Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 86 (26.10.1934)
- Date
- 1934-10-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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1 S^ite 4 7'ÖD!SCHE RUNDSCHAU Nr. 86, 26, X.!934 $ chadensersaiz für antisemitische Rcklam Uns Reichsgericht hat die Frage entschieden, ob es zulässig ist bei der Kundenwerbung die Nichtarier• Ligenschaft eines Wettbewerbers der Ab• n c h m c r s r 11 a f t bekannt/ u geben. Im einzelnen hatte es sich bei diesem Konkurren/streit darum gehandelt, dali Vertreter einer Firma der (iuininiindustric versuchten, die Erzeugnisse der Konkurrenz dadurch zu verdrängen, daß sic der Kundschaft •erklärten, der Inhaber der Konkurrenz sei «in tschechischer Jude, und bei seinen Geschäften handele es sich um ״S c h m u t z g e s c 11 ii f t c jüdischer Schmutzfinken“, Wegen dieser Aciißcrungcn nahm der Betroffene die Firma der Vertreter auf Schadensersatz in An• spruch, mit dem Erfolg, dali das Reichsgericht als letzte Instanz die S c h a d c n s c r s a t z p f I i c 111 der beklag• t c 11 Firma bejahte. Nach den Erfahrungen im Wirtschaftsleben, so heißt es , in der Begründung, sei davon auszugehen, daß die von einem Vertreter der Beklagten zunächst schriftlich aufgestellten Behauptungen einen Schaden des Klägers verursacht , haben; das Vertrauen zu einer Firma müsse durch die Be- Häuptlingen, der Inhaber sei tschechischer Jude und die Geschäfte seien Schm 11 tzgcsc hafte jüdischer .־ Schmutzfinken, selbstverständlich beeinträchtigt werden. I )nriihcr hinaus sei der Beweis erbracht, daß Vertreter der Beklagten die jüdische R a s s e c I g c n s c 11 a f t des Kliigers auch bei mündlichen Angeboten in einem Umfange bctont haben, der notwendig eine Schädigung des Klägers im Gefolge haben muhte. Für diese Verfehlungen ihrer Vertreter sei die Beklagte gemäß § 831 BGB. verantwortlich, und zwar deshalb, weil nach der allgemeinen Auffassung in der Wirtschaft jeder Betriebsinhaber' verpflichtet sei, die kauf- . niänuischcn Angestellten zu leiten, zu überwachen und alle ihre Maßnahmen ständig zu überprüfen. Demzufolge müsse sic für den dem Kläger entstandenen Schaden haften. Gegen die Vorführung von Werbefilmen jüdischer Firmen Die In Neustadt a. d. Haardt erscheinende ״Rhein* NSZ.-Front״ berichtet aus L u d w i g s h a f e 11: ״Am Sam׳>fag;1l)f1־)<l hum es im Ufa-Palast im Philihau in einem TwmtU, ak während der Projia^.md.ddmvtirhihrunu mich ein Werbe• film Her jiirlLrhcn J׳'irn1rn Koliwliild und Etlclwciügcstllsrhaft vorgeführt wurde. Als dir beidm FilmplaUcn auf der Leinwand er- «•Hiicncn, erhob sich lautes ZUchcn und Johlen, sowie Kufe ,\Vt£ damit!*. Pie Empörung der 1h aieher über diese jüdische Propa* g:1nri*1 ging so weit, «faß das Theater schlie&Ueh geräumt und für eien Abend gesrlilossen werden mußte. Wie wir erfahren, wurde die Lcimnp des Theaters sowohl schon von privater als auch von parleiiiinf lirlitr Seite *tis darauf aufmerksam gemacht, daß diese Propaganda jmiLrher Kinnen in einem offen!liehen Lichtspielhaus ]rieht zu Storungen führen konnte. Anscheinend hat man diesen Warnungen keine Prdnilung heigtinessen, obwohl auch schon an den lagen vorher immer wieder Ruft* gegen diese Propaganda laut geworden waren. Wir sind heute doch schon so weit, daß sieh weiteste Kreise der Bevölkerung diese Aufdringlichkeiten jüdischer , Firmen nicht mehr bieten lassen.“ Furch( vor Belästigung und Relchsiluchtsteuer Ein nichtarisclicr Geschäftsmann, der Anfang Juni 1033 Deutschland verlassen hat, batte vom Auslände aus Be• ' schwcrdc gegen den gegen ihn erlassenen Rcichsflucht- ׳ Steuer-Bescheid erhöhen. Darin machte er geltend, «laß keine Flucht voriiege, sondern, daß er aus Furcht vor Belästigungen ins Ausland gegangen sei. Der Reichsfinanzhof fiat diese Beschwerde als nicht begründet zurückgcwicscn. (Uta 311/31.) Im vorliegenden Falle, so sagt die oberste Instanz, könne von einem ״Ausschluß «ler freien Willcnsbcstiinmung auf den Wohnsitz“ nicht die Rede sein. Bei den heute in Deutschland bestehenden Verhältnisseii sei nicht anzunchmen, daß dem Beschwerdeführer irgendwelches Unrecht zugefiigt werde. Strafbare Handlungen habe er nach seiner eigenen Angabe nicht begangen. Er hätte deshalb unbedenklich zuriiekkehren können, und zwar, wenn er seinen früheren Wohnort nicht wieder hätte aufsuchen wollen, an einen anderen Ort in Deutschland. Winterhilfswerk und Juden Die ״Deutsche Zeitung“ vom 21. 10. berichtet unter der Uehersclirift ״Juden klopfen an ..über die Betreuung von Juden durch das W i 111 c r h 11 f s w e r k, Das Blatt weist darauf hin, daß im Gau Groß-Berlin im vergangenen Jahr II 287 Juden vom Winterhilfswerk bedacht worden sind. Im Anschluß hieran beschäftigt cs sich mit Versuchen zur unrechtmäßigen Ausnutzung des Winterhilfswerks durch Juden und führt hierfür eine Reihe von Fällen an. Nun mag es gewiß richtig sein, daß auch Juden den Ver- . such gemacht haben, vom Winterhilfswerk Unterstützung zu verlangen, obwohl ihnen diese nicht zustand; durch eine derartige Darstellung wird aber der Eindruck erweckt, als ob solche Manipulationen, die in allen Bevölkerungskreisen bc* dauerlicherwcise Vorkommen, von jüdischer Seite aus besonders häufig vorgenommen worden sind. Wir glauben, daß von den 11 287 unterstützten Juden die überwältigende Mehrheit die Hilfe zu Recht erhalten hat, und die ״Deutsche Zeitung“ muß selbst anerkennen, daß ״in den östliehen Berliner Stadtbezirken auch unter den Juden wirkliche Not vorhanden ist“. Es ist nicht cinztischen, warum die Berichterstattung über die Leistungen des Winter- , h i 1 f s w e r k s für die jüdischen Bedürftigen mit einer Polemik gegen die Juden verknüpft sein muß. fudenbekämpfung und Denkmalsinsdirifi . Die ,,Fränkisthe Tageszeitung“, Nürnberg, veröffentlicht einen Bericht über die Einweihung des Freiheits-Denkmals in Hcrsbruck, in dem einleitend darauf hingewiesen wird, daß der Kreis Hcrsbruck als erster in Franken seit einiger Zeit vollständig frei von Juden ist. Bürgermaster Sperber, der das Denkmal in die Obhut der Stadt übernahm, richtete an die Fcsttcilnchmcr den Appell, immer der Worte zu gedenken, die im Denkmal cingemcißcit sind: ״Den gefallenen Freiheitskämpfern tut Eine! Den Feilenden lur sielen Mahnung: Die Einheit und Ehre zu wahren. Den Künftigen zum dauernden Gedenken an den Sieg der Wahrheit über die Füge, an Deutschlands Erhebung unter dem Führer und Kanzler Adolf Hitler. Errichtet vom Kreis Ifcrsbruek der NSDAP, im 2. Jahre des Dritten Reiches, als Gauleiter Julius Streicher seinen Titanenkampf gegen den Juden liihrte und unter der kraftvollen Führung des Kreisleheri Georg Sperber der Kreis Ifcrsbruek, die alte nationalsozialistische Hochburg, sich restlos zum Führer bekannte.“ gr",*! 00 ^ךייי/ t •לי* 11 u ך xrun״J5* fsdiai Reich Von der Volkszählung von 1933 liegen weitere Zahlen vor, die sich mit der Bevölkerungsbewegung der luden im Deutschen Reiche befassen. 11t Nr. 19 von ^Wirtschaft u 11 d 'S tta t i 5 t i k“ sind die Ziffern der jüdischen Bcvülkcrung in sämtlichen deutschen Ländern und im Deut• sehen Reiche, in der 13. Sondernummer der ״Statistischen Korrespondenz.“ die Zahlen der Jüdischen Einwohner in sämtlichen preußischen Großstädten veröffentlicht. 1111 I kutschen Reiche wurden im Jahre 1933 499 682 Juden gezählt, davon 238717 männlich und 260 935 weiblich. Diese Zahl dürfte sich naturgemäß durch die Abwan• derung und durch den Sterbciibcrschuß seit dem Stichtag der letzten Zählung, dem 16. Juli 1933, bis heute nicht un• wesentlich verringert haben. Für 1933 stellt sich damit der jüdische Bevölkerungsanteil im Deutschen Reiche auf 0,77 <V0, während er im Jahre 1925 nach 0,9 "/# betrug. In dem Zeitraum zwischen 1925 und 1933 nahm die Gcsamtbcvölkcrimg im Deutschen Reiche um 4,5 »/« zu; die jüdische Bevölkerung verminderte sich um 11,4661697) «/״ Personen), Diese Abnahme wird sich zu einem kleinen Teil aus dem Sterbe- Überschuß erklären lassen, Allein in Preußen betrug der Sterbe Überschuß in dieser Zeit mehr ah 15 (KM) jüdlsehe Seelen. Es kommen einige tausend Austritte aus dem Judentum hinzu. Der restliche Bevölkcrungsvcrlust ver• teilt sich auf die Auswanderung und aut die Rück• Wanderung, die bereits mit dem Beginn der Wirtschafts• krisc in den Jahren 1927 bis 1929 eingesetzt hat. Die männliehe jüdische Bevölkerung nahm um 13״/», die weibliche um 10 ״/» ab. Der Anteil der weiblichen jüdischen Bcvölkerung betrug 52,2 ״/» der Gesamtheit, während bet der ge• samten Rcichsbevölkcrung diese Zahl nur 51,4 ״/« ausmachte. Von bisher nicht veröffentlichten Länder-Ergebnissen dürfte insbesondere die Zahl der Juden in Bayern Sie sielitc sielt itn Jahre 1933 auf 41<no n ,!״״״, n 11״1״.0;״5,״ an der Gesamtm׳',־.״• ngsal ebter i״:.a interessieren ״ . sollen, was einem Anteil von 0,5 0,״ an der Gesa'mtbcvöii rung entsprach. Die Bevölkerungsabnahme bei den |״t'’ betrug 14,66׳״». In Hessen lebten bei der Volks1”/!}״ im Jahre 1933 17 838 Juden. Damit stellte sich der A״T1 der jüdischen Bevölkerung an der gesamten Einwohnersch ׳ Hessens auf 1,3"/». Er lag damit über der Quote der Iiki*; selten Bevölkerung im Reiche. Das gleiche gilt von Ham' bürg, wo der Bevölkcrungsantcil 1,1 0,״ betrug. Es i.u dort im Iah re 1933 10 973 Juden. Die stärkste Abnahm״ der jiulisehen Bevölkerung war besonders in den klein ren Ländern und in Ländern mit einer ohnehin klein!’ jüdischen Bevölkerung fcstzustcllcn, So ging in Brau *chweig die Zahl der Juden um 33,03 ״/« zurück■ Mecklenburg verminderte sie sich um 28,71 ״/o. ' " Von den preußischen Großstädten interessiert besonders Berlin, dessen jüdische Bevölkerung im 1.1״. 1933 noch 160 564 betrug (3,8 ",0 der Einwohnerzahl). j! mit lebten in Berlin mehr als 40 <y» sämtlicher ״״חי Bischer Juden und mehr als 30"/» aller Juden j•« Reiche; demgegenüber wohnte von der Qcsamtbevöl. kerung Preußens nur ein Zehntel in Berlin, von der des Reiches mir etwa 6</» ״/». Die Bevölkerungsabnahme 0״ Juden in Berlin betrug 7,01 ״>, Diese relativ geringe fo. Völkcrungsabnalimc geht augenscheinlich auf die starke Bin! neu Wanderung der Juden nach Berlin zurück Breslau verlor 13,86״/» seiner jüdischen Bevölkerung, f! zählte itn Jahre 1933 20 202 Juden. An der Gesamtbevölkt. rung Breslaus waren die Juden mit 3,23״/» beteiligt. In Frankfurt a. M. ging die Zahl der jüdischen Einwohner um 11,80 0/0 auf 26 158 zurück. Der Bevölkerungsanteil d« Juden betrug in Frankfurt am Main 4,71״/». In Köln ging die jüdische Bevölkerung von 16 093 auf 11816 Seelen, d.h. um 7.94 ״/» zurück. In diesem Zeitraum zwischen 1923 bis 1933 sank der Anteil der jüdischen Bevölkerung an der Oesamteinwohnerzahl Kölns von 2,3 °/0 auf 1,96 »,0 Im Amsterdamer Konzerthaus erzielte die Uraufbihrung eines neuen Werkes von Kurt Weill, ״Symphonische Phantasie“, einen außerordentlichen Erfolg. Die Aufführung wurde von Bruno Walter geleitet. Eine ״Antisemitische Internationale*? Warschau, 23. Oktober. (JTA.) Die Katholische Presse• Agentur, der Pressedienst des polnischen Episkopats, be• richtet über eine antisemitische Tagung in der Schweiz: ״Vom 22. bis 26. September d. f. tagte in Bellinzona (Schweiz) eine antijüdische Konferenz, die über die Judenfrage beriet. Repräsentiert waren 27 Staaten. Die seit 1923 arbeitende Studien ko mmission des Kangresses beschloß folgendes: ״Die Zeit des Studiums der Judenfrage Ist vorbei, jetzt muß die Arbeit zur Lösung dieser Frage beginnen. Die Studienkommission beschloß deshalb, sich in eine ״Oe- Seilschaft für Propaganda und Tat“ unter dem Namen ״An t i j ii d i s c h e W c 11 u n i o n“ umzuwandcln. Das Ziel ist die Lösung der Judenfrage, Die ncugcgründctc Union kündigt einen anti jüdl• sehen Weltkongreß an, der ein Arbeitsprogramm zur Aussonderung der Juden aus ihren Wohnländern und ihre Ansicdlung auf einem freien Territorium festsetzen soll, das groß genug sein muß, um die ganze Judenheit auf• zunclimeii. Dieses Territorium könne nicht Palästina sein. Ein ständiges Zcntralhüro der Union soll geschaffen, eine Monatsschrift als ihr Organ begründet und eine Pro• klamation an alle Völker erlassen werden, in dem das Recht der Völker auf freie Entwicklung in ihrem Gebiet unter Ausschaltung der Juden betont wird. Das Zentralbüro der Union soll bald in dem einen, bald in dein anderen der der Union angeschlossencn Länder seinen Sitz haben.“ (Wir müssen die Verantwortung für die Richtigkeit dieser Meldung der zitierten Quelle überlassen. In jedem Falle scheinen die in Bellinzona erörterten Pläne für die Lösung der 'Judenfrage reichlich phantastischer Natur gewesen zu sein. Red.) »Vernichiungskampf* gegen da» Judentum Der ״Mitteldeutsche“, Magdeburg, vom 23. Oktober berichtet über eine Versammlung der Ortsgruppe Dom der NSDAP, bei welcher ״der bekannte Rcichstagsabgcnrdnetc Kunze, genannt ,Knüppel-Kunze'“, sprach. Der Redner beschäftigte sich mit der Rolle der Juden im poiitisehen Leben seit dem Weltkrieg und beschuldigte das Judentum als Urheber des Weltkrieges wie auch als Zerstörer der Kampfkraft des deutschen Heeres und als Veranlasser der Inflation. Er schloß *eine Ausführungen mit folgenden Sätzen: ״FE gibt kein Hin• und llcrdcutcn und kein Verbrämen! Für die gmre Schmach der lctxlen vierxchn Jahre, für alle» Unrecht, das mau un« angetan hat, ist allein der Jude vciunlwortlieh! Er.«t warn jeder einzelne von uns erkannt hat, welche Gefahr das internationale Judentum für un« bedeutet, dann erst wird es möglich sein, diesen Krebsschaden in Deutschland restlos 111 vernichten. Eine Frage der Selbst erziehung ist es, diesen Verniehtungs• kämpf einziileiten und erfolgreich zu beenden. Niemals dürfen wir Deutschen vergessen, daß wir damit einen Kampf um die Erhaltung unserer Rasse elngelien, die Ge- .«fhiililc hat uns besvicscn, daß man uns vernichten wollte, nun werden wir den Juden beweisen, daß wir bereit, sind, unser Volk von r.isscschälulcrisdieit Elementen und degenerierten Geschäftemachcrn zu säubernI" Rundfunkvorträge über die Judenfrage Unter der Ucbcrschrift ״Vorträge über die Judenfrage im Franken-Sender“ bringt die ״Fränkische Tageszeitung“ Nürnberg, folgende Ankündigung: ׳ ״ln aller Weh ist es heule eine bekannte Tatsache, daß Frankens Bevölkerung am ersten und am tiefsten Kenntnis und Sinn für die Lösung der Kajsenfrage, der wichtigsten Daseinsfragc eines Volkes, besitzt. Es ist dus ein unvergängliche* Verdienst de» uneulwcgt.cn und vom Juden und seinen Trabanten am meisten gehaßten Vorkämpfer«, des Frmikenlührer* Julius Streicher, der *eit 16 Jahren in Wort und Schrift, vor nlicm durch »einen ,Stürmer‘, die jüdische Frcmdrassc und ihre. Verbrechen am deutschen Volk gezeigt bat. Auch jetzt gilt es fiir alle Volksgenossen als Pflicht, ihre _ Kenntnisse in der Judenfrage zu erweitern und zu vertiefen, um ihr Wissen hinauszutragen in alle deutschen G»ue und »u allen, auf diesem Gebiet bisher blinden Mitmenschen. Diesem Zweck' dient eine Vortragsreihe, die der Frankensender in Nürnberg Uber, nommen hat. F.s werden zwei Vorträge geboten über ,Altnürnberg und die Judeniragc'. Vortragender ist der Mitarbeiter am ,Handbuch der JiKicnfragc‘, Dr. 1״ F. Genglcr-Nürnberg. Der erste Vortrag am Mittwoch um 14.50 Uhr behandelt ,Mittelalterlich« Wudicrjuden und ihr« Bekämpfung•, Der »weite Vortrag folgt ein« Woche spät*“ Der Fall Bernhard Zondek (Von unserem Stockholmer H. R.-Korrespondenten.) Stockholm, 1m Oktober. Professor Bernhard Zondek, der sich seit einem Jahre i» Stockholm aufhält, wo er — durch das Rockcfcller-Stipcndium — am Biochemischen Institut der hiesigen Flochschulc seine Forschungen fortset/t, hat jetzt beim Lehrerkollegium des Karolinisenen Institutes seine Legitimation als schwedischer Arzt bewilligt bekommen. Hiergegen haben sich einige schuf■ dischc Kollegen — darunter der bekannte Chirurg Prof. Einar Key — aufgclehnt, mit der Begründung, dal! dies eine ge• fährlkhc Konkurrenz für die schwedische Acrztcschaft bedeute. Es wird vargcschlagcu, Zondek einen persönlichen Forschung«• auftrag zu erteilen, nicht aber ihn zur ärztlichen Praxis zum• lassen. Die Angelegenheit ist eine rein persönliche, doch wurde im weiteren Verlaufe der Auseinandersetzung auch die Juden• frage liercingczogcn. In einer Polemik gegen ״Svenska Dagbladet“, das sich gegtn die Zulassung von Zondek ausgesprochen hatte, schreibt die Gotenburger ״Handels- und j Scluffalirtszcitung“, man möge stolz sein, eine so grolle medi■ ' zinisclic Kapazität beherbergen zu können. ״Ein jüdischer Arzt vom Rute Zoitdeks w iege 706 andere Aerzte auf" (Diese For• nuilicrung ist u. E. falsch; cs müßte heißen: ״Ein Arzt vom Rufe Z.’s“ usw, — wobei gleichgültig ist, ob er Jude ist oder nicht.) Auf der anderen Seite veröffentlicht die Stockholmer Abendzeitung ״Nya dagligt Allchaiida“ einen Leitartikel, der sich bemüht, die von der Gotenburger ״Handels- und Schill■ fahrtszcitung“ aufgestellte Behauptung von Zondeks wissen• schaitlicher Bedeutung zu widerlegen. Nach einer ins einzelne gehenden medizinischen Erörterung appelliert dieser Artikel an die Juden Sclnved ens, in einer solchen Angelegen• heit nicht zusamincnzuhalten. — Wir sehen hier, wie selbst in einem Land, das die Juden• frage so gut wie gar nicht kennt, in einem konkreten Falle antisemitische Argumente herangezogen werden. Der Anti• semitismus entsteht aus verschiedensten Motiven, oft aus materiellen Konkurrenzgriinden, Unter diesem Ucslchtspunlt ist auch die hier besprochene Kontroverse, deren Bedeutung wir nicht übertreiben wollen, nicht ohne Interesse. Schweizer Prozeß um die ״Protokolle der Weisen von Zion״ Am 29. Oktober wird vor dem Strafgericht in Berit der Prozeß um die ״Protokolle der Weisen von Zion“ wieder zur Verhandlung kommen. In der erste» Gerichtsverhandlung, die am 16. November 1933 staltlaiw wurde von den jüdischen Klägern u. a. der AntragJf׳ stellt, eine Expertise anzuordnen, die über Echtheit 0״״ Unechtheit der ״Protokolle“ Aufschluß geben soll• Bf Richter ordnete eine Expertise an. Je ein Gutachter jv mp von den beiden Parteien bezeichnet, der dritte vom zichtspräsidcntcii ernannt, Die Kläger machten Prof. A. Baumgarten (Hasel), die Angeklagten Pastor Müncü* tneyer aus Oldenburg namhaft. Zum dritten Experte ernannte der Gerichtspräsident den cliristllch-schweizcnf״ Schriftsteller C. A. Loosil (Bern). Der Experte dfr und der vom Gericht ernannte Experte haben ihre üro»' ausgearbeitet, der Experte der Angeklagten jedoch, "יי MUnchmcycr aus Oldenburg, konnte bisher brictnc •nicht erreicht werden. Der Gerichtspräsident hat sich da״ genötigt gesehen, von sich aus einen driften Experten bestimmen. Der von ihm in Aussicht genommene kan10״ hat jedoch bisher den Auftrag nicht angenommen, Gent dem Gerichtsentscheid müssen die Expertisen spätestens ״’ zum 25. Oktober dem Gericht überreicht werden. Au״ den Expertisen wird das Gericht über eine große 4» von Dokumenten verfügen, die ihm von den Klägern Beweisstücke vorgelcgt wurden. Gefängnis für antisemitische Aufreizung. Vor dem B u pester Strafgerichts ho f war die Verhandlung gjk, den Schmicdegchilfcn Alter H a j d o und den Arbeiter wig Hatvani wegen Aufreizung, begangen durch 1״»ץ“. Heilungen in dem antisemitischen Blatt ״Nemzeti lista“ angesetzt. Da Hatvani nicht erschienen war, ״ ״״ zunächst die gegen Hajdo erhobene Anklage verltana der ein antisemitisches Gedieht geschrieben ״״ Der Angeklagte erklärte, er fühle sich nicht schuldighabe nur ein patriotisches Gedicht schreiben wolle״• Gerichtshof verurteilte den Angeklagten wegen Aufretzu s gegen eine Konfession zu acht Tagen Oefini" Staatsanwalt und Verurteilter legten Berufung ein, Kr• 0i ßlsht e! S1 ״Oer lässig sich f sehen׳ vielen diejer Pie I Staub nach I tc* b die t Unt me״ Aend gcvol de! d rung! treher• Bedet lässig fertig setze! I Reg »enz selbe; Reich diese *gru; der l Redl \ Rech \ »ehe! vom , ״Den Gesa und Das in de dem Kanu farbl׳ ment• iässif schlu ISk! die ,׳ wem׳ ichei noch gcric nie;,Sehr, der eraej i stam 12. ist; mani zug »ells halb' scliu' stell andt oh 11« weis Schi E" strell bcze Firn Es ׳, Vert, Aus von daß hü / tinc' 1,1)0' »Art gen! tern men, tiscl; Au(, Wen, »ein erst mm nun •pe;! »De Kre übe me! Üu Kur Fra. die, Ort. ma! An! zm,1׳ Re, t Sch', w־e: hat, Kü1 >.E1, um Hit, Sta׳