Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 86 (26.10.1934)
- Date
- 1934-10-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2651273-2653452-2653531--25933-2683100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 86, 26. X,534ן Sj / fps' \0/ V׳- n O fr n /ל/ ר/// ר ־״י / ׳►י ^«י -'’״׳״yPV' V ׳✓!) -V "«יי ל5/ל״| W'" ',W•׳■■'" Q V׳ e'v'־ ״י 4#^ 4#^■ Aus Politik und Leben Die endgültige Konstituierung der neiigcwalilten Je* rusalcmer Stadtverwaltung ist noch nicht ent• schieden. Wie wir!neideten, wurde von jüdischer Seite der Anspruch erhoben, daß der Bürgermeister ein Jude sei. Dieser Anspruch gründet sich darauf, daß Jerusalem eine große jüdische Mehrheit hat. Die Einsetzung eines judischen Bürgermeisters der Hauptstadt würde nicht mir praktisch bedeutungsvoll, sondern auch ein symbolischer Akt sein, durch den ein Wandel der Kräfteverhältnisse dokumeiiticrt wird. Der Posten, den bisher ein Araber bekleidet hat, würde auf einen Juden übergehen. Das letzte Wort wird die Regierung haben, dic den Bürgermeister ernennt. Die Araber scheinen sich selbst noch nicht auf einen Kandidaten geeinigt zu haben, doch hat wohl Dr. Cliaidi die größten Chancen. Das Auftreten Chablis hatte schwere Rückwirkungen Im arabischen Lager, Er wurde aus der Naschaschibl-Partci aus• geschlossen und eine Konferenz in Jaffa beschloß eine Rc- Organisation der Partei, inzwischen verlautet, daß der ehe• malige Bürgermeister Itagheb Naschaschibi, der bei den letzten Wahlen durchgcfalfcn ist, zu einer führenden Stellung in dem von der Regierung geplanten Legislative Council ausersehen sei. Die Juden haben Naschaschibi seit seiner Teilnähme an der antijüdisclien Delegation von 1030 scharf be• kämpft. Die jüdische Befriedigung über seine Niederlage in Jerusalem wurde deutlich geäußert. Nun scheint es, daß Raglich doch wieder an einflußreicher Stelle ins politische Leben zurückkehrt. Dies wurde zeigen, daß die englische Regierung die von ihr beabsichtigte ״Volksvertretung“ nicht gerade allzu demokratisch auffaßt, sonst könnte nicht ein Mann, weil er hei den Wahlen durchgefalle» ist, in diese Volksvertretung berufen werden. Offenbar betrachtet England diese Institution nicht als etwas Vergleichbares mit dem ״House of Commons“, sondern eher als eine Art ״I lousc of Lords“, in das Pairs berufen werden, das aber in der Gesetz• gebuiig nur sehr geringe Macht hat. Im übrigen werden immer neue Gerüchte über die Haltung der einzelnen arabischen Gruppen zum Plan des Legislative Council verbreitet. Allen diesen zmn Teil tendenziösen Gerüchten, die auch den Kampf der einzelnen arabischen Richtungen und Zeitungen wklerspicgeln, ist keine grolle Bedeutung zuzuschrciben. fm ganzen scheint die Geneigtheit zur Teilnahme bei den Arabern zu überwiegen. * Wir berichteten in Nr. 8t über die Errichtung eines Denkmals für König Fcisal von Irak in Haifa. Ein Leser macht uns darauf aufmerksam, daß die Inschrift, die in arabischer Sprache auf der Säule cingraviert war, von uns nicht ganz, richtig wiedergegeben wurde,'was auch durch die inzwischen eiiigetrcifieiien palästinensischen Zeitungen bestätigt wird. Die Inschrift lautet: ״Unabhängigkeit wird genommen, nicht gegeben. Die Freiheit der Nation ist in ihrer eigenen Hand.“ Es wird also in der Inschrift nicht gesagt, daß die Unabhängigkeit den Arabern genommen wurde, sondern allgemein, daß jedes Volk sich seine Unab* liängigkcit selbst zu nehmen habe und nicht warten könne, bis sie ihm von außen geschenkt werde. Es ist immerhin interessant, dall die Mamlafarmadit, die in diesem Land ihre Kolonialherrschaft ausübt, dem von ihr beherrschteil Volk eine derartige Parole gestattet. Die Organisation des Schulwesens in Palästina ist eine der komplizierten Aufgaben, deren endgültige Lösung noch nicht gefunden ist. Man muß sieh vorstcllen, was es bedeutet, eine Gemeinschaft, die sich ununterbrochen durch Einwanderung vergrößert, mit Schulen zu versorgen. Die neu hcrciiikommcnden Kinder, die meist auch die Sprache nur unvollkommen oder gar nicht beherrschen, verändern das Bedürfnis sowohl in bc/ug auf Quantität als auch auf Qualität. Am schwierigsten ist diese Frage in der größten Judcnaiisammlung, der Stadt Tcl-Awiw. Wir haben vor einiger Zeit berichtet, daß sich eine heftige Kontroverse entwickelt hat, weil Tcl-Awiw sich!licht einem zentralistisch geleiteten jüdischen Sclutlwcrk cinfügcn will. Der Bürgertncister Dizcngoff hat kürzlich im ״llaarcz.'' die Stadt- Verwaltung gegen die gegen sic gerichteten Angriffe verteidigt. Dizcngoff weist darauf hin, daß die Hälfte der jü• dischcn Kinder Palästinas in Privatschulcn erzogen wird und daß andere Körperschaften, wie die Histadruth, sich in ihrem Schulwesen nicht um die zentralen Instanzen kümmern, im w eiteren Verlauf seiner Darlegungen geht aller der Bür• germcister über die rein organisatorische Frage hinaus und äußert starke Bedenken gegen den in manchen Schulen herrschenden Geist, insbesondere die Politisierung der Schulkinder, die sich zuweilen an Strallcndcmoiistrationen und Prügeleien beteiligten. Man habe sich bisher zu sehr mit organisatorischen und Fiuaiizfragcn befaßt, nicht aber mit dem Wesentlichsten des Schulwesens, nämlich der Notwendigkeit einer grölleren Disziplin und einer strengeren moralischen Beeinflussung; der Kinder, Auch aus diesen Oründen wolle die Stadtverwaltung Tel-Awiws ihre eigene Kontrolle über die Schulen haben. Diese Polemik rührt an einen der heikelsten Punkte. Eine Zentralisierung des Schul- Wesens nur in verwaltungsmäßiger Beziehung ist eine Zweckmäßigkeitsfrage. Dagegen wäre die Errichtung einer geistigen Autorität und einer wirklich führenden päilagogisehen Zentraliiislitution eine dringende Notwendigkeit, Ob Tcl-Awiw gerade dies leichter allein vollbringen kann, ist noch nicht erwiesen. * Am 15. Oktober fand in Jerusalem vor dem Friedensgericht eine Verhandlung statt, die ein eigentümliches Licht wirft auf die Methoden gewisser politischer Oruppcn in Palästina. Die Zeitung ״Hon Mejucliad“, das Organ der ,,Judcnstaatspartei“ (Abspaltung der Revisionisten) veröffentlichte am Vorabend des Rasch Haschanah-Festes auf,der ersten Seite in sensationeller Aufmachung einen Brief, den der Leiter der Universitäts-Bibliothek, Dr. Hugo Bergmann, an den Herausgeber einer linksgerichteten hebräischen Zeitschrift, einen Advokaten Stein, gerichtet haben soll, worin er diesen auffordert, sich dafür cinzusctzcn, daß Dr. Bergmann in den Legislative Council gewählt wird, wofür ihm der Briefschreiber 40 Pfund zur Verfügung stellt. Die Zeitung veröffentlichte, dazu einen pathetischen Leitartikel, worin etwas über die Beziehungen von London, Moskau und jerusa* lern gefaselt wurde; der englische Imperialismus wolle mit Hilfe Moskaus und mit Hilfe jüdischer Verräter durch den Legislative Council die Juden vernichten. Bergmann hat darauf der Presse mitgeteilt, daß dieser Brief eine un• sinnige Fälschung darstellt und daß er gegen die Zeitung Klage überreicht hat. Die Veröffentlichung trägt ja den Stempel einer plumpen Fälschung auf der Stirn; wollte man schon etwas, erfinden, * *6 hätte man es geschickter machen müssen. Das ganze Produkt ist aber ein kaum glaubliches Dokument der publizistischen Vcrwtldc* rillig. Bei der Verhandlung am 15. Oktober amtierte ein jü• dischcr Friedensrichter. Nun erklärte der Vertreter des Blattes der ״Judenstaatspartei“, daß er den jüdischen Friedensrichtcr abfehne und Verweisung vor einen britischen fordere. Dies bedeutet nichts anderes als eine Verschiebung auf lau gc Zeit, da gegenwärtig, wie bei der Verhandlung mitgctcilt wurde, kein britischer Friedensrichter zur Verfügung steht. Dieser Zeitgewinn, während dessen man wohl auf eine gewisse Vergeßlichkeit des Publikums rechnet, dürfte der Grund gewesen sein, warum das Organ der .,Judcnstaatspartei“ einen jüdischen Richtcr ablclint. Diese Partei stellt sich wahrscheinlich ihren künftigen ,Judenstaat‘ auch so vor, daß man jüdischen Amtspersonen die Kompetenz verweigern kann. Die Ausschreitungen in Haifa Jerusalem, 23. Oktober. (JTA.) Ueber den Zusammenstoß zwischen Revisionisten und Arbeiterparteilen! in Haifa am späten Abend des 19. Oktober wird von der Haifa er Polizei ein Bericht ausgegeben, der folgendes besagt: . Im Makkabi-Saaf in der Halfaer Vorstadt Hadar Ha• carmcl veranstalteten die Revisionisten eine Zusammenkunft, zu der nur Personen mit Billett Zutritt erhielten. 80 oder 90 Revisionisten waren zugegen. Noch vor Beginn der Ver- Sammlung, um 9.15 Uhr abends, hatten sich etwa 1500 Angehörige der Histadruth versammelt. Während der erste Red- 11er im Saale zu sprechen begann, wurden die Sanlfenstcr von außen eingeworfen. Die Außenstehenden riefen zehn Minuten lang ״Nieder!“, cs folgte ein heftiges Stcinbombardement durch die Fenster von der westlichen, unbelcuchtcicn Seite des Gebäudes her, dann wurde das Gebäude von allen Seiten bombardiert. Die Polizei, die am Gebäude stationiert war, machte von ihren Knütteln Gebrauch und säuberte schließlich die Umgebung des Gebäudes und der umliegenden Straßen. Um Mitternacht mußte die Polizei nochmals eingreifen, um eine angesammclte Menge zu zerstreuen. '23 Personen, Angehörige beider Parteien, wurden als Verletzte ins Hadassah-Kraiikenliaus gebracht; zwei waren erheblich verletzt und mußten im Krankenhaus verbleiben. Am Donnerstag abend wurden 7, am Freitag 8 Personen verhaftet. Dr. von W c i s 1 wurde von einem Stein am Auge getroffen, seine Verletzung ist nur leichter Natur. Von den Polizisten wurden 7 leicht verletzt. Das Hauptbüro der Palästina-Polizei in Jerusalem deinen tiert die voll der revisionistischen Zeitung >;l I a j a r d c n“ veröffentlichte Meldung, dal) die Arbeitei parteiler bei ihrem Angriff auf die Haifaer Revisionisten-Versauunlung Gas- und Träneiigasbomben benutzt haben. Die Pnlästina-Exckutivederjcwish Agency bat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie die Vorfälle in Haifa ain 19. Oktober streng verurteilt und ihrer Empörung über den brutalen Angriff Ausdruck gibt, durch den die Kette der Exzesse, die den jüdischen Namen ln Palästina bedecken und die Atmosphäre vergiften, fortgesetzt wird. — Auch die Jüdische Arbeiterpartei Pa« I ä s t f n a s verurteilt in einer Erklärung schärfstens die Ausschrcittmgcii in Haifa. T el * A wi w, 21. Oktober. (JTA.) Bürgermeister Dizcngoff hat sich in einem persönlichen Aufruf an die Einwohner der Stadt, insbesondere an die Jugend mit der Forderung gewandt, physische Gewalt bei Auseinandersetzungen sowie alles zu vermeiden, was den guten Namen der Stadt schädigen könnte. Kunsigcwerbe und Gebrauchegraphik Tel-Awiw, im Oktober 1934. Drei Künstler, die etwa vor Jahresfrist ihren Wohnsitz in Palästina genommen haben, stellen eine Auswahl ihrer Produktion in der Tcl-Awiwcr Kunsthandlung Masskit (Dr. Pulvermacher) zur Schau. Oscar Lachs zeigt Gebrauchsgraphik bester Schule. Man sieht Plakatcntwiirfe, ein Gebiet, das bis vor kurzem noch im Lande ziemlich vernachlässigt wurde und das zu pflegen man erst im letzten Jahre begann. Lachs zeigt ferner Entwürfe für das Bemalen der in Palästina durchweg tapctcnloscn Wände, freilich eine etwas kostspielige Raumgestaltung, die daher einstweilen nur auf einen sehr beschrankten Abnehmerkreis rechnen kann.. Sehr interessant ist sein Bemühen, eine neue Angleidiungsform der hebräischen Schrift au die lateinische zu finden. zeigen beide ausschließlich Wolpcrt der unterscheiden Sclilnmoh Ries und Jchtida Wolpcrt Metallarbeitern Während die Modelle von Ries mit der Haiul hergcstcllt sind, bedient sich Maschine, seine Produktion ist aber kaum zu von handwerklichen Schöpfungen, Wolpcrts Material ist Silber, Kupfer und Messing. Er verbindet jedoch auch äußerst wirkungsvoll diese Metalle mit anderem Material. So schafft er beispielshalber eine, in der Proportion großartige Scderschüssel aus Silber mit Ebenholz und Glas verarbeitet. Als besonders schön fallen noch auf ein Chanukkahleuehter, Sahnenkännchen und Zuckcrschale in Silber, sowie zwei Kupfcrlcucbter. Ebenso wie Wolpcrt strebt auch Ries mit seiner handwerklichen Kunst die Elnie einfacher und ästhetisch schöner Form an. Er vermeidet Schnörkel und Verzierungen und ist im besten Sinne modern, ohne etwa durch Extravaganzen den Benutzungswert seiner Gebrauchs- oder Schmuckgcgcnstnndc illusorisch zu machen. Wir sehen gehämmerte kleine Leuchter und Schalen, eine edle silberne Etrogbüchsc, Vasen und Becher, schön verarbeitete Ketten und Ringe, geschmackvolle silberne Mesusoth. Manfred Ocis. Tcl-Awiwcr Tanzabend. Tel-Awiw, Oktober 1931. Die Schwestern Ü r 11 s t ei 11 zeigten ein Programm, das sich liauptsachlich aus Tänzen zusammensetzte, die bereits früher mit Erfolg von ihnen gezeigt wurden, Sic beweisen erneut, daß sie über eine ausgez.cichnctc Technik verfügen, wie sie nur durch intensivstes Training erworben wird. Auch die Gruppe ist im Laufe des letzten Jahres weit disziplinierter geworden und bildet i!1 den beiden Tänzen, in denen sie in Erscheinung tritt, einen guten Rahmen für die beiden Tänzerinnen. Der Beifall eines gut besuchten Hauses war stark und wird sich in Zukunft noch verdichten, wenn die Schwestern ihr Augenmerk darauf richten werden, neben der Weiterpflege des rein tcchniscli-tänzcrischen, seelisches Erleben dem Zuschauer zu vermitteln. ______ Manfred Oeit. , Die palästinensische Oper hat ln Jerusalem unter Leitung von Gollmkin ״Travlata“ aufgeführt. Die Hauptrollen sangen Frau Rapp-Janowskaja, Marcel Noe (früher Berliner Staatsoper) und Sleinberg, - - ׳ Kurzberichte Der frühere Bürgermeister von Jerusalem, Nsich» 8 c h i b I, der bei den letzten Sladtratwaliien eine Nicderlj״ erlitten hat, und seine Gruppe haben beschlossen, gerichtlichen Protest gegen die Wahle״ j. drei von den sechs arabischen Wahlbezirken Jerusalems zuiepen. Naschaschibi stützt sich in der Klage auf eine UnC formeller Verstöße und fordert die Ansetzung vJtt wallten. Soeben wird das Ergebnis der palästinensischen Ci. trus-Sa ison 1933/31 veröffentlicht. Danach wurden k dieser Saison ans Palästina 5 157 97b Kisten Orangen a־!, geführt; davon gingen nach England 3 256 1 58, n«h Deutschland 1 298119 Kisten, der Recht nach and«« Ländern. Das finanzielle Gesamtergebnis der Oranstn ausfuhr in dieser Saison stellte sich auf 2 441 578 Pfut!cL Als Handelsflagge Palästinas, die von 4W Schiffen der vor kurzem gegründeten jüdisch-palästinensisch« Schiffahrtsgesellschaften geführt werden wird, wurde der Union Jack (britische Flagge) mit einem Kreis, in dem da Wort ״Palästina“ in englischer Sprache steht, bestimmt Der Kreis befindet sich in der dem Top zugekehrten Ecke der Flagge. Der erste Regen In Jerusalem fiel diese* j,!,r am 13. Oktober. Bei der meteonlogischen Station wurden b mm gemessen. In der voranRi-gangencn Woche war bererts ein starker Regen an der Meeresküste Mittclpalästinas nieder, gegangen. Nach Jerusalem wurde jetzt auch in Jaffa lind Tel-Awhr eine״ An 11 - L ä r m Ca m pa g n c“ durchgeführt, die daran! ausgeht, das Hupen der Autos cinzuschränkcn. In Tcl-Awiw fand eine Gründungsvcrsammlung der Oruppe Progressiver Allgemeiner Zionisten ״Kid ma“ statt, über deren Jerusalemer Gründung wir ausführlich berichte* haben. In der Tcl-Awiwcr Versammlung führte {>. M. Oliickson, Chefredakteur des ״llaarcz“, den Vorsitz, Das Hauntreferat hielt Felix Rosen blüth, weiter sprach J. Tlscltbi. Am 18. Oktober kam es In Tel-Awiw in einer Fabrik für Autokarosserien zu einem Graßfeuer, das tthtb• liehen Sachschaden anrichtcte. Das hebräische Arbeitertheater ״O h eI“ ist nach siehcnmoriafigcr Abwesenheit nach Tcl-Awiw zurückgekelirt, Die Schauspieler wurden von einer großen Volksmenge empfangen und mit Blumen beschenkt. Die Truppe hat ln einer ganzen Reihe europäischer Länder erfolgreiche Gast• spiele absolviert, wobei 11. a. Stefan Zweigs ״]eremiu" in hebräischer Sprache gespielt wurde. Der berühmte Archäologe Sir Fiinders Pctrle, der die Ausgrabungen in Gaza geleitet hat, ist aus England wieder ui Jerusalem cingctruffcn und hat sich von hier nach Syrien begeben, um entlang der palästinensisch-syrischen Küste weitere Ausgrabungen vorzunehmen. Die Stadtverwaltung von Tcl-Avvivv hat eine Kommi«lx1 zur Prüfung des Projektes, einen nach dem verstorbenen König von Belgien zu benennenden ״König Albert-Park“ 18׳ zulcgen, eingesetzt. Die diesjährige Konzert-Saison in Tel-Awiw wurde mit einem Konzert des Geigers Sascha l'arncs (ehemalig. Kon■ zertmeistcr des Berliner Kulturbund-Orchesters) und des 3er• liucr Solo-Cellisten Joseph Wcißgcrbcr — unter Assi• stens von A. ßoruchow (Violine) und Paul Franken bürge r (Klavier) — eröffnet. Neben den Ungarischen Duos für zwei Violinen von Bcla Bartok, der Vialin-Solosonate von Harold Gcnznier, den Trc Canti für Cello und Klavier von lldcbrando Pi/zctti interessierte am stärksten Artur Honcggers geistsprühende Sonatine für Violine und Cella «m Alexander Tschcrcpnins rhythmisch infernalische ,,Eurasiscne Duo“ für Violine und Cello. Die Herren Joseph Weißgerber und Sascha Farnes verdienen besondere Anerkennung w die Veranstaltung dieses Konzertes, weil man in Erez Isran über klassische und romantische Musik hinaus fast n«״ zu hören bekommt. Die beiden Künstler Sascha Parties und Joseph Wcißgcrbcr zeigten eine absolute Beherrschung der spezifischen Schwierigkeiten und intuitives Eingehen auN!{ ganz verschiedenartigen Stile der Komponisten. _ Auf kun» lerischcr Höhe stand auch der mitwirkende Geiger «, w■ rucliow und der ganz vorzügliche Begleiter Paul Franko burger. j izehak Edel, Tel-Awiw. Pafcstlnc Conservatolre (Jerusalem, Abyssitiian Building. Sfr. of Prophcts; Direktor: Emil Hauser). Untcrriclitsprogram« für das Jahr 15. September 1931 bis 15. Juli 1935. Violine unc Viola: Emil Hauser, Heinrich Jaeoby, Jenny Schnurr1״. Wolfgang Schocken. Piano; Arie Abileah, Tova Bcrlm-"»P,S"׳ Yochcbcd Dostrowsky, Sarah Polonsky, Irma Schocnberg• Wolpc, Mirjam Zweig. Orgel und Harmonium: Karl Salomo ■ Cello: Daniel Hofmcidcr, Thelina Yeiliu. Blockflöte: ״! Eiscnstaeclt. Guitarre und Laute: Felix Sulmann. Stimm״' düng: Karl Salomon, Anna Hirsch-Fellhcimcr. Blasinstrumc״״■ nach besonderer Vereinbarung. Harfe, Contrabaß: kü» Vereinbarung. Aflgcni. Musiklchrc: Käthe Jacob, Tova ' Papish. Theorie und Harmonielehre: Karl Salomon. Khvthm ■ Käthe Jacob, Tova Bcrlin-Papish. Körpertraining: Esther 1 dith Salomon. Kinderorchester: Alice Jacob-Locwenson. <i0! bau: Käthe Jacob. Tanz und Ballett: Dora Bcrtonoff. Kamm musik: Emil Hauser, Mirjam Zweig. Kammcrorchcstcr: j- Hauser. Kammerchor: Karl Salomon. Musikgeschichte:״ lacob-Locwcnson. Jüdische und oriental, Musik: Alice J*' ״ Locwcnson. Komposition: Alke Jacob-Locwenson. Im ״r:f> lelircrseminar werden obige Facher von den gleichen1■., kräften unterrichtet. Die angcglicdcrte Thcaterschule ha’ genden Lehrplan: Schauspielkunst: Benno Fracnkd. M«; ־ Leitung: Karl Salomon. Phonetik der hebr. Sprache: Ben Gabriel. Körpertraining und Atem-Technik: bstllcL r״ ״ Salomon. Tanz und Ballett: Dora Bcrtonoff. — i11.־[ •*JJ* die im A u sIa n d bereits ein ernstes Studium betrieben/1• und die im Palestinc Conservatoire in Jerusalem ihre מי vervoilkommcncn wollen, wird das Konservatorium die»« tun, um Einreise- und Aufenthaltserlaubnis zu <rfc»c Näher« durch das Sekretariat des Conservatoire. Berichtigung. Bei der ״Palnews״ entnommenen Jung über die Zunahme des palästinensischen Tour» < kehrs m Nr. 85 der ״Jüd. Rundschau“ im 1-. .H5lbj־L1 cht* ist insofern ein Irrtum unterlaufen, als die Zahl der וז jüdischen Touristen von 30156 im 1. HjWfij»! auf 34 908, die Zahl der jüdischen von 12741 auf gestiegen ist (nicht umgekehrt!). Die nichtjüdischen ״״ t, machen daher etwa 70 0/0, die Jüdischen 30 °/0 «* u Verkehrs aus,