Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 89 (6.11.1934)
- Date
- 1934-11-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I Seite 4 JÜDISCH P RUNDSCHAU Nr. 89. 6 XI. 1934 fichcu Teil in jüdischen Händen, wenn auch in manchen Staaten die Firma gern neutral gewählt wird. Ganz auffallend groß ist aber die Zahl der jüdischen Kleingewerbetreibenden wie Uhrmacher, Zigarren* Hersteller, Friseure — kurzum aller jener Berufe, die einem frühkapitalistischcn Stadium *»gehören und die unverkennbar die nahe Herkunft aus den wirtschaftlich noch unentwickelten osteuropäischen Ländern verraten. Wie überall ist in der zweiten Generation der Wunsch nach den akademischen Berufen, vor allem nach der Ärztlichen und juristischen Laufbahn! sehr ausgesprochen, mit all den Begleiterscheinungen, die uns in Deutschland vertraut sind. Aber, wie gesagt, ein Land, In dem die Juden schon durch Ihre Masse einen erheblichen Teil der Nation bilden, da sind sie naturgemäß in allen Berufen ohne Ausnahme vertreten, vom flrolllianklcr zum kleinen Bucliliaiter, vom Trustmngna* ten zum Straßennrbeiter, vom Schutzmann zum (längster, vom Mitglied des höchsten Gerichtshofes zum Wlnkcladvoka* ten, vom Warculmiisbesitzer zum Kleinhändler und vom Far* mer zum Ocwcrkschaffsbcamfcn. Fines aber darf wohl fcstgcstellt werden: ähnlich wie in England sind unter den ganz Reichen wenig Juden, Max Weber hat schon richtig gesellen: Wo der Puritanismus zur Stelle war, da hat man die Juden bei der Entwicklung des f foehkanltaffsmus nicht nötig gehabt. (Weitere Teile folgen.) Propaganda-Aktion für ״wirklich deutsche" Aibeit lieber eine Propagat111a*Aktiou der vor einiger Zeit ge־ gründeten ADFFA. (A r bc itsg c m c i n s c 11 af t ti cuts c harischer Fabrikanten der Bckleidungs-Indnstric) wird It. ״Frankl Zeitung“ vom 3. Nov. folgende Mitteilung verbreitet: ,,Im Kidmu'ii des WtericriinfhiUM der dmt srlten Volkswirtsrlmft ist. t's d;1H Hrstrcbi'n der ״A!)Kl׳A“, i» (U־r lleklrifhtn^s- IndiHliir dem hfindwerklirheu Komien ulut den* ehrbaren Kantimmns^cisl des Volkrtgemrssi'iu wi er Untermdiinvr *Hier Arbeiter, den gehtihrcmlen Flutr zu vet *׳'buffen. Um mm die (;roßen Kreise der YVrbr.meher mehr 11U hislier mit dein (Irdanben der ״ADKIA** vertraut zu madun und ilmcu die Verjrllleluting v׳t»r Augen zu filtirrn gemiiß ihrer inmien Kmstelluni; bei dem hinUuuf von llf’klridtmjr damuf zu aehfeti, d;dS die W; re muli wirklich MH der lliind des \folks^rn«m^־n .slmnint, veranstnhet die ״Abll'A“ vom 3, Ms 19. N o v r 111 Im׳ r d. J. unter der Aefiido führemler I’ersönliehkeifen eine große 1'r ין ״ a g a n d n - A k l i 0 n, an fler Hielt fnst ohnv Ausnahme ol)c misrben lOinzelbandler (»roß-IIerlin« bc•!eiligen. Uem Publikum soll dadurch nirlil nur die clgenlli11 ׳ selbst* vcr.sütndhrhc Vcrptlichlung, die wirklieh deutsehr Arbeit zu unter• Mützen, vor Augen gtSiibtt werden, sondern dmiilser hinan* soll cs Hieh Überzeugen können, daß u«e|» *einem UeschiuuHc und seinem Geldbeutel in jeder Wehe Rechnung getragen wird." Ob diese Aktion der APIIFA.» mit deren Arbeit wir uns bereits früher beschäftigt haben, im Sinne der Wirtschaftsheiehung und der amtliche» Richtlinien liegt, die sich gegen eine Unterscheidung nach R a s s e n g c s 1 ch t s ין u n k t e n Im Wirtschaftsleben richte», mochten wir bezweifeln. öle ״ttebraisclirn lUeasclieiilresscr' Daß an diese Klchllinicn gelegentlich auch anders• wo erinnert werden mutt, zeigen nachstehende Meldungen•. Das ״Allgäuer T a g b I a 1t“, Kempten, vom 2. No• , vemher, berichtet über eine Rede des l.aiulcshauernführcrs, ׳Staatssekretär S c 11 u b c r t h, auf. dem 1. Allgäuer Bauern• thing In Kempten, in der es u. a. heißt: ״Wir sind!11* N11tl1>11!1lsn*rulisU׳u gewohnt, die Hegrilfe Blut tm<l Rn■.sc zu Bciuhtcn. Wir trennen uns niemals von dom sirheren Ik’Wlißtsvin, daß die l.iistmg der l'rnge des dciitsdicn Mcn*41׳C11 verbunden ist mit der Lösunp: der Judcnfr:1״e1 Die Lösung der Judenfrage Imlit ihr Bauern in der Hand. Und ihr Bauern, wenn ihr wollt, ist diese Frage morgen in Dcutsrldaml gelüst. Aber ihr .wollt noch nicht, ihr miilSt noch mehr B1׳»gcs<'I1tnictt werden! es in י t II euch noch seldeohter gehen! denn sonst konntet ihr nicht mit zulassen, daß encte Ktanen. d c u I s c 11 c 11 ii u 0 r i 11 n c n. so gcdnnkcnlo» in der St «dt in ein jüdische* Waren- 11 »1 ti * lauf e n und dort die i'fcnuigc für ,Schund ausgclHui, die ihr mühevoll 1u<111m1u11geratkert habli" Die ״Waklcckischc l.niulcs-Zeltung״ vom 27. Oktober enthalt in der Rubrik ״Schwarz.es Brett der NSDAP“ einen Aufruf des ürlspruppenleiiers an alle Parteigenossen mit folgendem Wortlaut: ״Wie schon mehrfach Inkatmlgegeben, Irin ich!. ’/.. mit der Z!1־'Uh)mt‘1!*f( Uni!(• der (!eschirhte riet Ortsgruppe (\1rbueh br*rlmhigt■ Da es voir Interesse ist, einmal fcsliustellen, welche Volksgenossen im llriitk der Ortsgruppe l r >111:1141 heule nmdi Geschäfte mit Jüdin tätigen, möchte ich dieser Beschichte für die lukiinftige (!cner.tiion eine Lide heil'ilgen tmd bitte alle Parteigenossen, mir diejenigen it! tirnrniicn, rlie aueli heute noetr die Jiiiliselien Geschäfte rtufsuchert. Ich Irin selbstverständlich davon überzeugt, diiü rlie A11111I1I mir gr'ring i«t. Ks rliirfle nber Dir die Nsii'likomnren dieser Volksgenossen immerhin von Interesse sein, später einmal festslcllcn »! können, da ti ihre Vorfahren den Gedanken de* Dritten Reiches eelbst nach fast iwci- , jähriger Regicrungsr.eit nicht erfaßt haben.“ Die Zeitung ״Bayerische O s t m a r k“, Regensburg, vom 2. November, berichtet aus Kclheim folgendes: ״Am Wirllgiurgsinarkt am Mittwoch haben sieben jüdische Geschäftsleute ihre M.irkfstünde atifgesehlagen und sich am Markt mügliehtt breit gemnelrt, um die ländliche Deviilkcrung mit ihrem ,satt-am hekantileii (leseliiiflsgeharen wieder einmal libers Ohr zu hauen, Für eine Anzalif kleinerer Geschäftsleute aus Regenslnirg, Ingolslndt und der Umgehung war kein Platt mehr vorhanden. ID« biiumle sieli der gesunde Instinkt der einheimischen Bcvölkerang aut und nahm Hlellung gegen die jüdischen UHiidler, mit denen man hier nichts mehr zu tun haben will. Als diesen unerwünschten Giistcu dum!!)!'deutet wurde, daß sie am besten täten, 80 rasch als möglich aus dem Bannkreis der Stadt zu verschwinden, um ernstere Folgen zu vermeiden, packten sie ihre Siebensachen wieder zusammen und zogen unter dem stürmischen Beifall der He• völkcnmg ab.“ Die Schüsse von Marseille Der ״Märkische Stadt* und Landbotc“ berichtet über eine Versammlung in Eberswal de, bei der Pfarrer Münchmcyer das Jubiläum seiner 6000. Versammlung hielt. Im Verlaufe seiner Rede hat der Redner nach dein Bericht der genannten Zeitung u. a. bei Besprechung der dcutsehen Außenpolitik folgendes gesagt: ״Mit Südsluwieii wttrda ein Ihmdclsvertrag ahge1citlosv.׳n. Weitere aussichtsreiche Verhandlungen mit diesem auistrcljcniJci» I.ande waren angeknüpft, als König Alexander in Marseiile durch die Schüsse des internationalen We 11 j ude n t u m aus dem Wege geräumt wurde.“ Die Bemerkung ist so absurd, daß sie auch von dem Redner nicht ernst gemeint gewesen sein kann. Sie zeigt , uns vielmehr nur, daß bei jeder Gelegenheit, auch wo nicht der geringste Anhaltspunkt oder Sinn damit verbunden sein kann, eine Sache dadurch als verabscheuungswürdig bezcichnet wird, daß man dafür das Wort ״jüdisch״ verwendet Die Karäer ״״. Die ״P ränklsehe Tageszcitung“. Nürnberg, vom 29, Oktober, veröffentlicht einen Artikel ״Die Kar alten• Juden", in dem berichtet wird, wie im Kriege eine bavcrl* sclic Kavallerie-Division auf der ״Insel Krim“, d, h. auf der Halbinsel Krim, die Karner kcnnenlcrntc. ln dem Artikel wir« hierzu gesagt: ״Nicht der Glaube, die Rasse ist da» Ausschlaggebende.“ Zum Beweis diese» Satzes heißt es dann u. 1. wie folgt! ״Kinc merkwürdige Sekt* der Juden *ind diese Kuralm oder Knruitrn, Im Volksmund mi-h ״Ksraihen“ genarmt, was •i* aber durrliuu• nicht •ind. tin Gegenaatz zu drnhrbrälichfn M e 11 * 1 h e n t r e » 1 e 1 n in Z e n t r a I c u r o p «! Ihr Kiiltua hält sich eint,11־11־ «n die Wolle des ulten Testamentes und sic verwerten den Talmud gänzlich. Den Suhl!!» hallen sie .סי heilig, du(1 de in ihren Hämcm nicht rinm:d du. Feuer dulden, Hie hu .11■״ (II - linderen luden, meiden jeder! Verkehr mit Ihn״) urid wollen um keilten I'fois ZU Ihnen gezählt werden. Bi* rühmten »ich mich offen. ihtft noch nieuinl. einer Ihre. Volke» räies V*r!» •11*01 oder V״rb״'rh׳'n» w*״*n hrslralt wimlpn a*i. wa* ״ •n dm •n gern gluiihen mü ht״. l):e Tnt.uchc i.t auch rirhlig: nli'f die ihnen nu(.isu׳t*n, gfincinen Juden lenen .ie duliin au», ti׳־ß vermöge ih־׳e» Rri! 11' um» umt ihre» »Irnlfrn 7.u;umme״l1allen» die K:\ruin1 einem sic kompromittieren len Fülle mtwcd״r zuvorklimmen, "der iiber Cir.ehchrne. einen undurrh<t1i1t״liel1׳׳n Sehl• Ie» zu hreilen veislilmbn. Wo cs gilt, ihren C.laiilien und ihre l'hrf zu .rhüizcn, sichen sie alle wie ei״ Mann r,u».1mtnrn." Zu diesem Bericht Ist zu sagen, daß die Karäer In Süd* rnßland genau solche Juden wie alle anderen Teile des jildl*?sehen Volkes sind, nur daß sic auf r c 11 g I 5 * c m Gebiete Anhänger der im 8. Jahrhundert entstandenen karälschcn I.chre sind, durch die die mündliche Ucbcr'iefcnmg verworfen umt das jüdische Gesetz allein auf die Thora (gestellt wurde. IR a s s c u nt ä ß i g gibt es zwischen Karnern und der Mehrzahl der Juden keinen Unterschied, 111 dieser Hinsicht stellen sic also mit den in dem Artikel sogenannten ״hebräischen Men- *eitenfressern in Zetitralcurona“ auf einer Stufe und unterscheiden sich von ihnen auch nicht in d?r an einer anderen Stelle des Aufsatzes erwähnten Oa'dfrcnnd’HtkeH. Orurtdsälzc der deutschen Rasscnpolitik Im Hegel-Hans, dem Wohnhaus ausländischer Studieren• der an der Universität Berlin, gab der Leiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Dr, Groß, den gegenwärtig in Berlin weilenden asiatischen Studenten ein Bild von den Auffassungen und Maßnahmen, die dns neue Deutschlaiul auf dem Gebiet der Rassenpolitik In Angriff genommen hat. Dr. Groß führte ttnch dem Bericht des ..Berliner Tageblatts“ vom 3. Nov. 11, a, aus: ״Mob! au» politischen Gründen, nber auch z!1m Teil aus wirklichem NirhtvrrMrhrn hat mun dem neuen Deut» hland den Vorwurf (;rmnrtit, 0» aci überheblich und benutz«• «eine R»»»en1ehre dazu, um andere Völker lind Kulturen al» minderwertig herabtusetzen. Diever Vorwurf treffe nicht zu. Die Frage, ob irgendein Volk oder irgendeine Rasse oder irgendeine Kultur wertvoller •ei al. eine andere, habe mit unseren Anschauungen nicht» zu tun. Wenn ])cntM-ldnnd die hcouilore Art der rassischen Ziisammonv'tzimg seines Volties wieder hurhhidt und seh'tlzt, so lüge darin nicht dir gering»!* Herabsetzung gegen andere Völker und Rns.cn. Wir erzielirn nn»rr Volk ledi^lieh zur Aehlung vnr der *eilten ra.»l.eh*n Kigrnnrl, mag e. die!innere *ein oder die anderer großer Menschengruppen.“ Diese Ausführung«! eines maßg'ebtmdetf Fachmannes «trf dem Gebiete der Rassennoütlk des neuen Deutschland vordienen Insbesondere Im Hinblick auf die von anderer Seite gegen die Juden als Rasse vorgcbracfitcn diffamieren״ den Anschuldigungen Beachtung, Friedholfsschändung in Bad Homburg Der ״Tattnusbote“ vom 30. Oktober berichtet: ״Wie bereit* allgemein bekannt sein dürfte, haben unbekannte Täler in einer der letzlvergmigencn Nächte fielt Friedhof der israelitischen K 11 i t 11 s g c m e i n d e Und Homburg in geradezu barbarischer (Vefsc heimgesurlit. Zahlreiche Grabsteine wurden u m geworfen u 11 d z. T, schwer I) cac h ä <1 i g I, »o daß der Friedhof einen Irimrigen Anblick hlet״t. Gestern wellte die StaatsniiwüiUrhnfl bereits an Ort und Stelle und hat eleu Tatbestand auf, genommen.“ Der ״Taumisbotc" schreibt dazu: ״Die lfomburger Hevölkerung wird über «lk־»c rohe und infame Tut der Frif’dhof1־»rhän<ler nur einer Meinung »ein. Man sollte *» nlelü fiir möglich halten, daß Deut sehe sieh zu so uuß-rgewöhnlieh häO• Dir dfutschcn Einwanderer und Palästina* Indusfriceniwiddung Da» Zentralbüro für landwirtschaftliche und irnlmbj^ Information des American Economic Committ for Palcstinc hat vor kurzem eine Erhebung über* N c ti g r li n düngen in der p .11 ä 51 i n c ti s i s c h c n 1 ' dnstric für die Zeit vom f, Januar 19II b(s?״ln j . 1934 durchgefiihrt, bt i der auch der Anteil der deutschen watidcrcr an der Entwicklung der Industrie fest gestellt Nachstehende Tabelle gibt hierüber Aufschluß: 1 z״w J*r ׳*׳יי■*«. ironduin.n N.ufn, »•״!.״ M ä.n*a Atg■Ws «rhsttli* >יי״ Herkunftsland der Gründer 103 62 ״״׳ Kajiltalslnvestltion 80 44 Arhelfcrzahl 86 41 50% Der nro/cntucll« Anteil der deutschen Einwandrer der Zahl der netten Betriebe Ist demnach nrtißer als die pt0 fuelle Kapitalbetcilbjung, und diese wieder grüßer als d« u" feil der Arbeiterzahl, Es wäre jedoch verfrüht, hieraus Schlii!״ zu ziehen, da es noch einer genauen Analyse de» stalistiJL, Materials bedarf. " Ferner wurde fcstgestellt, daß bei einer KapitalsU vestition von insgesamt LP 171495 der Anteil der aL’ schon Einwanderer hieran CP 69 675 (11 «;») betrug. |);(!‘ den Nctigriimlungcn bcsciiäftigten Arbeiter wurden mit ermittelt, wovon 302 (37 ׳Vo) auf die in den Nengriindunten der deutschen Einwanderer beschäftigten Arbeiter entfalle Insgesamt wurde die Neugründung von 115 Betrieben ft« gestellt, die sich auf die einzelnen Wirtschi((,[ zweige wie folgt verteilen: »״ «tw•*״ «®*-Mw» Autogaragcn und Reparaturvverkslätten Pmimaterialicn Konfektion C-hcniikalicn Druckereien, Papier, Büro• nrlikcl usw. Elektrische Artikel Farben Gerbereien u. Lederfabrikation Gins, Spiegel, Keramik Holz Medizinische Artikel Metall Lebensmittel und Getränke Polst crcicn Tabak Textil Eisfabrikation Korbflechterei Damplwäschercicn Diverses G»«am>faH! 4« bcliltb» 3 8 4 12 9 4 2 4 5 14 3 17 13 3 2 4 2 2 1 3 2 1 3 3 9 6 3 2 2 2 1 I Total 115 62 Nene Anklage gegen den südafrikanischen Antlsemlfentfltirer Kapstadt. 20, Oktober. (|TA.) Gegen den Mauptsehuldigctt in dem vor kurzem in G r a 11 a in s 10 w n durchgslüht• ten Prozeß um die ״Protokolle der Weisen von! Zion", den Führer der antisemitische» Oranheimhiibeiif gung Harrv Victor Inch, der zu einer holten Entschailigunj, an den Privatkliigcr, den Rabbiner der Synagoge in Port j Elizabeth, verurteilt worden war, ist im Zusammenhang mit derselben Angelegenheit nunmehr die öffentliche An• klage wegen Meineids, Fälschung, Abgabe j und Bcscnwdrung falscher Erklärungen daa Gericht und Diebstahl erhoben worden. Zll SO lirlirm Tun liinrcißcn ls!*sen und damit nlche nur den Frirdbof srliiind!'״, sondern nucli die I'.Iirc ihr!*. Volkes in den Augen jedes ״nun Di uim Iu■!!, ji'd!־» nnstiiiuligen Mensrlien und »ler V'cit!!ellci'krii. I)!!s niitionalsoziülistisrbe deutsclic Volk hat mit den Lumpen, die liier ihr Werk verriehlrlen, nielits geinrin. um] l!csondrrs nlle llonihurjjer wenden *fei! mit Ahsehcu von ihrem Uhlen Tun. Sollte es immer noel! Deulsehc gehen, die nicht wis*״n, wie sehr solch Rrnh• sehämleriselies llanileln nicht nur ihnen 1" : eigene Ehre nimmt, sondern auch erst recht dem deutschen Volk und seiner guten Sache schndet und unseren Gegnern Mntcrinl zu verstärkter Hetze in die Hand gibt? Wir hoffen, duß es gelingt, die Täler bald zu fassen und »ler verdienten Strafe iiiziifilhren, die gar nicht streng genug •ein kann. Diese Tat, die einen Verrat am deutscher» Volk bedeutet, verlangt härteste Sühne!“ Tagung 4fes Verwaltung srals des Auswandcrerhllfswerks Londön, 4, November. (JTA.) Am I, November wurde in London die dritte Tagung des Verwalt ungsrats 11 cs Internationalen AuswandcrcThllfawerk• eröffnet. Der Obcrkontmfssar für Auswandererfürsorge, James G. Mac Do na Id, erstattete einen Bericht, in dem er be• tonte, daß die bisher gelungene Sc Rita ftm achun g von etwa 27 01.KI Ausgewanderten nur dank den großen Mitteln möglich geworden ist, die von Privatorginlaationen zur Verfügung gestellt worden sind. MacDonald gab eine au»• führ liehe Darstellung der Ucbcrführtuig Ausgewanderter nach Palästina und anderen Ländern, besprach die Frage der Unterbringung von Gelehrten und Akademikern und wies darauf hin, dali das Zögern der einzelnen Länder, den Ausgewanderten Erlaubnis zu dauernder Nieder- 1 a s s u n g zu gewähren, diese ständigen ' Pollzcischikanen aussetze, ihnen jedes Gefühl der Sicherheit nehme und damit das Asylrecht eigentlich illusorisch mache. Wenn dieses Zögern angesichts der Wirtschaftslage auch verständlich sei, müsse doch eine Aendcrung dieses Zustandes ‘,lerbeigeführt werden. Um die noch in provisorischen Aufent• haltsl:indem befindlichen Ausgewanderten ln Länder bringen zu können, wo sie die Möglichkeit dauernder Niederlassung haben, sei ein Betrag von etwa 250 000 Piund erforderlich. Die Tagung des Verwaltungsweg wurde mit einer Ansprache des Vorsitzenden Lord Cccll of Chclwood geschlossen, in der er die Erfordernisse des Hüfswcrks zu• sammenfaßte und die Notwendigkeit einer endgültigen L6sung der Auswandererfrage betonte. , * Kleine Nachrichten In Jerusalem wurde die Pal csti 11 e RoadConitnir tion Company gegründet, die sich die Anlegung (״! rangiger Asplialt-Ucherlaiulstralk'ii in Palästina zum Ziele (1 setzt hat. f'laiiplgrümlcrin ist die hulustricl and i imn0i Corporation of Palcstinc, die mit der Shell Company e•' zusammennrbeitet. Zu den Direktoren der neuen Schaft gehören Colonel F, fl. Kisch und Finanucl Ncuim«• Wie die Leitung des Keren Kajemcth mitteilt, sind b diesen Tagen die Verhandlungen mit dem Komitee bcl;0־1״ luden für die Anlegung eines Waldes in Palästina, der «• Namen des verstorbenen Königs Albert von BcIgiG tragen soll, zu Ende geführt worden, Die holländische Schiffahrtsgesellschaft ״Holland^״ Azic Lijn“ fiat laut ״Palnews“ einen direkten stämu:* Verkehr zwischen dem Fernen Osten und Palästina richtet. t Das Gericht in Haifa hat 60 Juden, die Mitte Oid־'״״ Illegal e i n w änderten und sofort verhaftet wurden, ״ Ausweisung verurteilt. Zwölf von den verurteilten Mjnn unter ihnen eitrige britische Staatsangehörige, werden 1 der Ausweisung noch ie ein Jahr Gefängnis " büßen müssen, weil sie bereits zum zweiten Male illegsi Land gekommen sind. , Wie wir erfahren, haben ein Orolineffc und eine Gr° nlchtc von Theodor Herzl gleichen Namens dis Reisenden und Palästinensern wohlbekannte Hotel aabeth in Tlbcrias übernommen. Wir berichteten in Nr. 80 vom 5. 10. 34 über ein stitut für Radlimibchnmllung“ der Hadassah als da־Hj Institut dieser Art in Palästina und im Nahen Osten. w׳ird uns mitgctcilt, daß seit April 1933 ein 'natl'u vC־ Radium• und Röntgenbehandlung in Haifa unter Leitung Paul Moses bestellt. r Wie die JTA. meldet, kam ei in einer Vorstadt Saloniki zu jmlcnfciiullichcn Ausschreitungen, 0« ein Jude ernsthaft verletzt wurde. Die Polizei nahm m Verhaftungen vor. Das hessische Staatspresseamt vcröffcnL.־ folgende Mitteilung': ״Die jüdische Hausiererin M״?!, Ooldstcin, wohnhaft Darmstadt, Schlagctcr-Str. *y1» wegen verächtlicher Acußcrungen gegen den n>.,° listischen Staat und schikanöser Behandlung einer verK׳p)״({ 111« Eli• .Inde* Kaufhauses Gcbr. Rothschild ln Darmstadt auf von zwei Wochen In Schutzhaft genommen.“ Das ״Berliner yj'jP 0 über den Pro«״ g 1t erzählte de- AneClil seinen Lebenslauf und teilte mit, daß er als Welt gekomnK״ als in der Oeffentl Samuel Insults Abstammung, vom 2. Nov. berichtet atu Chikag Samuel 1 n s u 11. Nach dem Bericht eblad* ״8. erzählte der : unu leiuc mu, daß er als pjes* armen Pastors ln London zur Welt gekommen 1»^^.׳ Angabe lat Ißsofern interessant, als in ־'*' n f en behauptet worden ist, Insult sei Jude.