Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 87 (30.10.1934)
- Date
- 1934-10-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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0 ldi> cLz^t 5244^2^4? für SuMbai, 3. November ^othe״ab״hnlW -CM• Sara״ n יי־/ ק! ך? ך! / ' 1 1 •*p ן*י*ן ן»ן ץ־י׳-׳ן ן־ן ^יץ A״" *f ץי־י"־/ V,, jjic Sidr* gliedert sich in folgende Teiles ן Per Grabkauf Abrahams. II. Die Brautwerbung für Isak.; |||. Die Staminesgcsebichtc Ismacls. Zu I. Der erste Besitz Abrahams in Kanaan wird kauf- ,!,h erworben. (Vergleich mit heutiger Zeit.) Das Grab . L! seine Pflege bei den /״den. Grabkunst und Qrabin- “hriften. Silbe R. Bernstein.Wischnitrer in ״Der Jude,״ ״;lil■ Alte F'iicdhofskunst. Die Hetitcr und ihre Kultur. Die , Rolle des Tores im alten Kanaan (Parlament, Börse, Markt). ־ Zu II. nie Frau wird aus dem eigenen Stamm ge- I ^ch(. (Stellung zur Mischehe!). Die Gesichtspunkte für ke tiattenwahl. (Die Probe fclicscrs.) Künstlerische Analyse \ ,jjtscs Kapitels, der dramatische Aufbau der Erzählung. Zu 111. Die Stammcsgeschichtc Isinaels als Ausgangsun|<t für eine Behandlung des jüdisch-arabischen Problems. tc Stellung der Thora zu Ismael. Siehe Genesis Kap. 17 , ycfS |8 23; Kap. 21 Vers 9 -21, Als Literatur ist in erster Linie wieeier der Genesis- Kommentar von B. Jacob, Verlag Schocken, zu empfehlen; daneben: Gunkel, Genesis. daneben: dtichlcbfe ] Fortsetzung der Israelitischen Frühgeschichte ohne Berücksichtigung der Sidra, die dafür nicht ergiebig ist. Im An.cliInf! an die frühen Wanderungen die Wanderung nach Aecvptcn, der Aufenthalt dort und die Figur des Mose als politischer und religiösen Führer. — Literatur hierzu: Aiilicr Duhiiov, Oraetz usw. für die ßritßcrcn Gemeinden, ji (lenen reichliche Bibliotheken vorhanden sind: Kittel, Geschichte, Jirku, Geschichte des Volkes Israel, Jampcl, Vorffsrbiehtc Israels. Für Klcinßcmclnden und Gruppen mit geringen MiLcIn: Mcinhold, Geschichte des Volkes Israel (Sammlung Wissenschaft und Bildung, Mk. 1.25,). Lehmann- Haupt, Israels Geschicke im Rahmen der Weltgeschichte (Sammlung Rcligionsgcsch. Volksbücher, Band 1, J. C. B. Hohr, etwa RM. 1.20). Bcnziriger, Geschichte Israels (Sammjung fiöschcn, Nr. 231). Leider sind die jüdischen Arbeiten flir die Frühzeit spar- Ith. Bet den hier zitierten protestantischen höchste Vorsicht cor Uebcrspit/ung der kritischen Qucllenbcwcrtung. 2. Beginn eines Cyklus: Geschichte In Biographien. 1. Mose. Literatur: außer den biblischen Berichten alle Midraschsimmlimgen. Wenn vorhanden: Edmond Fleg, Moses. Hugo Bergmann, Worte Mosis (Verlag Bruns, Minden 1913). Sehr brauchbar und billig: Birnbaum, Moses. Wenn vorhanden: Kittel, Gedanken und Ciestalten im alten Israel. Ehrenpreis: Propheten 11. tiottesm:inner. Greßmann, Moses u. seine Zeit; Volz, Moses u. sein Werk. (Das Thema Mose ist von allen kiten her so ergiebig, daß auch auf mehrere Sabbate hin «ne Arbeitsgemeinschaft eingerichtet werden kann. Es kön- »nt dann nuTircre Referate übernommen werden, welche die mschicdcncn Seiten der großen Gestalt beleuchten: M. als politischer Führer. — M. als Religionsstiftcr. — M. in der jüdischen Volkssagc, — M. in der künstlerischen Gestaltung (Plastik, Malerei, Dichtung). ,alfiiflnakunde 1111 Anschluß an den Erwerb der Hohle Machpela: 1. Warum gibt «s im palästinensischen Gebirge viele Nöhlenhiklungen und welche? Etwas über Geologie Palästinas, (Vgl. die Hcrrmannschc Palästinakiindc und die geographisehen Schulbücher.) Nehmt eine geologische Karte Palästinas, icluillnicher, wenn vorhanden, im Jüdischen Lexikon unter Palästina.) Bei Göschen: Nr. 3-15: Hölscher, Landes- und Volkskunde Palästinas. Reist vom Toten Meer (voriger Schabbath) nach Hebron, ttihvcdcr quer von Engedi durch die Wüste oder zurück nach Jerusalem und von dort über Bethlehem! Der heutige Zustand jrtr Höhle; Juden der Zutritt verboten (Schilderung in Reise- י!Schreibungen). 2. Zur Lektüre für Jüngere aus PalästinarciscbücHcrn jtba: Salten, Neue Menschen auf alter Erde, Seite 195—203, w auch viele andere. Blättert in den jeweils vorhandenen pich. 3. Hebron als Judenstadt: Altertum: (Abraham — Kundschafter und die Enakspme von Hebron |!V, B. M. 14, 231, Josua 14, 12 usw. -). ' David in H. (II. Sam. 2, 3; 4; 5, 11; I. Kön. 2, 11; usw.) »6Siedlung n«ch der babyl. Gefangenschaft: (Nech. 11, 25).!,.Ntuzeit: Zahl immer geringer. 1890: 1496 Juden, l «2: 430 Juden, 1929:, Pogrom und Auszug der Juden. Uklüre Die von der Berliner Zionistischen Vereinigung ins Leben gerufene ״Jüdische L c h r s t ä 11 c C h. N. B i a 1 i k“, auf deren Bedeutung wir schon hingewiesen haben, ist nunmehr eröffnet. Das Interesse der Berliner Juden an dieser ■ ,v.:!'tc ^rr, Vermittlung jüdischer Bildung und jüdischen ■ Wissens zeigte sich bereits bei der Ltöflnungsvcranstaltung, die um vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Kundgebung im ßrüdcrvcrcinshaua erfolgte. Der überfüllte Saal vermochte die Erschienenen nicht zu fassen, so daß cs vielen Hunderten nicht mehr möglich war, Einlaß zu erhalten. Ans allen Schichten der Berliner Judenheit setzte sich die aufs lebhafteste interessierte Versammlung zusammen, und besonder» die Jugend war sehr stark vertreten. Als auf der mit dein Bilde Bialiks geschmückten Bühne die Redner des Abends, unter ihnen Kurt Blumenfeld, der zu vorübergehenden! Aufenthalt aus Palästina in Berlin ciugctrof len war, Platz nahmen, wurde besonder» Blume״fehl mit lebhaftem Beifall begrüßt, der sich zu Beginn seiner Rede zu einer starken Ovation steigerte. Die Kundgchung wurde mit Bialiks ״T cchcsakna“ eröffnet, die von den Versammelten stehend gesungen wurde. Hierauf ergriff der Vorsitzende der B.Z.V., Rechtsanwalt Benno Cohn, das Wort zu einer Begrüßung, in der er die Schaffung eines eigenen Biidimgsinstituts seitens der zionistischen Bewegung würdigte und Zielsetzung und Programm der Lchrstättc behandelte. Seine. Ausführungen wurden durch eine Ansprache von Scew Orbach ergänzt, in der die besonderen Aufgaben der ״Schule der Jüdischen Jugend" dargcstellt wunden, die seit kurzem der Lchrstättc angcschlosscn ist. Im Mittelpunkt des Abends —• und gleichsam als Motto für die gesamte Arbeit der Lehr tnttc gedacht — stand ein Vortrag von Kurt Blume nie Id über das Thema: ״Ku I tur und Nation“. Bluincnfeld behandelte in ebenso klar aufgrbauter wie meisterhaft vorgetragener Rede dieses Grund- Sroblcm einer jeden nationalen Bewegung und damit auch des ionismus und verstand es, die an vielen Punkten schwierigen Gedankengänge dem Publikum plastisch nahe zu bringen. Dazu trugen die Fülle der Beispiele aus Literatur, Geschichte und Leben aller Völker bei, mit denen er seine Rede durchsetzte und die immer wieder die Beziehung von der Theorie zur Wirklichkeit des Lebens!!erstellten. Der erste Teil seines Vortrages zeigte, welche Bedeutung die Nation für die Entstehung und Entfaltung der mcnschliehen Kultur überhaupt besitzt. Die natürlichen Verh.ütnisse, in denen der Merisel! lebt, und die Nation als das Bett, das sic umfaßt, sind der Träger der Kultur, die — wenn sic echt und wertvoll ist - - gerade in ihren Großlcisfungeu in übersehbaren räumlichen Verhältnissen entstanden ist. Blumen feit! belegte diesen Satz durch Hinweise auf die Entstehung der biblischen Erzählungen, auf die großen Dokumente der klassischen griechischen und römischeu Literatur und andere Meisterwerke der Weltliteratur. In all diesen Erzeugnissen des menschlichen Oeistes tritt der einmalige Dutt der H ei 11! a 11 i c 11 k c i t auch 11ns lleutigen noch überwältigend entgegen. So enthüllt siel! uns die Besonderheit einer Welt, die in allem von der unsrigen verschieden ist ״- lind doch fühlen wir in ihr das Allgemeingültige, wir fühlen, daß wir selbst mit allen unseren Problcmcn uns in ihr spiegeln. Ewige Werte der Kultur entstellen dort, wo der Zusammenhang des schaffenden Menschen mit seinem Volk und seiner Vergangenheit besteht. Eine Weit dagegen, die ״nivelliert“ wäre, müßte veröden. Bei allen normal lebenden Völkern ist nun die Kultur und ihre Entwicklung gesichert, selbst dann, wenn ein Oeschlecht behauptet, cs gäbe keine spezifische nationale Kultur, lieber alle Meinungen hinweg tragen die Menschen eines Volkes ihre Art mit sich, und nicht nur die Spitzenleistungen des menschlichen Geistes sind national bestimmt, sondern ebenso sehr der ganze Stil des alltäglichen Lebens. im Sommer eine Wiese als Sportplatz hergerichtet, jetzt zum erstenmal in Stargard durch die Jungens eine Sukkah errichtet usw.“ Dem Stargarder Bcschäfligungsplan für das Winter- Halbjahr entnehmen wir, daß der Schabbath folgerdermaßen begangen wird.■ Vormittags Gottesdienst in der Synagoge, anschließend im Schutzimmer ״Eine Stunde jüdisches IVfssen und lebendige jüdische Geschichte", geleitet von Rabbiner Dr. Silberstein. Nachmittags finden dann Gesangstunden, sowie andere gemeinsame ßcschd/Kgunger» statt, darunter B. die Chanuhkah-Vorbereitung. tden Schabbath -J 1־ ־ v«iag). - ״״»״״״״״״. die Schabbath-Gedichte von Je• ,Ma Halewi, übers, von Franz Roseniweig (Schockendie an die Leser der ״Jüdischen Rundschau" ge- Dik 1׳? Aufforderung, sieb hei der Ausgestaltung dieser Wk aktiv zu beteiligen, sind uns eine ganze Reihe von Zusdirifien ,Einen Brief von Gemeinderabbiner Dr. Kober, ו י»"'i"j■ ,',"י bereits in der vorigen Ausgabe (Nr. Sb) j ״ »fMischen Rundschau" veröffentlicht. Wir erhielten fer- I o׳tc 00a dem Oberrat der Israelitischen Rcli-!״Sc/*aft IV4rf tembergs verfaßte und 1 7 pmc,ndcn versandte Anregung, die im wesentlichen IC/ hinanslii»fl, *״» Anschluß an den Vormitiagsgottesfi{״ Nachfeier zu veranstalten, bei der religiöse Ge-; Jnr,,י bemirath) vorgetragen und eine jüdische Erzählung \ tJt <’sr" werden soll, ferner Vorlesung aus dem Bibel- 1 **abschnitt mit kurzer Ausdeutung,!»ל° "ז den übrigen uns zugegangenen Zuschriften erwäh- I!y:™!r: hier Jugenddezernent des Kulturausschusses der!Cu״Gemeinde Stargard in Pommern, Herr Paul j "״״״Hier, schreibt uns u. a.r ly״’ wird Sie interessieren, wie ich hier in der Demeinßc Stargard versucht habe, für die Jugend;tMci״ u schaffen, das den bisher ganz verstreuten Kindern 5bt ״״״«* Fühlen und Denken und damit Selbstbewußtsein kleine Gemeinde mit etwa 70 Haushaltungen > ,erteilt , Köpfen ist innerjüdisch nach allen Richtungen f(סי,;«,.(, taher war nur eine überparteiliche Gemeinschaft 1 ÄÄ-‘ ״*rden durch diese J. J. (Jüdische Jugend-! F׳r htiJUH ״twa Kinder von 5 bis 1'2 Jahren. Ich habe >441•;, c1 jetzt sämtliche Gemeindekinder dabei sind tttude und großes Begeisterung kommen. Wir hatten Herr Lehrer J, Raphael, Beckum, schreibt uns u. a.: Am Schabbath nahm sich der jüdische Vater seine Kinder, der religiöse Führer seine ihm überantwortete Jugend vor, um fcst/ustcllen, welche Fortschritte im jüdischen Lernen der abgelaufencn Woche zu verzeichnen waren. Der Vater ״verhörte“. In diesem alt jüdischen Begriff des ״Ver höre ns“ lag unendlich mehr verborgen als eine pädagogische Zufälligkeit. Erst dieses .,Verhören" am Schabbath rundete und vollendete das in der Woche Gelernte und ordnete es gleichsam ein in Familie, Häuslichkeit und Leben. Die Idee des ״Verhörens“ müssen wir heute neu auflcben lassen. Nicht steht mehr das jüdische Haus im Mittelpunkt der Ausgestaltung und wirklichen Wicdercrobcrung des Schabbath, — so muß der Oneg Schabbath diese Einrichtung übernehmen. Wesentlich wäre es gewiß, wenn der Oneg Schabbath nicht allein eine Aufgabe der Bünde bleiben, sondern wenn ihn jede Gemcinde zu einem unbedingten, sehr bestimmtc n Teil ihrer jüdischen Gesamtaufgaben und ihrer jüdisch-erzieherischen Leistungen auswerten würde. Ein Oneg Schabbath, in dessen Verlauf auch die Jugend zu einem wesentlichen Teil einen Einblick in den gelernten jüdischen Stoff der letzten sechs Werkfage gewährt, führt allmählich zu jenem eigentlichen Sinn des Schabhath-Ocdankcns, der da in vorderster Linie die Festigung und Stärkung unseres jüdischen Fundaments, des Wissens und Geistes, fordert. J. Raphael. Der amtierende Rabbiner in Offenbach schreibt uns: Vor einiger Zeit forderte ich die hiesigen Jungens und Mädels, die fast alle am Schabbos dem Gottesdienste und •der seit4—5 Wochen an ihn anschließenden Sabbatfeier beiwohnen, da nur noch kaum 10 ״/o von ihnen Simultanschulen besuchen, auf, mir schriftlich Vorschläge zur Sabbatausgestaitung zu machen. Aus der größeren Zahl der Briefe, die ich bekam, ging vor altem hervor, daß die Jüngeren (bis zu 12 Jahren ungefähr), Spiele, Singen, Vorlescn von jüdischen Geschichten oder Bibelerzählungen und Fragenstclien, die Aelteren, neben Wenn der Begriff der Wel t k u 11 u r als Ergänzung neben das Wort von der nati analen Kultur tritt, dann in dem Sinne, dah sie die Summe der höchsten nationalen Kulturleistimgen der Völker ist. Diese allerdings gehören allen Menschen, und es gilt daher der Satz: je eigentümlicher eine Kulturleislung ist, um so allgemeiner ist sie ins Bewußtsein der Menschheit gedrungen. Ls ist das Glück der nationalen Kullurcn, daß ihre Spitzenleistungen von den anderen Nationrn akzeptiert werden, ohne daß cs nötig oder auch nur möglich ist, sie ihnen zu ״offerieren". Damit wandte sich Biunmifeld den besonderen Problemen zu, die auf dem Gebiete der Beziehung zur Kultur für das jüdische Volk Geltung bähen, Er wies darauf hin, daß durch die Hebernahme von Begriffen und Erkenntnissen noch keine Kultur geschaffen wird. Die Juden als Volk sind wohl da, aber sic haben keine eigene Kultur mehr. Sie besitzen nur noch die funktionelle Kraft, die sie an fremden Kulturwcltcn geübt haben, wodurch so manche MißkLmgc im Zusammenleben von Juden und Nirhtjuden entstanden sind. In jener Zeit, als das jüdischc Buch die Gesamtheit der jüdischen Kultur umfaßte, weil cs seine höchste Leistung war, gab es daneben ein eehtes jüdisches Lebe 11, während jetzt vieles, was In unserer Literatur existiert, unwirklich erscheint. Aber auch die, die heule die Welt des Buches bei uns beherrschen, leben nicht mehr in dieser Welt. Jetzt, in einer Zeit der Krise, mochten viele einen kulturcllcn _ Inhalt ״hinzu/,luhcrn". Dabei begnügt man sich damit, ein ״limitiertes“ Judentum zu liefern, das die Menschen beruhigen soll. Wem cs ernst um das Judcscin ist, der muß die wirklichen Notwendigkeiten erkennen. Dann wird man der jüdischen Welt sagen: Wir sind eine Nation ohne die unserem Wesen entsprechenden kulturellen Inhalte, Wenn wir diese wieder schaffen wollen, stehen uns die Großen unserer Vergangenheit zur Seite. Darüber hinaus aber müssen wir wie alle Nationen eine Vorstellung van uns selbst und unserer Zukunft haben. Nur so können wir eine Welt schaffen, in der wir auf allen Gebieten unbefangen unser jüdisches Dasein erleben. Gewiß wollen wir als Träger einer Renaissancebewegung das Vergangene kennenltmen, denn nur, wer weiß, woher er kommt, weiß auch, wohin er geht. Aber dazu gehört untrennbar, daß durch die Be* Siedlung von Erc 7 Israel die Bedingungen geschaffen werden, die für die Erzeugung neuer kultureller Inhalte erforderlich sind. Der Aufhau verlangt zugleich eine Vor- Stellung davon, was Judentum ist und sich in ihm verwirkliehen soll. Wir beginnen den Aufbau in unseren Tagen mit dem ganzen Erbe und den Belastungen unserer Vergangenheit. Wir haben Vorstellungen von der Entwicklung unseres Werkes - - wirklich werden wird es vielleicht ganz anders, als wir es heute denken. Dort in Palästina ist heute noch das Chaos, das vor der eigentlichen Schöpfung liegt. Aber man emptindet dort heute schon, daß das l eben des Einzclnen nicht verloren ist, sondern sich in die Kette der lieberliefemng cinordnct, weil man hei den einfachsten Lehens- Verrichtungen auf jüdischem Boden steht. An die Stelle der Lohredner der Gegenwart sind in Palästina die Mahner der jüdischen Zukunft getreten. Wenn aus diesen Anfängen sich große kulturelle Leistungen entw ickeln, dann ist das,'׳;■‘ was dort entsteht, ein neuer jüdischer Beitrag zur Versittlicliung der Welf, In Palästina gibt cs keine fertigen Antworten auf die Fragen des Lebens; aber es gibt die Sicherheit, daß ein neues Leben entsteht, durch das die kulturellen Kräfte der jüdischen Nation wieder offenbar werden können. Wenn wir in Palästina in die Enge des eigenen Lebens hineingclien, so tun wir dies, um die Weite für große kulturelle Taten uns selbst zu schaffen. Blumenfckls Ausführungen wurden von der Versammlung, die sichtlich ergriffen war, mit stürmischem Beifall aufgenommen. Mit dem spontan angestimmten Gesang der ״Hatikwah" schloß die Kundgebung, die ein glänzender Auftakt für die Arbeit der ״Jüdischen Lehrstätte Ch. N. Bialik“ war. Liedern Diskussionen über jüdische Geschichte, Gegenwart*• fragen und bedeutende jüdische Männer, besonders Dichter, in Vorschlag brachten. Es wurden infolgedessen zwei Gruppen, dem angegebenen Alter entsprechend, gebildet und den Wünschen, soweit wie möglich, Rechnung getragen. In einem Oneg Schabbath der älteren Gruppe z. B. hat bereits ein Junge seine Ansichten über eine Gegenwartsfrage vorgetragen lind cs entspann sich natürlich eine lebhafte Diskussion, üelegrntliehe Berichte über meine Palästinarcisc finden besonders viel Interesse. Zum Rahmen des Oneg Schabbath gehören immer jüdische Lieder, bisweilen auch mal eine Horra. Rabbiner und Reiigionslcltrcr sind zwar zur Beaufsichtigung und gelegentlich auch zur Anleitung anwesend, die Vorträge selbst finden jedoch fast ausschließlich von Jugendlichen statt, da der Oneg Schabbath ja keine ״Religionsstunde“ sein soll. Die Beteiligung erfolgt mit großer Freude. Dr. H. Hei mann, gegenwärtiger Rabbiner in Offen bacH (in Vertretung dea in Palästina weilenden Dr. Dienemann). Die ״Thcodor-Hcrzl-Biographlc" von Alex Bein (die demnächst im Fiba-Verlag, Wien, erscheint) füllt eine Lücke in der zionistischen und historischen Literatur aus. Auf Grund der Kenntnis des gesamten schriftlichen Nachlasses und vieler anderer bisher unbenutzter Quellen (Wolffsohn-Archiv, Auto• grapbcnsammhing Schwadron und Her/Izimmcr in Jerusalem, Rathenau-Archiv in Berlin 11. a.) hat der Verfasser, ein Schüler Friedrich Meinckes, zum ersten Male die Entwicklung Hcrzls von seiner frühesten Kindheit bis zu seinem Tode gezeichnet, seine Jugend, seine schriftstellerische Tätigkeit, Ehe, die wichtigsten Pariser Korrespomlentenjahre mit dem Erlebnis dea Dreyfus-Prozesses an ihrem Ende (darüber werden Herzla Originalbelichte mitgetcilt), das Wachsen der Judenstaats• gedanken und die Durchführung und Ausgestaltung der Pläne, die Verhandlungen mit den Mächten, vor allem mit dem Großherzog von Baden, dem deutschen Kaiser (Palästinareist und Empfang in Jerusalem), mit der englischen Regierung, über die neue Dokumente mitgetcilt werden. Dazu die Kämpfe mit den innerpolitischcn Gegnern, die Geschichte und der Ablauf der Zionistenkongresse: ein fesselnder und erregender Lebens* *blaut und ein großes Stück jüdischer Geschichte, in die auch die Weltpolitik hineinspielt. Vertonung Wolfskehlscher Gedichte. Wilhelm Waith e f,- Darmstadt, teilt uns mit, daß er zwei Gedichte von Kan Wolfskehl, nämlich ״Vom Nebo“ und ״Wir sind gewandert zum Abend nieder“ vertont hat. Die Noten aind im Verlag, Anton Böhm & Sohn, Augsburg und Wien, erschienen. Preä je 1,20 RM.