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Jüdische Rundschau · 1934-11-06 · Heft 89 (6.11.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 89 (6.11.1934)
Date
1934-11-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Barons gab ihm die Gewißheit, daß sein Werk lebt Nun ist er selbst dahingegangen; er konnte in Ruhe seine Augen schließen. Der Baron als Kunstfreund Ucbcr die Bedcuhm; des Barons als Kunstsnmmler und Mäzen schreibt uns eine Pariser Korrespondenz: Baron Roth« Schild war nicht mir ein grober Philanthrop, sondern mich ein bedeutender Kunstfreund. Seine philanthropische Tätlgkcit ist überaus vielseitig. So ließ er jahrelang jährlich ns- Kämmen mit seinen Brüdern 100 000 Ooldlrnncs unter der armen Bevölkerung von 20 Pariser Bezirken verteilen und spendete im Jahre 1001 10 Millionen Ooldlrnncs für billige Wohnhäuser In den Arbriterbc/.irkcn. Zahlreich sind seine Stiftungen ni wissenschaftlichen Zwecken. So übergab er 1021 der französischen Akademie der Wissenschaften einen Betrag von 10 Millionen Francs für ein physikalisch-cltcmisch cs Laboratorium, das vor allem der praktischen Anwcndüng in Industrie und Landwirtschaft dienen sollte. Im Jahre 1927 gab er 30 Millionen Francs für die Rothschild-Stiftung für biologische Forschung, an deren Spitze Prof. Pcrrin stellt. Seine Stiftungen für den Louvre sind so zahlreich, daß man sie kaum aufzähten kann. Das Schönste und Kostbarste, Was er in seiner Sammlung hatte — und er war ein leiden« scliaftlichcr Sammler —, schenkte er diesem Museum, so 7_ B, den römischen Silberschatz, der in Bosco-Rcal, nahe hei Pom« peji, gefunden wurde, und der zu dem erlesensten Stücken römi« scher Silbcrschmicdcktinst gehört, während in fast allen Tei« len dieses Museums und der anderen, wie 1״ B. Musöe Cluny, ganze Abteilungen und Säle das schlichte aber doch vielsagende Schild tragen: Geschenk des Barons von Roth- Schild, Und wer einmal in seinem Schloß in Boulognc s. S. oder in seinem Stadthaus im Fauboiirg-St. Hottore in Ruhe und Beschaulichkeit seine Sammlungen betrachten durfte, der konnte sielt begeistern an der Erlesenheit der einzelnen Stücke und der liebevollen Kennerschaft, mit der. jede einzelne dieser Kostbarkeiten ausgewählt war und ihren Platz gefunden hatte. Baron Edmond von Rothschild ist am 19. August 1845 fn Paris als Sohn des Barons James von Rothschild geboren, der eine sehr bedeutende Rolle als Finanzmann bei den Regierungen von Ludwig XVIII., Karl X. und Napoleon III. spielte. Zusammen mit seinen Brüdern Alphonse und Gustave leitete er die Bank, die ihren Nantcn trug. Später war der *ige!1tliche Leiter dieser Bank einer seiner Neffen, Baron Edouard Von Rothschild, aber bis in sein hohes Alter hinein War doch die Seele des Hauses immer Baron Edmond. Aus der ganzen Welt kommen Nachrichten über jüdl« ßchc T rauerkundgeb ungen anläßlich des Ablebens von Baron Rothschild. Alle größeren Gemeinden und Organisafionen haben Traucrvcrmistaltungcn anberaumt. Die Z. V. f. D. hat an Baron James de Rothschild fol« gen des Telegramm abgesandt: Zum Ableben Ihres unvergeßlichen Vaters sprechen die deutschen Zionisten Ihnen und Ihrer Familie Ihr herz.« Hellstes Beileid aus. Das Andenken an den großen Wohl« tiitcr des jüdischen Volkes gehört der Geschichte an. Aut den Fundamenten, die die tätige Liebe des Vcr- *torbenen gelegt hat, baut unsere Jugend ihr neues Leben auf. Die neue jüdische Wirklichkeit von ihm geschaffen und sich von Jahr zu Jahr reicher cnlfaltend, wird ein lebendes Denkmal für diesen großen Juden sein. Zionistische Vereinigung für Deutschland. ’ Balfour*Tag ruhig verlaufen Jerusalem, 4. November. (JTA.) Der 2. November 1934, der 17. Jahrestag der Verkündung der Balfour-Dcklara* tion, für den die arabische Exekutive auch in diesem Jahre den Generalstreik proklamierte, ist vollkommen ruhig verlaufen. Die Gcncralstrcikparolc wurde fast nirgends befolg(, von einer Arbciisruhe war nichts zu merken. Die Nachricht über den alljährlich stattfindenden ara« blscheh Generalstreik anläßlich des 2. November wurde in zahlreichen deutschen Zeitungen mit der mißverstand« liehen Ucbcrschrilt ״Judenfeindliche Kundgebungen in Pa« Eistina“ veröffentlicht, ln Wahrheit ist cs zu keinerlei Kundgebungen gekommen. Es wurden lediglich einige arabische Versammlungen abgehalten, die keinerlei Bcdcu« tung haben. _ Echo des Berner Prozesses Der Berner Prozeß um die gefälschten ״Protokolle der Weisen von Zion“, über den die ״Jüd. Rundschau“ in der vorigen Nummer ausführlich berichtet hat, hat in der ganzen Welt Aufsehen erregt. Die Presse aller Länder hat darüber ausführliche Berichte veröffentlicht. Auch Viele deutsche Zeitungen haben Prozeßberichte gebracht, außerdem haben einige Zeitungen sich zu dem Prozeß grundsätzlich geäußert. Charakteristisch ist dabei die Stellungnahme der ״Frank i« chen Tageszeitung“ Nürnberg, die in ähnlicher Form auch von anderen Zeitungen eingenommen wurde. Die Zeitung •chrcibt: ״Wie der Prozeß letzten Endes abschließen wird, kann dem deutschen Beobachter ziemlich gleichgültig sein. Der Prozeß kann ja nur der Aufklärung anderer Nationen dienen. In Deutschland selbst ist die Judenfrage endgültig ad acta gelegt. Das deutsche Volk hat die Auswirkungen der jüdischen NVcllhcrrsdiaftsbcsIrrbungen zur C.c• nlige am eigenen Leibe erfahren und braucht deshalb keine rieh• terlirhen Entscheidungen, um die jüdische Zersetzungspolitik an Hand alter Protokolle beglaubigt zu erhalten. Vielleicht dient aller der heute in Bern beginnende Prozeß doch dazu, um der zivilisier, ten Welt über die ihr vom Judentum drohende Gefahr die Augen Zu öffnen und sic aus dieser Erkenntnis zu entsprechenden Kon. Sequenzen anzuregen, falls sie dazu das notwendige nationale Selbstbewußt rein und die gebotene Energie besitzt.“ Da die ״Protokolle“ als eine plumpe Fälschung entlarvt wurden, wird die von der ״Fr. T. angerufene ״zivilisicrte Welt“ nur die eine Konsequenz ziehen dürfen, ihr« Verbreitung zu unterbinden. Zum Andenken an Ludwig Tietz Der ttcichsausschuß jüdischer Jugendoerbände übergibt Bna anläßlich des ersten Jahrestages des Todes von Ludwig Tietz folgende Kundgebung: An dem Tage, an dem Ludwig Tietz uns verlassen hat, bekennt sich der Reichsausschuß der jüdischen Jugcndverbände erneut zu dem Gedanken der alle Gruppen und Richtungen der jüdischen Jugend einigenden und umfassenden Gesamtverantwortung und Gemeinschaftsarbeit. Wie Ludwg Tietz den Rcichsausschuß als lebendigen Ausdruck eines neuen Geistes aufgebaut hat, wollen wir sein Werk im Dienste jüdischer Jugend und jüdischer Zukunft fortsetzen. Rcichsausschuß der jüdischen Jugendverbände, Brodnitz. Sommerfeld. Nr. 89, 6. XI 1934, fn I»»■—y f~*j! K׳L.. J V. .J *■״> ד"-, י t r : .Mi J ״4 Was geschieht mit ihnen? Aus London wird uns geschrieben; Erhebliches Auf• sehen erregte ein Artikel von Dr, J. Brutzkus, der eine heftige, Anklage gegen die gegenwärtige Verwaltung der lea enthält. Die Ica entstund bekanntlich aus dem Vermögen des 18% verstorbenen Baron Hirsch, der schon 1891 sein Vor• mögen in eine Aktiengesellschaft zum Lnndknuf und zur An- Siedlung von Juden umgcwandelt hatte. Das Vermögen bestand ursprünglich aus zwei Millionen Pfund und wurde später auf zclm Millionen Pfund vergrößert. Hiervon wurden in den Jahren 1892-1897 5000 jüdische Familien aus Rußlandin Argentin len angesiedelt. Seitdem hat die Ica eigentlich keine eigene Kolonisation mehr vorgenommen. Man fragt sich, so schreibt Dr. Brutzkus, was die Ica eigentlieh Jahr für Jahr mit ihrem Geld macht? Es ist sehr schwer, darüber wirklich ausreichende Informationen zu bekommen. Die veröffentlichten Jahresberichte besagen gar nichts. Das jüdische Volk, das der legitime Erbe des Vermögens des Baron Hirsch ist, hat in Wahrheit sehr wenig davon. Nach dem Testament des Baron Hirsch sollten die Aktien in den Besitz der jüdischen Gemeinden Berlin, Frank* furt, Brüssel und der Anglo Jewish Assoela* tion in London übergehen. Jede dieser Körperschaften erhielt zirka 5000 Aktien (nur sichen Aktien waren in der Hand von Privatpersonen). Im Jahre 1921 wurde, wie Dr. Brutzkus durch Einsichtnahme in englischen Oesellsehaftsregistern fcstgestcllt hat, das Statut abgeändert, so daß sich über die Hälfte der Aktien in den Händen von Privatleuten befinden. Nach den bei der englischen Behörde ausgewiesenen Berichten war die Gesellschaft am 1. Januar 1933 im Besitz von Wertpapieren im Betrage von 4 289 000 Pfund. Hierzu kamen 250000 Pfund Bargeld und der Wert der Ländcrcicn in Argentinien und anderen Ländern von 3379000 I; 1 י Lil■^ Pfund. Die Verluste während des Weltkrieges werden 661 000 Pfund angegeben. “*״ Baron Hirsch hat bestimmt, daß bis 50 <y« des Kjnjy In Bodenkauf und die andere Hälfte für Kolonisationen ausgegeben werden sollen. Niemals hat er sich gedacht, dj *ein Geld in Wertpapieren angelegt bleiben wird. Er hat t die vorläufige Anlage ausdrücklich nur die Staatspapiere vJ England, Frankreich, Belgien, Holland, Schweiz, D«1tschlj!y ' und den Vereinigten Staaten zugclasscn. Im gegenwärtig». Augenblick, wo einerseits die Sicherheit von Staatspapj0ö] fraglich geworden ist, andererseits das jüdische Volk in l0 großer Not und im Bedarf nach Siedlungsland und Siedlung, krediten Ist, müßte die Ica sich veranlaßt sehen, eine mde« Politik zu machen, die eine Iruchtbarere Verwendung ihr» großen Gelder bedeutet. Besonders heftig greift Brutzkus die Ica wegen ihrer ן!, tigkeit In Rußland an. Sie habe im Jahre 1927 der ת«$!. *eben Regierung einen Betrag von vier Millionen (iokkldljn zur Verfügung gestellt, die die russische Regierung als 1%, Ichen an jüdische Kreditgenossenschaften zu geben versprach. Diese Genossenschaften seien jedoch bald darauf liquidiert worden, die Ica habe aber ihr Geld nie wieder gesehen Die Verantwortung für diesen Verlust müsse der Verwaltung der Ica zugeschoben werden. * Dieser Artikel von Dr. Brutzkus Ist gewiß auch In Deutschland überaus interessant, weil ja zwei dcut• sehe Gemeinden zu den Haupiinhabcm der lea-Shares gehören. Die Berliner und die Frankfurter Gemeinde werdet sich wohl äußern müssen, ob ihnen die von Brutzkus gcscliil■ derten Verhältnisse in der Ica bekannt sind und wie die Sh• tutenändenmg zustande kam. Freilich wird jede Kontrolle nur dann einen Sinn haben, wenn sie von dem Geist erfüll ist, den die heutige Situation des Judentums er■ fordert Nr. c; 0C Eric ln Hehre י letzte״ reise י Einlad1 rtiropä e:b<lc1 wie *1 Unter״ linde 1 «nd A gewiss s!;en Juden und i* Schwie von *< de« ( Rost״' Wohn! kann. Neben Luk essiert interil sind d Städte Arehit Lands! falls 1 Bau t! und 8 daß Waslii ml 11.׳ m lei! dieses rings! »ich (I X tueller der s• minie Unive Weise ichlec häufig New•’ der k lifh in die dt einige dien er E Arb« discht lischt Pie zurzei schalt »ohm Erbat! »ertji lern! VI Redn« tibait De! Ein Mitglied der Reichsvcrtrctung besucht Palästina Aeufjerungen von Dr. Landenberger, Nürnberg In unserem Bericht über die Tagung des Beirates der Rcichsvertretmig der deutschen Juden (״Jüdische Rundschau“. Nr. 83) haben wir auch erwähnt, daß das den Reich 8b und jüdischer Frontsoldaten repräsentierende Mitglied des Präsidialausscluisscs der Reichsvcrtrctung als erstes nichtzionistisches Mitglied der Reichsvertretung kürzlich Palästina besucht hat und bei der Tagung des Beirates zum ersten Male Gelegenheit hatte, in zwangloser Form von seinen Eindrücken zu berichten. Wir konnten beobachten, daß die Kenntnis dieses Stückes jüdischer Welt, das wir mit dem Wort Palästina benennen, «Inen großen Einfluß auf die Betrachtimg jüdischer Dinge überhaupt hat. Von dort aus gesellen bekommen die Dinge Ihre richtige Proportion. So manche aufgchauschtc lokale Streitigkeit wird klein gegenüber der Gesamtheit jüdischer Möglichkeiten, die sich dem eröffnen, der die Judciifragc nicht nur aus Sitzungszimmern betrachtet, sondern das wirkliche Leben mit offenen Augen aufzunehmen bereit ist. Das erwähnte Mitglied der Reichsvcrtrctung, Hen■ Dr. Landcnberger, Nürnberg, hat jetzt seine Eindrücke von Palästina in einem Interview mit dem Vertreter der Jüdischen Tclcgraphen-Agcnlur nicdergelcgt. Diese Aeuficrungen sind darum von besonderem Interesse, weil hier ans einem Kreise des deutschen Judentums, dem man uiclit gut Voreingcnommenheit zugunsten des Zionismus vorwerfen kann, In offener und männlicher Weise der rückhaltlosen B e w 11 n - d e r u n g für das in Palästina Geleistete Ausdruck gegeben wird. Neben den Reminiszenzen, die einem aus dem — leider immer mehr verschwindenden — echten, gesunden Land- Judentum stammenden Mann die Berührung mit dem jftdi« selten Bauerntum Palästinas geben mußte, war es vor allem die Anpassungsfähigkeit und Tatkraft des jüdischen Menscheu, die mit ihn Eindruck gemacht hat, und der neue T v p 11 s Jude, der in natürlicher und selbstverständlicher Welse Jude ist und im übrigen jede im sozialen Organismus erforderte Tätigkeit ausübt. Wir geben nachstehend einige Abschnitte aus den Acußcrangen Dr. Latidcnhcrgcrs wieder: Ucbcr die Motive bc* fragt, die gerade ihn als RjF-Mann veranlaßt hätten, eine Reise nach Palästina zu unternehmen, erklärte Herr Dr. Landenberger: ״Das jüdische Aufbauwerk ln Palästina wird In der ganzen jüdischen und niclitjiklischcn Welt mit größtem Interesse verfolgt. Es lag deshalb auch für mich sehr nahe, mir einen persönlichen Eindruck von Palästina zu vcr• schaffen. Meine Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Reich blindes jüdischer Frontsoldaten war selbstverständlich in keiner Weise hemmend für eine derartige Absicht. Denn unsere Organisation steht, wenn sie auch selbst ihre Aufgabe darin sicht, zum Wolde der deutschen Juden in Deutschland tätig zu sein, dem Aufbauwerk in Palästina in keiner Weise uninteressiert oder gar mißgünstig gegenüber. Ich hielt es vielmehr gerade mit Rücksicht auf meine Stellung im Frontbund und in der Reichsvcrtrctung der deutschen Juden und die damit verbundene Notwendigkeit eines möglichst weitgehenden Ucberblicks über alle die deutschen Juden berührenden Fragen für besonders zweckmäßig, Palästina, von dem ja so viel geschrieben wird, auch einmal persönlich kennen zu lernen.“ Nach der Feststellung, daß der empfangen« Oesamt* (indruck ein guter war, führt Dr. Landcnberger forts ״Es war zunächst für mich ein außerordentliches Erlebnis, die geschlossene jüdische Gemeinschaft in den Städten und in den landwirtschaftlichen Siedlungen Palästinis zu sehen. Wenn Sie mich fragen, ob ich nicht schon In Osteuropa geschlossene jüdische Niederlassungen gesehen habe, so muß Ich darauf erwidern, daß die jüdischen Niederlassungcn, die ich dort während des Krieges kennenlernte, mit Palästina nicht verglichen werden können. Dort fehlt cs, abgesehen davon, daß die hebräische Sprache in Wort und Schrift nicht hervortritt und auch abgesehen von allen sonstigen andersartigen Verhältnissen, gerade an der gesunden sozialen Gliederung und der freien Entfaltungsmöglichkeit der jüdischen Menschen, die dem Besucher Palästinas so wohltuend auffällt, Es gibt keinen Beruf, der in Palästina nicht von Juden ausgettbt wird. Juden sind in gleicher Weise Industrie- und Landarbeiter wie Angehörige freier Berufe, Beamte, Kaufleute usw. Una wenn das auch drüben eine Selbstverständlichkeit Ist, so stellt der deutsche Jude trotzdem mit Interesse fest, 'daß die geschickten und schneidigen Führer der Autobus« una Kraftwagen ebenso Juden sind, wie die sämtliches Vcrkchrsschutzlcutc in Tel-Awiw.“ Im weiteren Teil seiner Ausführungen schildert der Be• fragte dann seine Eindrücke über die Einordnung der deutschen Juden, eine Frage, die in der ״Jüdischen Rundschau'* bereits vielfach behandelt wurde. Dr. tarntenberger meint, daß für Menschen im vorgeschrittenen Alte mit wenig Geld die wirtschaftliche Einordnung Schwierigkeiten mache, während «lie Jugend sich vorzüglich anpave lind auclt In das hebräische Leben eindringe. Die Einwan• derer, die nur über 1000 Pfund verfügen, haben vielfach noch nicht festen Fuß gefaßt, sondern probieren heran», und cs besteht die Gefahr, daß sie «labe» ihre Ersnarnissc aufhrauchen. Dr. Landcnberger schildert dann die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und die auBerordentliclie Bnubewegtmg und schließt seine Darstellung mit folgern der Zusammenfassung: " יי ״Das jfldische Aufbauwerk in Palästina Ist zweifelte! eine außerordentliche kulturelle und wir! schalt liehe Leistung. Palästina kommt zwar ab Auswanderungsland nur für einen verhältnismäßig kleinen Teil der deutschen Juden in Frage. Es Ist deshalb nicht möglich, Palästina als einen Faktor für die durchgreifende Behebung der schwieriger» Lage der deulichen Juden 1« betrachten. Immerhin hat Palästina schon einer grösseren Anzahl vor» deutschen Juden — fast als einziges!.and - die Möglichkeit der Niederlassung, freie Entfaltung und GrUndung einer Existenz gegeben, wie dies auch weiterhin zweifellos In noch höheren» Maße der Fall sein wird. Schon aus diesem Grunde, aber au<;h ans all gern« nen Ideellen und kulturellen Erwägungen heraus, die sich aus meinen vorhergehenden Auslühruncen ergeben, verdient das jüdische Palästina und sein Aulbw dal lebhafte Interesse eines Jeden deut sehen Juden, ganz gleichgültig, welche Stellung er « den allgemeinen und jüdischen Problemen Im übrigen e» nehmen mag.“ _ Die Palästina •Petitionen an die Mandaiskommissioi Genf, 2. November. (JTA.) Auf der Tagesordnung der jetzt stattfindenden Herbsttagung der Mandatskornmiw« steht die Prüfung der nachstehenden auf Palästina Be™* habenden Petitionen: 1. Eine vom 28. Februar 1׳״ datierte Petition der ״Association 8y1 ז eit 11 c ara״f k Paris" mit Bemerkungen der Mandat,irmacht vom n'y temher 1934, die die Vorfälle im Oktober 1933 und « Frage der jüdischen Immigration nach Palästina zum Oege»• stand hat. 2. Eine vom 30. April datierte Petition von M. A. Weinschal, Vorsitzenden des ״Zentralkomi tees des Verbandes der Z i on i st en-Rcvisi»• nisten in Palästina“ mit Bemerkungen der ™»"",’,י macht vom 14. Juni 1934 betreffend die Frage der jüd«c,״{ Immigration. 3. Eine nicht datierte Petition dos ״״״ Kibbutz Galuiot“ in Palästina mit lletnerktmReit 11 Mandatarmacht vom 22. Juni 1934, die ebenfalls die ‘״g der jüdischen Immigration zum Gegenstand hat. « ' richterstatter für alle diese drei Petitionen wurde "ן Orts (Belgier) bestellt. 4. Eine nicht datierte Petition ״General Council 0f fönten Workers in r lestlne — eine Organisation arabischer Frauen •ץ Bemerkungen der Mandatarniacht vom 1. Juni W׳ treffend die ״Palestine Municipal Corporations Ordm 1931". Zum Berichterstatter dieser Petition wurde Herr r Udos (Spanier) bestellt * ln Montreux verstarb der holländische Politiker M• Rees, Vizcvorsitzcndcr der Permanenten M*na kontmission des Völkerbundes. Der Vor« r, der Kommission, Marquis Teodoli, widmete seinem K0'1־ einen Nachruf und hob das besondere Interesse des f *torbenen für das Jüdische Nationalheim in Palästina ״o*• Van Rees war ein genauer Kenner PalS׳"־־ —“־' stützte in der Mandatskommission häufig Rechtsstandpunkt. r. Palästinas und ־״״״, den zioaishsrן ״״ flnttptschrifttelteri Dr. Robert Weltsch. Berlin-Charlottenb ,L , Stellvertreter 1 Kurt Locwemtein, Berlin W 15. Verant« Schriftleiter für den gesamten redaktionellen Teil: K11rl j stein, Berlin W 15. Antcigenleiterin und vcrintwortlich m Ameigentcil! Helene Chanciner, Berlin N 64, Vertag »eigenverwaltung! Jüdische Rundschau, Berlin W 18, Meine*•!; Oktober »SOSO. Drucks Siegfried Schoten, Blo.-Sct״״»*״ v«1» l Kteli«

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