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Jüdische Rundschau · 1934-10-30 · Heft 87 (30.10.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
39 (1934)
Issue
Heft 87 (30.10.1934)
Date
1934-10-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr, 87, 30, X: m JÜDISCHE RUNDSCHAU wirksamer und somit weitaus genügend, um die angedcuteten schlechten Folgen zu erzielen. Das Haupterfordernis aber — und damit komme ich!um Kern meiner Ausführungen — liegt viel tiefer: bei der Umwertung der Werte. Lassen Sie mich versuchen, zu erklären, was ich damit meine: Das jüdische Volk im Oaluilt ist ein Liebhaber des Oci&tigcn, während die körperlich und ״untergeordnete" Arbeit weniger angesehen ist. Die Ursachen dafür bedürfen keiner Erklärung; sie liegen im Alter und der Geschichte 1der Rasse, in der frühzeitigen flinausdrängung der Juden aus der Landarbeit und verwandten Berufen. Dein gegenüber sind unsere Wirtsvölker . um einen Qoethcscbcii Ans- 'druck zu gebrauchen — ״dumpf". Wenigstens ist da* bestimmt so bei der großen Masse, und mir sehr wenige Auscrwähltc schwingen sich zun» Geistigen und zur ״übergeordneten“ Arbeit auf. Die Folge ist, streng nach dem Gesetz von ׳ Angebot Und Nachfrage, daß geistige und ״übergeordnete“ ׳ Arbeit stark gesucht wird, infolgedessen dem Betreffenden höhere Erträge einbringt und seine soziale Stellung zu einer sehr geachteten macht. So hat sieh denn für Europa jene eigentümliche Wcrtskala herausgcbildct, die wir alle so gut kennen, die für europäische Verhältnisse des 19, Jahrhunderts berechtigte Hochschätzung der relativ schwach vertretenen geistigen Berufe. (Es beginnt übrigens im Laufe des 20. Jahrhunderts sich langsam zu ändern: Schlagwort ״Ucherfülhiiig der akademischen und kaufmännischen Berufe״!) Bei den Juden aber ist das . wric gesagt — ganz anders. Hier hat fast jeder das Zeug zum Geistigen und übergeordneten Berufe. (Ucbrigens bleibt das auch nach dem Uebergang zum Arbeiterlcbcn: man kann aus jeder Kolonie beliebig Kinder auswählen und wieder in geistige Berufe hereinsetzen: sie taugen sofort wieder dazu!) Weil das aber so ist, dürfte man eben das überall reichlich Vorhandene nicht so hoch bewerten, nicht so reichlich entlohnen, nicht sozial so glänzend einstufen, wie das mit Recht bei den anderen Völkern geschah. Wir Juden müßten gerade umgekehrt das, was uns an allen Ecken und Enden fehlt, die zur körperlichen und ״untergeordneten“ Arbeit Fähigen und Bereiten finanziell und sozial auszeichnen. Oder plump, aber vielleicht klärend ausgedrückt: weil wir lauter Offiziere sind und keiner Soldat und Unteroffizier spielen will, müßte man dif Rangordnung verkehren und die wenigen, welche die Rolle der einfachen Soldaten zu spielen bereit sind, in jeder Weise hervorheben; denn an diesen fehlt es uns ja gerade, und wer daher diese Rolle übernimmt, leistet für Aufbau und Gemeinschaft allerwichtigste Arbeit. (Ich drücke es absichtlich etwas überspitzt ans, um deutlich zu machen, was ich meine: wer die Wahrheit erkennen lassen will, muß sie vorher etwas sciltanzen lassen ...!) Tatsächlich hatte auch ein gutes Stück dieser Umwertung der Werte bereits in Palästina stattgefunden: der Chaluz, der Poel war in der palästinensischen Judcnhcit der Herrsehende. Für ihn fanden die Kulturveranstaltungen statt; er regierte im öffentlichen Bereich; er bestimmte den Verkehrston tisw. (Interessant, daß man auch in den Städten, ־was Kleidung und äußeres Auftreten anbclangt, i h ת zu imitieren suchte, genau nach dem alten soziologischen Gesetz, daß jedermann sein Verhalten dem der herrschenden Klasse ' anzupassen bestrebt ist, z. B. zur Zeit des Feudalismus dem k':l dein Adels und der Ritter, zur Zeit des Hochkapitalismus dein der obersten Bourgeoisie ...) Sie finden Aelinliebes im heutigen Rußland, wo auch der Proletarier der Allbcstitnmende ' ist, wenn auch freilich aus ganz anderen Gründen. Nicht ganz so, aber ähnlich war's auch hier, was Chaluz und Poel angeht, und mit vollstem Recht; denn das waren und sind die Leute, die den Aufbau des Landes und die Regeneration des Volkes tatsächlich besorgten. Diese segensreiche Entwicklung ist in den letzten Jahren durch die Prosperity jäh zum Stillstand gelangt, ja fast ins Gegenteil verkehrt worden. Palästina drohte ein Heim für Oaluthcxistenzen, für Aerztc, Anwälte, Treuhänder, Bankleute und Händler zu werden! Diese beginnen, es nach ihren Bedürfnissen zu formen. Scfion kann sich der Chaluz und Poel in bestimmten Lokalen Tcl-Awiws und Jerusalems nicht mehr sehen lassen, nicht nur wegen der für ihn unerschwinglichen Preise, sondern auch, weil er nach Anzug und äußerem Auftreten dort einfach nicht mehr hinpaßt. Schon ist’s so weit, daß die schönsten Theater-Auffülmingcn und Konzerte für ihn nicht mehr zugänglich sind (oder nur noch auf den schlechtesten Plätzen), unzugänglich auch deshalb, weil viele Künstler sieh gar nicht mehr aufs Land bemühen. Die landschaftlich herrlichsten Punkte (der Carmel, das Tote Meer, bald auch Tihcrias) und der Strand von Tel-Awiw sind von Prunkb,tuten besetzt, mit denen er nichts zu schaffen hat. Ich bin überzeugt, daß dies auf die Dauer effektive und moralische Gefahren in sich birgt; effektive, weil eine so westlich — kapitalistisch — galuthmäßig aufgezogene Zwerggemein Schaft von stärkeren wirtschaftlichcn oder politischen Stößen schwer erschüttert werden muß; moralische, weil die so vernünftig begonnene Neugliederung des jüdischen Volkes in beruflicher und gcsellschaftlieber Gliederung und die damit verbundene seelische Regenerntion vollkommen wieder über den Haufen geworfen wird. Und selbst, wcim's gut ahgingc: was wäre schon damit gewonnen, wenn sieh hier ein Zwciggcbilde der angedcuteten Art ohne jede tiefere Bedeutung auftiite, ein Abklatsch europäischamerikanischer Methoden mit levantinisch-oricntalischem Einschlag, an Stelle der bewußten Neuschaffung eines gesunder jüdischen Volks, das den Untergrund ab- , geben könnte für spätere, hervorragende kulturelle Leistern- ־ gen?! ... Nein, cs ist Pflicht eines jeden Juden, sich dieser Ent- Wicklung mit allen Mitteln und dem Einsatz seiner ganzen , Person entgegenzustemmen, und zwar nicht nur mit beredten Worten oder gar nur als mehr oder weniger bewundernder Zuschauer, sondern mit der handhaben, greifbaren Tat! Jeder muß beispielhaft wirken, sonst geht’s nicht! . Auf die persönlichen Neigungen und Fähigkeiten des Einzelnen kommt’s dabei nicht an, insbesondere also auch nicht darauf, ״ob jemand nach Begabung und Gewöhnung der geistigen Arbeit näherst ehe“, denn letzteres könnte wohl mehr oder weniger jeder Jude auf sich beziehen. Und von der Sorte haben wir ja gerade genug und übergenugI Für solche ist wirklich kein Raum fn Palästina. Niemand, abgesehen von alten und kranken Leuten natürlich, ist zu schade dafür, sich an diesem Werk zu beteiligen; äußerstenfalls die paar Mensehen mit Spitzenleistungen in Kunst, Wissenschaft und Wirtschaff könnten vom Uebergang Ins Lager der körperlich und untergeordnet Arbeitenden befreit werden und bei ihren an gestammten Fächern bleiben. Nur wenn eine beträchtliche Schar entschl os «enerund opferbereit er Leute לד fi r ו!יי• ■ ז י I —ו״־״״יייו ך f 1 [ 111 * ודו ו / J is*M. י*:! t ., luMi M *,: ׳״-%*1 *«fisudi fe!!׳.־־״**! r~™ץ , r—-י , ri n». : I; I ־־־־׳׳ ׳יו׳־זי ־׳׳"! r""!״., .,.ß W* *ו»״ t** 1.. 1 ׳. /... -.®*״*ן k־«J .*•־** ״׳ - J Das von David Ben Gurton und Jabotinsky fn London Unterzeichnete Abkommen hat folgenden Wortlaut: ״Ohne Beeinträchtigung der Freiheit von Diskussion und Kritik In der zionistischen Bewegung verpflichten sich alle Parteien, Mittel des Parteikampfes nicht anzuwenden, die jenseits der Grenzen politischer und ideologischer Erörterung liegen und mit den sittlichen Grundsätzen des Zionismus und zivilisierten Verhaltens unvereinbar sind. Alle Parteien sollen Aufrufe an Ihre Mitglieder erlassen, in denen Terror und Gewaltakte jeder Art und Form und unter allen Umstünden, sei es In Palästina oder In der Diaspora, verboten werden. Jede Partei soll die schärfsten Mittel anwenden, um solche Akte auszumerzen. Dieses Verbot betrifft ebenso auch das Eintreten für Terror und Gewaltakte, sowie deren Gutheißung. Alle Parteien verpflichten sich, sämtliche Ihnen zur Verfügung stehenden Mittel anzuwenden, um den Bruch oder die Verletzung des Abkommens zu verhindern, dessen Zustandekommen zwischen den Arbeiter-Organisationen Palästinns hcrbclzulührcn sic versprochen haben und durch das kameradschaftliche Beziehungen zwischen den Arbeitern hergcstcllt, eine gerechte Verteilung der Arbeit unter allen Arbeitsuchenden gewährleistet und angemessen« Arbeitsbedingungen gesichert werden sollen. Alle Parteien verpflichten sich, scharfe Mittel zur Verhütung jedes unfären Vorgehens Im Partei kampl anzuwenden, wie: Verleumdung, Verunglimpfung, Beschimpfung von Personen oder Gruppen, Verbreitung filscher Nachrichten, Denunziation, Beschimpfung der Symbole, Fahnen und Uniformen der Gegner. In Ländern, wo eine zionistische Gruppe von der R, glcrung verboten oder ungern gesehen Ist, darf keine 0ru. ' oder Person Ihren Gegner direkt oder Indirekt mit Hilfe Regierung bekämpfen. Ebenso Ist ei verboten, eine «*,' nerische Partei oder ihre Mitglieder mit Ausdrücken!, bezeichnen, durch die Ihr Bestehen In diesen Ländern », flhrdet werden könnte. *' In keinem Falle und unter keinen Umständen ist « Parteien oder Einzelnen ihrer Mitglieder gestattet, Vcrsamm lungen einer gegnerischen Pnrtcl zu sprengen oder zu 1(0f^ Alle Parteien verp(lichten sich, über ihre Mitglieder, dfe ein• der obigen Bestimmungen verletzt haben, sobald dies Partei direkt oder durch Vermittlung «Ines Mitgliedes der betroffenen Partei bekannt geworden Ist, eine der folgende« Strafen zu verklingen: Mißbilligungs-Erklärung, Geldstrafe vorübergehende Entziehung der Mitgllcdsrechte oder eni gültigen Ausschluß aus der Partei: da, wo es sich gm Schekelzahler handelt, Ausschluß aus der Zionistischen 0t. ganlsatlon. Wenn eine Partei die Bestrafung von Mitgliedern' die sich eine solche Ucbcrtretung zuschulden kommen ließen, unterläßt oder wenn die betroffene Partei mit der verhängten Strafe nicht zufrieden ist, dann steht es dieser Partei w, g«. rufung an ein zwlachcnpartcillches Gericht clnzulegcn, das h jedem Land Im Bedarfsfälle eingesetzt wird. In Palästina und In Polen sind solche Gerichte sofort etnzusetzen. Eine ln einem solchen Strafverfahren tn der Zionistischen Organisation ausgeschlossene Person hat das Recht der Berufung an das Ehren- (Kongreß•) Gericht der Zionistischen Organisation." den hier angedcuteten Erfordernissen folgt, dann hat der Neuaufbau Aussicht auf Erfolg. Dazu gehört natürlich völlige Hiutanstcllung persönlicher Neigungen, echte Hingabe des Einzelnen an ein O e m ei n s cha f t s w er k. Ein« Generation muß sich ja schließlich weihen. Wenn alles träge beim Status quo verharrt und über Entschuldigungen nachdenkt, warum gerade er nicht dazuzugehören braucht, so wird nichts geschafft werden. Wer aber das Opfer auf sich nimmt, — glauben Sic mir, cs ist eines ,..I —, weiß wenigstens, wozu er lebt und leidet. Die andere Seite Von Fritz Rosenthal (Ben Chorin), München Es ist heute fast noch unpopulärer, Bedenken gegen eine allzu hemmungslose Berufsumschichtungs- und Hachscharah- Propaganda zu äußern, als es noch 1031 war, für diese Ideen cinzutretcn. Ich habe damals In meiner Arbeit ״Der Antisemitismus, ein nationales Mindcrheitenproblem" (Berlin 1931, Heft 10 der ״Kulturwchr") gewagt, diesen Gedanken der radikalen Umschichtung des westlichen Judentums vor״! der nichtjüdisclien, an diesem Problem interessierten Welt'► dar/ustellcn (was mir die freundliche Versicherung eines, damaligen C.-V.-Syiulikus eiubrachte, wenn er Polizclgewait hätte, würde er mich inhaftieren lassen und mir das Schreihen verbieten), und Ich wage cs nun auch heute, 1934 (I), die andere Seite des Problems zu beleuchten selbst luf die Gefahr hin, daß mir einer meiner Freunde aus dem Hechaluz Inhaftierung und Schreibverbot androht. Ich brauche nicht zu betonen, daß ich — wie jeder gesunddenkende Mensch — der Ansicht bin, daß der Zionismus nur verwirklieht werden kann durch eine starke Schicht von Arheitern und Bauern im jüdischen Jischuw Palästinas. Aber diese Erkenntnisse dürfen nicht zu bedenklichen Formen der Werbung für diese Ideale führen. Es ist grundsätzlich falsch zu sagen, was man immer wieder aus dem Munde unserer Propagandisten hören kann, jeder junge deutsche Jude sei schon ״potentiell“ ein Chaluz. Man malt ihm Palästina und das Leben des Chaluz durchaus nicht rosig ־— das wäre propagandistisch auch unwirksam —, aber man züchtet in ihm ein nicht immer gesunde» Ideal vom ״Helden der Arbeit“, den man mit einem Heiligenschein zu umgeben pflegt. Ich glaube nicht, daß die Chaluzim ״glücklicher“ sinn als andere Menschen und ich sehe in der Chaluzluth auch keinen Weg zur Entfaltung künstlerischer Kräfte, und ich sehe in der Chalu/iuth vor allem nicht eine Patentlösung für alles und jeden. Vor mir liegen Briefe aus Ercz Israel. Traurige Briefe. Menschen, die von den Universitäten, vom Schreibtisch, vom Laboratorium weg nach Palästina gegangen sind, um dort Bauern und Arbeiter zu werden, bähen diese Briefe geschrieben. Die einen machen »Ich mit Selbstlronlc lustig über ihr eigenes Schicksal, die anderen beklagen es rundheraus und haben keine andere Hoffnung, als so bald wie möglich wieder in einem ihnen adäquaten Beruf unterzukommen. Ich fürchte, diese Menschen werden bald versagen und für unser Aufbauwerk mehr belastend als fördernd sein. Nicht jeder junge Jude ist für das furchtbar harte Leben des Chaluz geeignet. Wir sollten cs halten, wie die Rabbanim, die jeden warnten, der von außen kommend das Judentum auf sich nehmen wollte. War er aber von seinem Entschluß nicht mehr abmbringen — trotz aller Warnungen —, gut, dann mochte er aufgenommen werden in die Ocmcinicnaft Israels. Tausendmal muß man den Menschen zeigen, was sie alles aufgehen und was sic dagegen eintauschcn — und wenn sie dann immer noch entschlossen sind, dann ist cs gut. Es ist nicht wahr, daß Chaluziuth die ״einzige Lösung“ ist. Es gibt auch noch andere Lösungen. Und man dar» nicht vergessen, daß oft die wertvollsten Kräfte eines geistig hochbegabten Menschen brachgelcgt werd׳״» •* einen nur-körperlichen Beruf. Petitionen über das Palästina - Mandat an die Mandatskommission Genf, 26, Oktober. (JTA.) Am 29. Oktober tritt die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes zu ihrer Herbsttngung zusammen. Das Palästina- Mandat steht nicht auf der Tagesordnung diescr Session, die sich mit der Prüfung der Jahresberichte einer Anzahl von Mandatsgebieten der Kategorie ״B“ und ״C“ (Ruauda-Urundi, Togo, Kamerun, Tanganylka; Inseln unter Japanischem Mandat usw.) zu befassen hat. Außer den genannten Jahresberichten Hegt der Kommission such eine Anzahl von Petitionen aua verschiedenen MandaUländem vor. Einige dieser Petitionen sollen das. Palästina-Mandat betreffen. Die Eingliederung der deutschen Einwanderer (Von unserem Berichterstatter.) h, Tel-Awiw, 21. Oktober. Der Sekretär des Arbeits-Departements der HitachduthOlej Germania, Moscheh Brachmann, sprach vor kurzem in Tel-Awiw über die Zusammensetzung und Vertei• lung der Einwanderung aus Deutschland. Du von inm beigebrachte statistische Material gibt ein ungefähres Bild über die Verteilung dieser Einwanderungsgruppe. Die öffentlichen Schätzungen der Regierung geben für die deutsche Einwanderung bis April 1934 die Zahl von 1140) Personen an, davon 4715 Kapitalisten, d. h. Einwanderer ׳ der Kategorie A, die mehr als 1030 Pfund pro Familie besitzen, 4667 Arbcitcrcinwandcrer. die auf Zertifikate gekommen sind, 823 Touristen, die die Erlaubnis bekommen haben, sich anzusicdcln, 731 Verwandte palästinensischer Einwohner, die auf Grund ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen die Ertaubnis bekommen haben, ins Land cinzuwanelcrn. ( Nfchtoffizcllc Zählungen zeigen, daß die ,t a t s ä cbljfbe ,, Aiizjalij dcF, deutsche)( ,Einwanderer, t>ctricl1t|rth hähef fcf und sich auf 15!kV) Personen steift. Was die Staatsangehörig• keit anbetrifft, so sind 45— 50 ",0 der aus Deutschland «in• gewanderten reich »deutsche Bürger. Die Verteilung nach Orte» wird wk folgt 1» gegeben: T el-Awiw 6000 Haifa 4500—50ffl Jerusalem 1000-1500 Kolonien 2100—2600 Kibbuzim 800-1000 Landwirtseh. Siedlungen 240— 300 Familie« Verschiedene Punkte ungefähr 400 Mehr als die Hälfte der deutschen Einwanderer, ungefähr 8000. sind der sozialen Stellung nach zu Arbeitern ge worden. 60—80 ״> dieser Arbeiter sind In der Histadnith Haowdim organisiert. Die Verteilung der Arbeiter nach Wirtschaftszweigen ist wie folgt• Landwirtschaft 2200 Industrie 2200 Bauarbeiter 2300 und der Rest in anderen Arbeitszweigen. Die landwirtschaftliche Siedl u n g hat einen beträchtlichen Kreis deutscher Einwanderer absorbiert. In d« llaifahucht, in Pardcss-Chana, Chcdera, Bcer-Tmvia, Rätna Hascharim, Risclion Ic Zion, Emck Chacfcr, Gedcra, Ramu Hascharon, Magdiel findet man deutsche Einwanderer, um einige dieser Siedlungen sind von diesen Siedlern geschah« worden. Es sind bereits 300 Familien angesiedtu worden, die über *XI 000 Pfund Eigcnknpltal i«vv»ticrt haben, ohne die Investitionen In Orangenplantagen mit/ureehnen, falls die Besitzer dieser Pflanzungen nicht selbst siedeln. Aue״ die Investitionen in den Vorstadtsiedlungen und im Häuser&au fn den Kolonien sind daher nicht in Betracht gezogen. Was den Anteil der deutschen Einwanderer an der I*־ dustrlc betrifft, so zeigt die Statistik der Jcwish Agf«ch daß von deutschen Einwanderern im Jahre 1933 65 Bftn«e נ «schaffen wurden, in denen 700 Arbeiter beschäftigt werde«, ie eine Jahresproduktion im Werte von 167000 Pfund t zeugen. Auch die Produzenten- und Tran 8 port-Ko« ״erativen haben eine Anzahl Einwanderer aufgenommr ׳ )ie Zahl stellt sich auf 196 Personen. Die meistert sind Autobus-Koopcrative eingetreten. Nach Wirtschaftsziffern geordnet verteilt sich di« “י״ gliederung der Einwanderer folgendermaßen: P3 Landwirtschaft Industrie Bau Handel und Transport Freie Berufe Verschiedene Berufe 2200 2200 2400 2500 2000 2000 Diese Zahlen (die Selbständige, Arbeiter und Angcd umfassen) zeigen, daß die deutsche Einwanderung % Prozeß der Pro d u k t i v i c r u n g durch gemacht ha» . Landwirtschaft nimmt ungefähr denselben Prozentsatz *׳ Gcsamtjischuw ein. Der Anteil der Industrie ist etwas n» ׳ der Anteil am Baugewerbe etwas niedriger al• im allgw1 Jiichuw. Haupt »rhrlftlelteri Dr. Robert Welt «eh, Berlin-Charlo«e״b״'f * Stellvertreter» Kurt Loeweniteln, Berlin W 15• Ver«1׳®״*״ Schriftleiter für den geiamten redaktionellen Teil: Kurt Lee* »lein. Berlin W 16. Anzeigenleiterin und verantwortlich « Anzeigenteil 1 Helene Chanciner, Berlip N 54. Verlag zeijcnverwaltung: Jadiiche Rundachau. Berlin W 15, Meine)•*״• D.-A, September 36 70a Drucks Siegfried Schoten, Bto.-Scho0ß״r

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