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Jüdische Rundschau · 1934-10-30 · Heft 87 (30.10.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 87 (30.10.1934)
Date
1934-10-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Kr. 87, .0ד■ X■ 1934 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Re. 1PPC der gc«. n!?c. den mm. Ren, eine der der nden rate, «ndum Or. tern, ׳fien, iRtcn Be- 1» In Ichfc •US ha! fleh! er. 1 Oie) ו in tei- Das ihres r die 1403 derer r bc- «men «ich , die taub- ,,fhc und 8rig• einl an- ־tilicn ctähf Rf; 1 iruth ttef s»■-. ך״י>^ \\**~**/ ץ-*-־ /'S Vor der neuen Orangen-Saison Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw. 1״ Palästina sind gegenwärtig rund 2000 20־ Duntm «it Zitrusfr ichtcn (hauptsaciilich Orangen, außerdem Granefruits, Zitronen, Mandarinen) bcpflaiut, wovon sich etwa 1300W Du u m 11 נ j u d 1 ״ h cm Besitz befinden. An ge- (igaclrni Beden für Zitrus-Kullur sind in Palästina noch rund 350 00״ Dunam als ״Reserve״ vorhanden. Wie verlautet, werden in nächster Zeit von jüdischer Seite etwa 30 000 Dun am ״eu He p fl a r, / t werden, Von 1021 bis zur Gegenwart ist Palästinas Zitrus-Kultur an Flachenumfang fast auf das Siebenliehe gestiegen. Infolge dieser rapiden Expansion überwiegt ,m (icsamtbilde vorläufig noch der ״junge Pardess«. Zur letztühripen Saison waren erst 70000 Dunam, also rund 35״’» Jer damals vorhandenen Pflanzungen, fruchttragend 1033 31 wurden hisgesamt 5 15797h Kisten OranKcn, 353 250 Kisten Orapc-Fnnt' und 22 3H Kisten Zitronen exportiert. Da in• rcischen der Umfang der fruchttragenden Pflanzungen sich ״weitert hat, werden wir in der nunmehr beginnenden Saison!034 33 wohl ungefähr tu , Millionen Kisten Zitrusfrüchte ״ exportieren haben. Zweifellos ist die Gefahr einer wirk lieh eil ״U c h e r p r o d 11 k t i o n“ in nächster Zeit ״pch nicht akut. Zieht man aber in Betracht, daß in einigen Jahren bereits die gesamten heute bepflanzten 220 000 Dunam fruchttragend sein werden, was eine Exportmenge von annähernd 17 Millionen Kisten bedeuten würde, so sind gewisse gedenken nicht von der Hand zu weisen. Im Moment interessieren uns vor allem Reform hestrehu n ge 11 innerhalb der Z i t r 11 s - W i rt s c h a f t, die dahin zielen, durch Anpflanzung früh reifender Varietäten die Exportsaison, die heute noch nicht einmal 200 Tage umspannt, auf einen wesentlich gröltcren Teil des Jahres auszudehnen. Drei Vorteile kämen uns hierdurch zugute, die wir kurz charakterisieren möchten. Erstens ein Vorteil vcrkehrstcchnischcr Natur: Wenn die Exportsaison früher cinsetzen könnte, würden die Verkehrseinrichtmigen, in erster Linie Eisenbahn und Häfen, erheblich entlastet werden. Zweitens ein Vorteil hinsichtlich des Arbcitsinarktcs: Durch Mangel an Arbeitskräften ist in der vorigen Saison die restlose Einbringung der Zitrus* Ernte ernstlich gefährdet worden. Nicht rechtzeitig gepflückt, gingen viele Früchte zugrunde. Drittens ein Vorteil Verkaufspolitischer Art: je früher die Vollreifen Früchte den europäischen Markt erreichen könnten, um so günstiger gegen* über dem erst später eintreffenden italienischen und spanischen Produkt die Konkurrenzbedingungen, die Absatzchance und die Preisbildung! , Von starkem Einfluß auf die Rentabilität der Zitrus-Kultur >st־ das organisatorische Moment. In der vorigen Saison gelang cs der gemeinnützig wirkenden ״J a f t a C i t r u s Exchange“ (Sitz Tel-Avvhv), der wollt nahezu sämtliche jüdischen Zitrus-Fxportcure angehören, Verfracbhmgs-Ab* Schlüsse mit den wuchtigsten Schiff,ahrtslinion auf ziemlich günstiger Basis zu erzielen. Das dabei befolgte System wird noch weiter ans/tihnucn und zu verbessern sein. Es ist interessant, dabei auf die Ma!!nahmen der arabischen Zitrus-Exportcure hin* «!weisen, durch deren lländc im Vorjahr etwa 40״״ der palästinensischen Zitrus-Aiisfuhr gingen. Sic hatten sich teilweise zu einer ״Arab Citrus Line“ vereinigt, die mit ge- •charterten Dampfern norwegischer Nationalität arbeitete. Da auf beiden Seiten die Transportkosten etwa gleich hoch waren, so ergab sich insoweit keine nennenswerte Wettbewerbs- Spannung. Viel Zeit und Geld t,:iltt sieh unter Umständen noch durch eine vollkommenere Verpack 11 ngstcch ulk ersparen. In der vorigen Saison war in Rcchovvoth erstmalig eine neuartige Maschine in Betrieb genommen worden, die die Orangen automatisch sortierte und gleichzeitig das (:inwickeln und Verpacken sehr erleichterte. Diesmal werden wir wohl dem Prinzip der Arbeit am ״lautenden Band“ schon in sehr zahlreichen Verpackungsbctricben begegnen. lieber die kommerziellen Chancen der palästinensischcn Zitrusfrüchte auf dem internationate« Markte für die kommenden sechs Monate im einzelnen zu sprechen, ist wohl im Augenblicke noch etwas verfrüht. Nur vlics kann mit aller Gewißheit gesagt werden: Der Gesclmi.ick der Konsumenten in Großbritannien und in K ■־» n a d a sowohl als auch auf dem europäisch cn Kont i iv c 111 ist den Orangen und Grape-Fruit* Palästinas in den letzten Jahren immer günstiger geworden, zumal auch dank der strengen Qualitätskontrolle, die die Palästina-Regierung vor Abgang der Sendungen vornimmt, und die sie auch in der kommenden Saison wieder mit ,äußerster Sorgfalt handhaben wird. Da aber Palästina infolge der einseitigen Meistbegiinstigimgskl,mscl in Artikel 18 des Mandats keine handelspolitische Walle zum Schutze seines Zitrus-Exports besitzt, und da wir nicht einmal einen Anspruch auf die ״Imperial Preference“ im britischen Weltreich haben, so sehen die Repräsentanten der Zitriis-Wirtschnft, die augenblicklich teilweise noch zu Verhamiltmgszweckcn iin Auslände weilen, sich vor keine leichte Aufgabe gestellt. Noch viel höher als im Vorjahr sind die Schwierigkeiten, um dem Produkt der palästinensischen Erde den Zugang zu den fremden Märkten zu üffnen, und zwar unter Bedingungen, die dem Kapital eine angemessene Verzinsung und der Arbeit einen angemessenen Lohn sichern. .•inen . der iniat־ imat-; und affen . jclt! üben, 1 men, ' Auch ' rrbau In* ency, riebe rden, l er* י 00־ inert. d in Ein* in tcllK :inert Die e im jhet! •ine« ich«' e »* i f de» A# . la bei!■ I! Der Bericht des Benjamin von Tudela Daß sich in der jüdischen Geschichte immer wieder uutoge Situationen finden, ist bekannt. Nach Jahrhunderten scheinbar fester Verankerung in den Ländern der Zerstreuung brachen plötzlich Krisen hervor, die blitzartig erkennen ließen, daß dort, wo die Juden glaubten, ihre Wurzel sei eine vollkommene, ihre Lage am stärksten erschüttert wurde. Eine derartige Krise brachte das Ende des 11. Jahrhundert' mit dem Beginn der Krciizziige, Die Vernklitung der Gemeinden Mainz, Worms und Speyer zu Beginn des ersten Kreuzzuges ist häufig geschildert worden. Aber weh der zweite Kreuzzug, der in der Mitte des 12. Jahrhunderts stattfand, wurde den Juden gefährlich. Gewiß, König ludwig VII. wollte es in Frankreich noch nicht zu judcnvcrtolpmgcn kommen lassen, aber in Deutschland wirdcn im Jahre 1147 in Würzburg Juden getötet, und auch in Frankreich kam cs beim Aufbr ich des Kreu/hccrcs den berühmten Gemeinden Carenton und Raincru zu Ueber lallen auf die Juden. In Spanien war die Lage der Juden verhältnismäßig günstig•. Immerhin fühlte man auch dort die Notwendigkeit '«zusorgen, um künftigen Gefahren zu begegnen. Um In- Iwmationen über die Lage im Ausland zu erhalten, mußte wn damals einen Boten aussenden, der die Welt bereiste )•״d fcststclltc, wo im Falle einer Austreibung der Juden ihnen Neuland winkte. J'fieser Tatsache verdanken wir den jn der jüdischen Literatur einzig dastehenden Reise- "fficht des Benjamin von Tudela, der auf seiner *eiten Fahrt auch E. r c z Israel besuchte und über das Und zu einer Zeit'berichtete, über die wir sonst nur sehr ״״vollkommen belehrt werden. Von der spanischen Halbinsel *ns hat er unzählige Orte Europas, Asiens und Afrikas nfht. Er ist viele Jahre unterwegs gewesen und hat Mmtm Reisebuch offenbar täglich seine Aufzeichnungen?'tragen, ln der Regel nimmt man an, daß er diese 1165 1״״ •!!getreten hat und sie vielleicht 1173 beendete ״ "Eext, der uns heute vorliegt, und der mehrfach heraus?'geben wurden ist, am besten von Markus Nathan Adle u"ter dem Titel: ״The itinerary of Benjamin of Tudela‘ *!Wischer und hebräischer Sprache (London 1007), mag :. Fassung darstcllcn, in der ihn der Reisende selbst hinter- '״.*״ hat, aber seine Zuverlässigkeit ist von der Wissen- (halt in d :r Hauptsache anerkannt worden. Hier reist kein Me, der sich sorglos dm Eindrücken des Tages liingibt, hier spricht jemand in jedem Ort, wo er hinkomint, mit den orstchern der Gemeinde, unterrichtet sich über die L a g c er Juden und hat ihnen sicherlich immer wieder die Frage f°fScfcRt. ob sic in der Lage wären, im Falle der Verfibiing von Juden aus arideren Ländern sic aufzunchincn. ™ einer Reise, die über wohl 300 Orte führte, war es 1111• oglieh, dies ganze Material im Kopf zu behalten: deswegen Benjamin von Tudela in Sorgsamkeit alles vermerkt haben, n ^י° interessant es auch wäre, ihn während der ganzen *nr!C!. begleiten, so wollen wir heule nur vo 2j,hc״! v׳׳as er in Palästina gesehen hat. Wir 1 *י teilweise der Ausgabe, die in deutscher Sprache ץ ■ל r ״ ״ hu t UIld Mark״s N, Adler im Jahre 10C Ipsalcm unter dem Titel: ״Die Reiscbcsclireibtmgen ״'"ianuii von Tudela“ herausgekommen ist. Eine AnfAj י den Fortschritten der Wissenschaft und *.w. *är• Cr1l^׳c" einer modernen Uebersetzung gerecht wurde, zweifellos sehr zu wünschen, cbm 1 cr Weisender näherte sich dem Heiligen Lande ך Landwege von Norden her. Zuletzt hatte er N aufgesucht: ״Von dort ist eine Tagreise nach Acre, eigentlich Acco genannt, das die Grenze hers und den Anfang des Heiligen Landes gebildet hat. bcin ein- Reise r in nicht dem folgen von 3 in des neue den auf Neu* (St. Die Stadt ist mit einem guten Hafen, in dem alle Schiffe ankern, welche fromme Pilger nach Jerusalem bringen, versehen. Vor derselben fließt der Strom Kedumim (der Kisehon). Die jüdische Gemeinde, an deren Spitze R. Jizehak, R, Jepheth und R. Jon,111 stehen, bestellt aus 200 Familien.“ Dann ging cs weiter nach Haifa, zwischen dem Mecrcsufer und dem Berge Karmel gelegen. Hier erkannte Benjamin die Stelle des zerfallenen Altars, dun EHialiu in den Tagen Allahs wicderlierstellcn ließ. Sodann suchte er die Stadt C ä s a r ä a aut mul stellte fest, daß dort 10 jüdische Familien und 200 Samaritaner wohnten, während cr in Akko auf 200 jüdisclie Familien gestoßen war. Begleiten wir Benjamin nach Jerusalem, liier stellt cr lest, daß 200 Familien dort lebten, wobei nicht verschwiegen werden soll, daß diese Zahl umstritten ist, und man früher der Meinung war, daß die Handschrift nur von vier Familien sprach. Die Judcnfamilicn wohnten am Ende der Stadt unter dem Turm Davids, Dieses Gebäude scheint ein Hospiz gewesen zu sein, das den Kreuzrittern dazu diente, um ihre Kranken uiitcrzuhriiigen: ״Im Westen sieht noch eine der Tcinpelmaiicrn, au der Steile des Allerlieiligsten vorbei sich liin/iehcml, Pforte der Gnade genannt. Die Juden gehen dahin, um dort ihre Andacht zu verrichten. In Jerusalem, in dem Gebäude, das Salomo gehörte, befindet sich ein Stall, ein massives Gebäude aus lauter Quadern, von Salomo selbst ausgeführt... Die Bewohner Jerusalems trinken Regenwasser, welches in Zisternen, die jedermann in seinem Hause Int, mifgefaiigcn wird.“ Es fiel Benjamin auf, daß auf dem Berge Zion außer einer christlichen Kirche sich kein anderes Ciehämle befand. Auch die alten Höhlen, die den luden als Bcgräbnisplatz gedient batten, suchte er auf, und er verzeichnet eine Sage, die im Lande umlicrging, von der Gruft, in der die Könige Judas aus dem Hause Davids beigesetzt sind. Von Jerusalem ging die Reise durch das Land weiter. Das Grab Rachels bat cr selbstverständlich aufgesucht. In B c t h Lee 11 e 111 stellte er fest, daß dort 12 jüdische Familien lebten, die die Färberei betrieben. In Hebron fand er eine Kirche St. Abraham, die unter arabischer Herrschalt eine Synagoge gewesen ist. In Ramie 11, einer einst großen jüdischen Stadt, fand er nur 3 jüdische Familien, in Jaffa sogar nur eine einzige und in dem alten Jahne, wo einst das Lehrhaus gestanden hatte, fand cr keine Juden mehr vor. Nahe der ägyptischen Grenze stieß er dann in Aschkelon, dem alten Bne Berak, auf 2CÜ jüdische Familien. Er wandte sich sodann wiederum nach dem Norden, hat noch verschiedene Orte aufgesucht und über Damaskus das Land verlassen. Ueber seine Eindrücke äußert er sich nicht zusammenfassend. Wahrscheinlich hat er aber die Tatsache mitge- Kommen, daß an eine Ansicdlung von Juden im Lande nicht zu denken war. Der Zustand Palästinas war damals gewiß schwankend. Die dimne Oberschicht der christlichen Kreuzfall rer konnte sich auf die Dauer nicht halten, cs war wohl schon damals über kurz oder lang damit zu rechnen, daß in absehbarer Zeit die Araber wieder Herren des Landes wurden, Es scheint so, daß Benjamin auch von den anderen!,ändern keine Nachrichten mdbrachtc, die ein positives Ergebnis der Informationsreise darstclltcn. Der Bericht über Palästina aber ist in der nicht abreißenden Kette des Zionsgedankens und der Zionssclinsucht ein nicht unwesentlicher Markstein. Man vergegenwärtige sieh, daß die Juden der Pvrcnäcn-Halbinscl sieh noch■ großen Wohlstandes erfreuten und doch immer wieder an Palästina■ dachten, dessen Schicksale man mit Sehnsucht verfolgte. Dr. Willy Cohn, Breslau. Zu den Ausschreitungen in Haifa Die soeben vingvtroJfenc Nachricht vom Zustandekommen einer Vereinbarung über die Vermeidung von Gew a 111 a t c 11 in Palästina wird um so größere Befried(* gung in den zionistischen Reihen Hervorrufen, als erst kürz* lieh wieder Ereignisse sorgekonimen sind, die im allgemeinen jüdischen und zionistischen Interesse scharf verurteilt werden müssen. Nach den vorliegenden Berichten hat in Haifa eine große Schar von Arlieiterpartcilern eine revisionistische Versammlung überlaßen. Es handelte sich ntt» eine Versamm* lung, zu der nur gegen Billetts Eintritt gewährt wurde. Die Demonstranten haben das Lokal belagert, teilweise sich gewaltsam den Eintritt erzwungen mul die Versammlung*- leilnchmct mißhandelt. Von außen wurde ein Steinbombarde* ment eröffnet, die Steine flogen durch die zertrümmerten Fenster und verletzten die Anwesenden. Dies muß als bcsondere Roheit gebramlmarkt werden. Es scheint sich um eine lokale Aktion unverantwortlieber Elemente zu handeln. Die Leitung der Arbeiterpartei, zu der die I )rmnnstrantcii augenscheinlich gehören, ist von den Exzessen a b g c r ii e k t, und auch die Zionistische Exe* kutive, die ja eng mit der Arbeiterpartei verbunden ist, bat ihre entschiedene Mißbilligung dieser Vorgänge, die ihre Friedensbemühungen durchkreuzen, ausgesprochen, E* soll kein Zwei lei darüber bestellen, daß auch die zionistische Welt außerhalb Palästinas das Verhalten dieser Mitglieder der Arbeiterpartei scharf verurteilt. Es ist zu hoffen, daß die palästinensischen Instanzen, nicht zuletzt die Arbeiter* partei selbst, in dieser Sache energisch durchgreifen werden, damit endlich der Verrohung der politischen Sitten ein Ende gemacht wird. 1 Die palästinensische Presse, die bisher nur zum Teil hier cingctroffcn ist, legt sich die frage vor, wie cs zu solchen- Ausschreitungen überhaupt kommen konnte. Im ״Haaret“• stellt Dr. Gliickson die Vermutung auf, daß es sich um1 eine kommunistische Aktion oder um eine P r o v o1 kation handeln könne. Aber auch dies sei keine EntschuM digung, denn es sei eine Tatsache, daß Hunderte von Mitgliedern der Arbeiterpartei den Rädelsführern gefolgt seien; Zur Erklärung der psychologischen Spannung könne man anführen, daß in der letzten Zeit wiederholt Mitglieder der* Arbeiterpartei von Revisionisten aus dem Hinterhalt überfallen worden sind und »laß besonders in Haifa wegen eines־ akuten Arbeitskonfliktes die Gemüter erregt seien. Es bandelt sich dabei um den Bau des I lause• eines gewissen Samuel David, bei dem, wie der jüdische Gemcindcrat Haifas einen Tag vor dein Zwischenfall nach eingehender Untersuchung festgcstcllt hatte, eine revisionistische Arbeitergruppe ״Carmcl“, die zwischen dem Unternehmer und dem Haifaer Ar• heiterrat wegen Ausführung des Baues durch jüdische Arbeiter schwebenden Verhandlungen gestört hat, indem sie dem Unternehmer mitteilte, daß sie bereit sei, auf ״gemischte“ Arbeit cin/ugehen, so daß ein Teil der Arbeit durch die viel billigeren arabischen bzw. hauranischcn Arbeiter ausgeführt werden konnte. Dies erklärte der jüdische Gemeinderat Haifas als eine Schädigung des Prinzips der jiidischeu Arbeit. (Die Sachlage ist nicht unbestritten.) Alle diese Beschwerden gegen die Revisionisten, so führt ״I laarez“ aus, seien berechtigt, trotzdem sei dies keine Entschuld!- g u n g für die unverantwortlichen, das Ansehen des gesamten jisclmw schädigenden Vorfälle. Gliickson meint, daß die Arbeiterpartei eine viel strengere Disziplin cinführcn und jeden, der sich Gewalttaten zuschulden kommen lasse, aus ihren Reihen a 11 s s I o ß e 11 müsse. Die Londoner Vereinbarung, über die wir in anderer Stelle berichten, soll nicht nur solchen Ereignissen ein Ende machen, sondern auch die Frage der Arbeitsvert c i 111 n g zwischen Arbeitern der einzelnen Gruppen *ndgültig regeln. Kleine Nachrichten Anläßlich des jOj.ihrigcn Jubiläums der Kattowltzer Konferenz veranstaltet die Kattowit/er Zionistisch« Verciniguiig am I. November Gedenkfeiern, bei denen u. a. der Vorsitzende des Jüdischen Parlainentschibs, Abg. I)r. Thon, der Präsident des Wcllvcrbandc.• der Allgemeinen Zionisten, Dr. J. S c 11 w a r t z b a r d, und das Mitglied des Zionistischen Aktionskomitees, Joachim Neiger, Ansprachen halten werden. Wie die F n g I i s h Zionist Federation mittcilt, hat der gegenwärtig in London weilende High Oonimissionrr für Palästina, Sir Arthur Wauchopc, eine Abordnung der Fedcration empfangen und mit ihr eine Reihe von Angelegenheiten hctrclfend die derzeitige Lage in Palästina informativ erörtert. Chief Rabbi Dr. J. fl. Hertz hatte in seiner Eigenschalt als Vorsitzender der Misrai hi-Orgauisation Uroßhritanniens eine Unterredung mit dem High Conunissioner für Palästina, Generalleutnant Sir Arthur Wauch 3p c. Der Präsident der Imlcpcndant Order B’ne Brith, Senator Alfred M. Galten, New York» vollendet sein 75. Lebens- Jahr. Der ehemalige Präsident der Wiener Kiiltusgcmeinde, Hofrat Dr. Benjamin Rappaport, ist im Alter von*)2Jah- /en verstorben. In einer Versammlung von Eltern und Lehrern wurde gegen den Beschluß der Tcl-Awiwcr Geiiieiiulcvcrwaltung, die Administration des hebräischen Schufwerks zu dezentralisieren, Einspruch erhoben und die Aufrcchterhnltuiig der Verantwortung des Waad Leumi für das gesamte Schtilwerk gefordert. (Wir haben in Nr. 86 eine Aeußerung des Bürgermeisters Dizengoff zu dieser Frage wiedergegeben.) Am 23. Oktober fand die Einweihung der vom Verband der jüdischen Landwirte Palästinas errichteten landwirt•־ schaftlichen Mittel sc 11 ule in Par des* Ghana (s. ״J. R." Nr. 86) statt. In die beiden ersten Klassen wurden ■10 Schüler aufgenommen. Prof. C. Weiner, der ehemalige Leiter der Kunstabteilung an der Ilumboldt-Moclischulc in Berlin, ist an die. Universität in Bombay berufen worden. 1 Der Ball-Bariton Dr. Ludwig Anger, der einen wesentliehen Teil seiner Ausbildung bei Hermann Schcy und Kapelimcistcr Michael Taube in Berlin absolvierte, trat in Zürich mit einem Liederabend an die Oeifcntlichkeit. Der Abend fand bei Publikum und Presse starken Beifall. Die Buchhandlung Bamherger ft Wahrmann, lerusalem!' King Oeorge Avenue, hat soeben einen Katalog karaitl• scher Literatur herausgegeben, der da* Interesse der Freunde hebräischer Literatur linden dürfte. > I ־ ו =■■! s « f־', ‘ 1 ' T | ( 1 1!ו f 1. v.. I f ו

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