Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 93 (20.11.1934)
- Date
- 1934-11-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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(I!ר;0 X1.1934 rn |41 t-־ fl V '־”Nr 1, } י ׳ ' 3 bi Li ja einem Artikel der ״C.-V.-Zei(ung“ Der bedeutende Umschwung, der sich im deutschen teituin nach dem Sieg des Nationalsozialismus in Deutsch• a .ו!יו»,״,וו hat, f.'intl aurh jumiiim! Ah״U..^i,!.. voll/1'•)״'" 1t fiind auch seinen Ausdruck in der lang- 1״,״״ inm'fcn 11ml autkreu Unmrup|>ieru״K von Vereinen * I VerDie ״Jmlisilit־ Rundst hau“ hat seit April ״,j3 die These vertreten: daß durch die geschichtlichen Lr- .,ni«c, durch die mm einmal ohne unser Zutun getroffene fkluid״״« üfver unsere Stellung im Deutschtum, ja vor ijicin durcli die nach den Ereignissen elementar hervorcbroc|ui1c (i e f 11 h I s g c 1r e 1 וו $ c h a f t des deutschen Ldentums, die deutsche״ Juden praktisch eine ש i n 11 c i t Erstellen, für 11!e die Diskussionen früherer Zeit nur noch kMoriselie« Interesse haben. Der Weg des deutschen Juden ״r /wa״p-!aul!g vorgcrcli rieben. Nur in seinem Judentum knn״tc er den inneren Halt finden, und daher mußte allem .׳.,liieren Hin- '•"‘I Herscliwaiiken und den ausgeklügelten Theorien ein F iele gemacht werden und das neue Leben der öesanitlicit auf dieser fundamentalen Tatsache des wieder- ,,»achten jüdischen Lxistenzgefüiils aufgebaut werden. Dem- ..(n1äß waren die praktischen, so/i!den und geistigen Auf- ,ibcrt fur den. der sehen wollte, fast von selbst ge-;eben. Nicht! wäre natiiilicher gewesen, als unter alte xtrcitpunlde einen Schlußstrich zu ziehen und mit geg'cinsaiMcn Kräften neu zu beginnen. Diese Idee eines geeinten deutschen Judentums scheitert ,jf allem an der Existenz von Organisationen, Vereinen mit ihren Bo,■unten-Apparaten und Büros, die weiterexistieren sollen. Dies wird hier ohne jeden Spott gesagt. Es ist ein toch lang!' ״•eht völlig erschöpftes Problem, wie sehr das Igaileheu und der Selbsterhaltungstrieb von Organisationen [10 Beamten-Apparaten die wirklichen Entscheidungen in Politik uml < iemt'inscha«sieben beeinflussen. Wo aber Organi- <siiortcn sind, muß man ״Abgrenzungen“ finden, schon um tat Einwand, eiic Organisation sei überflüssig geworden, ibzuwehreit. Wenn wir auch das deutsche Judentum in seiner großen Hehrheit als eine einheitliche Gruppe betrachten, verkennen 1ir doch nicht die bestehenden Schattierungen und Nuancen, fc alte assimilatorische Doktrin wagt heute tarn mehr jemand ernsthaft vomitragen. Zwar haben sehr title deutsche Juden, früher allen jüdischen Dingen fremd, ״c jüdische Basis noch nicht gefunden, aber wir stehen litten drin in einem dauernden Waudluugsprozeß. Man soll «lebe Vorgänge1 nicht unnötig stören und nicht Empfind- :;feiten reizen, die begreiflicherweise bei Menschen, die frühere Irrliimcr einsclten, vorhanden sind. Darum haben wir rj;h aut verschiedene Vorgänge und Aeußerungen aus dem weise der jüngeren Generation des Central-Vereins rieht reagiert, obw ohl diese, wie 2. B. eine sehr umfangreiche Mai d. J. erschienene Arbeit von Frau Eva Reichmannoiigntaiin, sieh auch mit dem Zionismus auseinandersctz.cn a von ihm distanzieren. Der Ccntral-Vcrcin hat nach so twnehen Schwankungen einer inneren Unsicherheit eine :tue jüngere Führergcncration ans Ruder gestellt. Nunmehr :!bt uns ein in der letzten Nummer der ״C. V. - Z c i t u n g“ wn IS. November erschienener Leitartikel ״Notwendige und crmcidharc Trennung“ den Anlaß, einige Punkte khr/.u-!!dien. Denn der Aufsatz versucht in seinem ersten Teil ne Darstellung des Zionismus, die nicht unwidersprochen eiben darf. Der Verfasser spricht zunächst von den zwei Wirkungen ür zionistischen Propaganda, nämlich ״Palästina“ und ״Rewsance des jüdischen Bewußtseins“; diese beiden Parolen, מ sagt er, rennen offene Türen ein, weil seit 1933 e deutschen Juden diese Punkte bejahen. Darum müsse •'t! Zionismus auf ״den Gebieten scharfe Abgrenzungen 1äMcn, aut denen cs kaum praktische, aber ideenmäßige unterschiede in der Beurteilung indischer Zukunftsmöglich- 'dien in Deutschland gibt. Und liier allerdings vollzieht h ein Vorgang, der zum Auseinanderbrechcn des deutshen Judentums ... führen könnte“. , Worin mm besteht nach Meinung der ״C. V.-Zeitung“ we angeblich vom Zionismus erstrebte Abgrenzung? nören wir: ..Der Zm1,i;.mM5!mit die I lersiudiKung des deutschen Juden- ,ws ,ms tKn ilruisehen Zu-ammetiliiingen, sei cs nach Palästina, "1 es in Heutsi lihimt seili-t, tiir gewiß; ungewiß ist der /eitpsnki. Wir h,111,■n eine spätere Wicdereinfiigung für gewiß; <111- F*1li i.r (|cf /ritpuukt. Der Zionismus will über die Vorslule *‘״er jmli.i hen Krweektmg zur nationaljüdiselien Kinptimlung liinl״k<n. Wir >cIren in der Erstarkung des jüdischen llcwtißiscins, O'm wir mit kühlem Kopf und heißem Herzen dienen, die SM-iig wclisehc. Fundierung unseres Beharrens in Deutschland.“ Welche Dialektik! Der Zionismus hat die Forderung '״lcr ..Erstarkung des jüdischen Bewußtseins“ aufgestcllt, Pfs wieilercrgrcifcns der durch die Schuld vorangegangener tuerationcn verlorenen jüdischen Inhalte. Dies nennt die;'׳V.-Zeitung!־ ein ״Herauslösen aus deutschen Zusammenürt?cn“, mul in gewisser Hinsicht ist das richtig, denn ein;'*ulitcr Jude wird nicht mehr so wie der Assimiiant Tage naiv sich selbst als in deutschen Zusammen- Äen stehend betrachten. Was aber dann der zweite p!1 ״bedeuten soll, worin die Erstarkung des jüdischen ׳'*untscins als Fundierung des Beharrens in Deutschj,, Proklamiert wird, ist uns völlig unverständlich, es sei "Mali damit gesagt werden soll: nur als Jude, der sich ,'"<*.Judeseins in jedem Moment voll bewußt ist, kann ein "'."י Deutschland würdig leben. Dies ist aber eine . ״0״ a I j ü d jsc h c Position, wörtlich von uns herüberücnnu'f״' und daher kein geeignetes Kriterium einer ״AbfW'ז dcllts,hcn Zionisten haben seit zwei Jahren unsere -״.?! .״ wiederholt eindeutig und mit großer Klarheit dar- ן.';)ו״ןן' "J'd 1's sollte nicht erlaubt sein, zum Zwecke der 1,jn11K sie so oder so zu verzerren. Wir haben in früheren ihnnr׳n!c1״ali־ Assimilation betrieben, und so konnten "•,ך Bekenntnis unseres geschichtlichen'' Zusammenhangs 1j.n;cu,tschla«d und deutscher Kultur ablc״cn. Wir haben ־ "«als Dinge aber heute liege«, Ist sie nur denkbar bei Anerken- 1ü1״g der jüdischen Andersartigkei t, die dennoch einen «,״Ren Zusamnicnliang mit dem deutschen Volk auf wesenthe heu .• wenn auch nicht auf völkischen — Gebieten ermögheilt. Wir glauben, iin Gegensatz zur ״C.-V.-Zeitung", daß nur eine auf solcher Anschauung aulgebaute Konzeption die VGecIcrciiifügimg ernüiglieht. Das Anteiluchmen au den Ange fgciiheiten ries Deutschtums, das die ״C.-V.-Zeitung“ empficlilt, kann heute mir entweder eine anmaßende Einmischung sein, oder aber ein Verharren in der Kultur atmo- Sphäre eines Deutschland vor 1933, das faktisch nicht mehr existiert. Wenn die ״C.-V.-Zeitung“ — wie uns scheint, ohne jedes Verständnis für die Tragik der Position — die Zionisten durch die Bezeichnung ״Auswanderer auf Termin“ bloßstcllcn will, so können wir nur entgegnen, daß die Art der ״Einfügung“ ins Deutschtum, die der ״C.-V.-Zeitung“ vor/uschwebcn scheint, notwendig dahin führen muß, was ^11 eilte in Deutschland ״geistiges Emigrantentum“ genannt wird; wir wagen nicht zu entscheiden, ob eine solche Haltung der Wiedcrciiifügnng der deutschen Juden günstiger ist als das ״Auswandcrcrtiun auf Termin". Die Zionisten haben niemals prätendiert daß Palästina eine Abhilfe für die deutsche Judennot sein könne. Die Palästina-ldec ist fange vor 1933 entstanden und Dr. Wei/mann bat kürzlich in seinem in der ״Jüdischen Rundschau“ ver- Öffentlich(cn Interview die allgemeine Meinung des Zlonismus ausgesprochen, wenn er sagte, Palästina könne nicht durch Katastrophen erbaut werden. Die Zionisten •waren es« die 1031, als eine panische Auswanderung nach Palästina ausztibrcchcn drohte, vor der Unterschätzung der Schwierigkeiten warnten. Nicht die Zionisten, sottdern gerade ahnungslose Ni eh t / i o n i s t e n haben jene ״Abbruchsstimmung“ geschaffen, aus der heraus so viele Juden, die nicht die leiseste Vorstellung von Palästina hatten, ihre Absicht äußerten, ״herunter" zu gehen, wie man so schön sagte. Wir Zionisten haben, das sei zur Steuer der Wahrheit fextgesfeltt, vor jeder unbedachten Auswanderung, auch Vor der Auswanderung nach Palästina, gewarnt, und weil wir wußten, daß eine Ucbersiedlmig aller Juden nach Palästina unmöglich ist, wurden wir die Vorkämpfer einer neuen würdigen Einordnung der Juden in Deutschland. Es ist noch gar nicht so lange her, da hieß e» in der ״.C-V.-Zeitung“, es gebe keine Judenfrage, und als Fundierung unser« Beharrens in Deutschland betrachtete man da* mals alles andere eher als die ״Erstarkung des jiidisehen Bewußtseins". Nun hat man die von nation (jüdischer Seite aufgestellten Thesen übernommen. Man bildet jüdische Jugend- und Sportvereine, ist für die jüdische Schule, ist für Erstarkung des jüdischen Bewußtseins, betrachtet die Palästina-Forderunp als ״Einretmen offener Türen“, bestreitet einen großen Teil seiner Erziehungsarbeit mit den Werten, die aus der nationaljüdiselien Bewegung gekommen sind und nur aus ihr kommen konnten. Wir können dessen froh sein und nicht wir haben das Bedürfnis nach Streit. Aber die ״C.-V.-Zeitung“ empfindet es als notwendig, Trennungsstriche zu ziehen. Parteimäßige Auseinandersetzung hat uns nie sehr interessiert. Aber das deutsche Judentum in seinen breiteren Schichten aoll sich hierdurch nicht irremachen lassen und unbeeinflußt die Tatsachen prüfen. Besuch in *,Krisiinehov" Die Ortswahl Uns wird geschrieben: In der Nähe des schönsten Sees von Südschweden, — dem Ringscc —, umgeben von Garten- und Ackerland, liegt das Landschulheim ״Kristincliov“. Es mag befremdlich erscheinen, daß die Wahl der Schulleitung für dieses von jüdischen Kindern aus Deutschland besuchte Schulheim gerade auf Schweden gefallen ist, zumal das Erlernen aer Landesspräche für die Mehrzahl der Kinder doch ohne praktischen Wert sein dürfte. ״Trotz diesem uns sehr wohl bekannten Einwand“, meint der Schulleiter, ״haben wir uns für Schwcden entschlossen, weil die ruhige Atmosphäre des Landes, seine völlige politische Neutralität, seine landwirtschaftliche Tradition und die Achnüchkeit mit der heimatlichen Land- Schaft Faktoren sind, die für unseren Zweck sehr ins Gewicht fallen. Dazu kommt noch die Nähe Deutschlands und das damit verbundene geringe Fahrgeld, das die Heimreise der Kinder in den Ferien sehr erleichtert.“ Arbeitsgruppen Mein Besuch in Krislinchov fiel in die letzten warmen Herbsttage, an denen der Unterricht noch im Freien stattfindcn konnte. In zwanglosen Gruppen saßen die Jungen uiut Mädchen mit ihren Lehrern im Garten: die einen judaiea treibend, die andern Englisch und eine dritte Gruppe kaufmännisches Rechnen. Diese Oruppencintcilung hält die Schulleitung für außerordentlich fruchtbar. Es ״geht hier nicht nach Alter, sondern lediglich nach Kenntnissen, so daß cs Vorkommen kann, daß derselbe Schüler im Hebräisclicn int Oberkursus, im Rechnen dagegen vielleicht im letzten Kursus mitmacht Dadurch soll vermieden werden, daß die in einem Fache Schwächsten die ganze Gruppe aufhalten. Bildungsgrundlagen ״Was wir anstreben“, erklärt die Schulleitung, ״ist eine möglichst vielseitige Ausbildung: neben der praktischen Seite muß auch auf die geistige Weiterentwickln n g der Kinder größter Wert gelegt werden. Denn uns will es scheinen, daß durch die allzu frühzeitig erfolgte Ueberfülming vieler praktische Berufe die geistige Ausbildung zu und das kann gerade bei jüdischen Kindern, früher oder später der Wissensdurst erwacht, einer schädliche• Reaktion verursachen. Wir sind demgegenüber der Meinung, wenn Eltern es irgend ermöglichen können, sollten sie die Kinder nicht zu früh in einen schweren praktischen Beruf schicken, sondern zuerst noch etwas für ihre geistige Ausbildung tun. Dieser Gesichtspunkt ist für uns bestimmend, und wenn wir auch nie vergessen, daß wir unsere Zöglinge für das Leben zu erziehen haben, in das sic heute fast durchweg sehr jung cintrctcn müssen, so sind wir doch bestrebt, sie vorher noch mit einem recht großen Ausschnitt deutscher und' jüdischer Kultur vertraut zu machen. Wichtig scheint uns, daß die Kinder eine mögliehst vielseitige Bildung erhalten; gute Litcraturkenntnissc, Kunstgeschichte und musikalische Ausbildung erscheinen uns daher unerläßlich. Wer selber ein Instrument spielt, erhält von uns gern Unterricht.“ Der leitende Gesichtspunkt ist, eine jüdische Gesamtatmosphärc zu schaffen, die Schüler in die Welt der jüdischen Werte cinzuführcn, die allein ihnen Sicherheit für das Lehen zu geben vermag. Eine große Stundenzahl ist daher jüdischer Geschichte, Palästina-Kunde und jüdischer Musik Vorbehalten. Dazu kommen Arbeitsgemeinschaften, in denen dieses Wissen noch vertieft wird, ferner die Feier der Freitag-Abende und der jüdischen Feste. Bei einem Rundgang durch Haus und Garten treffe Ich auf Gruppen höchst vergnügter Kinder, die allesamt sehr l heute mitunter Jugendlicher in kurz kommt, — in denen meist beschäftigt sind: die einen sind gerade beim Kartoffelschäler(, andere sind mit Tischdecken beschäftigt, ein paar sind in der Tischlerei usw. D/e Praktikantinnen Im Zimmer der Praktikantinnen finde ich eine lebhalt diskutierende Gruppe, von denen etliche bereits das Abiturium gemacht haben. ״Was meinen S i e denn zu Kristinehov?“ frage ich die Wortführerin, die ihr Abiturium in Berlin gemacht hat; ״haben Sie sich leicht in das Landleben hmcingefunden und in die praktische Arbeit, wie cfällt Ihnen überhaupt der ganze Betrieb hier und was aben Sie für Zukunftspläne?" ״Ich fühle mich hier sehr glücklich“, antwortet das junge Mädchen; ״aber das ist vielleicht nicht maßgebend; es gibt manche unter uns Praktikantinnen, die sich sehr schwer an das Landleben gewöhnen können und an das ständige Zusammenscin mit den Kindern. Ich dagegen, die ich vom ersten Tage an hier bin, die alles habe entstehen und aufbauen sehen, fühle mich mit dem Schicksal unseres Heims innig verbunden. Mich freut besonders die Selbständigkeit, die man uns cinräumt. Zwei von uns arbeiten in der Küche, zwei im Haus, eine betreut die Milchküche, eine die Hühnerzucht. Ebenso wie die gesamte Hausarbeit besorgen wir auch die Wäsche ganz allein. Wir selber teilen alles ein. Das stärkt unser Verantwortungsbewußtsein. Für mich persönlich ist das enge Zusammenleben mit den Kindern gerade von besoliderem Wert. Für jede praktische Arbeit werden uns nämlieh immer 2 Schülerinnen oder Schüler zur Hilfe zugetcilt. Dadurch lernen wir die Kinder richtig kennen und merken, ob wir für das Zusammenleben mit ihnen etwas übrig haben. Ich habe jedenfalls dadurch erst meine pädagogischen Nei* gungen entdeckt." Berufsvorbereitung ״In unserer Werkstatt'*, berichtet ein Junge stolz, dem das Tischlern besondere Freude macht, und aer ganz bestimmt einmal Tischler werden will, ״wird nicht ,Werkunterricht* getrieben, sondern wesentliche Teile der Hauseinrichtung werden planmäßig hcrgcstcllt. In den letzten 4 Monaten allein haben wir mehrere Schränke, Regale, Schultafeln, ja sogar ein neues Haus für unsere Junghiilmcr gezimmert. Da arbeitet man doch mit ganz anderer Lust, wenn man wirklich etwas Richtiges und Nützliches zuwege bringt.“ ״Sehr richtig finde ich“, meint ein IJjähriger, ״daß auch die Mädchen hier ordentlich arbeiten lernen. Als sie herkamen, taten die meisten so, als wären sie richtige ,Damen‘; jetzt aber reißen sie sich um jede Arbeit, auch um freiwillige, die gar nicht vorgesehen war, wie Wäsche und Hausarbeit. Man lernt die Mädels erst richtig krtjncn, wenn man mit ihnen zusammen lernt und arbeitet. Die Mädchen, die Interesse dafür haben, sollen im Winter sogar auch in die Tischler- Werkstatt. Die andern lernen Lampenschirme machen, Buchbinden, Töplern und wir Jungs außerdem noch Flugzeug* bau.“ Auslese auch für Palästina So spüren die Kinder selber, daß bei dieser Verbindung von Theorie und Praxis jeder leicht merken kann, wofür er taugt. ״Und das“, meint der Schulleiter, ״ist auch das eigentliche Ziel, das uns vorschwebt: wir streben eine Nützlichkeitsauslese für Palästina an. Nicht jeder eignet sich dafür, hinüberzugehen, wir mochten die nerausfinden, die für das Land einen Nutzen darstcllen. Wer keine besonderen Interessen und Fälligkeiten zeigt, dem werden wir — falls er sonst die Eignung und Bereitschaft hierfür besitzt, — unter Umständen raten, recht bald mit einer Oruppc der Jugend-Alijah herüberzugehen; wer aber spezielle Fähigkeiten und Geschicklichkeiten entwickelt, dem raten wir, sich vorher eine gründliche Berufsausbildung zu verschaffen; Dr. phil. Lily Herzberg. oder so zu verzerren. Assimilation betrieben, und so konnten wir an Würde in den erregten Aprijtagcn 1933 ein unseres geschichtlichen ” '“־.. und deutscher Kultur ablcgcn. Tt״,;״־ls a״f »,Vermehrung der von außen her geschaffenen "11״nt!statsscl1cn“ hingearbeitet, es sei denn, daß man Uhf״ P0 s i * i v e n jüdischen Willen zu jüdischem % ah TS0'c*1e ״Trcnnungstatsachc“ betrachtet; dann ist r Erciinnngstatsachc auch bei den anderen (d. h. N1״Kn,s‘cn)■ dic heute ״ach dem Vorbild der zionistischen Ihr, p dieselben Dinge treiben. Was aber die «ndfis n's dcr politischen und wirtschaftlichen Ver* 'dturfii לcr deutschen Juden mit Deutschland und des jdiSr '״ Zusammenhangs, den wir, gerade bei klarer t | betrifft *r Bewußtheit, nicht zu mißbrauchen in Gefahr sind, als (י.''.״?, hegen doch die Dinge für Zionisten nicht anders ״KasJ״!™♦/,onisten. Ein Wichtigeres kommt hinzu: Die | *Orden ■ ,e,״ Fundamcntalbcgriff des deutschen Lebens ger'and m!l(fcd״ Einordnung der deutschen Juden in Deutschi*ssen cscr Tatsache Rechnung tragen. Niemand kann 1 'hutich►יי®״' , ״» und wie sich me wiedereiitfögung der n Juden in Deutschland vollziehen wird; so wie die Vorstofj der Wiener Trcnnungsorihodoxic Wien, 19. November. (JTA.) Der in der Synagogengemeinde Adass Jisrocl (Schiffschul) •־־׳einigte Teil der wiener jüdischen Ortliodoxic, der seit langem auf dic Bildung einer von der als Einheitsgemeinde organisierten Wiener Israelitischen Kultusgenieinde unabhängigen Sondergemeinde hinarbeitet, hat einen Schritt zur Verwirklichung seiner Ziele unternommen. D״s Präsidium der Schiffschul hat soeben der Regierung offiziell den Antrag auf Loslösung von der Kultusgemeindc und Errichtung einer eigenen orthodoxen Gemeinde unterbreitet. ln der nächsten Woche wird zwischen den Vereinigten Staaten und der Türkei ein Vertrag unterzeichnet werden, in dem dic Türkei sich verpflichtet, 1300 000 Dollar zur Wiedergutmachung von Kriegsschäden in Palästina zu bezahlen. Damit findet ein langjähriges Ver•• fahren seinen Abschluß, das von den durch die Kriegs- Operationen geschädigten zum großen Teil jüdischen Eigentiimern von Pflanzungen im Vorkriegs-Palästina gegen die türkische Regierung angestrengt worden ist. Kleine Nadirichien Unbekannte Täter haben in der Synagoge in der Franz* DeAk-Straßc in Debrezin einen Einbruch verübt und Verheerungen angcrichtct. Sie erbrachen dic Bundesiade und warfen die Thora-Rollen heraus. Dic Polizei hat im Zu* sammenhang mit diesem Einbruch zwei Personen verhaftet. Wie das Hauptbüro des jüdischen National• fonds mitteilt, hat die jüdische Bevölkerung Palästinas int Jahre 5694 30 000 Pfund für den Keren Kajemeth aufs gebracht. ’ In Warschau ist der bekannte Pianist und ehemalige. Kapellmeister der Warschauer Oper, Jacob Hirschfcld, gestorben. Kurt Bend ix (früher Berlin), der seit fünf Jahren all• Kapellmeister an der Königl. Stockholmer Oper beschäftigt ist, hatte mit der lEinstudierung von Ernst von! Rcniczaks Oper ״Spiel oder Ernst“ sowie Dclibes’ Ballett ״Sylvia“ einen großen Erfolg. i; er! s ׳׳,. 11' i fr cl I» I f c, I; '•<:! ril: V I« r. I W« (D hi: V Jj '־! dו1 :'׳,: Ul־־ ■ .'i t. r. «v :■ ׳,* rr 111 ׳1 .1! 1'. 1' f'•!' 11 :• 1'