Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 88 (2.11.1934)
- Date
- 1934-11-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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li Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 88, 2. XI. 1934 m4I %“׳ fern * ן.;: ■י p V,. braucht. Wenn der Unbekannte, der aus den ״Prot״k11״ «1 un» spricht, die Wahrheit ־tngte, dann hätte dl1>° 1!' Iicrlge Historie von Weltgeschichte geredet wie der m! #1 ,י■ » I." nrKn ^1י״1 יו r!<•1* f f»l 1111• Dnn - ״ .U . t , ״ *Dd י en“ berichtet uns von mancherlei" 0^,״ndj f I . > . 'JUK Wir vcrödentUclien nachstehend den Inhalt der Gutachten, die in dem Berner Prozeß über die sogenannten ״Protokolle der Weisen von Zion" (siehe S, 1) erstattet worden sind. Gutachten von C. A. Loosli Die Grundlage der für den 31. Oktober »״gesetzten Sachverständigenverne 11 m u n g bildet die Denk• schritt des vom Gericht neben den Sachverständigen der Prozeßpart eien bestellten Obergutachters C. A. Loosli, jn der, den Vorschriften des Gerichts gemäß, nach ־ Bejahung der Fraßen nach der Unechtheit, der Fälschung oder des Plagiatcharakters der zu begutachtenden Schritt Weiterhin auch die Entstehungsgeschichte und die diese begleitenden Vorgänge, die Rolle der beteiligten Personen sowie die öffentliche Auswirkung der eingekiagten Druckschri It eingehend untersucht werden. Der I 1111 alt des Gutachtens läßt sich folgendermaßen zusaminenf.isser!: Der Sachverständige verneint kategorisch, daß die zlonistIschen Führer jemals das Bestreben hatten, irgendeine revolutionäre oder sonstige politische Tätigkeit in den Ländern der jüdischen Diaspora zu entwickeln. Die ganze zionistische Bewegung geht ausschließlich darauf aus, zugunsten einer rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina zu werben. Das offizielle Programm und die Verhandlungen des Zionlstcnkongrcsscs von 1897 gingen einzig darauf aus, den Juden eine rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina zu schallen. Der Sachverständige widerlegt einwandfrei die Behauptung des judcngcßncrischcn Schrifttums, wonach die Verfasserscliaft der ״Protokolle“ auf den jüdischen Schrittsteiler Ach ad Haam ziirückzuführcn ist. Aus den Protokollcn des Zionistenkongresses, wie aus den Aussagen von noch heute lebenden Personen, die daran teilnahmcn, ergibt sich, daß alle Verhandlungen i!n breitesten Licht der Oe f - fcntllchkclt geführt worden sind. Der Sachverständige gibt ferner seiner Ueberzeußung Ausdruck, daß die Beratung der sogenannten ״Protokolle der Welsen von Zion“, wäre eine solche auch wirklich beabsichtigt gewesen, innerhalb von drei Tagen ein Ding der Unmöglichkeit gewesen wäre. Es spricht auch nicht der geringste Indiz dafür, daß während der drei Vcrhandlungstagc in Basel noch irgendwelche Geheim Sitzungen stattgefunden haben. Während ein Herausgeber behauptet, die Urschrift der ״Protokolle“ sei französisch, spricht der andere von einer hebräischen Urschrift. Nach dem Herausgeber der .französischen Ausgabe ״Protocoles des Sages de Sion“, Roger L am bei in, sei der Urtext der ״Protokolle“ entweder aus einem Kasscnsclirank, den die Zionisten im Elsaß besessen hätten, entwendet worden, oder aber von der Frau oder der Geliebten eines der Eingeweihten, die sic verfaßt hatten, abgeschrieben und weitergegeben worden. Die Entstchungsgeschichte der ״Protokolle“ bildet überhaupt bei den Gewährsmännern ihrer Echtheit eine der schönsten Stellen. Einer der Herausgeber, zur Beek, berichtet v!>11 der Bestechung eines Juden, der das Vertrauen der obersten Leitung genoß, zum Verrat, während der Herausgeber Fritsch behauptet, die ״Protokolle“ seien von der russiselten politischen Polizei anläßlich einer Haussuchung in einer jüdischen Wohnung in Ru Aland beschlagnahmt worden. I:s handle sich um eine hebräische Urschrift. Die Herausgeber Lambelin und zur Beck sprechen von einer fr anzösi sehen Urschrift. Das 1804 erschienene Buch des Nichtjuden Maurice 10 f v ״Dialogucs aux Eiders entre Marbi.ml t׳t Montesquieu“ bildet das wichtigste Beweisstück zur Beurteilung der Hauptfrage nach der Fälschung der ״Protokolle“. Die Schrift von Joly bildet eine Kritik der Politik Napoleons 111. Die ״Protokolle“, die aus dem Jahre 1897 stammen sollen, weisen für jeden unvoreingenommenen Leser eine unbestreitbare Aelinlichkcit und Verwandtschaft mit dem Buche Jolys auf. Alle wesentlichen Gedanken der ״Protokolle“ sind, und zwar in genau derselben Reihenfolge, dem Buche Jolys entnommen, dann aber je nach Bedarf erweitert, erklärt und, nur ausnahmsweise selbständig, sinnentstellend und /werkbewußt fälschend erörtert. Die Fälschung verrät die Hand eines gewissenlosen, oberflächliehen Plagiators und Fälschers, der sich nicht einmal die . bescheidenste Mühe gibt, die Spuren seines Diebstahls zu verwischen. Die Hauptflilschung bestellt darin, daß überall da, wo Joly in seinen ״Totcngcspröchcn“ Napoleon III., seine Regierung und seine Politik meint, ohne sie zu nennen, in den sogenannten ״Protokollen“ die Judensclialt der ganzen Weit an Stelle der von Joly gemeinten Personen und Verhältnisse unterschoben wird. In ihrer Verwendung und Benutzung durch die ״Protokolle“, gleichviel welcher Urheberschaft und Ausgäbe, sind die ״Totengesprächer‘ Jolys gewissermaßen mit einem Stück Stramin zu vergleichen, auf dem das Stichmuster in seinen wesentliclmn Uinrißlinien vorgezcicluict ist, bei dem sich jedoch der Sticker hcrausnimmt, die Einzelbeiten der Formen durchaus willkürlich, seinen Sonderabsichten gemäß zu gestalten. Seit dem Zusammenbruch des zaristischen Rußland besteht der Zweck der ״Protokolle“ darin, die Öffentlichkeit aller Länder zu überzeugen, die gesamte Judenheit unterstehe einer geheimen, nichts weniger als die Weltherrschaft mit . allen, auch den verwerflichsten Mitteln anstrebenden Oberleitung. Diese Anklagen sind so ungeheuerlich, daß man voraussetzen dürfte, diejenigen, die sic erheben, seien davon restlos überzeugt, und auch namentlich in der Lage, die Beweise der Echtheit der ״Protokolle“ zu erbringen. Dieser Mühe unterziehen sich die Herausgeber nicht aus Gründen, die nach dem Obengesagten ohne weiteres klar sind. Auf Grund von Urkunden steht fest, daß die Sammlung von Grundlagen für die Fälschung der ״Protokolle" bereits im Jahre 1884 begann. Fs besteht jedoch die Wahrscheinlichkeit, daß die Sanimclarbeit der russischen politischen Geheimpolizci, der Ochrana. schon früher begonnen hat. Als erwiesen ist zu betrachten, daß die ״Protokolle" in ihrer annähernd endgültigen, französischen Fassung unter der An* leitung Ratschkowskys, Leiter der russisch-politischen GeheimpolUef im Ausland, im Jahre 1905 in Paris angefertigt und später noch ergänzt wurden. Die Fälschung diente lnfernen russischen Motiven und sollte dem Zaren beweisen, daß di« J ti 11 e n es seien, die sich gegen die da* malige russische Stnatsverfassung verschworen und die judiscltc Weltherrschaft angestrebt Hätten. Dntnit sollte dem Zaren wcisgemacht werden, daß die russische Bevölkerung mit seinen Regierimgsiiietlioden angeblich zufrieden sei. Die an der Aiifrcchtcrlialtunp des Absolutismus interessierten Kreise wollten verhindern, daß der Zar auf den Gedanken komme, Reformen ein/11führcn, die ihre Macht hindern konnten. Der Falscher Ratsclikowsky ist eine düstere Gestalt, der erwiesenermalten auch in anderen Fällen vor Fälschungen und I rovokationen nicht zurückschreckte. Der Text der ״Protokolle wurde dann später noch von S. A. Niius erweiternd gefälscht. Die Frage, ob Beweise vorlicgcn, daß die ״Protokolic“ gefälscht worden sind, muß bedingungslos bejaht werden. Der Sachverständige stellt in Ucbcrcinstimmimg mit einer im Jahre 1921 von der ״Times“ durciigcfnlirtcn Unter- Stichling fest, daß die ״Protokolle“ judcnfcindlichcn und anderen politischen Zwecken dienten. Die Erreichung dieser Ziele wäre ohne die ״Protokolle“ nicht oder mir In viel geringerem Maße möglich gewesen. Sie hüten den Anlaß zu Judenpogromen und schürten im Volke, auch außerhalb Rußlands, den Haß gegen das Judentum. Die Verbreitung dieser Schrift hat also überall, wo sic sich auswirkte, furchtbare Folgen gehabt. Nicht eine einzige Behauptung der Befürworter der Echtheit der ״Protokolle“ hält einer unbefangenen, ernsthalten Prüfung stand. Uebcrall, wo der Wahrheitsbeweis versucht wird, verwickeln sich die Beweisführer in Wider- Sprüche. So oft es gelingt, einen Gewährsmann fcstzuhaltcn, erweist er sich l>ci näherem Zusehen als ein Mensch von recht zweifelhaftem Wert, wenn nicht gar als Berufsfälschcr oder Verbrecher. Außer der bereits erwähnten Hauptquelie der ״Protokolle", dein Ififtl erschienenen Buch von Joly ״Dialogucs aux Enfers entre Machiavel et Montesquieu“, ist als wesentliche Quelle u. a. der Roman ״Biarritz“ des antisemitischen Schriftslrllcrs Go eil sehe, genannt Sir John Rcteliffc, Im Abschnitt ״Der Judenfriedhof zu Prag“ zu bezeichnen. Dieser Roman erschien bereits im Jahre 1868. Der Sachverständige kommt zu dem Schluß, daß die ״Protokolle“ in literarischer Hinsicht unter den Begriff der Schundliteratur fallen, und zwar unter jene besono'crs bedenkliche Art dieser nach Berner Gesetz verbotenen Schriften, die durch verleumderische Untcrschleb u n g bewußt darauf ausgehen• die Leser zu verrohen, Sittlichkeit und Rechtssicherheit zu erschüttern, gröbliches Aergernis zu erregen und das Schamgefühl wie das Gewissen Ihrer Leserschatt dermaßen irrczulühren und zu betäuben, daß sic sich zur Begehung rechtswidriger Handlungen bereitfinden können. In einem besonderen Abschnitt des Gutachtens behandelt der Sachverständige die Frclinaurcr-Frogc, ittsbesondere die Frage über die Zusammenarbeit der Freimaurer- Logen mit der behaupteten sogenannten ״geheimen jiidisclien Regierung“. Dabei kommt das Gutachten zum Schluß, dal! für ein solches Zusammenwirken nicht die gering sten Anzeichen vorhanden sind. Gutachten von Prof. Baumgarten Das von Prof. Baumgarten abgegebene Gutachten gelangt gleichfalls zu dem Schluß, daß die ״Protokolle“ eine unzweifelhafte F ä I s c 11 u n g darstellcn und von vornherein als solche konzipiert wurden. ״Die angeblichen Enthüllungen, die uns In diesem Elaborat gemacht werden, sind ein Märchen“, so schreibt Prof. Baumgarten, ״das läßt sich mit dem Grade von Bes t i m m t h c 11 sagen, über den eine gerichtliche Feststellung kaum je hinausgehen kann, und auch nicht hinauszugehen von der Farbe. Sic __ Verbindungen und ihrem Einfluß auf den Lauf'dcr^ni'''"■ aber von der Gelteimverblmlung, die nach den ״Protnl!״ das eigentliche geistige Zentrum der gesamten modernen r scliklilc bilden würde, schweigt sie,.. Wenn die Oil■ rcglcrung der ״Protokolle“ wirklich existierte, müßte 5' gesamte moderne Geschichte umgeschrieben werden 1• sina die ״Protokolle“ seit etwa 15 Jahren urhl et orbl kannt geworden, und kein Historiker von Rang hat* Ihnen Notiz genommen. Das kann nur daran ließen a,» *? Geschichtswissenschaft die Erzählung der ״Protokolle״ P eine offensichtliche Fabel hält, und wenn wir der Wh ״ schalt nur überhaupt etwas glauben wollen, werden diesem Urteil anzuschließen naben. ®י Die vom Gericht gestellten einzelnen Fragen werde!, ■ dem Gutachten dahin beantwortet, daß die ״Protokolle* י׳" Fälschung und ein Plagiat seien. Bezüglich d7 ״' Ziehungen zum Baseler Zionisten-Kongreß 1897 heißt dem Gutachten: ״Die ,Protokolle‘ stehen zu diesem Kon״ nur insofern in Beziehung, als die Verfechter ihrer Edile, tim die jüdische Gehcimvcrsciiworung mit einer greifkr ' historischen Erscheinung zu verknüpfen, die Behauptuna ״a stellten, die in den ״Protokollen“ erwähnten Sit/mieen 1897 während des Zionisten-Kongresses in Basel ab«y£ worden. Tatsächlich besteht nicht der geringste »f* h a 11 s p u ״ k t dafür, dal) die Kongressisten oder ein Teil VJ ihnen irgendwelche andere Sitzungen abgchalten hätten!ן die bekannten öffentlichen. In diesen hat man sich «w nichts anderem beschäftigt als mit den unter den Zionismus bekannten Bestrebungen, die etwas gänzlich M(je res sind, als die Machenschaften und Pläne, auf die!j;c die Protokolle beziehen, ja, zu den letzteren geradem « *chartern W i d c r s n r u cli e stellen.“ Zur Frage, ob die beanstandete Schrift unter den Begriff ״S c h u n d I i t c r a t u r“ falle, äußert sich der Gutachter u! folgendermaßen: ״Eine Ausgabe der ,Protokolle‘ verdient e! als Schundliteratur bezeichnet zu werden, wenn sie ahnt eine objektive kritische Würdigung der Echtheitstrage di! ,Protokolle‘ unter das Publikum bringt.“ Nach Zitierur einer Stelle aus der Einleitung einer der Ausgaben, in der r »1. a. heißt: ״Das Judentum darf nicht länger unter uni duldet werden. Es ist eine Ehrenpflicht der gesitteten Natio• iten, dieses räudige Geschlecht aiiszuschcidcn, da es sch« durch seine Anwesenheit alles verpestet“, erklärte der (W achter, der Herausgeber habe das Gegenteil dessen getan, wozu jemand verpflichtet wäre, der mit der Möglichkeit de! Echtheit der ,Protokolle‘ rechnet, nämlich sie ab bedeutunip. volles historisches Dokument in objektiv kritischem Oe« und mit Verantwortungsgefühl zu behandeln. Der Herausgeber habe ״die besonderen Anstandsrcgeln verletzt, die auch für geschichtliche Schriftstücke bestehen, er hat zudem in de? Art und Weise, wie er auf Grund der ,Protokolle' das ganze jüdische Volk verurteilt, die allgemeinen Anstandsregeln lind das Gebot der Menschlichkeit außer acht gelassen.“ Daher *cl die Ausgabe als Beitrag zur Schundliteratur zu bezelchnca Eine eingehende Betrachtung widmet Prof. Baumgarin den durch die Eigenart des Diaspora-Schicksals hervor• gebrachten jüdischen Besonderheiten und führt vom Antisemitismus, der bei seinen Vorwürfen von diesen Erscheinungen ausgeht, folgendes aus: ״Der Anti semitismus als feindliche Einstellung gegen ein ganzes Volk wegen gewisser ihm ztikominender Charakterziige ist mein« Erachtens prinzipiell ungerechtfertigt. Alle großen Kultur• Völker, zu denen das jüdische Volk unstreitig gehört, haben neben den eigentümlichen Vorzügen, denen sic ihre ge scliichtlichc Bedeutung verdanken, auch ihre Defekte Un Einseitigkeiten. Entstellt eine ״Phobie“ gegen eia Volk, so beruht sie nie :imsscliließlidi, aber wohl »tel» mm Teil auf der richtigen Erkenntnis und falschen ausschki! liehen Betonung der Schattenseiten seines Charakters, Ins®• fern kann man mit Schopenhauer sagen, daß alle Nationen schlecht voneinander reden und alle recht haben, insofern kann man auch sagen, daß der Antisemitismus nicht ohne berechtigten Kern ist. Wie unrichtig jedoch ein Gesa urteil ist, das über dem Schlechten das Gute außer a<h läßt, wird deutlich dadurch exemplifiziert, daß eine scharfe negative Kritik, wie man sie dem iikJischen Geiste zum Vorwurf macht, wenn sie einesteils bisweilen wertvolle Keimt an der Entfaltung hindert, so andernteils für den Fortschritt der Wahrheit unentbehrlich ist.“ Von der Hebräischen Universität Jerusalem, 29. Oktober. (JTA.) Anläßlich der Eröff• nung des Wintersemesters an der II chräischcn Universität Jerusnlcin hielt Universitätskniizlcr l)r. J. L, Magucs eine Ansprache, in der er auf die Erweiterung des Gelelirten-Stabcs, sowie auf den Ausbau der verschiedeneu Umversitätseinriehtungen hinwics. I)r. Magnes gab be• kannt, daß zu den dem akademischen Lehrkörper bereits angeiiörenden zehn Gelehrten aus Deutschland weitere sieben früher in Deutschland tätig gewesene Gelehrte hinzu• kommen, und zwar Prof. Julius Guttmann aus Berlin, der die Lehrkanzel fiir jüdische Philosophie übernimmt; Prof. Richard Köbner aus Breslau als Inhaber der Lehr• kanzel für Gesellichte der Neuzeit; Dr. Jacob Hans Po• lotzky aus Berlin als Acgyptologe; Dr. Günther Wolf* soll 11 aus Berlin als erster Assistent des physikalischen Instituts; Prof. Ludwig H a I b c rst ad t er aus Berlin als Professor für Radiobiologie; Prof. Ernst Wertheimer aus Halle für pathologische Chemie und Physiologie und Dr. Lconid Doljanski aus Berlin für Zcllphysiologic im Zusnmmcnhniig mit der Errichtung des neuen Krebsforschung«• Instituts. Außerdem sind Verhandlungen im Gange, um weitere jüdische Gelehrte aus Deutschland für folgende Fächer zu gewinnen: Physiologie — liier ist zu hoffen, daß der ehemals in Berlin und jetzt in Corncll (USA.) tätige Prof. Kurt Lew in eine Berufung annchmcn wird —, Agrarpolitik, physikalische Chemie und theoretische Physik. Besondere Mittel wurden fiir Forschungsarbeiten auf zwei musikalischen Gebieten, traditionelle Melodik auf Grund der biblischen Texte und außereuropäische Musikkunde, gestiftet. Ein hervorragender jüdischer Musikforschcr aus Deutschland ist aussichtsreicher Kandidat für eines dieser beiden Fächer. Ferner wurde ein Amerikaner, Dr. Alexander M Duscht• aus Chicago, als Dozent für Erziehungsmethoden für die « bildende Abteilung fiir Erziehung gewonnen. Dem Univew׳ tatskörper gehören nunmehr endgültig Prof. Harry Tor c z y n e r (Hebräische Sprache), Prof. A. F r a e n k e I Mathematik) und Dr. E. Alexander (Physik) an, der« Berufung durch den Kanzler vom Kuratorium formen ge• nehmigt wurde. Dem akademischen Lehr- und Fo^chungj stab der Universität gehören 80 Personen, unter ihne Professoren, an. ' , _ Sodann kündigte Dr. Magnes die Ernennung einer K« von Assistenten an den geisteswissenschaftlichen und ״>' ' wissenschaftlichen Abteilungen der Universität zu D?J* ' ten an. Neue ehrenamtliche Eunktionärc der Universität s*״ Salman Schocken, der dem Kuratorium angehort un Ehrcnschatzmcistcr der Universität ist; ferner Richter u Fruntkin, der einzige jüdische Richter am Obersten 0 richtshol Palästinas, und der Chefredakteur des ' Bcrl Katzcnelson, beide Mitglieder des Kurator« ׳ Univcrsitütskanzlcr Dr. Magnes wies auf die w stehende Eröffnung der Fakultät für Bodenkul« ׳ den Beginn des Baues des Roscn b 1 o0m•׳ףיca , ha us cs als Heim der geisteswissenschaftlichen rakult« die Notwendigkeit des Zubaues von D c p ot r ä u mcn . . die Unterbringung der 300 (XK) Bände der der Um''«״ ’ angcschlosscncn Natio 11 albibliothek hin. Wc1tcf Dr. Magnes mit, daß Jacob O. Epstein in Baltimore•«»! Innd (USA.) eine Stiftung von 50 000 Dollar für die Univcrs gemacht hat, und daß Herr und Frau Felix Warburj Tilgung von Schulden 9240 Dollar zur Verfügung יי Gesuche um Immatrikulation für das ס«» Jahr 1931/35 haben unter Beifügung von Zeugnissen ״״ Ihre Vorstudien über tausend Bewerber ang««• AUSSTELLVNG IM 1.STOCK f. ö-l'! י- <»i'!ן 11 י K Ä ן;\; ן; י־ ״ ׳1ו;