Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 89 (6.11.1934)
- Date
- 1934-11-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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jßplJCH® RUNDSCHAU LITERATUR - BLATT NR. 8t, «. NOVEMBER 198* Oie althebräische Literatur als Glied jgr aboricntalisdicn ״ W eltliter atur ״* ö Von Ludwig Feucht w an gcr, München. Die olthrbräischc Idleratnr und ihr heUrnististfhipdt• .״ jVm-W ■t>11׳׳. Von 1)1)1■. Johannes Uempel, Ord, Prof. I( i״r (!nn ersiläl Güttingen, Potsdam, AUadem. Verla(;«• ׳״Vuhmmm, 1031. Qmirtjormal IV, 203 S. Mil »echs friigJn Tafeln und 71 Bildern, Brosch. IlM. 15.30; gab. tiffl Handbuch der fJleraltmvissenschaft, Iwraujg. eort ffslw'r Wahr!, unter Mitwirkung von etwa 40 Mitarbeitern ifl ca. 25 Bänden. ö J)cm vor mehr als zehn Jahren begonnenen, Ende 1014 *mittelbar vor dem Abschluß stellenden großzügigen Plan י?, internalionalcn Handbuchs der LiteratunviRsenschaft, d,1it nationale Schrifttum der Weltvülker in 24 bis 25 umfnerdciien Fänden von Eaclikcnncrn behandelt wird, ver- Sen wir da* Glück einer monumentalen ״Althebräufhen I. iterntur geschieh t c“ aus der Feder von (tafeuor jnlianncs Hetnpel, des Herausgebers der Zeit- Srilt für Alhcstamentlichc Wissenschaft. Die zuletzt genannte?cifsclirift ist unter ihrer heutigen Gestalt, die sic durch Hcrrtpcl gewonnen hat, die Fannnelstättc unseres gesamten, ■ ht af! die (»ri n/en der Volker gebundenen Wissens, das sieh ®ch dem heutigen Stand der Forschung um die Bücher des iltm Tcslatnent* gruppiert. Jüdische Forscher sind bis zum Heutigen Tag durch emsige Mitarbeit an diesem Wissenschaftliehen Organ’ beteiligt, das nicht etwa mir die ״alUcstamcut- Ucn“ Arbeiten der geschichtstheologischen Disziplin ״Altes Testament״ rein protestantischer Prägung in der älteren Art rikdt, sondiru seinen Bereich weit darüber hinaus, über -,Ixkriic Archäologie, Vorgeschichte, Altoricntaiische Gc- Jchiclitc, Sprach- und l.itcraUirwbsensdmft erstreckt hat. So war kein Forscher berufener im Rahmen eines sich *׳fht nur an Fachkreise wendenden Corpus der Literatur- «schichte aller Nationen der Weit eine Oeschichte des hebräischen Schrifttums bis zum Untergang des indischen Staates zu schreiben als gerade Professor Fiempel, der aulicr der fachniiinni sehen Herausgabe der ״ZAW“ (Zcitschr.f. alttcst. VFiss.) eine* Reihe gelehrter, tiefes Verständnis zeigender Arbcitw liber die Entstehung und den Geist der biblischen Bücher «tfant hat. Die eben fertig gewordene Gesamtdarstellung ist in erster Uiic die Leistung eines Gelehrten seines Faches, darüber hinaus der erde zuverlässige, dogmatisch völlig unabhängige Überblick über das in den klassischen und aulicrklassischen hebräischen Literaturdenkmälern eines Zeitraumes \0׳n über 1000 Jahren niedcrgelcgfe vielgestaltige jüdische Oristcslehen. Fine der jüdischen, namentlich der jüdisch-reli• -insen Welt niemals erschlossene Gesamtansicht über «las iierden unserer Bibel eröffnet sielt liier, der wir uns nicht langer verschließen dürfen. Der als ״T'naeli“ (Tora-Nebijim- Chetubini) uns scheinbar so intim vertraute Komplex wird im reiner religiösen Isoliertheit und Geläufigkeit heraiisgeführt und in die Weltliteratur, in das Schrifttum,• in die schritt- »tdlcriichci» Ausdrucksformcn der Völker, die gleichzeitig lebten, mitten hincingcstellt. Auf den ersten Blick ein. ״ket/ewehes" Unterfangen l Denn die althcbraische Literatur- Beschichte hat sich aus vielen Gründen abseits der jüdischen Mitarbeit entwickelt und ist auch von der nichtjüdischen Forschung־ im diametralen Gegensatz zur Tradition über die fntstchung und die Verfasser der alUestamentlichen Schriften, also abseits von der Synagoge und der christlichen Kirche gepflegt worden. Eine religiös gebundene Ansicht von Gott und Welt mußte notwendig die rein literarische Erforschung und Betrachtung der biblischen Bücher mit den Augen und in der pltilohgisch-lilsiorischen Methode, wie man sonstige antike Urkunden beklopft, durchleuchtet und emendiert, als Kegen das Olfcnharungsprinzip, vor allem gegen den Grundsatz der Veibalinspiration verstoßend, also als schlechthin unerlaubt ahlehnen. Dazu kommt die bekannte natürliche, histo rische Spannung zwischen der jüdisch-religiösen und christlichreligiösen Sclnvcise: Das Christentum sieht die heiligen Schriften des Allen Bundes als Vorstufe auf Christus hin an, du Judentum als Mutterleib des Gesetzes. Die Eigengesetz- Geilheit des reinen Textes oder gar eine litcrargcschichtichc, historisch-kritische Betrachtungsweise gingen so bei der religiösen mul theologischen Beschäftigung mit dem Stoff Iw aus, Das langsame Heraufkommcn der bis auf unsere äff* verpönten ״Bibel-Kritik'• von Astruc bis Wcllliauscn (Hcmpel bietet auch in seiner Darstellung der wlssenschaftsnwcbichtllchffi Voraussetzungen erheblich Neues), ist oft geschildert worden. S״ werden wir in Hempels nlthebräischcr Literatur-?*schichte vor etwas völlig Neues geführt! Es geht nicht w um die Einheit und Widerspruehslosigkclt des Ganzen ״kr eines Teiles, wie etwa der Thora, im Gegenteil: alle Übermalungen, Harmonisierungen, al e erkennbaren Spuren späterer religiöser oder rcligionspolitisuhcr Tendenzen werden w solche (mit einem verfeinerten kritischen Apparat) kennt- ״״gemacht. Die alten Umrisse und Farben der ursprünglichen ״״upfjingen werden so wieder hcrausgeholt, die Vcrklebunp, die späteren Fassungen und Verklammerungen beseitigt; “״ Restaurator will an die früheste Bedeutung, an den alten “!'kremierten Reichtum von Aeußcrungen, Sagenstoffen, 'cclern, Sprüchen und Erzählungen aller Art wieder heran- .01״men. Bis an die vorliterarische Stufe der kleinsten Rede- «men und ihren Sitz im Lebern will er dringen. Zwei Haupt- 7״, die literarkritischc und die historische Frage, werden an R fTc:׳teilt: Atdler der immer schärfer werdenden Her- «rbdhing der Quellen und ihrer Verästelungen bleibt das '״״ptanlicgen die Erkundung, wie diese Schriften in den Gang " '?r‘1el!tischen Geschichte cinz.ugliedcrn sind, 11t״■ c hebräische Literatur wird weithin als Glied der .!״1',.״״lischen ״Weltliteratur« verständlich gemacht: sie ist lchr״C al1s /wti Elementen zusammemgewachsen, aus der W4'Scn’ 1״h'destens zum überwiegenden Teil mündlichen timt on <Jer das Land Palästina cinbrcchendcn Stämme u, «»dein kananäischcn Schrifttum. Auf das urspri'mgtmd cüc?J״kcnRut in den Einzelcrziihlungen, in den Liedern Wirt״!\C'C■״ kommt cs dein Verfasser an, auf das unver- Scbn , ז׳''־,5״ der Einzelstücke, bevor cs Von israelitischen Prim.״ c crn zu e'ncr literarischen Einheit religiös-politischer tji'vJE ),״hunden wurde; der Werdegang der schließlich«» hvcit״V1 Marions, »n mehreren Etappen bleibt dann die p .auptfrage. der niL^״׳1"1״ in einem eindringenden Studium. ob wir mit oclbehandlung in der Art dieses neuem Werkes nicht kritisch zersetzende Minierarbclt tun, die auf Zertrümmerung unseres alten heiligen Gute» hinauxiiiuft, 80 ist zu »agen: Hier ist eine reine, der höchsten, auch religiösen Achtung׳ werte Forsch erarbeit geleistet. Die Beschäftigung mit der ,Bibel wie mit einer Sammlung klassischer antiker Literaturdenkmäler rcifit nicht nieder, sondern kann auch althergebrachte, an dem religiösen Gebrauch ausgcrlclitetc Bibellektüre in Synagoge und Haus aus einer gewissen (icläuligkcit befreien. Für die Formen der Lieder, der Sprüche und der Prosastflckc sucht I iempcl unter der späteren religiösen Ucbcrmnhmg die ursprünglichen Stücke, deren geschichtliche Entwicklung er außerhalb des heutigen TcxtzusninmenliangcR beschreibt. Lr versucht die verschiedenen Gattungen von Elnzclcrzi'ihlungcti, Sagen, kcchtsbiiehcrn, Volkssprichwörtern, Märchen, Liedern und sonstigen erkennbaren und au* dem Ganzen hcratislusbaren Einheiten In dem Zustand zu rekonstruieren, wie sie lose für sich existierten, bevor sic in die Hände bewußt arbcitcnder, auf künstlerische Wirloing bedachter Schriftsteller gcricten oder von denkenden Politikern, Volkserziclicril und Theo• logen für ihre besonderen Tendenzen ausgestaltct wurden, also Vor der Uiiterordnuiig de« Stoffes unter bestimmte religiöse oder politische Ideen, mit denen Gestalten und Vorgänge hinterher iinprägniert werden. In der Geschichte der Sagen stellt er sich diesen Vorgang etwa m vor: Das Charisma, die besonderen Fiihrcrgabetj des einzelnen Recken und Richter«, werden ״vergeistigt“, sein Losbrcchei» gegen die Feinde wird als gottgewollt, gottgewirkt und bis 111 die Einzelheiten als gottgeleitet geschildert. Ihren Abschluß erreicht z. II. nach I Iempcl diese innere Umwandlung gänzlich profaner Sngcmtoffc dadurch, daß. die tendenziuälHg ausgestalteten Sagen in das dcutercuiomistische Schema von Abfall und Bekehrung eingestellt wurden, während wieder andere Stoffe (die sog. ״hexatcudiLsehcn", also die der Thora und des Buches losua) durch den priestcrllch-geset/üchen Geist der nacbexilischen Gcmcltnie, durch die pharisäische Frömmigkeit mit ihrem Achten auf Sabbat und Beschneldiing (Juhiläcnhticli) ln einer Bcwcgurig geli,allen wurden, die über die Midraschim hinweg Ws heute nicht völlig zur Ruhe gekommen Ist. Fs ist dem Verfasser der neuesten ״Althehriiischen Literaturgcsclilehtc“ gelungen, jenseits der kirchlichen Wissenschalt ein imponierendes Gesamtbild der analysierenden Forsclumg von Generationen zu gehen und gleichzeitig uns eine Ueberschau zu verschaffen über die Entwicklung des geistigen Schaffens der Juden von den ältesten Zeit«» der Landannahmc bis zu den Taget» der selgneuralen, alt die außerjüdische Welt assimilierten Gestalt des klugen jüdisch-alexandänischen Denkers Philo. Die Gedankenttncl Geschehens-!nassen von über 1000 Jahren, die nach Meinung des Forschers anachronistisch ln den Büchern der Bibel auf eine Ebene aufgetragen sind, »»׳erden aus ihrem kanonischen Zusammenhang, »n eleu sie ein späteres Zeitalter gebracht hat, ausgelöst und wieder 111 den alten historischen Zustand und in die gehörige chronologische Reihenfolge zurückversetzt. Dabei kann es nicht ohne Hypothesen, gmvaltige Lücken und gewagte Ergänzungen abgelicn wie bei der Reinigung eines Torsos, den spätere Hände mit frommem Sinn verwandelt »nid auf ihre weise restauriert haben. E'iir einen Forscher wie Hempcl ist der Standort ct»va so: Wie aus den Fnserkhmipcn eines Papyrusfiindes Blatt für Blatt losgelöst, Teilchen an Teilchen gefügt werden müssen, damit nach der unendlich mühsamen Arbeit des erfahrenen Konservators dem Altphilologen oder Acgyptologen ein wenn auch an zahlreichen Stellen verstümmelter und unleserlich gewordener Text zur Entzifferung geboten werden kann, ähnlich, nur noch viel sclnvierigcr steht es mit der Bibel, da hier Konvention und Dogma einen fast »miibcrsteiglichcii Wall gegen die Vcrstämlliclimaelning im Geist der ursprüng- Heben Verfasser und gegen die Säkularisierung Im allgemeinen errichtet hohen, Reste älterer und ältester Stücke müssen erknnnt werden; oft sind solche Teile unter einer Ucbcrarbcitung verborgen, die den »irRpriingllchen Sinn verändert hat. Was für jede wissenschaftliche Analyse eines Literaturdenkmals gilt, sei 08 die homerischen Epen oder das Nibelungenlied, muß attcli für diese Arbeit an der Bibel beachtet werden: Ob cs fclingt, die Bruchstücke, die durch die zunächst auflöscnde atigkeit des profanen modernen Historikers »m<l Sprachforscliers zutage gefördert sind, so zusammenzuordnen, daß die Einheiten und Gattungen, zu denen sie einmal gehört naben müssen, wieder halbwegs erkennbar »utd plausibel werden, hangt davon ah, ob die Bruchstücke ausgedehnt genug sind, um eine energische Ausdeutung zu vertragen und oh die ältcreit Schöpfiiiigcn derartig geschlossene Gebilde waren, daß von einem erhaltenen Teil auf den anderen geschlossen werden darf. Oft ist der Redaktor mehr mechanisch verfahren, dann ist die Wiederherstellung imd Einordnung leichter. Wenn er aber wie in den meisten Fallen des biblischen Stoffes sclbständig umhiklciid mit zeiteigenen Tendenzen ein gegriffen hat, daun ist eine sichere mal ergebnisreiche Analyse kaum zu erreichen; jedenfalls ist die Analyse sehr gefahrvoll. Den hier drohenden Gefahren der Willkür und der allz.1t großen ״Zeitlicbkcit“, der doch gerade die alten Texte entrissen werden sollten, ist die alttcstameiitlichc Wissenschaft protestantisch* theologischer Prägung oft erlegen. Die analytische Tätig» keit muß dem Text so viel »vie möglich folgen und darf sich von den Grundlagen Ihrer Beweise nicht entfernen. Für die Synthese, also ganz besonders für die Abfassung einer ganzen Literaturgeschichte der Schriftdenkmäler des Hcbrä*!selten in den verschiedenen Kulturkrcisen der israelitisch-jüdl« sehen Existenz von 1200 bis 1000 vor Christus, stellt die Ausdeuttmg der neu gefundenen und gereinigten Teile und ihre Zusntmneiiordntmg im Vordergrund, Mit solchen Augen •ist die Leistung Hempels zu prüfen. Dann aber kann man dem Aufriß und der Detaiiniisführung dieser Literaturgeschichte mir rückhaltlose Anerkennung zollen. Wie 111er nach Entwicklung der wissenschaftlichen Voraus- Setzungen so»vie der sprachlichen und literarischen Formen der biblischen Bücher der gesamte Stoff der Bibel an der politischen und geistigen Geschichte des alten Orients entlang gcführt »vird, steht’ in »m*crcr bisherigen wissenschaftlichen Fiter,»für des In- und Auslands einzigartig da. Dazu kommt die souveräne Führung durch das Gestrüpp des berufenen und unberufenen Schrifttums über das Alte Testament durch viele Generationen und ein erlesenes reiches Biklcrrnateria! (sechs farbige Tafeln und 71 Photos). Die Frage, ob auch demjenigen, der mit einem ganz anderen Maßstab an unsere klassisehen Bücher heranfritt als an die Odyssee oder an das Nibelungcnlicd, die Literaturgeschichte von Hcmpel etwas bieten kann, dar» bejaht werden. Hier geht nicht nur ein tüchtiger, *attclfester Philologe und hochstehender christlicher Theologe an die uns heiliget» Texte heran, sein Sinn* und Sachverstandnls erobert für uns selbst die alten Bücher von neuem. Antlitz einet Lende» Zum neuen PalSitlna Bilderbuch von Arthur Rundt und Ham Caipat fui, I. P. Tal'Vcrlag, Wien Fa war ein dankbarer Flnfah des Wiener E.P. Tal- Verlage*., den bekannten Rclscsclirlftstcllcr Arthur Rundt gemeinsam mit dem ausgezeichneten Photographen Hans Caspar Ins auf eine P h ot o e x pc d It Io n nach Palästina zu entsenden. Da* Ergebnis dieser Expedition der einander ausgezeichnet In Wort und Bild ergänzenden Autoren liegt nun als ״P a I ä י i I n n B i I d e r b 11 c h“, das in Qft großen,, von etwa 1000 Aufnahmen niisgcwühlten Dlklern einen Querschnitt durch das neue Palästina gibt. Es Ist eine wundervolle! Auslese von Bildern, von dem lebendigen Palästina abgelau.sehten Impressionen. Caspariii* bleibt keinen Augenblick• Im Lyrischen, im Stiimniingshnftcn oder etwa Landschaftlichen! stecken. Seine Absicht tritt klar zutage: Die Probleme des! *ozlologlschen Prozesses in Palästina durch Linse und׳ Auge fttdzuhalteii. Was er vermittelt, Ist das «ccHsch-gelstige Erlebnis vom neuen jüdischen Menschen, der *Ich nach׳ langem Dunkel und Zwange in Freiheit und Stolz wieder bewegen darf. Diese Bilder vermitteln In fast hörbaren», Rhythmus da1; starke, farbenreiche, vielfältige Bild vom neuen! Palästina, kurz, das Jüdische Antlitz diese* Lan-1 des, F.ln Hauch der Paliistlnnhift umweht uns beim Durchblättern dieses Bilderbuches. Unser Auge wandert, nein, iliegti durch diene Bilder, die uns so wartmlurchpuMcs Leben ־ *chamcn lassen. Sie führen uns auf die beichte HcrzlstraQo In Tcl-Awiw und zeigen uns dm Sabhntmorgcn am Tel* Awivvcr Strand. Wir bewundern mit zwei luden die hcbräbehen Affichen an der schxvungvollcn Litfaßsäule, wir sehen, wie die jüdische Jugend iin mgcmldor( Ücn-Schemen das erste Lesebuch aufsdililgt, 111111 werfen einen Bück in den schönen Kindergarten in Tcl-Awiw. Wir bewundern das schmucke Wohnhaus de* jüdischen Arbeiters, die Schuster- Werkstatt der Uhalu/im, die arabischen Hnndweber und das Imponierende Arbcltcrerhoiungsheim bei Moza. Wir folgen dem Aufbruch zur Arbeit, »vir sehen den lachenden Jüdischen Polizisten und Ilaiia, wie cs das Fest der Erstlinge feiert, die Sabbatpromcnadc in Haifa und die Proben Im Freilufttlicater. Aufnahmen von» Werda! und Bauen, vom Leben! am Strand und Treiben in der Stadt, vom Lernen in den! Abendkursen und beim Spiel von Knaben, Von der fröh-j liehen, tanzenden Jugend und den Kinderfesten In Jerusalem״' um nur einzelne zu nennen. All diesen Bildern entströmt eine warme Kraft, deren Zauber *Ich der Betrachter dieses Buches nicht zu entziehen vermag. Das Vor»vort und die die Bilder erläuternden Texte zeigen den Autor Arthur Rundb als Hebe- und verständnisvollen Betrachter jüdischen Neu•! lands. Dr. Jacob Roscnthal, Wien. *Dichter, Denker, Heiter" Zu Max Broda SO. Geburtstag Felix Wcitsch hat den 50. Geburtstag Max Brods zitnf Anlaß der schon längst notwendigen Auseinandersetzung mit dieser scharf profilierten jüdischen Persönlichkeit genommen. Er wählt dafür nicht den zwar einseitigen, aber! einheitlichen Weg der Biographie, sondern den der Vielheit der Projektionen: die Anthologie. Diese Art der Dar- Stellung, so reizvoll sie durch die Mannigfaltigkeit der Darstellenden sein mag, hat doch den Nachteil der nicht immer bis ins letzte sich ergänzenden Formulierungen. Was Felix Weltsch in seinem Aufsatz ״Die Philo- «ophic eines Dichters" sagt, ist mehr ais Andeutung, Ist Deutung: hier liegt der Schlüsse! für eine umfassende Biograpliic. Mit großartiger Schärfe präzisiert er an jedem Werk Max Brods Problemcuweit, leitet er seinen Entwicklungsgang׳ weiter, führt er seinen Koniliktcnkrels auf dieselbe etlusclia Grundhaltung zurück. Jede Bctriclittmg, die diese Philosophic und Dichtung voneinander scheiden will — In anderen literarischen Untersuchungen der Anthologie wird sie anges strebt — muß notwendig an der Oberfläche bleiben. Eine wirkliche Abrundung timi Vertiefung bringt nur Hugo Berg* man ns ״Zwclgcleislgkcit des Chassidismus", die dem ״So* wohl-als-auch" ocs Dichters den Unterbau aitjüdlschcr Philo* Sophie gibt. Aut der anderen Seite dieser Analysen stellt die WürdU gunp Brods praktischer Arbeit als Zionist. Hans Licht* witz, Aibrecht Hell mann, Moses Wicaenfeld, Nclly! Engel erzählen von ihm als jüdischem Politiker, Lehrer- Organisator, Helfer. Die Problematik von Tatmensch und Dichter zugleich beleuchtet Stephan Zweig in einer etwas unwirklich gewordenen Terminologie der Acsthctik. Aus der am Rande stehenden Reihe der Gratulanten ragt Willy Haas' ״Auslegung eines Aktes der Freundschaft“ hervor* Herbert FriedcnthaL! ״Vom Wege“ nennt Frieda Mehl er ein Bändchen Gedichte im Verlag von Bcrthold Lcvy. Sie sind ״Allen jü* dischcn Frauen und Müttern“ gewidmet. Und diese Widmung! scheint mir zu Recht zu bestellen. Denn erstens und vor allem behandeln die Gedichte fast ausschließlich trauliche Belange und handeln von jüdischen Dingen, Kluge Gedanken werden in dichterischer f orm in diesem kleinen Bändchen ausgesprochen, Gedanken ernster auch heiterer Natur, aber immer spiegelt sich die uralte und ewig junge jüdische Seels in ihnen. Hätten wir noch die alte schöne Sitte der Stamm* btichcr, ao könnte man diese anspruchslosen, besinnlichen Verse manchen dieser jüdischen Frauen und Mütter ins Album schreiben. Dr. T. S. Dichter auf dem Scheiterhaufen von Werner Sch 1 egc£* Verlag für Kulturpolitik O. m. h. fl, Berlin W 50. — De» . Verfasser dieser Schrift beschäftigt sich mit den geistigen Grundlagen des Kampfes gegen eine bestimmt* Richtung deg Literatur, die im vergangenen Jahre zu der bekannten Bücherverbrennung seitens der Studentenschaften ge« führt hat. Er versucht, aus dem Kriegserlebnis einerseits und •tu der allgemeinen geistigen Entwicklung der letzten Jahrzehnte die Begründung für die Bücherverbrennungen za _ -n.! Preis RM ^er Jugend neu erzählt von JOACHIM PRINZ 11«, Jliu.triert von Hai■• W»Uenber* *•*'*•■ Roman-formal 71 Bllsior * holsfroloa Paplor |יי,י)׳י1י.,״rlilי■ •י Nalbl8la«Rb■*^ ■ייי• ^olSailoa-iCarto; *י Halft Vortag, Barl-ln WM #18.®-״rc*l1,#1*1•#.®tiai»R8®Ulי®.!**׳® 4't /' 0 R I - «4