Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1934-11-20 · Heft 93 (20.11.1934) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 93 (20.11.1934)
Date
1934-11-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2651273-2653452-2653538--26038-2683212
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Der Handel Deutschland - Palästina Die Zeitschrift ״Crcditrefor m“, Organ des Vor• fcandea der Vereine Crcditretorm in Leipzig, Novemberheft 1934, beschäftigt sich in einen! größeren Aufsatz mit der Lage der Wirtschaft im Oktober. Im Rahmen dieses Artikels wird auch die Frage der Einfuhr von Palästina• Apfelsinen behandelt und hierzu u. a. folgendes gesagt: ״Deut schlau!! nimmt etwa ein Viertel der Orimgcnprtwhiluion זית.•.! inns »!1(. Daltlr sieh! es aber aueli in der Einfuhr dieses Lande» .n!weiter Stelle gleich hinter England, dem Mnntl,rt*l rüget. In l’alislina treib! man nämlich eine sehr verständige Handelspolitik, imlent man bei seinem besten Kunden kauft, sind doch auch fast alle neu «ingerirhteten Fabriken mit deutschen Maschinen ausgerüstet, um] von den Jaffa-ApfeLinen, die in deutschen Ladengeschäften verkauft »erden, kann man •״gen, daß sic mit deutschen Fertigwaren besohlt »erden,“ 1* Im ״Heilbrouner Tagblatt“ finden wir einen Bericht über eine Versammlung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, Kreis Ileilbronn, bei der ein Redner Gütz aus Stuttgart einen Vortrag über Auslandsdeutschtum hielt, in dessen Verlaut er, nach dem Bericht, u. a. gesagt hat: ,,Der Itchpicle (ilr die wirt*u׳l1n(t<.|wlitb<׳be Bedeutung de״ Atulandsdeutsrlilum» gibt es unendlirh viele. So führte Ident »eh-!and bis rum Jahre 1868 nach Palästina nichts aus, hetitc steht cs mit seiner Einfuhr dort trotr des Boykotts der Juden an erster Stelle, und zu verdanken haben wir diese Tatsache einer 1 landvoll schwäbischer Pioniere.“ Diese Darstellung gibt den Sachverhalt in Palästina nicht ganz richtig wieder. Das Anwachsen der deutschen Einfuhr in Palästina ist ausschließlich auf die große j üdi sehe Einwanderung z.uriickztifülircn, die dem Land nicht nur eine starke konsumierende europäische Bevölke• rungssclücht brachte, sondern auch eine relativ beträchtliche Industrie im Lande entwickelte und für die Einfuhr deutscher Maschinen und anderer Fabrikate erst den Weg ebnete. Es ist bekannt, daß diese wirtschaftlichen Bcziehungen trotz der Boykott-Propaganda einer kleinen Gruppe auch jetzt zwischen Juden und der deutschen Exportindustric W'clterbcstchcn, weil auch Deutschland ein Abnehmer für Palästina-Orangen ist und in der Realität des Wirtschafts■ leben* sich das Prinzip des gegenseitigen Interesses gegenüber allen außerökonomischen Schlagwortcn durchsetzt. Scheidung von Mischehen? In der von Dr. Hans Frank herausgegebenen Zeitschrift ״Deutsches Recht“ vom 10. November berichtet Rechtsanwalt Hans Schnitze, Jena, über die Urteile des Reichsgerichts vom 12. Juli 1934 zum Problem der «achträglichen Anfechtung von Rassenmischchen. Im Hinblick auf die künftige Gesetzgebung hält er cs, wenn man den nur selten eine Anfechtung zulassenden rechtlichen Bedenken des Reichsgerichts folgt, für nötig, den beiden Ehegatten einer vor dem 31. lanuar 1933 geschlossenen Mischehe die Möglichkeit zur Auflösung ihrer Ehe Im Wege einer Scheidungsklage zu geben. In diesem Zusammenhänge heißt es in den Ausführungen abschließend: — dem in einer Rnssenmi« hche!eilenden arischen Ehegatten blfiht heule — wenn er nunmehr rassisch verantwortungsbewußt handeln will — kaum etwa, andere» übrig. 01י kinderlos *u bleiben. Tut. er das niclil, «Imin hilft er, nn der rasnischcn Zerteilung seine» Volkes mitarbcilen. Denn nur er selbst,!lieht seine Kinder sind rassereine Volksgenossen. Seine Kinder Vcrden',nrtffefhdk MisMitingc minderen Rechts. Audi dem anderen Ehegatten' kann eine solche Aussicht für die gemeinsame Nachkommenschaft nicht gleichgültig »ein. Der Rassengcgcnsnli der Eheleute kann infolgedeältn einen »olchen Grad erteiehen, daß die eheliche Gemeinschaft *wischen den Ehegatten (insbesondere die Gcschlcclitsgcmeinwhaft) im Hinblick auf die llmimgliclikcil rassereiner Fortpllantung aufgehoben »ein wird und kein« Aussicht auf Wiederherstellung dieser Gemeinschalt besteht.“ Der Berner Prozeß Die Zeifschri ft '0 c u t s : h e s Volkstum", 2. Novemberheft, veröffentlicht einen mit St. (Stapel) gezeichneten Beitrag über den Berner Prozeß um die ״Protokolle der weisen von Zion“. Es heißt darin u. a.: ״Nehmen wir an, was nicht unwüt1r!«chcm1irh ist, 1Hc ,Protnkolk־* seien eine Fälschung — so sind sie doch nicht einfach ,Schundliteratur', Sic aitid auch als Fälschung immerhin eine Wulfe von großer Bedeutung: .״o wehrte sich ein in Zersettung übergehende» Volk, das den lkihchcwiaimis!itlcrnd ahme, gegen das drohende Geschick. ... Aus tiefsten Häiigiiiasci» schuf sich das bedrohte Rußland die Waffe der ,Protoktdle'. Als Ucnischland in Todcszuckungrn lag, schlugen diese Dinge auf merkwürdige Weise herüber. Was sind Fälschungen? Was sind Schicksale?“ Wir sind über den Wert von Fälschungen grund* sätzlich anderer Ansicht als der Verfasser dieser Notiz, und such die Bedeutung der Protokolle für das Schicksal Rußlands ist im Berner Prozeß anders beurteilt worden. So sagte Graf du Chayla, daß ״durch die Protokolle die Errichtung einer Verfassung verhindert und die Katastrophe des russischen Volkes und der Zarenfrage heraufbeschworen worden sei“. Zionistische Jugendkonferenz In Brünn. Unser Prager h. I. Korrespondent berichtet: Auf Initiative der Landessammclstcllc des Keren Kajemeth Lcjisrael in Prag fand am 11. November in Brünn eine Konferenz der zionistischen Jugendorganisationen in der Tschechoslowakei statt, bei der die Situation des KKl. in der heutigen Phase des zionistischen Aufbauwerkes erörtert und über die besonderen Aufgaben der Jugend innerhalb der KKL-Arbeit beraten wurde. Als Auftakt zur Jugendkonferenz fand am 10. November ein Meeting der Brünner zionistischen Jugend statt. In feierlieber Form wurde von allen Anwesenden eine ProklamstIon angenommen, die eine persönliche Verpflichtung der zionistischen Jugend zu intensivstcr KKL-Arbeit fordert. Auf der Kon- Je r en z am 11. Nov., die von den Organisationen Makkabi Hara.r, Tcchelct Lawan, Haschomcr Flazair, Hcchaluz, Jung- ״״izo, Brit Kanaim. Akiba, zionistische Studentenschaft und Zeire Misrachi beschickt war, wurden Referate über den KKL als erzieherischen Faktor in der Jugendarbeit, die besonder*n Aufgaben der Jugend im Rahmen der Expansionsinögliclikelten des KKL und über die zu schaffende organisatorische fr ß.cmcinsamcn Jugendarbeit gehalten. Nach einer gründlichen Aussprache wurde die Schaffung einer Jugendzentrale in P rag beschlossen. Weiter wurde eine Moazah »rzit geschaffen, die aus je zwei Vertretern der angcschlosse- יי* יי Jugendorganisationen und je zwei Vertretern der zionistlschen Studentenschaft der Universitätsstädte Prag, Brünn und Bratislava besteht. Am Sitze der Landessammeistelle in Prag wird ein Waad Hapoel geschaffen, dessen Mitglieder besonders befähigte KKL-Arbeiter der einzelnen in Prag bestehenden Jugendorganisationen sein sollen. Mit def Leitting der Jugendarbeit wurde Dow Biegtin betraut. Nr. 93, 20. XI, ‘*3 I ry ff מ ך־׳* ך* ץ"־־^ »«v ,*1 Axt fju»4 i י ־.ז Wie das ״Frankfurter V o I k 8 b I a 11“ meldet, halte sich das Arbeitsgericht mit dem Kündigungselnspruch. einer jüdischen Arbeitnehmerin zu beschäftigen, die die Klage auf Widerruf ihrer Kündigung darauf gestutzt hatte, daß sie als Jüdin allein wegen dieser Eigenschaft nicht entlassen werden könne. Das Arbeitsgericht hat die Klage a b g e w f e scn. In den Urtcilsgriindcn wird fest gestellt, daß die Kündlgung keine unbillige Härte in diesem Falle «larstellt. Sie sei außerdem durch die Verhältnisse des Betriebes bedingt. Nach dem Bericht des ״Frankfurter Volksbtattcs“ hat das Gericht zugleich die Frage aufgeworfen, ob bei der Klägerin überliaunt ein Rcchtsschutzbediirfnis vorliege, da die Fälle immer zahlreicher werden, daß Juden, die nuszuwamlern gedenken, mir auf einen erwünschten und nach ihrer Meinung günstigen Abgang warten, wobei alle Mittel und Wege gesucht werden, um dartun zu können, daß Ihre zum Teil provozierte Entlassung nicht durch Gründe, die In Ihrer Person oder in den Bctricbsvcrhältnisscn liegen, bedingt sind, sondern nur_ auf ihre J udcncigcnschaft zurückzuführen sind. Die Klage verfolgt dann nur den Zweck, einen angeblichen Rechtsverstoß außergewöhnlich zu vergrößern. Es sei ferner anzunehmen, daß in Wirklichkeit ein vermeintliches Unrecht gar nicht beseitigt werden soll, daß aber auch auf Fortsetzung des Dienstverhältnisses weder bei dem gegenwärtigen Arbeitgeber noch bei einer anderen ähnlichen Firma überhaupt Wert gelegt wird. Diese Ansicht wird damit begründet, daß eile Klägerin, die zum nächsten Termin gekündigt worden war, nachdem das Geschäft auf einen neuen arischen Inhaber überging, ein Zeugnis verlangt hatte, das die Angabe enthalten sollte, daß die Klägerin nur deshalb entlassen worden sei, weil sic , Jüdin ist. Man werde, so meinte das Gericht, nur ein Zeug- 1 nis verlangen, das fördert, und nicht eines, das in Deutsch- ' land nur schädigen kann, weil cs nämlich den Schluß und die Absichten der Klägerin offenbart, ein Zeugnis zu bekommen, das dazu bestimmt sein soll, die deutsche Volksgemeinschaft im Ausland zu Schädigen und bei Stcllcnbcwcrbungcn im Ausland falsches Mitleid zu erregen. Das Gericht hat schließlich das Rechtsschutzinteresse der Klägerin bejaht, weil der Anspruch auf Widerruf der Kündigung nicht mir auf die Weiterbeschäftigung an sich, sondern für den Fall, daß der Unternchmer die Wicdercinstcllung ablchnt, auch auf Auszahlung einer vom Gericht festgesetzten Entschädigung gerichtet ist. Es könne angenommen werden, daß die Klägerin gerade dies wolle, wenn ihr beim Verlangen eines derartigen Zeugnisses in einer Wicderelnstellung bei der Beklagten und ei«»״, teren Tätigkeit in Deutschland nicht viel liegt. **•־ Die ״Frankfurter Zeitung" vom 17. Nw schreibt hierzu folgendes: ״Wenn der Brrühterdatter dr» ,Frank(urt«r Volk .Mau,.,׳ UrtciUbcRtilndunjr luttcllrnd wicdrrgrgclten hat, dann in mm r nicht etwa frtlgrstcllt worden, daß die Klägerin aat*,|*|l'!י' י' gedenke, sondern im Wege a II gern «in« r Deduktion, der Ver«urh gemacht worden, da» Vorbringen der Klägerin jn Motiven »I» verdächtig erscheinen tu lasten und al* ei״cs j , י «rhutte» nicht würdig. Wenn «in (»«tirbt mr Kündigung bclattcndcn Feststellungen hiniufügt, di« Gekündigte »ütn,!»! * keine Beschäftigung mehr In Deut ״ehland, »ie verfolgt mit /**' Klage offenbar unlautere Ncltcnrvcik«, »o hatte man in jl erwarten müssen, daß dies an den Tatsachen dr» E i n! e! f,ן! '!»wiesen »erde. In Wirklichkeit bedarf es schwerlich dn 11^1*■״ auf AuswandcTUngsabsichten oder Aehnlichrs um das Intert!»« gekündigten Arbeit nchmer» an der Fest Stellung deutlirh t(i m1^!S1 daß er wegen Zitgchürigkrit tur jüdischen Rasse «ntl«״-!! «ei. Mit der Feststellung im Zeugnis, diiil et Jude »ei,!,! nehmer schon deshalb nicht geschädigt, weit jeder Arbcitgf|xf . Wert darauf legt, <lic Abstammung heute fcstiustellcn vermag; dij״,, bewahrt ihn die Feststellung, daß er «egen einer RtUM'1tjgt|,gf.gf{;, gekündigt sei, vor dem Verdacht, daß »ein« Leistungen unkrfo{", rügend »eien. Gibt es ein plausiblere» Motiv? Ollenhat »>r ״ Wille de» Gcsct!gcl>cr», daß da» Gericht fcstzu stellen hat»«, Kündigung wegen der Rasse sage Hörigkeit erfolgt sei oder nicht, {)!, Gericht selbst »!!rieht in .״einer Urteilsbegründung solche (.ן,־!, ‘ , «inen ,R«cht*vcr»toß‘ an, un<l das macht m Genüg« jgj. ' lieh, daß der Arbeitgeber die RawcHigehörigkcit als Kündigung.{*;,׳ (wenn die» der eigentliche Grund 11er Entlassung »1r| nic|,j ג״ן . . •ttsdtürklirh wird nennen «ollen, sonst müßte er in «iMI8 ״ »cliließcitden Prozeß notwendig unterliegen. Aufgalx׳ des tketkh'i kann e» also ausschließlich »ein, «len Tatbestand daraufhin tu a,;״. suchen, ob tler Arbeitgeber formell unter Vorwänden, utüthH •her «egen Rasse tilge Hörigkeit gekümligl hat oder nt• ht. Hai <ן*" | Frage!wischen Klager und Beklagten strittig sein kann, lugt itt de I Natur der Sache, liier jedoch wird umgekehrt argumentiere. V,!. sichtet der Klager auf die Feststellung, daß die Kami!( «egen »einer Rossejugehürigkeit erfolgt sei, so hat «r kein«« ן Grund mehr tur Klage; besteht er dagegen auf der ftt *tcllung, »o macht er sich nach Ansicht des Gerichts «, g!. I gemeinen Erwägungen herauf verdächtig. Auf welche Wt« | •110 *oll der Kläger, weicher glaubt, daß ihm wegen seiner Kat׳, tugehötigkeit gekündigt wotden sei, *einen Einspruch btjrütißeti» I Zum Tode von S. Fischer In der Nummer vom 17. November sefzt sich die ״Berl. Börsenzcitung“ unter dem Kennwort ״Die leidige deutsche Objektivität“ allerdings ohne direkte Namensnennung mit dem Verlag, dessen Inhaber der kürzlich verstorbene Samuel Fischer war und seinem ״Hauscliehter“ Gerhart Hauptmann auseinander. Es heißt in dem Artikel u. a.: ״Man glaubte diesem Verleger, der viel« berühmte deutsche und auch nordische Autoren verlegt hat, bestätigen tu mUsjen. daß er ein Stihk deutscher Gci»te»ge«׳hich!e repmsent k׳rt. habe, während , er «Ittch nur in einer Epoche des Nietlcrgung» des deul.chen Gcislr»- l«l^n»^Uic Autoren .brachte, «lic diesen Strllmungen cnlspraelicn. Die prjsiliven Kräfte wie lf«rntn(1n Stchr und Hamsun sind nicht durch■ *eine Arbeit prntt׳״-w*wdcn. Er 10g ihrem .('וי!'•׳ den Geist Thotna* htann» und Jakob Wassermann» vor. Ein Mann wie Paul Ernst, der dein neuen Deutschland schon 10 bl* 20 Jahre vor seinem Entstehen die geistigen Ue»ct1e »chricb, hatte in diesem Verlag keinen Raum. In diesem Verlag ist überhaupt nicht «ine einzige Dichtung ertchirnen, tlie!um neuen Deutschland ein Verhältnis hatte.“ Das Wirken und die Bedeutung S. Fischers ist anläßlich seines Todes auch in der ,,Jüd. Rundschau“ Kcwürdigt worden, cs dürfte in diesem Zusammenhänge genügen, daran zu erinnern, daß im Fischerschcn Verlage ein 80 mit der Scholle verbundener Dichter wie Tolstoi erschienen ist, daß nordisclie Dichter wie Björnson und Ibsen von Ihm In vorbildlicher Uebersetzung herausgegeben worden sind. Auch Richard Dehme! ist bei ihm erschienen, ln der in seinem Verlage erschienenen ״Neuen Rundschau“ sind Dichter wie Hermann Stchr, Hermann Hesse, Theodor Fontaue, Carl Ludwig Schleich, Morgenstern, Otto Flake, Hans Ort mm, Gelehrte wie Ulrich von Wila» mowltz-Möllendorff, alles Namen, die Ich aufs Geratewohl aus der Erinnerung nenne, zu Worte gekommen. Die ״Bcr!. liörsenztg.“ fährt dann fort: ״K1 berührt vor allein die jüngere Generation besonders schmerzlich, wenn ein Dichter, iu dem »ie keine elementaren inneren Beziehungen mehr hat, den sie aber trotz allein nicht, vor allem wegen der Volksverbundenheit einiger »einer frühen Stücke, einen Nachruf, den sie ihm an »ich keineswegs verdenkt, da!» mißbraucht, eine geheime geistige Opposition!um Ausdruck iu bringen, wenn er von dem Ürt schreibt, ״wo e» weder Völker noch Parteien, weder eine innere noch ein« äußere babylonitche Sprach- Verwirrung gibt.“ und kommt zu dem Resultat: ״liier hat falsche Pietät nur wieder fatichc Miißstibc und eine falsche oder geschwächte Gcisteiriehtung im Gefolge.” Daß man auch als grundsätzlich Andersdenkender dem immerhin außergewöhnlichen vcrlcgerlschen Wirken Fischers Respekt zollen könne, scheint dem Verfasser dieser Zeilen nicht angängig. Dr. T. S. Ueber Karlsruhe In einer Serie ״Deutsche Städte 1934״ hat Egon A. Schwarz einen ausführlichen Artikel in Nr. 537 der ״Berliner Börscnzcitting“ über Karlsruhe veröffentlicht. Er betrachtet die Stadt als Kulturbollwcrk im Südwesten, spricht von den Künstlern und Musikern, wobei vielleicht Gelegenheit gewesen wäre, daran zu erinnern, daß Hermann Levt beinahe ein Jahrzehnt dort Hofkapelltnclster gewesen ist. Er sagt dann u. ״Die älteste deutsche technische Hochschule, die ״Frledcriclana“, eine Festung des technischen Wissens, sieht Jahr für Jahr Hunderte von Studierenden nicht nur aus dem Reichsgebiet, sondern auch aus dem Ausland. An ihr arbeiteten Erfinder wie Hertz, Bunte und Haber“ Unter den drei Genannten sind sowohl Hertz, der bekannte Physiker (Hertzsche Welfen) alt auch Haber, der bekannte Chemiker und Nobelpreisträger (Stickitoffgewinnung aus der Luft), fQdischer Abstammung. Zi J"1 r lau ■, satt»«! und,!«%! •CI5'״ Ln, ' ditefkadm da RededUm, A. R., Berlin. Sie machen uns darauf aufmerksam, dil I der Berliner ״Lokal-Anzeiger“ in einer das Winterhilhwtrk j betreffenden Reportage ״Besuch in der Kldderkammcr״ in einem ״Kreislers Sammelwerk“ überschricbencn Abschnitt u. a. folgendes berichtet: ״Viele Sachen kommen 1» I dem Ausland- In New York sammelte der Musiker und Komponist Kreisler für das deutsche Winterhilfswerk.“ Sie | glauben, daß es in diesem Zusammenhang für die Qtffenllidt• Reit von Interesse Ist zu erwähnen, daß Kreisler Jude ist. F. W. Berlin. Ihre Vermutung ist richtig. Der ״desitsrhe I Philosoph Edmund Husscrl“, von dem Reichsprestedttf Dr. Dietrich in seinem Kölner Vortrag gesprochen hat, kt h Prossnitz (Mähren) als Jude geboren. Er ist später aus I dem Judentum ausgetreten. Husserl ist der Begründer de [ sogenannten ״phänomenologischen“ Schule. T. S-. Berlin. Zu einer in der Berliner ״Börsenleituttf | vom 17. November erschienenen Notiz ״Der Hund Shvlock”, worin eine Anekdote über den Schauspieler Otto lenfeid erzählt wird, machen Sie darauf aufmerksam, daß Lchldd blutmäßig Jude war, weswegen auch Hebbel zunächst Einwendungen erhob, daß Lchfeld den Hagen in der Et«• aufführung der ״Nibelungen“ spielen sollte. Der Erfolg habe j Ihn dann ausgesöhnt. Dr. Block, Ratlbor. Im Anschluß an die Erinnerungen vw | Arthur Elocsser wünschen Sie den Irrtum zu berichtigen,«» Felix Holländer nicht aus Ratibor, sondern aus 1.«»־ achütz in Obcnchlcsten stammt. Wie der ״Westdeutsche Beobachter“ Köln mitteilt, erklärte ln der ersten Hauptversammlung der Kölner Großschlächter- Ptlichtlnnung der Innungsieltcr Obermeister Josef Pütz es sei beabsichtigt, die Stände der arischen und der nichtarischen 0 roßsclilächt er auf dem Fleischgroßmarkt vo neinander zu tr enncn und Jede Gruppe besonders zu placieren. In» 1 Musik und Rasse. In der Besprechung des rt».'11™ Kieiher-Konzertes in tler Philharmonie schreibt Pr. Fritz im ״Völk. Bcob." unter der Ucberschrift ״Aiisgcrfcb1״ Strawinsky“ u. a.: ״Wenn Kleiber uns diese rasso'fw« Musik eines in jüdischen Kreisen geforderten üeräusebkow kers als ernsthafte musikalische Kunst vorsetzt, so darf wohl seinem Erstaunen über die unzureichende wcltanscn«' liehe Einstellung eines Staatskapellmclsters Ausdruck get>e! der gerade auf Grund seiner Vorrangstellung zu einem höheren Vcranfwortungsbcwußlscin der Volksgemcmsci» gegenüber verpflichtet gewesen wäre.“ Ein Jahr Zusammenschluß jüdischer Lichtbildner• bald, nachdem in der ״Jüdischen Rundschau“ die Anf(,C“' veröffentlicht worden war. diejenigen Juden, die י׳י ' Lichtbildkunst Interesse haben, in Arbeitsgemeinschaft^ santnienznschlicßcn, sind in den großen Städten der»1״*• Vereinigungen gebildet worden. Dr. Walter Groß׳ ,•1״ Berlin, verstand es, in schlichter und doch phantasier״ Welse, Bilder des jüdischen Ritus festzuhalten. P׳e (-f in deutsche Gegenden, wo Zeugen jüdischer Vergangen״, zu finden sind, war die besondere Aufgabe der u״! pen. Sie wurde erfüllt. Das beweist die Bilderscha«, , ״Erste Ausstcllungjüd «scher Lichtbild kun vom Jüdischen I.ehrhaus, Mannheim, vom II. bis vember In den Räumen der Loge veranstaltet wurde, f™ 200 Bilder gehen Zeugnis von der Arbeit des vereans״', Jshrcs. Den Eindruck dieser Ausstellung zu sehiluer nicht leicht, denn es kamen eine große Anzahl von g“ wertigen Arbeiten zusammen, die ein hohes Niveau “ß Neben den bekannten Photographen wie Julius GURKT, heimer, Mannheim, und Emil W erthclm, •»"״ am Main, sind durch die Tätigkeit der einzelnen in ח junge, begabte Menschen der Photographie und .g oem Jüdischen Bild gewonnen worden. Dr. Waller v » Mainz, Wagner, Breslau, und Josef Wolf, Ludwig*"*' leigen Bilder, die sich sehr wohl sehen lassen ko!an u Dr. P. S. Meyer, Mannhti״ war j, 1 ko [1 früu The t׳c, 1 er*. •! sc1 i ■ r g»1״ j ■ ätr,׳ , m 1i;' i. vo ״ Ih'til:!!; wfn׳ 110 1;• LIJp un1;* f j!rT;t & KlIFß Die .,Kurhessische Lande* *eltung י " vom 16, November berichtet: ״In der Bevölkerung ן£ןי war es bekannt geworden, daß ein verheirateter J« - es ein Zimmer gemietet hatte, um dort mit deutschst*״ Mädchen zu verkehren. Die erregte Menge grd und ־brachte ihn zum Polizeipräsidium. Er mußte « eigenen Sicherheit in Schutzhaft genommen w«״*״' fkehd das Mädchen, da* mit dem verheirateten JmK" rvyuc)׳ hatte, da zu befürchten stand, daß die empörten ia « gaonner.ee auch gegen das Mädchen vorgehea

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.