Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 91 (13.11.1934)
- Date
- 1934-11-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 ] ODI SC H E RUNDSCHAU Nr• »1- ». XI. nt, nehmen. Dadurch wird sich auch die Proportion von Cha• luzlm und Niclit-Chalu/.bn im Lande wieder zugunsten der Chaluzim verschieben. Die Exekutive wird sich Immer mehr da» Vertrauen der zionistischen Massen erwerben und dadurch auch viel• leicht zu einer friedlicheren Gestaltung der Inneren Verhältnisse gelangen. In der Exekutive sind heute M!Inner mit Ge• danken und Energie, die keineswegs Doktrinäre sind, trotz aller Beschuldigungen, die man gegen sic erhebt. Ich holte, daß sie sich durch alle Angriffe nicht beirren lassen werden. Es schadet nichts, fügte Dr. Wcizmann lächelnd hinzu, daß man gelegentlich auch etwas Gutes über »eine Freunde sagt. Es Ist um so unschädlicher, als cs wahr ist!“ Zum Schluß kam Dr. Wei/maim nochmals auf die Pläne von Rechowoth zu sprechen, die ihm heute In allererster Linie am Herzen liegen. ״Mekka der Naturwissenschaften׳״ ״Man hat in England, so sagte er, die Jüdischen Ge• (ehrten aus Deutschland ausgezeichnet empfangen, man hat 180 Menschen untergebracht. Man hat zwar keine großen Vorsprechungcn gemacht, aber man hat mehr gehalten, als man versprach. Cambridge allein hat 40 Atcnschcn aufgenommen. Die naturwissenschaftliche Fakultät in Cambridge, die schon vorher sehr gut war, ist durch diesen neuen Zuzug noch besser geworden und hat einen unerhörten Schwung crhaltcn. Cambridge ist heute das Mekka der Natur- Wissenschaften. Jedoch war cs nur möglich, diesen Gelehrten die Arbeit für zwei Ja 11 re zu sichern. Im nächsten Oktober läuft der Termin ab. 25 ״,« der Leute wird wahrscheinlich in England bleiben und dort weitere Arbeitsmöglichkeiten finden können. Und das ist schon sehr viel bei der heutigen Ucberfüllung der akademischen Welt. So werden dann 130—140 ohne Be* Schädigung bleiben, darunter erstklassige Kräfte. Ich kenne sehr viele von ihnen und bin mit einer ganzen Reihe in wissenschaftlicher Berührung. Sic können fiir den Aufbau und die Entwicklung Palästinas eine ausschlaggebende Bedeutung haben. Rechowoth, obwohl es klein ist und erst in den Anfängen steht, hat bereits zehn jüdische Wissenschaftler aus Deutschland unterbringen können. Wenn Ich mein Programm durchführen kann, so werden im Institut und in der Ver- Suchsstation weitere 25—30 Wissenschaftler Arbeitsmöglichkeiten erhalten. Damit erhalten wir eine Konzentration intellektueller Kraft, die im ganzen Lande zu spüren sein wird. Palästina ist für bestimmte Experimente durch seine Lage auf der Grenze zw ischen der gemäßigten und der tropischen Zone außerordentlich geeignet. Vielleicht wird es durch einen solchen wissenschaftlichen[ Kern auch gelingen, ein gewisses Gegengewicht gegen die gegenwärtlgc etwas materialistische Linie des Aufbau! zu schaffen. Auch unter diesem Gesichtspunkt liegt mir Rechowoth und meine wissenschaftliche Arbeit dort, zusammen mit der Ausdehnung des Instituts, ganz besonders am Herzen. Und Ich hoffe, daß cs in Ir gelingen wird, das große Programm, das ich habe, voll durchzuführcn.״ Juden und Mindcrhcitenkongrclj Die Zeitschrift ״Nation und S t a a t", die vom Ver• band der Deutschen Volksgruppen in Europa herausgegeben wird, enthält in ihrem Oktoberheft einen ausführlichen Berieht über den X. Europäischen Nationali• tätenkongreß, der am 4. und 5. Nov. in Bern tagte. Der Präsident des Kongresses, Dr. J, Wilfan, berührte in seiner Begrüßungsrede das Verhältnis der jüdischen Volks• tumsgruppen zum Kongreß, die bekanntlich im vergangenen Jahre den Kongreß verlassen haben, und sagte hierzu u. a. folgendes: ״Von einem wirklichen Ausscheiden dieser Gruppen könne nickt die Rede sein. Im Gegenteil, man könne von einer Fortsetzung der Verhandlungen über das Hinwegräumen der Hin• demissc fiir die Teilnahme der jüdischen G r u ק pen an der Kongreßarbeit sprechen. Dr. Schiemann und Redner hätten eine Deklaration entworfen, in welcher der Inhalt der voriges Jahr gefaßten Dissimilations-Fntsrhließung explikativ dargclcgt wurde. Durch diese Darlegung wurde bewiesen, daß der Kongreß ׳ in der Krage, die voriges Jahr die Gemüter so sehr erregte, in ganzer Folgerichtigkeit an seinen Grundsätzen festgclialtcn und aus seinen Grundsätzen jene Antwort gefunden hat, die er geben mußte, und die er nach seinen Statuten gehen konnte. Nur durch den Umstand, daß er, Dr. Wilfan, und Dr. Schiemann am verschicdencn Gründen behindert waren, die 'Arbeit so zu betreiben, wie sic es gewünscht hätten, und daß die jüdischen Gruppen erst vor wenigen Wochen Uber den Entwurf Dr. Schiemanns und Dr. Wilfans beraten konnten, sei cs zuzuschrcibcn, daß man heute vor einer Erklärung der jüdischen Gruppe stehe, die sich mit diesem .Entwurf nicht zufrieden gab. Eigentliche Verhandlungen über diesen Entwurf haben nicht stnltgcfundcn. Der Gegrnvorschlag der Juden verlangt vom Kongreß nicht mehr die Stellungnähme zu 'Ereignissen in einem ausdrücklich zu nennenden Staat, sondern ein« prinzipielle Erklärung über die Qualifizierung der Juden in Deutschland als nationale Minderheit. In dieser Form sei ein solches Problem noch nie an die Kongreß- ׳ gemeinschaft herangetreten. Diese habe bisher immer nur dann ülrer die Qualität einer Volksgruppe als nationale Minderheit zu entsrhriden gehabt, wenn eine Gruppe sielt um die Aufnahme in die KongrcCgeineinschaft bewarb. In der Praxis seien dabei Riebttinien'festgesetzt worden, die auch für künftige Probleme solcher Art eine hinreichende Handhabe bieten dürften. Der Ausschuß habt angesichts der Kürze der Zeit zu dieser Aeußerung der jiidi- ' •eben Gruppen noch nicht Stellung nehmen können. Das werde die Aufgabe des künftigen Ausschusses sein." Auch in seinem Schlußwort berührte Dr. Wilfan diese Frage nochmals und sagte: ״Der neue Ausscltuß werde mit den aufrichtigsten und loyal• sten Gefühlen an den ihm erteilten Aultrag heranlrclcn, welcher ihm' hinsichtlich der jüdischen Gruppen erteilt wurde. Er kt sich des Wertes der Mitarbeit dieser Gruppen bewußt. Seitens des Ausschusses soll cs nicht am besten Willen fehlen, das Vertrauensverhältnis voll wieder he rzustcllen." Diese Ausführungen zeigen, daß die Voraussetzungen zu einem Wiedereintritt der jüdischen Gruppen in den Minderhcitenkongreß zwar noch nicht voll gegeben sind, daß aber die Aussicht auf eine erneute Kooperation zu bestehen scheint. Interessant ist in diesem Zusammenhänge, daß Dr. Wilfan sich auf den Standpunkt gestellt hat, daß matt bisher über die Qualität einer Volksgruppe als nationale Minderheit nur dann zu entscheiden gehabt habe, wenn eine solche Gruppe sich uir die Aufnahme in die Kongreßgemein. Schaft bewarb. Das bedeutet also, daß die Qruppe sich selbst ■1s nationale Minderheit bezeichnet. M1 f זד־*'״f ד״יץ «י■*« ך*״- ״*,׳? «ן*^ 4« Ü js«lc* .:,j *•*;!׳ >if □Um be General Smuts über die Judcnfratfe London, 8. November. (JTA.) Bel der unter dem Vorsitz der Marquise of Reading im Londoner Savoy Hotel zugunsten der Hilfsaktion für jüdische Kinder aus Deutsch• laml ahgchaltciicn Veranstaltung hielt der südafrikanische Justiz minister und ehemalige Ministerpräsident General Smuts eine eindrucksvolle Ansprache über die Mission der Juden in der Welt, In der er u. a. aus führte: ״Die Jeden butten cmit eine große M i י «i o n in der Welt! und eine groß« Mission bleibt ihnen noch zu erfüllen, denn rlic Geschichte ist mit dem Alten T titimcnt nicht t u Ende. Auch weiterhin nimmt die Jtiderilioit an dem Leben der Welt teil und trägt überall zu seiner Bereicherung l»ei. Einer der hervorragendsten Beiträge *um menschlichen Fort• .schritt, ist den Juden zu verdanken. Wir können nicht da• Alt« Testament oder dm aus ihm hervorgegnngene Neue Testa• ment lesen, ohne zu fühlen, daß hier einer der tiefsten Einblicke in das Mcnschcnhcrz gewährt wird. Wir sehen, wie das Volk von der Idee der Gewalt zu den höheren Vorstellungen von Ihirnihcnigkcit, Zartheit, Edelmut übergeht i das sind die edelsten jemals vom Menschengeschlecht entwickelten Vorstellungen. Frl« der jüdischen Propheten ist rite I.ehre, daß un'cie Welt nicht eine Welt der Macht, sondern der Gerechtigkeit zu sein 11.1t. Es ist betrübend zu sehen, daß die« Ilcilvhotsehaft der Liebe und Güte gerade dem Volke versagt wird, das sie zuerst verkündet hat. Wir sind hier, fuhr General Smuts fort, nicht nur um Geld zu sammeln, .sondern um einen großen Glauben zu bekunden, der in uns lebendig ist, eilten Glauben, den wir jüdischer Erkenntnis verdanken: weil wir an die helfende Hund, an Erbarmen und Mitleid glauben, treten wir alle für diese Sache ein. Einer ihrer Funkte betrifft die Bedeutung (Fr Erschließung p,,, nas für die Juden. Palästina bleibt einer der hellen P f der Welt. Inmitten aller Triihs.1I und aller Knttäusrliuri,,, ■ der Traum von einem neuen Palästina rur Wirklichkeit \y ״ **d wie Tausende junge Juden in ihtc alte Heimat turürkkehr*1*' zweifellos eines der bedeutendsten Ergebnisse des Weltl״,;״ ** " HPgS, Breiten Massen von Juden, *<•1)106 General Smuts, « diese Kibkkrhr nicht gewährt; ihr Schicksal wird es *;n anderen zusammen zu leben, die Lehre der Duld< Mcet "• »ul ״> Iw«, und sie «Ins Mmsrhrngeschlecht zu lehren. Es ist nirht Besten von Euch Juden, sondern zum Besten der (janr,n g ן"“" weit, daß das Volk des Buche» rfiit uns lebt und uns hilft“ * Lady Aitor ן schilderte in ihrer bei derselben Gelegenheit gehaltenen Rm,! wie sie sich aus einer Judengegncrin zu einer Freundin iw 1 Juden entwickelt habe: “ ן ״Lassen Sic mich Ihnen*‘, sagte sie, ״ein Bckcnnfnl« : ablcgcn. Es gab eine Zeit, da ich für die Juden nicht »M übrig hatte. Aber eines Tages sagte mir Lord BaIf0ur' Sie haben noch nie einen wirklichen jud*. kcnncngclcrnt. Ich will Ihnen einen zeigen. It.j , dann führte er Dr. Wcizmann bei mir ein. E! 1; unserem Hause, wo die zionistische Bewegung Geq* i annahm. Nunmehr habe Ich mich zur Achtung und Liebe für die Juden cmporgeruitgen.“ ״ im weiteren Verlauf ihrer Amführungen erklärte lab i Astor, Palästina sei nicht der einzige helle Punkt in <!4 Welt. Auch die Art, wie die Juden in England be. handelt werden, mache dieses Land für die Juden zu □ Stätte ungestörten Lebens. Anklage wegen Rassenvcrleumdung in Kanada Montreal, 8. November. (JTA.) In Winnipeg wurde am 8. November ein Gerichtsverfahren eröffnet« ln dem die Aktivlegi imation von Einzelnen oder Personen* gruppen zur Klage wegen Verleumdung der iüdisehen Glaubens- und Rasscßcmeinschait In Anspruch genommen wurde. Der Oberste Richter der Wlnnlpeger Gerichts hat gegen den kanadischen Nationalisten und Herausgeber einer antisemitischen Zeitung, William W h i 11 a k c r, eine einstweilige Verfügung erlassen, durch die ihm verboten wird, Verleumdungen gegen die Juden zu veröffentlichen. Die Klage wurde vom Kanadisch-Jüdischen Kongreß auf Grund eines neuen Gesetzes erhoben, das Einzelpersonen das Recht gibt, für Veröffentlichung von Verleumdungen gegen die Rasse oder den Glauben, dem sie angehören, Entschädigung zu verlangen. Der unmittelbare Anlaß für diesen Beschluß war der Wunsch, der antisemitischen Propaganda in Manitoba enlgc׳׳cn’ulrelcn und insbesondere die Verbreitung der ״Protokolle der Welsen von Z i o n“ zu verhindern. Manitoba Ist der erste kanadische Bundesstaat, in dem ein solches Gesetz In Kraft Ist! der Kanadisch-Jüdische Kongreß ist bemüht, die Annahme entsprechender Gesetzesbestimmungen auch In den übrigen kanadlschcn Provinzialsfaaten zu veranlassen. Die Verhandlung In diesem Prozeß wird Im Monat Dezember stattfinden. Die Frage, ob ein einzelner Jude berechtigt ist, persönlich wegen einer gegen das gesamte Judentum ge• richteten Beschuldigung oder Beleidigung Klage zu erliehen, ist umstritten. Die Antwort richtet sich nach den Gesetzgebungen der verschiedenen Länder, in denen die Aktivicgitimation des K'iigcrs bei Kollektivbelcidigungcn verschieden geregelt ist. Diese Frage war bekanntlich auch das Hauptproblem des sogenannten Kairoer Prozesses, der im vorigen Frühjahr von einen! jüdischen Bankbeamten in Kairo gegen den dortigen Deutschen Verein wegen einer von diesem Verein heratisgegebenen antijiidischcn Publikation angestrengt wurde. In dem Prozeß wurden Präzedenzfälle aus früheren internationalen Prozessen angetiihrt. Das Gericht hat aber bekanntlich die Klage wegen mangelnder Aktivlegiti• mation ahgewiesen. Diese Entscheidung hat schon darum Zustimmung gefunden, weil im Falle des Obsicgcns des Klägers jeder einzelne Jude das Recht gehabt hätte, von den Beklagten Schadenersatz zu fordern, Nunmehr ist, wie wir einer Zcitungsmcldung entnehmen, iin Kairoer Prozeß das Berufungsverfahren im Gange. Das Gericht hat dem jüdischen Bankbeamten, der als Kläger auftritt, eine Frist bis zum 15. Januar 1935 cingeräumt und die Frist für die Klagcbcantwortung (28. Februar) und die Hauptverhandlung (12. April 1935) festgesetzt. Gegen die Judcnheize in Südafrika Aus Kapstadt meldet die JTA.: Anläßlich des Jahrcsbanketts ehemaliger Hörer der Universität Kap- Stadt hielt der südafrikanische Minister des Innern, J. H. Hofmcycr, eine scharfe Abrechnung mit der im letzten Jahre entstandenen antisemitischen Grauhemdenbewegung, die planmäßig und offen versuche, einen Teil der Bevölkerung zum Haß gegen den anderen aufzureizen. Es sei möglich, daß die Regierung• sich in nicht allzu ferner Zeit genötigt sehen werde, cinzugrclfcn, um die Interessen des Landes zu schützen. Möglicherweise werde sich in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit ergeben, besondere gesetzliche Maßnahmen zu treffen. 7b׳ cdtck llihm Der High Commission er von Palästina, Sir Arthur Wauc h o p e, der am 9. November mittels Flugzeugs nach Palästina zurückkehrte, empfing am 8. November das Mitglied der Palästina-Exekutive der Jewish Agency, David Ben Ourion. In der Unterredung wurden Fragen der Palästina-Einwanderung und Probleme allgemein-politischen Charakters erörtert Ben Gurion tritt die Rückreise nach Palästina im Laufe der kommenden Woche an. Unter dem Protektorat von Papst Pius XL findet in Rom zur 1500-Jahrfder der endgültigen Redaktion des Codex Justinianus der erste Internationale Katholische Rcchtskongreß statt. Eines der Hauptreferate auf dem Kongreß, das über die Beziehungen *wischen kanonischem Der Berner Prozeß | j Bern, 8. November. (JTA.) Oberstleutnant Fiel»eh« ( h a u c r-Erfurt, der von der Verteidigung nach AbscMuJ : der Vernehmungen im Berner Prozeß um die ״Protokolle der } Weisen von Zion“ als Gutachter an Stelle von Pastor Münchmeycr vorgcschlagen worden ist, hat dein Gerichtspräsidenten Meyer!nitgeteilt, daß er den Auftrag an nimmt. Laut 0» rlchtsbcschlufl wird dem Experten ein Monat Zeit zur Etsfatfiing seines Gutachtens gewährt. Das Ocricbtsverfahrn kann demnach erst im Dezember wieder aufgenommen werde«. Die Verteidigung hat dein Gerichtspräsidenten überdies mitgeteilt, daß sie für die Frage der angeblichen Beziehunum zwischen Juden und Freimaurerlogen einen zweiten Sachverständigen stellt, nämlich Major a. D. Henning aus Berlin, der im Jahre 1918 Attache der deutschen Botschaft in Moskau war. Gerichtspräsident W. Meyer hat den von den Angeklag. tcn vorgesclilagcncn Experten Oberstleutnant a, D. Ulrich Fleischhauer, Leiter des Erfurter Bodung-Verlagej, der »ich zur Ucbcrnahme des Auftrags berciterklärt hat, 1b dritten Gutachter akzeptiert. Oer Gerichtspräsident hat dem Experten die zu beantwortenden Fragen zugesandt und ihm eine am 15. Dezember d. J. ablaufemle Frist zu deren schriftlich begründeten Beantwortung gestellt. Auf den wei• teren Antrag der Angeklagten, den Major a, D. W. Hen• ning in Berlin als besonderen Experten für die Freimaurer• frage heranzuziehen, ist der Gerichtspräsident nicht ein• gegangen. Die Verteidigung hat noch eine Reihe weiter» Zeugen aus Frankreich, Dänemark, Rumänien und 81• deren Ländern bezeichnet. Gerichtspräsident Meyer hat darauf der Verteidigung eine kurze Frist gesetzt, um die diesen Zeugen vorzulegenden Fragen zu formulieren. Je nach 4» Antwort wird der Gerichtspräsident die Entscheidung über dk Vorladung der genannten Zeugen treffen. Obwohl seiten« da Gerichts gewünscht wird, den Prozeß womöglich noch vor Jahresende a b z 11s c hl ie ß e n, Ist mit einer Ungerei Prozeßdauer zu rechnen. Es ist immerhin recht seltsam, daß die Angeklagten, I« ein volles Jahr zur Vorbereitung Zeit hatten, jetzt ern mit ihren Beweisanträgen kommen. Das sieht ganz nie! Verschleppungstaktik aus. Wer glaubt an die Echtheit der ״Protokolle"? Die in Berlin erscheinende völkische Zeitung ״Die V# heit" schreibt in iiirer Ausgabe vom 8. d. M. im Zusamnw hang mit dem Berner Prozeß über die gciäUciun ״Protokolle der Weisen von Zion“: ״Dir Wahrheit“ hat »irh niemals für die Echtheit der von Zion" eingesetzt, was auch von der völkischen BewcS'M der Vorkriegszeit gesagt werden kann. Soviel unst*•'“ ist, kann dastelbe von der n a t i o n a 1 io zi li י ti •c ' Bewegung behauptet werden. Nur von ganz bestw׳ Seite, die in keinerlei Beziehung zur NSDAP, stellt, ist der •»1״P gegen die ״Weisen von Zion" in Deutschland in besonders x 1 ' Weise getiihrt worden. Wie also auch der Prozeß in Bern •UV, mag, die antijiidLsche Einstellung in Deutschland kann davon m« berührt werden." , , Die Notiz bezweckt offenbar, einem etwaigen vom Ausland her erwarteten) Einwand zuvorzukommen, nach einem Berner Urteil, das die ״Protokolle“ als FalI entlarvt, die antijüdische Einstellung in Deutschland re werden sollte. Dies, so meint die ״Wahrheit“, kommt deswegen nicht in Frage, weil ja diese Einstellung 1n _ j, land nicht auf die ״Protokolle“ begründet wurde• ״ "! diesem Zusammenhang gesagt wird, daß auch die ח sozialistische Bewegung nicht für die Echtheit der״: 1״ eintritt, so wäre dies, falls cs zutrifft, eine wtcntiL ya Stellung, die in ihren Konsequenzen gewiß die Lage aer j nicht ändern würde, aber doch manche der sceltscn ס schwierigen Begleiterscheinungen mildern könnte. und indischem Recht, ist einem jüdischen Gelehrten, d <־ fcssor des Kirchenrechts an der Mailänder Universität m Falco anvertraut worden. Nahum Sokolow, Präsident der Jewish Agency! am 11. November Palästina verlassen. ietnef Dr. A. Kaminka aus Wien hielt an u»a Universität eine Gastvorlesung Über ״Ethik der Oriec Römer“. _-** H«upt»chriftleitert Dr. Robert W e 11 > c h. BerUn-Ch»rIotle”^J)>< Stellvertreter 1 Kurt Loewenstein. Berlin W eew«־’ Schriftleiter für den gesamten redaktionellen Teil: Kurt _ stein, Berlin W 15. Anzeigenleiterin und verantwort ' □ s•׳ Anzeigenteil! Helene Chanciner, Berlin N 54. ׳־יי*SÜkeitr 11 zeigenverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 18'_f; 1.״A*ber♦ D.-A. Oktober 95 060, Druck! Siegfried Scbolem!