Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 87 (30.10.1934)
- Date
- 1934-10-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 87, 30, X, 1934 Brzesiny, die .Stadt der Schneider Von M. Braun Wir setzen die Schilderung jüdischer Merkwürdigkeiten in Polen fort, die mit den Beitrügen ln Nr. 67 und Nr. 76/77. begonnen wurde: Red, Es ist nicht übertrieben, wenn wir kurz und bündig »*gen, daß die jüdische Bevölkerung des Städtchens Brzeziny vollkommen aus Schneidern besteht. Natürlich sind es nicht Schneider, die die Mode angeben und nach Maß arbeiten. Die Brzezincr Schneider, in Hütten wohnend, arbeiten auf Holz* puppen nach den strengen Regeln ihrer *pczialiderten Kunst. Ein Teil näht ausschließlich Westen, ein anderer Jscketts, Hosen, Mäntel. Am größten ist die Zahl derer, die ihr ganzes Leben lang dieselbe Naht steppen oder Knöpfe an immer derselben Stelle annähen. ,)f Es sind dies ganze fj , Schnciderfamilicn, die ein* JPjjPa»»-—* *eine Familie aus vielen Angehörigen bestehend, Bett- |r״?*R 11 ודו fr 1!mP 1■,%?׳ ־ CßA׳ jJ-'Ä gehörigen bestehend, lern ähnlich, angespannt ztf einer Arbeit, die mit Ptcnnigen bezahlt wird. Der Unternehmer vergütet für das Anfertioen einer Hose 5 -10 Pfennig, und in solch einer Werkstatt sitzen Greise, Kinder und Frauen. Die Zeit im Hause der arbeitenden Schneider gilt nichts, man schuftet vom Morgengrauen bis in die späte Nacht ohne Unterbrechung; bei einer größeren Familie wird in Schichten genäht, Tag und Nacht. In jeder Wohnung •ftzen gebeugte Gestalten über einer Hand- oder Fußnähmaschinc, Menschen, die mechanisch Knöpfe annähen oder mit einem Bügeleisen über ein Brett hin- und herfahren. Der aus Lumpen fabrizierte Stoff erfüllt den Raum mit einer schweren, bedrückenden l.uft. In den kleinen Zimmern, die zugleich Arb1־it«tube, Küche und Schlafzimmer sind, herrscht dauernd ein nervöses Hetzen, urn die täglich zugeteilte Arbeit bewältigen zu können, denn nur alleräußerste Anstrengung ermöglicht eine Existenz auf diesem Elendsniveau, das von Hunger und Obdachlosigkeit nicht weit entfernt ist. Mit dem Geräusch der Nähmaschine vermischt sich eine traurige Melodie, die ein blasser schwindsüchtiger Junge singt. Kleine Kinder kriechen auf dem Fußboden zwischen dem langen Tisch und dem Bett. Ein schmales Mädchen bläst aus voller Lunge in ein Pläftclscn, um die Holzkohle zum Glühen zu bringen, und versucht mit dem Finger, oh das Eisen heiß ist. Zum Unterhalten hat niemand Zeit; dafür ist der Schabbath da. Und heute ist Wochentag. im Haus gegenüber dasselbe Bild, ebenso im Nachbarhaus, in der nächsten Straße, in allen Straßen des Städtchen», ohne Ausnahme.... jede Woche holen die Unternehmer die fertigen Anzüge ab. Eine große Anzahl von Arbeit«- an Zügen geht nach Gdingen und von da nach Uebemc. Man kann nie dann bei den indischen Hafenarbeitern wieder* finden, *owle in allen englischen Kol3nien und Dominion*, beaonder! in Südafrik». , Die Arbeit der Brzezincr Schneider geht in die ganze Welt, von der die armen »chwindsüchtigen Spezialisten der Weiten und Hosen nicht* wissen. Nur »ehr wenige, die ״Aristokraten“ dieser Schncldcratadt, arbeiten für Konfektionsgeschäfte in dem nahegelegenen Lodz und damit für da* eigene Land. Der Rest! auf Gnade und Ungnade der Konjunktur «!!»geliefert, oder besser gesagt: den Unternehmern, *teht dem Leben hilflos gegenüber; aie haben keine andere Wahl. Erat in ,der letzten Zeit »pricht man immer mehr von dem Lo» dieser Armen in Brzeztny, und e» kann *ein, d«B die Brzezincr Schneider schon bald die• Vorteile einer Versicherung im Krankheitsfall werden genießen können. Die Tradition der Brzezincr Schneider i«t alt. Es gab früher bessere Zeiten, alt noch der Export nach dcmOafen da war, der mehr Verdienst brachte. Das heutige Städteben «׳artet auf ein glücklichere* Morgen, unentwegt arbeitendie Brzezincr Schneider bei dem monotonen Geräusch der Nähmaschine, die Augen ein• gefallen von den schlaflosen Nächten, halb betnubtvondem Gestank,der aus dem grauen Lumpenstoff aufsteigt. 1#)1 . ׳k ״v /. 1&x ״;'pmpi ß -j Mßriif ,wr™ W' Um «In alle» Buch Im ״Dawar" stellt der auch als Astronaut h,11״«״. Mitarbeiter dieser Zeitung David Sakkal Betrachtern״ ‘ zur deutsch-jüdischen Geschichte im Zusammenhang l'״ einem 1818 in Berlin gedruckten hrhräischrn Buch in p bandelt sich um das *ehr berühmte iilronoml■,! Werk ״Jcssod Olam" des Toledaners Rabbi |*aak das von B. Gold borg und R. Rosenkranz in einer 1״' schönen Ausgabe gedruckt und von David Ossel mit eine ausführlichen deutschen Vorwort versehen wurde. Das Weil l»t ״dem hochherzigen Kämpfer für Menschenrecht 1/5 Glatibenstrcue Sir Moses AtontcCiore und seiner Gattin 115’ Judith“ gewidmet. Montcliorc hatte liei einer l>urchr«j|1e durri Berlin im Sommer I81C1 die Widmung des Buche» tn1 gegen genommen. Die Vorbemerkung des Mllherausgek.,, Rosenkranz, spricht vor allem dem Freiherr« Alexander von Humboldt den Dank an», der sich für die Druckle,״»» diese« System• der Astronomie, das eine Darstellung*der jüdischen Zeitrechnung enthält, *ehr einsetzte sind 3«״. Fürsprache cs zu verdanken war, daß unter den Subskribe/ ten für das Werk an erster Stelle Friedrich Wilhelm iv von Preußen »teht, der sechs Exemplare subskribierte «6ti ferner der Prinz von Preußen, der Prinz Waldemir « der Prinz Adalbert mit je einem Exemplar. Die Druckleguiw des Werkes muß in der gelehrten Welt ziemlich beacht« worden »ein, denn unter den Subskribenten linden »ich 8 Sternwarten und Bibliotheken und 13 Professoren, danmter der Geograph Ritter, der Orientforschcr Schuhmacher der Theologe Ncandcr und Geheimrat von Schclling, 18 Rabhign •! haben auf das Werk subskribiert, darunter auf der eine« Seite Abraham Geiger, auf der anderen Seite der Daiuieer Rabbiner Israel Llpscliiz. Unter den Subskribenten fincL *ich Mose* Heß (Frankfurt), Gabriel RieBrr (Marabu״!; M. Steinschneider (Berlin), Z. Frankel (Dresden), I. M, j|,|!: (Franklurt), Michael Sachs (Berlin), Julius Fürs! (Leipzig) Adolf Jellinek (Leipzig), Isaak Bcrnays (Rabbiner Von H11! bürg). Jakob Eltlinger (Rabbiner von Alton«), Dr. Schm/ der den Moreh Ncwuchitn in* Deutsche übersetzt hat, Selig Cassel (der Bruder David Cassels, der spätere Pater Pm|wf Paul Mendclssohn-Bartholdv, der Vater des Komponhfra Rafael Kirchheim, der Prediger Dr. Salomon, der Erforscher de» Mittelalters Prof. Abraham», In dem Verzeichnis der Leipziger Subskribenten stehen einige Ostjuden, die offenbar zur Zeit der Messe dort subskribiert hatten, darunter Mim Kailir au* Brody, der Patron der dortigen Aufklärer, und E. Mandclstam aus Sagaren, der erste russisch-jüdische Sti• dcnt, der die Thora ins Russische übersetzt hat und ein russisch-hebräische* Wörterbuch schrieb. ״Kaum 90 Jahre sind seither verflossen. Hier stehen in einem Subskribenten. Verzeichnis alle Größen des deutschen Judentums in der Zeit •eines Sturms und Dranges, die Führer der Reform und der Emanzipation und der erste Verkünder des nationalen Juden■ tum» Moses Heß. Mit ihnen die Vertreter der groRen )4• dischen Familien und Nichtjuden, die Anteil an der Henuigäbe de* jüdischen Werkes in Deutschland nahmen. Hier auf dem Titelblatt des hebräischen Werkes und in der Vorrede des Herausgebers zeigen •ich Hoffnungen auf kulturelle Zusammenarbeit. Sind wirklich seither nur 90 Jahre Vergangen?“ Ein Schulmann Zum 70. Geburtstage von Dr. Meier Spanier (1. November 1034). Wer das schöne Buch des Sehalom Asch ״Der Trost des Volkes“ gelesen hat, »lern wird die Gestalt des Helden unvergeßlich bleiben: Rabbi Jcdiicls, des ״Psalmcn-Juden", der ans einem stillen, unscheinbaren Jungen durch alle Finsternissc des Lebens hindurch ohne vieles Grübeln und Klügeln, weit entfernt von öcmarah und Kabhalah, aber tict versenkt in die schlichte und großartige Welt der Psalmen zum ״Trost des Volkes“ emporwiiehst. Aber wenige wissen, daß mitten unter uns ein Mann lebt, dessen ganzes Streben und Wirken, dessen schlichte Festigkeit und ruhevolle Gewißheit seiner selbst den Wenigen, die eines tieferen Blickes in dies seltene Leben gewürdigt worden sind, erscheint, als habe hier das Urbild des Rabbi Jechicl, das sicher eine alte jüdische Volksgcstalt war, neue Verkörperung geiunden. So wäre «s — auch wenn nicht dieses Mannes liebste Arbeit und immer erneute Bemühung den Psalmen gegolten hätte. Das ist Dr. Meier Spanier, der m diesen Tagen seinen siebzigsten Geburtstag feiert. Meier Spanier entstammt jener wertvollen und unseren Feinden und Freunden meist ganz unbekannten Schicht des deutschen Judentums, die als Handwerker und Kleinbürger in kleinen deutschen Orten oder auf dem Lande lebte; sein Vater war, wie er mit Stolz erzählt, Klempnermeister, und eine Anzahl von Dokumenten, die er treu hütet, bezeugen, wie sich ein altes jüdisches Geschlecht von kerntesten Kleinbürgern tüchtig und friedlich durch die Jahrhunderte fortpflanzte. Rasch fand Spanier seinen eigentlichen!Wirkungskreis im Lehrberuf. Zuerst unterrichtete er in AItona und Hamburg, wo der Treueste seiner Freunde, der unvergeßliche Jakob l.oewenbcrg, eine Schule leitete. Dort tritt der für alles Schöne empfängliche junge Mensch auch einer Generation von deutschen Dichtern und Künstlern näher, die damals eine neue Kunst zu schaffen im Begrifft• war. Mit Detlev von Lilicncron, Gustav Falke. Otto Ernst und anderen verband ihn Freundschaft; dem Schwarzwäider Maler Hans Thoma hat er später ein Buch gewidmet, ebenso wie Gustav Falke, dem Lyriker. Mit dem Kunst- Pädagogen Lichtwark vereinigte er sich in seinen Bemühungen 11m den künstlerischen Bildschmuck der Schulen. Bald ging er von Hamburg nach Münster, wo er im Jüdischen Lehrer- Seminar eine Reihe von jüdischen Schulmännern ausbildete, die heute im jüdischen Leben eine wichtige Rolle spielen. Immer mehr füllt sich jetzt sein Arbeiten und Wirken mit jüdischen Inhalten. Von Münster holte man ihn nacli Berlin, wo er lange Jahre (bis zur Erreichung der Altersgrenze) die Mädchcn-Mittclschulc der Jüdischen Gemeinde in der Kaiser- Straße leitete und zu ungeahnter Blüte brachte. Noch im letzten Jahre, da er sich gerade zur verdienten, wenn auch nicht erwünschten Ruhe zurückgezogen hatte, wurde, dem Tätigen eine neue verantwortungsreiche Aufgabe zuteil. Eine Ktihe von Junglehrern, deren Arbeitsgebiete bislang jüd!'• schein Umkreise fcrngclcgcn hatten, führte er in die Weit unseren alten Schrifttums ein und erlebte mit eigener Bewegimg, wie manches Herz sich aufschloß für bisher unge• kannte Kostbarkeiten unserer jüdischen Vergangenheit. Seine nimmermüde wissenschaftliche Arbeit geht den typischen Weg eines jüdischen Gelehrten aus jener Zeit. Er beginnt mit Murners Narrenbeschwörung und Schelmenzunft, schreitet dann zu Vermittlergestalten wie Süskind von Trimberg und Glücket von Hameln (um nur einiges von seinen zahlreichen, immer gehaltvollen und streng fundierten kleineren Aufsätzen zu nennen), graut sich nicht vor ,dem Gift eines Pfefferkorn und seiner Genossen, Aber er landet schon in jenen Jahren bei den Psalmen, zu denen «r wohl auch im Leben immer wieder zurückkehrt wie In einen Hafen der Zuflucht. In einem schmalen, *her wiederholt ZWEI GEDICHTE Von Arthur 311b«rgl«lt m- Der Leuchter Ith bin hei Dir tur Nadil, Mil meinen •leben Ktrtan Half idt vor einem Herstn, Vor Deinem Heracn W»*i. Du aber fOhlal e* nicht. Wie ich mich Dir befehle. Es fließ( mein reines LldU Um Deine reine Seele. Wo efne Falte Ist, GlÄtF Id» mH lindem Lichte Sie Dir aus dem Gesichte, Dal Du voll Frieden bltt. Einem Käfer Du kleiner DlOfenherberistchllfer! O loldgeflecktcr Bergwaldkfifer, Juwel an Golfe» Hand, Erfasleil Du mich nicht geringer, Daß wie ein Ring um meine Finger Dein FQhlerkret» sich spannt? Ich ahne ml* In Sonnenatunden Dur* Dl* mtl meinem Gott verbunden. So daß I* nimmer weiß: Wo lat aetn Anfang T Wo »ein EndeT Von *einen fließt In meine Hdndc Ein bunter Ring und Kreis. aa1*aw1Msmna1HMtMa1m1Naaaa1wwaaMaMKMa1n1MMa11a«tm1a1ma1mnaMM11mMaa1aamaamaaM aufgelegten Büchlein ist er lenen Schöpfungen althebrälscher Lyrik mit dem ganzen Rüstzeug de* Philologen, aber auch mit dem ganzen Schönheitsempfinden des heutigen Mensehen, der seinen Goethe und Keller nicht vergessen hat, entgegengetreten — und hat reiche Ausbeute gefunden. Wieviele jüdische Lehrer haben für ihren eigenen Unterricht Wertvollstes aus Spanier» Kommentaren und Analysen gelernt! Die Sabbatseele, die ״Ncschamah Jetherah", die wir anderen ahlegen müssen, wenn die HabdaUhkerze strahlt und der Alltag beginnt — die ist diesem Mann« des Frleden* immer treu geblieben: selbst im Treiben des. Alltags, selbst im Drängen der Arbeit. Dadurch erklärt sich der ״Bannkreis der Ruhe״, der ihn umgibt und von ihm zu seinen Freunden herüberströmt. Und; daß die» unschiitzbare Erbteil seiner Geburt ihm noch lange Jahre erhalten bleibe, das ist der beste Wunsch seiner Schüler und Freunde am heutigen Tage. At 5. Ein Brief DIaliki über zionUtfiche Kulturarbeit ״Maarez“ veröffentlicht einen Brief Biillki in Dr. Da vid Roth blu m in Wien, datiert vom 15. Augu»t 1933, in welchem der Dichter bitter darüber Klage führt, daß die Kulturarbeit innerhalb der Zioimti• sehen Organisati oit bisher nicht di e gebüh• rende Stellung gefunden habe; ״Erziehung, Literatur, jüdische und allgemeine Wissenschaft sowie die Kunst müssen einen organischen, unabtrennbaren Teil der zlonUti- »־׳hen Arbeit bilden. Der Kongreß muß die Gründung eines Kulturfonds beschließen und darangehen, ein ausgesrbeitete» Programm von Kulturwerken durchnilührcn, darunter monumentale Werke von großem nationalen Wert. Solinje der Zionismus nicht die Kulturarbeit unter seine Tätigkeiten aufgenommen hat, fehlt ihm die Seele und der Lehensodem, Die zionistischen Führer sind tauben Herzens und tauben Ohres, sie haben nicht den Funken des heiligen Geilte» ki (ich, darum kann ihr Werk keinen Bestand haben, solange ihm der geistige Boden fehlt. Ich kenne in der Welt keine nationale Renaissance-Bewegung, die faktisch ao sehr jeden kulturellen Inhalt und jede geistige Grundlage vermissen laßt wie die zionistische Bewegung. Oie einzige Gruppe im Zionlsmus! die sich dem geistigen Werk nicht entfremdet hat, Ist die Arbeiterschaft, aber sie ist isoliert und ihr Zentrum liegt anderswo. Man muß auf dem Kongreß verkünd«, daß alle diejenigen, welche an der Jüdischen Kulturarbeit interessiert sind, einen eigenen Block bilden und daß sie ihr* zionistischen Steuern nur an den Kulturfonds und an keines anderen Fonds abführrn. Dazu sind wir vollberechtigt. *י• lange die zionistische Leitung dem Kulturwerk ihre Him verschließt. Der ncuzugrümkndc Kulturfonds muH in Jedem ftdlschcn Hause heimisch werden, besonders aber in den üdmehen Schulen In Palästina tmd im Exil. Dt* -chrer lind Schüler dieser Schulen sind die natürlichen Propi• gatoren dieses Fonds. Es muß ein Kulturpfinnig eingtfünit werden, den jeder Jude am Vorabend des Sabhat vor dem Lichferanziinden in sc,ine Büchse wirft. Die Woche vor dem Wochenfeste, dem Feste der Gcsct/csgchung, mnfi all »ul* turwochc festgesetzt werden und in der ganzen Oiaspora muß eine große Propaganda durchgeführt werden. Kurz, e» muß ein scharfer Strich gezogen werden zwischen Kultur■ zionisten und kulturlosen Zionisten und eine besondere fw• und starke Organisation geschaffen werden, die innerhalb des Zionismus ihren Oppositionskampf führen wird, solange 6״ die Zionistische Organisation reuig in sich gehen י™1’״ (Anmerkung der Redaktion: Unmittelbar nach Kriegs«:״״״ wurde 1919 unter dem Einfluß Ach ad Haitni in״1*״»״ der Zionistischen Exekutive ein besondere» Dczerna> ׳“' Kulturarbeit geschaffen, an dessen Spitze Dr. Schnm• iahu Lewin stand, und das seine Aufmerkssmkeit der M»• turarbeit sowohl in Palästina wie in den Galuth-Lindern wandte. Infolge Geldknappheit wurde jedoch diese» DM**״» nach einjähriger Arbeit geschlossen.) Die Entwicklung des Stadtteils H*r Haearmel In Halft hat es mit *Ich gebracht, daß ein Bedürfnis «ach Errichtung einer Apotheke entstanden ist, die nunmehr.geschälten wurde.. Inhaber :der neuen Apotheke find Apotheker. J, Lewy, früher Breslau, und Apätheker M. Wieiengrund, früher München, Jüdische Erfinder-Zentrale vorgeschlagen. Dr. Max Sei * mann, Wien, sendet uns einen interessanten Vorschlag.0 schon vor zwanzig Jahren von ihm zusammen mit ew'i; anderen Personen gemacht wurde. Es wird angereg׳, , Palästina ein Institut zu schaffen, das dem jüdls‘״ Erfinder dienen soll. Jeder Erfinder soll die Möglich" haben, frei zu arbeiten und das Institut soll ihm die Prיי ״״ , die Patentierung und wirtschaftliche Verwertung 1 Auf diese Weise würde Palästina einen Oewinn an hoch" gen immateriellen Gütern haben, die aich auch im )g, nalen Verkehr auswerten lassen. Der Vertaner forden tereasenten auf, aich mit ihm in Verbindung *״ '%» (Adrtsat: Dr. Max Seidmann, Wien XVIII, Hockeg׳׳״ ‘«״