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Jüdische Rundschau · 1934-11-13 · Heft 91 (13.11.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 91 (13.11.1934)
Date
1934-11-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 bm die Figuren am Bremer Dom ' Die ״Frankfurter Zeitung“ vom 9. Nov, berichtet aus Bre 111 e 11: | 11\״ der Wen fitssnrlc de» Bremer Doms befinden »Ich fünf plasti- »ehe t; nippen mir T i e 1 f i g >1 r e 11 von symbolischer Bedeutung, um die in llniiH'11 ein crbilleiter Streit cingcvelit hst. Die Gruppen ciiniiern iinßerlieh im iiiilteliitterliche Formen, ■wurden aber eist im Jiilire 1002 naeli l’liineii von IFombauincWcr Snltmium iiufgcsldU, Sie werden mit fünf iebemgroßen m e n c h I i» 0hc n Figuren in HericInnig gepelzt, die sieh über ihnen befinden. Nach der Auff;1M111|; der einen Inmdelt « sieh bei den Gruppen um ״nusgesproeheius F'renulgul einer uns fremden Geistesrielilunif1. Die erste, ein Greif, der eine Frau mit Spiegel und Schmuckkästchen im Arm hüll, voiU'upere einen fremden Glauben, der sich «incr germanischen I׳*r,m Isniiiii btig! Uther diesem Bild throne der Apostel Paulus mit Schwelt und Bibel. J),1*!weite Hihi, wieder ein Greif, der aber diesmal eine S e h 1 11 n g c in «len Fängen hält, versinnbildliche, da der Greif triumphierend naeli Norden blicke, den Sieg des Südens über die Wiilgimlseblnngc, also über Germanien, FJcbcr diesem Bild tlimnc der Apo-lel Petrus mit dem Schlüssel rur Weltmarkt und der Bibel in den lliindc״. Da* diitte Bild »teile einen Löwen im K11111 pf mit dem ) > r 11 e I! e 11 dar, der Bruche liege aller auf der den (',i'rinanen heiligen Iniiinsiil. Dieses bedeute den Kampf iwi- *dien dem Draelicn, der das Germanentum!erschlugen habe, und dem jüdischen 1,5 wen. lieber diesem Hilde throne bczcichnemler Webe der SacliscnsHiliichler Karl, Dar, vierte Hihi zeige nur den jüdischen Löwen, d r einen S e h a f b o c k unter sieh gebracht halne. Ucbcr diesem Bild throne nicht mehr eine F'igur aus dem Nein■11 Tcsbiint'iil. liier waelir Moses über den Sieg des J u d c ח t 11 in Die fünfte Gruppe stelle einen Löwen dar, wie er in;-oinen Annen einen wehrlosen arischen Mmm Italic, dem man einen Würfelbecher in die Hand gedrückt habe. Die zwei heraus, gefallenen Würfel zeigten fünf und neun Augen, S und 0 aber seien heilige Zahlen der Juden. Dieses Bild künde also den Triumph ries Judentums über den Arier. Darum throne tiudi der König David dmüliet und schlage Sicgcdiciler auf seiner Leier. ])ieicr Ausdeutung ist man von kirchlicher Seile entgegengetreten. Salziiiniiiis Nachfolger, ])omhuumcUtcr Khrhardt, sagi in einer mif Wunsch des Lntulesbiseliof» Weidemann vurgcnommcnrn Vcrdlft'iillieliung, cs sei richtig, daß die oberen Standbilder l)a vi d mul Moses als Vertreter des Alten Test amentes und Petrus tmil l’fiiilus uls Verirrter ries Neuen Testamente» darstcllien. Zu bemerkm sei mir, daß Karl der Große tlus Modell einer Kirche halte, weil er bremische Bistum gegründet und dadurch den Anlaß zum Bau des ersten Dome» in Bremen gegeben habe. Dagegen sei die Deutung der Figuren unter diesen Standbildern ganz willkürlich. Die Darstellungen lehnten sieh an die Bilder kr eise früherer. Insbc'tiiKh'it' der romanischen Kunst an. (.;reifen und Löwen, unilli! deutsche Wappentiere, befanden sielt in »ii'grcieltcm Kample mit Mi'i.Wlien und Tinen. Sie seien Symbole d es Christentu ms. Der Mann in den Klauen des Löwen sei ein Symbol der S 1 ון e I 1 e i d c n > e h a f t, die Frau mit Gesehmcidekaslen und Spieg! I stelle das Laster der Kilctkcit dar. Der Würfel mit der Zahl ׳) deute darauf, daß es siel! tun falsches Spiel handle. Der Bo! k lialw als unreines Tier gegolten und bedeute Stolz und Wollust. Der zerschlagene Goue sei ein Hinweis auf das Heidentunt, und der Tierkauipf sei wohl als die Besiegung der heidnischen Naclncn durch Karl den Großen zu deuten. Die Srlilangc sei der Teufel. lnlue'-smt ist, daß auch die Angreifer nicht etwa, wie •ייan ghniben könnte, die Beseitigung des Figurenwcrkcs verlangen. Diese Werke, so sagen sie, seien die interessantesten Werke dieser Art, die es gehe, Bienten besitze sie als die einzige Stadt in Deutschland. Sie seien gesetzt worden, damit die Menschheit lerne.“ Ob den erstgenannten Ausdeutern dieser Bildwerke ihre weltanschauliche Meinung nicht einen Streich gespielt hat? Schließlich miitssen diejenigen am besten tun den Sinn dieser Figuren Bescheid wissen, die für ihre Schaffung ver• antwortlich sind. Ablehnung Hindemüht Die amtliche Fachzeitschrift der Rcichsruntslcitung der NS.-KuIturpemeiinle, ״Die Musik“, lehnt in einer grund• K.'it/־liehen Stellungnahme die Kompositionen Paul Hin demitlis ab. Die Ablehnung wird auch von dem Nachrichten• blatt der NS.-Kuliurgeiiidude unterstrichen mit dem Bemerken, daß, wenn I lindcitiith heute in seinem ״Mathis der Maler“ positiver erscheine, damit noch nicht bewiesen st’i». tk'*B er, der im Sinne der Gesetzgebung des national• sozialistischen Deutschlands nichtarisch versippt sei, sich innerlich gewandelt habe. Die Tatsache, daß er sich im Auslände noch naeli der nationalsozialistischen Revolution mit zwei emigrierten Juden koiuerticrcmlcnveisc auf Schallplatten aiifnchincii lieft, sei der klare Beweis für seinen schwankenden Charakter. Ein jüdischer Textdichter fm Zusammenhang mit der von uns bereits mehrfach erwähnten Kontroverse um die neue Oper von Richard Strauß, der ein Libretto von Stefan Z w e i g zugrunde liegt (was Anlaß zu heftigen Protesten gegen die Zusammenarbeit des Präsidenten der Rcidtsinusikkammcr mit einem iiklisehen Textdichter gab), schreibt uns eine Leserin: Auch Beethoven benutzt Verse eines jüdischen Dichters. Der Test des ״Liederkreis an die ferne Geliebte“ ist von dem damals 22iährigcn Arzte Alois Isidor Jcitteles. Ucbcr ihn schreibt Max Fricdländcr: ״Nicht nur der Lyriker Jcitteles scheint Beethoven angezogen zu haben, sondern auch der Atensch. Seine Selbstlosigkeit bewährte er später während einer furchtbaren Choleraepidcmic: durch den großen Saal des Krankenhauses ging ein furchtbares Sterben, und die Zahl der Opfer war so ungeheuerlich, daß Aerzte und Wärter einer nach dem andern fluchtartig das Krankenhaus verließen. Da ließ l)r. Jcitteles sein Bett mitten in den Unglückssaal stellen, scheute bei der aufopfernden Betreuung der Patienten nicht die ekelerregendsten Dienste, trug die Toten aus dem Raume, besorgte selbst die Reinigung der Betten und Fuß• biklen und wurde Tag und Nacht nicht müde, den Kranken neben ärztlichem Rate auch Trost und Hoffnung zu bringen. Ein Held solcher Art war der rechte Maua für Beethoven, der gern die dichterischen Versuche des jungen Jcitteles entgcgenimhm.“ Der Rückgang der jüdischen Medlzloslndcnlen Im ״Deutschen Acrzteblatt“ gibt Dr. Tornau eine Aufstellung über die Zahl der jüdischen Studeu• te 11 an de 11 .medizinischen Fakultäten der deutschon Universitäten. Er teilt mit, daß im Sommersemester 1932 1S93 Studenten der medizinischen Fakultäten der jüdi• scheu Konfession angehörten. Im Sommerseinester 1933, nach der Machtübernahme der NSDAP, waren cs nur noch 916. 1111 Wintersemester 1933/34 war die Zahl der Medizinstudenten indischer Konfession auf 366 gesunken, lag also um vier Fünftel niedriger als im Sommersemester 1932. Zwecks Aufbau eines wirtschaftlichen Hilfswerks werden die jüdischen Tierärzte gebeten, ihre Anschrift der;Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, Berlin-Charlotten• 'bürg, Kantstr. 158, il, bekanntzugeben. JÜDISCHE RUNDSCHAU Die Lösung der Jud enfraße Der ״Gießener Anzeiger" vom 6. Nov. berichtet über eine Rede des Oleßener Oberbürgermeister« Ritter in einer Versammlung der NSDAP., in der er sieh u. a. mit der Judenfrage beschäftigte. Der Redner führte hierbei aus: ״Viele in(;cn, wenn der NiitlonidwrainUsmtH die Judenfrage nicht aufgcralU hülle, wäre et besser lür יחוו, dann hüllen mich die Juden mit Ja gestimmt. Wir lehnen d.is ah. Die Juden- (rage ist eine F’rnge von elementarer LebcnsnnUvrndigkcit, van so großer Bedeutung für dal deutsche Volk, daß sie durchgeführt werden muß bis zur letzten Konsctpienz. Die Juden, die nn eine Armierung in der Haltung des Nutioniiläojinlisiini» glntilven, sollten sieh vor Augen halten, was der F'ührer kürzlich wieder gesagt 11:111 ״Kä kann für uns Schwierigkeiten (*eben und Hindernis«, über niemals Kapitulation.“ Wir kapitulieren nicht, wir werden diesem Gegner ins Auge schiiiien, und im Vertrauen auf unser Kerbt werden wir den Sieg erkämpfen. . . . Nuehdem der Nationalsozialismus die Judeufragc aufgegriffeu hat, wird diese Fänge, nicht in Deutschland gelöst werden, sondern nur international. IC» ist die Pllicht der deutschen Menschen, der Welt die Augen d.irtil/er zu öffnen, denn der Jude ist die Geißel der Menschheit. Duliei soll nicht verkannt werden, daß cs auch manchen an.tiindigen Juden geben kann, a!»er sic haben alle den-clbcn Ursprung. Bei dieser Betrachtung «olltc sielt jeder deutsche Volksgenosse sagen lassen! Wenn dir dein deutsche» Volk heb Dt, dann untcrslülz.e uudr beim F'.inkauf die deutschen Volksgenossen. Die deutschen Menschen aller Slilmlc müssen jnsammcn-telicn und zusammen arbeiten, einer für den anderen, d:t sie alle aufeinander angewiesen sind. Wir können nur dankbar dafür sein, daß bei uns in Deutschland die Russeiilrnge *0 durehgrführt wird. Deshalb wird diu Judeufragc in Deutschland durchgeliihrt bis zum äußersten. Warn wir unser Volk in der Kusse sauber halten, dann wird nach unser Weg als Staat wieder aufwärts führen,״ Auch wir sind dir Meinung, daß eine Lösung der Judenfrage nur in Internationalem Maßstabc möglich ist und unter Anteilnahme der gesamten Kulturmcnschhcit. Daß wir uns diese Lösung in der Praxis und in ihren ideel• len Grundlagen anders vorstcllen als der hier zitierte Redner, braucht Kaum betont zu werden. Ein Mosel-Drama Ernst Bacmclstcr widmet zum 60. Geburtstag Hans Franke, Heilbronn, einen ausführlichen Artikel In Nr. 261 der Unterhaltungsbeilage der ״Hörscn/.cltung“. Er spricht im Verlaufe des Aufsatzes von Bacmclstcr» neueren Dramen, in denen der ״Hcbbelsdic Wille zu hoher Mensch-Tragödie, in der um die letzten Mächte unseres Lebens gerungen wird“, in weit größerer Klarheit zutage tritt. Von diesen neueren Dramen, die mit ״Mahcli wider Moses“ beginnen, heißt cs: ״ln dem ״Mnhcli1' gelang *okherwebo ilem Dirhtcr das F* U h r e r d r a m a hi seiner Vollendung. Denn ci wird uns gezeigt, wio der große Gc«lzgel>cr nie «las sagt, was er ssdlicr denkt, sondern immer nur das, was er im Verhältnis dessen, dem er Gesetze gibt, für gilt und vnllendhar hält. Moses erkennt also sehr wohl die empörerische selbslhcfreicriselio Tat des Jungen Mnhcli an, aber er darf einem solchen Individualismus nicht die Führung des Volkes uiiveilmuen, er muß auch von ihm eine Unterordnung fordern und sei der nndere mit seinen kühnen und ncucriscltcn Ideen noch so nah den Sternen. Die Masse aber darf nicht (wie cs der einzelne kann, soweit er nicht [ordert, daß sein Indivkluolianun Gesetz werde) der ntitniumien Kraft des Gct«1cs überantwortet werden, sie bedarf des giittlicben Symbols (des Allerhcillgstcn) als der litticke zum besseren Dort, wie sie auch ewig der geschriebenen Gesetzestafeln bedarf, um in ihren sittlichen Grenzen zu bleiben, die der freie Geist »ich selber bestimmt. So tnuß Mnhcli, als *r die Größe des Mo *es erkennt, «ich sclbit töten, um seilt Geist’-Liiipörertum zu büßen; ein Vollstrecker des zeugerisehen Willens, dem die Menge nie überantwortet werden darf.“ Für uns Juden stellt das F־ülircrtinii Moses schon *eit Jahr• tausenden fest. Es Ist uns aber eine gewisse Genugtuung, wenn sic auch von antlcrer Seite so anerkannt wird. Dr, T. S. Kleine Nachrichten Der bekannte Jesuitenpater G. Bichl 111 a 1 r hat In der Wiener ״Rcichspost“ einen Artikel über das Thema ״Chrl* sten und Juden" veröffentlicht, in dem er im Gegen• satz zu der in dein Huche des ehemaligen Unterrichtsminister» € z c r in a k vorgeschlagenen provisorischen ״Ordnung in der Judeufragc“ für eine endgültige Lösung dieser Frage durch besseres Eiiianderkciincnlcrncn eiutritt. Im Anschluß an diese Ausführungen kündigt Pater Bichlmair das Erscheinen einer neuen, christlich-jüdischer Verständigung■ dienenden Zeitschrift ״Di׳* Erfüllung“ an. Anläßlich tlcr Feier des 800. Geburtstages von Moses Maimoiiides hat die Warschauer Universität heschlossen, eine Reihe von Vorträgen über sein Lehen und Wirken zu veranstalten. An den Verband der hebräischen Schriftsteller hat die Universität das Ersuchen gerichtet, aus seiner Mitte einen der Vortragenden für die geplanten Rambain-Vorlesungcii zu stellen. Am 11. November hat Herr Jules Dreyfus-Bredsky, Präsident der Israelitischen Gemeinde Basel und des Israelitischen Gcmcindebundcs der Schweiz, sein 75. Lebensjahr vollendet. Bncfc &h> di& Jledakiim Schiller in der Judcngastc Memel, 11. November 1934, Verehrte Schriftleitung! Zu dem Aufsatz ״Schiller in der Judcngnssc des Ostens״ von S. Mciscls (״Jiid, Rundschau“ Nr. ,X)) Ist zu ergänzen, daß einzelne Gedichte gerade von namhaften hebräischen Dichtem tibersetzt wonien sind, deren Uebertragungcn einen hohen literarischen Wert haben.. Der größte hebräische Dichter *einer Zeit, J. L. üordon, hatte ״Das verschleierte Bild von Sais“, ״Klage der Ceres״ und ״Fragment aus dem Liede von der Glocke" übersetzt; A. B. Gott lob er übersetzte ebenfalls die Gedichte: ״Die Hoffnung“ (1835), ״Die Teilung der Erde“ (1837) und ״Die Resignation" (1848); Jchalcl ״Die Erwartung" (1868). M. Manc hat in seinem Aufsatz über die Poesie mehrere poetische Stücke nach Schiller meisterhaft übersetzt (1886). Bei allen, selbst bei Gordon, in ihren Orlglnalgedichlcn, ist in der ersten Zeit der Einfluß Schillerscher Lyrik erkennbar. Damit ist die Revue ״Schiller ln der hebrRisehen Literatur“ lange nicht vollständig. Sentenzen und Mottl nach Schiller bilden bei jüdischen Schriftstellern Legion. interessant ist: In den 1898 Jn Berlin erschienenen humo• ristischen T a s ch c n •Wö rt e r b üc h c r n heißt es: ״Barmizwo ־= Schillers Werke“. Denn auf dem Ocburtstagstisch eines jüdische!» Jünglings durfte Schiller nieht fehlen. Leon Scheinhau•, Nr- יי■ ». XI iw, Stelle im Propheten Arnos gerechtfertigt Werde. An dh״ Stelle habe der Palast des König Aehab gestanden, m haben hierüber bereits vor einigen Monaten in einem ‘ Artikel von Dr. Alexander Goldstein ״II Messagero“ über den Paläslina-Anlbao Unter der Uehersehrift ״Die letzte Rcttum, j |üdi8chcn Volkes. — Wird c» dem Zion!« ** gelingen, einen Jtnfenstaat a u f z u h au c ״ית “! öffcutlicht die große römische Zeitung ״l | M ass a!r*V'f' den ersten Artikel des von ihr vor kurzem als S»ntlerw\0' erst,itter nach Palästina entsandten bekannten fhiblbt' Mario Abbondanz. a. Der Verfasser behandelt mit!״״p Objektivität und offenkundiger Sympathie die Forts?!? des jüdischen Aufbauwerks und untersucht die Gründe » in Palästina herrschenden Prosperity und des raschen *chaftlichcn Aufschwungs. Nach einer eingehenden pr״s der Möglichkeiten für die Verwirklichung de* lionisfef‘ Endziels kommt der Vei fasscr zu dem Schluß, daß a,״ außer von dem guten Willen Englands auch von der h Stellung eine* friedlichen Zusam menleben« Juden und Arabern abhängig ist. 01 König Achabs Palast Anläßlich einer Ausstellung von Photographien und P|3״- die vom Palcstine Exploration Foitnd gegenwärtig in veranstaltet wird, veröffentlicht die ״Firnes“ einen ausf,s liehen Artikel von Dr. I, W. Crowfoot über die ku%s!!' b u n g c n i 11 S a in a r i a, di * vom Palcstine Exploration Foul! gemeinsam mit der Harvard-Universität und der Hebräisch(, Universität Jerusalem gemacht worden sind. Die größte c,, sation, 80 schreibt der Verfasser, war die Entdeckung!!ן!' reicher cllcnhcimrner Bruchstücke, wodurch die bctrclfcr.i sttolti■ i1״ Propheten Ainos gerechtfertigt v׳■*• -* ״•״*״ der Palast des König Aehab ... . --־ -■änpcTft berichtet, Red,) p״ Bruchstücke waren leider zum Teil nur klein, aber inan könnt( doch gewisse Figuren ztisammcnsetzcn, die alle jene Gestalte! darstcllcn, die auch beim Salomo-Tempel erwähnt werde! Seminare!Dr Lehrer der Diaspora In Palästina Im ״Haare z“ (Td-Awiw) entwickelt Josef Br«!, lavskl den Gedanken der Schaffung von Ferienkursen ln Palästina, welche für Lehrer aus der Diaspori bt■ stimmt sein sollen. Er verweist auf die große pädagogische Bedeutung, welche heute die Palästlnakunde in allen Länder! der Diaspora hat. Aber der Lehrer in der Diaspora, der niemals Palästina gesehen hat, kann seinen Schülern kein lebendiges Biltl Palästinas geben. Umgekehrt aber ist auch der Lehrer, der aus Paliistüia kommt, nicht Imstande, ia diesem Punkte den Kontakt mit seinen Schülern zu findet, Eine ideale Lösung sieht B, darin, daß der Diasparalchrw, der selbst am eigenen Leihe den Prozeß der allmählichen Palästinisicrung erfahren hat, durch seine Gemeinde in de! Stand gesetzt wird, an einem dreimonatigen Kurs In Palästina tcil/unehnieu, Im Mittelpunkte eines solchen Kurses müßten die Bibel und die alte Literatur stehen,»• weit sie mit dem Lande verbunden sind, und dazu kämen systematische Vorlesungen über das Palästina von heute, *eine sozialen und wirtschaftlichen Fragen. Die auf diese Weise in Palästina aus/ubildciiden Lehrer hätten sich ihren Oe• meiuden gegenüber zu verpflichten, eine bestimmte Anzahl von Jahren im Dienste ihrer Schule zu bleiben. — Gleichzeitig teilt in ״Haarez." S. Jewin mit, daß ln Tel• Awlw ein Palästina-Institut in Bildung begriffen sei, dessen Aufgabe es sein wird, unter den Bewohnern Tcl-Awiws Pahistitiakundc zu verbreiten, Das Institut Roll Ergänzimgsknrse für Lehrer gelten, welche sich die ihnen fehlende Landeskunde erwerben wollen, es soll ferner Fremdenführer für den Touristenverkehr hcranbllden und »oll die Führer der Pfadfinder tutd Wandervcrcine in entsprechender Weise instruieren. Ein Palfisiina-Reisebuch Alfred Kupferberg! Deutsche Juden Im jüdischen Land. Palästina-Berichte eines jüdischen Journalisten. Ver• lag M. Lcssmaitn, Hamburg. 2,50 RM. Wenn ein jüdischer Journalist aus Deutschland hetih nach Palästina fahrt, so ist es etwas ganz anderes, 1« wenn früher Zionisten eine solche Reise machten. Palästina hü in den letzten zwei Jahren eine ganz neue Position in Bewußtsein der deutschen Juden erobert. Auch solche Jude« und jüdischen Organe, die früher den Paliistiiia-Oetlanta bagatellisieren konnten, müssen heute eine neue und aktuelle Beziehung zu diesem Land gewinnen. Der Wunsch! Palästina zu hören, ist allgemein. Darum werden viele d« Schilderung Alfred Kupfer b erg s lebhaft begrüßen. Kf■ ferberg hat als Redakteur des ״Israelitischen Familicnblattcs^ im vorigen Frühjahr eine Gesellschaftsreise niitgcmacht, uiw wenn man seinen Bericht dureliblattert, muß man zug«»! daß er buchstäblich sozusagen jede Minute seines Aufenthalt aiisgcnüt/t hat. Das Buch, das hieraus entstanden ist, «1״ keine ״Palästina-Kunde“ sein, sondern ein richtiges Reist׳ Tagebuch, das den Leser die Eindrücke und Erfahrungen! das Staunen und Verstehen und vor allem auch die Liebe Berichterstatters miterlebcn lullt. Es ist kein Geringes! zu™ crstcnmai tlcri Boden des Landes zu betreten, besonder» י״׳ lemanden, der schon längere Zeit im Dienste der Palastin*• Idee steht. Und gar in der jetzigen Zeit, wo «in wirbeln!»• Leben in Palästina den Besucher sofort gefangcnninimt un die Fülle der auf ihn einstürmenden Einzelheiten kaum < erfassen ist. Kunfcrberg weiß diese Fülle wohl zu orJn und ln einer überaus anschaulichen Weise iviederztmcn ■ Ucberall spürt man den Atem der Unmittelbarkeit. Kupt ־ berg gibt eine umfassende Palästina-Schilderung in enara* ristisenen Episoden uiul Impressionen, und wer sein » durchgelcsen hat, wird, auch wenn er das Land nie ßc!,c hat, eine reiche Kenntnis der Realitäten Palästinas unbemerkt in sich atifgcnommen haben. Wie schon Titel besagt, hat Kupferberg sich vor allem für die « und das Schicksal deutscher Juden in Palästina Er erzählt von vielen Begegnungen mit Menschen! dt® dort neuen Berufen nigewamlt haben, mit Chaltinrn Deutschland, von Gründungen deutscher Juden um» aucn manchen Problemen, die noch zu lösen sind. GcscliicKt!» die Schilderung ein kleines Kapitel Information ®1nKcfc;,!! die der Berichterstatter von Dr. Walter Preu! ״״״ . deutsche Alilah in Palästina erhalten hat. Kupfernere * * ־ mi; Recht — das Hauptgewicht auf das GefühlsmalüK ׳ mag unvermeidlich sein, daß manche sachlichen Iun?'• n£j, anderen Beobachtern etwas anders beurteilt werden » j-(1 Eine ernste Einwendung wäre vielleicht gegen aas ״ snräch mit einem angeblich einflußreichen arab,scncfJ * ttker zu erheben, das insofern irreführend wirken ka plutik cs in Wahrheit kein Bild der wirklichen arabischen bietet. Aber auch hier haben wir es ja nur mit presslon von zufällig Erlebtem zu tun, und 80 ,'״״״. Kon■ In Kauf nehmen, zutnal man den daran geknupne״ |t, klusionen, die einer stärkeren Inneren Verständigt1״* *chaft das Wort reden, voll zustimmen kann. das mit guten Bildern geschmückt ist, wird >0 ״ pj. eine erste Einführung in Leben ünd Geist de» lüstlna und dazu eine Stunde angenehmer Unter * bieten können.

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