra 11 n c r, die cs cingcfangcn haben. Aul den Wegen, die zu den Städtchen führen, ziehen In müdem Trott die Wagen, beladen mit billigen und schlechten Sachen. Diese Dinge werden in den kleinen Laden und Buden am Markttage verkauft, und der Händler verdient manchmal nicht mehr als zwei Groschen während des ganzen Tages. Der alte Jude sitzt auf dem Bock des Gefährts und denkt über solch ein Geschäft nach, von dein man Frau und Kinder nicht ernähren kann. Ein abgemngertes Pferd zieht den Wagen über den holprigen Weg in die vernebelte Ferne. Es gibt Städtchen, die eine Spezialproduktion haben. Ich schrieb schon von der merkwürdigen Stadt Brzczinv, deren Einwohner Schneider sind, die meistens für die Kulis in Ostindien und Afrika arbeiten. In der Lubtincr Wojewodschaft gibt es ferner den kleinen Ort Markuszöw, berühmt durch seine Schafpelze, und es heißt, daß niemand, was die Preise anbelangt, mit diesen warmen, wenn auch nicht immer geruchlosen Baucrnpelzen zu kon* knrrlcreu vermag, ln dem angrenzenden flarhow befindet sicli eine Pferdeborse. Die Pfcrdckeuner sind die Juden! sie veranstalten Märkte, die von den Besitzern der großen Landgtitcr sehr beachtet werden. Welche Verschiedenheit des Gewerbes, der Berufe, der Spezialitäten! In der Wojewodschaft Lodz besuchen wir einige nicht weit voneinander liegende Städtchen, von «lenen jedes aut seine Weise um die Existenz kämpft. Die schon einige hundert Jahre alten Siedlungen haben noch Namen, die vom Zaren Alexander und vom Großfürsten Konstantin, hcrridiren: Aleksandröw und Konstantynöw. Wir fahren in die große Straße der Stadt Aleksandröw ein. Uniform gebaut reihen sich die Häuschen aneinander, jedes *) Siche ״Jüd. Rundschau“ Nr. 67, 76/77, 87. ׳& besteht nur aus einem Erdgeschoß, ist zweiicnsfng!, ein schräges schwarzes Dach, Aul den Fensterbrettern 5t<4 rote Pelargotiien. Wir sehen in das Innere hinein, uml n|-fn lieh werden alle technischen Erfindungen zur Sage, Vor eine W e b c r c i w c r k s t a < t, mit der II,ו ml bet riehen wenn cs mechanische Kraft nicht gäbe. An dein arbeitet der alte Weber abwechselnd mit seinen Kindern* p? rlmitive Maschine hat er vom Großvater geerbt, ebenso / (enntnis des Webeiis. Und das alte, halb eingefallene ||״,׳i* clien stammt auch vom Großvater. Die Alt׳ks,1mlr,w0" Weher sind Juden oder Nachkommen ehemaliger deutsch^ Kolonisten. Obwohl die Konkurrenz dieser Handarbeiter einander *dir groß ist, sind trotzdem die gegenseitigen \u, Ziehungen die besten. * *י Näher dein Markte liegen die S t r um pf fabrik*. Vor den wirbelnde״ Maschinen sehen wir jüdische Arbeite, Die elektrische Vorortbahn kommt an und nimmt StöBc Vf)' Schachteln und Stoffballen nach Lodz mit. Der Proiiuzcn! also in den meisten Fällen der Arbeiter an seiner Maschine, ist gleichzeitig auch sein eigener Reiscnda um bringt die Ware zu den Kunden. a Die Elektrische fährt schnell, an kleinen Häusern mit Gärten und an einem großen Park vorbei, der von hohen Bäumen umrahmt ist. Das ist das berühmte Knchan׳,. w c k, die Irrenanstalt. Mit einem Ruck hat die Balm ar,’ halten, und Berge von au (gestapelten Schachteln fallen in Waggon. Der arme aufgeregte Passagier sammelt seine ||th« und baut die Pyramide von neuem bis zur Decke auf, f, will nach 'Lodz, Und neben ihm ein zweiter, ein dritter, t«1 vierter — alle mit demselben Ziel, alle von derselben Art. Bis Konstantynöw sind es nur 15 Kilometer. Hie! herrscht Totenstille. Manchmal glaubt man, in einer gestorbenen Stadt zu sein. Wir sehen ein paar kleine lebt!«, mittclläclen, treffen am Ende der Stadt eine Gruppe von Kaufladen, die zu Fuß an der Straßenbahnlinie entlang nach Lodz, gehen. Keiner von ihnen weiß, ob das Geschäft je. lingcn wird; also spart man lieber die Groschen, die <18 Billett kostet. Vielleicht hat auch nicht jeder Geld für ein* Fahrkarte. Im übrigen ist das Wetter herrlich, die Herbst, sonne leuchtet, wenn sie auch nicht wärmt. Mehr nach Süden liegt das alte Tuszyü, da» vor 500 Jahren der König Wladyslaw Jagicllo angelegt hat, I); dortigen Juden sind Müller und Mehlhündlcr. Von Manulak• turwaren versteht hier niemand etwas. Auf dem Markt, von acht Straßen gekreuzt, eine Menge Greise in langen Kif. tanen, weiß vom Mehl. Hier werden die Preise de! Cietreides festgesetzt, und die offizielle Binse muß sieh danach richten. Der Handel mit Getreide scheint mehr Nutzen 711 bringen, denn die Gesichter der Bürger von Tuszvü sind st• silmier und ruhiger als die der Miniaturfabrik.mten in den benachbarten Ortschaften. Vielleicht auch nur deshalb, weil Mciil eine unmittelbar zu konsumierende Ware ist; hat man Mehl im Haus, so kann man für die Familie Brot hacken. Selbst auf den Straßen Ist es hier heller und sauberer. Bas Magistratsgebäude ist modern und dekorativ, die Juden haben ihre Vertreter im Magistrat, es gibt eine Schule, ein Gericht und einen Park mit dem Denkmal des Königs Wladyslaw Jagicllo. Auf dem Wege von Tuszyö nach Lodz berührt min einen ganz kleinen Ort, R z g ö w mit Namen, der bekannt geworden ist, da auf den umliegenden Feldern und Höhen im Jahre 1914 eine große Schlacht zwischen Deutschen und Russen stattfand. Ein Soldatcnfriedliof, von einer Mauer tun• gehen, mit eisernen Kratzen geschmückt, bedeckt fast einen Quadratkilometer. Die Gräber werden sorgfältig gepflegt ״Hier ruhen zweitausend tapfere Soldaten“ meldet eine In- Schrift. Ringsherum Täfelchen mit deutschen, polnischen und russischen Aufschriften. Wir bleiben aut der Höhe stehen, wo einst die Kan«« *fanden. Am Horizont ziehen Rauchschwaden, Da sind die Schornsteine der Lodzcr Fabriken. Der Wind trägt den Geruch von Ruß heran. Wir nähern uns dein polnischen Manchester, dem großen und modernen Lodz. Der Rekfor der Berner Universität über Religion und Rasse Bern, 21, November. (JTA.) Anläßlich der 10Ö. Stiftungsfeier der Universität Bern hielt der neugewählte Rektor Profcssor Haller einen Vortrag über das Thema: ״Religion und Rasse“, wobei er unter anderem ausfuhrte, daß die Religion 11 i c 111 allein von der Rasse bedingt sei. Wold können rassische Einflüsse mitgespielt haben, aber nur im Zusammenhang mit solchen der Familie, der Sippe und der wirtschaftlichen Lehensbediiigungen, Dahel sei nicht ver* gessen, dal! ״Rasse“ ein dynamischer Begriff ist, der einem ständigen Wechsel unterliegt. Früher machte die Wissenschaft den Fehler, Sprachgriippen, wie Semiten oder fitdogehnanen, mit Rassen zu identifizieren. Der Ethnographie und der Archäologie gelang es aber, primitive Regeln und Kulte bet allen Religionen in übereinstimmender Gemeinsamkeit fest* ztistclliii, als etwas, was quer durch sie hindurchgeht ohne Beschränkung auf Sprache oder Rasse. Religion bringe letzten Endes nichts Trennendes, sondern Gcmcinschaftsbilden• des; ihr Endziel ist eine ״heilige Gemeinschaft“. Hlndemith Die .,Deutsche Allgemeine Zeitung“ vom 20. 11. berichtet, 'daß Prof. Dr. Gustav Havcmann, der Führer der Reichsinusikkammer, im Rahmen der Berliner Landestagung der Rcichsmusikkamnicr darauf hingewiesen habe, daß in der Weltgeltung der deutschen Musik die Meister der Vergangenlieit ebenso beteiligt seien wie die lebenden. Von den Lebenden sind es nicht nur die anerkannten großen Meister wie Strauß und Pfitzner, sondern neben ihnen auch die jungen, unter Ihnen vor allem Paul Hlndemith, die diesen Ruf beute tragen und sichern. Prof. Havcmann betonte, daß innerhalb der selbstverständlichen national politischen Grenzen der Musiker frei schaffen müsse. Es dürfe nicht sein, daß kleinliehe Streitigkeiten den Aufstieg eines Kunstgcnics stören oder gar vernichten können. Diese Ausführungen wandten sieh wohl gegen die auch von uns zitierten Abschnitte aus der Fachzeitschrift ״Die Musik“, in denen Paul Hindcmith abgelehnt wurde, weil er nichtarisch versippt sei und sich Im Auslande zusammen mit zwei Juden auf Schallplatt«» aufnehmen ließ. Die Parlamentsfrage In Palästina Anläßlich der Rückkehr des High Commissioners nach Palästina spricht die ״Times“ von dem Projekt einer neuen Verfassung, das er nach allgemeiner Annahme tnitgebracht hat. ln jüdischen Kreisen ist man jedoch der Meinung, daß das Projekt des Legislative Council vorläufig vertagt worden ist (s. die Acußcrung Dr. Weizmanns in Nr. 91 der ״J. R“). Im Zusammenhang mit der Vertagung de* syrischen P a ז I a in e 11 f s kommt die englische Zeitschrift ,,The Ncar East and India“ in einem Leitartikel auch auf Palästina zu sprechen und erklärt, daß dieses Ereignis in Palästina, wo jetzt die Aufmerksamkeit auf die geplante Errichtung eines Legislative Council gerichtet ist, nicht ohne Beachtung vorübergehen wird. Die daraus etwa für Palästina zu ziehenden Folgerungen hält jedoch die Zeitung für unrichtig, ״Die Unfähigkeit Syriens, ebenso wie vieler anderer Lander, sich parlamentarischer Institutionen mit Erfolg zu bedienen, hat einen geringen Einfluß auf das geplante Experiment ln Palästina. Denn 111 Palästina wird der Legislative Council ins Leben gerufen werden weniger mit dem G«danken, daß eine demokratischere Regicrungstorm notwendig sei, als vielmehr zu dem Zweck, für die Araber und Juden einen Kon ferenzsaa! bereitzustcllen, wo sie Zusammenkommen und einander besser verstehen können. Man darf nicht erwarten, daß die beiden Teile der Bevölkerung sofort in vollständiger Harmonie ans Werk gehen werden oder vom ersten Tage an ein volles Gefühl ihrer Verantwortlichkeiten zeigen werden. Wenn sie aber aus der Erfahrung Syriens Nutzen ziehen wollen, dann werden sie sich zu der Erkenntms durchringen, daß es besser ist. schrittweise eine Stimme in der Regelung ihrer eigenen Angelegenheiten zu erhalten, als wegen Beharren auf dem Wunsche nach noch größerer Unabhängigkeit ganz und gar darauf zu verzichten.“ Ursachen der Vertagung des Profckfes Je r u 8 a I e m. (Palcor.) Neben dem Kampfe seitens der Leitung der Jcwiah Agency sind anscheinend die als Ergcbuis der letzten Jerusalemer S t a d t r a t s w a h 1 e ח emgetretenen Komplikationen einer der Hauptfaktoren gewesen, die zu einer Vertagung des Planes eines Legislative' Council für Palästina geführt haben. Oegen die Ergebnisse׳ der Jerusalemer Stadtratswablen ist eine Reihe von Pro. 5'״A?,'',"*'!'?.* worden, die in den nächsten Taget» vom Gericht behandelt werden Es ist nicht ausgeschlossen, daß m gewissen Wahlbezirken Neuwahlen angeordnet werden. Jedenfalls verzögert dies auch die Bildung des Legislative Council, weil cs der Plan der Palästina-Regierung war. an die Schaffung des Legislative Council erat heranzutreten w,c,״" * lc 8 ״d 18!11ף Sclbstverwaltungskörper Palästina» «nd. gßltlg konstituiert sind, Es scheint ferner, daß die Regierung auch auf ernste prIn• zlpielleSchwierigkctten gestoßen ist. IHe Palast«• Regierung Ist naturgemäß daran Interessiert, daß sich all: Teile der palästinensischen Bevölkerung und auch beide arabische Parteien, die des Mufti und die Opi»• sltlonsparfel, beteiligen. Die Niederlage Nasch aschibi! bei den Jerusalemer Stadtrafswahlcn mußte bei der Rep(• rung ernste Zweifel hinsichtlich der Bedeutung der Oppo• aitionspartei erwecken. > Die chrisilidicn Nichiarier In der ״Deutschen Zukunft“ vom 18. Novcmbf findet sich ein Aufsatz über die christlichen Nichtaricr. )״ dein der Verfasser u. a. folgendes ausfülirt: ״Alle du• יי• Menschen eint ein Schicksal, cs ist das des nichtchris liehen Nichtariers auch, es unterscheidet •um. nichts von ihm, mögen auch Tausende von christlichen N» ' ariern nicht den Mut haben, sich das einzugcstclici!. Der -> kann in seiner Nichtariergcsctzgcbimg keine UnterscnK machen, er würde damit sein Rassenprinzip ad absiiw führen. Ja er muß, denkt man tiefer nach, Menschen, aus einer Blutmischung stammen, und mit heißem ■1C L vielleicht gerade diesem Staat zustreben. eigentlich 1 mehr Mißtrauen ge genüb erstehen, als «' einem anderen, der nicht leugnet, daß SC1 völkische Bindung ihre Wurzeln ander* hat. Mau sicht schon aus diesem kurzen Gedanken!«nj; tiefe Tragik, die gerade den christlichen Nichlarier schattet. Ihm kann eigentlich nur eines Halt geben, 1 . aber wohl einen gehr starken: die feste religiöse Stunn!״ die Ucbcrwindung des Taufschein-Christentums.... Krau vortiiuschen kann inan sich da nichts. Das Leben Glauben heraus, besonders das aus dem Glauben ans Jtl» *»׳־״ heraus, läßt sich nicht künstlich zurcchtzimmcrn.... Dcr, danke einer judenchristliche 11 Kirche... s|ct. .,V-h.-s nicht mehr zur Debatte. Gerade in den Kreisen der Christ!ן■ Nichtaricr wurde er mit Entrüstung zurückgewiesen. יש sich aber sehr, ob er nicht im Sinne von Römer ״ ™Uc!, christlichen Nichtarier positive Kraft hätte, die stärkste Idcht, die ihnen in dieser Zeit Zuwachsen könnte. Hauptachrifticiteri Dr. Robert Welttch, BCTlin-Ch״rlo1lcnt)uff Stellvertreter! Kurt Loewenatcln, Rüttln W 15■ An«e1R'J'lfll־r1 und verantwortlich fttr den Amcigcntcilt Helene C£r, Berlin N 64, Verlag und Anzcigcnverwaltung! Jüdischej“״^^ Berlin W 18, MeinckesU. 10, D. A. Oktober 35 05a Z״ar/T Usta Nr, 1 *om L Januar *1034 gültig. Druckt S: ■" Berlin-Schönebag,

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